[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäss dem Oberbegriff des ersten unabhängigen
Verfahrensanspruchs sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Verfahren
und Vorrichtung dienen dazu, um in verdicktem Rohöl bzw. aus dessen schlammigen bis
kompakten Sedimenten in Behältern, in denen Rohöl gelagert und/oder transportiert
werden, gebundenes Rohöl zurückzugewinnen.
[0002] Das in der Rohölgewinnung aus dem Boden geförderte Rohöl wird zunächst ohne irgendwelche
weitere Behandlung in Vorratsbehältern, den Rohöltanks mit grossem Fassungsvermögen
gelagert und zur Verteilung bereit gehalten. Die Standzeiten des Öls in derartigen
Behältern sind meist lang genug, dass sich, insbesondere bei extremen klimatischen
Bedingungen, beträchtliche Sedimentationen bilden können. Dabei können die Geschwindigkeit
der Sedimentbildung und die Formation und Zusammensetzung der Sedimente je nach Provenienz
des Öls sehr verschieden sein. Wenn derartige Behälter mehrere Male teilweise geleert
und wieder aufgefüllt werden, ohne dass die Sedimente entfernt werden, kann sich eine
Sedimentschicht mit einer Dicke bis 1,5m und mehr bilden. Die in einer derartigen
Sedimentschicht enthaltenen Mengen von Rohöl sind beträchtlich, da sie weitgehend
aus verdicktem Oel und darin enthaltenen höhermolekularen Substanzen wie bspw. Asphalt,
Paraffinen oder Wachsen enthält. Die Sedimente können aber auch aus leichteren Rohölanteilen
durch Eindickung unter dem Einfluss von Wärme entstehen. Die Sedimente haben oft eine
gallertartige Konsistenz und stellen nichts anderes dar als eine schwere Rohölfraktion,
deren Bestandteile grösstenteils mit Rohöl oder leichteren Rohölanteilen gut mischbar
bzw. darin gut löslich sind. Daneben enthalten die Sedimente aber auch Fremdkörper
in Form von beispielsweise Steinen oder Metallteilen, meist in Form von Rost.
[0003] Für lange Zeit bedeuteten die oben beschriebenen Sedimente in den Rohölbehältern
ein unerwünschtes Material, das bei periodischen Reinigungen der Behälter heute noch
mit entsprechenden Reinigungsmedien, meist mit wässrigen Lösungen von Detergentien,
aus den Behältern entfernt und mehr oder weniger sinnvoll deponiert oder vernichtet
wurde. Ein Beispiel zeigt das Dokument US-A-1,978,015 (Erdman) gemäss welchem eine
Vorrichtung und ein Verfahren zur Reinigung eines Tanks beschrieben ist. Die Vorrichtung
ist eine festeingebaute Einrichtung, mit welcher nach Entleerung des Tanks eine Waschflüssigkeit
oder Dampf zur Entfernung von auf dem Boden angesammelten Rückständen eingeleitet
und nach Auflösung derselben durch Absaugen wieder entfernt wird. Zurück bleibt ein
gereinigter Tankboden. Schräg angeordnete Austrittsstellen, derart geformt, dass sie
die Flüssigkeit zurücksaugen können, vermögen die eingeleitete Flüssigkeit in eine
wirbelartige Strömung bringen. Ein weiteres Beispiel für die Reinigung von Tanks zeigt
das Dokument US-A-2,574,958 (Carr) gemäss welchem eine Art Floss auf dem Oel schwimmt,
an dessen Unterseite ein Mischpropeller angebracht ist, mit welchem das Oel bewegt
wird. Der Propeller wird von aussen am Tank über Druckleitungen hydraulisch angetrieben.
Mit einem Kabel quer durch den Tank wird das Floss festgehalten, dass es nicht durch
den wie eine Schiffsschraube wirkenden Propeller davonschwimmt mit der Tankwand kollidiert.
Die Mischwirkung ist fragwürdig; später wurden im Abstand zueinander rund um den Tank
Mischpropeller in die Tankwand eingebaut, dieses Verfahren wird für kleinere Tanks
heute noch angewendet. An eine Wiedergewinnung des gebundenen Rohöls wurde bei allen
diesen Massnahmen nicht gedacht.
[0004] In der Patentdruckschrift EP-160805 ist noch später ein Verfahren beschrieben worden,
mit dem derartige Sedimente in Rohöltanken oder ähnlichen Lager- oder Transportbehältern
in eine wiederverwendbare Form gebracht werden. Zu diesem Zwecke wird gemäss dieser
Druckschrift durch rotierende Düsenköpfe, die in das Sediment eingeführt werden, Rohöl
in das Sediment gespritzt. Dadurch wird das Sediment über eine grosse Fläche mit der
Flüssigkeit verwirbelt und zerteilt und in Bewegung gesetzt und mindestens teilweise
aufgelöst. Es erweist sich dabei als vorteilhaft, die Aktivität der einzelnen Düsenköpfe
derart aufeinander abzustimmen, dass die von je einem Düsenkopf erzeugten Wirbel durch
gegenläufiges Drehen zur Bildung von Strömungen zusammenwirken.
[0005] Aus der genannten Druckschrift (EP-160805) erkennt man, dass das beschriebene Verfahren
recht kompliziert ist. Der Grund dafür ist der zwingende Einsatz von Drehlanzen, mit
denen eine möglichst grosse Umgebung mit eingedüstem Oel behandelt und eine Wirbelbildung
erzielt werden soll. Bezüglich Energieverbrauch und insbesondere bezüglich Vorrichtung
und Montageverfahren ist das relativ aufwendig. Man braucht Mittel, das heisst Antriebe
zum Rotieren der Lanzen. Durch dieselben Lanzen muss auch das Verdünnungsmittel, das
frische Rohöl, eingeführt werden. Man braucht für die gewünschte Wirbelbildung auch
Steuermittel um die Drehrichtung der Lanzen zu kontrollieren. Ausserdem sind solche
Rotationslanzen mechanisch kompliziert und dadurch eher störungsanfällig. Fällt die
kombinierte Rotation aus, dann fällt auch die Strömungsbildung aus, was jedoch bei
der flächigen Wirkung der rotierenden Düsen nicht so sehr ins Gewicht fällt. Doch
die geforderte Dreifachfunknon: Rotieren mit bspw. pneumatischen Mitteln, Durchpumpen
und Eindüsen von Rohöl, die Rotation der Düsenköpfe steuern, alles gleichzeitig, ist
aufwendig und prozessmässig eher nachteilig. Der Bau von Rotations-Lanzen benötigt
zudem eine relativ grosse Präzision, da Wälzlager und andere Elemente, die enge Fertigungstoleranzen
für Passungen z.B. erfordern in der Vorrichtung eingebaut sind. Dies macht den Bau
solcher Vorrichtungen verhältnismässig teuer.
[0006] Man kann zeigen, dass dieser relativ grosse Aufwand vermieden werden kann-Die Erfindung
stellt sich daher die Aufgabe, solche Nachteile zu beheben. Die Aufgabe wird gelöst
durch das Verfahren, die Vorrichtung und die Anordnung wie sie in den Patentansprüchen
definiert sind.
[0007] Das erfindungsgemässe Verfahren besteht im wesentlichen darin, im und unmittelbar
über dem Sediment mit hydrodynamischer Energie eine Vielzahl von räumlich fix ausgerichteten
Flüssigkeitsstrahlen derart einzubringen, dass die eingebrachte Flüssigkeit einen
im wesentlichen horizontal verlaufenden Strom ausbildet. Ziel ist, im Ensemble der
Flüssigkeitsstrahlen einen gezielten Strom bzw. gezielte Ströme auszubilden. Bspw
ein in sich geschlossener Strom bzw. eine in sich geschlossene Strömung verhält sich
in einem Behälter mit kreisförmigem Grundriss, als würde er bzw. sie durch ein gigantisches
Rührwerk angetrieben, was durch die Vielzahl von speziell angeordneten und ausgerichteten
Lanzen mit feststehender Düsenausrichtung bewirkt wird. Dabei soll die Grenze der
strömenden Flüssigkeitsschicht gegen oben möglichst ungestört bleiben und ihre Grenze
gegen unten, also die Grenze zwischen strömender Flüssigkeit und Sediment so ausgebildet
sein, dass eine verstärkt erosive Wirkung der Strömung entsteht. Um die Prozessenergie
möglichst klein zu halten, ist es auch das Ziel des Verfahrens, nur dort gerichtete
Massenströme zu erzeugen wo sie für die Auflösung des Sediments notwendig sind. Es
wird angestrebt im wesentlichen nur eine bestimmte Schicht, nämlich den Bereich über
der Sedimentschicht in Strömung zu versetzen. Es ist nicht nötig, die über dieser
strömenden Schicht liegende Fluidmasse auch noch in Bewegung zu versetzen. Wegen der
inneren Reibung im Fluid wird dies allerdings nicht gänzlich vermieden werden können,
aber dieser zusätzliche Energieeinsatz wird gering gehalten.
[0008] Dadurch verbraucht das erfindungsgemässe Verfahren weniger Verfahrens-Energie als
das bekannte Verfahren und ist einfacher durchzufuhren. Die zur Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens zu schaffende Vorrichtung ist viel einfacher und leichter zu betreiben
als die entsprechende Vorrichtung für das bekannte Verfahren und insbesondere ist
sie einfacher auf die zu behandelten Behälter anzupassen und zu montieren. Die Mittel
dazu sind sehr vereinfachte, kostengünstig herzustellende, einfach montierbare, robuste,
unanfällige und praktisch wartungsfreie Lanzen.
[0009] Die unmittelbar über dem Sediment liegende Flüssigkeit unterscheidet sich von dem
über dem Sediment stehenden Rohöl mindestens darin, dass ihre Konzentration an Stoffen
aus der Sedimentation kleiner ist. Es handelt sich also im Falle eines Rohölbehälters
beispielsweise um Rohöl aus oberen Schichten des Behälters oder um einen weniger konzentrierten
Anteil desselben Rohöls, das heisst um einen Rohölanteil, aus welchem die schweren
Bestandteile abgetrennt sind. Auf jeden Fall sind die wesentlichen Bestandteile der
verwendeten Flüssigkeit dieselben wie die wesentlichen Bestandteile der im zu behandelnden
Behälter gelagerten und/oder transportierten Flüssigkeit, derart, dass die Flüssigkeit
nach Aufnahme der Sedimentstoffe bedenkenlos der gelagerten Flüssigkeit beigemischt
und/oder derselben Weiterverarbeitung zugeführt werden kann.
[0010] Das erfindungsgemässe Verfahren macht sich den Befund zunutze, dass es durch entsprechende
Zufuhr von Strömungsenergie (hydrodynamische Energie) möglich ist, in ruhenden Flüssigkeiten
einen Bereich oder eine Schicht in Strömungs-Bewegung zu versetzen, wobei sich zwischen
der strömenden Schicht und darüber bzw. darunter liegenden, stationären oder mit einer
anderen Geschwindigkeit strömenden Schichten eine Art Scherflächen ausbilden. Zur
Ausbildung einer solchen strömenden Schicht wird die einzubringende Flüssigkeit mit
einer relativ zur Strömungsachse im wesentlichen in tangentialer Richtung und vorgegebener
Geschwindigkeit in die stehende Flüssigkeit eingedüst, wozu entsprechend in eine feste
Richtung ausgerichtete, stationäre Einspritzdüsen verwendet werden, durch die die
Flüssigkeit unter Druck gepresst wird.
[0011] Dabei ist es von Vorteil, wenn mindestens im Bereiche der oberen Scherfläche eine
Durchmischung möglichst verhindert wird; und zwar aus dem folgenden Grund: In Behältern,
in denen Rohöl oder Flüssigkeiten ähnlichen Charakters unter gleichbleibendem Einfluss
der Schwerkraft während einer genügend langen Zeit stationär gelagert werden, bilden
sich nicht nur Sedimente sondern es bildet sich vermutlich auch ein Zusammensetzungsgradient
über die Höhe der Flüssigkeitssäule, derart, dass die Konzentration der auch im Sediment
aufkonzentrierten Stoffe von oben nach unten zunimmt. Die untersten Flüssigkeitsschichten
enthalten also die auch im Sediment enthaltenen Stoffe bereits in hoher Konzentration
und sind aus diesem Grunde für eine effiziente Wiederverflüssigung der beschriebenen
Sedimente wenig geeignet. Mit dem erfindungsgemässen Verfahren gelingt es nun, über
dem Sediment neue Flüssigkeit einzubringen und diese nur in einem geringen Masse mit
den untersten Schichten des gelagerten Öls zu mischen, wodurch das erfindungsgemässe
Verfahren gegenüber dem bekannten Verfahren an Effizienz gewinnt.
