| (19) |
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(11) |
EP 0 914 587 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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16.10.2002 Patentblatt 2002/42 |
| (22) |
Anmeldetag: 22.05.1998 |
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP9803/009 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9805/4535 (03.12.1998 Gazette 1998/48) |
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| (54) |
DÜNNSCHICHTANZÜNDELEMENT FÜR PYROTECHNISCHE WIRKMASSEN UND VERFAHREN ZU DESSEN HERSTELLUNG
THIN LAYER IGNITER ELEMENT FOR ACTIVE PYROTECHNIC MATERIALS AND METHOD FOR THE PRODUCTION
THEREOF
ELEMENT D'ALLUMAGE A COUCHE MINCE POUR MATIERES ACTIVES PYROTECHNIQUES ET SON PROCEDE
DE FABRICATION
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FI FR GB IT SE |
| (30) |
Priorität: |
26.05.1997 DE 19721929 25.07.1997 DE 19732380
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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12.05.1999 Patentblatt 1999/19 |
| (73) |
Patentinhaber: |
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- Conti Temic Microelectronic GmbH
90411 Nürnberg (DE)
- NICO-PYROTECHNIK
Hanns-Jürgen Diederichs GmbH & Co. KG
D-22946 Trittau (DE)
- TRW Airbag Systems GmbH & Co. KG
84544 Aschau am Inn (DE)
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| (72) |
Erfinder: |
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- LAUCHT, Horst
D-83052 Bruckmühl (DE)
- EHLBECK, Heinz-Wilhelm
D-24989 Dollerup (DE)
- REICHARDT, Horst
D-01219 Dresden (DE)
- TIEDERLE, Viktor
D-73265 Dettingen (DE)
- WEISS, Uwe
D-09126 Chemnitz (DE)
- SCHOLZ, Markus
D-79424 Auggen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Kolb, Georg |
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DaimlerChrysler AG,
Postfach 35 35 74025 Heilbronn 74025 Heilbronn (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 762 073 US-A- 4 708 060 US-A- 5 348 597
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US-A- 4 484 523 US-A- 5 080 016
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Dünnschichtanzündelement für pyrotechnische Wirkmassen
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und Verfahren zu dessen Herstellung gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 11.
[0002] Aus der DE 42 22 223 C1 ist ein elektrisches Anzündmittel gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 bekannt.
[0003] In herkömmlichen Anzündelementen wird eine dünne Drahtbrücke geringen Widerstandes
(2Ω) durch einen Stromimpuls erhitzt und verdampft. Durch diesen rein thermischen
Impuls wird dann die pyrotechnische Wirkmasse entzündet. In der DE 42 22. 223 C1 wird
dabei eine Dünnschicht-Zündbrücke aus Titan, Titannitrid oder einer überwiegend Titan
enthaltenden Legierung vorgeschlagen, da Titan oder Titannitrid aufgrund ihrer hohen
Wärmeleitfähigkeit und ihres gegenüber herkömmlichen Zündbrückenmaterialien höheren
elektrischen Widerstandes beim Schmelzen eine großflächige und gleichmäßige Erhitzung
der pyrotechnischen Wirkmasse gewährleisten. Die dafür erforderliche Zündenergie ist
jedoch sehr hoch, da Titan einen Schmelzpunkt über 1660° Celsius aufweist ; Titannitrid
über 2900° Celsius und übliche Titanlegierungen liegen noch darüber.
[0004] Eine andere Variante unter Verwendung vorzugsweise des Halbleitermaterials Polysilizium,
dessen Wirkungsprinzip ebenfalls thermischer Natur ist, wird in US 4,708,060 beschrieben.
Hierbei wird der ab einer erhöhten Temperatur auftretende negative Temperaturkoeffizient
des Widerstandsmaterials ausgenutzt. Dies führt im Zündmoment neben der Hitzeübertragung
zur Bildung eines dünnen Plasmas und einem konvektiven Druckeffekt. Der Aufbau ist
dabei vergleichbar mit einer Widerstandsbrücke.
[0005] Ein anderes Zündprinzip, beschrieben in US 5,080,016, basiert auf der Verwendung
einer Metallhydridfolie. Auf dieser freitragenden Folie ist ein Kunststoffstreifen
aufgebracht, der durch die thermische Zersetzung der Hydridschicht (Gasdruckentwicklung)
infolge eines Spannungsimpulses zerteilt und Teile des Kunststoffstreifens (Flyer)
beschleunigt werden und auf die in einigem Abstand angeordnete pyrotechnische Wirkmasse
treffen, wobei diese durch die Druckwirkung (Schockwelle) des auftreffenden Kunststoffteils
gezündet wird. Die zugeführte elektrische Energie wird somit zunächst in thermische
Energie und Druck umgesetzt, was wiederum zu einer kinetischen Energie des Flyers
führt, welche dieser beim Auftreffen auf die pyrotechnische Wirkmasse in Druck und
Wärme umsetzt. Durch diese mehrfache Energieumwandlung treten jedoch erhebliche Wirkungsgradverluste
auf, so daß die zur Zündung verwendete Spannung dabei im kV-Bereich liegen muß. Das
Patent US 5,080,016 benennt die Elemente Titan, Zirkonium, Nickel und Palladium als
geeignete Metalle, um entsprechend Wasserstoff einzulagern.
