[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kaltumformen von hohlen Werkstücken
mit kreisförmigem Querschnitt nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie eine Vorrichtung
nach dem Oberbegriff von Anspruch 7.
[0002] Für das Kaltumformen von derartigen Hohlteilen werden herkömmlicherweise beispielsweise
das Drückwalzverfahren oder das Schlagwalzverfahren eingesetzt.
[0003] Beim Drückwalzen wirken Drückrollen radial auf ein Werkstück ein, welches beispielsweise
am Ende einer mit einer Matrize versehenen Spindel angeordnet ist. Dabei wird das
Werkstück durch die axial angetriebene Spindel in Drehung versetzt und die Drückrollen
radial gegen die Oberfläche des Werkstückes angedrückt. Durch eine axiale Verschiebung
der Drückrollen relativ zur Spindel und radialer Zustellung der Drückrollen wird die
gewünschte Form des Werkstückes erreicht, wobei die Innenform entsprechend der Matrize
gebildet wird.
[0004] Sollen nun Hohlteile mit einer Innenverformung, beispielsweise einer Innenverzahnung
hergestellt werden, so ist beispielsweise aus DE 4,218,092 ein Drückwalzverfahren
bekannt, bei welchem die Wandstärke des Werkstückes gleichzeitig mit der Formänderung
reduziert wird. Drücken und Walzen werden dabei durch eine Drückrolle bewirkt, welche
unter hohem Druck auf das Werkstück aufgepresst wird und die Umformung bewirkt. Dabei
ist ein hoher statischer Druck notwendig, welcher wiederum einen sehr steifen und
schweren Maschinenrahmen bedingt, da das Werkstückmaterial der Werkstückrohlings durch
die Drückrollen in die entsprechenden Ausnehmungen der Matrize eingewalzt werden müssen.
In Abhängigkeit der zu erzeugenden Innenform führt dieses Herstellungsverfahren auch
zu starken Vibrationen, gerade im Bereich von dünnen Wandstärken, d.h. an den Stellen,
an denen die Innenwandung des Hohlteiles Nuten aufweist. Dies führt beispielsweise
einerseits zu grossen Verschleisserscheinungen und andererseits auch zu einer nicht
homogenen Aussenoberfläche des Werkstückes.
[0005] Ein Kaltumformverfahren, welches diese Nachteile weitgehend ausräumt, ist beispielsweise
durch CH 658 006 bekannt. Dieses Verfahren wird als Schlagwalzverfahren bezeichnet,
da hier die Kraft nicht statisch durch die Drückrollen auf das Werkstück übertragen
wird sondern dynamisch durch bewegte Schlagwalzen, welche an einem um seine Achse
rotierend angetriebenen Walzkopf auf einer umlaufenden Kreisbahn angeordnet sind.
Diese Schlagwalzen führen nun in Folge schlagartige Einzelwalzvorgänge auf den zylindrischen
hohlen Werkstückrohling aus. Dadurch können die Kräfte, insbesondere die statischen
Kräfte, geringer gehalten werden, was sich in kleineren und leichteren Maschinenrahmen
im Vergleich zu Drückwalzvorrichtungen niederschlägt. Nachteilig kann sich nun aber
je nach Einsatzgebiet der grosse, durch die Kreisbahn der Schlagwalzen bedingte Radius
des Walzkopfes auswirken, welcher die mit diesem Verfahren zu bearbeitenden Werkstückformen
praktisch auf Hohlkörper ohne nach Aussen abstehende resp. vorstehende Flanschen einschränkt.
