[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung im Tunnelbau gemäß den
Oberbegriffen der unabhängigen Ansprüche. Ein solchen Verfahren und eine solche Vorrichtung
sind aus der EP 0 557 805 A1 bekannt. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn ein Tunnel
in einen Berg vorgetrieben werden soll, dessen Bodenparameter eine begrenzte Standzeit
erwarten lassen. Das Wort "Tunnel" ist dabei allgemein zu verstehen. Es bezieht sich
auf vorzutreibende Röhren jedweder Art, beispielsweise mehr oder minder horizontal
verlaufende Straßentunnel oder Kanäle, aber auch Kavernen und Hohlräume.
[0002] Um in der o.g. Situation Tunnel bauen zu können, muß verhindert werden, daß ein eben
erstellter Abschlag vor dem Einbringen einer Sicherung versagt oder lose Gesteinsbrocken
von der Tunnelwandung in den Tunnel fallen. Hierzu bekannte Verfahren sind die Spritzbetonbauweise
und der maschinelle Tunnelvortrieb mit und ohne Schildkonstruktion.
[0003] Bei der Spritzbetonbauweise erfolgt der Vortrieb mit Baggern oder Teilschnittmaschinen.
Verformungen der Tunnelröhre unmittelbar nach dem Auffahren eines Abschlags werden
zugelassen, so daß Formänderungswiderstände in Form eines Tragrings geweckt werden.
Dieser Tragring umgibt den Hohlraum und verhindert ein weiteres Wandern des Gebirges
in den Hohlraum hinein. Die Verformung darf jedoch nicht so groß werden, daß es zu
einer Auflockerung durch eine Überbeanspruchung kommt. Eine dünne Spritzbetonsicherung
begrenzt die Verformung, indem diese mit zunehmender Verformung wie eine Feder der
Verformung einen größer werdenden Widerstand entgegensetzt. Der hauptsächliche Anwendungsbereich
der Spritzbetonbauweise ist das Festgestein. Dies kann gering geklüftet aber auch
stark geklüftet und entfestigt sein. Kohäsiv und rolliges Lockergestein sind mögliche
Anwendungsbereiche.
[0004] Beim maschinellen Tunnelvortrieb mit Schildkonstruktion arbeitet das Abbausystem
mit mechanischen Werkzeugen. Dabei können die Werkzeuge in Form einer Vollschnittmaschine
mit Schneidrad oder Schürfscheibe die gesamte Ausbruchsfläche gleichzeitig bearbeiten.
Bei der Anwendung als Teilschnittmaschine wird die Ortsbrust in mehreren Angriffen
abgetragen. Die Schildkonstruktion ist eine mit der Tunnelmaschine wandernde Sicherung
unter deren Schutz die Gebirgssicherung eingebaut wird. Tunnelmaschinen mit Schildkonstruktion
und Schneidrad werden im Lockergestein mit standfester Ortsbrust angewendet, während
die Maschinen mit Schürfscheibe bei nicht standfester Ortsbrust zum Einsatz kommen.
Die Teilschnittmaschine wird bei standfester Ortsbrust angewendet.
[0005] Der Abbau der Ortsbrust beim maschinellen Tunnelvortrieb ohne Schildkonstruktion
erfolgt wie beim maschinellen Tunnelvortrieb mit Schildkonstruktion. Während des Einsatzes
wird die Maschine am umgebenden Gebirge verspannt. Die Sicherungsarbeiten erfolgen
vom Vortrieb getrennt zu einem späteren Zeitpunkt. Einsatzbereich dieser Maschine
ist das Festgestein.
[0006] Die Spritzbetonbauweise hat folgende Nachteil:
Arbeitssicherheit:
[0007] Nach dem Auffahren eines Abschlags befinden sich die Arbeiter im ungesicherten Bereich
und werden besonders gefährdet. Wegen des großen Rückpralls und der Staubentwicklung
beim Einbringen des Spritzbetons werden die Arbeiter erheblichen Gesundheitsbelastungen
ausgesetzt.
Kosten:
[0008] Da der Spritzbeton wegen des Rückpralls beim Einbringen nicht komplett genutzt wird,
entstehen bei diesem Verfahren hohe Materialkosten.
Eventuell erforderliche vorauseilende Sicherungen erzeugen zusätzliche Kosten, da
diese für die spätere Tragfähigkeit der Spritzbetonschale nicht mit angesetzt werden
können.
Personal:
[0009] Für die Ausführung ist gut ausgebildetes Personal erforderlich, das heute nur noch
selten zur Verfügung steht.
Baugeschwindigkeit:
[0010] Da der Vortrieb und die Spritzbetonsicherung nacheinander stattfinden müssen, können
die Abläufe nicht synchronisiert werden. Daher ist die Baugeschwindigkeit niedrig.
Tragfähigkeit:
[0011] Statische Nachweise für die Bauzustände sind schwer zu führen. Bei kurzen Standzeiten
wird der Querschnitt in mehreren Teilausbrüchen aufgefahren. Dadurch nehmen die Setzungen
zu.
[0012] Der maschinelle Tunnelvortrieb mit Schildkonstruktion hat folgende Nachteile:
[0013] Da die Tunnelmaschine eine Einzelanfertigung für die jeweilige Tunnelgeometrie und
Geologie ist, ist sie häufig nur für einen Auftrag einsetzbar und verursacht daher
hohe Kosten. Wegen hoher Installationskosten ist die Schildmaschine für den Bau kurzer
Tunnel nicht wirtschaftlich. Es können nur Kreisquerschnitte aufgefahren werden. Der
minimale Tunnelquerschnitt bei gegebenem Lichtraumprofil ist nur in Ausnahmefällen
kreisförmig, so daß Mehrkosten auf Grund des Mehrausbruchs auftreten. Veränderte Tunnelquerschnitte
in Tunnellängsrichtung (z.B. für Parkbuchten im Straßenbau oder Bahnhöfe im U-Bahnbau)
können mit der Maschine nicht aufgefahren werden.
