[0001] Die Erfindung betrifft einen Druckgasbehälter mit einer oder mehreren Öffnungen zum
Anschluß von Meßfühlern.
[0002] Gasgemische werden am häufigsten mittels des manometrischen Verfahrens hergestellt.
Diese Verfahren wird in dem Sonderdruck 23/94 aus Berichte aus Technik und Wissenschaft
69/1993 "Prüfgase - Präzisionsgemische zum Kalibrieren von Meßgeräten" von Dr. K.
Wilde und K. Studtrucker, Firma Linde - Technische Gase, beschrieben.
[0003] Das manometrische Verfahren beruht auf der Messung der Druckänderung nach Zugabe
der einzelnen Gaskomponenten. Um die gewünschte Zusammensetzung der Gasmischung zu
erreichen, werden die Gaskomponenten nacheinander bis zu einem definierten Druck in
die Druckgasflasche gefüllt, wobei die Druckerhöhung bei einem Füllschritt wenigstens
mehrere bar beträgt. Gasgemische mit einer Komponente im Spurenbereich werden mittels
Muttergemischen hergestellt, welche in der Druckgasflasche im Überdruck vorgelegt
und mit der Hauptkomponente bis zum Endruck aufgefüllt werden. Die Druckmessung erfolgte
bisher vor der Druckgasflasche im Gasleitungsweg. Aufgrund von Druckabfällen bei Verengungen
im Gasleitungsweg, insbesondere am Gasflaschenventil, kann der gemessene Druck von
dem Druck in der Gasflasche erheblich abweichen (bei Anlegen von einem Überdruck oder
einem Unterdruck). Eine präzise Druckmessung während der Gasabfüllung ist daher nicht
mit der gewünschten Zuverlässigkeit möglich.
[0004] Aus der US 3,593,735, welche als nächstliegender Stand der Technik angesehen wird
und dem einleitenden Teil von Anspruch 1 entspricht, ist ein Verfahren zur Mischung
von Gasen bekannt, bei dem in einem Mischtank Helium und Sauerstoff gemischt werden
um ein Atemgas für einen Taucher bereitzustellen. Die Mischung erfolgt durch zwei
ineinander verlegte Spiralen, die perforierte Wände aufweisen und die von jeweils
einem der Gase durchströmt werden. Der Mischtank weist zudem Anschlüsse für Messgeräte
auf.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Voraussetzungen für eine genaue Druckmessung
beim Abfüllen von Gasen in Druckgasbehälter und bei der Herstellung von Gasgemischen
in Druckgasbehältern zu schaffen.
[0006] Gelöst wurde die Aufgabe durch einen Druckgasbehälter mit den Merkmalen von Anspruch
1.
[0007] Der Druckgasbehälter ist vorzugsweise eine Druckgasflasche, z. B. eine handelsübliche
Druckgasflasche mit 50, 40, 20, 10, 5, 2, 1 oder 0,5 Liter Flaschenvolumen, die mit
einer oder mehreren Öffnungen neben der Öffnung für das Flaschenventil versehen ist.
Die Öffnungen dienen zur Aufnahme von z. B. Ventilen, Temperaturfühlern Adaptern,
Druckaufnehmem oder Manometern.
[0008] Erfindungsgemäße Druckgasbehälter, insbesondere Druckgasflaschen und Druckdosen,
werden im folgenden als Meßbehälter bezeichnet.
[0009] Druckgasflaschen werden gewöhnlich aus Sicherheitsgründen nicht mit zusätzlichen
Öffnungen (z. B. Bohrungen) versehen. Die Modifizierung von Druckgasbehältern gemäß
der Erfindung unter Beachtung von Sicherheitsvorkehrungen bzw. Sicherheitsanforderungen
ist zu Meßzwecken vertretbar. Beispielsweise ist der Einsatz von modifizierten Druckgasflaschen
im Niederdruckbereich, d. h. bis zu 1 bar, oder im Druckbereich von 1 bis 6 bar ohne
größere Gefahr möglich. Auch im Hochdruckbereich, z. B. 10 bis 350 bar, ist der Einsatz
von modifizierten Druckgasflaschen unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen möglich.