[0012] Wird die für die Verflüssigung besser geeignete Flüssigkeit aus der Schicht über
der Kreisstromschicht in die Kreisstromschicht eingedüst, so entsteht an der Scherfläche
ein gewisser Massenstrom von der Kreisstromschicht in den darüberliegenden durch die
Scherfläche abgegrenzten Bereich oder aber es wird der Kreisstromschicht eine entsprechende
Menge an Fluid, nämlich die Menge der eingedüsten Flüssigkeit kontinuierlich entnommen.
So wird die Kontinuitätsbedingung für die Kreisstromschicht eingehalten.
[0013] Da die Sedimente in der Regel eine landschaftsartige, unebene Oberfläche besitzen,
entsteht an der unteren Grenzfläche der strömenden Schicht schon aus diesem Grunde
ein vermehrter Auflösungseffekt. Zusätzlich können einige oder alle Einspritzdüsen
in einem flachen Winkel nach unten zeigen, derart, dass die eingebrachte Flüssigkeit
leicht gegen die Sedimentoberfläche, also nicht ganz horizontal eingespritzt wird,
wodurch eine örtliche Strömungskomponente in vertikaler Richtung begünstigt wird.
[0014] Eine beispielhafte Ausführungsform einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens besteht im wesentlichen aus einer Mehrzahl von hohlen, das einzudüsende
Rohöl führenden Lanzen, die in im wesentlichen vertikaler Richtung in den zu behandelnden
Behälter einführbar sind, auch durch das Sediment hindurch, möglichst bis auf den
Behälterboden. Dabei weist der gegen den Behälterboden gerichtete Endbereich jeder
Lanze mindestens eine seitlich an der Lanze angeordnete Düse auf, vorzugsweise sind
es aber mehrere im Abstand übereinander angeordnete Düsen, und ihr anderes, oben aus
dem Behälter ragendes Ende ist mit einer Zuleitung verbindbar, durch welche Zuleitung
unter Druck Flüssigkeit zuführbar ist. Die Düsen sind an den Lanzen derart angeordnet,
dass sie im wesentlichen in eine gemeinsame Richtung zeigen. In einer weiteren Ausführungsform
können zwei entlang der Rohrachse im radialen Winkel zueinander stehende Reihen von
Düsen angeordnet werden. Die Lanzen werden derart positioniert, dass ein Teil der
Düsen über der Sedimentoberfläche und ein Teil der Düsen im Sediment positioniert
sind. Dies wird beispielsweise realisiert mit Lanzen, die Reihen von übereinanderliegenden
Düsen aufweisen, wobei die Länge der Düsenreihen vorteilhafterweise so gross ist,
dass sie auch mächtige Sedimentschichten überragen können.
[0015] Die Lanzen werden über die Grundfläche des Behälters verteilt im wesentlichen senkrecht
im Behälter positioniert, derart, dass die mit den Düsen versehenen Endbereiche der
Lanzen möglichst bis zum Behälterboden reichen, das heisst, auch in die Sedimentschicht
eingeführt sind. Alle Lanzen werden derart ausgerichtet, dass die Spritzrichtungen
aller Düsen bspw. eine relativ zu einer vorgegebenen Strömungszentrum (oder zu einem
anderen zentralen Bereich) tangentiale, in derselben Strömungsrichtung ausgerichtete
Komponente aufweisen. Das Strömungszentrum wird für zylindrische Behälter vorteilhafterweise
auf die Behälterachse ausgerichtet.
[0016] Wenn die Lanzen positioniert, die Düsen entsprechend ausgerichtet und die Lanzen
mit dem Zufuhrsystem verbunden sind, wird Flüssigkeit in die Lanzen gepresst und durch
die Düsen in den Behälter eingedüst. Dabei wird in einer Anfangsphase die Flüssigkeit
vor allem aus Düsen austreten, die über der Sedimentoberfläche in der überstehenden
Flüssigkeit liegen, da das Sediment dem Austritt aus den anderen Düsen einen wesentlich
höheren Widerstand entgegensetzt als die darüber stehende Flüssigkeit. Durch die oben
beschriebene Ausrichtung der Düsen entsteht nach einiger Zeit über dem Sediment ein
im wesentlichen horizontal verlaufender Flüssigkeitsstrom beispielsweise in Form einer
strömenden Flüssigkeitsschicht, die hauptsächlich aus neu zugerührter Flüssigkeit
besteht. Dieser Flüssigkeitsstrom interagiert mit der Sedimentoberfläche und erodiert
diese, wobei die Sedimentoberfläche sinkt und immer weitere, direkt an der Sedimentoberfläche
liegende Düsen in den allgemeinen Flüssigkeitsstrom hineinkommen.
[0017] Durch den erzeugten Strom, der sich bspw. sukzessive zu einem Kreisstrom ausbildet,
wird die neu zugeführte Flüssigkeit in den Bereich mehrerer in Strömungsrichtung (stromabwärts)
angeordneter Düsen transportiert, wobei sie sich mit den zu verflüssigenden Sedimentstoffen
anreichert, und dann wird sie von weiter zugeführter Flüssigkeit gegen oben verdrängt.
[0018] Das Sediment kann auf diese Weise bis auf den Behälterboden abgebaut werden. Schwere,
unlösliche Sedimentbestandteile wie Steine, Metallteile, Rost oder ähnliches werden
wegen der nur geringen, aber unvermeidlichen Verwirbelung den Bodenbereich kaum verlassen
und können in einem separaten Arbeitsgang aus dem Behälter entfernt werden.
[0019] Lagertanks für Rohöl haben aus statischen Gründen meistens einen kreisrunden Grundriss,
der sich auch für die Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens bestens eignet,
da bei der Erzeugung einer strömenden Flüssigkeitsschicht sich keine "toten Winkel"
bilden, in denen die Flüssigkeit nicht bewegt wird. Es ist aber trotzdem möglich,
das erfindungsgemässe Verfahren auch in Behältern mit anderen Bodenformen bzw. Grundrissen
anzuwenden, wobei der zu erzeugende, möglichst in sich geschlossene Strömung vorteilhafterweise
im wesentlichen parallel zur Behälterwandung fliesst.
[0020] Das erfindungsgemässe Verfahren und die erfindungsgemässe Vorrichtung werden nun
anhand der folgenden Figuren im Detail beschrieben. Dabei zeigen:
- Figur 1
- das Prinzip einer sich bewegenden Kreisstromschicht mit angrenzenden Scherflächen
in einem zylindrischen Flüssigkeitsbehälter;
- Figur 2
- das Prinzip der Erzeugung einer Kreisstromschicht;
- Figur 3
- eine prinzipielle Darstellung der Erzeugung einer Kreisstromschicht im unteren Teil
eines zylindrischen Tanks mit Hilfe der erfindungsgemässen Tauchlanzen;
- Figur 4
- das Ausrichtungsprinzip für die Düsen zur Erzeugung von Strömungen;
- Figur 5, 7 und 8
- drei beispielhafte Anordnungen von Lanzen in Behältern mit verschiedenen Grundrissen;
- Figur 6
- das Prinzip der Uebernahme von Strömungen durch nacheinander geschaltete Düsenpaare.
- Figur 9
- das Erzeugen eines Kreisstroms über einer Sedimentschicht;
- Figur 10
- das Eindüsen von Flüssigkeit in die Sedimentschicht;
- Figur 11
- eine bevorzugte Ausführungsform der Lanzen anhand eines Längsschnittes durch einen
Rohöltank und durch ein Lanzensystem;
- Figur 12
- eine Ausführungsform einer in zwei Achsen bewegbaren Düse;
- Figur 13
- einen Schnitt durch eine Lanze mit zwei Düsenreihen, welche in verschiedene Richtungen
wirken;
- Figur 14
- eine Ausführungsform eines Düsensystems, welches um eine Achse drehbar ist;
- Figur 15
- eine billige, robuste, einfache Ausführungsform einer Lanzenunterseite mit einer Düsenreihe,
welche Düsen in einer Achse beweglich sind;
- Figur 16
- eine Ausführungsform einer Lanze, die teilweise aus einem flexiblen Schlauch besteht;
- Figur 17
- Ausführungsformen von Düsen, die wenn gewünscht, gesperrt bzw. verschlossen werden
können;
- Figur 18
- eine Ausführungsform von Lanzen mit einer primären und einer sekundären Düsenreihe,
die es erlauben, augeprägtere Scherflächen zu erzeugen;
- Figur 19
- schematisch ein mögliches, die gewünschte Stömungsform unterstützendes Prinzip mit
Hilfe von Ansaugstellen;
- Figur 20
- zeigt in einem dreidimensionalen Diagramm vereinfacht d.h. idealisiert, wie das erfindungsgemässe
Verfahren abläuft.
[0021] Figur 1 zeigt in einer schematisierten Darstellung das idealisierte Prinzip einer sich kreisförmig
angetriebenen Flüssigkeitsschicht anhand einer Zeichnung eines zylinderförmigen Gefässes
1 mit einer Mittelachse 34 als Strömungszentrum, in welchem Gefäss 1 ein Fluid 2 enthalten
ist. Das Fluid 2 ist hier in 3 Schichten aufgeteilt. Die Schichten 6.1 und 6.2 seien
Schichten mit relativ zum Gefäss 1 ruhendem Fluid 2. Zwischen diesen zwei ruhenden
Schichten befindet sich eine Schicht 5 in welcher das Fluid in Bewegung ist. Die Bewegungrichtung
der Schicht wird mit dem Pfeil 35 dargestellt. Die Schicht 5 bewegt sich im wesentlichen
kreisförmig, d.h. es existiert in der Schicht 5 ein Kreisstrom um die Mittelachse
34 des Gefässes 1 als Bewegungszentrum. Der Kreisstrom sei ein Strom ohne Verwirbelungen
und Turbulenzen. Das Strömungsfeld innerhalb der Schicht sei homogen und bestehe ausschliesslich
aus horizontalen Bewegungskomponenten.
[0022] Da sich die Schicht 5 relativ zu den Schichten 6.1 und 6.2 bewegt, bilden sich zwischen
den ruhenden Schichten 6 und der Kreisstromschicht 5 die Scherflächen 30.1 bzw. 30.2
aus. Die Figur 1 beschreibt, wie gesagt, ein idealisiertes System, bei welchem die
Reibung an den Scherflächen vernachlässigt wurde. Die meist ausgeprägten Scherflächen
zeichnen sich in Wirklichkeit dadurch aus, dass Schubspannungen wegen der horizontalen
Relativbewegung der angrenzenden Fluidschichten zueinander und der Reibung innerhalb
des Fluids in ihnen aufgebaut werden. Dies hat zur Folge, da die Reibungskräfte im
Wesentlichen tangential zur Aussenwand des Gefässes 1 verlaufen, dass sich die Schicht
6 mindestens aber der unterste, der Scherfläche benachbarte Teil welcher Schicht,
die idealerweise relativ zum Gefäss 1 ruht, leicht bewegen kann. Zum besseren Verständnis
werden diese sekundären Effekte im folgenden vernachlässigt.
[0023] In Figur 1 sind die Mittel, welche die erforderliche Energie in die zu bewegende
Schicht 5 einbringen nicht eingezeichnet. Doch geht es hier vorerst nicht um eine
konkrete Ausführungsform, als vielmehr darum in anschaulicher Art das Prinzip der
Kreisstromschicht darzulegen.
[0024] Da die Kreisstromschicht 5 wenig Verwirbelungen, d.h. im wesentlichen horizontale
tangential zur Gefässaussenwand verlaufende Komponenten aufweist, ist der Energiebedarf
für das Erzeugen und Aufrechterhalten einer solchen Strömung gering. Die Strönung
hat einen kleinen inneren Energieverlust, weil sich die Fluidmasse in der Schicht
5 gleichförmig und ohne Wirbelbildung relativ zum Gefäss 1 bewegt. Es ist dem Anwender
des Verfahrens sogar möglich die Dicke bzw. Höhe der Kreisstromschicht bzw. -säule
unter Zuhilfenahme der erfindungsgemässen Vorrichtung selbst zu bestimmen und er hat
somit die Möglichkeit ein nur so kleiner Teil der Fluidmasse in Bewegung zu bringen
bzw. zu halten, wie für das Verfahren nötig ist. Dies bringt eine weitere signifikante
Reduktion im Energieverbrauch (bspw. Pumpenleistung) des Systems in der Anlage.
