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(11) |
EP 0 906 797 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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07.04.2004 Patentblatt 2004/15 |
| (22) |
Anmeldetag: 29.09.1998 |
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Verfahren und Anlage zum Umformen von Metallband in einer Warmbandwalzanlage
Method and device for straightening a metal strip in a hot rolling mill
Procédé et installation de dressage d'une bande métallique dans une installation de
laminage à chaud
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT DE ES FR GB IT NL SE |
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Priorität: |
30.09.1997 DE 19743115 26.06.1998 DE 19828575
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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07.04.1999 Patentblatt 1999/14 |
| (73) |
Patentinhaber: SMS Demag AG |
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40237 Düsseldorf (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Seidel, Jürgen
57223 Kreuztal (DE)
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Vertreter: Valentin, Ekkehard, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte Hemmerich, Valentin, Gihske, Grosse,
Hammerstrasse 2 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 3 636 707 US-A- 4 316 376
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US-A- 4 074 555
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zum Umformen von Metallband
in einer Warmbandwalzanlage, bestehend aus einer Fertigstraße, einer Kühlstrecke,
einem Treiber und einer Haspelanlage, nach dem Oberbegriff der Ansprüche 1, 2 und
13 (siehe z.B. US-A-4 316 376). Es ist bekannt, Metall nach dem Gießprozeß in einer
Warmbandwalzanlage bis zu bestimmten Dicken zu walzen, um sie dann nach einem Haspelvorgang
einer Kaltbandwalzanlage zum Walzen auf das Endmaß zuzuführen. Hierbei werden an das
der Kaltbandwalzanlage zugeführte Metallband immer höhere Anforderungen hinsichtlich
seiner mechanischen und geometrischen Eigenschaften, insbesondere seiner Planheit,
gestellt.
[0002] Gleichzeitig besteht die Tendenz, die gewünschten Endeigenschaften des Metallbandes,
die sich aus den hintereinandergeschalteten Prozessen von Warm- und Kaltwalzwerk ergeben,
schon im Warmwalzprozeß einzustellen bzw. ein Warmband herzustellen, das optimale
Voraussetzungen für das sich anschließende Kaltwalzen mitbringt. Gleichzeitig werden
die Randbedingungen beim Warmwalzen schwieriger. Es werden zunehmend dünnere und breitere
Produkte zur Anpassung an das Endprodukt gewünscht, was eine größere Dickenreduktion
und einen Einsatz größerer Walzkräfte in den Endgerüsten der Warmbreitbandwalzstraße
erfordert. Die Folge daraus ist, daß sich der Verschleiß der Walzen mit zunehmender
Abnahme des Walzspaltes erhöht. Weiterhin nimmt der thermische Crown der Walzen bei
erhöhter Produktion auf der Walzstraße zu. Diese Effekte wirken sich nachteilig auf
die Planheit des Warmbandes und somit auch auf die Qualität des Bandes im kalten Zustand
aus.
[0003] Ein bekanntes Mittel, planes Warmband zu erzeugen, ist der Einsatz von Stellgliedern.
Bei extrem dünnen Bändern stehen aber zur Zeit kaum bzw. keine zuverlässigen Warmbandplanheitsmessungen
zur Verfügung.
[0004] Weiterhin kommt es in einer Warmbreitbandwalzanlage zusätzlich zu den Unplanheiten,
die durch die Fertigstraße verursacht werden, auch zu Planheitsveränderungen des Metallbandes
in der Kühlstrecke und durch die Treiberrollen.
[0005] Das Band verläßt zum Teil die Fertigstraße mit einer ungleichmäßigen Planheits- bzw.
Spannungsverteilung über der Bandbreite. Dies kann dazu führen, daß trotz gleicher
Randbedingungen (wie beispielsweise geometrische Abmessungen, Züge, Temperaturen,
Material etc.) bei Bändern, die in kurzer Folge gewalzt werden, im Kaltband unterschiedliche
Planheiten entstehen. Die ungleichmäßige Planheitsverteilung des Warmbandes führt
dann direkt oder indirekt durch geänderte Wickelverhältnisse am Haspel (zum Beispiel
höherer Coilcrown) zu unterschiedlichen Planheitsverhältnissen des kalten Bandes.
[0006] Ferner verändert sich durch das Umlenken des Bandes am Treiber in Richtung der gewünschten
Haspelanlage durch die unterschiedliche Zugspannungsverteilung über der Breite die
Bandplanheit. Haupteinflußgrößen sind hierbei die geschliffene Treiberform, der Verschleiß
der Treiberrollen, die Anpreßkraft sowie der thermische Crown der Treiberrollen. Allerdings
kann eine Optimierung des Treiberschliffs sowie einer Änderung des Treiberrollenmaterials
bzw. der Treiberrollenwechselpraxis die Randbedingungen verbessern.
[0007] Beim Aufwickeln des Bandes zum Coil entsteht zum Teil eine ungleichmäßige Zugspannungsverteilung
über der Bandbreite.
[0008] Diese erzeugt in Abhängigkeit von dem Zugniveau unterschiedliche Bandverlängerungen
über der Bandbreite und damit Unplanheiten für den Kaltzustand. Haupteinflußgrößen
sind hierbei der sich einstellende Coilcrown. Die Form des Coils hängt von der Bandkontur,
der Bandplanheit während des Haspelns, der Materialfestigkeit (Temperatur, Materialgüte)
und dem Haspelzug ab.
[0009] Nachteilig ist, daß die Veränderungen der Planheit an der Treiberrolle sowie an dem
Haspel als auch durch das Abkühlen des Coils nicht direkt beeinflußt werden können.
Hierdurch entstehen lokale Unplanheiten des Bandes. Ebenso wurde Schlagen des unmittelbaren
Bandendes beobachtet.
[0010] Dieser Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Anlage zur Einstellung
von gewünschten Planheitsund Spannungsverhältnissen im Warmband bereitzustellen, um
im Kaltzustand planes Band zu erhalten.
[0011] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1, 2 und 13 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen offenbart.