[0010] Der Meßbehälter wird in der Anwendung (z. B. zur Druckmessung) vorteilhaft parallel
zu anderen Druckgasbehältern angeschlossen. Besonders vorteilhaft ist, wenn der Meßbehälter
aus einem Druckgasbehälter hergestellt wird, der den paralell angeschlossenen Druckgasbehältern
entspricht. Bei Gleichartigkeit der Behälter herrschen dann in dem Meßbehälter die
gleichen Bedingungen wie in den Druckgasbehältern der Gasabfüllung. Der Meßbehälter
ist problemlos in einen Abfüllstand integrierbar.
[0011] Der Meßbehälter eignet sich beispielsweise zur Messung von Druck und/oder Temperatur.
Durch mehrere Öffnungen mit Anschlüssen für Temperaturfühler, die in die Druckgasflasche
hineinreichen und z. B. entlang der Längsachse angeordnet sind, kann z. B. ein Temperaturgradient,
der bei der Gasabfüllung entstehen kann, ermittelt werden. Temperaturmeßfühler (z.
B. Thermoelemente) dienen z. B. zur Erfassung von Temperaturprofilen an oder in der
Flasche. Insbesondere kann die Gastemperatur direkt gemessen werden.
[0012] Öffnungen können auch zur Gastentnahme für Analysezwecke eingesetzt werden, z. B.
in Verbindung mit Hochdruckdosierventilen oder Absperrventilen. Anhand mehrerer Öffnungen,
z. B. entlang der Längsachse des Druckgasbehälters, kann die örtliche Gaszusammensetzung
bestimmt werden, insbesondere zur Prüfung der Homogenität von Gasgemischen oder zur
Ermittlung von Gasschichtungen bei der Gasgemischherstellung. Die Gaszusammenensetzung
kann anhand von entnommenen Gasproben oder online ermittelt werden. Analyseverfahren
sind z. B. Massenspektrometrie oder Infrarotspektroskopie, insbesondere FT-IR-Spektroskopie.
[0013] Die Öffnungen können auch zur Aufnahme von Sonden zur Untersuchung der Innenoberfläche
von Druckgasbehältern dienen (z. B. Endoskop; spektroskopische Oberflächenuntersuchungen;
Gasanalysen mittels Massenspektrometrie). Beispielsweise können Adsorptions- und Desorptionsvorgänge
zur Qualitätskontrolle erfaßt werden (z. B. Änderung der Gaszusammensetzung anhand
Massenspektrometrie).
[0014] Bevorzugt sind die Öffnungen in der Druckgasbehälterwand mit einem Gewinde versehen,
z. B. konische Gewinde wie NPT 1/16 Zoll bis NPT ¼ Zoll. 1/16 und ¼ Zoll-Gewinde können
z. B. bei mindestens 5 mm Wanddicke angebracht werden. Gewindeöffnungen sind für den
Einsatz im Hochdruckbereich besonders geeignet. Gelötete oder geschweißte Anschlüsse
werden im allgemeinen im Niederdruckbereich (z. B. bei dünnwandigen Behältern wie
Druckdosen) eingesetzt.
[0015] Der Meßbehälter ist besonders vorteilhaft einsetzbar für eine präzise Druckmessung
bei manometrischen Verfahren zur Herstellung von Gasgemischen. Insbesondere bei Gasdosierverfahren
mit Partialdruckmessung, z. B. für Drücke unterhalb von 1000 mbar, sorgt der Meßbehälter
mit Druckmeßeinrichtung für exakte und übertragbare Meßwerte für die Druckgasbehälter
bei der Gasabfüllung. Beispielsweise muß bei der direkten Herstellung von Prüfgasgemischen
mit einer Nebenkomponente im Spurenbereich muß der Partialdruck der Nebenkomponente
in den Druckgasbehältern präzise bestimmt werden.
