| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 918 210 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
11.02.2004 Patentblatt 2004/07 |
| (22) |
Anmeldetag: 11.11.1998 |
|
|
| (54) |
Sicherungseinrichtung für Zünder von Gefechtsköpfen
Safety device for a projectile fuze
Dispositif de sécurité pour une fusée de projectile
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
DE FR GB IT SE |
| (30) |
Priorität: |
21.11.1997 DE 19751499
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
26.05.1999 Patentblatt 1999/21 |
| (73) |
Patentinhaber: Diehl Stiftung & Co. KG |
|
90478 Nürnberg (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- von Entress-Fürsteneck, Wolfgang
90518 Altdorf (DE)
- Müller, Fritz
90471 Nürnberg (DE)
- Rüdenauer, Werner
91154 Roth (DE)
- Klare, Manfred
91245 Simmelsdorf (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Diehl Patentabteilung |
|
c/o Diehl Stiftung & Co. KG
Stephanstrasse 49 90478 Nürnberg 90478 Nürnberg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
US-A- 3 498 225 US-A- 3 994 231
|
US-A- 3 906 861 US-A- 4 337 701
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherungseinrichtung für Zünder von Gefechtsköpfen nach
dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
[0002] Derartige Sicherungseinrichtungen sollen die Entsicherung von Zündern in Abhängigkeit
von bestimmten Kriterien selbsttätig durchführen oder im Falle einer Fehlfunktion
eine Blockierung des Zünders in der Sicherstellung bewirken.
[0003] Aus der Militärnorm MIL-STD-1316 ist die Forderung bekannt, dass das Sicherungssystem
eines jeden Zünders mindestens zwei Sicherungselemente umfassen muss, die unabhängig
voneinander die unbeabsichtigte Einsicherung des Zünders und damit die Zündung der
Hauptladung verhindern können. Dabei muss jedes dieser Sicherungselemente von mindestens
einer nicht auch durch auf das andere Element einwirkenden umweltbedingten Kraft betätigt
werden.
[0004] Bei einer Sicherungseinrichtung für einen Gefechtskopf nach der US A 4,337,701 -
von der die Erfindung ausgeht - liegen zwei, durch eine Verzahnung miteinander verbundene
Rotoren vor. Diese sind in einen Steuerungsrotor und einen Zündrotor gegliedert. Aufgrund
radial außen liegender Schwerpunkte erhalten diese ihre Drehenergie aufgrund der Beschleunigungen
des Gefechtskopfes. Die Sicherung der Rotoren erfolgt elektromechanisch, in dem der
Steuerungsrotor durch einen Stift einer Rückschießmasse mechanisch arretiert ist.
Dabei ist die Rückschießmasse durch einen elektromagnetisch betätigten Sicherungsstift
in Sicherstellung festgelegt. Zur Entsicherung des Sicherungsstiftes betätigt der
Elektromagnet einen zweiarmigen Hebel, der seinerseits den Sicherungsstift ansteuert.
Diese bekannte Steuerungsmimik ist aufgrund der vielfältigen Bauelemente störanfällig
und weist daher nicht die erforderliche Funktionssicherheit auf.
[0005] Bei einer weiteren Sicherungseinrichtung entsprechend der US A 3,498,225 liegt ein
äquivalenter Sachverhalt vor, in dem ein Elektromagnet über einen Bolzen eine Rückschießmasse
in Sicherstellung festlegt.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Sicherungseinrichtung für Zünder von
Gefechtsköpfen zu schaffen, die nur bei Vorhandensein von zwei in der richtigen Reihenfolge
auftretenden und voneinander unabhängigen physikalischen Kriterien entsichert und
eine völlige Funktionszuverlässigkeit des Zünders gewährleistet.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
[0008] Erfindungsgemäß ist durch den Wegfall des Detonators am Zündrotor und durch die zwei,
dem Steuerungsrotor zugeordnete Detonatoren die Funktionszuverlässigkeit der Zündeinrichtung
gegeben. Eine mögliche fehlerhafte Scharstellung des Zündrotors ist kein sicherungskritischer
Fall. Dazu trägt auch bei, dass die Übertragungsladung des Zündrotors aus einem Sekundärsprengstoff
besteht.