[0012] Kern der Erfindung ist die Bereitstellung eines Verfahrens und einer Anlage, wobei
das Bandmaterial nach Austritt aus der Kühlzone alternierend über und unter mindestens
zwei hintereinander angeordnete Streckrichter-Arbeitsrollen unter Ausbildung einer
Streckrichterzone geführt wird, wobei die Streckrichter-Arbeitsrollen so zueinander
versetzt angeordnet sind, daß das Metallband an jeder Streckrichter-Arbeitsrolle umgelenkt
wird. Alternativ kann die Funktion zweier Streckrichter-Arbeitsrollen auch allein
durch die beiden Treiberrollen übernommen werden. Die Streckrichterzone wird dann
durch Anstellen der oberen oder unteren Treibrolle in den Bereich vor oder nach der
ursprünglichen Treibrollenstellung geschaffen.
[0013] Im Gegensatz zu einer bekannten Vorrichtung zum Streckbiegerichten, wie sie in der
DE 36 36 707 C2 offenbart ist, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, die Streckrichterzone
am Ende des Warmwalzprozesses vorzusehen. Die Streckrichterzone wird durch zusätzliche
Streckrichterrollen nach den Treibrollen oder mittels der Treibrollen selbst ausgebildet.
Im Gegensatz hierzu offenbart die genannte deutsche Patentschrift eine Streckbiegerichtvorrichtung
mit einem nachgeschalteten Walzgerüst.
[0014] Durch das Führen des Bandes durch eine derart ausgebildete Streckrichterzone können
in dem Metallband noch vor dessen Aufhaspeln zum Coil die gewünschten Planheits- bzw.
Spannungseigenschaften eingestellt werden. Damit wird es durch den Einsatz eines hochwertigeren,
bereits planen Warmbandes möglich, negative Einflüsse aus den vorgeschalteten Prozessen
weitgehend zu eliminieren und die Qualität des Bandes im kalten Zustand zu verbessern.
[0015] Hierfür genügen im einfachsten Fall bereits zwei Streckrichter-Arbeitsrollen zur
Ausbildung einer Streckrichterzone, wobei das Metallband nicht zwischen den Rollen
gewalzt, sondern zwischen den nacheinander angeordneten Rollen gebogen und gestreckt
wird.
[0016] Dies hat zur Folge, daß Unplanheiten ausgeglichen sowie gleichmäßigere Spannungsverhältnisse
eingestellt werden können.
[0017] Mittels der Nachbehandlung des Bandes durch Streckrichter-Arbeitsrollen werden die
Unplanheiten aus der Fertigstraße, beispielsweise parabolische Unplanheiten und Unplanheiten
höherer Ordnung sowie die Unplanheiten und Spannungen, die in der Kühlstrecke entstehen,
eliminiert. Weiterhin können nachteilige Beschädigungen des Bandendes in Form lokaler
Unplanheiten und Schlagen des unmittelbaren Bandendes durch den Einsatz dieser Streckrichter-Arbeitsrollen
vermieden bzw. vermindert werden.
[0018] Durch die vorgeschlagenen Streckrichter-Arbeitsrollen, die hinter dem Treiber und
vor dem Haspel angeordnet sind, ist es möglich, zusätzlich zu den Unplanheiten aus
der Fertigstraße und Kühlstrecke selbst die Planheitsveränderungen am Treiber zu beseitigen.
Ferner können reproduzierbare Planheitsbedingungen eingestellt werden. Um Bandoberflächenbeschädigungen
zu vermeiden, sollten die Rollen selbständig angetrieben werden bzw. ein geringes
Trägheitsmoment besitzen.
[0019] Andererseits ist es auch denkbar, bereits einsatzfähiges Warmband zu produzieren,
das gewünschte dünne Endabmessungen aufweist. Über die erfindungsgemäßen Streckrollen
kann bereits beim Warmband ein ausreichender Planheitsgrad eingestellt werden, wobei
so unter Umständen ganz auf den Kaltbandprozeß verzichtet werden kann.
[0020] Vorteilhafterweise wird eine Streckrichterzone durch drei Streckrichter-Arbeitsrollen
eines ersten Typs gebildet, die hintereinander angeordnet sind. Die Streckrichter-Arbeitsrollen
des ersten Typs weisen eine zylindrische Form auf.
[0021] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist der Einsatz einer Streckrichter-Arbeitsrolle
eines zweiten Typs, die vorteilhafterweise mit zwei Streckrichter-Arbeitsrollen des
ersten Typs kombiniert wird. Dabei verläuft das Metallband günstigenfalls zuerst durch
die Streckrichterzone, gebildet aus den Rollen des ersten Typs, um dann über die Rolle
des zweiten Typs geführt zu werden. Durch eine besondere Ausbildung des Crowns dieser
Rolle des zweiten Typs können dann noch bestehende Unplanheiten des Metallbandes ausgeglichen
werden. Hierbei kann eine über der Bandbreite ungleichmäßige Zugverteilung erzeugt
werden mit dem Ziel, das Band lokal derart zu strecken, daß es im Kaltzustand möglichst
plan ist.
[0022] Hierbei ist es natürlich genauso denkbar, daß die Streckrichtereinheit aus nur einer
Streckrichter-Arbeitsrolle des ersten Typs in Kombination mit zwei Streckrichter-Arbeitsrollen
des zweiten Typs besteht.
[0023] Bei dieser Kombination können zwei hintereinander angeordnete Streckrichter-Arbeitsrollen
des zweiten Typs sowie eine vorgeschaltete Streckrichter-Arbeitsrolle des ersten Typs,
die vorzugsweise zylindrisch ist, vorliegen. Hierdurch wird die Flexibilität der Streckrichterzone
als Reaktion auf unterschiedliche Planheiten des Bandes, welches stark von der Fertigungsstrecke
und der Kühlstrecke - wie oben beschrieben abhängig ist - erhöht.
[0024] Mit dem Vorsehen einer Rolle des zweiten Typs wird die Querverwölbung (cross bow)
des Bandes, die häufig im Kaltzustand beobachtet wird, positiv beeinflußt.
[0025] Es ist ebenfalls denkbar, daß die Streckrichterzone aus Streckrichterrolle(n) des
zweiten Typs mit nachgeordneter(n) Rolle(n) des ersten Typs besteht. Grundsätzlich
sind alle Kombinationen mit mehr als zwei Rollen des einen oder anderen Typs denkbar.