[0006] Generell ist auch die Wasserstoffspeicherung in Metallhydriden als bekannt anzusehen,
was jedoch meist als negativer Effekt auf die Festigkeit des Metalls (Wasserstoff-Krankheit)
unerwünscht ist. Dieser Effekt kann auch zur gezielten Speicherung von Wasserstoff
eingesetzt werden (vgl. Bergmann/ Schäfer : Lehrbuch der Experimentalphysik, Bd. 6
1992, S. 452 f.).
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Dünnschichtanzündelement zu entwickeln,
welches durch eine geringe Initialisierungsenergie gezündet werden kann und diese
mit möglichst geringen Wirkungsgradverlusten an die pyrotechnischen Zündmasse weitergibt.
Das Dünnschichtanzündelement soll des weiteren einfach und in großen Stückzahlen herstellbar
sein.
[0008] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des ersten Patentanspruches sowie durch das
Verfahren zur Herstellung gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 15 gelöst.
[0009] Kennzeichnend für die vorliegende Erfindung ist die Kopplung von physikalischem,
chemischem und thermischem Energieeintrag aus dem Hafniumhydrid direkt in die pyrotechnische
Wirkmasse bei wesentlich - kleineren Initialisierungsenergiemengen. Neben Zündbrückenschichten
aus Hafnium bietet sich auch ein Gemisch mit Titan zur Verknüpfung ihrer jeweils positiven
Eigenschaften an.
[0010] So reichen Niedervoltspannungen < 50 V und eine Initialisierungsenergie im Bereich
einiger Millijoule aus, um die Zündung in Gang zu setzen. Wesentlich für die Energieeinsparung
ist dabei die Eigenschaft des Hafniumhydrids, welches sich bereits bei einer Lokaltemperatur
ca. 450° bis 800 Grad Celsius zersetzt, währenddessen bisher eine Schmelztemperatur
von ca. 1660° Celsius aufgebracht werden mußte. Mit zunehmendem Hafniumanteil erhöht
sich bei Gemischen aus Hafnium- und Titanhydrid dabei jeweils die Zersetzungstemperatur.
[0011] Beim Zersetzen des Hafniumhydrids oder Hafnium-/Titan-hydrid-Gemischs wird aber atomarer
Wasserstoff frei, was zu einem erheblichen Druckanstieg zwischen Zündbrückenschicht
und pyrotechnischer Wirkmasse führt. Außerdem wirkt der atomare Wasserstoff selbst
als Zündmittel (chemische Reaktion mit dem Sauerstoff und Bestandteilen der pyrotechnischen
Wirkmasse). Dabei kann es auch zur Ausbildung eines Plasmas kommen.
[0012] Der vorzugsweise ergänzend anteilig verwendete metallische Bestandteil Titan läßt
sich prozeßtechnisch einfach beherrschen und weist die grundlegende Wirkungsweise
auf, so daß neben der Wirkung des bei der Zersetzung freiwerdenden reaktiven Wasserstoffs
sowie der Wirkung des entstehenden Plasmas auch der Energieeintrag durch die erhitzten
Metallatome hoch ist, was den Zündvorgang beschleunigt.
[0013] Der verwendete metallische Bestandteil Hafnium zeichnet sich durch ein höheres spezifisches
Atomgewicht aus, so daß neben der Wirkung des bei der Zersetzung freiwerdenden reaktiven
Wasserstoff sowie der Wirkung des entstehenden Plasmas auch der Energieeintrag durch
die schweren Metallatome besonders hoch ist, was den Zündvorgang beschleunigt. Vorteilhafter
im Vergleich zu anderen Metallhydridschichten ist die bei Hafniumhydrid hohe thermische
Stabilität hinsichtlich der Ausdiffusion des Wasserstoffs sowie die gegenüber dem
bereits recht guten Titan noch höhere Zersetzungstemperatur der Metallhydridschicht,
was sich für günstig auf die Stabilität gegenüber thermischen Umwelteinflüssen und
auf die Gesamtlebensdauer des Zündelementes auswirkt.
[0014] Diese Kopplung von Energieeinträgen führt zu einer sehr schnellen, im Mikrosekundenbereich
liegenden Zündung der pyrotechnischen Wirkmasse, was bei nahezu allen praktischen
Anwendungen von Zündelementen äußerst vorteilhaft ist.
[0015] Durch die geringe Zündspannung und Initialisierungsenergie reichen bereits Autobatterien
o.ä. direkt und ohne aufwendige Spannungsverstärker zur Spannungsversorgung aus. Deshalb
können diese Anzündelemente besonders vorteilhaft als Zünder für Airbags und andere
Insassenschutzeinrichtungen verwendet werden.
[0016] Die thermische Isolationsschicht unter der Zündbrückenschicht verringert Energieverluste
durch die Wärmeableitung in das Trägersubstrat hinein und erhöht somit die in Richtung
der pyrotechnischen Wirkmasse fließende und somit wirksame Energiemenge. Durch Variation
der Strukturgeometrie und insbesondere Dicke der thermischen Isolationsschicht kann
daher auch die Zündzeit und die minimal erforderliche Zündspannung beeinflußt werden.