[0009] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen werden die Sicherheitsanforderungen nach MIL-STD-1316
und gemäß STANAG 4187 erfüllt. Bei dem Zünder tritt eine direkte Verriegelung des
Steuerungsrotors über ein mechanische Verbindung zwischen einem Magneten und dem Steuerungsrotor
durch einen zusätzlich angebrachten Sicherungsstift ein. Aufgrund dieser Maßnahmen
ist der Steuerungsrotor durch die Rückschießmasse gesichert, dessen Entsicherung durch
die Abschussbeschleunigung erfolgt, und durch den Sicherungsstift zum Magneten gesichert,
dessen Entsicherung durch das elektrische Signal des Flugkörperstartes geschieht.
[0010] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind der nachfolgen Zeichnungsbeschreibung zu
entnehmen. Darin zeigen:
- Figur 1
- einen Schnitt durch den Steuerungsrotor
- Figur 2
- einen Schnitt durch die miteinander in Eingriff stehenden Steuerungsrotor und Sicherungsrotor
- Figur 3
- in schematischer Darstellung die Rückschießmasse mit zusätzlichem Sicherungsstift
für den Sicherungsrotor.
[0011] Die Sicherungseinrichtung für einen Zünder eines Gefechtskopfes für Flugkörper, Raketen
oder dergleichen geht aus von zwei Rotoren, von denen der erste Rotor ein Steuerungsrotor
1 und der zweite Rotor ein Zündrotor 2 ist, die beide durch eine Außenverzahnung miteinander
in Getriebeverbindung stehen. Der Antrieb des Steuerungsrotors 1 erfolgt im Prinzip
durch die Abschussbeschleunigung des Flugkörpers. Dabei wird die Drehbewegung und
die Drehrichtung des Steuerungsrotors 1 durch einen radial nach außen verlegten Schwerpunkt
bestimmt. Der Zündrotor 2 besitzt einen radial nach außen gelegten Schwerpunkt, wodurch
seine Mitnahme durch den Steuerungsrotor 1 über die Verzahnung 3 erleichtert wird.
[0012] An eine elektromagnetische Schließeinrichtung 4 greift ein zweiarmiger Hebel 5 an,
der um die Achse 6 schwenkbar ist. An dem freien Ende des Hebels 5 ist im mittleren
Bereich ein Sicherungsstift 7 für eine Rückschießmasse angeschlossen. Ein zusätzlicher
Sicherungsstift 8 ist mit dem äußeren Ende des zweiten Hebelarms verbunden und greift
in der Sicherstellung in den Steuerungsrotor 1 ein. Diese Bauweise bedeutet eine direkte
Verriegelung des Steuerungsrotors 1 durch den zusätzlich am Hebel 5 angebrachten Sicherungsstift
mit der elektromagnetischen Schließeinrichtung 4. Auf diese Weise ist der Steuerungsrotor
1 einmal durch die Rückschießmasse gesichert. Die Entsicherung des Steuerungsrotors
1 erfolgt durch Abschußbeschleunigung des Gefechtskopfes mit dem Flugkörper. Die zweite
Sicherung bildet der zusätzliche Sicherungsstift 8 in Verbindung mit der elektromagnetischen
Schließeinrichtung 4, wobei die Entsicherung durch das elektrische Signal des Raketenstarts
erfolgt.
[0013] In Figur 2 sind der Steuerungsrotor 1 und der Zündrotor 2 im Schnitt in einem Gefechtskopf
9 dargestellt. Die beiden Rotoren 1 und 2 sind durch eine Außenverzahnung 3 wieder
in Getriebeverbindung. In den beiden Rotoren 1 und 2 befinden sich Übertragungsladungen
10 und 11. An den Steuerungsrotor 1 sind zwei um 180° gegenüberliegende Detonatoren
12 und 13 vorgesehen, die sich in entsprechenden Kanälen oder Ausnehmungen 14 und
15 des Gefechtskopfes 9 befinden. Die Kanäle 14 und 15 und mit ihnen die Detonatoren
12 und 13 sind dadurch koaxial zur Drehachse des Steuerungsrotors 1 ausgerichtet.