[0025] Figur 2 zeigt schematisch das hier ebenfalls idealisierte Prinzip der Energiezufuhr in die
Kreisstromschicht 5. Die Dicke der Kreisstromschicht 5 wird im wesentlichen bestimmt
durch die Anordnung der Mittel, nachfolgend Bewegungsenergiequellen 7 genannt, die
Bewegungsenergie in das Fluid einbringen. In der Figur sind diese Bewegungsenergiequellen
7 als Punkte dargestellt, von denen ein gerichteter Flüssigkeitsstrahl oder eine gerichtete
Flüssigkeitsbeschleunigung ausgeht. Die Richtungspfeile 36 zeigen die Richtung an,
in welche das Fluid von der Bewegungsenergiequellen 7 beschleunigt bzw. bewegt wird.
Als Bewegungsenergiequellen 7 können verschiedene Mittel eingesetzt werden. Hier sind
es Düsen, die Fluid einspritzen oder aber Elemente, die im Sinne der Figur 2 Bewegungsenergie
in die Schicht 5 einbringen.
[0026] Die vorliegende Erfindung befasst sich mit der Energiezufuhr in die Flüssigkeit mittels
Eindüsen von Flüssigkeit aus den ruhenden Schichten 6.1 bzw. 6.2 oder, bevorzugt,
aus der Kreisstromschicht selber, welche mittels einer Pumpe durch die Düsen gepresst
wird. Dieses Verfahren wird in der Figur 3 ausführlich beschrieben.
[0027] Die Ausrichtung der Kreisstromschicht 5 wird im wesentlichen beeinflusst durch die
Ausrichtung der Bewegungsenergiequellen 7. Visualisiert wird diese Ausrichtung in
der Figur durch die Richtungspfeile 36. In der Figur 2 sind diese Pfeile so gerichtet,
dass, von oben auf das Gefäss gesehen, ein Kreisstrom im Gegenuhrzeigersinn entsteht,
Die Richtungspfeile zeigen im wesentlichen in Strömungsrichtung, nämlich tangential
zur Gefässaussenwand.
[0028] Die Ausdehnung der Kreisstromschicht 5 in Längsrichtung des Gefässes 1 ist im wesentlichen
von der Ausdehnung der Bewegungsenergiequellen 7 in Richtung der Gefässlängsachse
34 abhängig, die gleichzeitig das Strömungszentrum des Kreisstroms 5 ist. Um eine
ausgeprägte Kreisstromschicht 5 zu erzeugen, ist es von Vorteil, wenn die Bewegungsenergiequellen
7 so regelmässig wie möglich über die Höhe, über den Radius und über den Umfang der
zu erzeugenden Kreisstromschicht 5 verteilt sind. In der Figur 2 sind die Bewegungsenergiequellen
7 in fünf Gruppen von übereinanderliegenden Reihen mit gleichem Abstand zueinander
angeordnet. Die Anordnung in der Figur zeigt nur das Prinzip der Anordnung dieser
Bewegungsenergiequellen 7. Optimalere Anordnungen werden in einigen den folgenden
Figuren ausführlich diskutiert.
[0029] Figur 3 zeigt in einer schematisierten Darstellung das erfindungsgemässe Prinzip des Eindüsens
von Flüssigkeit in die zu bewegende Kreisstromschicht 5 eines zylinderförmigen Rohöltanks
1 mit einer Mittelachse 34 als Strömungszentrum um welches das Fluid, das sich in
der bewegten Schicht 5 befindet kreisförmig dreht Durch die freie Oberfläche der Flüssigkeit
sind Lanzen 10 in den Tank 1 eingetaucht. Und zwar reichen diese Lanzen bis in den
Bereich des Bodens des Tanks 1. Die Lanzen 10 weisen Reihen von übereinander angeordneten
Düsen 11 auf, welche Düsenreihen sich vom dem Tankboden zugewandten Ende der Lanzen
10 bis zur Scherfläche 30 erstrecken. Die Düsen übernehmen die Funktion der Bewegungsenergiequellen
aus der Figur 2.
[0030] In der Figur 3 sind mehrere Lanzen 10 gleichmässig auf einem konzentrischen Kreis
zur Tankmantelfläche angeordnet. Die Lanzen 10 sind derart ausgerichtet, dass die
Achse der Düsen 11 im wesentlichen tangential zur Tankmantelfläche gerichtet sind.
Die Öffnungen der Düsen 11 sind in die Bewegungsrichtung des Kreisstroms gerichtet.
[0031] Die aus dem Tank ragenden Enden der Lanzen sind mit einem Zufuhrsystem verbindbar,
das in der Figur 3 schematisch durch Zuleitungen 20, einem Verteiler 29, einer Pumpe
26 und einer Ansaugstelle 21a im Bereich der bewegten Kreisstromschicht 5 dargestellt
ist. Es ist somit möglich, Flüssigkeit aus der Kreisstromschicht abzusaugen und diese
mit Hilfe der Pumpe 26 in die einzelnen Lanzen 10 zu Pumpen, wo sie durch die Düsen
11 wieder in die bewegte Schicht 5 eingedüst werden kann.
[0032] Das Fluid 2, das durch eine Düse gepumpt wird erzeugt einen Flüssigkeitsstrahl, der
durch den Richtungspfeil 36 in der Zeichnung dargestellt ist Sind die Lanzen 10 in
Anordnung und Ausrichtung wie oben beschrieben in das Fluid 2 eingebracht, wird durch
das Eindüsen der Flüssigkeit Bewegungsenergie derart in die Schicht 5 in eingebracht,
dass im wesentlichen ein in Figur 1 beschriebener, bei konstanter Pumpenleistung nach
einiger Zeit stationärer Kreisstrom entsteht, mit dem Unterschied, dass die untere
unbewegte Schicht 6.2 von Figur 1 durch das Anordnen der Lanzen gemäss Figur 3, sich
nicht ausbilden kann. Es bildet sich mit der in Figur 3 beschriebenen Vorrichtung
eine stationäre sich kreisförmig bewegende Schicht 5 aus, welche sich zuunterst im
Tank befindet.
[0033] Die in Figur 3 gezeigte Anordnung und Anzahl der Lanzen 10 zeigt nur das Prinzip
der erfindungsgemässen Vorrichtung zur Erzeugung einer Kreisstromschicht. Rohöltanks
haben einen Durchmesser zwischen ca. 30 und 100m. Es versteht sich von selbst, dass
bei solchen Dimensionen viel mehr Lanzen zur Erzeugung einer Kreisstromschicht eingesetzt
werden müssen, aber auch, wie wesentlich ein energiesparendes Pumpen ist, sobald man
solch enorme Mengen von Fluid zu bearbeiten hat.
[0034] Figur 4 zeigt schematisch das Ausrichtungsprinzip für die Düsen. Die Figur zeigt eine Lanze
10 mit einer Düse 11, ein vorgegebenes Strömungszentrum 34 und einen horizontalen
Kreis 32 um das Strömungszentrum, wobei die Düsenöffnung auf diesem Kreis liegt. Der
Kreis 32 ist ein Beispiel für eine Strömungslinie eines horizontalen, in sich geschlossenen
Stromes, nämlich eines Kreisstromes um das Strömungszentrum 34. Die hier etwas übertrieben
geneigt gezeichnete Ausspritzrichtung durch die Düse, ist mit dem Vektor R bezeichnet,
der im allgemeinen Fall in eine vertikale Komponente R
v, eine horizontale, tangentiale Komponente R
t (parallel zur Strömungslinie) und eine horizontale radiale Komponente R
r (senkrecht zur Strömungslinie) aufgeteilt werden kann.
[0035] Die Vorgaben für die Ausrichtung der Düse zur Durchführung des- erfindungsgemässen
Verfahrens sind nun die folgenden:
- Der Vektor R hat wahlweise eine vertikale Komponente Rv bzw. eine orthogonal nach unten gerichtete.
- Der Vektor R hat eine horizontale, tangentiale Komponente Rt wobei die Komponenten aller Düsen des Systems gegenüber der Strömungszentrum denselben
Drehsinn haben.
- Der Vektor R kann eine horizontale, radiale Komponente Rr haben. Diese ist kürzer als die horizontale, tangentiale Komponente Rt, das heisst, der Winkel zwischen der Tangente an Kreis 32 und der horizontalen Projektion
von R ist höchstens 45°.
[0036] Figur 5 zeigt als Draufsicht einen Behälter mit kreisförmigem Grundriss bzw. Boden und senkrecht
durch dessen Mittelpunkt verlaufendes Strömungszentrum 34. Man muss sich hier allerdings
vergegenwärtigen, dass bei Radien bis zu 50 m die gekrümmten Strömungslinien auf kleineren
Abschnitten wie Geraden aussehen und dass bei dieser Darstellung eines Behälters mit
einigen Zentimetern Radius die Richtungspfeile übertrieben gross aussehen. Allerdings
entsprechen sie ungefähr dem doppelten der Spritzweite der Düsen, sodass man sich
die sukzessive Strömungsbildung gut vorstellen kann.
[0037] Über den Grundriss des Behälters sind auf konzentrischen Kreisen in einem im wesentlichen
regelmässigen Muster eine Vielzahl von senkrechte gestellten Lanzen 10 angeordnet.
Dargestellt sind auch die Ausspritzrichtungen durch an diesen Lanzen angeordnete Düsen
bzw. die horizontalen Komponenten R
h davon, die alle tangential und im Gegenuhrzeigersinn angeordnet sind (keine Komponente
R
r). Die dargestellten Düsen können einzelne an jeder Lanze angebrachte Düsen sein,
die dann vorteilhafterweise in verschiedenen Höhen angeordnet sind oder es kann sich
um senkrechte Reihen von gleichgerichteten Düsen handeln, wie sie in der Figur 3 dargestellt
sind. Die Düsen können nebst horizontaler (parallel zum Boden) auch mit gleichen oder
in verschiedenem Winkeln α gegen unten gerichtet sein. Es kann ausreichen, Düsen lediglich
im äusseren Drittel des Radius anzuordnen, sodass sich eine geschlossene Strömung
zuerst in Nähe der Behälterwand ausbildet, die sich sukzessive nach innen ausdehnt.
Um den Innenbereich zu beeinflussen, können die Düsen statt tangential anschliessen
radial ausgerichtet werden, sodass die zwischen den Düsen sich ausbildende Strömungen
radial im Zentrum aufeinandertreffen.
[0038] Figur 6 zeigt die Möglichkeit zum Erzeugen eines ausgeprägten Flüssigkeitsstroms mit Hilfe
des erfindungsgemässen Verfahrens mit 'steady' Lanzen 10. Man muss sich vergegenwärtigen,
dass bei den immensen Ausmassen von Rohöltanks die gekrümmten Strömungslinien wie
Geraden aussehen, wenn man, wie gesagt, nur einen Ausschnitt von einigen Metern derselben
Strömungslinien betrachtet. Aus diesem Grund ist die in Figur 6 gezeigte durch die
entsprechende Anordnung der Lanzen erreichte Hauptströmungsrichtung ungekrümmt bzw.
schwachgekrümmt dargestellt.
[0039] Der untere Teil mit der Düsenanordnung von vier Lanzen 10.1, 10.2, 10.3 und 10.4
ist schematisiert dargestellt. Die jeweils übereinander angeordneten Düsen 11, welche
Düsenreihen sich vom dem Tankboden zugewandten Ende der Lanzen 10 befinden, sind in
der Figur ringförmig schematisch dargestellt. Die aus den Düsen ausgepresste Flüssigkeit
und deren Richtung des Flüssigleitsstrahls sind durch die Richtungspfeile 36 dargestellt.
Selbstverständlich bildet sich beim Ausdüsen ein der Düsenform entsprechend geformter
spitzer Kegel 31 mit grösserem oder kleinerem Öffnungswinkel, wie dies in Figur 6
an einer der Düsen angedeutet ist. Die mit den Richtungspfeilen 36 angedeuteten Fluidstrahlen
beziehen sich also auf die Kegelachsen mit einer tatsächlichen Ausstosswirkung in
Form eines schlanken Trichters.
