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EP 0 919 644 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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20.02.2002 Patentblatt 2002/08 |
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Anmeldetag: 11.11.1998 |
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Verfahren zur Herstellung eines metallischen Verbundbands
Process for obtaining a metallic composite band
Procédé pour obtenir une bande composite métallique
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU NL PT SE |
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Priorität: |
26.11.1997 DE 19752329
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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02.06.1999 Patentblatt 1999/22 |
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Patentinhaber: STOLBERGER METALLWERKE GMBH & CO. KG |
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D-52222 Stolberg (DE) |
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Erfinder: |
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- Adler, Udo Dipl.-Ing.
52224 Stolberg (DE)
- Schleicher, Klaus Dipl.-Ing.
52222 Stolberg (DE)
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Entgegenhaltungen: :
US-A- 5 514 261
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US-A- 5 589 280
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines mit einer Zinn-Silber-Legierung
beschichteten Verbundbands zur Fertigung von elektrischen Kontaktbauteilen.
[0002] Zinn-Silber ist ein sehr guter Kontaktwerkstoff. Er zeichnet sich vor allem durch
seinen geringen elektrischen Widerstand, seine Härte und seine Abriebfestigkeit aus.
[0003] Die Möglichkeiten, einen elektrisch leitfähigen Basiswerkstoff galvanisch mit einer
Zinn-Silber-Legierung zu überziehen, sind jedoch begrenzt. Die US-A-5 514 261 offenbart
in diesem Zusammenhang einen Weg, eine Silber-Zinn-Legierung galvanisch aus einem
cyanidfreien Bad abzuscheiden. Das Bad wird unter Verwendung von Silber als Nitrat
oder Diammin-Komplex, Zinn als lösliche Zinn(II)- oder Zinn(IV)-Verbindung und Mercaptoalkancarbonsäuren
und -sulfonsäuren zubereitet. Aus diesem Bad lassen sich Schichten aus Silber-Zinn-Legierungen
mit einem Silbergehalt von etwa 20 Gew.% bis 99 Gew.% abscheiden.
[0004] Der Silberanteil einer auf diese Weise hergestellten Beschichtung ist relativ hoch.
Schichten mit geringeren Silberanteilen können nicht erzielt werden. Ferner ist die
galvanisch erzeugte Schicht feinzellig mit einer leichten Mikrorauhigkeit. Die Schicht
ist spröde und verträgt nur geringe Biegebeanspruchungen.
[0005] Der Erfindung liegt ausgehend vom Stand der Technik die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
aufzuzeigen, welches die Herstellung einer qualitativ hochwertigen Zinn-Silber-Beschichtung
auf einem elektrisch leitfähigen Basiswerkstoff ermöglicht.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in den Merkmalen des Anspruchs
1
[0007] Danach wird der Basiswerkstoff in einem ersten Beschichtungsschritt mit einer Beschichtung
aus Zinn oder einer Zinnlegierung versehen. In einem zweiten Beschichtungsschritt
wird hierauf eine Silberschicht abgeschieden.
[0008] Durch die sich einstellenden Diffusionsvorgänge entsteht eine Zinn-Silber-Legierungsschicht.
Diese weist gegenüber den zunächst heterogen aufgebrachten Schichten verbesserte Eigenschaften
auf. Die Beschichtung besitzt eine hohe elektrische Leitfähigkeit und sehr gute mechanische
Eigenschaften. Sie ist abriebfest und hart. Auch die Wärmeleitfähigkeit ist hoch.
[0009] Die Beschichtung sichert einen wirksamen Korrosionsschutz und bildet gleichzeitig
eine Löthilfe. Dies ist insbesondere bei elektrischen oder elektronischen Komponenten
von Vorteil.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen
2 bis 8.
[0011] Als Basiswerkstoff können grundsätzlich alle für elektrotechnische Anwendungen übliche
Metalle und Metalllegierungen mit guter elektrischer Leitfähigkeit eingesetzt werden,
wobei Kupfer und Kupferlegierungen besonders bevorzugt sind (Anspruch 8). Kupferwerkstoffe
zeichnen sich durch ihre hohe elektrische Leitfähigkeit aus. Zum Schutz gegen Korrosion
und Verschleiß sowie zur Erhöhung der Oberflächenhärte ist es üblich, den Kupferwerkstoff
mit einem metallischen Überzug zu versehen. In diesem Zusammenhang zählt es zum Stand
der Technik, ein Band aus einem Kupferwerkstoff entweder galvanisch mit Zinn zu beschichten
oder auf ein Kupferband in einem Schmelzbad Zinn oder eine Zinn-Blei-Legierung aufzubringen.
[0012] Neben Kupfer ist aber auch die Verwendung von Zinnbronze, Messing oder niedrig legierten
Kupferlegierungen, beispielsweise CuFe2, als Basiswerkstoff möglich.