[0014] Der Vorteil der vorbeschriebenen Sicherungsmaßnahme besteht darin, daß zum Zündrotor
2 und damit zum Zündübertrager 11 ein Detonator nicht mehr vorhanden ist. Damit kann
dieser Zündübertrager 11, der ausschließlich Sekundärsprengstoff beinhaltet, nicht
mehr initiiert werden. Eine mögliche fehlerhafte Scharfstellung des Zündrotors 2 ist
demzufolge kein sicherungskritischer Fall mehr. Ohne weitere Maßnahmen wäre die Funktionszuverlässigkeit
einer an sich gewünschten redundanten Zündkette reduziert. Deshalb werden zum Steuerungsrotor
1 die zwei um 180° zueinander versetzt eingebauten elektrischen Detonatoren 12 und
13 eingebaut, wodurch die völlige Funktionszuverlässigkeit der Zündereinrichtung hergestellt
ist.
[0015] Die Figur 3 setzt sich aus den drei übereinander gezeichneten Darstellungen der Rotoren
zusammen. Die oberste Darstellung in Figur 3 zeigt die Sicherungsposition, die mittlere
Darstellung offenbart die Übergangsposition und die untere Darstellung zeigt die entsicherte
Zündposition. In allen drei Darstellungen bedeuten gleiche Bezugszeichen gleiche Bauteile.
[0016] In der Sicherungsposition sind die beiden getrieblich durch eine Verzahnung miteinander
verbundenen Rotoren, nämlich Steuerungsrotor 1 und Zündrotor 2 zu erkennen. Aus dieser
schematisch stark vereinfachten Darstellung ist auch ersichtlich, daß beide Rotoren
mit Schwerpunkten ausgestattet sind, die vom Mittelpunkt aus bzw. von der Drehachse
aus radial nach außen versetzt sind. Dies wird beispielsweise durch die Ausnehmungen
16 und 17 in den Rotoren erreicht. In den Rotoren sind die Detonatoren 12 und 13 erkennbar,
die in diesem Beispiel jeweils einem der Rotoren zugeordnet sind. Die Detonatoren
12 und 13 befinden sich in Bohrungen einer Sicherheitsgrundplatte. Ferner sind im
Steuerungsrotor 1 und im Zündrotor 2 die Zündübertrager 11 und 10 dargestellt. Ein
erster Sicherungsstift 7 greift in den Steuerungsrotor 1 ein, während der zweite Sicherungsstift
8 in die Bewegungsbahn des Zündrotors 2 eingesetzt ist. Die Sicherungsstifte 7 und
8 sind an einer gemeinsamen Vorrichtung, beispielsweise Hebel 5, fest angebracht.
Wie aus der oberen Darstellung von Figuren 3 ersichtlich ist, steht der Sicherungsstift
7 mit einem Hemmgetriebe 18 in Wirkverbindung. In dieser Sicherungsposition befinden
sich die Übertragungsladungen 10 und 11 der beiden Rotoren 1 und 2 außerhalb der Positionen
der Detonatoren 12 und 13. Erst durch eine Drehbewegung, die durch die Beschleunigung
des Gefechtskopfes beim Start des Flugkörpers hervorgerufen wird, wandern die Übertragungsladungen
entsprechend der Drehrichtung der beiden Rotoren 1 und 2 zu den Positionen der Detonatoren
12 und 13. Der synchrone Ablauf wird durch die beiderseitige Verzahnung 3 gewährleistet.
Der Sicherungsstift 8 verbleibt in Position über den Hebel 5.
[0017] Die untere Darstellung von Figur 3 zeigt nun die entsicherte Zündposition, in welcher
die Übertragungsladungen 10 und 11 exakt in die Positionen der Detonatoren eingeschwenkt
sind.
[0018] Diese gewünschte mechanische Verriegelung des Zündrotors 2 gemäß der Figur 3 ist
dadurch möglich geworden, daß die Rückschießmasse vergrößert wurde und ein zusätzlicher
Sicherungsstift 8 eingesetzt worden ist, der direkt mechanisch in den Zündrotor 2
eingreift. Durch diese Maßnahme ist der Zündrotor 2 doppelt mechanisch verriegelt
durch die Rückschießmasse und durch die Verzahnung mit dem Steuerungsrotor.