[0026] Zur optimalen Einstellung der Position bzw. des Anpreßdruckes dieser weiteren Streckrichter-Arbeitsrolle
des zweiten Typs können die Meßwerte für Bandkontur, die Bandtemperaturverteilung,
die Banddicke und das Zugniveau sowie die Informationen der abgeleiteten Gesetzmäßigkeiten
aus der Offline-Kaltplanheitsauswertung etc. genutzt werden. Es können sich unterschiedliche
Einstellungen der Streckrichter-Arbeitsrollen über die Bandlänge ergeben.
[0027] Mittels der vorgeschlagenen zweiteiligen Ausbildung der Rolle des zweiten Typs ist
es möglich, auf verschiedene Bandbreiten bzw. Bandunplanheiten während des Prozesses
flexibel zu reagieren, da durch die bandkantenorientierte Verschiebbarkeit der fest
oder pendelnd gelagerten Rollenkörper die Rolle entsprechend eingestellt werden kann.
[0028] Vorteilhafterweise kann auch die untere Treibrolle die Aufgabe der ersten Streckrichter-Arbeitsrolle
des ersten Typs übernehmen.
[0029] Die Streckrichterzone kann alternativ auch allein durch die obere und untere Treibrolle
gebildet werden. Dies wird dadurch erreicht, daß, wenn der Haspel den Bandkopf gefaßt
hat, die obere Treiberrolle seitlich nach unten geschwenkt wird und somit das Band
an den Treibrollen umgelenkt wird.
[0030] Auch bei der Ausführungsform mit Treibrollen und Streckrichterrollen berühren diese
am Bandkopf in der Regel nicht das Band. Erst nach dem Aufbau von Zugspannungen werden
die Streckrichterrollen in die Arbeitsposition geschwenkt.
[0031] Vorteilhafterweise ist in der Streckrichterzone eine Bandzonenkühlung, insbesondere
eine Wasserkühlung, vorgesehen. Diese Bandzonenkühlung kann vorzugsweise in Form eines
Zunderwäschers ausgebildet sein. Das Band wird beidseitig mittels Hochdruck mit Wasser
beaufschlagt, was es ermöglicht, gleichzeitig den Tertiärzunder zu entfernen. Hinter
dieser Kühlzone, d.h. vor der Haspeleinrichtung, ist eine Temperaturmeßvorrichtung
vorgesehen.
[0032] Ferner empfiehlt es sich, daß neben dem Band auch die Streckrichterrollen gekühlt
werden, um den thermischen Crown sowie den Verschleiß zu mindern. Denkbar sind hier
bekannte Wasserkühleinrichtungen.
[0033] Es ist vorteilhaft, eine Bandzonenkühlung nicht nur in der Streckrichterzone, sondern
auch unmittelbar vor der Haspeleinrichtung durchzuführen. Hierbei ist die Spritztechnik
mittels Wasser oder einer anderen Flüssigkeit, die als Gleit-/Trennmittel dient, günstig.
Ein Gleitmittel ist empfehlenswert, weil die Gleiteigenschaften der Bandlagen zueinander
während der Abkühlung des Coils begünstigt werden.
[0034] Als besonders bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäß beanspruchten Integration
einer Streckrichterzone am Ende eines Warmwalzprozesses, d.h. noch nach Durchlaufen
der Fertigstraße, wird zur Einstellung eines planen Bandes vorgeschlagen, daß die
Anstellung der Streckrichterrollen zum Band und untereinander mittels eines ersten
Regelkreises in Abhängigkeit von den Bandeigenschaften geregelt wird, die aktuell
gemessen werden. Auch kann das Bandzugniveau geregelt werden, welches unterschiedlich
über der Bandlänge ist.
[0035] Hierzu ist es beispielsweise möglich, daß hinter der Streckrichterzone, in Bandförderrichtung
gesehen, eine Planheitsmeßrolle angeordnet ist. Bei dieser handelt es sich um eine
segmentierte Zugmeßrolle. Die von dieser Meßrolle aufgenommenen Werte werden in Form
von Signalen in einem Regelkreis zur Ansteuerung der Streckrichterstellglieder und/oder
der Fertigstraßenstellglieder zur weiteren Planheitsbeeinflussung eingesetzt. Es ist
denkbar, daß die Rollen des ersten und zweiten Typs, die die Streckrichterzone bilden,
als segmentierte Zugmeßrollen ausgebildet sind.
[0036] Schließlich wird vorteilhafterweise vorgeschlagen, daß mittels eines zweiten Regelkreises
die Einstellungen der der Streckrichterzone vorgeschalteten Kühlstrecke in Abhängigkeit
von den Bandeigenschaften geregelt werden. Vorzugsweise ist die Regelung der Stellglieder
der Streckrichterzone mit der Regelung der Stellglieder der Kühlstrecke miteinander
gekoppelt, indem beide Regelkreise auf einen gemeinsamen Sollwert zurückgreifen. Ist-
und Sollwert dieser beiden Regelkreise sind die Bandeigenschaften. Diese sind beispielsweise
die Temperaturverteilung über der Bandbreite, die Bandkontur und/oder die Bandzugspannungen.
[0037] Für die Regelung der Kühlstrecke werden auf bekannte Kühlmuster zurückgegriffen.
Denkbar sind beispielsweise die Einstellung der Kühleinrichtung derart, daß eine verminderte
Kühlwirkung im Bandkantenbereich auftritt oder daß eine zusätzliche Kühlwirkung des
Bandkantenbereichs entsteht oder eine parabolische Veränderung der Temperaturverteilung
über der Bandbreite.
[0038] Bekanntermaßen entstehen durch die Änderungen der Temperaturverteilung über der Bandbreite
Bandunplanheiten infolge unterschiedlichen thermischen Schrumpfens. In Wechselwirkung
mit der nachgeschalteten Streckrichtereinheit und dem Abkühlverhalten werden diese
Kühlmuster aufgebracht, um eine Kompensation der Wirkungen und somit ein insgesamt
planeres Band zu erhalten.
[0039] Es ist schließlich denkbar, mit einem weiteren Regelkreis ebenfalls die mechanischen
Stellglieder der Streckrichter-Arbeitsrollen in Abhängigkeit von den Bandeigenschaften
zu regeln.
