[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Patentanspruches
1 sowie eine Vorrichtung, insbesondere zum Ausführen dieses Verfahrens, mit den Merkmalen
des Oberbegriffes des Patentanspruches 15.
[0002] Beim Füllen der Randfugen von Isolierglasscheiben mit Versiegelungsmasse sind besonders
die Ecken der Isolierglasscheiben problematisch, da die Versiegelungsdüse, wenn sie
an eine Ecke kommt, üblicherweise über diese hinaus fährt, wobei der Austritt von
Versiegelungsmasse aus der Versiegelungsdüse unterbrochen werden muß. Die Versiegelungsdüse
wird anschließend um eine senkrecht zur Ebene der Isolierglasscheibe stehende Achse
verschwenkt (bei rechteckigen Scheiben um 90°) und anschließend wieder an den Rand
der Isolierglasscheibe im Bereich der Ecke angesetzt, worauf das Zuführen von Versiegelungsmasse
wieder aufgenommen und die Versiegelungsdüse entlang des Randes der Isolierglasscheibe
weiterbewegt wird. Dabei ergeben sich zum einen Probleme mit der exakten Dosierung
von Versiegelungsmasse sowohl beim Beenden als auch beim Wiederaufnehmen des Versiegelns,
so daß im Eckbereich in die Randfuge der Isolierglasscheibe häufig entweder zu viel
oder zu wenig Versiegelungsmasse eingebracht wird. Des weiteren ist es nachteilig,
wenn die Zufuhr von Versiegelungsmasse unterbrochen wird, da dies im Eckbereich zu
undichten Stellen oder Fehlern in der Versiegelung führen kann.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
anzugeben, mit welchen diese Nachteile vermieden werden können.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches
1.
[0005] Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird weder die Zufuhr von Versiegelungsmasse noch
die Bewegung der Versiegelungsdüse oder die Bewegung ihrer normal zur Ebene der Isolierglasscheibe
ausgerichteten Achse unterbrochen. Die Versiegelungsdüse fährt also um die Ecke der
Isolierglasscheibe herum, wobei der Austritt von Versiegelungsmasse aus der Versiegelungsdüse
nicht unterbrochen wird, so daß zum einen ein schnelleres Arbeiten möglich ist und
zum anderen die erwähnten fehlerhaften Stellen in der Versiegelung nicht auftreten
können. Weiters können Dosierungenauigkeiten, die insbesondere beim Unterbrechen und
Wiederaufnehmen des Austritts von Versiegelungsmasse aus der Versiegelungsdüse auftreten
können, zuverlässig verhindert werden, so daß sich ein exaktes Füllen der Randfuge
auch im Eckbereich einer Isolierglasscheibe durchführen läßt.
[0006] Dies kann bevorzugt noch dadurch verbessert werden, daß in Bewegungsrichtung vor
der Versiegelungsdüse die Tiefe der Randfuge erfaßt wird und daß das Volumen der Randfuge
im Eckbereich auf Grund der vor und nach dem Eckbereich erfaßten Tiefe der Randfuge
berechnet und während der Bewegung der Versiegelungsdüse um eine Ecke einer Isolierglasscheibe
eine entsprechende Menge an Versiegelungsmasse zugeführt wird. Bei dieser Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die erforderliche Menge an Versiegelungsmasse
genau erfaßt und die Zufuhr von Versiegelungsmasse kann demgemäß noch genauer gesteuert
werden.
[0007] Die Bewegungsbahn der Achse der Versiegelungsdüse im Bereich einer Ecke einer Isolierglasscheibe
ist bevorzugt im wesentlichen bogenförmig, wobei die Bewegungsbahn bei in die Randfuge
der Isolierglasscheibe eintauchenden Versiegelungsdüsen bevorzugt innerhalb des Außenrandes
der Isolierglasscheibe verläuft. Bei auf den Kanten der beiden die Randfugen begrenzenden
Glasscheiben gleitenden Versiegelungsdüsen wird bevorzugt eine Bewegungsbahn der Achse
der Versiegelungsdüse gewählt, die im Bereich einer Ecke einer Isolierglasscheibe
außerhalb des Außenrandes der Isolierglasscheibe liegt. In beiden Fällen wird die
Versiegelungsdüse federnd in Anlage an den Rand der Isolierglasscheibe gehalten.