[0014] Zusätzlich zu den Nachteilen des maschinellen Tunnelvortriebs mit Schildkonstruktion
hat die Maschine ohne Schildkonstruktion folgenden Nachteil:
da die Sicherung erst zeitlich verzögert vom Vortrieb gelöst eingebracht wird, ist
es schwer, auf wechselnde Gebirgsverhältnisse zu reagieren. Müssen Sicherungsarbeiten
im Maschinenbereich durchgeführt werden, wird der Vortrieb behindert. Außerdem besteht
die Gefahr, daß die Maschine verschüttet wird.
[0015] Aus der EP-A-0557805 ist eine Tunnelgrabvorrichtung bekannt. Sie gräbt in Umfangsrichtung
des Tunnels einen Schlitz, der mit Beton verfüllt wird. Es werden nacheinander einzelne
kegelstumpfartige geschlossene Ringe gebildet, die schließlich ineinandergeschachtelt
vorliegen.
[0016] Aus der DE 16 58 769 ist ein Tunnelbauverfahren bekannt. Hierbei wird mittels eines
Räumwerkzeugs aus dem Gebirge entlang der Begrenzungslinie des Ausbruchprofils ein
Ringspalt ausgehoben und unmittelbar nach erfolgtem Aushub mit vorzugsweise schnellhärtendem
Beton verfüllt, worauf innerhalb des Betonrings der Kernaushub und die Steuerung erfolgt.
Die Begrenzungsfläche der einzelnen ineinandergeschachtelten -Ringspalten kann die
Gestalt von Kegelstumpfmantelflächen aufweisen.
[0017] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung im Tunnelbau anzugeben,
die das schnellere, kostengünstigere und sicherere Vortreiben eines Tunnels in den
Berg erlauben.
[0018] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Abhängige
Ansprüche sind auf bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung gerichtet.
[0019] Nachfolgend werden, bezugnehmend auf die Zeichnungen, erfindungsgemäße und damit
verwandte Ausführungsformen beschrieben, es zeigen
- Fig. 1A, B
- eine Ausführungsform, die nicht Teil der geschützten Erfindung ist;
- Fig. 2A - C
- schematisch einzelne Schritte eines Verfahrens, das in dieser Allgemeinheit nicht
Teil der geschützten Erfindung ist;
- Fig. 3 - 5
- teilweise schematisch erfindungsgemäße und bevorzugte Ausführungsformen des Verfahrens;
- Fig. 6
- eine Vorrichtung, mit der das beschriebene Verfahren ausgeführt werden kann;
- Fig. 7
- eine weitere Vorrichtung, mit der das beschriebene Verfahren ausgeführt werden kann;
- Fig. 8
- eine weitere Vorrichtung, mit der das beschriebene Verfahren ausgeführt werden kann;
[0020] In Fig. 1A ist schematisch und nicht maßstäblich der vorzutreibende Tunnel 10 parallel
zur Längsachse vertikal, in Fig. 1B mehrfach senkrecht zur Längsachse geschnitten
dargestellt. Der Tunnel 10 wird im Gebirge 11, 12 vorgetrieben. Mit 11 ist das den
Tunnel umgebende Gebirge, mit 12 das demnächst abzutragende Material bezeichnet. Bezugsziffer
13 bezeichnet eine künstliche Stützschicht aus einem tragfähigen Material wie Beton.
Mit 14 ist die erfindungsgemäße Vorrichtung (Schlitzmaschine) bezeichnet, 15 ist ein
von der Schlitzmaschine 14 erstellter Schlitz, 16 die Ortsbrust, 17 die Sicherung
des Tunnels.
[0021] Das Verfahren weist die folgenden Schritte auf, sie sind in den Figuren 2A bis 2C
schematisch gezeigt:
(1) Beginnend an der Ortsbrust 16 wird im zu sichernden Bereich des zu grabenden Tunnels
ein Schlitz 15 erstellt, der sich etwa in Umfangs- und Vorschubrichtung des Tunnels
10 erstreckt (Pfeile A und B in Fig. 2A) und dessen Dicke in etwa in Radialrichtung
(Pfeil C) liegt. Der Schlitz 15 erstreckt sich in Umfangsrichtung zumindest über den
zu sichernden Bereich und in Tunnelvorschubrichtung so weit, wie dies verschiedene
Bau- und/oder Maschinenparameter zulassen. Im erfindungsgemäßen Verfahren läuft der
Schlitz vollständig um den Tunnelumfang herum. Der Schlitz liegt in dem Bereich, in
dem die spätere. Sicherung 17 zu liegen kommt
(2) Der gegrabene Schlitz 17 wird mit einem tragfähigem Material, vorzugsweise schnell
abbindendem Beton, verfüllt und wird so zu einer Stützschicht 13.
(3) Danach wird die Ortsbrust 16 im Schutz der Stützschicht 13 abgebaut und gegebenenfalls
eine weitere Sicherung 17 eingebaut.
(4) Es schließt sich dann abermals die Abfolge der Schritte (1) bis (3) an.
