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EP 0 914 878 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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07.11.2001 Patentblatt 2001/45 |
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Anmeldetag: 19.08.1998 |
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Verfahren und Behandlungslinie zum Herstellen von Metallbändern mit entzunderten Bandoberflächen
Process and treatment line for producing metal strips having descaled surfaces
Procédé et ligne de traitement de fabrication de bandes métalliques à surfaces décalaminées
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE ES FI FR GB IT SE |
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Priorität: |
08.11.1997 DE 19749466
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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12.05.1999 Patentblatt 1999/19 |
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Patentinhaber: BWG BERGWERK- UND WALZWERK-MASCHINENBAU GMBH |
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D-47051 Duisburg (DE) |
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Erfinder: |
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- Noé, Rolf, Dipl. Ing.
45478 Mülheim,
Ruhr (DE)
- Noé, Andreas, Dr. Dipl. Ing.
47647 Kerken (DE)
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Vertreter: Honke, Manfred, Dr.-Ing. et al |
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Patentanwälte,
Andrejewski, Honke & Sozien,
Theaterplatz 3 45127 Essen 45127 Essen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 509 177 DE-A- 19 505 324 DE-B- 2 350 503
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EP-A- 0 695 808 DE-A- 19 532 278
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von gewalzten oder gegossenen
Metallbändern, insbesondere Stahlbändern aus Edelstahl- und Titanlegierungen, mit
einer entzunderten Oberfläche, wonach das betreffende Metallband geglüht, zum mechanischen
Vorentzundern streckbiegegerichtet und zum chemischen und/oder elektrolytischen Nachentzundern
gebeizt wird. - Im Rahmen der Erfindung meint gewalzte Metallbänder bzw. Stahlbänder
sowohl warmgewalzte als auch kaltgewalzte Bänder.
[0002] Es ist ein derartiges Behandlungsverfahren bekannt, wonach das betreffende Metallband
im Zuge der Herstellung einer entzunderten Bandoberfläche zunächst geglüht, dann zur
mechanischen Vorentzunderung streckbiegegerichtet und anschließend gestrahlt und/oder
gebürstet wird, um dann zum chemischen Nachentzundern gebeizt zu werden, so daß schließlich
ein Metall- bzw. Stahlband mit einer sauberen Bandoberfläche zur Verfügung steht.
Das Glühen dient im allgemeinen zur Beseitigung von Kaltverfestigungen. - Das Strahlen
und/oder Bürsten der Metallbänder ist verhältnismäßig zeit- und in anlagentechnischer
Hinsicht investitionsaufwendig. Die dafür erforderlichen Strahlanlagen und Bürstenmaschinen
verursachen erhebliche Instandhaltungs- und Betriebskosten.
[0003] Bei einem Behandlungsverfahren der eingangs angegebenen Ausgestaltung wird ein Warmband
in Bandlaufrichtung einer Streckbiegerichtvorrichtung zum Zunderbrechen unterworfen.
Daran schließt sich eine unbedingt erforderliche Strahlentzunderungsvorrichtung an,
der eine Schleifbürstenvorrichtung folgen kann. Zwingend sind darüber hinaus ein oder
mehrere Kaltwalzgerüste sowie eine Glühe mit einer anschließenden Kühlvorrichtung,
der sich wiederum eine Streckbiegevorrichtung zum Zunderbrechen und eine weitere Strahlentzunderungsvorrichtung
anschließen können. Hierauf kann eine Schleifbürsten- oder Waschbürstenvorrichtung
folgen, welcher der ferner zwingend erforderlichen Beize vorgeordnet ist. Hierdurch
will man erreichen, kaltgewalzte Stahlbänder aus nichtrostendem Stahl und Metallbänder
insbesondere aus Titanlegierungen mit einer äußerst glatten Oberfläche herstellen
zu können, wobei die Oberfläche in Abhängigkeit von dem jeweils verwendeten Werkstoff
blank oder matt sein soll. EP 0 695 808 A1 offenbart ein solches Verfahren bzw. eine
solche Vorrichtung, entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 2.
[0004] Darüber hinaus ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entzundern und Planieren
von Blechbändern bekannt. Dabei durchläuft das Blechband im gespannten Zustand mehrere
Bereiche von Wechselbiegungen mit bestimmtem Streckgrad, und zwar kontinuierlich (vgl.
DE 23 50 503 B1).
[0005] Schließlich wird bei einem Verfahren zum Herstellen von kaltgewalzten Stahlbändern,
insbesondere Edelstahlbändern, so vorgegangen, das Warmband in einem kontinuierlichen
Behandlungsprozeß streckbiegegerichtet, strahlentzundert und/oder gebürstet, gebeizt,
auf Bandenddicke kaltgewalzt, unter Schutzgas geglüht, dressiert und schließlich in
Planlage gerichtet wird (vgl. DE 195 05 324 A1). Sämtliche vorgenannten Dokumente
zum Stand der Technik erfordern erheblichen anlagentechnischen Aufwand, wie dies zuvor
bereits skizziert wurde. - Hier will die Erfindung insgesamt Abhilfe schaffen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen von gewalzten
oder gegossenen Metallbändern, insbesondere Stahlbändern aus Edelstahl- und Titanlegierungen,
der eingangs beschriebenen Ausführungsform zu schaffen, wonach die Entzunderung in
kostenreduzierender Weise optimiert wird. Außerdem soll eine zur Durchführung dieses
Verfahrens geeignete Bandlinie geschaffen werden.
