[0001] Schienenhängebahnen werden insbesondere in Betrieben eingesetzt, die vorgefertigte
Betonteile herstellen. Die Transportwagen der Schienenbahn werden beispielsweise dazu
verwendet, um Beton von einem Betonmischer aufzunehmen und zur Verarbeitung zu einer
Form oder sonstigen Verarbeitungsstation zu bringen.
[0002] Ein bekannter Transportwagen (vgl. DE 33 22 233) umfaßt einen Transportkübel mit
einem zusätzlichen Rührwerk zum Nachmischen von Beton o. dgl.
[0003] Ein weiterer vorbekannter Transportwagen (vgl. DE 41 29 112) umfaßt einen Drehkübel,
der mit Hilfe einer Abdeckung an der Oberseite verschlossen werden kann. Diese Abdeckung
dient dazu, das im Drehkübel befindliche Material thermisch zu isolieren und gegebenenfalls
gegen schädliche Witterungseinflüsse zu schützen. Die Abdeckung ist dabei am Rahmen
des Laufwagens und nicht am drehbaren Drehkübel befestigt.
[0004] Demgegenüber hat die vorliegende Erfindung die Aufgabe, einen Laufwagen vorzuschlagen,
bei dem neben dem Schutz vor Witterungseinflüssen eine problemlose Entleerung auch
mit dünnflüssigen Materialien wie Leichtbeton, usw. möglich ist.
[0005] Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Laufwagen der einleitend genannten Art durch
die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Durch die in den Unteransprüchen genannten Maßnahmen sind vorteilhafte Ausführungen
und Weiterbildungen der Erfindung möglich.
[0007] Dementsprechend zeichnet sich ein erfindungsgemäßer Laufwagen dadurch aus, daß die
Abdeckung gemeinsam mit dem Drehkübel drehbar ausgebildet ist.
[0008] Ein derartiger Laufwagen bietet unmittelbar den Vorteil, daß das im Drehkübel transportierte
Material vor Witterungseinflüssen geschützt ist. Diese Laufwagen können somit problemlos
im Freien ohne zusätzliche Überdachung zum Transport von witterungsempfindlichen Materialien
verwendet werden.
[0009] Darüber hinaus bietet die erfindungsgemäße Abdeckung die Möglichkeit, eine Vorrichtung
zum Öffnen der Abdeckung in einer Entleerstellung vorzusehen, in der die Füllöffnung
des Drehkübels nach unten weist. Die Entleerung des Drehkübels kann hierdurch zielgerichteter
vorgenommen werden als bei einem herkömmlichen Drehkübel, bei dem die Entleerung durch
das Drehen des Kübels bewirkt wird.
[0010] Insbesondere in Kombination mit einer dosierbaren Öffnungsvorrichtung kann damit
auch dünnflüssiger Leichtbeton gut dosiert und ohne Verspritzen des Betons zielgerichtet
abgegeben werden. Ein solcher Laufwagen kann beispielsweise auch mehrere Formen nacheinander
durch Öffnen und Schließen der genannten Abdeckung befüllen.
[0011] Die genannte Abdeckung wird in einer vorteilhaften Ausführungsform mit wenigstens
einem schwenkbaren Deckel, bevorzugt mit zwei symmetrisch zueinander angeordneten
schwenkbaren Deckeln versehen. Durch eine gesteuerte Schwenkbewegung eines solchen
Deckels läßt sich ein Öffnungsspalt mit vorgegebener Breite öffnen, und somit die
Durchflußmenge des zu entleerenden Materials steuern. Im Falle zweier symmetrisch
angeordneter schwenkbarer Deckel läßt sich dieser Öffnungsspalt in der Mitte des in
Entleerungsstellung befindlichen Drehkübels öffnen. Dementsprechend wird das Material
in der Mitte des Drehkübels entleert. Dies hat den Vorteil, daß keinerlei Drehmomente
durch Materialbewegungen auf den Drehkübel während der Entleerung ausgeübt und daraus
resultierende Pendelbewegungen vermieden werden.
