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EP 0 911 157 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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27.02.2002 Patentblatt 2002/09 |
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Anmeldetag: 24.10.1997 |
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Rakel zum Abrakeln überflüssiger Druckfarbe von der Oberfläche einer Druckform
Blade for removing superfluous ink from the surface of a printing plate
Racle pour l'enlèvement de l'encre superflue de la surface d'une plaque
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE DE ES FR GB IT NL |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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28.04.1999 Patentblatt 1999/17 |
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Patentinhaber: MDC Max Dätwyler Bleienbach AG |
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CH-3368 Bleienbach (CH) |
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Erfinder: |
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- Dätwyler, Max
3368 Bleienbach (CH)
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Vertreter: Roshardt, Werner Alfred, Dipl.-Phys. |
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Keller & Partner Patentanwälte AG Schmiedenplatz 5 Postfach 3000 Bern 7 3000 Bern 7 (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-86/07309 NL-A- 9 300 810 US-A- 2 359 770
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DE-B- 2 817 964 US-A- 2 313 830
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Rakel zum Abrakeln überflüssiger Druckfarbe von der Oberfläche
einer Druckform gemäss dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Eine Rakel, die beispielsweise beim Tiefdruckverfahren verwendet wird, ist aus der
US-A-4,184,429 bekannt. Die Rakel besteht aus einem hinteren Rakelteil, der in einer
Halterung eingebaut ist, und aus einer vorderen Lamelle, die mit einem gewissen Druck
auf der Oberfläche der Druckform aufliegt. Die Lamelle ist wesentlich dünner als der
hintere Rakelteil (ihre Dicke beträgt etwa die Hälfte der Dicke des hinteren Rakelteils).
Der Vorteil dieser Rakel besteht darin, dass bei Abnützung der mit der Oberfläche
der Druckform zusammenwirkenden vorderen Berührungszone diese Berührungszone in ihrer
für die erforderliche Druckqualität notwendigen Grösse bzw. Geometrie möglichst unverändert
und unbeeinträchtigt bleibt, bis die gesamte Lamellenbreite verbraucht bzw. abgenutzt
wird. Die konstanten Geometrieverhältnisse im Berührungsbereich und damit auch der
konstante Rakeldruck machen eine manuelle Nachregulierung des Anpressdruckes überflüssig
und ermöglichen eine konstante Druckqualität.
[0003] Auch bei diesen Rakeln besteht jedoch die Gefahr, dass die Oberfläche der Druckform,
bei Tiefdruckformen die oberste Chromschicht, durch die Rakel abgenützt bzw. beschädigt
wird. Daneben wird auch die Rakel einem Verschleiss ausgesetzt. Die Tribologie bezüglich
Stahlrakel/Chromschicht war immer problematisch. Zur Behebung dieser Nachteile ist
ein Vorschlag aus der DE-A-28 17 964 bekannt, in die Rakel selber ein Schmiermittel
einzubetten, das in der Berührungszone zum Vorschein kommt und die Reibung zwischen
der Rakel und der Druckformoberfläche vermindert. Diese Lösung hat den Nachteil, dass
durch das eingebettete Schmiermittel die Eigenschaften der Rakel, beispielsweise ihr
elastisches Verhalten, beeinträchtigt werden. Ausserdem ist diese Lösung herstellungstechnisch
schwierig und teuer.
[0004] Zur Verminderung des Rakelverschleisses ist es auch bekannt, die Rakel im Bereich
der Lamelle mit verschleissfestem Material zu beschichten. Diese Lösung vergrössert
jedoch die Gefahr der Abnützung bzw. Beschädigung der Oberfläche der Druckform.
[0005] Die gleiche Problematik ergibt sich auch bei schmalen Rakeln, die aus einem dünnen,
zwischen zwei Stützblechen festgeklemmten und über die ganze Rakelbreite eine konstante
Dicke aufweisenden Blech gebildet sind, wie sie beispielsweise aus der US-A-2,313,830
bekannt sind. Fig. 5 dieser Druckschrift offenbart eine aus zwei Stahllamellen bestehende
und eine Schmierstoff-Zwischenschicht aufweisende Rakel, die im vorderen Bereich mit
einem verschleissfesten Material beschichtet ist.