[0040] Die Richtungspfeile 36 zweier benachbarter Lanzen (10.1 und 10.2 bzw. 10.3 und 10.4)
haben nicht nur eine Komponente in Richtung der Hauptströmung 37, sondern sie weisen
auch eine zur Hauptströmungsrichtung hin zeigende Komponente auf. Die ausgedüste Flüssigkeit
der Lanze 10.1 trifft demnach im Bereich der Hauptströmung auf die Flüssigkeitsstrahlen
der Lanze 10.2 und beschleunigt das Fluid im Bereich der Hauptströmung. Diese Energiezufuhr
klingt natürlich nach einer gewissen vom Fluid zurückgelegten Strecke ab. Bevor die
auf die umgebende Flüssigkeit antreibende Wirkung der Lanzen 10.1 und 10.2 abgeklungen
ist, ist ein weiteres Lanzenpaar 10.3 und 10.4 in gleicher Weise wie die Lanzen 10.1
und 10.2 ins Fluid gebracht, derart dass der gewünschte Hauptstrom 37 aufrecht erhalten
oder je nach Abstand der Lanzenpaare zueinander sogar beschleunigt werden kann. Der
Verlauf der Hauptströmung 37 wird dann durch die geometrische Anordnung der Lanzenpaare
(10.1 und 102 bzw. 10.3 und 10.4) und durch den Druck der eingedüsten Flüssigkeit
beeinflusst. So können in einem Tank mit kreisförmigem oder anders geformten Grundriss
Strömungen erzeugt werden.
[0041] Bei Rohöltanks mit einem Durchmesser zwischen ca. 30 und 100m, zeigt es sich, dass
mit einem Pressdruck von 5 bis 30 bar eine Strahl-Reichweite von über 5m erreichbar
sind, wenn das Fluid Rohöl ist. Es ist also vorteilhaft, die Abstände der Lanzen insbesondere
die tangentialen Abstände der Lanzen in etwa in diesem Bereich zu halten.
[0042] Figur 7 zeigt eine weitere Draufsicht auf den Grundriss eines Behälters, in dem im wesentlichen
auf vier Strömungslinien (strichpunktiert dargestellte Strömungslinien) des zu erzeugenden
Stromes Lanzen 10 mit Düsen angeordnet sind. Die Düsen der Lanzen von je zwei benachbarten
Strömungslinien sind leicht gegeneinander ausgerichtet (mit entgegengesetzter, radialer
Komponente wie in Figur 4), sodass sich zwischen den Strömungslinien eines Lanzenpaares
eine Hauptströmung entwickeln kann.
[0043] Figur 8 zeigt in der Draufsicht einen Behälter, der keinen kreisrunden sondern einen ovalen
Grundriss hat, in welchem senkrecht stehende Lanzen 10 mit Düsen angeordnet sind.
Damit der durch Einspritzen von Flüssigkeit durch die an den Lanzen angeordneten Düsen
zu erzeugende, in sich geschlossene Flüssigkeitsstrom möglichst den ganzen Grundriss
überfliesst, ist er nicht um eine Strömungszentrum sondern rund um eine "Rotationsfläche"
34 angeordnet. Die Lanzen sind im wesentlichen auf inneren Strömungslinien S
i und auf äusseren Strömungslinien S
a dieses Flüssigkeitsstromes angeordnet, und die Düsen sind derart orientiert, dass
die entsprechenden Ausspritzrichtungen eine horizontale, tangentiale Komponente R
t und eine horizontale, radiale Komponente R
r haben, wobei die radiale Komponente R
r der Düsen auf der inneren Strömungslinie S
i gegen aussen, die radialen Komponenten R
r der Lanzen auf den äusseren Strömungslinien S
a gegen innen gerichtet sind.
[0044] Mit der in der Figur 8 dargestellten Anordnung wird ein Hauptstrom zwischen den inneren
und den äusseren Strömungslinien erzeugt, wodurch unerwünschte Verwirbelung im Bereiche
der Strömungsfläche A und entlang der Behälterwand vermindert wird, was eine Energieeinsparung
für die Pumpen bedeutet.
[0045] Figur 9 zeigt eine schematische Darstellung eines Rohöltanks 1 mir einer Sedimentschicht
3 auf dem Grund des Tanks 1. Die Figur zeigt eine Variante des erfindungsgemässen
Verfahrens und der erfindungsgemässen Vorrichtung für das Verflüssigen von Rohölsedimenten.
[0046] Die Lanzen 10 (in der Figur 9 ist beispielshaft nur eine Lanze eingezeichnet) besitzen
nur eine oder eine kleine Zahl von Düsen 11 oder eine kurze dichte Düsenreihe an ihrem
einen Ende sie und werden nicht in die Sedimentschicht eingeführt, sondern reichen
nur bis unmittelbar über deren Oberfläche. Die Kreisstromschicht 5 streicht somit
über die Sedimentoberfläche und erodiert diese und löst sie sukzessive auf. Während
dem Abbau der Sedimentschicht 3 werden die Lanzen 10 schrittweise abgesenkt, bis sie
den Boden erreichen, was beispielsweise bei einem Rohöltank mit schwimmendem Dach
durch entsprechendes Absenken des Flüssigkeitsspiegels (Auspumpen von Rohöl) realisiert
werden kann. Das eingedüste Fluid kann Rohöl aus dem oberen Teil der Kreisstromschicht
5, Frischflüssigkeit oder Rohöl aus der oberen ruhenden Schicht 6 sein.
[0047] Wird Frischflüssigkeit oder Rohöl aus der Schicht 6 eingedüst ohne dass man der Kreistromschicht
5 Fluid entnimmt, wird es im Bereich der Scherfläche zu einem Massenübergang kommen,
da sonst die Kontinuitätsgleichung für die Schicht 5 nicht erfüllt wäre. Die ausgeprägte
Scherfläche 30 könnte dann einen mehr oder weniger diffusen weniger ausgeprägten Übergangsbereich
ausbilden.
[0048] Figur 10 zeigt anhand eines schematischen Schnittes durch einen Teil eines Rohöltanks 1 eine
weitere Variante des erfindungsgemässen Verfahrens und der erfindungsgemässen Vorrichtung
für das Verflüssigen von Rohölsedimenten. Gezeichnet sind zwei Lanzen 10 mit einer
Düsenreihe bestehend aus mindestens einer Düse 11, welche sich an dem dem Boden des
Rohöltanks 1 zugewandten untersten Ende der Lanzen 10 befindet. Schematisch sind auch
die Lanzenzuleitungen 20, die Pumpe 26 und die Ansaugstelle 21a dargestellt. Die Lanzen
10 stecken z.B. in den am schwimmenden Dach 4 vorhandenen Stelzenöffnungen und werden
durch die Sedimentschicht 3 bis zum Boden des Tanks 1 hinuntergelassen und in dieser
Position fixiert. Es braucht hier nicht speziell erwähnt werden, dass bei den realen
immens grossen Rohöltanks eine grosse Menge solcher Lanzen zum Einsatz kommen.
[0049] Die eingedüste Flüssigkeit (hier Rohöl aus den oberen Schichten des Tanks 1) wird
durch die Düsen 11 in die verdickte Rohölschicht gepresst, welche sich beim Kontakt
mit Rohöl aus dem oberen Bereich des Tanks 1 sukzessive auflöst. Während dem sukzessiven
Verflüssigen der Sedimentschicht 3 ragen einzelne Düsen 11 und mit der Zeit immer
mehr Teile der Düsenreihen über die verbliebene Sedimentschicht 3 heraus und erzeugen
unmittelbar über der Sedimentschicht eine Kreisstromschicht, welche den Abbau der
Sedimente 3 noch zusätzlich beschleunigt. Ist die ganze Sedimentschicht 3 abgebaut,
so bleiben am Boden nur die Fremdkörper in Form von beispielsweise Steinen oder Metallteilen,
meist in Form von Rost, welche in einem separaten Arbeitsgang aus dem Tank entfernt
werden müssen. Die Kreisstromschicht, die sich nun ungestört bilden kann, verhindert
ein nochmaliges Bilden einer Sedimentschicht.
[0050] Figur 11 zeigt schematisch eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens anhand einer Schnittzeichnung durch
einen Rohöltank 1 mit einem hier stilisiert gezeichneten schwimmenden Dach 4, in welchem
Tank 1 Rohöl 2 über einer Sedimentschicht 3 gelagert ist. Der Tank 1 sei mit einer
Anzahl und Anordnung von Lanzen 10 bestückt, wie sie das erfindungsgemässe Verfahren
zum Erzeugen einer Kreisstromschicht über der Sedimentschicht 3 verlangt. Als Beispiel
ist in der Figur 11 nur eine Lanze 10 schematisch gezeichnet. Diese Lanzen reichen
durch die Flüssigkeitsschicht 2 und die Sedimentschicht 3 bis in den Bereich des Tankbodens.
Die Lanzen 10 weisen Reihen von übereinander angeordneten Düsen 11 auf, welche Düsenreihen
sich vom Tankboden zugewandten Ende der Lanzen 10 bis über die Sedimentschicht in
die Flüssigkeitsschicht erstrecken. Die Lanzen sind derart ausgerichtet, dass sie
über der Sedimentschicht 3 eine in der Figur 3 beschriebene Kreisstromschicht 5 erzeugen.
[0051] Die aus dem Behälter ragenden anderen Enden der Lanzen 10 sind mit einem Zufuhrsystem
verbunden, das in der Figur schematisch durch eine Zuleitung 20, einen Verteiler 29,
einer Pumpe 26 und einer Ansaugstelle 21a dargestellt ist Zwischen der Ansaugstelle
21a und der Pumpe 26 kann ein Dreiweghahn 27 vorgesehen werden, der in eine Stellung
gebracht werden kann, über die durch eine Frischflüssigkeitszuführung 38 Frischöl
durch die Lanzen eingeführt werden kann. Natürlich haben Tanks dieser Art keine Ansaugstelle
an der Behälterwand, diese wäre also beispielsweise durch ein Tauchrohr 21b zu realisieren.
Die gezeichnete Ansaugstelle 21a soll nur illustrieren, wie, zur Erhaltung des Massengleichgewichtes,
Rohöl aus der angetriebenen Schicht (die Kreisstromschicht) rückgedüst wird.
[0052] Vielfach haben Rohöltanks schwimmende Dächer, die auf der Flüssigkeitsoberfläche
schwimmen und deren Abstand vom Tankboden mit dem Flüssigkeitsspiegel variiert. Damit
ein derartiges schwimmendes Dach 4 sich nicht völlig auf den Tankboden absenken kann,
ist es mit Stelzen versehen, auf welche sich das Dach abstützt, wenn das Flüssigkeitsniveau
unter ein Minimum sinkt, das der Stelzenhöhe im wesentlichen entspricht. Es ist vorteilhaft
diese Lanzen 10 durch die Öffnungen für diese Stelzen einzuführen und zu positionieren.
Ein grosser Vorteil der erfindungsgemässen Vorrichtung ist es, dass sie sich einfach
an die in den verschiedenen Ländern ungleichgrossen Öffnungen für diese Stelzen mit
Hilfe eines der jeweiligen Norm angepasstem Rohradapter 22 anpassen kann. Das Verwenden
eines solchen sehr einfachen und billigen wartungsfreien Rohradapters erlaubt es unter
Zuhilfenahme eines Lanzenadapters 23 für verschiedene Länder die gleichen Lanzen zu
verwenden, was eine Anpassungsarbeit auf ein Minimun beschränkt. Einige dieser geschlitzten
Adapterrohre 22 können dermassen verstärkt werden, dass sie die herausgenommenen Stelzen
ersetzen können.
[0053] Die verfahrensgemässe Ausrichtung der Düsenrichtung bzw. Austrittsrichtung der Flüssigkeitsstrahlen
der Lanzen kann auf verschiedenste Weise erfolgen. Hier wird diese Ausrichtung beispielsweise
durch das Ausrichten einer festen Marke M am Rohradapter 22 an einer zum Schwimmdach
invarianten Winkelskala 25 vorgenommen. Die Ausrichtung für das ganze Ensemble der
Lanzen kann in einer Computersimulation optimiert werden. Gemäss dem errechneten Plan
werden dann die Lanzen einzeln ausgerichtet und fixiert. Man kann dann auch mehrstufige
Operationen vorsehen, bei welchen nach einer gewissen Zeit der Einwirkung ein Teil
oder alle Lanzen in eine andere Position zueinander gebracht werden, um Strömungen
mit anderem Strömungscharakter zu erzielen. Dies beispielsweise bei komplizierteren
Grundrissen.
[0054] Das Adapterrohr weist einen im wesentlichen der Länge der Düsenreibe angepassten
Schlitz S auf, damit das Fluid beim Überlappen der Düsenreihe mit dem Adapterrohr
dennoch ungehindert aus den Düsen austreten kann. Eine mögliche Führung zwischen dem
Adapterrohr 22 und der Lanze 10 ist in der Figur 11 durch das Führungselement 13 eingezeichnet.
