[0001] Die Erfindung betrifft einen Stufenschalter nach dem Reaktorschaltprinzip zur unterbrechungslosen
Lastumschaltung gemäß dem Oberbegriff des ersten Patentanspruches.
[0002] Ein solcher Stufenschalter wird in Verbindung mit einem Leistungstransformator zur
unterbrechungslosen Umschaltung zwischen verschiedenen Wicklungsanzapfungen dieses
Transformators benutzt und dient damit zur unterbrechungslosen Spannungsregelung.
Dabei sind Umschaltimpedanzen vorgesehen, die während der langsamen Umschaltung von
einer Wicklungsanzapfung zur nächsten einen Stufenkurzschluß vermeiden und für die
Dauerbelastung bemessen sind.
[0003] Ein solcher Stufenschalter ist aus der Firmenschrift "Load Tap Changer Type RMV II"
der Firma Reinhausen Manufacturing, Humboldt, USA, Impressum RM 05/91 - 1094/5000,
bereits bekannt.
Bei diesem bekannten Stufenschalter dienen Vakuumschaltzellen zur Lastumschaltung.
[0004] In der Fig. 3 ist die typische Sequenz eines solchen bekannten gattungsgemäßen Stufenschalters
bei der Umschaltung von einer Stufe A auf eine benachbarte Stufe B für eine Phase
dargestellt.
N und n+1 sind dabei benachbarte Anzapfungen der Stufenwicklung des Transformators.
P1 und P2 sind die bei der Umschaltung zu betätigenden beweglichen Wählerkontakte,
R1 und R2 sind die bereits erläuterten Umschaltimpedanzen. Zwischen die beiden Zweige
ist eine Vakuumschaltzelle V geschaltet, und die entsprechende Verbindung zur Lastableitung
L wird durch einen By-pass-Schalter B hergestellt.
[0005] Der By-pass-Schalter B kann dabei - je nach Stellung - jeden der beiden beweglichen
Wählerkontakte P1, P2, sowohl einzeln als auch gemeinsam mit der Lastableitung L verbinden.
[0006] Er verfügt dazu über zwei feste By-pass-Kontakte und zwei bewegliche By-pass-Kontakte.
Die beweglichen By-pass-Kontakte sind gelenkig miteinander sowie mit der Lastableitung
L verbunden.
Jeder der beiden festen By-pass-Kontakte steht mit einem der beweglichen Wählerkontakte
R1, R2 an jeweils deren der Vakuumschaltzelle zugewandten Seite elektrisch in Verbindung.
Im stationären Zustand überbrückt der By-pass-Schalter die beiden festen By-pass-Kontakte
und verbindet sie gemeinsam mit der Lastableitung L.
Zu Beginn einer Lastumschaltung wird diese Verbindung zwischen den beiden festen By-pass-Kontakten
und damit den beweglichen Wählerkontakten unterbrochen, bei der in Fig. 3 dargestellten
Schaltsequenz verbindet der By-pass-Schalter lediglich den auf der ursprünglichen
Wicklungsanzapfung n verbleibenden beweglichen Wählerkontakt P1 mit der Lastableitung
L. Danach öffnet die Vakuumschaltzelle V, anschließend erreicht der beweglichen Wählerkontakt
P2 die neue Wicklungsanzapfung n+1, die Vakuumschaltzelle V schließt wieder, schließlich
nimmt der By-pass-Schalter B wieder seine Ausgangsstellung, d.h. seine stationäre
Stellung, ein.
Der vorstehend erläuterte bekannte By-pass-Schalter mit seinen beiden festen und seinen
miteinander mechanisch als auch elektrisch in Verbindung stehenden beweglichen By-pass-Kontakten
ist auch in der DE-PS 40 11 019 ausführlich erläutert.
[0007] Dieser bekannte By-pass-Schalter weist jedoch mehrere Nachteile auf.
Der gelenkige Mechanismus, mit dem die beiden beweglichen By-pass-Kontakte sowohl
elektrisch leitend als auch mechanisch in Verbindung stehen und der deren gekoppelte
Bewegung gestattet, ist kompliziert und aufwendig in der Herstellung.
Das gleiche gilt für die aus einzelnen Lamellen bestehenden festen By-pass-Kontakte,
die in einem Rahmen gehalten sind.