[0016] Üblicherweise sind die Vakuummeßröhren an den Abfüllständen relativ nahe im Ansaugbereich
der Vakuumpumpen angeordnet. (Überdruckmeßgeräte befinden sich in der Regel im Abfüllrohrleitungssystem).
Hierbei wird der Druck in der Druckgasflasche nicht ausreichend genau gemessen. Dieses
Problem wird mit dem parallel zu den Füll-Druckgasflaschen angeschlossenen Meßbehälter
("Dummy-Flasche") gelöst, der bevorzugt mit einer oder mehreren gasartunabhängigen
Absolutdruckmeßröhren ausgerüstet ist und damit den realen Druck in jeder Druckgasflasche
wiedergibt. Zum Schutz der Vakuumeßröhren bei der Herstellung von Hochdruckgasgemischen
kann entweder der Meßbehälter von der Abfüll-Gasleitung abgesperrt werden oder es
kann ein Absperrventil zwischen Meßbehälter und Meßgerät angebracht werden, das geschlossen
wird, sobald der zulässige Meßdruckbereich überschritten wird. Es kann von Vorteil
sein, mehrere Meßbehälter einzusetzen, z. B. ein Meßbehälter zur Messung im Niederdruckbereich
und ein Meßbehälter im Mittel- und Hochdruckbereich.
[0017] Die überlicherweise eingesetzten Vakuummeßröhren, z. B. Thermovac, Pirani- oder Penning-Meßröhren
besitzen aufgrund des Meßprinzips eine stark gasartabhängige Druckmessung. Hinzu kommt,
daß die Druckanzeige bei diesen Meßgeräten nicht linear ist. In Verbindung mit dem
Meßbehälter werden Meßsysteme bevorzugt, die eine gasartunabhängige, absolute Druckmessung
erlauben.
[0018] Eine gasartunabhängige, absolute Druckmessung kann beispielsweise mit Druckmeßgeräten
wie Kapazitätsmanometem (z. B. Gerät mit der Bezeichnung 600 Barocel
® der Firma Edwards, USA; Meßbereiche: 0-10, 0-100, 0-1000 mbar) erfolgen. Bei diesen
Kapazitätsmanometem lenkt der Eingangsdruck eine dünne, radial im Gehäuse eingeschweißte
Membrane gegenüber einer festen Elektrode aus, dabei bilden beide Elektroden einen
Kondensator. Dies führt zu einer Kapazitätsänderung, die nach elektronischer Signalverarbeitung
über die Steuer- und Anzeigeelektronik direkt proportional zum Druck ist. Als Ausgangssignal
wird eine lineare Gleichspannung geliefert. Die Bezugselektrode befindet sich in einem
Referenz-Ultra-Hochvakuumraum, der durch chemische Getter langzeitstabil ist.
[0019] Gasartunabhängige Meßröhren zur kapazitive Messung sind für Drücke von beispielsweise
0,0001 mbar bis 1000 mbar erhältlich.
[0020] Der Meßbehälter enthält vorteilhaft einen Anschluß eine externe Evakuiermöglichkeit
zum schnelleren Kalibrieren von Vakuum-Meßröhren: Der Anschluß wird beispielsweise
seitlich an Wand einer Druckgasflasche angebracht.
[0021] Der Einsatz der Meßbehälter ist vorteilhaft bei allen manometrischen Verfahren zur
Herstellung von Gasgemischen, insbesondere bei der Druckmessung bei Verfahren zur
Herstellung von Gasgemischen in Druckgasbehältern, wo in mindestens einem Schritt
zunächst ein Druck eines Gases grob vorgegeben wird (Grobdruck) und dann ein kleinerer
präziser Druck (Feindruck) in dem Druckgasbehälter mit Hilfe eines Vakuums eingestellt
wird.
