[0001] Die Erfindung betrifft eine Schleifscheibe.
[0002] Aus der DE 43 11 529 A1 (entsprechend US-Patent 5,584,755) ist eine Schleifscheibe,
und zwar insbesondere eine Trenn-Schleifscheibe bekannt, die einen kreisringförmigen
inneren Tragteller aus Metall und einen diesen umgebenden Schleifring aufweist, die
miteinander verbunden sind. Der Tragteller weist einen in Richtung der Mittel-Längs-Achse
der Schleifscheibe vorstehenden ringzylindrischen Außenrand auf, an dem der Schleifring
mittels einer Klebstoff-Schicht befestigt ist. Der Schleifring weist an seinen beiden
Stirnflächen Armierungslagen aus Verstärkungsfäden auf, die im Bereich der mittleren
Öffnung des Schleifrings tangential und zum Außenumfang hin radial-tangential in Form
einer angenäherten Teil-Spirale verlaufen. Diese Verstärkungsfäden verlaufen von der
mittleren Öffnung aus entsprechend der resultierenden Hauptspannungsrichtung. Die
Verstärkungsfäden verlaufen somit im wesentlichen entsprechend der tatsächlichen Beanspruchung
des rotierenden Schleifrings. Die größte Hauptspannung eines rotierenden Schleifrings
verläuft nämlich in tangentialer Richtung. Die Tangential-Spannung, d. h. der Tangentialkraftverlauf,
hat im Bereich der mittleren Öffnung ihren höchsten Wert, der nach außen stetig abnimmt.
Bei dieser Ausgestaltung muß die Klebstoff-Schicht im Bereich des ringzylindrischen
Randes des Tragtellers nur reine Tangentialkräfte vom Tragteller auf den Schleifring
übertragen. Diese bekannte Ausgestaltung eines Schleifrings weist den Nachteil auf,
daß die geschilderten Armierungslagen recht aufwendig sind.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schleifring zu schaffen, der mit
wenig aufwendigen Armierungslagen ausgerüstet sein kann und trotzdem hohen Belastungen
standhält.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Der
Kern der Erfindung besteht darin, daß die Armierungslagen mit dem Tragteller radial
überlappend angeordnet werden, und daß mindestens eine Armierungslage im Überlappungsbereich
mit dem Tragteller verklebt wird. Dadurch entsteht eine Schleifscheiben-Konstruktion,
bei der die Klebeverbindung zwischen der mindestens einen Armierungslage und dem Tragteller
maximale Kräfte übertragen kann. In der Klebstoff-Schicht treten nur Scherspannungen
auf, während die Fäden der Armierungslage nur Zugkräfte aufnehmen. Dies ermöglicht
es, Armierungslagen einzusetzen, die aus normalen, aus Kett- und Schußfäden gebildeten
Geweben, und zwar insbesondere aus Glasgeweben, bestehen.
[0005] Die Unteransprüche geben vorteilhafte und zum Teil erfinderische Ausgestaltungen
der Erfindung wieder.
[0006] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine Schleifscheibe,
- Fig. 2
- einen Teil-Querschnitt durch die Schleifscheibe entsprechend der Schnittlinie II-II
in Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch eine abgewandelte Ausführungsform einer Schleifscheibe in
einer Darstellung entsprechend Fig. 2,
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform einer Schleifscheibe in einer Darstellung entsprechend
Fig. 2 und
- Fig. 5
- eine weitere Ausführungsform einer Schleifscheibe in einer Darstellung entsprechend
Fig. 2.
[0007] In Fig. 1 und 2 ist eine Schleifscheibe dargestellt, bei der es sich um eine Trenn-Schleifscheibe
handelt, und zwar insbesondere um eine Hand-Trenn-Schleifscheibe, also eine Trenn-Schleifscheibe
zum Einsatz bei handgeführten Schleifmaschinen. Sie weist einen Schleifring 1 und
einen Tragteller 2 auf.