Ist eine hohe Stromtragfähigkeit erforderlich, ergeben sich zudem sehr große (feste
und auch bewegliche) By-pass-Kontakte, was ebenfalls unerwünscht ist.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, einen weiterentwickelten gattungsgemäßen Stufenschalter
mit einem By-pass-Schalter anzugeben, der einfach aufgebaut ist, aus nur wenig Einzelteilen
besteht, zudem einfach betätigbar ist und eine hohe Stromtragfähigkeit bei kleinen
Abmessungen aufweist.
[0009] Diese Aufgabe wird durch einen Stufenschalter mit einem By-pass-Schalter mit den
Merkmalen des kennzeichnenden Teiles des Patentanspruches gelöst.
[0010] Erfindungsgemäß bewegen sich die beiden, mechanisch miteinander starr gekoppelten,
beweglichen By-pass-Kontakte bei jeder Schaltbewegung gemeinsam. Dies hat den weiteren
Vorteil einer gleichzeitigen Selbstreinigung der Kontaktflächen beider beweglicher
By-pass-Kontakte von etwaigen Fremdschichten.
[0011] Die Erfindung soll nachfolgend an Hand von Zeichnungen beispielhaft noch näher erläutert
werden.
Es zeigen:
Fig. 1 einen By-pass-Schalter für eine Phase eines erfindungsgemäßen Stufenschalters
im stationären (Ruhe-) Zustand, in dem die beiden beweglichen By-pass-Kontakte die
beiden festen By-pass-Kontakte überbrücken und gemeinsam mit einer Lastableitung verbinden.
Fig. 2 diesen By-pass-Schalter für eine Phase während einer Umschaltung des Stufenschalters
zu dem Zeitpunkt, wenn beide bewegliche By-pass-Kontakte gemeinsam nur auf einem einzigen
festen By-pass-Kontakt aufliegen und nur diesen mit der Lastableitung verbinden.
Fig. 3 eine bekannte Umschaltsequenz eines gattungsgemäßen Stufenschalters von einer
ersten Betriebsstellung n auf eine zweite Betriebsstellung n+1.
[0012] Der Stufenschalter weist zur Betätigung des By-pass-Schalters eine Schaltwelle 1
auf, die mit dem Antrieb, in aller Regel dem Motorantrieb, des Stufenschalters in
Verbindung steht. Über ein nicht dargestelltes Steuergetriebe ist sichergestellt,
daß alle Kontakte bei einer Umschaltung in der vorgesehenen Sequenz, die in Fig. 3
dargestellt ist, betätigt werden.
Die die By-pass-Schalter aller drei Phasen betätigende Welle 1 vollführt dabei bei
jeder Lastumschaltung - abhängig von der Schaltrichtung - eine Drehbewegung um einen
bestimmten Winkel und anschließend wieder zurück in die Ausgangslage.
Auf der Welle 1 ist für jede zu schaltende Phase ein Kontaktträger 2 angeordnet, der
zwei bewegliche By-pass-Kontakte 2.1, 2.2 trägt. Diese sind in ihrer relativen Lage
zueinander unveränderlich auf dem Kontaktträger 2 fixiert, derart, daß sie bei dessen
Verschwenken auch gemeinsam bewegt werden.
[0013] Damit korrespondierend sind, auf hier nicht näher dargestellten Isolierplatten befestigt,
die festen By-pass-Kontakte 3.1 und 3.2. angeordnet. Diese sind auf einer konzentrischen
Kreisbahn um die Welle 1 herum sich erstreckend segmentartig ausgebildet, so daß sie
von den äußeren Kontaktenden der beweglichen By-pass-Kontakte 2.1, 2.2 bei deren Drehung
überstrichen werden.
Ihre Längenausdehnung a als auch der Abstand b zwischen ihnen ist dabei so bemessen,
daß sie sowohl von beiden beweglichen By-pass-Kontakten überbrückt werden können als
auch beide bewegliche By-pass-Kontakte auf jedem der beiden festen By-pass-Kontakte
gemeinsam aufliegen können.
Bezeichnet man den Abstand der beiden beweglichen By-pass-Kontakte voneinander im
Bereich des Teilkreises, in dem sich die festen By-pass-Kontakte befinden, mit c,
so ergibt sich, daß die beschriebene Dimensionierung derart ist, daß a größer c und
b kleiner c ist.