[0040] Um das Zugspannungsniveau gezielt in der Streckrichterzone erhöhen zu können, wird
ferner vorgeschlagen, eine Streckrichterrolle gegen eine unterhalb dieser angeordnete
Rolle zu drücken oder deren Eintauchtiefe zu erhöhen.
[0041] Alternativ kann auch ein weiterer Treiber vor der Streckrichterzone, gesehen in Bandlaufrichtung,
angeordnet werden.
[0042] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung, in der in den Zeichnungen dargestellte Ausführungsbeispiele
der Erfindung näher erläutert werden. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht der erfindungsgemäßen Inline-Streckrichterrollen zwischen
Treiber und Haspel einer Warmbandwalzanlage
- Figur 2
- eine schematische Ansicht des Endbereichs einer konventionellen Warmbandwalzanlage;
- Figuren 3 und 4
- schematische Ansichten von Ausführungsformen der Streckrichterzone, die durch Streckrichter-Arbeitsrollen
des ersten Typs gebildet ist, wobei die Ausführung gemäß Figur 3 nicht unter den Schutzbereich
den Ansprüche fällt.
- Figuren 5 bis 7
- schematische Ansichten von Ausführungsformen der Streckrichterzone, die aus Streckrichter-Arbeitsrollen
des ersten und zweiten Typs gebildet ist, wobei die Ausführung gemäß Figur 5 nicht
unter den Schutzbereich der Ansprüche fällt.
- Figur 8
- eine schematische Darstellung der Spannungsverhältnisse im Metallband bei Ausbildung
der Rolle des zweiten Typs mit einem negativen Crown;
- Figur 9
- eine schematische Darstellung der Spannungsverhältnisse im Metallband bei zweigeteilter
Ausbildung der Rolle des zweiten Typs;
- Figur 10
- einen Querschnitt der Rollenform nach Figur 9.
- Figuren 11a,b
- schematische Darstellungen mechanischer Stellglieder der Streckrichter-Arbeitsrolle;
- Figur 12
- Streckrichtermodell zur optimalen Einstellung der Streckrichter-Arbeitsrollen.
- Figur 13
- ein schematische Darstellung der Ausbildung der Streckrichterzone allein durch die
Treibrollen;
- Figur 14
- eine schematische Darstellung der Ausbildung der Streckrichterzone mittels einer Rollgangsrolle
und der unteren Treibrolle;
- Figur 15
- eine schematische Darstellung der Anordnung der Streckrichterrollen, welche kurz vor
dem Ausfädeln des Bandendes aus dem letzten Walzgerüst gegeneinander gepreßt werden.
[0043] Nach dem Walzprozeß in der Warmbandwalzanlage verläuft das Metallband 1 über Führungsrollen
über einen Treiber 2, bestehend aus einer oberen 3 und unteren 4 Treiberrolle zu einem
Haspel 5, um dort zu einem Coil für den Weitertransport, meist in eine Kaltwalzwerkanlage,
aufgehaspelt zu werden (Figur 2).
[0044] Figur 1 zeigt hierbei, daß erfindungsgemäß zwischen dem Treiber 2 und dem Haspel
5 eine Streckrichterzone 6 vorgesehen ist, die hier aus zwei hintereinander angeordneten
zylindrischen Streckrichter-Arbeitsrollen 7 sowie einer Streckrichter-Arbeitsrolle
des zweiten Typs 8 gebildet ist. Zwischen den Arbeitsrollen 7,8, die selbständig angetrieben
werden, sind Kühlsysteme 9a, hier in Form von Sprühwasserdüsen, vorgesehen, um die
Bandtemperatur über der Breite bzw. Dicke zu beeinflussen. Ein weiteres Kühlsystem
9b ist kurz vor dem Coil angeordnet. Dieses ist in Figur 1 schematisch als eine Spritzdüse
9b dargestellt. Mittels dieses Kühlsystems 9b kann zusätzlich ein Gleitmittel auf
das Band aufgebracht werden, um die Gleiteigenschaften der Bandlagen zueinander während
der Abkühlung des Coils zu verbessern.
[0045] Das Bandmaterial verläuft alternierend über bzw. unter den Streckrichter-Arbeitsrollen
7,8. Die Rollen sind dabei im Hinblick auf ihre Rotationsachsen so zueinander versetzt,
daß das Metallband 1 an jeder Streckrichter-Arbeitsrolle umgelenkt wird. Durch das
Stören eines geraden Bandverlaufs werden bestehende Spannungen im Band beeinflußt
bzw. neue Spannungen erzeugt, die sich vorteilhaft auf eine Planheit des Bandes auswirken.
[0046] In den Figuren 3 und 4 sind Ausführungsformen der Streckrichterzone 6 dargestellt,
die sich entweder aus zwei oder aus drei zylindrischen Streckrichter-Arbeitsrollen
7 zusammensetzt. Mittels der Anordnung der Streckrichter-Arbeitsrollen 7 hinter dem
Treiber 2 können selbst Unplanheiten, die im Treiber 2 erzeugt werden, noch vor dem
Aufhaspeln beseitigt werden.
[0047] In Figur 5 ist die Ausführungsform der Figur 3 übernommen worden bei zusätzlicher
Anordnung einer Streckrichter-Arbeitsrolle des zweiten Typs 8 hinter dem Treiber 2.
Figur 6 zeigt die Ausführungsform der Streckrichterzone 6 von Figur 4, wobei hier
ebenfalls eine Streckrichter-Arbeitsrolle des zweiten Typs 8 noch als letzte Station
des Metallbandes vor dem Haspelvorgang vorgesehen ist.
[0048] Figur 7 zeigt eine ähnliche Konstellation der Rollen wie in Figur 6. Im Unterschied
hierzu wird die untere Treibrolle 4 als erste Streckrolle genutzt.
[0049] Die Spannungsverhältnisse, die bei Anordnung einer Streckrichter-Arbeitsrolle des
zweiten Typs 8 mit negativem Crown entstehen, stellt Figur 8 dar. Durch die oben beschriebenen
Walzverhältnisse sowie hohen Belastungen und Abnutzungen der Walzen in der Walzanlage
entstehen in den Metallbändern Unplanheiten und überhöhte Spannungen an den Bandrändern.