[0022] Mit den Schritten (1) bis (4) ist das Verfahren im Tunnelbau beschrieben. Bei ihm
wird somit ein Schlitz 15 vorauseilend hergestellt. Dieser Schlitz wird mit einem
tragfähigen Material wie Beton verfüllt. Unter dem Schutz der so entstehenden tragfähigen
Stützschicht 13 wird der Tunnel 10 vorgetrieben. Richtet man die Aufmerksamkeit nur
auf das Verfahren zum Bauen der Stützschicht 13, wären nur die Schritte (1) und (2)
zu betrachten, wobei diese ggf. wiederholt ausgeführt würden. Betrachtet man nur das
Verfahren zur Herstellung des Schlitzes 15, ist nur die ggf. wiederholte Ausführung
des Schrittes (1) relevant.
[0023] Das Verfahren kommt besonders vorteilhaft bei Tunnelbauten zum Einsatz, bei denen
das Gestein, durch das hindurch der Tunnel getrieben wird, so beschaffen ist, daß
auf der einen Seite eine ggf. geböschte Ortsbrust frei steht, auf der anderen Seite
die Festigkeit jedoch nicht so groß ist, daß der Tunnel nur im Sprengvortrieb aufgefahren
werden kann.
[0024] Das Verfahren ist bei veränderlichen Geometrien und Geologien anwendbar. Die Arbeiter
arbeiten im Schutz der vorauseilenden Sicherung. Die Gesundheitsbelastung der Arbeiter
gegenüber herkömmlichen Verfahren wird reduziert. Das Verfahren ermöglicht einen Vortrieb
mit kleineren Verformungen und damit geringeren Schäden an der Geländeoberfläche.
Wenn die Stützschicht so ausgebildet wurde, daß sie für die Tragfähigkeit der Tunnelröhre
anrechenbar ist, kann die nachfolgend einzubauende innere Sicherung (17 in Fig. 1A)
schwächer ausgelegt werden oder ganz wegfallen, was zu einem deutlichen Kostenvorteil
führt. Im Laufe des Vortriebs können verschiedene Tunnelquerschnittsformen und/oder
-flächen hergestellt werden. Es muß dann jeweils nur die die Stützschicht herstellende
Vorrichtung 14 entsprechend angesteuert werden.
[0025] Nachfolgend werden weitere Merkmale, Varianten und Weiterentwicklungen des oben beschriebenen
Verfahrens erläutet.
[0026] Die Dimensionierung und Positionierung des zu grabenden und zu verfüllenden Schlitzes
15 - und damit auch der entstehenden Stützschicht 13 - hängt von verschiedenen Parametern
ab. In den Figuren 1 und 2 sind Ausführungsformen gezeigt, in denen sich der Schlitz
15 nur über einen Teil des Tunnelumfangs erstreckt. Dies kann sinnvoll sein, wenn
wegen örtlicher geologischer Störungen nur Teile des Tunnels gesichert werden müssen.
Der Schlitz 15 wird dann so ausgeführt, daß die Stützschicht 13 nach dem Abbruch des
darunterliegenden Gesteins ein tragfähiges Auflager findet. Erfindungsgemäß wird der
Schlitz jedoch umlaufend ausgeführt, dies ist schematisch in Fig. 3 gezeigt. Diese
Möglichkeit kann z.B. dann gewählt werden, wenn der Tunnel in einem Gestein aufgefahren
werden soll, welches bei herkömmlichen Verfahren einer radial umlaufenden Sicherung
bedarf. Es entsteht dann eine geschlossene umlaufende Stützschicht 13, nachfolgend
Stützring genannt, der keine singulären Auflager benötigt, sondern flächig aufliegt.
[0027] Der Schlitz 15 zur Aufnahme der Stützschicht 13 wird vorauseilend gefertigt und folgt
der geplanten Tunnelkontur. Erfindungsgemäß folgt er einer Schraubenlinie oder Ringen.
Die Ganghöhe der Schraubenlinie entspricht der Bearbeitungsbreite der Schlitzmaschine.
Der Schlitz bzw. die Stützschicht können auf der Tunnelkontur so geneigt sein, daß
sie oben in Tunnelvorschubrichtung weiter vorne liegen als unten (Fig. 4B). Diese
Neigung gegenüber der Senkrechten erfährt dann auch die entstehende Ortsbrust, so
daß sie weniger einsturzgefährdet ist. Der Neigungswinkel wird in Abhängigkeit von
Gesteinsparametern gewählt.
[0028] Die Schraubenlinie kann insbesondere im Falle der geneigten Ortsbrust 16 unter verschiedenen
Gesichtspunkten optimiert werden, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Maschinenkonstruktion
und der Standsicherheit der Ortsbrust 16.
[0029] Im für die Maschine einfachsten Falle wird sie so gestaltet, daß die Änderung der
Krümmung der Schraubenlinie innerhalb eines Umlaufes bei durch die Bodenverhältnisse
(Gesteinsparameter) vorgegebener Ortsbrustneigung minimiert wird. Dadurch werden die
Anforderungen an die Beweglichkeit der Maschine geringer.
[0030] Sie kann auch unter dem Gesichtspunkt der Standsicherheit der Ortsbrust optimiert
werden. Durch die Gesteinsparameter ist die für die Standsicherheit der Ortsbrust
benötigte Neigung vorgegeben. Daraus ergibt sich auch die Lage des am weitesten vorne
liegenden Punktes der in dem jeweiligen Umlauf zu fertigenden Stützschicht. Die kürzeste
Verbindung zwischen dem am weitesten vorne liegenden Punkt und dem am weitesten hinten
liegenden Punkt wäre in der Abwicklung der Schraubenlinie eine Gerade. Die sich aus
diesem Weg ergebende Randkurve hat ein minimale Krümmung an den Seiten des Tunnels
und führt damit zu einer Ortsbrust mit fast konstanter Neigung uns somit zu höchster
Standsicherheit.
[0031] Die Scheitelpunkte der Bewegung müssen dabei nicht an Firste und Sohle des Tunnels
liegen.