[0012] Die bewegliche Abdeckung wird in einer bevorzugten Ausführungsform hydraulisch angetrieben,
womit problemlos die notwendigen Kräfte zur kontrollierten Bewegung der in Entleerungsstellung
unter Last stehenden Abdeckung aufgebracht werden können. Vorteilhafterweise wird
der Antrieb der Abdeckung elektrisch und/oder elektronisch ansteuerbar ausgebildet.
Im Falle eines hydraulischen Antriebes kann dies beispielsweise über ein elektromagnetisches
Ventil geschehen.
[0013] In einer Weiterbildung der Erfindung werden wenigstens zwei, bevorzugt vier Hydraulikzylinder
zum Öffnen und Schließen der Abdeckung vorgesehen. Die zum Öffnen und Schließen aufzubringenden
Kräfte sollten möglichst symmetrisch und gleichmäßig an der Abdeckung angreifen. Im
Falle Zweier schwenkbarer Deckel empfiehlt es sich daher, beidseits des Drehkübels
in Längsrichtung betrachtet für jeden Deckel jeweils einen Hydraulikzylinder vorzusehen.
Hierdurch ist gewährleistet, daß die Öffnung stets symmetrisch und ohne Verkanten
der schwenkbaren Deckel stattfindet.
[0014] In einer vorteilhaften Weiterbildung dieser Ausbildungsform wird ein Mengenteiler
zur synchronen Betätigung zweier oder mehrerer Hydraulikzylinder vorgesehen, so daß
die Hydraulikzylinder gemeinsam über eine einzige Druckpumpe betrieben und über den
Mengenverteiler synchron und symmetrisch betätigt werden.
[0015] In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung wird die mit dem Drehkübel drehbare
Abdeckung dazu verwendet, um eine Mischvorrichtung auf einfache Weise in den Drehkübel
zu integrieren. Hierzu wird der Drehkübel zumindest in geschlossenem Zustand kontinuierlich
rotierbar ausgebildet. Bei geschlossener Abdeckung fällt hierbei kein Material aus
dem Drehkübel, auch wenn die Abdeckung nach unten gerichtet ist. Durch die Drehbewegung
wird das im Drehkübel befindliche Material gemischt.
[0016] Hierzu wird vorteilhafterweise eine entsprechende Anordnung von Rührelementen, beispielsweise
Rührschaufeln bzw. eine oder mehrere Rührspiralen an der Wand des Drehkübels befestigt,
so daß das Material beim Rotieren des Drehkübels nach dem Prinzip eines sogenannten
Freifallmischers gemischt wird.
[0017] Diese Rührelemente werden bevorzugt mit einem vorbestimmten Abstand von der Wandung
des Drehkübels angebracht, so daß sich zwischen den Rührelementen und der Wand kein
Material festsetzen kann. Der genannte Abstand wird dabei beispielsweise an die Körnung
des Materials, beispielsweise an die Körnung eines in Beton verwendeten Kieses angepaßt.
[0018] Vorteilhafter Weise wird auch der Drehantrieb für die Rotation des Drehkübels hydraulisch
vorgesehen. Ein derartiger Hydraulikmotor kann in einer Weiterbildung der Erfindung
ebenfalls von der für den Antrieb der Abdeckung vorgesehenen Hydraulikpumpe angetrieben
werden.
[0019] In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung wird eine Sensorik zur Erkennung
wenigstens zweier Positionen des Drehkübels vorgesehen. Diese Sensorik wird an eine
entsprechende Steuerung zur Ansteuerung der gewünschten Drehkübelposition angeschlossen.
In einer vorteilhaften und besonders robusten Ausführungsform der Erfindung wird hierfür
ein mechanisches Schaltwerk vorgesehen, das mit der Drehachse des Drehkübels gekoppelt
wird.
[0020] Ein erfindungsgemäßer Transportwagen ist in bei allen Arten von Schienenhängebannen,
insbesondere nicht nur bei Einschienenbahnen, sondern auch bei Zweischienenbahnen
von Vorteil.
[0021] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird anhand
der Figuren nachfolgend näher erläutert.
[0022] Im einzelnen zeigt die einzige Figur eine Stirnansicht eines erfindungsgemäßen Laufwagens.