[0008] Auch im Eckbereich, wenn sich die Versiegelungsdüse also um eine Ecke der Isolierglasscheibe
ohne anzuhalten herumbewegt, kann die Relativgeschwindigkeit zwischen Versiegelungsdüse
und Isolierglasscheibe und die aktuelle Fördermenge von Versiegelungsmasse so gesteuert
(verändert) werden, wie dies an sich aus der US 4 973 435 A und der US 5 136 974 A
bekannt ist, um den gewünschten Füllgrad der Randfuge mit Versiegelungsmasse zu erreichen.
[0009] Wie ebenfalls aus den genannten Schriften bekannt, wird die Relativbewegung zwischen
Versiegelungsdüse und Isolierglasscheibe erreicht, indem die Versiegelungsdüse entlang
der stillstehenden Isolierglasscheibe und/oder die Isolierglasscheibe bei stillstehender
Versiegelungsdüse bewegt wird.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren ist für Ein-Düsen-Versiegelungsautomaten ebenso geeignet
wie für Versiegelungsautomaten mit zwei oder mehr als zwei Versiegelungsdüsen.
[0011] Da die Bewegungsbahn der Achse in einer Ausführungsform innerhalb der Isolierglasscheibe
verläuft und somit die Ecke praktisch "abgeschnitten" wird und in einer anderen Ausführungsform
außerhalb der Umfangskontur der Isolierglasscheibe liegt, also sich z.B. nach einer
im Bereich der Ecke schlaufenförmigen Bahn bewegt, wogegen die Versiegelungsdüse die
Ecke vollständig umfahren muß, wird der Abstand zwischen der Versiegelungsdüse und
der Achse zur Ecke hin zunehmend größer bzw. kleiner und nach der Ecke wieder kleiner
bzw. größer, bis die Versiegelungsdüse mit der Achse wieder fluchtet. Diese Bewegung
der Versiegelungsdüse relativ zur Achse kann beispielsweise gegen die Kraft einer
Feder erfolgen. Alternativ kann auch vorgesehen sein, daß diese Relativbewegung von
einem Prozeßrechner gesteuert erfolgt, der beispielsweise als Steuerungsparameter
den Anpreßdruck zwischen Versiegelungsdüse und dem Rand der Isolierglasscheibe bzw.
bei eintauchender Versiegelungsdüse zwischen ihr und dem Abstandhalter(-rahmen) heranzieht
und den Relativabstand bei zunehmendem Druck, d.h. bei Bewegung der Versiegelungsdüse
zur Ecke hin vergrößert und bei abnehmendem Druck, d.h. bei Bewegung der Versiegelungsdüse
von der Ecke weg, den Relativabstand verringert. Auch allenfalls gespeicherte Geometriedaten
der Isolierglasscheibe können für diese Steuerung herangezogen werden.
[0012] Eine Vorrichtung zum Lösen der eingangs gestellten Aufgabe, die insbesondere zum
Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet ist, weist die Merkmale des
Patentanspruches 15 auf.
[0013] Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens und der Vorrichtung gemäß
der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0014] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale des Verfahrens und der Vorrichtung gemäß
der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung des in den Zeichnungen
gezeigten Ausführungsbeispiels der Erfindung.
[0015] Es zeigt:
Fig. 1 in Schrägansicht einen Düsenkopf und teilweise eine Versiegelungsvorrichtung,
Fig. 2 den Düsenkopf von vorne gesehen,
Fig. 3 und Fig. 4 Beispiele für Bewegungsbahnen beim Umfahren einer Ecke einer Isolierglasscheibe.