[0032] Ein geschlossener Ring ist im Gegensatz an einer Schraubenlinie ebenfalls möglich
(Fig. 4C).
[0033] Durch Variieren der Schlitzbreite (Abschlagsbreite) während eines Umlaufes können
Krümmungen in Tunnelverlauf realisiert werden. Dazu wird entweder die Abschlagsbreite
der Maschine vergrößert, verkleinert oder bei konstanter Abschlagsbreite der Maschine
wird ein Teil der im vorigen Umlauf gefertigten Stützschicht wieder durch die Maschine
entfernt.
[0034] Das bei der Herstellung des Schlitzes losgegrabene Material wird durch geeignete
Einrichtungen zur Ortsbrust hin transportiert. Hierzu wird, falls notwendig, ein Ausbruch
zur Ortsbrust erzeugt. Der Ausbruch kann mit der den Schlitz herstellenden Maschine
14 mitlaufen und von ihr selbst oder einem separaten Gerät hergestellt werden. Durch
den Ausbruch erfolgt der Material-, Energie- und Signaltransport.
[0035] Das erstmalige Einfahren der den Schlitz herstellenden Vorrichtung 14 in das Gestein
kann bei einer konventionell hergestellten Ortsbrust 16 beispielsweise einfach von
der Ladefläche eines Transportgeräts, z. B. eines Lkws, her erfolgen, sofern nur dafür
gesorgt wird, daß die Maschine dort ein Widerlager findet. Sie arbeitet sich von dort
in das Gestein hinein, arbeitet sich dann auf den Tunnelumfang zu und nimmt dort ihre
reguläre Arbeit auf.
[0036] Das Verfüllen des Schlitzes 15 mit Beton erfolgt vorzugsweise unmittelbar nachdem
der Schlitz gegraben wurde. Dabei kann Beton entweder von der Ortsbrust her oder von
der Rückseite der den Schlitz herstellenden Maschine in den freien Schlitz gefördert
werden. Es kann schnellhärtender Beton verwendet werden, er bindet binnen Sekunden
ab.
[0037] In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß oben zwar von Beton die Rede ist,
daß aber auch andere Materialien verwendet werden können, sofern sie in ihren wesentlichen
Parametern (z. B. anfangs formbar, dann druckresistent) denen von Beton ähneln.
[0038] Soll die hergestellte Stützschicht für die Tragfähigkeit des späteren Tunnels angesetzt
werden, muß die Stützschicht an der Stelle der Tunnelkontur erstellt werden. Andere
vorauseilende Sicherungen des herkömmlichen Tunnelbaus, wie Vorpfänddielen oder Spieße,
die nicht zur Tragfähigkeit des späteren Tunnels beitragen, können entfallen.
[0039] Der in den Schlitz eingebrachte Beton bindet innerhalb weniger Sekunden ab und wird
zusätzlich durch eine mitlaufende Schalung gehalten, so daß er nicht durch den Ausbruch
in den Tunnel fließt.
[0040] Bei umlaufenden Stützringen 13 kann der Tunnel 10 dann kontinuierlich vorgetrieben
werden, beispielsweise in der Art, daß die Ortsbrust 16 jeweils in ihrem vor der den
Schlitz herstellenden Maschine 14 gelegenen Sektor abgebaut wird.
[0041] Die Ortsbrust kann mit herkömmlichen Tunnelbaggern oder mit einer Teilschnittmaschine
abgebaut werden. Der Abbau läuft mit dem Herstellen der Stützschicht bzw. des Stützrings
synchron, jedoch zeitlich so versetzt, daß der Abbau der Ortsbrust im Schutz des Stützkörpers
abläuft. Hierbei kann es notwendig werden, den Abbau der Ortsbrust in mehrere Teile
zu zerteilen und das Abbaugerät räumlich zu versetzen. Eventuell erforderliche Überschnitte
für die Versorgungseinrichtung der Schlitzmaschine können mit dem Abbau der Ortsbrust
vorgenommen werden.
[0042] Der Abbau der Ortsbrust kann in Tunnelvortriebsrichtung bis kurz vor oder genau an
die Vorderkante der hergestellten Stützschicht erfolgen (Fig. 5A). Er kann aber auch,
etwa gesteinsabhängig, noch etwas weiter getrieben werden (Fig. 5B), jedoch nicht
weiter als 40% der Arbeitsbreite der den Schlitz herstellenden Vorrichtung 14. Dann
ist es nicht notwendig, die den Schlitz herstellende Maschine 14 über einen Ausbruch
zu versorgen. Vielmehr ist ihr ortsbrustseitiges Ende dann sichtbar und mehr oder
minder frei zugänglich.
[0043] Nachfolgend wird eine Vorrichtung beschrieben, die zur Durchführung einzelner der
obengenannten Verfahrensschritte verwendet werden kann. Sie kann als ein einziges
Gerät oder als mehrere, mehr oder minder unabhängig voneinander arbeitende Geräte
ausgebildet sein. Bezugnehmend auf Fig. 6 wird eine erste Ausführungsform beschrieben.
[0044] Die Vorrichtung weist verschiedene Komponenten auf: An ihrer Stirnseite befindet
sich das materialabtragende Werkzeug 61, dahinter findet sich eine Einrichtung 62,
mit der das abgetragene Material aus dem Schlitz gefördert wird. Außerdem weist sie
eine Fortbewegungseinrichtung 68, 71 auf, ggf. eine Betoniereinrichtung 64 und eine
Steuerungseinheit 65.
[0045] Das materialabtragende Werkzeug 61 ist vorzugsweise steuerbar beweglich mit der Maschine
14 verbunden, so daß es in allen zur Erzeugung des Schlitzes 15 notwendigen Richtungen
geschwenkt bzw. verfahren werden kann. Ggf. kann die Vorrichtung eine Dichteinrichtung
66 aufweisen, die den Bereich der Schlitzerzeugung vom Bereich der Fortbewegungseinrichtung
und der Schlitzverfüllung trennt.