[0006] Um dieses Problem zu reduzieren ist nun weiter aus EP 0 688 617 ein Schlagwalzverfahren
bekannt, bei welchem die Schlagwalzvorgänge der einzelnen Schlagwalzen quer zur Werkstückachse
ausgeführt werden. Damit können nun auch Hohlteile, welche eine nach Aussen abstehende
Schulter oder Flanschen aufweisen, durch dieses Verfahren gefertigt werden, da die
derartig ausgerichteten Walzköpfe nun näher an die Werkstückschulter herangeführt
werden können. Dennoch bleibt auch hier aufgrund der Konstruktion des Walzkopfes,
in welchem die einzelnen Schlagwalzen gelagert sind, ein bestimmter minimaler Abstand
zwischen dem letzten, mit den Schlagwalzen erreichbaren Abschnitt des Werkstückes
und seiner Schulter bestehen, welcher nicht bearbeitet werden kann.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung lag nun darin, ein Kaltumformverfahren zu
finden, mit welchem derartige Hohlteile auf einfache Weise hergestellt werden können,
und welche die Nachteile der bekannten Verfahren vermeiden oder zumindest reduzieren.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des Verfahrens nach Anspruch
1 gelöst. Es hat sich überraschend gezeigt, dass bereits das Vorsehen einer nur kleinen
Hubbewegung resp. Exzentrizität der Walzrollen die hohen statischen Kräfte des bekannten
Drückwalzverfahrens wesentlich reduzieren, wobei trotzdem die auch vom Schlagwalzverfahren
her bekannten guten Umformeigenschaften erreicht werden. Im Gegensatz zum Schlagwalzen
werden die Walzrollen nicht vom Werkstück abgehoben, sondern bleiben vorzugsweise
im Kontakt mit der Werkzeugoberfläche. Gleichzeitig können auch die Vorteile des Drückwalzens
genutzt werden, wie beispielsweise der Antrieb der Drückwerkzeuge durch das Werkstücke,
da diese untereinander über die Oberflächen in Kontakt stehen. Vorteilhafterweise
kann der Maschinenrahmen, wie bei den Schlagwalzmaschinen bekannt, verhältnismässig
klein und leicht ausgeführt sein. Da nun analog zum Drückwalzverfahren das Walzwerkzeug
als einzelne Walzrolle und nicht ein oder mehrere, in einem Walzkopf gelagerte Schlagwalzen,
ausgeführt ist, kann vorteilhafterweise mit diesem Verfahren auch bis dicht an eine
nach Aussen ragende Schulter resp. Flansch eines Werkstückes heran das Umformverfahren
ausgeführt werden.
[0009] Vorteilhafterweise lassen sich dadurch analog den Schlagwalzmaschinen leichte Maschinen
realisieren, welche überdies noch weniger Platz beanspruchen und auch Werkstücke umformen
lassen, welche aufgrund der grossen Radien der Schlagwalzen bislang den reinen Drückwalzmaschinen
vorbehalten geblieben sind.
[0010] Erfindungsgemäss Bevorzugte Ausführungsformen des vorliegenden Verfahrens ergeben
sich aus den abhängigen Ansprüchen 2 bis 6.
[0011] Eine erfindungsgemässe Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens
ergibt sich aus dem Wortlaut von Anspruch 7. Erfindungsgemäss bevorzugte Ausführungsformen
dieser Vorrichtung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen 8 bis 10.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand von Figuren der beiliegenden
Zeichnungen noch näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 den Längsschnitt durch eine herkömmliche Schlagwalzvorrichtung mit quer zur
Werkstückachse verlaufenden Schlagwalzvorgängen;
Fig. 2 den Querschnitt durch die Walzköpfe und Werkstück von Figur 1;
Fig. 3 den Längsschnitt durch eine erfindungsgemässe Vorrichtung mit bearbeitetem
Werkstück;
Fig. 4 den Querschnitt durch den Bereich der Walzrollen von Figur 3;
Fig. 5 einen weiteren Querschnittsausschnitt wie Figur 4;
Fig. 6 einen detaillierten Querschnittsauschnitt von Figur 5 in der unteren Hublage
der Walzrolle ;
Fig. 7 den Querschnittsausschnitt von Figur 6 in der oberen Hublage der Walzrolle;
Fig. 8 den Längsschnitt durch eine profilierte Walzrolle;
Fig. 9 den Längsschnitt durch eine erfindungsgemässe Walzvorrichtung mit auf Exzenterwellen
angeordneten Walzrollen.