Der Lanzenadapter 23 bildet das Übergangsglied zwischen den, je nach der geltenden
Normierung, verschieden grossen Rohradaptern 22 und der Lanze 10, die man im wesentlichen
unabhängig von der jeweiligen Normierung für die Stelzenöffnungen immer gleich gross
im Durchmesser gestalten kann. Dies ist ein weiterer Punkt, warum diese Vorrichtung
vergleichsweise sehr billig herstellbar ist.
[0055] Die Lanze kann sich, wenn dies erwünscht ist, relativ zum Adapterrohr 22 entlang
ihrer Längsrichtung bewegen. So führen Schwankungen im Flüssigkeitspegel des Tanks
1 nicht zu einem Verschieben der Lanzen 10 bzw. den an diesen Lanzen 10 angebrachten
Düsenreihen relativ zum Tank 1 und der auf dem Tankboden liegenden Sedimentschicht
3. Das Lanzensystem passt sich auf diese einfachste Weise Flüssigkeitsniveauschwankungen
im Tank 1 an. Es müssen keine aufwendigen Nachstellarbeiten vorgenommen werden, was
dieses Verfahren auf einfachste Weise wiederum sehr wartungsfreundlich macht.
[0056] Die Lanzen 10 werden axial durch die Elemente 23 geführt und die im unteren Bereich
der Lanzen 10 angebrachten Düsen 11 können mit Hilfe von hier im oberen Bereich der
Lanze angebrachten Gewichtselemente 12 immer im Bereich des Tankbodens gehalten werden.
Die Masse der Gewichtselemente 12 wird an die Masse der Lanze 10 angepasst und so
gewählt, dass die Lanze 10 ohne weiteres Dazutun die Sedimentschicht 3 durchstossen
kann bzw. dass die unteren Enden der Lanzen 10 auch dem Absenken oder Erhöhen des
Flüssigkeitsniveau im Tank 1 im Bereich des Tankbodens verbleiben.
[0057] Figur 12 zeigt einen Schnitt durch eine mögliche Ausführungsform einer Lanze 10, der an ihr
angebrachten Düse 11 und durch den Rohradapter 22. Die Ausführungsform der Düse 11
lässt ein Justieren der Düse mittels eines Kugelgelenks zu. Es ist hier möglich die
Richtung des Flüssigkeitsstrahls 36 in einem bestimmten Aussmass zu beeinflussen.
Am Lanzenrohr 10 ist ein Rohr mit Aussengewinde und einer Kugelpfanne 25 befestigt.
Die eigentliche Kugeldüse 50 sitzt in der besagten Kugelpfanne und wird mittels der
Überwurfmutter 51 in Position gehalten. Es ist von Vorteil, wenn die Ausmasse des
Lanzen- Düsen- Systems die Innenausmasse des Rohradapters nicht übersteigen. So ist
es jederzeit möglich die Lanzen aus dem Rohradapter herauszuziehen.
[0058] Es ist wichtig, dass sich die Position der Düse z.B. unter Einfluss von Vibrationen
nicht verändert. Hiefür kann eine einfache Muttersicherung oder andere Mittel zur
Verhinderung des Lösens der Ueberwurfmutter zum Einsatz kommen. Es kann von Vorteil
sein, wenn die Oberfläche der Kugel und die der Gegenstücke an der Mutter 51 und am
Bauteil 52 eine rauhe oder gar eine spezielle Oberfläche, bspw. mit Zähnen, aufweist,
damit sich die Reibung zuwischen der Kugeldüse 50 und den Gegenstücken an den Elementen
51 und 52 erhöht. Es kann sogar von Vorteil sein, wenn diese Elemente eine Oberfläche
aufweisen, wie sie bei unbehandelten Stahlgusswerkstücken auftritt, aufweisen.
[0059] Es ist möglich die in Figur 12 abgebildeten Elemente mit einem Minimum an Genauigkeit
zu fertigen. Die gezeichnete Ausführungsform verlangt, ausser beim Gewinde keinerlei
speziell enge Toleranzen. Es ist also möglich eine sehr kostengünstige Fertigungsweise
mit billigem Material (z.B. St-37, GGT) anzuwenden. Es versteht sich von selbst, das
der Querschnitt der Lanzen nicht unbedingt kreisrohrförmig sein muss. Es ist durchaus
vorstellbar, dass der Querschnitt der Lanze 10, wie in Figur 15 beschrieben, viereckig
sein kann oder sonst eine beliebige Rohrform haben kann, was weiter unten noch gezeigt
wird.
[0060] Figur 13 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Lanzen- Düsen- Systems. Es handelt sich
hier um eine Lanze 10 mit zwei in verschiedene Richtungen zeigende Düsenreihen 11.1
und 11.2. Die einzelnen Düsen oder mindestens eine von beiden in jeder Reihe, können
natürlich wie z.B. in Figur 12 gezeigt verstellbar, oder aber wie hier gezeichnet
starr ausgeführt werden. Die hier gezeigte Konstruktionsweise kann billigst mit Toleranzen
im mm-Bereich mit Hilfe von Normprofilen einfach zusammengestellt werden.
[0061] Figur 14 zeigt eine Ausführungsform eines weiteren Lanzen- Düsen- Systems, welches ein Einstellen
der Düsen 11 um eine Einstellachse 63 erlaubt. Der Körper, der die eigentliche Düse
11 beinhaltet ist ein Wellenstück mit entsprechender Bohrung für die Düse 11 und zwei
seitlich liegende Bohrungen mit Innengewinde, welche mit den entsprechenden Bohrungen
am Rechteckrohrstück 61, welches an der Lanze befestigt ist, die Einstellachse 63
definieren. Auch hier ist es möglich ausschliesslich billige Normteile und Normprofile
zuverwenden und mit Fertigungstoleranzen zu arbeiten, die weit weniger eng sind als
im allgemeinen Maschinenbau üblich. Bei dieser Ausführungsform lässt sich um die Längsachse
der Lanze über die Marke M auf der Skala 25 die Richtung der Düsen horizontal und
um die Einstellachse 63 die Richtung der Düsen vertikal einstellen.
[0062] Figuren 15 A,B,C zeigen in Teilen A und montiert B eine weitere Ausführungsform eines Lanzen- Düsen-
Systems nach dem gleichen Prinzip wie es in Figur 14 beschrieben ist. Diese Ausführungsform
ist dahingehend vereinfacht worden, dass der Bearbeitungsaufwand bei der Fertigung
der Lanzen so gering wie nur möglich ausfällt. Alle verwendeten Elemente 60=Stangenmaterial,
61 = Hohlträger, 62=Schrauben 70=Platten und 71=U-Profil sind Normelemente oder lassen
sich ganz einfach aus Normprofilen (z.B. Profile aus schweissbarem Stahl, wie St-37)
herstellen. Auf das U-Profil werden die Platten 71 und die Abschnitte 61 des Hohlträgers
mit Schweisspunkten 72 befestigt, die gebohrten Düsen 60 eingeschraubt. Das Fussstück
der Lanze wird mit einer Platte 71 abgeschlossen, obere Lanzenteil wird mit einer
entsprechend langen Platte 71 als Seitenwand geschlossen und die Ansatzelemente für
die Flüssigkeit montiert und fertig ist die Lanze. Auch hier ist es möglich mit sehr
weiten Fertigungstoleranzen zu arbeiten (Fig. 15C). Z.B. ist ein Spalt 73 von einigen
mm zwischen der Scheibendüse 60 und dem Rechteckrohrstück 61 durchaus zulässig, weil
dadurch das generelle Funktionieren der Lanze nicht wesentlich beeinflusst wird. Beim
Zusammenschweissen der Einzelteile ist es genügend die einzelnen Elemente mit relativ
kurzen Schweisstellen 72 und nicht mit aufwendigen geschlossenen Schweissnähten im
Bereich der Düsenreihen zusammenzufügen.
[0063] Figur 16 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Lanze 10, welche aus einer die Düsen 11 enthaltenden
relativ steifen Konstruktion und aus einem relativ flexiblem Schlauch 81, der via
einer Schlauchkupplung 80 mit dem festen Lanzenteil 10 verbunden ist, Der feste Teil
mit den Düsenreihen ist im Rohradapter 22 mit Hilfe der Lanzenadapter 23 und dem Führungselement
13 geführt. Das Adapterrohr 22, welches an die Normöffnungen des jeweiligen Landes
angepasst ist, ist über die ganze Länge geschlitzt, um ein Einfahren oder Ausfahren
der Lanze 10 von oben jederzeit zu ermöglichen. Der Vorteil einer solchen oder einer
ähnlichen Bauweise liegt im Einspahren von Gewicht und darin, dass der steife Teil
der Lanze wesentlich kürzer ausfallen kann als wenn die ganze Lanzenkonstruktion aus
steifem Material besteht und somit wesentlich einfacher zu handhaben ist (Tranport,
Lagerung, Montage). Auch hier können Normteile für den steifen Lanzenteil mit der
mindestens einen Düsenreihe und Normschläuche 81 mit, auf dem Markt schon erhältlichen
Normkupplungen 80 verwendet werden.
[0064] Es muss darauf geachtet werden, dass die Länge L des steifen Lanzenteils grösser
ist als die Differenz zwischen dem Maximalflüssigkeitsniveau H1 und dem Minimalflüssigkeitsniveau
H0, um sicher zu sein, dass die Lanze 10 bei jedem Flüssigkeitsniveau durch das Adapterrohr
22 geführt wird.
[0065] Figur 17A und B zeigen zwei Ausführungsformen von Düsen welche geschlossen bzw. gesperrt werden können,
damit kein ausgeprägter Fluidstrahl mehr aus der Düse 11 austreten kann. In Figur
17A ist eine Ausführungsform mit dem Prinzip gezeigt, wie es zu den Figuren 14 und
15 beschrieben ist gezeichnet. Die Scheibendüse 60 ist in einer Position fixiert,
in der sich kein ausgeprägter Flüssigkeitsstrahl mehr ausbilden kann. Die Scheibendüse
60 in der eingezeichneten Position kann die Düse aber nicht vollständig dicht absperren.
Es kann eine gewisse Quantität an Fluid trotzdem entweichen. Da das erfindungsgemässe
Verfahren unanfällig auf solche kleinen Störungen ist, kann ein solches unvollständiges
Absperren einer Düse durchaus toleriert werden. Es ist natürlich klar, dass Düsen
auch mit anderen einfachen Mitteln geschlossen werden können. Es können z.B. Deckel
an den Düsenöffnungen angebracht werden oder eine Rohrdüse 55 kann, wie in Figur 17B
dargestellt, z.B. mit Hilfe eines Deckels in Form eines Überwurfmutterdeckels 56 abgedichtet
werden.
[0066] Figur 18 zeigt schematisch eine Ausführungsform von Lanzen 10 mit zwei Düsenreihen, welche
Düsen 11.1 bzw 11.2 im wesentlichen in entgegengesetzte Richtungen zeigen. Die primäre
Düsenreihen der einzelnen Lanzen 10 mit den Düsen 11.1 sind so angeordnet, dass sie
ein Kreisstrom um die Behälterhauptachse 34 in der unteren Schicht 5 ausbilden. Die
sekundäre Düsenreihen der Lanzen 10 mit den Düsen 11.2, welche sich unmittelbar über
der Scherfläche 5 befinden und mindestens eine Düse 11.2 enthalten, zeigt im wesentlichen
in die Gegenrichtung der primären Düsenreihen, d.h. das durch diese Düsen 11.2 ausgedüste
Fluid wird die Flüssigkeitsmasse direkt über der Scherfläche 30 und zur Unterstützung
dieser in die der Kreisstromschicht 5 entgegengesetzte Richtung bewegen. Diese sekundären
Düsenreihen sind meist wesentlich kleiner, d.h. enthalten weniger Düsen als die primären
Düsenreihen.
[0067] Wie schon gesagt wird es in der Praxis schwierig sein, wegen der inneren Reibung
im Fluid, eine ideale Scherfläche zu erzeugen. Die in Figur 18 gezeigte Ausrichtung
der sekundären Düsen 11.2 aber können die Ausbildung einer solchen ausgeprägten Scherfläche
deutlich erleichtern. Ist eine sehr dicke Schicht 6 über der Kreisstromschicht 5,
so kann es, energetisch betrachtet, von Vorteil sein, dass eine Bewegung der Schicht
6 durch das oben beschriebene Ausbilden einer ausgeprägten Scherfläche verhindert
wird.