Die Lastableitung wird von einem elektrisch leitenden konzentrischen Schleifring 4
gebildet, auf dem beide bewegliche By-pass-Kontakte 2.1, 2.2 mit jeweils ihren inneren
Kontaktenden schleifen.
Nach einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind die beweglichen
By-pass-Kontakte 2.1, 2.2 jeweils senkrecht zur Bewegungsrichtung symmetrisch ausgebildet,
d.h. äußeres und inneres Kontaktende sind identisch.
Die beiden beweglichen By-pass-Kontakte 2.1, 2.2 sind vorteilhafterweise auf dem Kontaktträger
2 verschraubt, so daß sie auf einfache Weise ausgetauscht oder bei besonderen Anforderungen
auch gegen breitere oder aus anderem Material gefertigte Kontakte ausgetauscht werden
können. Dies ist alles ohne weiteres möglich, einzige Voraussetzung ist lediglich
das Einhalten der oben beschriebenen Relationen zwischen den Abmaßen a, b und c.
1. Stufenschalter nach dem Reaktorschaltprinzip zur unterbrechungslosen Lastumschaltung
zwischen unterschiedlichen Wicklungsanzapfungen (n, n+1) eines Transformators mit
zwei beweglichen Wählerkontakten (P1, P2) und einem By-pass-Schalter (B),
wobei der By-pass-Schalter (B) zwei feste (3.1, 3.2) und zwei bewegliche By-pass-Kontakte
(2.1, 2.2) aufweist,
wobei weiterhin jeder der festen By-pass-Kontakte (3.1, 3.2) mit einem der beweglichen
Wählerkontakte (P1, P2) elektrisch in Verbindung steht,
wobei weiterhin die beiden beweglichen By-pass-Kontakte (2.1, 2.2) derart ausgestaltet
und betätigbar sind, dass wahlweise beide festen By-pass-Kontakte (3.1, 3.2) überbrückt
und gemeinsam mit einer Lastableitung (L) elektrisch verbunden sind oder jeder der
beiden festen By-pass-Kontakte (3.1 oder 3.2) allein mit der Lastableitung (L) elektrisch
verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein von einer Welle (1) drehbarer Kontaktträger (2) vorgesehen ist, auf dem die beiden
beweglichen By-pass-Kontakte (2.1, 2.2) in einem gewissen Abstand (c) voneinander
und miteinander elektrisch in Verbindung stehend fixiert sind, derart, dass die beiden
beweglichen By-pass-Kontakte (2.1, 2.2) beim Verschwenken des Kontaktträgers (2) gemeinsam
betätigt werden,
dass die beiden festen By-pass-Kontakte (3.1, 3.2) auf einer konzentrischen Kreisbahn
herum sich segmentartig erstreckend angeordnet sind, derart, dass sie von den beweglichen
By-pass-Kontakten (2.1, 2.2) bei deren Betätigung überstrischen werden,
dass die Längsausdehnung (a) der einzelnen festen By-pass-Kontakte (3.1, 3.2) größer ist
als der Abstand (c) zwischen den beweglichen By-pass-Kontakten (2.1, 2.2),
dass der Abstand (b) zwischen den einzelnen festen By-pass-Kontakten (3.1, 3.2) kleiner
ist als der Abstand (c) zwischen den beweglichen By-pass-Kontakten (2.1, 2.2),
dass die Lastableitung (L) durch einen einzigen elektrisch leitenden, mit den festen By-pass-Kontakten
konzentrisch angeordneten Schleifring (4) gebildet ist, mit dem die beiden beweglichen
By-pass-Kontakte (2.1, 2.2) mit jeweils einem Kontaktende elektrisch in Verbindung
stehen
und dass die beweglichen By-pass-Kontakte (2.1, 2.2) untereinander identisch und jeweils derart
symmetrisch ausgebildet sind, dass ihr inneres Kontaktende und ihr äußeres Kontaktende
identisch sind.