[0008] Der Schleifring 1 weist im Bereich seiner Stirnseiten 3, 3' jeweils eine Armierungslage
4, 4' auf. Zwischen den Armierungslagen 4, 4' befindet sich eine Schicht aus Schleifmittel
5, das aus Schleifkorn 6, Bindemittel 7 und Füllstoffen 8 besteht. Als Schleifkorn
6 kommen bevorzugt Aluminiumoxid, Siliziumcarbid, Zirkonkorund, Solgel-Korn und Gemische
hieraus in Betracht. Als Bindemittel 7 dienen reine oder modifizierte Kunstharze.
Als Füllstoff 8 werden Pyrit, Kryolith und Kaliumkryolith eingesetzt. Das Schleifkorn
6 hat eine Nennkorngröße im Bereich von 315 bis 1000 µm.
[0009] Der Tragteller 2 besteht aus relativ dünnem Blech aus Stahl, ggf. rostfreiem Stahl,
Aluminium oder Messing.
[0010] Der Tragteller 2 weist einen ringförmigen Außenbereich 9 und einen inneren Nabenbereich
10 auf, die gleichermaßen wie der Schleifring 1 konzentrisch zur Mittel-Längs-Achse
11 der Schleifscheibe angeordnet sind. Der Außenbereich 9 des Tragtellers 2 ist so
gestaltet, daß er die gewünschte Steifigkeit erhält. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
ist er mit einer oder mehreren konzentrisch zur Achse 11 angeordneten, als Verstärkungsrippen
12 dienenden Rillen (Sicken) versehen, die im Querschnitt etwa die Form von sinusförmigen
Wellen aufweisen, wie aus den Querschnittsdarstellungen hervorgeht.
[0011] Der Nabenbereich 10 des Tragtellers 2 weist eine konzentrisch zur Achse 11 ausgebildete
Nabenöffnung 13 auf. Er kann weiterhin mit - in der Draufsicht beispielsweise schlüssellochförmig
ausgebildeten - Verstärkungsprofilen 14 versehen sein. Weiterhin kann der Nabenbereich
10 in Richtung der Achse 11 aus der Ebene des Außenbereichs 9 herausgedrückt sein
oder aber in dieser Ebene liegen.
[0012] Wie weiterhin Fig. 1 entnehmbar ist, bestehen die Armierungslagen 4, 4' aus einem
Gewebe, und zwar einem Glasfaser-Gewebe, das aus senkrecht zueinander verlaufenden
Kettfäden 15 und Schußfäden 16 gebildet ist.
[0013] Wie der Querschnittsdarstellung nach Fig. 2 entnehmbar ist, weist der Außenbereich
9 des Tragtellers 2 am Übergang zum Schleifring 1 ein äußeres ringförmiges Rillenprofil
17 auf, das einen radial zur Achse 11 verlaufenden Ringflansch 18, einen diesen Ringflansch
18 mit der benachbarten Verstärkungsrippe 12 verbindenden, etwa ringzylindrisch zur
Achse 11 verlaufenden Verbindungsschenkel 19 und einen radial äußeren freien Schenkel
20 aufweist der ebenfalls angenähert ringzylindrisch zur Achse 11 verläuft. Eine Armierungslage
4 ist an der radial zur Achse 11 verlaufenden kreisringförmigen Außenfläche 21 des
Rillenprofils 17 mittels einer Klebstoff-Schicht 22 befestigt. Diese Armierungslage
4 überlappt sich radial also mit dem Tragteller 2 um ein etwa der radialen Erstreckung
a des Ringflansches 18 entsprechendes Maß.
