[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Herstellung von Kerzen durch
Giessen von Kerzenmaterial in eine ein- oder mehrteilige Form mit darin angeordnetem
Docht.
[0002] Das Giessverfahren bei Kerzen ist ein verhältnismässig altes Verfahren, das im wesentlichen
durch eine vertikal ausgerichtete Form charakterisiert ist, die von oben her mit Wachs
oder dergl. gefüllt wird. Diese Art der Formgebung ist dann angezeigt, wenn man der
Kerze eine besondere Form geben oder bestimmte Muster an der Oberfläche der Kerze
erzielen will. Bei manchen Verzierungen ist das Entnehmen aus der Form nicht ohne
weiteres zu bewerkstelligen. Auch ist das Herausziehen der vollständig abgekühlten
Kerze am Docht meist nicht ratsam. Daher werden aufklappbare Formen verwendet, so
dass durch die entsprechende Formgebung und die Lage der Trennungsfläche der Formteile
kunstvoll verzierte Kerzen hergestellt werden können. Ein Nachteil des Giessverfahrens
ist aber, dass es nur dann sinnvoll eingesetzt werden kann, wenn keine grossen Leistungen
bei der Fertigung erzielt werden müssen.
[0003] Es ist bei der Formbebung von Seife, Schokolade und dgl. bekannt, schalenartige Gießformen
für das Gießen von Hartwachs einzusetzen (DE 648 505 C), um auf diese Weise miteinander
verbundene Formlinge zu bilden, die je nach Bedarf voneinander getrennt werden können,
aber gemeinsam die Kühleinrichtung durchlaufen.
[0004] Bei der vorliegenden Erfindung geht es darum, das Giessverfahren zur Herstellung
von Kerzen einzusetzen, wobei aussergewöhnliche Durchsatz-Leistungen bzw. kurze Fertigungszeiten
erreicht werden sollen.
[0005] Erreicht wird dies durch eine Vorrichtung der eingangs genannten Art, die dadurch
charakterisiert ist, dass die Form in Richtung der Längserstreckung der Kerze im wesentlichen
waagerecht ausgerichtet und nach oben hin offen ausgebildet ist.
[0006] Bei der vorliegenden Erfindung wird die Kerze in liegendem Guss hergestellt, wobei
die Form nach oben hin offen ist. Dadurch kann ein rasches Einfüllen des Wachses in
die Form bewerkstelligt werden und bedingt durch die freie Wärmeabgabe nach oben,
wobei keine Formteile der Vorrichtung gemäss der Erfindung nach oben hin Begrenzungen
oder Abdeckungen darstellen, können relativ kurze Abkühlungszeiten erhalten werden.
Dies führt dazu, dass die Form bereits nach kurzer Zeitdauer erneut wieder gefüllt
werden kann.
[0007] Denkbar sind alle Querschnittsformen von Kerzen, die in irgendeiner Weise in ihrer
Längserstreckung eine relativ grosse Teiloberfläche aufweisen. Beim Giessen in waagerechter
Ausrichtung ist mindestens eine Aussenfläche der Kerze nach oben hin gerichtet und
dient daher der raschen Abgabe der Wärme an die Umgebung, was zu relativ kurzen Abkühlzeiten
führt. Besonders günstig sind solche Kerzen, die im Querschnitt dreieckförmig sind,
aber selbst zylindrisch runde Kerzen lassen sich mit einer liegenden, nahezu zur Hälfte
nach oben hin offenen Form herstellen. Wenn die Form beim Abkühlungsvorgang hin- und
herbewegt wird, entsteht eine nicht ebene Abkühlungsfläche, die durchaus mit den verbleibenden
Flächen zu einer zylindrischen Kerze gebildet werden kann.
[0008] Für die vorliegende Erfindung ist noch von besonderer Bedeutung, dass die nach oben
hin freie Oberfläche der Kerze ein ästhetisch ansprechendes Aussehen zeigt, indem
sich dort die bekannten Kristallisationen bei Stearinkerzen zeigen.
[0009] Es liegt im Rahmen der Erfindung, mehrteilige oder mehrschichtige Kerzen herzustellen,
indem zu Anfang des Gießvorganges die Form nicht vollständig vollgegossen wird sondern
nach einer kurzen Verweilzeit Kerzenmaterial in anderer Farbe aufgegossen wird. Auf
diese Art und Weise entstehen mehrschichtige Kerzen, wobei die Effekte noch verstärkt
werden können, indem die Form nicht nur in bezug auf ihre Längsachse verschwenkt wird,
sondern auch in bezug auf andere waagerechte Achsen.
[0010] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung beispielsweise erläutert.
[0011] Die einzige Figur der Zeichnung zeigt eine schaubildliche Ansicht einer Form gemäss
der Erfindung, wobei zu Zwecken der Klarheit der Darstellung diese Form geschnitten
wiedergegeben ist.
[0012] In der Figur ist mit 10 eine im wesentlichen quaderförmige Form wiedergegeben. Diese
Form 10 enthält in ihrem Inneren eine im Querschnitt dreieckige Ausnehmung 11, so
dass mit dieser Form 10 im Querschnitt dreieckige Kerzen hergestellt werden können.
[0013] Die Form 10 ist waagerecht ausgerichtet, wobei der mit 13 bezeichnete Pfeil die waagerechte
Richtung wiedergibt. Der Pfeil 12 deutet die vertikale Erstreckung der Form an.
1. Vorrichtung zur Herstellung von Kerzen durch Giessen von Kerzenmaterial in eine ein-
oder mehrteilige Form mit darin angeordnetem Docht, dadurch gekennzeichnet, dass die
Form (10) in Richtung der Längserstreckung (13) der Kerze (11) im wesentlichen waagerecht
ausgerichtet nach oben hin offen ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Form (10) um mindestens
eine waagerechte Achse (13) verschwenkbar gehaltert ist.
3. Kerze aus Stearin, Wachs oder dergl., dadurch gekennzeichnet, dass die Kerze mit einer
sich durch Giessen und Abkühlung in waagerechter Ausrichtung der Kerzenlängserstreckung
(13) ergebenden inneren Struktur ausgebildet ist.