[0017] Durch die Anwendung eines halbleiterprozeßkompatiblen Herstellungsprozesses sowie
die Verwendung eines Halbleitersubstrates als Trägersubstrat wird die Integration
von Sensoren zur Überwachung der Funktionstüchtigkeit (z.B, Feuchtigkeits- und Temperatursensoren)
sowie von Ansteuer- und Überwachungselektronik in einer mikroelektronischen Schaltung
auf kleinstem Raum möglich. Schaltungstechnische Maßnahmen zur Absicherung des Anzündelements
gegen hochfrequente Störimpulse und EMV-Einflüsse können ebenso vorteilhaft realisiert
werden.
[0018] Um einen möglichst geringen Übergangswiderstand zwischen Zündbrücke und den Kontakten
zu gewährleisten, werden zunächst aus der Zündbrückenschicht gegenüber der Zündbrücke
großflächige Kontaktflächen ausgeformt und diese möglichst vollständig die Metallisierungsschichten
der Kontakte berühren. Neben der Abscheidung der Metallisierungsschicht auf der Zündbrückenschicht
ist auch eine Face-Down-Kontaktierung aus im Trägersubstrat integrierte Leitbahnbereiche
denkbar, die Zündbrückenschicht von der entgegengesetzten Seite zu kontaktieren. Die
Zündbrückenschicht kann dann auf die Trägersubstratoberfläche oder gegebenenfalls
auch auf die zwischengeschobene strukturierte Metalllisierungsschicht abgeschieden
wird.
[0019] Eine Zündbrückenschicht zwischen 0,2 und 2 µm erlaubt bei einem spezifischen Widerstand
des Titanhydrids von ca 0,50 µΩ m eine recht große Oberfläche der Zündbrücke und gute
Variationsmöglichkeiten durch Länge und Breite der Zündbrücke im bevorzugten Bereich
des elektrischen Gesamtwiderstands der Zündbrückenschicht von 0,5 bis ca. 200 Ω.
[0020] Das zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Anzündelements erforderliche Verfahren
wird in Patentanspruch 11 beschrieben, wobei insbesondere die gegenüber herkömmlichen
Temperungsprozessen recht niedrige Temperatur von etwa 350° Celsius für die Wasserstoffeinlagerung
sehr vorteilhaft ist. Während die Prozeßdauer bei niedrigeren Temperaturen (unter
300° Celsius) erheblich ansteigt, setzt bei höheren Temperaturen (über 400° Celsius)
bereits der Zersetzungsprozeß des Titanhydrids ein, so daß eine Einlagerung von Wasserstoff
nicht oder nur unter erheblich schwierigeren Prozeßbedingungen (Druck ect.) möglich
wird. Bei hohem Hafniumanteil steigt die Temperaturfestigkeit.
[0021] In Zusammenhang damit ist auch die Weiterbildung gemäß Anspruch 13 zu betrachten,
wonach beim Abscheiden der Metallisierungsschicht die Zündbrückenschicht gekühlt wird,
so daß die lokale Temperatur die 350° Celsius nicht übersteigt.
[0022] Alle Herstellungsschritte sind dabei kompatibel für die Fertigung in Halbleiterfabriken
ausgestaltet und können somit für eine Vielzahl von Anzündelementen gleichzeitig realisiert
werden, indem als Trägersubstrat ein Siliziumwafer verwendet wird, der erst nach allen
Herstellungsschritten zersägt wird.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und zugehörigen Zeichnungen
näher erläutert.
[0024] Es zeigen:
- Fig. 1
- Anzündelement mit abgeschiedender und strukturierter Zündbrückenschicht (0,2<x<2)
auf einem Trägersubstrat mit einer thermischen Isolationsschicht,
Fig.1a als Draufsicht ohne Kontaktmetallisierung,
Fig.1b als Draufsicht mit Kontaktmetallisierung und
Fig.1c als Schnittdarstellung
- Fig.2
- Anzündelement mit abgeschiedender und strukturierter Zündbrückenschicht (0,2<x<2)
auf einem Trägersubstrat mit einer thermischen Isolationsschicht,
Fig.2a als Draufsicht ohne Kontaktmetallisierung,
Fig.2b als Draufsicht mit Kontaktmetallisierung und
Fig.2c als Schnittdarstellung
- Fig.3
- thermodynamisch wirksame Länge I und Breite b der Zündstruktur
- Fig.4
- Prinzipschaltbild des Zündstromkreises
- Fig.5
- Anzündelement mit abgeschiedender und strukturierter Zündbrückenschicht (0,2<x<2)
auf einem Trägersubstrat ohne eine thermische Isolationsschicht und mit einer direkt
aufgebrachten pyrotechnischen Wirkmasse
- Fig.6
- Anzündelement mit abgeschiedender und strukturierter Zündbrückenschicht (0,2<x<2)
auf einem Trägersubstrat mit einer thermischen Isolationsschicht sowie mit einer in
geringem Abstand aufgebrachten pyrotechnischen Wirkmasse
- Figur 7
- Anzündelement mit aus dem Trägersubstrat herausgeführten Kontaktierung der Zündbrückenschicht
- Figur 8
- Anzündelement mit einer Dämmschicht auf der Zündbrücke
[0025] Von grundlegender Bedeutung für alle im folgenden gezeigten Ausführungsbeispiele
ist, daß alle Herstellungsschritte und Schichten durch halbleiterprozeßkompatibel
sind. Es wird jeweils nur ein Dünnschichtanzündelement gezeigt ; dieses wird jedoch
mit einer Vielzahl identischer Anzündelemente auf einer Halbleitersubstratwaferscheibe
realisiert. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, anstelle eines Halbleitersubstrates
ein anderes Trägersubstrat, bspw. eine Glas- oder Keramikfläche zu verwenden. Die
Darstellung der Schichtdicken, -breiten und -längen ist schematisch und nicht maßstäblich.