[0013] In den Figuren 1 und 2 sind schematisch die Längs- und Querschnitte durch eine herkömmliche
Schlagwalzmaschine im Bearbeitungsbereich des Werkstückes dargestellt, wie sie aus
der EP 0 688 617 bekannt ist. Dabei wird ein zylindrisches Werkstück 1 mit Innenverzahnung
2 aus einem ebenfalls zylindrischen hohlen Werkstückrohling durch schlagartige Einzelwalzvorgänge
von in Walzköpfen 3, 4 rotierbar gelagerten Schlagwalzen 5 resp. 6 geformt. Durch
die von Aussen auf die Werkstückoberfläche ausgeführten schlagartigen Einzelwalzvorgänge
wird das Material des Werkstückrohlings kalt umgeformt und erhält auf der Innenseite
die Form der auf resp. vor dem Vorschubdorn 7 der Vorrichtung angebrachten Matrize
8. Damit können nun beispielsweise Innenverzahnungen 2 von Hohlkörpern schnell und
mit hoher Präzision gefertigt werden, wobei gleichzeitig auch eine Querschnittsreduktion
des Rohlings erzielt werden kann, wobei das Material dabei vornehmlich in Längsrichtung,
d.h. entgegen der Vorschubrichtung V, sowie in die Nuten der Matrize 8 fliesst. Wenn
nun das Werkstück 1 noch einen Flansch 1' aufweist, so können die Schlagwalzvorgänge
nicht bis unmittelbar an diesen Flansch 1' herangeführt werden, sondern es verbleibt
ein Schulter 1'' im Uebergang zum Flansch 1', welcher nicht bearbeitet werden kann.
Dies ist konstruktiv durch den Aufbau der Walzköpfe 3 resp. 4 bedingt, welche durch
die Lagerung der Schlagwalzen 5 resp. 6 breiter als diese ausgeführt ist.
[0014] Die in den Figuren 3 und 4 in schematischen Längs- resp. Querschnitten dargestellte
erfindungsgemässe Vorrichtung vermag nun diesen Nachteil zu beheben. Das Werkstück
1 wird in herkömmlicher Weise über einer Matrize 8 auf resp. vor dem Vorschubdorn
7 geformt. Dabei wird einerseits eine Innenverzahnung 2 entsprechend der Matrize 8
und ggf. eine Querschnittsreduktion des ursprünglichen Rohlings des Werkstückes 1
in Abhängigkeit der Zustellposition der Walzen 9,10 erzeugt. Die Walzen 9, 10 sind
nun aber nicht mehr in einem rotierend angetriebenen Walzkopf gelagert, sondern in
derselben Weise wie bei herkömmlichen Drückwalzmaschinen selbst um ihre Achsen rotierend
angetrieben ausgeführt. Damit können die Walzen 9 resp. 10 auch bis unmittelbar an
einen Flansch 1' des Werkstückes 1 herangeführt werden, wodurch unbearbeitete Schultern
vermieden werden. Allfällig auszubildende Schultern 1'' können durch die Walzen 9
resp. 10 vollständig bis zum Flansch 1' hin bearbeitet werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen
Drückwalzen werden die Walzen 9 resp. 10 erfindungsgemäss aber nun nicht mit einem
hohen statischen Druck gegen das Werkstück 1 gepresst, sondern werden mit einer oszillierenden
Bewegung O resp. ΔH im wesentlichen senkrecht in Richtung der Vorschubachse V des
Werkstückes 1 beaufschlagt. Dies erfolgt mit einem einstellbaren Hub ΔH, wobei vorzugsweise
die Walzen 9,10 am oberen Hubende gerade noch im praktisch drucklosen Kontakt mit
dem Werkstück 1 sind und am unteren Hubende entsprechend der zu erreichenden Wandstärke
in das Material des Werkstückes 1 eintauchen, resp. die dafür erforderliche radiale
Zustelltiefe erreichen.
[0015] Das Werkstück 1 wird durch einen eigenen Antrieb über die Spindel 7 angetrieben.
Damit werden die Walzen 9 resp. 10 in Pfeilrichtung rotierend bewegt, durch Reibkräfte
zwischen der Auflageflächen des Werkstückes 1 und der Walzen 9 resp. 10. Die Spindel
7 weist überdies in Vorschubrichtung V einen Antrieb auf.