[0013] Die Zinnschicht kann auf schmelzflüssigem Wege und die Silberschicht galvanisch aufgebracht
werden, wie dies Anspruch 2 vorsieht. Ferner können sowohl die Zinnschicht als auch
die Silberschicht galvanisch aufgebracht werden (Anspruch 3). Eine weitere vorteilhafte
Vorgehensweise besteht nach Anspruch 4 darin, die Zinnschicht im Schmelztauchverfahren
und die Silberschicht anschließend durch Kathodenzerstäubung, dem sogenannten Sputtern,
aufzubringen. Möglich ist es desweiteren, sowohl die Zinnschicht als auch die Silberschicht
durch Sputtern aufzutragen (Anspruch 5).
[0014] Speziell durch die Kombination der schmelzflüssigen Verzinnung (Feuerverzinnung)
des Ausgangsbands in einer Schichtdicke von 0,5 µm bis 10,0 µm und anschließender
galvanischer Nachversilberung mit einer Dicke der aufgebrachten Silberschicht zwischen
0,1 µm bis 3,5 µm kann ein Verbundband hergestellt werden, welches hohen mechanischen
und physikalischen Anforderungen zur Fertigung von elektrischen Kontaktbauteilen genügt.
Durch die Zinn-Silber-Legierungsbeschichtung kann auch die Temperaturbeständigkeit
unter Betriebsbedingungen im Vergleich zu einer herkömmlichen Zinn- oder Zinn-Blei-Beschichtung
verbessert werden: Das Verbundband ist gut verarbeitbar durch Stanzen, Schneiden,
Biegen oder Tiefziehen. Ferner verfügt es über eine hohe Festigkeit mit guten Federeigenschaften.
Die elektrische Leitfähigkeit ist hoch und die Lotbenetzbarkeit gut. Der aufgebrachte
Überzug ist gleichmäßig in Struktur und Dicke. Desweiteren ist er porenfrei. Durch
die Zinn-Silber-Legierungsbeschichtung wird der Basiswerkstoff zuverlässig gegen Oxidation
und Korrosion geschützt.
[0015] Zusätzlich kann eine Wärmebehandlung, insbesondere als Diffusionsglühung, vorgesehen
werden (Anspruch 6). Die Wärmebehandlung gewährleistet einen zuverlässigen Ausgleich
von möglicherweise noch vorhandenen Konzentrationsunterschieden im Schichtaufbau des
aufgebrachten Überzugs. Vorzugsweise erfolgt die Wärmebehandlung des Verbundbands
in einem Durchlaufprozeß mit einer Temperatur zwischen 140° C und 180° C.
[0016] Vor der Wärmebehandlung kann zum Schutz gegen Anlaufen eine chemische Passivierung
der Oberfläche mittels üblicher Inhibitoren erfolgen.
[0017] Grundsätzlich kann auch eine Wärmebehandlung am verzinnten Ausgangsband vorgenommen
werden. Als vorteilhaft ist auch hier ein Temperaturbereich zwischen 140 und 180°
C anzusehen. Im Anschluß an die Wärmebehandlung des verzinnten Ausgangsbands wird
in einem weiteren Fertigungsschritt die Silberbeschichtung aufgetragen.
[0018] Für die im ersten Beschichtungsschritt aufgetragene Zinnschicht hat sich neben Zinn
eine Zinnlegierung mit Anteilen von Blei bewährt. Wird die Zinnschicht auf schmelzflüssigem
Wege aufgebracht, hat sich ferner eine Zinnlegierung als vorteilhaft erwiesen, die
0,1 bis 10 Gew.% mindestens eines der Elemente aus der Gruppe Silber, Aluminium, Silizium,
Kupfer, Magnesium, Eisen, Nickel, Mangan, Zink, Zirkonium, Antimon, Rhodium, Palladium
und Platin enthält. Der Rest besteht aus Zinn einschließlich unvermeidbarer Verunreinigungen
und geringer Desoxidations- und Verarbeitungszusätze.
[0019] Ferner kann eine kobalthaltige Zinnlegierung verwendet werden mit einem Kobaltanteil
zwischen 0,001 bis 5,0 Gew.%. Desweiteren können dieser Zinnlegierung 0,1 bis 10 Gew.%
Wismut und/oder 0,1 bis 10 Gew.% Indium zulegiert sein.
[0020] Durch einen Kobaltzusatz wird die Ausbildung einer feinkörnigen gleichmäßigen intermetallischen
Phase zwischen Basiswerkstoff und Beschichtung gefördert. Ferner wird die Gesamtschichthärte
bei Verbesserung der Biegbarkeit erhöht. Desweiteren kann die Scherfestigkeit verbessert
und der Elastizitätsmodul verringert werden. Wismut und Indium führen zu einer zusätzlichen
Härtesteigerung durch Mischkristallhärtung.