[0014] Der Innenraum 23 des Rillenprofils 17 ist ebenfalls mit dem aus Schleifkorn 6, Bindemittel
7 und Füllstoff 8 bestehenden Schleifmittel 5 gefüllt; die Armierungslage 4' ist in
diesem Fall mittels des Bindemittels 7 mit dem Schleifmittel 5 verklebt, das wiederum
ebenfalls mittels des Bindemittels 7 mit der Innenfläche des Rillenprofils 17 verklebt
ist. Der Innenraum 23 des Rillenprofils 17 kann alternativ naturgemäß auch mit einem
Klebstoff gefüllt sein, mittels dessen die Befestigung der Armierungslage 4' am Tragteller
2 erfolgt. Im übrigen ist die radial außenliegende Fläche 25 des freien Schenkels
20 des Rillenprofils 17 ebenfalls mit einer Klebstoff-Schicht 26 versehen, an der
wiederum das Schleifmittel 5 anhaftet. Auch die Armierungslage 4' überlappt also mit
dem Tragteller 2. Wie Fig. 2 entnehmbar ist, haben die beiden Armierungslagen 4, 4'
einen gleichen Innendurchmesser, d. h. die Armierungslagen 4, 4' sind identisch ausgebildet.
[0015] Bei der Ausgestaltung nach Fig. 3 ist ein Rillenprofil 17a am Außenrand des Tragtellers
2 ausgebildet, das im Querschnitt die Form eines U hat. An einen sich radial zur Achse
11 erstreckenden Ringflansch 18a schließt sich über einen Steg 27 ein zweiter parallel
zum Ringflansch 18a verlaufender Ringflansch 28 an. Beide Ringflansche 18a und 28
sind an ihren Außenflächen 21a und 29 mit einer Klebstoff-Schicht 22a bzw. 30 versehen,
an denen der Innenbereich der Armierungslagen 4a, 4'a befestigt ist.
[0016] Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 ist am Außenrand des Tragtellers 2 nur ein sich
radial zur Achse 11 erstreckender Ringflansch 18b ausgebildet, an dessen Außenfläche
21b die Armierungslage 4b befestigt ist. Die Armierungslage 4'b erstreckt sich bis
zur Außenfläche 31 der nächstbenachbarten Verstärkungsrippe 12 und ist dort mittels
einer Klebstoff-Schicht 30b befestigt. Der Raum 32 zwischen dem Ringflansch 18b, dem
Verbindungsschenkel 19b zwischen dem Ringflansch 18b und der benachbarten Verstärkungsrippe
12 und der Armierungslage 4'b ist ebenfalls mit dem Schleifmittel 5 ausgefüllt.
[0017] Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 ist am Außenrand des Tragtellers 2 - ähnlich
der Ausgestaltung nach Fig. 4 - ein sich radial zur Achse 11 erstreckender Ringflansch
18c ausgebildet, an dessen Außenfläche 21c die Armierungslage 4c mittels einer Klebstoffschicht
22c befestigt ist. Wie aus Fig. 5 hervorgeht, ist der Ringflansch 18c um einige Zehntel
mm gegenüber der durch die Stirnseite 3 gebildeten Ebene zum Inneren des Tragtellers
2 versetzt. Diese Maßnahme dient dazu, ein Zerdrücken bzw. Zerpressen der für alle
Ausführungsbeispiele in der Zeichnung zu dick dargestellten Armierungslagen 4, 4a,
4b, 4c beim Pressen der Schleifscheibe zu verhindern. Der Verbindungsschenkel 19c
ist ähnlich wie der Verbindungsschenkel 19 bei der Ausführungsform nach Fig. 2 ausgestaltet,
d. h. er verläuft angenähert zylindrisch zur Achse 11. Die Armierungslage 4'c weist
den gleichen Innendurchmesser auf wie die Armierungslage 4c, erstreckt sich also -
abweichend von der Ausgestaltung nach Fig. 4 - nicht bis zur Außenfläche 31 der nächstbenachbarten
Verstärkungsrippe 12. Der Raum 32c zwischen dem Ringflansch 18c und den Armierungslagen
4c und 4'c ist ebenfalls mit Schleifmittel 5 ausgefüllt. Das Schleifmittel 5 ist nicht
mit dem Verbindungsschenkel 19c verbunden.