[0023] Der Transportwagen 1 gemäß der Figur ist über eine Aufhängung 2 mit Laufrollen 3
an einer Fahrschiene 4 verfahrbar aufgehängt. Eine Pendelachse 5 lagert einen Rahmen
6 des Transportwagens 1 drehbar an der Aufhängung 2. Am Rahmen 6 ist der erfindungsgemäße
Drehkübel 7 aufgebaut.
[0024] Der Drehkübel 7 ist über eine Drehachse 8 in einem aus Vertikalträgern 9 und Lagerblechen
10 bestehenden Lagerbock 11 am Rahmen 6 schwenkbar befestigt.
[0025] Zwei schwenkbare Deckel 12, 13 sind über Haltelaschen 14, 15 drehbar um Schwenkachsen
16, 17 gelagert. Die Deckel 12, 13 werden über Hydraulikzylinder 18, 19, die symmetrisch
zur Mittelebene des Drehkübels 7 angeordnet sind, angetrieben. Der gesamte Drehkübel
7 einschließlich der Deckel 12, 13 ist mit Hilfe eines hydraulischen Antriebs 20 drehbar.
[0026] Der erfindungsgemäße Transportwagen 1 wird wie folgt betrieben. Die Befüllung des
Drehkübels 7 kann in der bekannten Weise von oben in der in Figur 1 dargestellten
Drehposition durchgeführt werden. Hierzu werden die Deckel 12, 13 mit Hilfe der Hydraulikzylinder
18, 19 in ihre mit strichpunktierten Linien dargestellte geöffnete Postition 12' ,
13' geschwenkt, so daß die obere Füllöffnung frei zugänglich ist.
[0027] Durch die unten geschlossene Ausführungsform des Drehkübels 7 ist dieser absolut
dicht, so daß auch dünnflüssige Materialien, beispielsweise Leichtbeton ohne unerwünschte
Materialverluste durch Leckstellen aufgenommen werden können.
[0028] Anschließend werden die Deckel 12, 13 wiederum mit Hilfe der Hydraulikzylinder 18,
19 geschlossen. Während des Transports ist somit das Innere des Drehkübels 7 vor Witterungseinflüssen
geschützt, so daß der Laufwagen 1 auch im Freien ohne Überdachungen eingesetzt werden
kann.
[0029] Am entsprechenden Einsatzort wird der Drehkübel zur Entleerung um 180 Grad gedreht,
so daß die Deckel 12, 13 sowie die von den Deckel 12, 13 verschlossene Öffnung des
Drehkübels nach unten weisen. Durch dosiertes Ansteuern der Hydraulikzylinder 18,
19 kann nun ein Öffnungsspalt in der Mittelebene des Drehkübels 7 mit der jeweils
gewünschten Öffnungsbreite geöffnet werden. Hierdurch wird das Material im Innern
des Drehkübels 7 dosiert und zielgerichtet abgegeben.
[0030] Durch die symmetrische Anordnung der Deckel 12, 13 wird während des Entleervorgangs
keinerlei Drehmoment auf den Drehkübel 7 ausgeübt, so daß dieser ruhig über den Entleerungsstelle
verharrt. Durch die symmetrische Anordnung der Antriebszylinder 18, 19 ist zudem ein
absoluter synchroner Gleichlauf der Deckel 12, 13 gewährleistet.
[0031] Der Drehkübel 7 kann in einem Entleerungsvorgang vollständig entleert oder aber auch
in teilentleerten Zustand wieder verschlossen werden. Anschließend kann der Drehkübel
7 zu einer weiteren Entleerungsstation verfahren werden, wobei er je nach Bedarf zuvor
in seine ursprüngliche Transportstellung gedreht wird.
[0032] In einer Weiterbildung der Erfindung werden wie bereits oben angeführt nicht näher
dargestellte Rühr- oder Mischelemente im Innern des Drehkübels 7 angeordnet.
[0033] In dieser Ausführungsvariante kann das im Innern des Drehkübels 7 befindliche Material
durch Rotieren des Drehkübels 7 in geschlossener Stellung der Deckel 12, 13 gemischt
werden. Der Mischvorgang findet hierbei nach dem Prinzip des Freifallmischers statt.