[0021] Die Erfindung ermöglicht die Herstellung eines in ihren mechanischen und physikalischen
Eigenschaften hochwertigen Überzugs aus einer Zinn-Silber-Legierung auf dem Ausgangsband.
Gemäß den Merkmalen des Anspruchs 7 wird die Zinnschicht in einer Dicke zwischen 0,5
µm und 10,0 µm aufgebracht, wobei sie vorzugsweise zwischen 0,8 µm und 3,0 µm liegt.
Die nachfolgende Silberschicht weist eine Dicke zwischen 0,1 µm und 3,5 µm auf, vorzugsweise
zwischen 0,2 µm und 1,0 µm. Diese heterogenen Schichten homogenisieren anschließend
durch Diffusion zu einer Zinn-Silber-Legierungsschicht.
[0022] Das erfindungsgemäße Verbundband ist daher besonders gut für die Fertigung von elektrischen
Kontaktbauteilen geeignet, welche Biege- und Scherbeanspruchungen ausgesetzt sind,
beispielsweise von elektrischen Steck- oder Klemmverbindern. Solche Verbinder können
mehrfach gesteckt und gelöst werden, ohne daß sich der Kontaktwiderstand nennenswert
ändert.
[0023] Ferner kann das erfindungsgemäß hergestellte Verbundmaterial auch für die Fertigung
von elektromechanischen und elektrooptischen Bauelementen oder Halbleiterbauelementen
und ähnlichem Verwendung finden.
1. Verfahren zur Herstellung eines metallischen Verbundbands für die Fertigung von elektrischen
Kontaktbauteilen, bei welchem ein Ausgangsband aus einem elektrisch leitfähigen Basiswerkstoff
zunächst mit einer Schicht aus Zinn oder einer Zinnlegierung versehen, hierauf eine
Schicht aus Silber abgeschieden und anschließend das Verbundband einer Wärmebehandlung
unterzogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zinnschicht schmelzflüssig und die Silberschicht galvanisch aufgebracht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zinnschicht und die Silberschicht galvanisch aufgebracht werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zinnschicht schmelzflüssig und die Silberschicht durch Kathodenzerstäubung (Sputtern)
aufgebracht werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zinnschicht und die Silberschicht durch Kathodenzerstäubung (Sputtem) aufgebracht
werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbundband einer Diffusionsglühung unterzogen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zinnschicht in einer Dicke zwischen 0,5 µm und 10,0 µm und die Silberschicht
in einer Dicke zwischen 0,1 µm und 3,5 µm aufgebracht werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Basiswerkstoff Kupfer oder eine Kupferlegierung verwendet wird.
1. Method for production of a composite metallic strip for the manufacture of electrical
contact components, in which a starting strip made of an electrically conducting base
material is firstly provided with a coating of tin or a tin alloy, a coating of silver
is deposited on this and then the composite strip is subjected to a heat treatment.
2. Method according to claim 1, characterised in that the tin coating is applied in a molten state and the silver coating is applied galvanically.
3. Method according to claim 1, characterised in that the tin coating and the silver coating are applied galvanically.
4. Method according to claim 1, characterised in that the tin coating is applied in a molten state and the silver coating is applied by
cathodic evaporation (sputtering).
5. Method according to claim 1, characterised in that the tin coating and the silver coating are applied by cathodic evaporation (sputtering).
6. Method according to one of claims 1 to 5, characterised in that the composite strip is subjected to homogenizing.
7. Method according to one of claims 1 to 6, characterised in that the tin coating is applied in a thickness of between 0.5 µm and 10.0 µm and the silver
coating is applied in a thickness of between 0.1 µm and 3.5 µm.
8. Method according to one of claims 1 to 7, characterised in that copper or a copper alloy is used as base material.
1. Procédé de production d'un ruban métallique de liaison pour la fabrication d'éléments
de construction électriques de contact, dans lequel un ruban de départ à base d'un
matériau de base conducteur de l'électricité, en premier lieu est pourvu d'une couche
à base d'étain ou d'un alliage d'étain, sur laquelle une couche d'argent est déposée
et ensuite le ruban de liaison est soumis à un traitement thermique.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la couche d'étain est appliquée liquide de fusion et la couche d'argent est appliquée
galvaniquement.
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la couche d'étain et la couche d'argent sont appliquées galvaniquement.
4. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la couche d'étain est appliquée liquide de fusion et la couche d'argent est appliquée
par atomisation cathodique (crépitement).
5. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la couche d'étain et la couche d'argent sont appliquées par atomisation cathodique
(crépitement).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
le ruban de liaison est soumis à un recuit de diffusion.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que
la couche d'étain est appliquée avec une épaisseur comprise entre 0,5 µm et 10,0 µm
et la couche d'argent avec une épaisseur comprise entre 0,1 µm et 3,5 µm.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1à 7,
caractérisé en ce que
comme matériau de base on utilise du cuivre ou un alliage de cuivre.