Um die Planheitsveränderungen vom Warm- zum Kaltzustand zu kompensieren, ist eine
Streckrichter-Arbeitsrolle 8a mit negativem Crown vorgesehen. Damit ist es möglich,
in den Bandkanten eine Längenänderung zu bewirken und in dem so behandelten Band eine
positive Spannung mit einem Maximum in der Mitte und minimalen Spannungen am Rand
einzustellen.
[0050] Mit Hilfe der zweigeteilten Streckrichter-Arbeitsrolle 8b (Figur 9) kann die Spannungsverteilung
des Bandes in Abhängigkeit von seiner Breite, d. h. seiner Unplanheit, beeinflußt
werden. Als Resultat wird eine Bandstreckung auch höherer Ordnung (nicht parabolisch)
erreicht, um vorteilhaft auf die Kaltplanheit zu wirken.
[0051] Figur 10 zeigt eine schematische Darstellung der zweigeteilten Rolle 8b bei Auflage
eines Bandes 1. Die Rollenteile 9 sind zueinander hin und her verschiebbar. Sie sind
entweder fest gelagert oder pendelnd auf der Welle 10 angeordnet.
[0052] Um die Eigenschaften der Streckrichter-Arbeitsrollen besser beeinflussen zu können,
wird vorgeschlagen, die Rollen mit mechanischen Stellgliedern zu versehen. Möglichkeiten
hierfür sind beispielsweise Rollenbiegung, anstellbare Stützrolle(n) oder eine aufblasbare
Rolle. Hiermit wird die Durchbiegung der Streckrichter-Arbeitsrollen und damit die
Wirkung am Band unter Last variabel beeinflußt. Figur 11 a zeigt schematisch die Lagerung
einer Streckrichter-Arbeitsrolle, wobei auf die Lagerungszapfen 11 durch Rollenbiegung
12 Einfluß genommen werden kann.
[0053] Figur 11 b verdeutlicht den Einfluß von einer oder zwei anstellbaren Stützrollen
13 und deren Anordnung zu der Streckrichter-Arbeitsrolle 7.
[0054] Zur optimalen Einstellung der Anstellposition der Streckrichter-Arbeitsrollen und
des Anstelldrucks sowie der Einstellung der mechanischen Stellglieder zur Beeinflussung
der Rollendurchbiegung müssen eine Vielzahl an Einflußgrößen berücksichtigt werden.
Diese Einflußgrößen gehen als Stellgröße innerhalb von Regelkreisen ein. Figur 12
gibt eine Übersicht über die Einflußgrößen.
[0055] Auswirkungen haben zum einen die Bandkontur, die Bandtemperaturverteilung, die Banddicke
und -breite, die Bandzugspannungsverteilung sowie deren Niveau, die Treibrollensteifigkeit
und deren Kraft und Form (thermischer Crown, Schliff, Verschleiß) sowie die Bandmaterialeigenschaften
in Abhängigkeit von Umformgeschwindigkeit und Temperatur.
[0056] Hinzu kommen zum einen das elastische, das thermische sowie das Verschleißverhalten
der Streckrichter-Arbeitsrollen. In das Streckrichtermodell werden zudem Daten über
die Planheitsänderung beim Abkühlen der Coils sowie Informationen aus gemessenen Kaltplanheitsauswertungen
aufgenommen.
[0057] Bei der Ausführungsform mit einer Zugmeßrolle zur Messung der Planheit nach Anspruch
14 geht ebenfalls als Stellgröße die gemessene Warmplanheit hinter der Streckrichterzone
mit in das Streckrichtermodell ein.
[0058] Nach Eingang dieser Parameter ist es möglich, eine optimale Anstellposition (Eintauchtiefe)
sowie einen optimalen Anpressdruck der Streckrichter-Arbeitsrollen des ersten und
zweiten Typs zu ermitteln und einzustellen. Weiterhin können aus der Berechnung die
Menge des Kühlwassers über der Bandbreite zur Bandzonenkühlung ermittelt werden. Zudem
ist eine Aktivierung der mechanischen Stellglieder zur Beeinflussung der Streckrollendurchbiegung
möglich.
[0059] Beispiele der mechanischen Stellglieder sind Rollenbiegung, anstellbare Stützrollen
oder aufblasbare Rollen. Als beeinflußbare Stellgröße ist ebenfalls das Bandzugniveau
vorgesehen, das über der Bandlänge unterschiedlich sein kann. Hierbei ist vorgesehen,
daß die Stellglieder der Streckrichterrollen und somit das Zugniveau über der Bandlänge
unterschiedlich einstellbar ist. Das heißt, es werden für die einzelnen Stellglieder
verschieden Sollwerte vorgegeben.
[0060] Die aufgenommenen Werte können ebenfalls als Größe zur Regelung der der Fertigstraße
nachgeschalteten Kühlvorrichtung genutzt werden, um beispielsweise die Temperaturverteilung
über der Bandbreite schon durch eine angepaßte Kühlung zu vergleichmäßigen. Hierbei
sind verschiedene Kühlmuster einstellbar, wie sie beispielsweise aus den Patentschriften
DE 32 30 866 oder EP 0 449 003 B1 bekannt sind. Hintergrund ist die Berücksichtigung,
daß das Band am Rand schneller abkühlt als in der Mitte. Eine verminderte Kühlung
der Ränder - dies wird beispielsweise erreicht durch Inaktivierung der Randspritzdüsen
eines Kühlbalkens - kompensiert diese unterschiedlichen Wärmevorgänge über der Bandbreite
und schafft ein Band mit gleichmäßigerer Temperaturverteilung.
[0061] Figur 13 zeigt eine zweite Alternative einer Vorrichtung zur Ausführung des vorgeschlagenen
Verfahrens, wobei die Streckrichterzone allein durch die obere 3 und untere 4 Treibrolle
gebildet wird. Nachdem der Haspel den Bandkopf gefaßt hat (Figur 13 a), wird die obere
Treibrolle 3 nach unten, seitlich entlang der unteren Treibrolle 4 verschwenkt (Figur
13 b, c). Die Treibrollen 3, 4 haben in dieser Position die Funktion zweier Streckrichter-Arbeitsrollen.