[0068] Figur 19 zeigt schematisch das Prinzip einer Ausführungsform von Lanzen mit Ansaugstellen
21a. Es ist von Vorteil, wenn Ansaugstellen für das beschriebene System als, durch
das Dach des Tanks eingesteckte Tauchrohre 21b, ausgeführt werden. Es kann von Vorteil
sein, um den Kreisstrom nicht zu stören, mehrere Ansaugstellen 21a derart zu gestalten,
dass sie sogar einen gewissen Beitrag zur Ausbildung und Aufrechterhaltung der Strömung
liefern. Die Ansaugrohre 21b können z.B. wie in der Figur gezeichnet, ähnlich wie
die Lanzen übereinander angeordnete Ansaugöffnungen 21a aufweisen, die dergestalt
in die Kreisstromschicht eingeführt werden, dass solche Reihen der Ansaugöffnungen
21a im wesentlichen stromabwärts gerichtet sind. Durch das Ansaugen der Flüssigkeit
wird diese beschleunigt bzw. bewegt. Durch den Einsatz solcher Tauchrohre 21b kann
also, ähnlich wie mit den Lanzen, gerichtete Bewegungsenergie in das Fluid eingebracht
werden und somit der Wirkungsgrad des gesamten Systems erhöht werden.
[0069] Figur 20 zeigt in Diagrammform qualitativ das erfindungsgemässe Verfahren zum Abbau einer
Sedimentschicht in einem Rohöltank. Die Abbildung dient zum besseren Verständnis des
Verfahrens und ist rein qualitativ. Es werden folgende vereirachende Annahmen getroffen:
- Es wird während dem ganzen Verfahren kein Frischfluid zugeführt.
- Die Kreisstromschicht sei eine ideale reibungsfreie Strömung, welche eine ideale Scherfläche
zur Folge hat.
- Die Umwälzung der Flüssigkeit geschieht nur in der Kreisstromschicht, d.h. Das Fluid,
das in die Sedimentschicht und in die Kreisstromschicht eingedüst wird, stammt aus
dem oberen Bereich der Kreisstomschicht.
- Dem Diagramm liegt die Ausführungsvariante und die Ausführungsart des Verfahrens gemäss
Figur 11 zugrunde.
[0070] Die Achsen des Diagramms sind wie folgt beschrieben: t bezeichnet die Zeitachse,
h beschreibt die Höhe über dem Tankboden und k steht für die Sedimentkonzentration.
Das Diagramm beinhaltet drei wichtige Bereiche. Erstens den Bereich 98, welcher die
eigentliche Sedimentschicht beschreibt, zweitens den Bereich 97, welcher die Verhältnisse
in der idealen Kreisstromschicht wiedergibt und drittens den Bereich 96, welcher die
ruhende Schicht über der Kreisstromschicht beschreibt.
[0071] Da diese ruhende Schicht durch die ideale Scherfläche von der Kreisstromschicht abgeschirmt
ist, d.h.im wesentlichen keine Massenströme diese Schicht verlassen oder in diese
eintreten, wird sich auch mit der Zeit nichts am Sedimentkonzentrationsverlauf ändern.
Die Flächen 90, welche eine Horizontalfläche ist und die Sedimentkonzentration k an
der Fluidoberfläche repräsentiert und die Fläche 91, welche die Sedimentskonzentration
k über der Höhe der ruhenden Schicht bis hin zur Scherfläche beschreibt, bleiben konstant,
d.h. die Verläufe ändern mit der Zeit t nicht.
[0072] Die horizontale Fläche 92 repräsentiert die Sedimetkonzentration in der Scherfläche.
Die dazugehörige Höhe h ist gleich der Höhe der Scherfläche über dem Tankboden. Es
ist ersichtlich, dass sich die Sedimenkonzentration k mit der Zeit in dieser Schicht
ändert. Dies kommt davon, weil sich die Konzentration k in der Kreisstromschicht mit
der Zeit durch das Auflösen der Sedimentschicht stetig erhöht, was auch durch die
Fläche 93 beschrieben wird, die die Konzentration k in der Kreisstromschicht über
der Höhe derselben visualisiert.
[0073] Die horizontale Fläche 94 repräsentiert die Konzentration k in der Sedimentschicht.
Die dazugehörige Höhe h nimmt mit der Zeit ab und ist gleich der mittleren Höhe der
Sedimentschicht zum jeweiligen Zeitpunkt t. Das Ziel des Verfahrens ist, die verdickte
Sedimentschicht aufzulösen. Dies wird nach einer gewissen Zeit t3 erreicht und die
Flächen 94 und 95 verschwinden zu diesem Zeitpunkt.
[0074] Stammt das eingedüste Fluid, wie in Figur 20 beschrieben, aus der Kreisstromschicht
selber, so entsteht ein Massengleichgewicht in dieser sich bewegenden Schicht, d.h.
man kann von einem Umwälzvorgang sprechen. Wird Flüssigkeit von der über der Kreisstromschicht
liegenden ruhenden Schicht durch die Lanzen und die darauf angebrachten Düsenreihen
eingedüst, so muss, wird der Kreisstromschicht nicht wieder eine entsprechende Menge
an Fluid kontinuierlich entnommen, ein Massenfluss in den Bereich über der Kreisstromschicht
entstehen, welcher Massenfluss die Bildung einer ausgeprägten Scherfäche am oberen
Rand der Kreisstromschicht erschweren kann.
[0075] Energetisch wird es von Vorteil sein, wenn die eingedüste Fluidmasse aus der Kreisstromschicht
entnommen wird, da so die Kontinuitätsgleichung in der Kreisstromschicht erfüllt ist.
Je dünner die zu erzeugende Kreisstromschicht ist, desto weniger Masse muss in Bewegung
gebracht werden und desto weniger Energie wird dafür benötigt. Es ist also von Vorteil,
die Kreisstromschicht, bspw. durch Heben und Senken des Tauchrohres zur Entnahme von
einzudüsendem Fluid so dünn als möglich auszubilden.
[0076] Bei einer bevorzugten Variante des Verfahrens wird nur so viel Masse wie nötig als
Kreisstromschicht 5 in Bewegung gesetzt, nämlich soviel Rohölvolumen, wie benötigt
wird, um die vorhandene Sedimentmasse 3 darin auflösen zu können. Ein solches Minimalvolumen
wird bestimmt vom maximalen Aufnahmevermögen der eingedüsten Flüssigkeit an Sedimentmaterial.
Mit Hilfe dieses Sättigungswertes kann das minimale Kreisstromschichtvolumen und damit,
bei bekannter Gundfläche des Rohöltanks die Dicke welcher Schicht im Falle der besagten
Kreisstromschichtumwälzung bestimmt werden. Da bei dieser Umwälzung Fluid z.B. aus
dem oberen Bereich 6 der Kreisstromschicht 5 durch die Düsen 11 über, und/oder in
die Sedimentschicht 3 eingedüst wird, verbleibt das aus der Sedimentschicht herausgelöste
Material im wesentlichen in der Kreisstromschicht 5. Die Sedimentschicht 3 wird allmählich
aufgelöst und die Konzentration des im Rohöl gelösten Sedimentmaterials steigt bis
zum vollständigen Verschwinden der Sedimentschicht 3. Ist der Sättigungswert des Rohöls
vorher erreicht, so wird sich die verbleibende Sedimentschicht 3 nicht mehr weiter
auflösen.
[0077] Die Länge der Düsenreihen der Lanzen 10 entspricht im wesentlichen der Dicke der
Kreisstromschicht 5, und kann dieser minimalen berechneten Dicke angepasst werden,
indem Lanzen 10 mit entsprechend langen Düsenreihen eingesetzt werden. Um Spezialanfertigungen
solcher Lanzen 10 zu umgehen, können die einzelnen Düsen 11 verschliessbar gestaltet
werden, d.h. es werden die oben beschriebenen Mittel vorgesehen, die das Ausströmen
von Flüssigkeit durch gezielt ausgewählte Düsen 11 verhindern. Es ist somit möglich,
dass nur ein unterer, an die gewünschte Dicke der zu erzeugenden Kreisstromschicht
angepasster Teil der Düsen 11 einer Düsenreihe aktiv ist, und der entsprechende obere
Teil geschlossene oder gesperrte Düsen 11 aufweist. Die Lage der Ansaugstelle 21,
kann mit Hilfe eines in der Höhe verstellbaren Tauchrohrs im Dach 4 des Tanks 1 ausgeführt
und an die jeweilige Dicke der Kreisstromschicht 5 angepasst werden.
[0078] Mögliche weitere Varianten der beschriebenen Varianten des erfindungsgemässen Verfahrens
und der erfindungsgemässen Vorrichtung sind beispielsweise die folgenden:
Die Lanzen besitzen Düsen verschiedener radialer Ausrichtung, wobei die Ausrichtung
jeder Düse die gegebenen Bedingungen zur Strömungsbildung erfüllt.
Die Lanzen können mit Verzweigungen gebaut werden.
- Die Düsen sind an Druckschläuchen angeordnet und die Schläuche zur Halterung in
Führungsrohren mit geschlitzten Austrittsfenstern für die Düsen eingeführt. Dies ermöglicht
leichte Durchmesseranpassungen an die vorhandenen Stelzenöffnungen, während der die
Düsen tragende Teil in Normgrösse gehalten werden kann. Dies verbilligt die Herstellung
der Lanzen zusätzlich.
- Das Verfahren wird nicht zur Entfernung des Sedimentes sondern zur Verhinderung
einer Sedimentation eingesetzt, dadurch, dass die Lanzen in vorhandene Stelzen montiert
bleiben und periodisch Flüssigkeit daraus ausgestossen und die Strömung temporär aufgebaut
wird.
[0079] Das Diagramm in Figur 20 beschreibt ein System mit idealer Kreisstromschicht, d.h.
mit einer ausgeprägt ausgebildeten Scherfläche. Es ist natürlich klar, dass in Wirklichkeit
Schubspannungen in der Scherfläche aufgebaut werden und diese durch die innere Reibung
im Fluid bis in die "ruhenden Schichten 6" weitergeleitet werden. In Wirklichkeit
wird sich auch in den Schichten 6 ein Geschwindigkeitsprofil einstellen, d.h. die
als ruhende Schichten 6 bezeichneten Fluidmassen werden sich auch leicht bewegen.
Das Modell der idealen Kreisstromschicht wird jedoch in der Diskussion dieser Erfindung
zum besseren Verständnis und zur Vereinfachung als Grundlage genommen.
[0080] Die hauptsächlichen Vorteile des erfindungsgemässen Verfahrens gegenüber dem Stande
der Technik bestehen darin, dass die zu seiner Durchführung notwendige Vorrichtung
ohne im Betrieb bewegte Teile unter der Flüssigkeitsoberfläche auskommt. Im wesentlichen
beinhaltet nur die Pumpe im Betrieb bewegte Teile. Es sind auch keine Vorkehrungen
zur Rotation der Lanzen während des Verfahrens nötig. Die Lanzen sind sehr einfach
in der Bauweise und dadurch kostengünstig und ohne grosse Präzision herstellbar (Toleranzen
im mm-Bereich). Die Anlage kann aus billigem Material, z.B. Stahl-37 bestehen. Wegen
der Einfachheit der Bauweise sind die erfindungsgemässen Lanzen vom Gewicht her viel
leichter als Drehlanzen und dadurch einfacher in der Handhabung weniger anfällig auf
mechanische Beschädigung z.B. bei der Montage, dem Transport oder der Lagerung. Die
erfindungsgemässen Lanzen sind sehr einfach montierbar, sehr einfach im Betrieb und
sie brauchen keine besondere Pflege.
[0081] Durch die weitgehende Vermeidung unnötiger Verwirbelung, was man bei Drehlanzen allerdings
bis heute als vorteilhaft erachtet, kann erheblich Pump-Energie gespart werden, was
sich in leichteren mobilen und billigeren Einheiten von Pumpen, Motoren und sonstigen
Equipments zeigt; dazu kommen noch die weniger gewichtigen Lanzen, was die Mobilität
unterstützt. Ferner ist es klar, dass bei diesen Anordnungen, sei es die Vorrichtung
(Lanze), sei es das Verfahren (Düsenausrichtung), keine Präzision erforderlich ist.
Die ganze Technik ist eine rundum robuste und umfasst, wie schon gesagt, kostengünstige
Lanzen und eine sehr einfache Arbeitsweise des Verfahrens zur Erzielung des gewünschten
Effektes.