[0007] Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einem gattungsgemäßen Verfahren dadurch, daß
das Streckbiegerichten unmittelbar vor dem Glühen und das Beizen unmittelbar nach
dem Glühen vorgenommen werden. Unmittelbar meint im Rahmen der Erfindung ohne Zwischenschaltung
von weiteren Behandlungsmaßnahmen. - Überraschenderweise ist die mechanische Vorentzunderung
signifikant besser, wenn das Streckbiegerichten vor dem Glühen stattfindet. Es hat
sich herausgestellt, daß die Metallbänder und insbesondere Edelstahlbänder so gut
vorentzundert werden, daß sie ohne Strahlen und/oder Bürsten mit maximaler Geschwindigkeit
in der Bandlinie gefahren werden können und dennoch die Bandfläche nach dem Beizen
einwandfrei sauber ist. Insoweit wird nach Lehre der Erfindung die Entzunderung optimiert,
während der gesamte Entzunderungsprozeß in kostensparender Weise rationalisiert wird.
Denn nach Lehre der Erfindung kann nunmehr auf das Strahlen und/oder Bürsten der Metall-
bzw. Stahlbänder und folglich auch insoweit auf die sonst erforderlichen anlagentechnischen
Einrichtungen in der Bandbehandlungslinie verzichtet werden. Daher ist die zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders geeignete Bandbehandlungslinie mit zumindest
einem Abwickelhaspel, einer Streckbiegerichteinrichtung zum mechanischen Vorentzundern,
einer Glühe, einer Beize zum chemischen und/oder elektrolytischen Nachentzundern und
einem Aufwickelhaspel dadurch gekennzeichnet, daß die Streckbiegerichtvorrichtung
in Bandlaufrichtung unmittelbar vor der Glühe und die Beize unmittelbar hinter der
Glühe angeordnet ist. Unmittelbar meint in diesem Zusammenhang ohne Zwischenschaltung
von anderen Bandbehandlungsaggregaten. Das schließt folglich nicht aus, daß in Bandlaufrichtung
vor und/oder hinter der Streckbiegerichtvorrichtung ein Bandspeicher angeordnet sein
kann. - Im Rahmen der Erfindung werden jedenfalls die Investitionskosten von neu zu
installierenden Bandbehandlungslinien wegen der nicht länger erforderlichen Strahlanlagen
und Bürstmaschinen erheblich reduziert. Das gilt insoweit auch für die Instandhaltungs-
und Betriebskosten. Eine erfindungsgemäße Bandbehandlungslinie ohne Strahlanlage und
Bürstmaschinen ist auch dann vorteilhaft, wenn außer warmgewalzten auch kaltgewalzte
Bänder geglüht und gebeizt werden müssen. Denn üblicherweise muß bei der Umstellung
der Bandbehandlungslinie von Warmband auf Kaltband die sonst erforderliche Strahlanlage
gereinigt werden, damit kein Strahlgut die glatte Oberfläche der Kaltbänder beschädigen
kann. Das gilt auch für verschiedene Rollen. Die damit verbundenen Produktionsausfallzeiten
entfallen bei der erfindungsgemäßen Bandbehandlungslinie. - Sofern einlaufseitig Bandspeicher
vorgesehen sind, kann ein Bandspeicher vor und/oder hinter der Streckbiegerichtvorrichtung
angeordnet sein. Durch den Einsatz solcher Bandspeicher werden Stillstandsmarkierungen
vermieden, die im Bereich der Streckbiegerollen auftreten können, wenn das betreffende
Metallband im Einlaufbereich zum Zwecke des Bundwechsels oder Anschweißens eines nachfolgenden
Metallbandes angehalten wird. Denn die Bandspeicher ermöglichen einen kontinuierlichen
Banddurchlauf. Dabei kann der vor der Streckbiegerichtvorrichtung angeordnete Einlaufspeicher
so klein gewählt werden, daß die Streckbiegerichtvorrichtung während des Bandstillstandes
im Einlauf nur im Kriechbetrieb weiterläuft. Unter dieser Voraussetzung sind Bandlauf-
und Markierungsprobleme vernachlässigbar.
[0008] Im Rahmen der Erfindung läßt sich allerdings dann vor und/oder hinter der Glühe bzw.
dem Glühofen eine Strahlmaschine und/oder Bürstmaschine anordnen, wenn besonders schwer
entzunderbare Metallbänder nicht nur im Wege des Streckbiegerichtens, sondern eben
auch im Wege des Strahlens und/oder Bürstens mechanisch vorentzundert werden müssen.