[0022] Der Feindruck liegt beispielsweise im Bereich von 0,0001 bis 1000 mbar bei 15 °C.
[0023] Der Einsatz des Meßbehälters ist besonders von Vorteil bei der Herstellung eines
Gasgemisches mit einer Hauptkomponente und einer Nebenkomponente, die in kleiner Konzentration,
z. B. im Spurenbereich, vorliegt.
[0024] Bei der Herstellung binärer Gasgemische erfolgt die Befüllung und Dosierung vorteilhaft
zuerst mit der Gaskomponente, die in dem herzustellenden Gasgemisch in der geringsten
Konzentration vorliegt (Nebenkomponente), da der erste Dosierschritt in dem Verfahren
mit der größten Genauigkeit ausgeführt werden kann.
[0025] Der gespülte, konditionierte und evakuierte Druckgasbehälter wird mit der ersten
Gaskomponente befüllt. Hier zeigt sich der Vorteil der Verwendung der ersten Gaskomponente
als Gas für das Spülen und die Konditionierung des Druckgasbehälters: der Druckgasbehälter
braucht zur ersten Dosierung nicht evakuiert zu werden. Sollte sich das Spülen mit
der ersten Gaskomponente aus wirtschaftlichen Gründen verbieten, so wäre es von Vorteil,
wenn wenigstens der Spülschritt des letzten Spülvorganges mit der ersten Gaskomponente
erfolgt. Die Befüllung mit der ersten Gaskomponente erfolgt zunächst bis zu einem
Grobdruck, der größer ist als der eigentliche Dosierdruck, durch den die Menge der
Gaskomponente bestimmt wird. Der Grobdruck liegt im allgemeinen bei einem Druck im
Bereich von 0,1 bis 10 bar, bevorzugt im Bereich von 0,1 bis 5 bar und besonders bevorzugt
im Bereich von 0,8 bis 1,5 bar, je nach einzustellendem Feindruck. Der Feindruck und
der Grobdruck sollten so weit auseinanderliegen, daß eine Dosierung mittels Vakuum
gut durchgeführt werden kann. Das ist beispielsweise gegeben, wenn der Feindruck etwa
10 Prozent unter dem Wert des Grobdruckes liegt. Besonders wenn der Feindruck unter
100 millibar, insbesondere unter 10 millibar, liegt, erfolgt die Änderung des Druckes
bei Anlegen des Vakuums langsam, so daß der gewünschte Wert des Feindruckes sehr genau
eingestellt werden kann. Bei Feindrücken über 10 millibar kann die Einstellung des
Feindruckes durch eine Drosselung (Ventil) in der Vakuumleitung erleichtert werden.
Die Dosierung von weiteren Gaskomponenten erfolgt additiv wie bei üblichen manometrischen
Verfahren durch Befüllung bis zu einem vorgegebenen Dosierdruck. Die Befüllung mit
der anteilig größten Gaskomponente (Hauptkomponente) wird vorteilhaft als letzter
Schritt durchgeführt, dabei wird diese Gaskomponente bis zu dem letzten Dosierdruck,
das ist der Fülldruck des Druckbehälters mit dem fertigen Gasgemisch, aufgefüllt.
[0026] Bei herzustellenden Gasgemischen mit mehreren Nebenkomponenten mit kleinen Partialdrücken
erlaubt der Meßbehälter aufgrund der präzisen Druckmessung auch eine direkte Gasdosierung
(additive Gasdosierung) im Vakuum (d. h. bei einem Druck unter einem bar).
[0027] Mit der Gasdosierung mittels Vakuum oder additiven Gasdosierung im Vakuum und einer
präzisen Druckbestimmung mittels des Meßbehälters ist es nunmehr möglich, kostengünstig
und unter geringem, zeitlich akzeptablem Aufwand Gasgemische, insbesondere mit einer
oder mehreren Nebenkomponenten im Konzentrationsbereich zwischen 10 ppb und 5000 ppm,
insbesondere im Bereich zwischen 10 ppb und 100 ppm, sehr exakt zudosieren.