Bei dieser Ausführungsform befindet sich die Streckrichterzone hinter der (ursprünglichen)
Stellung der Treibrollen. Dabei kann wahlweise ein Spalt 14 zwischen der unteren 4
und der oberen Treibrolle 3 im heruntergefahrenen Zustand eingestellt werden (Figur
13 c).
[0062] Schließlich ist eine Ausführungsform möglich, bei der die Streckrichterzone 6 durch
eine Rolle 15 des Rollgangs sowie die untere Treibrolle 4 des Treibers 2 ausgebildet
ist (Figur 14). Die Rolle 16 wird zur Erzeugung des Biegeeffektes unter die Passline
geschwenkt.
[0063] Figur 15 zeigt schematisch eine vorteilhafte Anordnung der Streckrichterrollen kurz
vor dem Ausfädeln des Bandendes aus der Fertigstraße. Hierbei wird die Streckrichterrolle
7, hier beispielhaft des ersten Typs, gegen eine darunter angeordnete Rolle 17 gedrückt,
um den notwendigen Rückzug aufrechtzuerhalten. Falls keine Rolle 17 vorgesehen ist,
wird eine größere Eintauchtiefe bzw. ein größerer Biegebetrag für die Streckrichterrolle
gewählt, um den Biegestreckricht-Prozeß beim Ausfädeln des Bandendes aufrechtzuerhalten.
[0064] Das vorgeschlagene Verfahren und die Vorrichtung können allgemein bei der Herstellung
von Metallen Einsatz finden. Insbesondere ist die Bearbeitung von Stählen und Aluminium
vorgesehen.
1. Verfahren zum Umformen von Metallband in einer Warmbandwalzanlage, wobei das Metallband
nach Durchlaufen einer Fertigstraße und einer Kühlstrecke über einen Treiber, der
aus einer oberen und unteren Treiberrolle besteht, einer Haspel zugeführt wird,
wobei das Bandmaterial (1) in einem Bereich zwischen dem Ende der Kühlstrecke und
Haspel alternierend über und unter mindestens zwei hintereinander angeordnete Streckrichter-Arbeitsrollen
(7, 8) unter Ausbildung einer Streckrichterzone (6) geführt wird und wobei die Streckrichter-Arbeitsrollen
(7, 8) so zueinander versetzt angeordnet sind, daß das Metallband an jeder Streckrichter-Arbeitsrolle
(7, 8) umgelenkt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Band mittels der Anordnung von Streckrichter-Arbeitsrollen (7,8) hinter dem Treiber
(2) einem Streckprozess zwischen Treiber (2) und Haspel (5) unterworfen wird.
2. Anlage zum Umformen von Metallband, bestehend aus einer Walzstraße mit nachfolgender
Kühlstrecke, Treiber und Haspel zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich zwischen dem Treiber (2) und der Haspel (5) zwei Streckrichter-Arbeitsrollen
eines gemeinsamen Typs vorgesehen sind.
3. Anlage nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils zwei Streckrichter-Arbeitsrollen eines Typs in Kombination mit einer Streckrichterrolle
eines anderen Typs zum Einsatz kommen.
4. Anlage nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils zwei Streckrichter-Arbeitsrollen eines Typs in Kombination mit einer zusätzlichen
Streckrichter-Arbeistrolle des gleichen Typs zum Einsatz kommen.
5. Anlage nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Streckrichter-Arbeitsrollen (7) eines ersten Typs zylindrisch sind.
6. Anlage nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Streckrichter-Arbeitsrolle eines zweiten Typs (8) einen negativen oder positiven
Rollencrown (8a) aufweist.
7. Anlage nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Streckrichter-Arbeitsrolle des zweiten Typs (8b) sich aus zwei voneinander getrennten,
fest gelagerten oder auf einer Welle (10) pendelnd gelagerten Streckrollenkörpern
(9) zusammensetzt, die jeweils bandkantenorientiert verschiebbar sind.
8. Anlage nach den Ansprüchen 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die untere Rolle des Treibers (3) als eine Streckrichter-Arbeitsrolle des ersten
Typs (7) genutzt wird.
9. Anlage nach einem der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Streckrichter-Arbeitsrollen (7, 8) selbständig antreibbar sind.
10. Anlage nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Streckrichter-Arbeitsrollen (7, 8) des ersten und zweiten Typs mit mechanischen
Stellgliedern wie Rollenbiegung, anstellbaren Stützrollen, aufblasbaren Rollen, versehen
sind.
11. Anlage nach einem der Ansprüche 2 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Streckrichterzone (6) eine Bandzonenkühlung (9a), insbesondere eine Wasserkühlung,
vorgesehen ist.
12. Anlage nach einem der Ansprüche 2 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Vorrichtung (9b) zum Aufbringen eines Gleitmittels auf das Band vorgesehen ist.
13. Anlage zum Umformen von Metallband, bestehend aus einer Walzstraße mit nachfolgernder
Kühlstrecke, Treiber und Haspel zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die obere und untere Rolle des Treibers (3, 4) durch Verschwenken der oberen Treibrolle
seitlich nach unten die Funktion von Streckrichter-Arbeitsrollen übernehmen.
14. Anlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß, in Bandlaufrichtung gesehen,, nach der Streckrichterzone (6) eine Planheitsmeßrolle
angeordnet ist.
15. Anlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Streckrichterrolle (7, 8) als segmentierte Zugmeßrolle ausgebildet ist.
16. Anlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß, in Bandlaufrichtung gesehen, vor der Streckrichterzone mindestens eine Treibervorrichtung,
bestehend aus zwei Rollen, zur Zugspannungserhöhung vorgesehen ist.
17. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mittels eines ersten Regelkreises die Anstellung der Streckrichterrollen zueinander
und zum Band in Abhängigkeit von den Bandeigenschaften und/oder von den Eigenschaften
der Treib- bzw. Streckrichterarbeitsrollen geregelt wird.
18. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mittels eines zweiten Regelkreises die Einstellungen der Kühlstrecke in Abhängigkeit
von den Bandeigenschaften und/oder von den Eigenschaften der Treib- bzw. Streckrichterarbeitsrollen
geregelt werden.
19. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mittels eines dritten Regelkreises die mechanischen Stellglieder der Streckrichter-Arbeitsrollen
in Abhängigkeit von den Bandeigenschaften geregelt werden.
20. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mittels eines vierten Regelkreises das Bandzugniveau in Abhängigkeit von den Bandeigenschaften
und/oder von den Eigenschaften der Treib- bzw. Streckrichterarbeitsrollen geregelt
wird.
21. Verfahren nach den Ansprüchen 17 bis 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß der erste und/oder der zweite und/oder der dritte und/oder der vierte Regelkreis
miteinander gekoppelt sind und auf gemeinsame Sollwerte zurückgreifen.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Bandeigenschaften die Bandkontur, die Bandtemperatur, die Banddicke und -breite,
die Bandzugspannungsverteilung und/oder die Planheitseigenschaften des Bandes nach
Durchlauf der Streckrichterzone eingehen.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Eigenschaften der Treib- bzw. Streckrichterarbeitsrollen die Treibrollensteifigkeit,
die -kraft und -form und/oder das thermische und/oder Verschleißverhalten der Streckrichterrollen
eingehen.
1. Method of reshaping metal strip in a hot strip rolling plant, wherein the rolling
strip after running through a finishing train and a cooling path is fed by way of
a driver, which consists of an upper and a lower driver roller, to a coiling device,
wherein the strip material (1) in a region between the end of the cooling path and
the coiling device is led in alternation above and below at least two stretch-levelling
working rollers (7, 8), which are arranged one after the other, with formation of
a stretch-levelling zone (6) and wherein the stretch-levelling working rollers (7,
8) are so arranged offset relative to one another that the metal strip is deflected
at each stretch-levelling working roller (7, 8), characterised in that the strip is subjected to a stretching process between driver (2) and coiling device
(5) by means of the arrangement of stretch-levelling working rollers (7, 8) behind
the driver (2).
2. Plant for reshaping metal strip, consisting of a rolling train with downstream cooling
path, driver and coiling device for carrying out the method according to claim 1,
characterised in that two stretch-levelling working rollers of a common type are provided in the region
between the driver (2) and the coiling device (5).
3. Plant according to claim 2, characterised in that in each instance two stretch-levelling working rollers of one type are used in combination
with a stretch-levelling roller of another type.
4. Plant according to claim 2, characterised in that in each instance two stretch-levelling working rollers of one type are used in common
with an additional stretch-levelling working roller of the same type.
5. Plant according to one of claims 2 to 4, characterised in that the stretch-levelling working rollers (7) of a first type are cylindrical.
6. Plant according to one of claims 2 to 4, characterised in that the stretch-levelling working roller of a second type (8) has a negative or positive
roller crown (8a).
7. Plant according to claim 6, characterised in that the stretch-levelling working roller of the second type (8b) is composed of two stretching
roller bodies (9) which are separated from one another and fixedly mounted or are
mounted on a shaft (10) to be oscillating, the stretch roller bodies each being displaceable
oriented with respect to the strip edge.
8. Plant according to claims 2 to 7, characterised in that the lower roller of the driver (3) is used as a stretch-levelling roller of the first
type (7).
9. Plant according to one of claims 2 to 8, characterised in that the stretch-levelling working rollers (7, 8) are independently drivable.
10. Plant according to one of claims 2 to 9, characterised in that the stretch-levelling working rollers (7, 8) of the first and second type are provided
with mechanical setting elements such as roller bending means, adjustable backing
rollers and inflatable rollers.
11. Plant according to one of claims 2 to 10, characterised in that a strip zone cooling (9a), particularly a water cooling, is provided in the stretch-levelling
zone (6).
12. Plant according to one of claims 2 to 10, characterised in that a device (9b) is provided for application of a lubricant to the strip.
13. Plant for reshaping metal strip, consisting of a rolling train with downstream cooling
path, driver and cooling device for carrying out the method according to claim 1,
characterised in that the upper and lower rollers of the driver (3, 4) take over the function of stretch-levelling
working rollers by pivotation of the upper drive roller laterally downwardly.
14. Plant according to one of the preceding claims, characterised in that a planarity measuring roller is arranged after the stretch-levelling zone (6) as
seen in strip running direction.
15. Plant according to one of the preceding claims, characterised in that one stretch-levelling roller (7, 8) is constructed as a segmented tension measuring
roller.
16. Plant according to one of the preceding claims, characterised in that at least one driver device, which consists of two rollers, for increase in tension
stress is provided in front of the stretch-levelling zone as seen in strip running
direction.
17. Method according to claim 1, characterised in that the adjustment of the stretch-levelling rollers relative to one another and to the
strip is regulated in dependence on the strip characteristics and/or on the characteristics
of the drive rollers or stretch-levelling working rollers by means of a first regulating
circuit.
18. Method according to claim 1, characterised in that the settings of the cooling path are regulated in dependence on the strip characteristics
and/or on the characteristics of the drive rollers or stretch-levelling working rollers
by means of a second regulating circuit.
19. Method according to claim 1, characterised in that the mechanical setting elements of the stretch-levelling working rollers are regulated
in dependence on the strip characteristics by means of a third regulating circuit.
20. Method according to claim 1, characterised in that the level of strip tension is regulated in dependence on the strip characteristics
and/or on the characteristics of the drive rollers or stretch-levelling working rollers
by means of a fourth regulating circuit.
21. Method according to claims 17 to 20, characterised in that the first and/or the second and/or the third and/or the fourth regulating circuits
are coupled together and refer back to common target values.
22. Method according to one of claims 17 to 20, characterised in that the strip contour, the strip temperature, the strip thickness and width, the strip
tension stress distribution and/or the planarity characteristics of the strip after
running through the stretch-levelling zone come into play as strip characteristics.
23. Method according to one of claims 17 to 20, characterised in that the drive roller stiffness, force and shape and/or the thermal and/or wear properties
of the stretch-levelling rollers come into play as characteristics of the drive rollers
or stretch-levelling working rollers.