Im übrigen kann der Beize ein Dressiergerüst und/oder eine Streckbiegerichtanlage
nachgeordnet sein, um in Bezug auf Planheit, Oberflächenrauhigkeit und Glanz die jeweils
verlangten Eigenschaften erreichen zu können. Das Dressiergerüst kann mit texturierten
Walzen ausgerüstet sein, wenn gemusterte bzw. definierte Bandoberflächen erwünscht
sind. Im übrigen besteht die Möglichkeit, das betreffende Metallband nach dem Entzundern
im Wege des Streckbiegerichtens oder vor dem Aufwickeln zu spalten und/oder zu besäumen.
[0009] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Die einzige Figur zeigt in schematischer Darstellung eine
Bandbehandlungslinie mit einem Abwickelhaspel 1, einer Schweißmaschine 2, einer Streckbiegerichtvorrichtung
3, einer als Glühofen ausgeführten Glühe 4, einer Beize 5 und einem Aufwickelhaspel
6. Die Streckbiegerichtvorrichtung 3 ist in Bandlaufrichtung unmittelbar vor der Glühe
4 und die Beize 5 unmittelbar hinter der Glühe 4 angeordnet. Außerdem können vor und
hinter der Streckbiegerichtvorrichtung 3 Bandspeicher 7, 8 angeordnet sein, welches
lediglich angedeutet ist. Ein Bandspeicher 9 befindet sich regelmäßig auch hinter
der Beize 5.
1. Verfahren zum Herstellen von gewalzten oder gegossenen Metallbändern, insbesondere
Stahlbändern aus Edelstahl- und Titanlegierungen, mit einer entzunderten Bandoberfläche,
wonach das betreffende Metallband geglüht, zum Vorentzundern streckbiegegerichtet
und zum Nachentzundern gebeizt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Streckbiegerichten unmittelbar vor dem Glühen und das Beizen unmittelbar nach
dem Glühen vorgenommen werden.
2. Bandbehandlungslinie zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1, mit zumindest
einem Abwickelhaspel, einer Streckbiegerichtvorrichtung zum Vorentzundern, einer Glühe,
einer Beize zum Nachentzundern und einem Aufwickelhaspel, dadurch gekennzeichnet, daß die Streckbiegerichtvorrichtung (3) in Bandlaufrichtung unmittelbar vor der Glühe
(4) und die Beize (5) unmittelbar hinter der Glühe (4) angeordnet sind.
3. Bandbehandlungslinie nach Anspruch 2 mit Bandspeichern, dadurch gekennzeichnet, daß in Bandlaufrichtung vor und/oder hinter der Streckbiegerichtvorrichtung (3) ein Bandspeicher
(7, 8) angeordnet ist.
1. A process for producing rolled or cast metal strip, particularly steel strip comprising
special steel alloys and titanium alloys, having a descaled strip surface, wherein
the metal strip concerned is annealed, is stretcher-and-roller levelled for preliminary
descaling and is pickled for secondary descaling, characterised in that stretcher-and-roller levelling is effected directly before annealing and pickling
is effected directly after annealing.
2. A strip treatment line for carrying out the process according to claim 1, comprising
at least one uncoiler, a stretcher-and-roller levelling apparatus for preliminary
descaling, an annealing installation, a pickling installation for secondary descaling,
and a coiler, characterised in that in the direction of strip travel the stretcher-and-roller levelling apparatus (3)
is disposed directly in front of the annealing installation (4) and the pickling installation
(5) is disposed directly after the annealing installation (4).
3. A strip treatment line according to claim 2, comprising strip accumulators, characterised in that a strip accumulator (7, 8) is disposed before and/or after the stretcher-and-roller
levelling apparatus (3) in the direction of strip travel.
1. Procédé de fabrication de bandes métalliques laminées ou coulées, en particulier de
bandes d'acier en alliages d'acier spécial et alliages de titane, avec une surface
de bande décalaminée, dans lequel la bande métallique concernée est recuite, est dressée
par traction et flexion pour le prédécalaminage et est décapée pour le décalaminage
de finition, caractérisé en ce qu'on effectue le dressage par traction et flexion immédiatement avant le recuit et le
décapage immédiatement après le recuit.
2. Ligne de traitement de bandes pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication
1, comportant au moins un dévidoir, un dispositif de dressage par traction et flexion
pour le prédécalaminage, une installation de recuit, une installation de décapage
pour le décalaminage de finition et un enrouleur, caractérisée en ce que le dispositif de dressage par traction et flexion (3) est disposé, dans le sens de
passage de la bande, directement devant l'installation de recuit (4) et l'installation
de décapage (5) directement derrière l'installation de recuit (4).
3. Ligne de traitement de bandes selon la revendication 2 avec des stockeurs de bandes,
caractérisée en ce qu'un stockeur de bandes (7, 8) est disposé devant et/ou derrière le dispositif de dressage
par traction et flexion (3), dans le sens de passage de la bande.