[0026] Die Figur 1 zeigt ein Anzündelement mit bereits abgeschiedender, strukturierter und
hydrierter Zündbrückenschicht 2 aus Hafniumhydrid HfH
x ; (0,025<x<2) oder einem Gemisch aus Hafniumhydrid mit TiH
x ; (0,2<x<2) auf einem Trägersubstrat 4 mit einer thermischen Isolationsschicht 3.
[0027] Die thermischen Isolationsschicht 3 ist in diesem Ausführungsbeispiel als geschlossene
epitaktisch abgeschiedene SiO
2-Schicht ausgestaltet. Grundsätzlich kann diese aber auch durch Oxidation einer Siliziumsubstratoberfläche
hergestellt werden. Darüber hinaus sind auch andere Stoffe zur thermischen Isolation
geeignet. Wesentlich für die funktion ist jedoch, daß es weder durch die thermische
Isolationsschicht 3 noch durch das Trägersubstrat 4 ,falls auf die thermische Isolationsschicht
3 verzichtet wird, die Zündbrückenschicht 2 elektrisch kurzgeschlossen wird.
[0028] Die Kontaktflächen 21 (siehe Fig.1a) der zündbrückenschicht sind verbreitert ausgeführt,
um einen möglichst geringen übergangswiderstand zu den Kontakten 1 zu erreichen. Entsprechend
werden die Kontakte 1 als eine Al-Schicht oder eine andere Schicht aus einem hochleitfahigen
Material realisiert (siehe Fig.1b und Fig.1c), um eine Kontaktierung zu erleichtern.
Die Abmessungen der Kontaktflächen 21 richten sich nach den jeweils geforderten Kontaktierungsbedingungen.
In Figur 1c wird noch einmal die Abfolge der Schichten im Schnitt deutlich, wobei
die variable Dicke d der thermischen Isolationsschicht 3 den Zündzeitpunkt und die
mindestens erforderliche Zündspannung beeinflußt. Wird nämlich die Zündbrückenschicht
2 vom Strom durchflossen, so ist die Zeit bis zum Erreichen der kritischen Zersetzungstemperatur
im wesentlichen von der Wärmeleitfähigkeit der Isolationsschicht 3 abhängig. Kann
eine größere Wärmemenge über die Isolationsschicht 3 an das Trägersubstrat 4 abfließen,
so verzögert sich der Zündzeitpunkt oder aber es muß eine höhere Leistung umgesetzt
werden, was eine höhere Zündspannung bedeutet.
[0029] Wie Figur 2 als zweites Ausführungsbeispiel zeigt, kann die Hafniumund/oder Titanhydridschicht
2 auch direkt auf dem Trägersubstrat 4 abgeschieden werden, falls eine Verzögerung
des Zündzeitpunktes gewünscht oder die Zündspannung entsprechend hoch gewählt wird
und außerdem das Trägersubstrat nicht elektrisch leitfähig ist. Die Kontakte 1 sind
dabei wieder auf der strukturierten Zündbrückenschicht 2 abgeschieden (vgl. Fig. 2b
und 2c).
[0030] Figur 3 verdeutlicht die letztlich wirksame Oberfläche der Zündbrückenschicht 2.
Auch in dieser Figur 3 wurde eine rechteckfömige Struktur der Zündbrücke 2 der wirksamen
Länge I und Breite b gewählt. Diese Struktur ist besonders einfach über die bekannten
Gleichungen R=ρ I/A und P=U
2/R theoretisch zu berechnen und außerdem fertigungstechnisch einfach zu dimensionieren.
Die kritische Zündeigenschaften, wie Zündzeiten und Zündspannungen können dadurch
angepaßt werden..
[0031] Figur 4 zeigt das Prinzipschaltbild des Zündstromkreises. Die Zündung erfolgt durch
Anlegen einer elektrischen Spannung U im Niedervoltbereich an die metallisierten Kontakte
1. Infolge des einsetzenden Stromflusses kommt es zu einer joulschen Erwärmung der
Zündbrücke 2 , welche daraufhin durch ihre Erwärmung und die chemische Zersetzung
(Freisetzung von reaktivem Wasserstoff) und eine Plasmaentladung den Zündvorgang in
der direkt aufliegenden pvrotechnischen Wirkmasse 5 ( vgl. Fig. 5) initiiert. Die
heißen Metallatome und der Druck führen dabei zu einer großflächigen Entzündung.