[0016] Eine Versiegelungsvorrichtung (Versiegelungsautomat), die bei der Ausführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet werden kann, besitzt, wie an sich bekannt,
eine Stützfläche 50 zum seitlichen Abstützen der zu versiegelnden Isolierglasscheibe
51, die wie ebenfalls bekannt, um wenige Grade nach hinten geneigt und die als Luftkissenwand
oder als Rollenwand ausgebildet sein kann. Am unteren Rand der seitlichen Abstützung
sind Fördervorrichtungen 52 zum Transportieren der Isolierglasscheibe 51 in die und
aus der Versiegelungsvorrichtung vorgesehen, welche Fördervorrichtungen 52 auch die
Bewegungen der Isolierglasscheibe 51 während des eigentlichen Versiegelns bewirken.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform einer seitlichen Abstützung einer Versiegelungsvorrichtung
und einer Fördervorrichtung für die Isolierglasscheibe ist in der US 44 22 541 A gezeigt
und beschrieben. Weiters kann in der Versiegelungsvorrichtung ein Hilfsförderer vorgesehen
sein, der beispielsweise mit Hilfe eines Saugkopfes an der der Stützwand 50 abgekehrten
Fläche der Isolierglasscheibe 51, insbesondere kleiner Isolierglasscheiben 51, angreift
und der das exakte Bewegen der Isolierglasscheibe 51 während des Versiegelungsvorganges
unterstützt.
[0017] Ein Düsenkopf 53 ist über eine Halterung 54 an einer vertikal und parallel zur Stützwand
50 ausgerichteten, etwa lotrechten Führungsschiene parallel zur Ebene der Isolierglasscheibe
51 auf- und abbewegbar und um eine zur Ebene der Isolierglasscheibe 51 senkrechte
Achse verdrehbar montiert. Dies ist aus der US 5 136 974 A an sich bekannt.
[0018] Die Führungsschiene für die Halterung des Düsenkopfes kann vor oder hinter der Stützwand
50 angeordnet sein.
[0019] Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht auf Versiegelungsautomaten beschränkt, in
welchen die Isolierglasscheibe 51 beim Versiegeln im wesentlichen vertikal steht,
sondern sie kann auch an Horizontalversiegelungsautomaten, in welchen die Isolierglasscheibe
51 auf einem Tisch horizontal aufliegt, verwendet werden.
[0020] Der Düsenkopf 53 besteht aus einem Träger 1, der an der Halterung 54 befestigt ist,
die an der Führung des Versiegelungsautomaten im wesentlichen vertikal auf und ab
verschiebbar geführt ist.
[0021] An dem Träger 1 ist um eine Achse, die parallel zur Ebene der Isolierglasscheibe
51 ausgerichtet ist, verschwenkbar ein Arm 3 montiert, der an seinem freien Ende die
Versiegelungsdüse 4 trägt. Der Arm 3, der die Versiegelungsdüse 4 trägt, ist mit Hilfe
eines Pneumatikzylinders 5 verschwenkbar, damit die Versiegelungsdüse 4 an den Rand
der zu versiegelnden Isolierglasscheibe 51 elastisch federnd anlegbar und von diesem
wieder abhebbar ist.
[0022] Der Träger 1 ist um eine zur Ebene der Isolierglasscheibe 51 normale Achse verdrehbar
an der Halterung 54 befestigt.
[0023] Die der Isolierglasscheibe 51 zugekehrte Fläche des Düsenplättchens 11 berührt im
Bereich der Düsenöffnung diese Achse.
[0024] An dem Träger 1 kann weiters ein Abstreifplättchen befestigt sein, das mit Hilfe
eines Pneumatikzylinders senkrecht zur Ebene der Isolierglasscheibe 51 vor- und zurückschiebbar
ist. Zum Bewegen des Plättchens quer zu seiner Ebene ist ein weiterer Zylinder vorgesehen,
dessen Kolben den Zylinder trägt.
[0025] Die Versiegelungsdüse 4 ist am vorderen Ende des Arms 3 beispielsweise mit Hilfe
einer eine Blattfeder 9 aufweisenden Befestigungsvorrichtung festgelegt. Die Versiegelungsdüse
4 ist eine beispielsweise ballige Düse, d.h. das Düsenplättchen 11 ist an seiner der
Isolierglasscheibe 51 zugekehrten Seite konvex gewölbt.
[0026] Am Düsenkopf 53 ist bevorzugt über einen Hilfsrahmen 34, der um einen zur Schwenkachse
des Armes 3 für die Versiegelungsdüse 4 parallele Achse verschwenkbar am Träger 1
gelagert ist, ein Tiefentaster 22 vorgesehen. Zum Verschwenken des Hilfsrahmens 20
ist ein Pneumatikzylinder vorgesehen.