[0016] Es ist klar, dass sich anstelle der gezeigten Anordnung mit zwei gegenüberliegenden
Walzen 9, 10 auch jede andere, kräftesymmetrische Anordnung von Walzen, beispielsweise
4 Walzen, ebenfalls für dieses Verfahren eignet.
[0017] Es hat sich nun gezeigt, dass auch diese erfindungsgemässe kleine oszillierende Hubbewegung
O resp. ΔH in Verbindung mit der Verwendung von grossen Walzen 9,10 analog von Drückwalzen
dieselbe Umformwirkung wie das eingangs beschriebene Schlagwalzverfahren zeigt. Im
Gegensatz zum Drückwalzen brauchen die Walzkörper 9,10 nun aber nicht mit einem sehr
hohen statischen Druck beaufschlagt werden, welcher einen sehr steifen, grossen und
schweren Maschinenrahmen und zudem sehr hohe Vorschubkräfte bedingt, sondern können
in einem verhältnismässig kleinen und leichten Rahmen angebracht sein.
[0018] Vorzugsweise wird die Hubbewegung ΔH nicht genau in Richtung der Werkstückachse ausgeführt,
sondern in einem Winkel α, vorzugsweise einem spitzen Winkel zwischen 0° und 5°, wie
in Figur 5 schematisch im Querschnitt dargestellt.
[0019] Die Schrägstellung der Hubachse ΔH in Bezug auf die Werkstückachse erfolgt dabei
gegen die Drehrichtung der Walze 9, welche durch den Pfeil in Figur 5 angedeutet ist.
[0020] Die Hubfrequenz resp. Oszillationsfrequenz wird vorzugsweise derart eingestellt,
dass die Hubbewegung jeweils mindestens einmal, vorzugsweise aber mehrfach, in den
Bereichen der Zähne resp. Zahnlücken der Innenverzahnung des Werkstückes 1 ausgeführt
wird, wie schematisch in den Figuren 6 und 7 im Querschnitt für die Walze 9 dargestellt.
In Figur 6 ist die Walze 9 im unteren, eingetauchten Hubanschlag H
min dargestellt, welche hier beispielsweise auf eine Zahnrippe 11 des Werkstückes 1 fällt.
In Figur 7 ist die Walze 9 im oberen Hubanschlag H
max dargestellt, welcher beispielsweise auf eine Zahnnut 12 des Werkstückes 1 fällt.
Dabei kann nun die Hubfrequenz derart eingestellt sein, dass jeweils mehrere Hübe
auf jede aufeinanderfolgende Zahnrippe 11 resp. Zahnnut 12 fallen, in Abhängigkeit
der Rotationsgeschwindigkeit der Walzen 9, 10 resp. der Spindel 7 und der Vorschubgeschwindigkeit
in Vorschubrichtung V des Werkstückes 1.
[0021] Die Hubbewegungen der einander jeweils vorzugsweise gegenüberliegenden Walzen, hier
der Walzen 9 und 10, werden vorteilhafterweise synchron ausgeführt, d.h. beide Walzen
9 resp. 10 sind gleichzeitig am unteren resp. oberen Hubanschlag.
[0022] Vorzugsweise sind Steuerungsmittel vorgesehen, welche eine Abstimmung der Umdrehungszahlen
der Walzen, der Hubfrequenz und Hublänge sowie Zustellposition der Walzen 9,10 und
des Werkstückvorschubes V erlauben, um den Walzvorgang auf das Erzielen der gewünschten
Innenverzahnung und Oberflächengüte einstellen zu können.
[0023] Vorteilhafterweise können mit den erfindungsgemässen Verfahren und Vorrichtungen
innenverzahnte Hohlteile 1 schnell und mit hoher Präzision gefertigt werden, wobei
eine Bearbeitung von derartigen Teilen mit Flanschen 1' bis unmittelbar an den Flansch
1' möglich ist. Dabei können die Maschinen im Vergleich zu herkömmlichen Drückwalzmaschinen
wesentlich leichter aufgebaut werden und können mit kleineren Kräften und damit auch
kleinerem Energieaufwand betrieben werden, da die Kräfte auf das zu erzielende Produkt
spezifisch eingestellt werden können.
[0024] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemässen Lösung besteht darin, dass die Walzrollen
9,10 beispielsweise als eine profilierte Oberfläche aufweisende Walzrolle 13 ausgebildet
sein können, wie dies schematisch in Figur 8 im Längsschnitt dargestellt ist. Die
Walzrolle 13 hier für das Erstellen von Aussen auf das Werkstück 1 anzubringende Vertiefungen
wie beispielsweise Nuten resp. Rillen eingesetzt.