[0028] Konditionierung und Befüllung der Druckgasbehälter mit den Gaskomponenten können
gleichzeitig mit mehreren Druckgasbehältern (z. B. 1 bis 100 Druckgasbehälter) am
Abfüllstand erfolgen. Auf die Bevorratung von Muttergemischen sowie auf aufwendige
gravimetrische Dosierungen kann verzichtet werden, so daß Gasgemische mit Gaskomponenten
geringer Konzentration direkt hergestellt werden können.
[0029] Es wird die Herstellung eines binären Gasgemisches (Gasgemisch aus Haupt- und Nebenkomponente)
im folgenden als Beispiel beschrieben.
[0030] Eine Druckgasflasche, die thermisch konditioniert und mit einem Druck bis zu 3 bar
mit einem Konservierungsgas (z. B. Stickstoffgas) befüllt wurde, wird durch Ablassen
von Gas auf einen Innendruck von etwa Atmosphärendruck gebracht. Anschließend wird
die Druckgasflasche mit einer Vakuumpumpe (z. B. ölfreie Membranpumpe) auf einen Druck
von etwa 10 millibar evakuiert. Das entspricht einer Drucksenkung um ca. 2 Zehnerpotenzen.
Die evakuierte Druckgasflasche wird mit dem Gas der einzuspeisenden Nebenkomponente
bis auf einen Druck im Bereich von 800 bis etwa 1000 millibar geflutet. Zum Spülen
der Druckgasflasche mit der Nebenkomponente wird das Evakuieren und Fluten mit dem
Gas der Nebenkomponente zweimal, dreimal oder mehrmals durchgeführt, je nach der Anforderung
an die Reinheit und je nach Zusammensetzung des Gasgemisches. Das Spülen wie auch
die nachfolgenden Schritte erfolgen bevorzugt bei Raumtemperatur (20 bis 25° C). Die
Druckgasflasche ist nun mit dem Gas der Nebenkomponente etwa bei Atmosphärendruck
gefüllt und die innere Oberfläche mit dem Gas der Nebenkomponente in ein Gleichgewicht
gebracht. Die Druckgasflasche ist damit konditioniert. Die eigentliche Dosierung der
Nebenkomponente erfolgt durch Evakuieren (Entnahme von Gas) auf den gewünschten Feindruck,
der dem Partialdruck der Nebenkomponente in dem fertigen, komprimierten Gasgemisch
entspricht. Der notwendige Druck kann theoretisch (z. B. anhand einer Gasgleichung
wie ideales Gasgesetz oder anhand eines Berechnungsmodells) oder empirisch (z. B.
anhand von Gasanalysen) ermittelt werden. Ist der Feindruck der Nebenkomponente eingestellt,
so ist die Dosierung der Nebenkomponente abgeschlossen. Auf diese Weise können Nebenkomponenten
z. B. zwischen 10
-4 und 1000 millibar sehr exakt vorgelegt werden. Die Hauptkomponente des Gasgemisches
wird nun auf den Enddruck (Fülldruck) in der Druckgasflasche, beispielsweise 200 bar,
aufgedrückt. Dies kann mittels eines Kompressors oder durch Anschluß eines Vorratsbehälters
einer Gasversorgung (Gas der Hauptkomponente) mit höherem Druck (z. B. 350 bar) erfolgen.
Das Auffüllen mit der Hauptkomponente kann auch gravimetrisch kontrolliert werden.
[0031] Beispiel für ein binäres Gasgemisch:
- 1.) Nebenkomponente: Sauerstoff, Feindruck: 10 mbar
- 2.) Hauptkomponente: Stickstoff, Dosierdruck= Fülldruck: 200 bar
- 3.) Ergebnis: Gasgemisch von 0,005 vol.-% (50 ppm) Sauerstoff in Stickstoff.