[0046] Das Werkzeug kann so ausgeführt sein, daß es in der Lage ist, einen Schlitz 15 zu
fertigen, der über die gesamte Schlitzbreite oder einen Teil davon, stärker ist, als
die zu erstellende Stützschicht 13. Durch den so gegenüber der im vorherigen Umlauf
gefertigten Stützschicht entstehenden Überschnitt entsteht ein Zugang 81 vom Schlitz
zum Raum vor der Ortsbrust. Durch diesen Zugang wird die Versorgung der Maschine mit
Medien, der Abtransport des abgetragenen Materials und die Anlenkung durch den Arm
72 ermöglicht.
[0047] Bei geeigneter Wahl des Werkzeuges, zum Beispiel einer Schnecke, kann durch die mittels
des Überschnittes erzeugte Zugangs 81 das abgetragene Material direkt in den Raum
vor der Ortsbrust gefördert werden. Liegt der Überschnitt zum Beispiel in der Mitte
der abtragenden Werkzeuge, fertigt er eine Vertiefung zum Tunnelinneren hin, durch
die Versorgungsleitungen geführt werden können.
[0048] Alternativ kann der Zugang auch durch ein am Arm 72 angebrachtes Werkzeug erzeugt
werden.
[0049] Die Vorschubkraft für das Werkzeug 61 wird über die Anlenkeinrichtung 67 am Werkzeug
übertragen. Die Reaktionskraft muß von der Einheit, die auch die Fortbewegung der
Maschine ermöglicht, übernommen werden. Eine bevorzugte Ausführung ist die Aufnahme
der Reaktionskraft und das Fortbewegen der Maschine als ganzes mittels eines Armes
72 (Fig. 7), der von einer vor der Ortsbrust stehenden Trägergerät 73 ausgeht und
bewegt wird. Über diesen Arm 72 können auch die Versorgungsleitungen von und zu der
Maschine im Schlitz geführt werden. Eine Anlenkung der Werkzeugeinheit 14 am Arm 72
ermöglicht eine Bewegung in allen Raumrichtungen, unabhängig von der Bewegung des
Trägergeräts 73.
[0050] Die Vorrichtung kann, integriert oder separat vorgesehen, eine Betoniereinrichtung
zum Verfüllen des gegrabenen Schlitzes 13 mit Beton aufweisen. Nachfolgend wird die
integrierte Ausführungsform beschrieben. Die Betoniereinrichtung 64 besteht unter
anderem aus einer Betonierbohle 69, die die Vorrichtung vom bereits mit Beton verfüllten
Schlitz trennt. Um einen Verbund zwischen dem Beton und dem später abzutragenden Gestein
zu verhindern, sowie um einen Abbau der Ortsbrust bis in den Bereich unter der gerade
im Aufbau befindlichen Stützschicht zu ermöglichen, kann auf der späteren Innenseite
des Stützringes eine Schalung 70 nachgeschleppt werden. Dies ist in Fig. 6 schematisch
dargestellt.
[0051] Für das Einbringen des Betons wird vorzugsweise ein Düse vorgesehen bis zu der die
Komponenten des Betons trocken gefördert werden. An der Düse werden Wasser und eventuell
Zusatzstoffe zugegeben.
[0052] Die Betoniereinrichtung kann auch eine separat vorgesehene, konventionelle Einrichtung
sein.
[0053] Eine bevorzugte Ausführungsform der materialabtragenden Werkzeuge 61 ist eine Fräseinrichtung.
Sie kann aus mehreren Einheiten bestehen. Die Einheiten, die zu den Flanken der Maschine
weisen, fräsen sowohl stirnseitig, als auch am Umfang. Die zum bereits gefertigten
Stützring hinweisende Fräse sichert durch das Profilieren desselben einen guten Verbund
zwischen dem frischen Betons und dem abgebundenen. Der in Tunnelvortriebsrichtung
weisende Fräskopf ist in dieser Richtung verschiebbar. Dadurch ist eine Verbreiterung
des Schlitzes möglich. Durch Variieren der Schlitzbreite im Verlauf einer Umrundung
sind Kurvenfahrten oder Steigungen bzw. Gefälle des Tunnels möglich. Mindestens ein
weiterer Fräser, der nur am Umfang fräst ist ebenfalls in Tunnellängsrichtung verschiebbar
und gewährleistet gemeinsam mit den beiden anderen den Materialabtrag über die gesamte
erforderliche Schlitzbreite.
[0054] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der materialabtragenden Werkzeuge sind zwei
gegenläufige Fräser, deren Rotationsachsen in etwa radial zur Tunnelachse liegen.
Sie bieten den Vorteil, daß sie minimale Reaktionskräfte quer zur Maschinenlängsrichtung
erzeugen und bei geeigneter Drehrichtung gleichzeitig als Fördereinheit dienen können.
[0055] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist eine Schnecke. Diese ist ebenfalls in
der Lage, nicht nur abzutragen sondern auch zu fördern. In Verbindung mit einer Schneckengeometrie,
die auf der zum existierenden Tunnel weisenden Seite einen Überschnitt erzeugt, kann
das abgetragene Material direkt vor die Ortsbrust gefördert werden.
[0056] Weitere denkbare Ausführungen sind an Ketten geführte, umlaufende Schneidwerkzeuge,
Schnecken oder Scheiben. Das materialabtragende Werkzeug 61 wird über einen geeigneten
(nicht dargestellten) Antrieb, beispielsweise einen Hydraulik-, Elektromotor, der
in unmittelbarer Nähe des Werkzeuges liegt, angetrieben.