[0032] Die Anordnung der pyrotechnischen Wirkmasse 5 kann einerseits direkt auf der Zündbrückenschicht
2 erfolgen (siehe Fig. 5), um neben der Wasserstoffreaktion und Plasmawirkung auch
die direkte Wärmeleitung zu nutzen. Oder es wird mittels abstandsbestimmender Zwischenschichten
6 zur Zündbrückenschicht 2 ein geringer Abstand 7 realisiert (siehe Fig. 6), um vornehmlich
die reine Plasmawirkung auszunutzen.
[0033] Figur 7 zeigt nun noch ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei dem die Zündbrückenschicht
2 im Bereich der Kontaktflächen 21 von der unteren, der pyrotechnischen Wirkmasse
entgegengesetzten Seite kontaktiert wird. Die Kontakte 1 sind bspw. in die Trägersubstratoberseite
eingelassen. Zwischen den Kontakten 1 und unter dem wirksamen Bereich der Zündbrückenschicht
2 ist die thermische Isolationsschicht 3 vorgesehen, welche die Zündbrückenschicht
2 thermisch und elektrisch vom Trägersubstrat 4 isoliert. Zu den Kontakten 1 hin weist
das Trägersubstrat Leitbahnbereiche 4.1 auf, die bspw. aus hochdotiertem Trägersubstratmaterial
(Si) sind. Die beiden Leitbahnbereiche 4.1 sind durch einen Isolationsgraben 4.2 im
Trägersubstrat 4 voneinander isoliert. Vorteil dieses Ausführungsbeispieles ist ggfs.
der Verzicht auf eine Al-Schicht und externe Anschlüsse an die Kontakte. Außerdem
wird die Berührung zwischen pyrotechnischer Wirkmasse und Zündbrückenschicht vereinfacht
und verbessert.
[0034] Neben den vorangehend beschriebenen und in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispielen
sind insbesondere auch andere, zum Beispiel kreisförmige Ausgestaltungen der Zündbrückenschicht
denkbar.
[0035] In Figur 8 wiederum im Schnitt ein Ausführungsbeispiel einer weitere Weiterbildung
der Erfindung dargestellt, wonach auf der Zündbrückenschicht 2 im wirksamen Bereich
der Zündbrücke zwischen den Kontakten 1 eine Dämmschicht 7 abgeschieden ist. Durch
eine derartige, bspw.aus Oxidmaterial bestehende Dämmschicht 7 kann der Aufheizprozeß
der Zündbrückenschicht auf die für die Zersetzung erforderliche Temperatur durch eine
Druckerhöhung beschleunigt werden. Die Dicke der Schicht und ihre Struktur (lokale
Verjüngung der Dämmschicht 7 als Soll-Bruchstelle ect.) ist dabei so gewählt, daß
nach dem Freisetzen des reaktiven Wasserstoffs und der beginnenden Expansion die Dämmschicht
7 bei einem vorab definierten Druck öffnet und das heiße Wasserstoffgas sowie die
heißen Partikel der Zündbrückenschicht und, falls sich ausbildend, auch das Plasma
an bzw. in die pyrotechnische Wirkmasse 5 gelangen können.
[0036] Vorzugsweise ist auch die Dämmschicht 7 nur so dick, daß diese direkt beim Beginn
der Reaktion der Zündbrückenschicht 2 zerstört wird. Die Dämmschicht 7 kann aus einem
Material oder einer Folge von Schichten bestehen, bei der zumindest die direkt an
der zündbrückenschicht 2 liegende elektrisch isolierend seien muß, damit die Zündbrückenschicht
2 nicht überbrückt wird. Eine teilweise Metallabscheidung als Deckschicht der Dämmschicht
7 ist jedoch denkbar, da durch die Reflexion an der metallisierten Deckschicht die
Wärme vor der Zerstörung der Dämmschicht 7 in die Zündbrückenschicht 2 zurück reflektiert
wird und sich diese somit schneller erhitzt.
1. Dünnschichtanzündelement zur Zündung pyrotechnischer Wirkmassen (5), bestehend aus
einem Trägersubstrat (4), auf dem zwei elektrische Kontakte (1) über eine chemisch
und thermisch aktive Zündbrückenschicht (2) miteinander verbunden sind, die infolge
einer an ihre Kontakte (1) angelegte Spannung (U) gezündet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündbrückenschicht (2) eine hydrierte Schicht aus Hafnium oder einem Titan-Hafnium-Gemisch
ist.
2. Dünnschichtanzündelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündbrückenschicht (2) durch eine Plasmaentladung gezündet wird.
3. Dünnschichtanzündelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich unter der Zündbrückenschicht (2) zum Trägersubstrat (4) hin eine thermische
Isolationsschicht (3) befindet.
4. Dünnschichtanzündelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontakte (1) als zwei Metallisierungsschichten ausgeführt sind, welche aus der
Zündbrückenschicht (2) ausgeformte Kontaktflächen (21) großflächig berühren.
5. Dünnschichtanzündelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Zündzeit und minimal erforderliche Zündspannung (U) direkt durch eine. Veränderung
der Strukturgeometrie und durch die Variation der Schichtdicke der Zündbrückenschicht
(2) eingestellt wird.
6. Dünnschichtanzündelement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündbrückenschicht (2) eine näherungsweise konstante Schichtdicke von 0,2 bis
2 µm hat.
7. Dünnschichtanzündelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Zündzeit und minimal erforderliche Zündspannung (U) direkt durch eine Veränderung
der Strukturgeometrie und durch die Variation der Schichtdicke der unter der Zündbrückenschicht
(2) liegenden thermischen Isolationsschicht (3) eingestellt wird.
8. Dünnschichtanzündelement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die thermischen Isolationsschicht (3) eine näherungsweise konstante Schichtdicke
von 0,5 bis 3 µm hat und aus Siliziumoxid ist.
9. Dünnschichtanzündelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Veränderung der Zündzeit und der minimal erforderlichen Zündspannung die Strukturgeometrie
und Schichtdicke der Zündbrückenschicht (2) dergestalt eingestellt wird, daß sich
ein ohmscher Widerstand der Zündbrückenschicht zwischen 0,5 und 200 Ω, vorzugsweise
bei etwa 20 Ω zustande kommt und die Oberfläche der Zündbrückenschicht (2) zur pyrotechnischen
Wirkmasse (5) und zur thermischen Isolationsschicht (3) hin eine Größe zwischen 25
und 100 000 µm2 aufweist.
10. Dünnschichtanzündelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündbrückenschicht (2) aus Hafnium ohne einen Titananteil ist und das atomare
Zusammensetzungsverhältnis (x) Wasserstoff/Hafnium der hydrierten Hafniumschicht (Hf
Hx) im Bereich von 0,025 bis 2,0 liegt.
11. Dünnschichtanzündelement nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der prozentuale Wasserstoffgehalt der hydrierten Hafniumschicht im Bereich von 2,25
bis 66,4 Prozent liegt.
12. Dünnschichtanzündelement nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündbrückenschicht (2) aus einem hydrierten Hafnium-Titan-Gemisch ist.
13. Dünnschichtanzündelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Zündbrückenschicht (2) eine thermisch und elektrisch isolierende Dämmschicht
(7) zur pyrotechnischen Wirkmasse (5) hin aufgebracht wird, welche in Material und
Struktur so beschaffen ist, daß sie beim Erreichen eines definierten Druckes durch
die Reaktion der Zündbrückenschicht (2) zerstört wird.
14. Dünnschichtanzündelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägersubstrat (4) ein Halbleitersubstrat mit integrierten Bauelementen zur zündansteuerung
ist und die Kontaktflächen (21) der Zündbrückenschicht (2) mit im Trägersubstrat (4)
integrierten Leitbahnbereichen (4.1) verbunden sind.
15. Verfahren zur Herstellung eines Dünnschichtanzündelements nach einem der vorangegangenen
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) zunächst eine Schicht aus Hafnium oder einem Titan/Hafnium-Gemisch abgeschieden
und entsprechend der gewählten Strukturgeometrie der Zündbrückenschicht (2) sowie
der Kontaktflächen (21) strukturiert wird, und
b) nachfolgend Wasserstoff durch Temperung eingelagert wird, wobei die Temperatur
während der Temperung vorzugsweise bei etwa 350° Celsius gehalten wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Abscheiden des Hafniums oder Titan/Hafnium-Gemischs zunächst in einem Halbleiterprozeß
eine mikroelektronische Schaltung im Trägersubstrat (4) und die thermische Isolationsschicht
(3) realisiert wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Hydrieren des Hafniums oder Titan/Hafnium-Gemischs eine Aluminiumschicht
abgeschieden und als Kontakte (1) entsprechend der Form der Kontaktflächen (21) der
Zündbrückenschicht (2) strukturiert wird, wobei vorzugsweise die Anordnung aus Trägersubstrat
(4) und Zündbrückenschicht (2) lokal derart gekühlt wird, daß die Temperatur der Zündbrückenschicht
(2) unter 350° Celsius bleibt.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß eine Vielzahl von Anzündelementen auf einem Siliziumwafer als Trägersubstrat (4)
realisiert werden.
19. Verwendung eines Dünnschichtanzündelements gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14 als
Zünder für Insassenschutzeinrichtungen, insbesondere Airbags in Kraftfahrzeugen.
1. A thin-film ignition element for igniting pyrotechnically active materials (5) consisting
of a carrier substrate (4) upon which two electrical contacts (1) are interconnected
via a chemically and thermally active ignition bridge layer (2) which is ignited as
a result of a voltage (U) being applied to the contacts (1) thereof, characterised in that the ignition bridge layer (2) is a hydrogenated layer of hafnium or a titanium-hafnium
mixture.