[0082] Vorteilhaft ist auch, dass man den Tank nicht entleeren muss. Sobald eine grössere
Sedimentschicht festgestellt wird, kann man die Lanzen bei gegebenem Flüssigkeitspegel
installieren und die Strömung generieren. Währenddessen bleibt der Tank voll operativ,
man kann weiter Rohöl zu- oder abführen. Durch das relativ leichtgewichtige Equipment
und die Möglichkeit des Einsatzes von genormten, d.h. von vielen identischen Lanzen
für verschiedene Anlagen, ist das System sehr anpassungsfähig, was sich z.B. darin
äussert, dass Lanzen von verschiedenen Anlagen miteinander kombiniert oder ausgetauscht
werden können. Sehr vorteilhaft ist auch die Tatsache, dass das Verfahren auch ohne
eine komplizierte und teure Steuerung oder Regelung bestens funktionieren kann.
[0083] Das erfindungsgemässe Verfahren, um in verdicktem Rohöl bzw. aus dessen schlammigen
bis kompakten Sedimenten in Behältern, in denen Rohöl gelagert und/oder transportiert
werden, gebundenes Rohöl zurückzugewinnen, indem das Sediment mit Rohöl oder Raffinerieprodukten
als Lösungsmittel behandelt und mindestens teilweise verflüssigt und zurückgelöst
wird, wobei das Lösungsmittel aus Düsen ausgepresst wird, um eine Strömung auszubilden,
welche das Sediment erodiert und soweit auflöst, als es auflösbar ist, zeichnet sich
im wesentlichen dadurch aus, dass eine Vielzahl zielgerichtete aus Lösungsmittel bestehende
Flüssigkeitsstrahlen aus feststehenden und entsprechend fix ausgerichteten Düsen erzeugt
werden, welche Düsen so ausgerichtet sind, dass die Flüssigkeitsstrahlen das umliegende
Medium abschnittsweise in eine gemeinsame Richtung antreiben und in Bewegung setzen
und sich mit diesem zu einer gemeinsamen Strömung vereinigen.
[0084] Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens besteht im wesentlichen aus einem
Hohlkörper, einem Anschluss zur Einführung einer Flüssigkeit und weist für den Austritt
dieser Flüssigkeit Düsen auf, durch die die Flüssigkeit unter Druck ausstossbar ist,
wobei über einen Teil ihrer Länge eine Mehrzahl von im Abstand radial fest angeordneten
Düsen vorgesehen sind und dass diese Düsen derart ausrichtbar oder ausgerichtet sind,
dass sich damit, mindestens ein Teil davon gemeinsam, im wesentlichen parallel zueinandergeordnete
Flüssigkeitsstrahlen erzeugen lassen.
[0085] Eine Anordnung von Vorrichtungen zur Durchführung des Verfahrens in einem Behälter
ist erfindungsgemäss derart, dass je eine Mehrzahl von Düsen auf je einer Strömungslinie
eines Strömungslinienpaares (S
i/S
a) des zu erzeugenden oder erzeugten Flüssigkeitsstromes in Paaren positioniert ist
und dass sie derart ausgerichtet sind, dass die horizontale, radiale Komponente (R
r) der Einspritzrichtung der Düsen auf jeder der beiden Strömungslinien in spitzem
Winkel gegeneinander und zwischen ein stromabwärts folgendes Düsenpaar gerichtet sind,
wobei die Flüssigkeitsstrahlen das umliegende Medium in eine gemeinsame Richtung antreiben
und sich mit diesem zu einer gemeinsamen Strömung vereinigen können und dass eine
oder mehrere Pumpen an die Lanzen angeschlossen sind und diese mit Flüssigkeit versorgen,
und dass ein oder mehrere Tauchrohre zur Versorgung der Pumpe/n mit Flüssigkeit so
angeordnet sind, dass sie mit der Ansaugseite in die zur Strömung vorgesehene Schicht
ragen oder dass Anschlüsse zum Ansaugen von Flüssigkeit ausserhalb der genannten Schicht
vorgesehen sind.
1. Verfahren, um in verdicktem Rohöl bzw. aus dessen schlammigen bis kompakten Sedimenten
in Behältern, in denen Rohöl gelagert und/oder transportiert wird, gebundenes Rohöl
zurückzugewinnen, indem das Sediment mit Rohöl oder Raffinerieprodukten als Lösungsmittel
behandelt und mindestens teilweise verflüssigt und zurückgelöst wird, wobei das Lösungsmittel
aus Düsen (11) ausgepresst wird, um eine Strömung (37) auszubilden, welche das Sediment
(3) erodiert und soweit suspendiert bzw. auflöst, als es suspendierbar bzw. auflösbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vielzahl zielgerichteter, aus Rohöl oder dessen Derivaten bestehender Flüssigkeitsstrahlen
aus in den Tank (1) mit Rohöl eingetauchten Lanzen in der Form von Hohlkörpern (10)
mit übereinander angeordneten Düsen (11) erzeugt werden, wobei die Düsen (11) wahlweise
zueinander so angeordnet und ausgerichtet sind, dass in den übereinander angeordneten,
den Düsen zuzuordnenden Schichten (5) die Flüssigkeitsstrahlen derart ausgestossen
werden, so dass das umliegende Medium zu einer gemeinsamen Strömung (37) angetrieben
wird, wodurch der Flüssigkeitsinhalt des Behälters in eine gleichsinnig strömende
Bewegung versetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Flüssigkeit über dem Sediment (3) ein im wesentlichen horizontal strömender
Flüssigkeitsstrom erzeugt wird, indem die einzuspritzende Flüssigkeit aus einer Mehrzahl
von Düsen (11), die strömungsmässig gleichsinnig angeordnet sind, in das über dem
Sediment (3) stehende Rohöl (2) eingedüst wird, wobei die Einspritzrichtung (R) aller
Düsen in gleichsinniger Strömungsrichtung im wesentlichen horizontal oder leicht gegen
den Behälterboden gerichtet ist und eine horizontale, zum Behälterradius tangentiale
Komponente (Rt) aufweist, die tangential zu einer Strömungslinie des Flüssigkeitsstromes und in
Strömungsrichtung ausgerichtet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass über dem Sediment (3) ein im wesentlichen horizontaler, mehr oder weniger in sich
geschlossener Flüssigkeitsstrom erzeugt wird, dadurch dass die Flüssigkeit aus einer
Mehrzahl von Düsen (11), die über der Sedimentoberfläche angeordnet sind, in das über
dem Sediment (3) stehende Rohöl (2) eingespritzt wird, wobei die Einspritzrichtung
(R) aller Düsen in einem Winkel von 0 bis 10 grad gegen die Senkrechte nach unten
gerichtet ist und eine horizontale, tangentiale Komponente (Rt) aufweist, die tangential zu einer Strömungslinie des Flüssigkeitsstromes und in
Strömungsrichtung ausgerichtet ist.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Einspritzrichtung (R) mindestens eines Teils der Düsen (11) auch eine horizontale,
radiale Komponente (Rr) hat, die kleiner ist als die horizontale tangentiale Komponente (Rt).
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Mehrzahl entsprechend positionierter Ausflussstellen eine in sich geschlossene,
im wesentlichen horizontale Flüssigkeitsströmung in Form eines Kreisstrom um eine
Strömungszentrum (34) erzeugt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine vorbestimmte Schicht (5) in der Flüssigkeitssäule des Behälters zu einem Kreisstrom
angeregt wird, der zu anderen Abschnitten bzw. Schichten (6, 6.1, 6.2) eine Scherfläche
(30, 30.1, 30.2) ausbildet derart, dass diese anderen Abschnitte (6, 6.1. 6.2) keinen
wesentlichen Strömungseinfluss erfahren und ihrerseits zu strömen beginnen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die die Strömung antreibende Flüssigkeit aus der Schicht mit dem Kreisstrom entnommen
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit Rohöl oder ein Raffinerieprodukt ist und eine gleiche oder kleinere
Konzentration an höhermolekularen Bestandteilen aufweist als das über dem Sediment
(3) stehende Rohöl (2).
9. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8, welche
Vorrichtung im wesentlichen mindestens eine Lanze in der Form eines Hohlkörpers (10)
ist, einen Anschluss zur Einführung einer Flüssigkeit und für den Austritt dieser
Flüssigkeit Düsen (11) aufweist, durch die die Flüssigkeit unter Druck ausstossbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass über einen Teil der Länge des Hohlkörpers (10) eine Mehrzahl von im vertikalen Abstand
im wesentlichen in die gleiche Richtung weisende Düsen (11) vorgesehen sind, durch
die sich im wesentlichen parallele Flüssigkeitsstrahlen erzeugen lassen und dass die
Vorrichtung Mittel (25) zur Schwenkung des Hohlkörpers (10) um seine Längsachse aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Düsen (11) eine Vorrichtung zum Verändern der Ausstossrichtung aufweisen und
an im wesentlichen senkrecht in den Behälter einführbaren, hohlen, die Flüssigkeit
führenden Lanzen (10) angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die senkrecht stehende, auf dem Behälterboden zugeordneten Teil ruhende Vorrichtung
eine Einspritzrichtung (R) jeder Düse (11) aufweist, die horizontal oder im Winkel
nach unten ausrichtbar ist und senkrecht zu einer Flüssigkeitsoberfläche in dieser
eine horizontale, tangentiale Komponente (Rt) bewirkt, die tangential zu einer Strömungslinie des anzutreibenden Flüssigkeitsstromes
und in Strömungsrichtung ausgerichtet ist und grösser ist als eine horizontale, radiale
Komponente (Rr).
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Lanzen in der Form eines Hohlkörpers (10) an ihrem dem Behälterboden zugeordneten
Ende der Länge nach verteilt, mindestens eine Reihe von im Abstand zueinander angeordneten
Düsen (11) aufweisen, welche Anordnung von Düsen sich über eine Länge 2 und 5 Metern
erstreckt, sodass ein Teil der Düsen (11) bei auf dem Behälterboden aufgesetzten Lanze
(11) oberhalb der Sedimentoberfläche positionierbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass den Lanzen in der Form eines Hohlkörpers (10) eine Führung (22) zugeordnet ist, die
mindestens im Austrittsbereich der Düsen geschlitzt ist, in welche Führung die Lanzen
(10) angeordnet sind und über diese Führung (22) um ihre Längsachse zur Ausrichtung
der Düsen (11) im Behälter dreh- und einstellbar sind.
14. Anordnung von Vorrichtungen gemäss den Ansprüchen 9 bis 13 in einem Behälter zur Durchführung
des Verfahrens nach Anspruch 1 derart, dass je eine Mehrzahl von Düsen (11) auf je
einer Strömungslinie eines Strömungslinienpaares (Si/Sa) des zu erzeugenden oder erzeugten Flüssigkeitsstromes in Paaren positioniert ist
und dass sie derart ausgerichtet sind, dass die Düsen (11) auf jeder der beiden Strömungslinien
in spitzem Winkel gegeneinander und gegenüber einem stromabwärts folgenden Düsenpaar
ausgerichtet sind, wodurch das umliegende Medium in eine gemeinsame Richtung antreibbar
ist.
15. Anordnung von Vorrichtungen gemäss Anspruch 14 derart, dass je eine Mehrzahl von Düsen
(11) auf je einer Strömungslinie eines Strömungslinienpaares (Si/Sa) des zu erzeugenden oder erzeugten Flüssigkeitsstromes in Paaren positioniert ist
und sich mit diesem zu einer gemeinsamen Strömung vereinigen können und dass eine
oder mehrere Pumpen (26) an die Lanzen in der Form eines Hohlkörpers (10) angeschlossen
sind und diese mit Flüssigkeit versorgen, und dass ein oder mehrere Tauchrohre (21b)
zur Versorgung der Pumpe/n (26) mit Flüssigkeit so angeordnet sind, dass sie mit der
Ansaugseite (21a) in die zur Strömung vorgesehene Schicht (5) ragen oder dass Anschlüsse
zum Ansaugen von Flüssigkeit ausserhalb der genannten Schicht (5) vorgesehen sind.
1. Method for recovering crude oil from thickened crude oil or from sludgy to compact
sediments of crude oil in vessels in which crude oil is stored and/or transported,
by treating the sediment with crude oil or refinery products as solvent and at least
partly liquefying and dissolving it, wherein the solvent is pressed out of nozzles
(11) in order to form a current (37) which erodes the sediment (3) and dissolves or
suspends it as far as it can be dissolved or suspended, characterized in that a plurality of directed liquid jets of crude oil or of derivatives thereof is created,
the jets being ejected from nozzles (11) on lances (10) in the form of hollow bodies
(10) with superposed nozzles (11), which lances (10) are immersed in the tank (1)
of crude oil, which nozzles (11) are at choice orientated such that in similar and
superimposed zones the liquid jets (R) are ejected such that between them the surrounding
medium gradually unites to form a joint current (37), as a result of which the content
of liquid in the vessel is brought into a flowing movement in a same direction.