1. Sicherungseinrichtung für Zünder von Gefechtsköpfen mit zwei durch eine Außenverzahnung
miteinander verbundene Rotoren, von denen der erste Rotor ein Steuerungsrotor (1)
und der zweite Rotor ein Zünderrotor (2) ist, die beide radial nach außen verlegte
Schwerpunkte besitzen und durch die Gefechtskopfbeschleunigung ihre Drehenergie erhalten,
der Steuerungsrotor (1) durch eine mechanische Verbindung zwischen einer elektromagnetischen
Schließeinrichtung (4) und dem Steuerungsrotor (1) zusätzliche zur Rückschießmasse
verriegelt ist,
wobei zwischen der Schließeinrichtung (4) und dem Steuerungsrotor (1) eine mechanische
Verbindung (5, 8) besteht,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerungsrotor (1) durch zwei um 180° zueinander versetzt eingebaute Detonatoren
(12, 13) beaufschlagt ist, während dem Zündrotor (2) ein Detonator nicht zugeordnet
ist.
2. Sicherungseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mechanische Verbindung durch einen Sicherungsstift (8) erfolgt, der an einem
doppelarmigen Hebel (5) angebunden ist, dessen zweiter Arm mit der elektromagnetischen
Schließeinrichtung (4) verbunden ist.
3. Sicherungseinrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zündrotor (2) mit dem Steuerungsrotor (1) zusätzlich zur Verzahnung (3) durch
einen Sicherungsstift (8) verriegelt ist, welcher direkt in den Zündrotor (2) mechanisch
eingreift.
1. Safety device for detonators of warheads with two rotors connected to each other by
an external toothing, of which the first rotor is a steering rotor (1) and the second
rotor (2) is an igniting rotor, which both possess centres of gravity which are radially
outwardly displaced and obtain their rotary energy through the warhead's acceleration,
the steering rotor (1) is locked by a mechanical connection between an electromagnetic
locking device (4) and the steering rotor (1) in addition to the recoil mass,
where there is a mechanical connection (5, 8) between the locking device (4) and the
steering rotor (1),
characterised in that
the steering rotor (1) is driven by two detonators (12, 13) installed offset from
each other by 180°, while the igniting rotor (2) has no detonator assigned to it.
2. Safety device according to claim 1,
characterised in that
the mechanical connection is provided by a locking pin (8) which is linked to a two-armed
lever (5) whose second arm is connected with the electromagnetic locking device (4).
3. Safety device according to one of the preceding claims
characterised in that
the ignition rotor (2) with the steering rotor (1) in addition to the toothing (3)
is locked by a locking pin (8) which engages directly in the ignition rotor (2).
1. Dispositif de sûreté pour détonateurs de têtes militaires comportant deux rotors reliés
entre eux par une denture extérieure, dont le premier rotor est un rotor de commande
(1) et le deuxième rotor un rotor d'allumage (2), qui présentent tous deux des centres
de gravité déplacés radialement vers l'extérieur et reçoivent leur énergie de rotation
par l'accélération de la tête militaire, le rotor de commande (1) est verrouillé par
une liaison mécanique entre un dispositif de fermeture électromagnétique (4) et le
rotor de commande (1), en plus de la masse de recul, une liaison mécanique (5, 8)
existant entre le dispositif de fermeture (4) et le rotor de commande (1), caractérisé en ce que le rotor de commande (1) est sollicité par deux détonateurs (12, 13) intégrés, décalés
de 180° l'un par rapport à l'autre, tandis qu'au rotor d'allumage (2) n'est pas associé
un détonateur.
2. Dispositif de sûreté selon la revendication 1, caractérisé en ce que la liaison mécanique s'effectue au moyen d'un doigt de sûreté (8) qui est attaché
à un levier (5) à deux bras, dont le deuxième bras est relié au dispositif de fermeture
électromagnétique (4).
3. Dispositif de sûreté selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le rotor d'allumage (2) est verrouillé avec le rotor de commande (1), en plus de
la denture (3), par un doigt de sûreté (8) qui s'engage mécaniquement directement
dans le rotor d'allumage (2).