[0027] Der Tiefentaster 22 ist am Hilfsrahmen 34 um eine zur Schwenkachse des Armes 3, der
die Versiegelungsdüse 4 trägt, parallele Achse verschwenkbar. Die Schwenkstellung
des Tiefentasters 22 gegenüber dem Hilfsrahmen 34 wird mit Hilfe eines Meßlineals
erfaßt. Der Tiefentaster 22 kann auf seiner der Isolierglasscheibe 6 zugekehrten Rand
konvex gekrümmt sein.
[0028] Mit Hilfe des Meßlineals, das dem Tiefentaster 22 zugeordnet ist, wird die Auslenkung
des Tiefentasters 22 erfaßt, so daß die Tiefe der Randfuge der zu versiegelnden Isolierglasscheibe
51 gemessen werden kann. In Abhängigkeit von der Tiefe der Randfuge wird die Geschwindigkeit
der Relativbewegung zwischen Isolierglasscheibe 51 und Versiegelungsdüse 4 und/oder
die Menge an Versiegelungsmasse, die aus der Versiegelungsdüse 4 in die Randfuge ausgepreßt
wird, gesteuert.
[0029] Die Relativbewegung zwischen Versiegelungsdüse 4 und Isolierglasscheibe 51 wird durch
Auf- und Abbewegen des Trägers 1 für die Versiegelungsdüse 4, Verdrehen derselben
um die zur Isolierglasscheibe 51 senkrechte Achse und/oder Bewegen der Isolierglasscheibe
51 selbst ausgeführt.
[0030] Das Schwenken der Versiegelungsdüse 4 um die senkrecht zur Isolierglascheibe 6 ausgerichtete
Achse wird mit Hilfe einer mit dem Düsenkopf 53 verbundenen Zahnscheibe 25, in die
das Ritzel eines Antriebsmotors 26 eingreift, ausgeführt.
[0031] Die zuvor anhand der Fig. 1 und 2 beschriebene Ausführungsform einer Versiegelungsvorrichtung,
insbesondere des Düsenkopfes 53, ist nur als Beispiel für eine zum Durchführen des
erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Vorrichtung zu verstehen.
[0032] Beispielsweise kann der Tiefentaster 22, statt an einem verschwenkbaren Arm am Düsenkopf
53 montiert zu sein, um eine zur Ebene der Isolierglasscheibe 51 normale Achse verdrehbar
sein, um die Tiefe der Randfuge zu erfassen.
[0033] Zum Erfassen der Tiefe der Randfuge der Isolierglasscheibe 51, also des Abstandes
zwischen der außen liegenden Fläche des Abstandhalterrahmens und den Außenrändern
der beiden Glas; scheiben der Isolierglasscheibe 51 können auch andere Vorrichtungen,
z.B. Sensoren, vorgesehen sein, die bevorzugt am Düsenkopf 53 angeordnet sind.
[0034] In Fig. 3 ist der Verlauf der Bewegungsbahn der Drehachse, um welche die Versiegelungsdüse
4 verdrehbar an ihrer Halterung 54 gelagert ist, beim Umfahren einer Ecke 61 der Isolierglasscheibe
51 für den Fall einer balligen Versiegelungsdüse 4 gezeigt, deren Düsenplättchen 11
an den Innenkanten der beiden Glasscheiben der Isolierglasscheibe 51 anliegend bewegt
wird. Im Bereich der zur Ecke 61 führenden Ränder 60 der beiden Glasscheiben wird
der Düsenkopf 53 so ausgerichtet, daß dessen Schwenkachse im wesentlichen in einer
Bahn bewegt wird, die mit den Rändern 60 zusammenfällt. Im Bereich der Ecke 61 selbst
wird der Düsenkopf 53 so bewegt, daß die Bewegungsbahn 79 im Bereich der Ecke 61 außerhalb
der Isolierglasscheibe 51 verläuft und, wie in Fig. 3 gezeigt, etwa schlaufenförmig
ist. Dadurch und durch die beschriebene elastisch federnde Lagerung der Düse 4 am
Düsenkopf 53 werden die Reibungskräfte zwischen dem Düsenplättchen 11 und den Rändern
60 der beiden Glasscheiben der Isolierglasscheibe 51 so weit verringert, daß nicht
nur die Versiegelungsdüse 4 problemlos um die Ecke herumgeschwenkt werden kann, ohne
angehalten zu werden. Auch die Reibungskräfte zwischen Düsenplättchen 11 und Isolierglasscheibe
51 werden so verringert, so daß ein vorzeitiges Abnützen des Düsenplättchens 11 vermieden
ist.