[0006] Eine gattungsbildende Rakel, die auf einer Seite mit einer Schmierstoffpartikel enthaltenden
Beschichtung versehen ist, ist in Fig. 3 bzw. 4 der US-A-2,313,830 offenbart.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Rakel zu schaffen, bei
welcher sowohl die Abnützung der Oberfläche der Druckform als auch der Rakelverschleiss
erheblich vermindert werden.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch eine Rakel mit den im Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen gelöst.
[0009] Dadurch, dass der mit der Oberfläche der Druckform zusammenwirkende vordere Abschnitt
der Rakel über die ganze Rakellänge auf wenigstens einer Seite mit einer Beschichtung
versehen ist, die zusätzlich zu Schmierstoffpartikeln auch Partikel eines verschleissfesten
Materials aufweist, wird eine besonders effektive Verminderung des Rakelverschleisses
und eine Erhöhung der Lebensdauer der Rakel erreicht und gleichzeitig die Druckformoberfläche
vor Abnützung geschützt. Es ist dabei von Vorteil, dass die erfindungsgemässe Beschichtung
nachträglich an die wie bisher hergestellte Rakel aufgebracht werden kann, was herstellungstechnisch
einfach und kostengünstig ist.
[0010] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der erfindungsgemässen Rakel bilden den Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0011] Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnung näher erläutert.
[0012] Es zeigen rein schematisch:
- Fig. 1
- im vergrösserten Massstab ein Ausführungsbeispiel einer Rakel im Querschnitt; und
- Fig. 2
- stark vergrössert einen beschichteten Teil der Rakel nach Fig. 1 im Querschnitt.
[0013] Gemäss Fig. 1 besteht eine Rakel 1 aus einem hinteren Rakelteil 2 und einem vorderen
Abschnitt in Form einer mit letzterem einstückigen vorderen Lamelle 3, die dünner
ist als der hintere Rakelteil 2. Beispielsweise beträgt die Dicke D1 des hinteren
Rakelteiles 2 ca 150 µ, diejenige der Lamelle 3 (D2) ca 50 µ. Die obere Seite der
Lamelle 3 ist in Fig. 1 mit 3a, die untere mit 3b bezeichnet. Die Rakelbreite B1 kann
je nach Bedarf beispielsweise 8-80 mm betragen, wobei die Lamellenbreite B2 ungefähr
1 mm beträgt. Die Rakel kann je nach Anwendung verschiedene Rakellänge - gemessen
in einer zur Zeichnungsebene rechtwinkligen Ebene - aufweisen.
[0014] Die Rakel 1 wird mit ihrem hinteren Rakelteil 2 in eine in der Zeichnung nicht dargestellte
Halterung eingebaut, gegebenenfalls zusammen mit einer Stützrakel. Die Lamelle 3 wird
unter einem bestimmten Druck auf die Oberfläche einer in der Zeichnung schematisch
gestrichelt angedeuteten Druckform 10, beispielsweise eines Tiefdruckzylinders, angepresst,
um die überschüssige Druckfarbe von der Druckform abzurakeln. Die Drehrichtung der
Druckform 10 ist mit einem Pfeil D bezeichnet. Die an der Druckform zur Anlage kommende,
vordere Berührungszone der Lamelle 3 ist in Fig. 1 mit 4 bezeichnet. Die genaue Geometrie
der Rakel, ihre Positionierung gegenüber der Druckform und ihre Vorteile sind beispielsweise
aus der US-PS 4,184,429 bekannt und werden hier daher nicht näher beschrieben.
[0015] Um die Abnützung der mit der Rakel 1 im Kontakt stehenden Oberfläche der Druckform
10, beispielsweise der Chromschicht eines Tiefdruckszylinders, möglichst zu vermindern,
wird erfindungsgemäss die Lamelle 3 und auch der an die Lamelle 3 anschliessende Bereich
des hinteren Rakelteiles 2 über die gesamte Rakellänge mit einer Beschichtung 5 versehen,
die aus Schmierstoff besteht oder zumindest Schmierstoffpartikel aufweist. Durch den
im Berührungsbereich vorhandenen Schmierstoff wird die Reibung zwischen der Rakel
1 und der Oberfläche der Druckform 10 erheblich vermindert und die Abnützung der Druckformoberfläche
reduziert.