[0025] Die Walzrollen 9,10 resp. 13 können anstelle der bei den vorgängig dargestellten
Ausführungsbeispielen linearen Hubbewegungen O bogenförmige, beispielsweise elliptische
oder kreisförmige Hubbewegungen ausführen. Am einfachsten kann eine kreisförmige Hubbewegung
dadurch realisiert werden, indem die Walzrollen 9,10 resp. 13 am Ende einer Exzenterwelle
14 angeordnet sind, wie dies im Längsschnitt in Figur 9 dargestellt ist. Vorteilhafterweise
ist die Exzentrizität, welche dem Hub ΔH entspricht, einstellbar, beispielsweise durch
hydraulische Verstellmittel im Exzenter 15. Damit kann während dem Betrieb eine einfache
Verstellung resp. Einstellung des Hubes ΔH erfolgen. Ein Vorteil bei einer solchen
bogenförmigen Hubbewegung liegt darin, dass eine tangentiale Kraftkomponente von der
Werkstückoberfläche auf die Walzrollen 9, 10 resp. 13 übertragen wird. Bei einer solchen
Vorrichtung wird die Exzenterwelle 14 durch einen Antrieb rotierend angetrieben, wodurch
ihre Umdrehungszahl die Hubfrequenz bestimmt. Die Walzrollen 9,10 resp. 13 sind auf
dem Exzenterzapfen 16 frei drehbar gelagert.
1. Verfahren zum Kaltumformen von hohlen Werkstücken (1) mit kreisförmigem Querschnitt
aus Werkstückrohlingen, auf welche von aussen durch mindestens ein Umformwerkzeug
in Form einer Walzrolle (3,4;9,10) Druck oder Schlagfolgen ausgeführt werden, wobei
das Werkstück (1) relativ zu den Walzrollen (3,4;9,10) in Längsachse einen Vorschub
(V) ausführt und um seine Längsachse rotiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass die
Achsen der Walzrollen (9,10) im wesentlichen parallel zur Werkstückachse verlaufend
geführt werden und bezüglich des Abstandes mit der Werkstückachse mit einem einstellbaren
linearen oder bogenförmigen Hub (ΔH) oszillierend bewegt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die oszillierende Bewegung
(ΔH) einer Walzrolle (9,10) derart ausgeführt wird, dass die Walzrolle (9,10) in der
oberen Hubstellung (Hmax) gerade noch die Werkstückoberfläche nahezu kräftefrei berührt, vorzugweise noch
im elastischen Bereich mit der Oberfläche des Werkstückes (1) in Kontakt steht.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die oszillierende
Bewegung (ΔH) in Abhängigkeit einer zu erzeugenden Innenverzahnung (2) des Werkstückes
(1) jeweils derart ausgeführt resp. eingestellt wird, dass die untere Hubstellung
(Hmin) jeweils mindestens einmal auf eine Zahnrippe (11) des Werkstückes (1) fällt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubachse
in einem Winkel (α) zur Verbindung zwischen Werkstückachse und Walzrollenachse ausgerichtet
wird, vorzugsweise in einem Winkel zwischen 0° und 5°.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubbewegungen
(ΔH) einander gegenüberliegenden Walzrollen (9;10) jeweils synchron ausgeführt werden,
d.h. dass die beiden Walzrollen (9;10) synchron jeweils gleichzeitig in ihre oberen
resp. unteren Hubstellungen bewegt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubfrequenz
ein Vielfaches der Drehzahl des Werkstückes (1) beträgt.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6 mit einer
Spindel (7) zur Aufnahme eines Werstückrohlings und dazu radial verstell resp. einstellbar
angeordneten Walzrollen (9,10) mit im wesentlichen parallel zur Spindelachse ausgerichteten
Walzachsen, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mittel zur Durchführung einer linearen
oder kreisförmigen oszillierenden Hubbewegung mit einstellbarem Hub (ΔH) der Walzenachsen
aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie weiter Steuermittel
zur Koordination resp. Einstellung der Hubbewegung (ΔH) mit der Umdrehungszahl der
Walzköpfe (9,10) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubwalzen (9,10)
in einer vorzugsweise hydraulisch verstellbaren Exzentereinrichtung gehalten sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwei
einander gegenüberliegende Walzköpfe (9,10) aufweist, und dass die Spindel (7) für
eine Vorschubbewegung (V) entlang ihrer Achse angetrieben ist.