[0035] Wenn der Düsenkopf 53 mit einer Düse 4 versehen ist, die einen die Düsenmündung tragenden
Bauteil 62 trägt, der in die Randfuge zwischen den beiden Glasscheiben der Isolierglasscheibe
51 eintaucht und an der Außenfläche 55 des Abstandhalters 56 entlanggleitet, wird
beim Umfahren einer Ecke 61 der Isolierglasscheibe 51 die Bewegungsbahn 71 für die
Drehachse, um welche der Düsenkopf 53 verdrehbar an seinem Träger gelagert ist, so
gewählt, daß sie im Bereich der Ecke 61 innerhalb der Außenkontur der Isolierglasscheibe
51 liegt. Die Bewegungsbahn 71 ist in Fig. 4 durch die strichpunktierte Linie symbolisiert.
[0036] Sowohl bei der in Fig. 3 als auch bei der in Fig. 4 gezeigten Variante des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird der Austritt von Versiegelungsmasse aus der Versiegelungsdüse 4 auch
im Bereich einer Ecke ebensowenig unterbrochen wie die Bewegung der Versiegelungsdüse
4 um die Ecke 61 der Isolierglasscheibe 51 herum.
[0037] Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung sind für das
Versiegeln von Isolierglasscheiben 51 gedacht, die wenigstens eine Ecke 61 aufweisen,
an der die zur Ecke 61 führenden Ränder 60 der beiden Glasscheiben der Isolierglasscheibe
51 miteinander einen Winkel, z.B. einen rechten, stumpfen oder spitzen Winkel einschließen.
[0038] Zusammenfassend kann ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wie folgt beschrieben
werden:
[0039] Beim Versiegeln einer Isolierglasscheibe 51 mit wenigstens einer Ecke, in der die
zur Ecke führenden Ränder 60 der Glasscheiben der Isolierglasscheibe 51 miteinander
einen rechten, einen spitzen oder einen stumpfen Winkel einschließen, wird die Versiegelungsdüse
4 ohne anzuhalten in einem Zug um die Ecke 61 herum bewegt und während des Herumbewegens
der Versiegelungsdüse 4 um die Ecke der Austritt von Versiegelungsmasse aus der Versiegelungsdüse
4 in die Randfuge nicht unterbrochen. Beim Umfahren einer Ecke 61 wird die Bewegungsbahn
79 der zur Ebene der zu versiegelnden Isolierglasscheibe 51 senkrecht ausgerichteten
Achse, um welche die Versiegelungsdüse 4 verdrehbar ist, so geführt, daß sie von der
Außenkontur der Isolierglasscheibe 51 abweicht. Bei Versiegelungsdüsen 4, die an den
die Randfuge begrenzenden Rändern 60 der Glasscheiben der Isolierglasscheibe 51 außen
gleitend entlanggeführt werden, wird die Bewegungsbahn 79 so gewählt, daß sie im Bereich
der Ecke 61 von der Außenkontur der Isolierglasscheibe 51 weg nach außen und nach
der Ecke 61 wieder auf den Rand der Isolierglasscheibe 51 zurück verläuft. Bei Versiegelungsdüsen,
welche in die zu versiegelnde Randfuge eintauchen, wird die Bahn der Achse so gewählt,
daß sie im Bereich der Ecke 61 von der Außenkontur der Isolierglasscheibe 51 nach
innen bogenförmig abweicht.