[0016] Wie das Beispiel gemäss Fig. 2 zeigt, kann mit Vorteil die Beschichtung 5 ein Trägermaterial
7 umfassen, in welchem sowohl Schmierstoffpartikel 8 als auch Partikel 9 eines verschleissfesten
Materials eingebettet sind (die Partikel 8 und 9 sind in Fig. 2 rein schematisch angedeutet).
Während die zuletzt genannten Partikel 9 den Verschleiss der Rakel 1 bzw. der Lamelle
3 reduzieren und ihre Lebensdauer erhöhen, sorgen die Schmierstoffpartikel 8 dafür,
dass die Abnützung der Druckformoberfläche - trotz dem Vorhandensein der den Rakelverschleiss
zwar reduzierenden, die Beschädigungsgefahr für die Druckformoberfläche jedoch an
sich eher erhöhenden Partikel 9 - wesentlich vermindert wird.
[0017] Die Beschichtung 5 weist eine Dicke von einigen µm auf, die Schmierstoffpartikel
8 sowie die Partikel 9 eines verschleissfesten Materials sind kleiner als 1 µm. Die
Beschichtung 5 kann in verschiedener Art und Weise auf die bereits fertiggestellten
Rakel aufgebracht werden, z.B. chemisch, galvanisch, durch Aufspritzen oder Aufkleben.
[0018] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel sind beide Seiten 3a, 3b des vorderen Abschnites
bzw. der Lamelle 3 beschichtet. Es könnte aber auch nur eine dieser Seiten 3a, 3b,
vorzugsweise die der Drehrichtung D der Druckform 10 zugekehrte Seite 3b erfindungsgemäss
beschichtet sein.
[0019] Es wäre aber auch möglich, eine der Seiten 3a, 3b mit der aus Schmierstoff bestehenden
oder Schmierstoffpartikel enthaltenden Beschichtung und die andere Seite mit einer
die Partikel eines verschleissfesten Materials aufweisenden Beschichtung zu versehen.
[0020] Die erfindungsgemässe Beschichtung könnte auch bei Rakeln Anwendung finden, die beispielsweise
aus der US-PS-5,638,751 bekannt sind. Bei diesen Rakeln ist zwischen dem mit der Oberfläche
der Druckform zusammenwirkenden vorderen Abschnitt (Bezugsziffer 18 nach der US-PS-5,638,751)
und dem hinteren Rakelteil (Bezugsziffer 14) ein Zwischenteil (Bezugsziffer 16) angeordnet,
der dicker als der vordere Abschnitt und dünner als der hintere Rakelteil ist. Auch
bei diesen Rakeln könnte der vordere Abschnitt in der vorstehend beschriebenen Art
und Weise beschichtet sein.
[0021] Während in der Zeichnug (und auch in der US-PS-5,638,751) der hintere Rakelteil und
der vordere Abschnitt (bzw. auch der Zwischenteil 16 nach der US-PS-5,638,751) einstückig
ausgebildet sind, kann der hintere Teil der erfindungsgemäss beschichteten Rakel aus
zwei oder mehreren übereinanderliegenden und miteinander verbundenen Teilen bzw. Schichten
bestehen.
[0022] Auch schmale Rakel, die aus einem dünnen, zwischen zwei Stützblechen festgeklemmten
und über die ganze Rakelbreite eine konstante Dicke aufweisenden Blech gebildet sind,
können mit der erfindungsgemässen Beschichtung ausgestattet sein.
1. Rakel zum Abrakeln überflüssiger Druckfarbe von der Oberfläche einer Druckform (10),
deren mit der Oberfläche der Druckform (10) zusammenwirkender vorderer Abschnitt (3)
über die ganze Rakellänge auf wenigstens einer Seite (3a, 3b) mit einer Schmierstoffpartikel
(8) enthaltenden Beschichtung (5) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herabsetzung des Rakelverschleisses die Beschichtung (5) zusätzlich Partikel
(9) eines verschleissfesten Materials aufweist.
2. Rakel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (5) ein Trägermaterial (7) umfasst, in welchem Schmierstoffpartikel
(8) und Partikel (9) eines verschleissfesten Materials eingebettet sind.
3. Rakel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der vordere Abschnitt (3) dünner ist als ein hinterer, für den Einbau in einer Halterung
vorgesehener Rakelteil (2).
4. Rakel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der hintere Rakelteil (2) und eine den vorderen Abschnitt bildende Lamelle (3) einstückig
ausgebildet sind.