2. Method according to claim 1, characterized in that a liquid current flowing substantially horizontally is created in the liquid above
the sediment layer (3) by injecting the liquid to be injected into the crude oil (2)
resting above the sediment (3) from a plurality of nozzles (11) directed in the same
sense, wherein the injection direction (R) of all nozzles is substantially horizontal
or slightly inclined towards the floor of the vessel and comprises a horizontal component
(Rt) tangential to the radius of the vessel which component is tangential to a current
line of the liquid current and pointing in the current sense.
3. Method according to claim 1 or 2, characterized in that above the sediment layer (3) a substantially horizontal liquid current more or less
closed in itself is created by injecting the liquid from a plurality of nozzles (11)
arranged above the surface of the sediment into the liquid resting above the sediment
(3), wherein the injection direction (R) of all the nozzles is directed downward at
an angle of 0 to 10 degrees in relation to the vertical and comprises a horizontal,
tangential component (Rt) which is orientated tangentially to a current line of the liquid current and in
the current sense.
4. Method according to claim 2 or 3, characterized in that the direction of injection of at least part of the nozzles also has a horizontal,
radial component (Rr) which is smaller than the horizontal, tangential component (Rt).
5. Method according to one of claims 1 to 4, characterized in that a substantially horizontal liquid current in form of a circular current around a
current center (34) is created by a plurality of correspondingly positioned ejection
points.
6. Method according to claim 5, characterized in that a predetermined layer (5) in the liquid column of the vessel is stimulated to a circular
current which forms a shear plane (30, 30.1, 30.2) to other sections or layers (6,
6.1, 6.2) such that these other sections (6, 6.1, 6.2) are substantially undisturbed
by the current and start flowing themselves.
7. Method according to one of claims 1 to 6, characterized in that the liquid driving the current is taken from the layer with the circular current.
8. Method according to one of claims 1 to 6, characterized in that the liquid is crude oil or a refinery product and has a same or a smaller concentration
of components of higher molecular weight than the crude oil (2) positioned above the
sediment (3).
9. Device for carrying out the method according to one of claims 1 to 8, which device
is substantially at least one lance in form of a hollow body (10), comprises a connection
for supplying it with a liquid and nozzles for ejecting the liquid under pressure,
characterized in that via a part of the length of the hollow body (10) a plurality of vertically distanced
nozzles (11) are provided, being directed in the same sense, through which substantially
parallel liquid jets can be created and that the device further comprises means (25)
for rotating the hollow body (10) on its longitudinal axis.
10. Device according to claim 9, characterized in that the nozzles (11) comprise means for changing the direction of ejection and are arranged
on substantially vertical, hollow, pipe shaped lances (10) to be introduced into the
vessel.
11. Device according to claim 9 or 10, characterized in that the vertically arranged device resting on the part facing the floor of the vessel
has an ejection direction (R) of each nozzle (11) orientatable horizontally or downward
at an angle and effects a horizontal, tangential component (Rt), which is orientated tangentially to a current line of the liquid current to be
driven and is larger than a horizontal, radial component (Rr).
12. Device according to one of claims 9 to 11, characterized in that the lances (10) in form of hollow bodies comprise on their ends facing the floor
of the vessel at least one row of nozzles (11) extending over the lance length, the
nozzles being arranged at a distance from each other, which nozzle row has a length
of between 2 and 5 meters, such that part of the nozzles (11) are positioned above
the sediment surface when the lance rests on the floor of the vessel.
13. Device according to one of claims 9 to 12, characterized in that a guide (22) is allocated to each of the lances in form of hollow bodies (10), the
guide being slotted at least in the outlet region of the nozzles and the lances (10)
being arranged in the guide (22) and being adjustable for nozzle orientation with
the guide by being pivotable around their longitudinal axis.
14. Arrangement of devices according to claims 9 to 13 in a vessel for carrying out the
method according to claim 1,wherein a plurality of nozzles (11) is positioned in pairs
on each current line of a pair of current lines (Si/Sa) of a created liquid current or of a current to be created and wherein the nozzles
are orientated such that the nozzles (11) are orientated on each of the two current
lines in an acute angle to each other and in relation to a pair of nozzles following
downstream, which makes the surrounding medium drivable in a common direction.
15. Arrangement of devices according to claim 14 such that a plurality of nozzles (11)
is positioned in pairs on each current line of a pair of current lines (Si/Sa) of a created liquid current or of a current to be created and can unite with it
to form a joint current and that one or several pumps (26) are connected to the lances
in form of hollow bodies (10) and supply these with liquid and that for supplying
the pump/s (26) with liquid, one or several immersion pipes (21) are arranged with
their suction side (21a) immersed in the layer (5) to be made to flow or connections
for sucking liquid from outside of said layer are provided.
1. Procédé de récupération de pétrole brut lié, dans du pétrole brut épaissi ou dans
des sédiments boueux ou compacts de pétrole brut, dans des conteneurs dans lesquels
du pétrole brut est stocké et/ou transporté, et ce, en traitant et au moins en liquéfiant
partiellement et en rediluant le sédiment avec du pétrole brut ou des produits de
raffinage utilisés en tant que solvant, le solvant étant éjecté hors de buses (11)
pour former un écoulement (37), lequel érode le sédiment (3) et le met en suspension
ou le dissout autant qu'il peut être mis en suspension ou dissout, caractérisé en ce qu'une pluralité de jets de liquide ayant un but bien précis et constitués de pétrole
brut ou de dérivés de ce dernier sont produits par des lances ayant la forme de corps
creux (10) et comportant des buses disposées les unes au-dessus des autres (11) plongées
dans le réservoir (1) de pétrole brut, les buses (11) étant facultativement disposées
et orientées les unes par rapport aux autres de telle manière que, dans les couches
(5) disposées les unes au-dessus des autres et associées aux buses, les jets de liquide
soient émis de telle sorte que le fluide environnant est entraîné dans un écoulement
commun (37), ce qui a pour effet de mettre en mouvement dans un même sens le contenu
liquide du conteneur.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un courant de liquide s'écoulant sensiblement horizontalement est produit dans le
liquide au-dessus du sédiment (3), et ce, en injectant, dans le pétrole brut (2) se
trouvant au-dessus du sédiment (3), le liquide à injecter hors d'une pluralité des
buses (11) qui sont disposées dans le même sens en ce qui concerne l'écoulement, la
direction d'injection (R) de toutes les buses étant dirigée dans un même sens d'écoulement
sensiblement horizontal ou légèrement vers le fond du conteneur et comportant une
composante horizontale (Rt) tangentielle au rayon du conteneur, qui est orientée tangentiellement à une ligne
d'écoulement du courant de liquide et dans le sens d'écoulement.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est produit, au-dessus du sédiment (3), un courant de liquide plus ou moins fermé
sur lui-même et sensiblement horizontal du fait que le liquide est injecté hors d'une
pluralité des buses (11) qui sont disposées au-dessus de la surface du sédiment, dans
le pétrole brut (2) se trouvant au-dessus du sédiment (3), la direction d'injection
(R) de toutes les buses étant dirigée vers le bas en faisant un angle de 0 à 10 degrés
par rapport à la verticale et comportant une composante tangentielle horizontale (Rt) qui est orientée tangentiellement à une ligne d'écoulement du courant de liquide
et dans le sens d'écoulement.
4. Procédé selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que la direction d'injection (R) d'au moins une partie des buses (11) possède également
une composante radiale horizontale (Rr) qui est plus petite que la composante tangentielle horizontale (Rt).
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que, grâce à une pluralité de points d'effluence placés de manière appropriée, un écoulement
de liquide fermé sur lui-même et sensiblement horizontal ayant la forme d'un courant
circulaire autour d'un centre d'écoulement (34) est produit.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'une couche prédéfinie (5) de la colonne de liquide du conteneur est stimulée de manière
à être animée d'un courant circulaire qui, par rapport à d'autres sections ou couches
(6, 6.1, 6.2), forme une surface de cisaillement (30, 30.1, 30.2) de telle sorte que
ces autres sections (6, 6.1, 6.2) ne subissent aucune influence sensible d'écoulement
et commencent pour leur part à s'écouler.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le liquide entraînant l'écoulement est prélevé de la couche animée du courant circulaire.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le liquide est du pétrole brut ou un produit de raffinage et présente une concentration
en éléments de masse moléculaire très élevée identique ou inférieure au pétrole brut
(2) se trouvant au-dessus du sédiment (3).
9. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une des revendications 1 à 8,
lequel dispositif est sensiblement constitué d'au moins une lance en forme de corps
creux (10) et comporte un raccord servant à introduire un liquide ainsi que des buses
(11) de sortie de ce liquide par lesquelles le liquide peut être expulsé sous pression,
caractérisé en ce qu'il est prévu, sur une partie de la longueur du corps creux (10), une pluralité de
buses (11) écartées verticalement et tournées sensiblement dans la même direction
par lesquelles des jets de liquide parallèles peuvent être produits et en ce que le dispositif comporte des moyens (25) de pivotement du corps creux (10) autour de
son axe longitudinal.
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que les buses (11) comportent un dispositif servant à modifier la direction d'expulsion
et sont disposées sur des lances (10) creuses entraînant le liquide et pouvant être
introduites sensiblement verticalement dans le conteneur.
11. Dispositif selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que le dispositif vertical reposant sur la partie associée au fond du conteneur présente
une direction d'injection (R) de chaque buse (11) qui peut être orientée horizontalement
ou en faisant un angle vers le bas, et produit perpendiculairement à une surface de
liquide, dans ce dernier, une composante tangentielle horizontale (Rt) qui est orientée tangentiellement à une ligne d'écoulement du courant de liquide
à entraîner et dans le sens d'écoulement, et qui est plus grande qu'une composante
radiale horizontale (Rr).
12. Dispositif selon l'une des revendications 9 à 11, caractérisé en ce que les lances en forme de corps creux (10) comportent, à leur extrémité associée au
fond du conteneur, réparties sur la longueur, au moins une rangée de buses (11) disposées
à distance les unes des autres, lequel arrangement de buses s'étend sur une longueur
comprise entre 2 et 5 mètres de sorte qu'une partie des buses (11) puissent être placées
au-dessus de la surface du sédiment lorsque la lance (11) est mise sur le fond du
conteneur.
13. Dispositif selon l'une des revendications 9 à 12, caractérisé en ce qu'aux lances en forme de corps creux (10) est associé un guide (22) qui est fendu au
moins dans la zone de sortie des buses, guide dans lequel les lances (10) sont disposées
et peuvent être réglées et tournées autour de leur axe longitudinal par l'intermédiaire
de ce guide (22) afin d'orienter les buses (11) dans le conteneur.
14. Arrangement de dispositifs selon les revendications 9 à 13 dans un conteneur de mise
en oeuvre du procédé selon la revendication 1, et ce, de telle sorte que, chaque fois,
une pluralité de buses (11) sont placées par paires, chacune sur une ligne d'écoulement
d'une paire de lignes d'écoulement (S1/Sa) du courant de liquide à produire ou produit, et qu'elles sont orientées de sorte
que les buses (11) soient orientées sur chacune des deux lignes d'écoulement de manière
à faire un angle aigu l'une par rapport à l'autre et par rapport à une paire de buses
qui suit en aval, ce qui permet d'entraîner le fluide environnant dans un sens commun.
15. Arrangement de dispositifs selon la revendication 14 de telle sorte que, chaque fois,
une pluralité de buses (11) sont placées par paires, chacune sur une ligne d'écoulement
d'une paire de lignes d'écoulement (S1/Sa) du courant de liquide à produire ou produit, et peuvent se réunir à celui-ci en
un écoulement commun et qu'une ou plusieurs pompes (26) sont raccordées aux lances
en forme de corps creux (10) et approvisionnent celles-ci en liquide, et qu'un ou
plusieurs tubes plongeurs (21b) servant à approvisionner la ou les pompes (26) en
liquide sont disposés de sorte que leur côté aspiration (21a) pénètre dans la couche
(5) prévue pour l'écoulement ou que des raccords servant à aspirer du liquide hors
de la couche mentionnée (5) soient prévus.