[0018] Die der Armierungslage 4'c zugewandte ringförmige Innenfläche 33 und die zylinderringförmige
Stirnfläche 34 des Ringflansches 18c sind ebenfalls mit einer Klebstoff-Schicht 35
bzw. 36 bedeckt, über die eine feste Verbindung zwischen dem Schleifmittel 5 und dem
Ringflansch 18c hergestellt wird. Da die zylinderringförmige Stirnfläche 34 regelmäßig
sehr klein ist, da das den Tragteller 2 bildende Blech in der Regel eine Dicke von
weniger als 1,0 mm aufweist, kommt der Klebstoff-Schicht 36 keine nennenswerte Bedeutung
zu; sie kann daher auch weggelassen werden.
1. Schleifscheibe
- mit einem ringförmigen Tragteller (2) mit einer Mittel-Längs-Achse (11),
- mit einem am Tragteller (2) koaxial zur Mittel-Längs-Achse (11) befestigten Schleifring
(1),
-- der an seinen Stirnseiten (3, 3') mit Armierungslagen (4, 4'; 4a, 4'a; 4b, 4'b;
4c, 4'c) versehen ist und
-- der zwischen den Armierungslagen (4, 4'; 4a, 4'a; 4b, 4'b; 4c, 4'c) eine mit diesen
verbundene Schicht aus Schleifmittel (5) aufweist, und
- mit mindestens einem im radial zur Mittel-Längs-Achse (11) äußeren Bereich des Tragtellers
(2) an diesem ausgebildeten Ringflansch (18; 18a; 18b; 18c) mit einer radial zur Mittel-Längs-Achse
(11) verlaufenden Außenfläche (21; 21a; 21b; 21c), an der eine Armierungslage (4;
4a; 4b; 4c) radial mit der Außenfläche (21; 21a; 21b; 21c) überlappend mittels einer
Klebstoff-Schicht (22; 22a; 22b; 22c) befestigt ist.
2. Schleifscheibe nach Anspruch 1,
wobei die Armierungslagen (4, 4'; 4a, 4'a; 4b, 4'b; 4c, 4'c) aus Gewebe gebildet sind.
3. Schleifscheibe nach Anspruch 2,
wobei die Armierungslagen (4, 4'; 4a, 4'a; 4b, 4'b; 4c, 4'c) aus Glasgewebe gebildet
sind.
4. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei der Tragteller (2) mit zwei Ringflanschen (18a, 28) versehen ist, an denen jeweils
eine Armierungslage (4a, 4'a) mittels je einer Klebstoff-Schicht (22a, 30) befestigt
ist.
5. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei der mindestens eine Ringflansch (18; 18b; 18c) zusammen mit der nicht an ihm
befestigten Armierungslage (4'; 4'b; 4'c) einen Raum (23; 32; 32c) begrenzt, der mit
Schleifmittel (5) gefüllt ist.
6. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 3 und 5,
wobei an dem mindestens einen Ringflansch (18) ein freier Schenkel (20) ausgebildet
ist, der sich zumindest teilweise in Richtung zu der nicht an dem mindestens einen
Ringflansch (18) befestigten Armierungslage (4') erstreckt.
7. Schleifscheibe nach Anspruch 6,
wobei der freie Schenkel (20) an seiner radial zur Mittel-Längs-Achse (11) außenliegenden
Fläche (25) mit einer Klebstoff-Schicht (26) versehen ist, mittels derer das Schleifmittel
(5) mit dem Tragteller (2) verbunden ist.
8. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei der mindestens eine Ringflansch (18; 18a; 18b; 18c) mittels eines sich zumindest
teilweise in Richtung der Mittel-Längs-Achse (11) erstreckenden Verbindungsschenkels
(19; 19a; 19b; 19c) mit dem Tragteller (2) verbunden ist.
9. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
wobei der Tragteller (2) mit Verstärkungsrippen (12) versehen ist.
10. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei der Ringflansch (18c) gegenüber einer durch eine Stirnseite (3) definierten
Ebene um einige Zehntel mm zurückversetzt ist.
11. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
wobei der Ringflansch (18; 18c) an mindestens einer dem Schleifmittel (5) zugewandten
Fläche (25; 33, 34) mit einer Klebstoff-Schicht (26; 35, 36) versehen ist.