5. Rakel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Lamelle (3) und dem hinteren Rakelteil (2) ein Zwischenteil angeordnet
ist, der dicker als die Lamelle (3) und dünner als der hintere Rakelteil (2) ist.
6. Rakel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der hintere Rakelteil (2) aus zwei oder mehreren übereinanderliegenden und miteinander
verbundenen Teilen besteht.
7. Rakel nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die die Lamelle (3) überdeckende Beschichtung (5) sich in den an die Lamelle (3)
angrenzenden Bereich der Rakel hinein erstreckt.
8. Rakel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (5) nur auf der der Drehrichtung (D) der Druckform (10) zugekehrten
Seite (3b) des vorderen Abschnittes (3) angebracht ist.
1. A doctor blade for wiping excess ink off the surface of a printing form (10), wherein
its front section (3), which interacts with the surface of the printing form (10),
is provided, over the entire length of the doctor blade and on at least one side (3a,
3b), with a coating (5) containing lubricant particles (8) characterized in that in order to reduce the wear on the doctor blade, the coating (5) additionally comprises
particles (9) of a wear-resistant material.
2. The doctor blade as claimed in claim 1, wherein the coating (5) comprises a carrier
material (7), in which lubricant particles (8) and particles (9) of a wear-resistant
material are embedded.
3. The doctor blade as claimed in claim 1 or 2, wherein the front section (3) is thinner
than a rear doctor blade part (2), provided for installation in a holder.
4. The doctor blade as claimed in claim 3, wherein the rear doctor blade part (2) and
a leaf (3) forming the front section are made in one piece.
5. The doctor blade as claimed in claim 4, wherein an intermediate piece, which is thicker
than the leaf (3) and thinner than the rear doctor blade part (2), is arranged between
the leaf (3) and the rear doctor blade part (2).
6. The doctor blade as claimed in claim 3, wherein the rear doctor blade part (2) comprises
two or more parts lying on top of one another and connected to one another.
7. The doctor blade as claimed in claim 4 or claim 5, wherein the coating (5), in addition
to covering the leaf (3), also extends into the region of the doctor blade which adjoins
said leaf.
8. The doctor blade as claimed in one of claims 1 to 7, wherein the coating (5) is applied
only to the side (3b) of the front section (3b), which faces the direction of rotation
(D) of the printing form (10).
1. Racle pour racler de l'encre d'impression excédentaire de la surface d'une forme d'impression
(10), quelle section avant (3), concourant avec la surface de la forme (10), est munie
sur toute la longueur de la racle, au moins sur un côté (3a, 3b), d'un revêtement
(5) composé de lubrifiant ou contentant des particules lubrifiantes (8), caractérisée en ce que, pour abaisser l'usure de la racle, le revêtement (5) présente supplémentaire des
particules (9) d'un matériau résistant à l'usure.
2. Racle suivant la revendication 1, caractérisée en ce que le revêtement (5) comporte un support (7), dans lequel sont enrobées des particules
lubrifiantes (8) et des particules (9) d'un matériau résistant à l'usure.
3. Racle suivant l'une des revendications 1 et 2, caractérisée en ce que la section avant (3) est plus mince qu'une partie de racle arrière (2), prévue pour
le montage dans une fixation.
4. Racle suivant la revendications 3, caractérisée en ce que la partie de racle arrière (2) et une lamelle (3), formant la section avant, sont
réalisées d'une seule pièce.
5. Racle suivant la revendication 4, caractérisée en ce qu'une partie intermédiaire, qui est plus épaisse que la lamelle (3) et plus mince que
la partie de racle arrière (2), est disposée entre la lamelle (3) et la partie de
racle arrière (2).
6. Racle suivant la revendication 3, caractérisée en ce que la partie de racle arrière (2) se compose de deux ou de plusieurs parties superposées
et assemblées entre elles.
7. Racle suivant l'une des revendications 4 et 5, caractérisée en ce que le revêtement (5) s'étend en dehors de la lamelle dans la zone limitrophe à cette
dernière de la racle.
8. Racle suivant l'une des revendications 1 à 7 caractérisée en ce que le revêtement (5) n'est appliqué que sur un côté (3b) de la section avant (3), qui
est tourné vers le sens de rotation (D) de la forme d'impression (10).