2. A thin-film ignition element in accordance with Claim 1, characterised in that the ignition bridge layer (2) is ignited by means of a plasma discharge.
3. A thin-film ignition element in accordance with Claim 1 or 2, characterised in that a thermally insulating layer (3) is located below the ignition bridge layer (2) towards
the carrier substrate (4).
4. A thin-film ignition element in accordance with any of the preceding Claims, characterised in that the contacts (1) are in the form of two metallised layers which make contact over
a large surface area with contact surfaces (21) formed from the ignition bridge layer
(2).
5. A thin-film ignition element in accordance with any of the preceding Claims, characterised in that the ignition time and the minimum necessary ignition voltage (U) are set directly
by varying the structural geometry and by varying the thickness of the ignition bridge
layer (2).
6. A thin-film ignition element in accordance with Claim 5, characterised in that the ignition bridge layer (2) has an approximately constant thickness of 0.2 to 2
µm.
7. A thin-film ignition element in accordance with any of the preceding Claims, characterised in that the ignition time and the minimum necessary ignition voltage (U) are set directly
by varying the structural geometry and by varying the thickness of the thermally insulating
layer (3) that is located below the ignition bridge layer (2).
8. A thin-film ignition element in accordance with Claim 7, characterised in that the thermally insulating layer (3) has an approximately constant thickness of 0.5
to 3 µm and consists of silicon oxide.
9. A thin-film ignition element in accordance with any of the preceding Claims, characterised in that, for the purposes of varying the ignition time and the minimum necessary ignition
voltage, the structural geometry and the thickness of the ignition bridge layer (2)
are set in such a manner that the ohmic resistance of the ignition bridge layer (2)
amounts to between 0.5 and 200 Ω, and preferably approximately 20 Ω, and the area
of the surface of the ignition bridge layer (2) towards the pyrotechnically active
material (5) and the thermally insulating layer (3) amounts to between 25 and 100,000
µm2.
10. A thin-film ignition element in accordance with any of the. preceding Claims, characterised in that the ignition bridge layer (2) consists of hafnium without a titanium component and
in that the atomic compound ratio (x) of hydrogen/hafnium in the hydrogenated hafnium layer
(Hf Hx) lies in the range 0.025 to 2.0.
11. A thin-film ignition element in accordance with Claim 10, characterised in that the percentile content of hydrogen in the hydrogenated hafnium layer lies in the
range of 2.25 to 66.4 percent.
12. A thin-film ignition element in accordance with any of the preceding Claims 1 to 9,
characterised in that the ignition bridge layer (2) consists of a hydrogenated hafnium-titanium mixture.
13. A thin-film ignition element in accordance with any of the preceding Claims, characterised in that a thermally and electrically insulating isolating layer (7) is applied to the ignition
bridge layer (2) towards the pyrotechnic material (5), the material and structure
of said isolating layer being such that it is destroyed when reaching a defined pressure
by virtue of the reaction of the ignition bridge layer (2).
14. A thin-film ignition element in accordance with any of the preceding Claims, characterised in that the carrier substrate (4) is a semiconductor substrate having components integrated
therein for controlling the ignition process, and the contact surfaces (21) of the
ignition bridge layer (2) are connected to regions of conductive tracks (4.1) that
are integrated in the carrier substrate (4).
15. A method of manufacturing a thin-film ignition element in accordance with any of the
preceding Claims,
characterised in that
a) a layer of hafnium or of a titanium/hafnium mixture is initially deposited and
is structured in correspondence with the selected structural geometry of the ignition
bridge layer (2) and the contact surfaces (21), and
b) hydrogen is then stored by means of a tempering process the temperature being preferably
maintained at approximately 350° Celsius during the tempering process.
16. A method in accordance with Claim 15, characterised in that a micro-electronic circuit in the carrier substrate (4) and the thermally insulating
layer (3) are initially implemented utilising a semiconductor process prior to the
deposition of the hafnium or titanium/hafnium mixture.
17. A method in accordance with Claim 16, characterised in that, following the hydrogenation of the hafnium or titanium-hafnium mixture, an aluminium
layer is deposited and is then structured as contacts (1) in correspondence with the
shape of the contact surfaces (21) of the ignition bridge layer (2), the arrangement
consisting of the carrier substrate (4) and the ignition bridge layer (2) preferably
being locally cooled in such a manner that the temperature of the ignition bridge
layer (2) remains below 350° Celsius.
18. A method in accordance with Claim 17, characterised in that a plurality of ignition elements are implemented on the carrier substrate (4) which
is in the form of a silicon wafer.
19. The use of a thin-film ignition element in accordance with any of the Claims 1 to
14 as an igniter for occupant protection devices, and especially for airbags in motor
vehicles.
1. Élément d'allumage à couche mince pour allumer des matières actives pyrotechniques
(5), constitué par un substrat porteur (4) sur lequel deux contacts électriques (1)
sont reliés l'un à l'autre via une couche de pont d'allumage (2) active sur le plan
chimique et thermique, qui est allumée suite à l'application d'une tension (U) à ses
contacts (1), caractérisé en ce que la couche de pont d'allumage (2) est une couche hydrurée en hafnium ou en mélange
titane-hafnium.