1. Procédé de dressage d'une bande métallique dans une installation de laminage à chaud,
la bande métallique étant amenée à une enrouleuse, après avoir traversé une ligne
de fabrication et une ligne de refroidissement via un entraîneur constitué par un
rouleau entraîneur supérieur et par un rouleau entraîneur inférieur,
le matériau de bande (1) étant mené, dans une zone entre l'extrémité de la ligne de
refroidissement et l'enrouleuse, en alternance au-dessus et au-dessous d'au moins
deux rouleaux de travail (7, 8) de dressage-étirage agencés l'un derrière l'autre,
en formant une zone (6) de dressage-étirage, et les rouleaux de travail (7, 8) de
dressage-étirage étant agencés décalés l'un par rapport à l'autre de telle sorte que
la bande métallique est renvoyée au niveau de chaque rouleau de travail (7, 8) de
dressage-étirage,
caractérisé en ce qu'au moyen de l'agencement de rouleaux de travail (7, 8) de dressage-étirage en arrière
de l'entraîneur (2), la bande est soumise à un processus d'étirage entre l'entraîneur
(2) et l'enrouleuse (5).
2. Installation de dressage d'une bande métallique, constituée par un train de laminoir
comportant successivement une ligne de refroidissement, un entraîneur et une enrouleuse,
pour mettre en oeuvre le procédé de la revendication 1,
caractérisée en ce que dans la zone entre l'entraîneur (2) et l'enrouleuse (5), il est prévu deux rouleaux
de travail de dressage-étirage de type commun.
3. Installation selon la revendication 2, caractérisée en ce que deux rouleaux de travail de dressage-étirage respectifs d'un même type sont utilisés
en combinaison avec un rouleau de dressage-étirage d'un autre type.
4. Installation selon la revendication 2, caractérisée en ce que deux rouleaux de travail de dressage-étirage respectifs d'un même type sont utilisés
en combinaison avec un rouleau de travail de dressage-étirage supplémentaire du même
type.
5. Installation selon l'une des revendications 2 à 4, caractérisée en ce que les rouleaux de travail (7) de dressage-étirage du premier type sont cylindriques.
6. Installation selon l'une des revendications 2 à 4, caractérisée en ce que le rouleau de travail de dressage-étirage d'un deuxième type (8) présente une courbure
de rouleau (8a) négative ou positive.
7. Installation selon la revendication 6, caractérisée en ce que le rouleau de travail de dressage-étirage du deuxième type (8b) se compose de deux
corps de rouleau d'étirage (9) séparés l'un de l'autre, montés de façon fixe ou de
façon pendulaire sur un arbre (10), qui sont mobiles chacun en étant orienté par rapport
à l'arête de la bande.
8. Installation selon l'une des revendications 2 à 7, caractérisée en ce que le rouleau inférieur de l'entraîneur (3) est utilisé comme rouleau de travail de
dressage-étirage du premier type (7).
9. Installation selon l'une des revendications 2 à 8, caractérisée en ce que les rouleaux de travail (7, 8) de dressage-étirage sont susceptibles d'être entraînés
de façon autonome.
10. Installation selon l'une des revendications 2 à 9, caractérisée en ce que les rouleaux de travail (7, 8) de dressage-étirage du premier et du deuxième type
sont pourvus d'organes de positionnement mécaniques, tels que des rouleaux à flexion,
des rouleaux d'appui ajustables, des rouleaux gonflables.
11. Installation selon l'une des revendications 2 à 10, caractérisée en ce qu'il est prévu, dans la zone (6) de dressage-étirage, un refroidissement de zone de
bande (9a), en particulier un refroidissement à eau.
12. Installation selon l'une des revendications 2 à 10, caractérisée en ce qu'il est prévu un dispositif (9b) pour déposer un agent lubrifiant sur la bande.
13. Installation de dressage d'une bande métallique, constituée par un train de laminoir
comprenant successivement une ligne de refroidissement, un entraîneur et une enrouleuse
pour mettre en oeuvre le procédé selon la revendication 1, caractérisée en ce que le rouleau supérieur et le rouleau inférieur de l'entraîneur (3, 4) remplissent la
fonction de rouleaux de travail de dressage-étirage, par pivotement du rouleau entraîneur
supérieur latéralement vers le bas.
14. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que, vu en direction de circulation de la bande, après la zone (6) de dressage-étirage,
il est prévu un rouleau de mesure de planéité.
15. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'un rouleau (7, 8) de dressage-étirage est réalisé sous forme de rouleau segmenté de
mesure de traction.
16. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que, vue en direction de circulation de la bande, en avant de la zone de dressage-étirage,
il est prévu au moins un dispositif entraîneur constitué par deux rouleaux pour augmenter
la tension de traction.
17. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moyen d'un premier circuit de régulation, on régule le rapprochement des rouleaux
de dressage-étirage l'un par rapport à l'autre et par rapport à la bande en fonction
des propriétés de la bande et/ou des propriétés des rouleaux de travail entraîneurs
ou de dressage-étirage.
18. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moyen d'un deuxième circuit de régulation, on régule les réglages de la ligne de
refroidissement en fonction des propriétés de la bande et/ou des propriétés des rouleaux
de travail entraîneurs ou de dressage-étirage.
19. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moyen d'un troisième circuit de régulation, on régule les organes de positionnement
mécaniques des rouleaux de travail de dressage-étirage en fonction des propriétés
de la bande.
20. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moyen d'un quatrième circuit de régulation, on régule le niveau de traction de
la bande en fonction des propriétés de la bande et/ou des propriétés des rouleaux
de travail entraîneurs ou de dressage-étirage.
21. Procédé selon l'une des revendications 17 à 20, caractérisé en ce que le premier et/ou le deuxième et/ou le troisième et/ou le quatrième circuit de régulation
sont couplés entre eux et ont recours à des valeurs de consigne communes.
22. Procédé selon l'une des revendications 17 à 20, caractérisé en ce que l'on considère comme propriétés de la bande le contour de la bande, la température
de la bande, l'épaisseur et la largeur de la bande, la répartition de la tension de
traction de la bande et/ou les propriétés de planéité de la bande après avoir traversé
la zone de dressage-étirage.
23. Procédé selon l'une des revendications 17 à 20, caractérisé en ce que l'on considère comme propriétés des rouleaux de travail entraîneurs ou de dressage-étirage
la rigidité, la force et la forme des rouleaux entraîneurs et/ou le comportement thermique
et/ou le comportement d'usure des rouleaux de dressage-étirage.