[0057] Das materialabtragende Werkzeug erzeugt über seine Breite hinweg eine durchgehende
Bearbeitungsfront. Im Einsatz erstreckt sich die Werkzeugbreite in der Regel in etwa
parallel zur Tunnelvortriebsrichtung. Führung und Aufhängung des Werkzeuges überragen
diese Bearbeitungsfront an keiner Seite. Die Versorgungsleitungen 67 werden deshalb
zwar in seitlich gelegenen Bereichen, aber doch von der Unterseite her (im Einsatz
dem Tunnelinneren zugewandt) angeflanscht.
[0058] Die Materialabführung kann mit oder ohne Transportmedium erfolgen. Bevorzugte Transportmedien
sind Luft und Wasser. Mögliche mechanische Fördereinrichtungen sind z.B. Bürsten oder
Schnecken.
[0059] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die Gegenkraft vom Maschinenkörper
14 selbst erzeugt, der sich über geeignete Vorrichtungen 68 im umgebenden Boden abstützt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung arbeitet dann mechanisch entkoppelt von Geräten vor
der Ortsbrust. Lediglich die Zu- und Ableitungen sind noch notwendig. Die Abstützung
kann über Hydraulikpressen oder Streben (Anker) erfolgen. Durch die Verwendung mehrerer
Glieder zur Abstützung kann der Vortrieb der Maschine vom Vorschub am Werkzeug entkoppelt
werden.
[0060] Dadurch ist ein kontinuierlicher Abbau möglich. Vom verspannten Grundkörper der Vorrichtung
aus wird das Werkzeug 61 nach vorne geschoben. Dieser Vorschub kann über hydraulische,
pneumatische oder motorbetriebene Einrichtungen erfolgen.
[0061] Die Maschine stützt sich vorzugsweise so ab, daß sie die Ortsbrust 16 nicht in einer
Weise belastet, die die Standfestigkeit der Ortsbrust gefährdet. Sie kann sich seitlich
gegen die schon gefertigte Stützschicht 13 und das Gebirge 11 abstützen oder sich
nach oben und unten gegen das Gebirge verspannen oder nach hinten gegen den eingebrachten
Beton abstützen oder in einer Kombination aus den genannten Möglichkeiten.
[0062] Es ist auch eine Ausführungsform möglich, in der die benötigten Vortriebskräfte und
Kräfte zum Bewegen der Maschine in einer Kombination aus Abstützung im Berg und die
Anlenkung von außen aufgebracht werden.
[0063] Die Maschine ist in mehrere Segmente geteilt. Diese Segmente dürfen bei einer Höhe
der Maschine von ca. 200 mm in einem 250 mm dicken Schlitz in einem Tunnel mit ca.
6000 mm Durchmesser bis zu etwa 1000 mm lang sein. Die Bearbeitungsbreite der Maschine
beträgt ca. 1 m - 2 m.
[0064] Das Vorschubsegment besteht aus mindestens zwei Gliedern, die untereinander mit Hubeinrichtungen
71 verbunden sind. Durch abwechselndes Verspannen und Lösen der einzelnen Glieder
wird die Maschine wurmartig nach vorne bewegt.
[0065] Die Hubeinrichtungen 71 können zum Beispiel vier Hydraulikzylinder sein. Durch unterschiedlich
langes Ausfahren der einzelnen Zylinder, können die Glieder des Vorschubsegments gegeneinander
gekippt werden. Dadurch ist eine Fortbewegung in jede Raumrichtung, insbesondere entlang
des Tunnelumfangs, möglich.
[0066] Bei der bevorzugten Ausführungsform mit eigenem Vortrieb ist synchron zur Erzeugung
des Schlitzes die Herstellung eines zusätzlichen Schachtes denkbar. Der Schacht verläuft
parallel zur Schraubenlinie des Schlitzes und ist zur Tunnelachse hin versetzt. In
diesem Schacht können die Versorgungsleitungen geführt werden. Das ermöglicht bis
zu einem gewissen Grad das Entkoppeln der Herstellung der vorauseilenden Sicherung
vom Abbau der Ortsbrust.
[0067] Die Maschine kann gegen Eintritt von Material, insbesondere im Bereich der Fortbewegungseinrichtung
68, 71, gesichert werden. Dies geschieht zum Beispiel mit Hilfe einer Abdeckung, deren
Form und Länge verändert werden kann, so daß sie sich der Längenänderung oder Verwindung
der Maschine im Bauprozeß anpaßt, zum Beispiel durch Faltungen oder in Form eines
Bleches, das durch einen Rollomechanismus angepaßt wird.
[0068] Als Trägergerät 73 kann ein schweres Raupenbaggergrundgerät verwendet werden. Wenn
das Gerät wegen des großen Gewichts nicht auf dem jungen Sohlbeton stehen kann, wird
die Sohle nach dem Erstellen des Schlitzes immer wieder mit Ausbruchmaterial verfüllt.
[0069] Das Gerät kann so modifiziert werden, daß sowohl das Abbauwerkzeug als auch, abhängig
vom Verfahren, der Kabelbaum oder der Arm 72 für die Schlitzmaschine 14 angebaut werden
können.
[0070] Damit das Trägergerät an einer beliebigen Stelle vor der Ortsbrust 16 stehen kann
und die Schlitzmaschine 14 und der Abbau der Ortsbrust geometrisch unabhängig voneinander
ausgeführt werden können, muß das Abbauwerkzeug (75) alternativ auf beiden Seiten
des Arms (42) zur Schlitzmaschine angeschlossen werden können.