2. Élément d'allumage à couche mince selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche de pont d'allumage (2) est allumée par une décharge de plasma.
3. Élément d'allumage à couche mince selon l'une ou l'autre des revendications 1 et 2,
caractérisé en ce qu'une couche d'isolation thermique (3) se trouve au-dessous de la couche de pont d'allumage
(2) vers le substrat porteur (4).
4. Élément d'allumage à couche mince selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les contacts (1) sont réalisés sous forme de deux couches de métallisation qui touchent
sur une grande surface les surfaces de contact (21) conformées à partir de la couche
de pont d'allumage (2).
5. Élément d'allumage à couche mince selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'instant d'allumage et la tension d'allumage minimale requise (U) sont réglés directement
par modification de la géométrie structurelle et par variation de l'épaisseur de la
couche de pont d'allumage (2).
6. Élément d'allumage à couche mince selon la revendication 5, caractérisé en ce que la couche de pont d'allumage (2) présente une épaisseur approximativement constante
de 0,2 à 2 µm.
7. Élément d'allumage à couche mince selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'instant d'allumage et la tension d'allumage minimale requise (U) sont réglés directement
par modification de la géométrie structurelle et par variation de l'épaisseur de la
couche d'isolation thermique (3) située au-dessous de la couche de pont d'allumage
(2).
8. Élément d'allumage à couche mince selon la revendication 7, caractérisé en ce que la couche d'isolation thermique (3) présente une épaisseur approximativement constante
de 0,5 à 3 µm et est constituée en oxyde de silicium.
9. Élément d'allumage à couche mince selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que pour modifier l'instant d'allumage et la tension d'allumage minimale requise, la
géométrie structurelle et l'épaisseur de la couche de pont d'allumage (2) sont réglées
de telle sorte qu'il résulte une résistance ohmique de la couche de pont d'allumage
entre 0,5 et 200 Ω, de préférence d'environ 20 Ω, et que la surface de la couche de
pont d'allumage (2) vers la masse active pyrotechnique (5) et vers la couche d'isolation
thermique (3) présente une taille entre 25 et 100 000 µm2.
10. Élément d'allumage à couche mince selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la couche de pont d'allumage (2) est constituée en hafnium sans proportion de titane
et la relation de composition atomique (x) hydrogène/hafnium de la couche d'hafnium
hydrurée (Hf Hx) est de l'ordre de 0,025 à 2,0.
11. Élément d'allumage à couche mince selon la revendication 10, caractérisé en ce que la teneur en hydrogène en pourcent de la couche d'hafnium hydrurée est de l'ordre
de 2,25 à 66,4 %.
12. Élément d'allumage à couche mince selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que la couche de pont d'allumage (2) est constituée d'un mélange hafnium-titane hydruré.
13. Élément d'allumage à couche mince selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une couche d'isolation thermique et électrique (7) vers la masse active pyrotechnique
(5) est appliquée sur la couche de pont d'allumage (2), qui, à l'égard de son matériau
et de sa structure, est telle qu'elle est détruite lorsqu'une pression définie est
atteinte par la réaction de la couche de pont d'allumage (2).
14. Élément d'allumage à couche mince selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le substrat porteur (4) est un substrat semi-conducteur avec des composants intégrés
pour le pilotage de l'allumage, et les surfaces de contact (21) de la couche de pont
d'allumage (2) sont reliées à des zones de piste conductrice (4.1) intégrées dans
le substrat porteur (4).
15. Procédé pour réaliser un élément d'allumage à couche mince selon l'une des revendications
précédentes,
caractérisé en ce que
a) on dépose tout d'abord une couche d'hafnium ou de mélange titane-hafnium et on
lui confère une structure en correspondance de la géométrie structurelle choisie de
la couche de pont d'allumage (2) ainsi que des surfaces de contact (21),
b) ensuite on introduit de l'hydrogène par températion, la température pendant la
températion étant maintenue de préférence à environ 350°C.
16. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce qu'avant de déposer l'hafnium ou le mélange titane/hafnium, on réalise tout d'abord dans
un processus semi-conducteur un circuit microélectronique dans le substrat porteur
(4), et on réalise la couche d'isolation thermique (3).
17. Procédé selon la revendication 16, caractérisé en ce qu'après l'hydruration de l'hafnium ou du mélange titane/hafnium, on dépose une couche
d'aluminium et on lui confère une structure à titre de contacts (1) en correspondance
de la forme des surfaces de contact (21) de la couche de pont d'allumage (2), l'agencement
du substrat porteur (4) et de la couche de pont d'allumage (2) étant de préférence
localement refroidi de telle sorte que la température de la couche de pont d'allumage
(2) reste inférieure à 350°C.
18. Procédé selon la revendication 17, caractérisé en ce que l'on réalise une multitude d'éléments d'allumage sur une tranche de silicium à titre
de substrat porteur (4).
19. Application d'un élément d'allumage à couche mince selon l'une des revendications
1 à 14 à titre d'allumeur pour des dispositifs de protection de passagers, en particulier
des airbags dans des véhicules automobiles.