1. Tap changer according to the reactor switching principle for uninterrupted load changeover
between different winding taps (n, n+1) of a transformer with two movable selector
contacts (P1, P2) and a bypass switch (B), wherein the bypass switch (B) has two fixed
(3.1, 3.2) and two movable (2.1, 2.2) bypass contacts, wherein in addition each of
the fixed bypass contacts (3.1, 3.2) is disposed in electrical connection with one
of the movable selector contacts (P1, P2), wherein in addition the two movable bypass
contacts (2.1, 2.2) are constructed and actuable in such a manner that selectably
the two fixed bypass contacts (3.1, 3.2) are bridged over and electrically connected
in common with a load shunt (L) or each of the two fixed bypass contacts (3.1 or 3.2)
is electrically connected by itself with the load shunt (L), characterised in that a contact carrier (2) rotatable by a shaft (1) is provided, on which contact carrier
the two movable bypass contacts (2.1, 2.2) are fixed at a specific spacing (c) from,
and in electrical connection with, one another in such a manner that the two movable
bypass contacts (2.1, 2.2) are actuated in common on pivotation of the contact carrier
(2), that the two fixed bypass contacts (3.1, 3.2) are arranged to extend around in
segment-like manner on a concentric circular path in such a manner that they are scanned
by the movable bypass contacts (2.1, 2.2) on actuation thereof, that the longitudinal
extent (a) of the individual fixed bypass contacts (3.1, 3.2) is greater than the
spacing (c) between the movable bypass contacts (2.1, 2.2), that the spacing (b) between
the individual fixed bypass contacts (3.1, 3.2) is smaller than the spacing (c) between
the movable bypass contacts (2.1, 2.2), that the load shunt (L) is formed by a single
electrically conductive slip ring (4), which is arranged concentrically with the fixed
bypass contacts and with which the two movable bypass contacts (2.1, 2.2) are disposed
in electrical connection in each instance by one contact end and that the movable
bypass contacts (2.1, 2.2) are constructed to be identical with one another and in
each instance symmetrical in such a manner that their inner contact end and their
outer contact end are identical.
1. Commutateur à gradins selon le principe de commutation de réacteur pour la commutation
de charge sans interruption entre différentes prises d'enroulements (n, n+1) d'un
transformateur avec deux contacts de sélecteur mobiles (P1, P2) et un commutateur
de dérivation (B),
le commutateur de dérivation (B) présentant deux contacts de dérivation fixes (3.1,
3.2) et deux contacts de dérivation mobiles (2.1, 2.2),
chacun des contacts de dérivation fixes (3.1, 3.2) étant par ailleurs relié électriquement
à l'un des contacts de sélecteur mobiles (P1, P2),
les deux contacts de dérivation mobiles (2.1, 2.2) étant en outre configurés et actionnés
de manière que soit les deux contacts de dérivation fixes (3.1, 3.2) soient pontés
et reliés ensemble électriquement à une conduite de décharge (L), ou bien que chacun
des deux contacts de dérivation fixes (3.1 ou 3.2) soit relié seul électriquement
à la conduite de décharge (L),
caractérisé en ce qu'
- un support de contacts (2) rotatif par un arbre (1) est prévu, sur lequel les deux
contacts de dérivation mobiles (2.1, 2.2) sont fixés à une certaine distance (c) l'un
de l'autre et reliés électriquement entre eux, de telle sorte que lors d'un pivotement
du support de contacts (2) les deux contacts de dérivation mobiles (2.1, 2.2) soient
actionnés conjointement,
- les deux contacts de dérivation fixes (3.1, 3.2) soient disposés s'étendant à la
manière de segments autour d'une trajectoire circulaire concentrique, de telle sorte
qu'ils soient balayés par les contacts de dérivation mobiles (2.1, 2.2) lors de l'actionnement
de ceux-ci,
- l'étendue longitudinale (a) des différents contacts de dérivation fixes (3.1, 3.2)
soit supérieure à la distance (c) entre les contacts de dérivation mobiles (2.1, 2.2),
- la distance (b) entre les différents contacts de dérivation fixes (3.1, 3.2) soit
inférieure à la distance (c) entre les contacts de dérivation mobiles (2.1, 2.2),
- la conduite de décharge (L) soit formée par une seule bague collectrice (4) électriquement
conductrice disposée de manière concentrique par rapport aux contacts de dérivation
fixes, à laquelle sont reliés électriquement les deux contacts de dérivation mobiles
(2.1, 2.2) par respectivement une extrémité de contact,
- les contacts de dérivation mobiles (2.1, 2.2) présentent une forme identique et
respectivement symétrique, de telle sorte que leur extrémité de contact intérieure
et leur extrémité de contact extérieure sont identiques.