[0071] Auf dem Trägergerät 73 kann eine Spritzbetoneinrichtung vorgesehen werden, mit deren
Hilfe im Falle eines Wassereinbruchs oder eines Versagens der Ortsbrust eine schnelle
Sicherung aufgebracht werden kann.
[0072] Alternativ kann als Trägereinheit ein Nachläufer 81 vorgesehen werden, der sich am
Umfang des existierenden Tunnels abstützt. An diesem Nachläufer ist der Arm 72, der
die Maschine führt und eventuell vortreibt, angebracht. Der Arm kann sich am gesamten
Umfang bewegen.
[0073] Der Nachläufer besteht aus einem in Vorschubrichtung beweglichen Stahlgerüst 82,
das sich dem jeweiligen Tunnelquerschnitt anpaßt. Dies geschieht mit Stahlprofilen
unterschiedlicher Radien, die mit Hubgeräten ausgefahren werden.
[0074] Im Nachläufer ist eine Plattform 83 vorgesehen, deren Position im Tunnel in allen
Raumrichtungen verändert werden kann. Auf ihr können Bagger oder Teilschnittmaschinen
stehen, die mit Hilfe dieser Hubeinrichtung alle Bereiche auch von großen Tunnelquerschnitten
erreichen.
[0075] Der Nachläufer kann die Aufgabe des Ausbauwiderstandes übernehmen, solange das Stützmaterial
(z.B. Beton) in der Stützschicht 13 zwar abgebunden aber noch nicht seine volle Tragfähigkeit
erlangt hat.
[0076] Als Bezug für die Steuerung der Maschine kann in die Betonschale mit Hilfe einer
entsprechenden Schalung eine Nut gefertigt werden. Diese Nut dient dann der Maschine
im nächsten Umlauf als Bezugspunkt.
[0077] Die Fortbewegung der Schlitzmaschine 14 erfolgt, wenn sie unabhängig von einem Trägergerät
arbeitet, entweder ferngesteuert oder vollautomatisch. Die Fernsteuerung kann beispielsweise
durch einen Arbeiter erfolgen, der vor der Ortsbrust stehend den Arbeitsfortgang beobachtet
und dementsprechend über eine leitungsgebundene oder drahtlose Fernsteuerung die Schlitzmaschine
14 weiterbewegt. Bei vollautomatischer Fortbewegung muß ein geeignetes Navigationssystem
vorgesehen sein, anhand dessen sich die Schlitzmaschine 14 im Raum orientieren kann.
Als technische Hilfsmittel für die Meß- und Steuertechnik kommen unter anderem Kreiselgeräte,
Lasergeräte, optische Bauelemente zur Verwendung von Laserlicht oder auch Inklinometer
in Frage
1. Verfahren für den Tunnelbau, bei dem ein Tunnel ausgehend von der Ortsbrust in Vortriebsrichtung
geführt und eine Stützschicht eingebracht wird, wobei die Stützschicht vorauseilend
hergestellt wird, indem zunächst am Ort der zukünftigen Stützschicht ein Schlitz hergestellt
und dieser dann mit einem tragfähigem Material, insbesondere Beton, verfüllt wird
und danach im Schutz der Stützschicht der Tunnel vorgetrieben wird, wobei ausgehend
von der Ortsbrust eine vollständig um den Tunnelumfang herum laufende Stützschicht
hergestellt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
bei der Herstellung der Stützschicht einer Schraubenlinie gefolgt wird, die eine Ganghöhe
in etwa gleich der Bearbeitungsbreite der den Schlitz herstellenden Vorrichtung hat.
2. Verfahren für den Tunnelbau, insbesondere nach Anspruch 1, bei dem ein Tunnel ausgehend
von der Ortsbrust in Vortriebsrichtung geführt und eine Stützschicht eingebracht wird,
wobei die Stützschicht vorauseilend hergestellt wird, indem zunächst am Ort der zukünftigen
Stützschicht ein Schlitz hergestellt und dieser dann mit einem anfangs formbaren,
dann tragfähigen Material, insbesondere Beton, verfüllt wird und danach im Schutz
der Stützschicht der Tunnel vorgetrieben wird, wobei ausgehend von der Ortsbrust eine
vollständig um den Tunnelumfang herumlaufende Stützschicht hergestellt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
bei einem Umlauf der Stützschicht der oben liegende Teil in Tunnelvortriebsrichtung
weiter vorne liegt als der unten liegende Teil, und die Stützschicht in in radialer
Richtung nicht überlappender Weise durch mehrere umlaufende Stützringe so hergestellt
wird, daß aufeinanderfolgende Stützringe nur in Vortriebsrichtung aneinander liegen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Herstellen der Stützschicht und der Tunnelvortrieb zumindest zeitweise gleichzeitig
erfolgen.
4. Vorrichtung für den Tunnelbau, mit
einem vorneliegendem, materialabtragendem Werkzeug (61), das über eine bestimmte Breite
und eine bestimmte Höhe und mit Hilfe seiner Anlenkung (67, 68, 71) in mehreren Richtungen
Material zur Bildung eines Schlitzes abtragen kann,
einer Fortbewegungseinrichtung (63,67, 68, 71, 72,73), die hinter dem materialabtragenden
Werkzeug (61) angeordnet ist mit der die Vorrichtung vorwärtsbewegt und gelenkt werden
kann, und
einer Steuer- bzw. Regeleinrichtung, die die Tätigkeit des materialabtragenden Werkzeugs
und der Fortbewegungseinrichtung steuert bzw. regelt,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Fortbewegungseinrichtung (63, 67, 68, 71) eine Einrichtung (68) umfaßt, mit der
die Vorrichtung im den Schlitz umgebenden Boden verspannt werden kann, und daß die
Steuer- bzw Regeleinrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 3 ausgelegt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
gekennzeichnet durch
eine Betoniereinrichtung, mit der der vom materialabtragenden Werkzeug (61) geschaffene
Freiraum mit Beton verfüllt werden kann.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Breite kleiner als 0,5m, vorzugsweise kleiner als 0,3m ist.