[0034] Dieses Mischen kann je nach Bedarf durch entsprechende Eingaben bzw. Programmierung
einer nicht näher dargestellten Ablaufsteuerung vorgenommen werden. Beim Transport
von Beton empfiehlt es sich beispielsweise, vor der Entleerung ein kurzes Nachmischen
vorzunehmen, so daß das entleerte Material gut und gleichmäßig gemischt ist.
[0035] Die Haltelaschen 14, 15 der beschriebenen Ausführungsform werden an beiden Stirnseiten
des Drehkübels 7 angebracht, um die in Form eines Zylindersegments ausgebildeten Deckel
12, 13 zuverlässig in der Drehbewegung zu führen. Bevorzugt werden auch die Antriebszylinder
18, 19 an beiden Stirnseiten vorgesehen, um ein Verkanten der Deckel 12, 13 zu vermeiden,
und einen absolut symmetrischen und gleichlaufenden Öffnungsvorgang zu gewährleisten.
[0036] Der Antrieb der Hydraulikzylinder 18, 19 kann über die gleiche Hydraulikpumpe vorgenommen
werden, die für die Rotationsbewegung über den Hydraulikzylinder 20 sorgt. Zur gleichmäßigen
Druckbeaufschlagung der Antriebszylinder 18, 19 wird hierbei bevorzugt ein Mengenverteiler
vorgesehen.
[0037] Durch die mitdrehende Abdeckung, im Ausführungsbeispiel durch die Deckel 12, 13 realisiert,
wird zum einen ein Witterungsschutz im Betrieb im Freien und zum andern der Vorteil
einer dosierten Entleerung ohne Verspritzen und Verschütten von Material gewährleistet.
- 1
- Transportwagen
- 2
- Aufhängung
- 3
- Laufrolle
- 4
- Fahrschiene
- 5
- Pendelachse
- 6
- Rahmen
- 7
- Drehkübel
- 8
- Drehachse
- 9
- Vertikalträger
- 10
- Lagerblech
- 11
- Lagerbock
- 12
- Deckel
- 13
- Deckel
- 14
- Haltelasche
- 15
- Haltelasche
- 16
- Schwenkachse
- 17
- Schwenkachse
- 18
- Hydraulikzylinder
- 19
- Hydraulikzylinder
- 20
- Hydraulikantrieb
1. Transportwagen mit einem Drehkübel, insbesondere zum Transport von Baumaterialien,
insbesondere Beton, für eine Hängeschienenbahn, wobei eine Abdeckung für den Drehkübel
vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung mit dem Drehkübel (7) drehbar
ist.
2. Transportwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung zur Entleerung
des Drehkübels (7) in einer Entleerungsstellung des Drehkübels zu öffnen ist.
3. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abdeckung dosierbar zu öffnen ist.
4. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein hydraulischer Antrieb für die Abdeckung vorgesehen ist.
5. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Antrieb der Abdeckung elektrisch und/oder elektronisch ansteuerbar ist.
6. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abdeckung wenigstens einen schwenkbaren Deckel (12, 13) aufweist.
7. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abdeckung zwei symmetrisch angeordnete Deckel (12, 13) umfaßt.
8. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Antrieb für die Abdeckung wenigstens zwei Hydraulikzylinder (18, 19) umfaßt.
9. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Drehkübel (7) wenigstens in geschlossenem Zustand über mehrere Umdrehungen rotierbar
ist.
10. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Drehantrieb hydraulisch ist.
11. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Drehantrieb des Drehkübels (7) und/oder der Antrieb (18, 19) für die Abdeckung
nur eine Hydraulikpumpe umfassen.
12. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Mengenverteiler zur synchronen Betätigung zweier oder mehrerer Hydraulikzylinder
(18, 19) vorgesehen ist.
13. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Sensorelement für die Erkennung wenigstens einer Drehstellung des Drehkübels (7)
vorgesehen ist.
14. Transportwagen nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
Rührelemente für die Durchmischung des im Drehkübels (7) befindlichen Materials vorgesehen
sind.