1. Verfahren zum Versiegeln einer Isolierglasscheibe, bei dem Versiegelungsmasse aus
einer relativ zu der Isolierglasscheibe bewegten Versiegelungsdüse in die Randfuge
der Isolierglasscheibe eingespritzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß während des
Herumbewegens der Versiegelungsdüse um eine Ecke der Isolierglasscheibe und Verdrehen
der Versiegelungsdüse um eine zur Ebene der Isolierglasscheibe senkrechte Achse kontinuierlich
Versiegelungsmasse in die Randfuge der Isolierglasscheibe eingespritzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse, um welche die Versiegelungsdüse
verdrehbar ist, im Bereich einer Ecke der Isolierglasscheibe entlang einer Bahn bewegt
wird, die von der Außenkontur der Isolierglasscheibe abweicht.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahn im Bereich einer Ecke
der Isolierglasscheibe innerhalb der Isolierglasscheibe verläuft.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahn im Bereich der Ecke
der Isolierglasscheibe entlang einem Bogen, der innerhalb der Isolierglasscheibe liegt,
verläuft.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahn der Achse im wesentlichen
kreisbogenförmig ist.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahn im Bereich einer Ecke
der Isolierglasscheibe außerhalb der Isolierglasscheibe verläuft.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahn im Bereich einer Ecke
von der Außenkontur der Isolierglasscheibe schlaufenartig nach außen vom Rand der
Isolierglasscheibe weg und wieder zum Rand der Isolierglasscheibe zurück verläuft.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahn im
Bereich vor und nach der Ecke am Rand der Isolierglasscheibe verläuft.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefe
der Randfuge in Bewegungsrichtung vor der Versiegelungsdüse erfaßt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Volumen der Randfuge im
Bereich einer Ecke auf Grund der vor und nach dem Bereich der Ecke erfaßten Tiefe
der Randfuge berechnet und während der Bewegung der Versiegelungsdüse um die Ecke
herum eine der erfaßten Tiefe der Randfuge entsprechende Menge an Versiegelungsmasse
in die Randfuge eingespritzt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß bei im Eckbereich gekrümmten
Abstandhalterrahmen der äußere Krümmungsradius des Abstandhalterrahmens bei der Berechnung
des Volumens berücksichtigt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderleistung
von aus der Versiegelungsdüse austretender Versiegelungsmasse an die Relativgeschwindigkeit
zwischen Versiegelungsdüse und Isolierglasscheibe sowie dem Volumen der Randfuge angepaßt
geregelt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die je Zeiteinheit
aus der Versiegelungsdüse ausgepreßte Menge an Versiegelungsmasse erfaßt wird und
daß die Fördermenge in Abhängigkeit von der Relativgeschwindigkeit zwischen Versiegelungsdüse
und Isolierglasscheibe und dem Volumen der Randfuge geregelt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die je Zeiteinheit
aus der Versiegelungsdüse ausgepreßte Menge an Versiegelungsmasse erfaßt wird und
daß die Relativgeschwindigkeit zwischen Versiegelungsdüse und Isolierglasscheibe entsprechend
der Erfaßten Menge an Versiegelungsmasse und dem Volumen der Randfuge geregelt wird.
15. Vorrichtung, insbesondere zum Ausführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1
bis 14 mit einer Versiegelungsdüse (4), die entlang einer Randfuge einer Isolierglasscheibe
(51) bewegbar und um eine im rechten Winkel zur Ebene der Isolierglasscheibe (51)
ausgerichtete Achse verdrehbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen
Versiegelungsdüse (4) und Achse während des Versiegelungsvorganges veränderbar ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Versiegelungsdüse (4)
gegen die Kraft einer Feder von der Achse weg bewegbar ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß Sensoren vorgesehen
sind, welche den Anpreßdruck der Versiegelungsdüse (4) an den Rand der Isolierglasscheibe
(51) messen und daß eine Steuerung vorgesehen ist, welche den Abstand zwischen Achse
und Versiegelungsdüse (4) bei steigendem Anpreßdruck vergrößert und bei sinkendem
Anpreßdruck verkleinert.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß eine in
Bewegungsrichtung vor der Versiegelungsdüse (4) angeordnete Meßeinrichtung (22) für
die Tiefe der Randfuge vorgesehen ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß ein Meßlineal
vorgesehen ist, das den Abstand der Versiegelungsdüse (4), insbesondere deren Austrittsöffnung
für Versiegelungsmasse, von der Achse, um welche die Versiegelungsdüse (4) verdrehbar
ist, erfaßt.