1. Method for constructing tunnels in which a tunnel starting from the -working face
is driven in the advancing direction and a supporting layer is brought in such that
it is made in an advancing manner by firstly providing a slot at the location of the
future supporting layer and thereafter filling it with a material capable of bearing
a load, particularly concrete, and advancing the tunnel protected by the supporting
layer, wherein starting from the working face a supporting layer is produced that
fully surrounds the tunnel circumference,
characterized in that,
in producing the supporting layer a helix is followed, the helix having a pitch of
about the processing width of the device producing the slot.
2. Method for constructing tunnels, particularly according to claim 1, in which a tunnel
starting from the working face is driven in the advancing direction and a supporting
layer is brought in such that it is made in an advancing manner by firstly providing
a slot at the location of the future supporting layer and thereafter filling it with
a material capable of bearing a load, particularly concrete, and advancing the tunnel
protected by the supporting layer, wherein starting from the working face a supporting
layer is produced that fully surrounds the tunnel circumference,
characterized in that,
in one turn of the supporting layer the top part is, in advancing direction, more
forward than the bottom part, and the supporting layer is made in a non overlapping
manner in radial direction by a plurality of surrounding support rings such that subsequent
supporting rings abut only in advancing direction.
3. Method according to claim 1 or 2,
characterized in that,
making the supporting layer and advancing the tunnel are made partially simultaneously.
4. Apparatus for constructing tunnels, comprising a forward, material removing tool (61)
capable of removing material over a certain width and a certain height in a plurality
of directions by means of its linkage,
moving means (63, 67, 68, 71, 72, 73) provided behind the material removing tool (61)
for advancing and directing the apparatus, and
a control means controlling the operation of the material removing tool and of the
moving means,
characterized in that,
the moving means (63, 67, 68, 71) comprises a means (68) for bracing the apparatus
into the surrounding ground, and the control means is adapted to implement the method
according to one of the claims 1 to 3.
5. Apparatus according to claim 4,
characterized by
concreting means for filling the space made by the material removing tool (61) with
concrete.
6. Apparatus according to claim 4 or 5,
characterized in that,
the width is smaller than 0.5 m, preferably smaller than 0.3 m.
1. Procédé pour la construction de tunnel, dans lequel on creuse un tunnel en partant
du front de taille vers l'avant et on introduit une couche protectrice, dans lequel
la couche protectrice est fabriquée à l'avance, en ménageant d'abord une fente sur
le lieu de la future couche protectrice et en remplissant ensuite celle-ci d'un matériau
résistant à l'écrasement, notamment le béton, et en creusant ensuite le tunnel vers
l'avant à l'abri de la couche protectrice, une couche protectrice entourant entièrement
la circonférence du tunnel étant alors fabriquée en partant du front de taille,
caractérisé en ce que,
pour la fabrication de la couche protectrice, on suit une hélice qui a un pas d'une
largeur d'usinage à peu près identique à celle du dispositif fabriquant la fente.
2. Procédé pour la construction de tunnel, en particulier conformément à la revendication
1, dans lequel on creuse un tunnel en partant du front de taille vers l'avant et on
dépose une couche protectrice, où la couche protectrice est fabriquée à l'avance,
en ménageant d'abord une fente sur le lieu de la future couche protectrice et en remplissant
ensuite celle-ci d'un matériau, d'abord formable puis résistant à l'écrasement, notamment
le béton, et en creusant ensuite le tunnel vers l'avant à l'abri de la couche protectrice,
une couche protectrice entourant entièrement la circonférence du tunnel étant alors
fabriquée en partant du front de taille,
caractérisé en ce que,
lors d'une révolution de la couche protectrice, la partie supérieure se trouve plus
en avant dans le sens de creusement du tunnel que la partie inférieure et la couche
protectrice est fabriquée par le biais de plusieurs anneaux de protection rotatifs
sans se chevaucher dans le sens radial de telle façon que les anneaux de protection
successifs ne se trouvent côte à côte que dans le sens de l'avancée.
3. Procédé conformément à la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
la fabrication de la couche protectrice et le creusement du tunnel s'effectue au moins
par moment simultanément.
4. Dispositif pour la construction de tunnel muni
d'un outil (61) d'excavation de matériau situé à l'avant, qui peut excaver le matériau
sur une largeur déterminée et une hauteur déterminée et à l'aide de son articulation
(67, 68, 71) dans plusieurs directions pour former une fente,
d'un système de déplacement (63, 67, 68, 71, 72, 73) qui est disposé derrière l'outil
(61) d'excavation du matériau grâce auquel le dispositif se déplace vers l'avant et
peut être commandé, et
d'un système de commande ou de régulation qui commande ou régule l'activité de l'outil
d'excavation du matériau et du système de déplacement,
caractérisé en ce que
le système de déplacement (63, 67, 68, 71) comprend un système (68) grâce auquel le
dispositif peut être haubané dans le sol entourant la fente et que le dispositif de
commande ou de régulation est conçu pour exécuter le procédé conformément à l'une
des revendications 1 à 3.
5. Dispositif conformément à la revendication 4,
caractérisé par
un système de bétonnage grâce auquel l'espace libre créé par l'outil (61) d'excavation
du matériau peut être rempli par du béton.
6. Dispositif conformément à l'une des revendications 4 ou 5,
caractérisé en ce que
la largeur est inférieure à 0,5 m, de préférence inférieure à 0,3 m.