[0032] Die Figur zeigt schematisch einen Meßbehälter 1 mit Beispielen von Meßeinrichtungen
2 (2a, 2b, 2c und 2d: Temperaturfühler) und 3 (3a, 3b: Gasleitung mit Absperrventil
und Druckmeßgerät, z. B. Manometer), Gasentnahmeeinrichtung 4 und Anschlußstutzen
7. Der Meßbehälter ist parallel zu einem zweiten Druckgasbehälter 5 (oder weiteren
Druckgasbehältern) angeordnet. Die Temperaturfühler 2a bis 2d sind zum Beispiel in
einer Reihe angeordnet für die Messung des Temperaturprofils entlang der Meßpunkte.
Die Temperaturmeßpunkte können z. B. in Längsrichtung (hier vertikal) einer Druckgasflasche
oder kreisförmig (hier horizontal) angeordnet sein. Die Druckmeßeinrichtungen 3a und
3b sind vorteilhaft mit einem Absperrventil versehen. Als Druckmeßgeräte können beispielsweise
ein Kapazitätsmanometer für die Vakuummessung und ein Manometer für höhere Druckbereiche
angeschlossen sein. Die Gasentnahmestelle 4 dient zur Entnahme von Gasproben zur Analyse
oder zum on-line Anschluß von Analysegeräten (z. B. Massenspektrometer oder IR-Spektrometer).
Der Anschlußstutzen 7 dient vorzugsweise zur separaten Evakuierung des Meßbehälters
zur Kalibrierung von Vakuummeßgeräten. Meßbehälter 1 und Druckgasbehälter 5 sind über
eine Leitung mit einer Vakuumpumpe 6 (Pfeile zeigen die Richtung des Gasflusses bei
Anlegen von Vakuum) und/oder einer Gasquelle 6 (z. B. Kompressor mit Vorratsgasbehältern).
[0033] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Befüllung von Druckgasbehältern
mit Gas oder der Herstellung von Gasgemischen in Druckgasbehältern, wobei eine physikalische
oder chemische Untersuchung mittels eines Meßbehälters erfolgt.
[0034] Physikalische Untersuchungen sind z. B. Druck- oder Temperaturmessung. Chemische
Untersuchungen sind z. B. Analysen zur Ermittlung der Gaszusammensetzung, die physikalische
Methoden beinhalten können. Als chemische Untersuchungen werden auch Analysen mittels
Infrarotspektroskopie oder Massenspektrometrie angesehen.
1. Verfahren zum Befüllen mindestens eines Druckgasbehälters mit einem Gasgemisch, wobei
ein Messbehälter ausgebildet ist, der eine Ventilöffnung und neben der Ventilöffnung
eine oder mehrere Öffnungen aufweist, wobei ein Gasgemisch umfassend eine erste und
mindestens eine weitere Gaskomponente in dem mindestens einem Druckgasbehälter hergestellt
wird und die mindestens eine Öffnung zum Anschluss von Messeinrichtungen für eine
physikalische oder chemische Untersuchung dient, dadurch gekennzeichnet, dass der Messbehälter parallel zu dem mindestens einen Druckgasbehälter angeschlossen
ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die mindestens eine Öffnung zum Anschluss von einem
Sensor, Messgerät oder Analysegerät oder zur Entnahme von Proben oder zur Aufnahme
einer Sonde, und/oder zum Anschluss eines oder mehrerer Thermoelemente, ein oder mehrerer
Vakuummessgeräte oder ein oder mehrerer Druckmessgeräte, und/oder zur Befestigung
oder Positionierung von einem oder mehrerer Sensoren oder Sonden im Innenraum des
Druckgasbehälters dient.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , bei dem eine oder mehrere Nebengaskomponenten so
direkt dosiert werden, dass deren Konzentration in einem Konzentrationsbereich zwischen
10 ppb und 5000 ppm, insbesondere in einem Konzentrationsbereich zwischen 10 ppb und
100 ppm liegt.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem die Gasdosierung mittels Vakuum
oder additiv erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem eine anteilig größte Gaskomponente
zuletzt in den Druckgasbehälter gefüllt wird.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem ein Temperaturgradient oder
eine Gaszusammensetzung bestimmt oder eine Druckmessung durchgeführt oder eine Homogenität
des Gasgemisches geprüft oder eine Gasschichtung bei der Gemischherstellung ermittelt
wird.
1. Method for filling at least one compressed-gas container with a gas mixture, a measurement
vessel being formed which has a valve opening and, next to the valve opening, one
or more openings, a gas mixture being produced which comprises a first gas component
and at least one further gas component in the at least one compressed-gas container,
and the at least one opening serving for connecting measurement devices for a physical
or chemical test, characterized in that the measurement vessel is connected in parallel to the at least one compressed-gas
container.
2. Method according to Claim 1, in which the at least one opening serves for connecting
a sensor, measurement instrument or analysis instrument or for removing samples or
for accommodating a probe, and/or for connecting one or more thermal elements, one
or more vacuum measurement instruments or one or more pressure measurement instruments,
and/or for fastening or positioning one or more sensors or probes in the interior
of the compressed-gas container.
3. Method according to Claim 1 or 2, in which one or more supplementary gas components
are metered so directly that their concentration lies in a concentration range between
10 ppb and 5000 ppm, in particular in a concentration range between 10 ppb and 100
ppm.
4. Method according to one of the preceding claims, in which the gas is metered by means
of vacuum or additively.
5. Method according to one of the preceding claims, in which a gas component which is
largest in proportional terms is filled into the compressed-gas container last.
6. Method according to one of the preceding claims, in which a temperature gradient or
a gas composition is defined or a pressure measurement is carried out or a homogeneity
of the gas mixture is tested or a gas stratification during the production of the
mixture is determined.
1. Procédé pour remplir au moins un réservoir de gaz sous pression avec un mélange de
gaz, dans quel cas un réservoir jaugeur est réalisé qui a une ouverture de soupape
et outre l'ouverture de soupape, une ou une pluralité d'ouvertures, dans quel cas
un mélange de gaz comportant un premier et au moins un composant de gaz supplémentaire,
est produit dans l'au moins un réservoir de gaz sous pression et l'au moins une ouverture
sert à raccorder des dispositifs de mesure pour un examen physique ou chimique, caractérisé en ce que le réservoir jaugeur est raccordé parallèlement par rapport à l'au moins un réservoir
de gaz sous pression.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel l'au moins une ouverture sert à raccorder
un capteur, un appareil de mesure ou un appareil d'analyses ou à prélever des échantillons
ou à loger une sonde et/ou à raccorder un ou une pluralité de thermoéléments, un ou
une pluralité d'appareils de mesure du vide ou un ou une pluralité d'indicateurs de
pression, et/ou à fixer ou à positionner un ou une pluralité de capteurs ou de sondes
à l'intérieur du réservoir de gaz sous pression.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, dans lequel un ou une pluralité de composants
de gaz secondaires est dosée si directement que leur concentration se trouve dans
une gamme de concentration entre 10 ppb et 5000 ppm, en particulier dans une gamme
de concentration entre 10 ppb et 100 ppm.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le dosage du gaz est
effectué à l'aide de vide ou de façon additive.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel un composant de gaz,
qui proportionnellement est le plus grand, est introduit en dernier lieu dans le réservoir
de gaz sous pression
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel un gradient de température
ou une composition de gaz est déterminée ou une mesure de pression est effectuée ou
une homogénéité du mélange de gaz est examinée ou une disposition par couches de gaz
est détectée dans la fabrication du mélange.