Anwendungsgebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft neue Thiazol-Derivate, die in der pharmazeutischen Industrie
zur Herstellung von Medikamenten verwendet werden.
Bekannter technischer Hintergrund
[0002] In der japanischen Patentschrift JP 46-15935 werden substituierte 4-(Carboxyphenyl)thiazole
und ihre Verwendung zur Behandlung von Thrombose, Arteriosklerose, Magengeschwüren
und Hypersekretion beschrieben. In den europäischen Patentanmeldungen EP 0 513387.
EP 0 600 092 und in J. Med. Chem.
38, 353-358 (1995) werden unter anderem 2-(substituiertes Phenyl)thiazolderivate, 2-(substituiertes
2,3-Dihydrobenzofuran)thiazolderivate und ihre Verwendung als Inhibitoren der Sauerstoffradikalfreisetzung
durch Neutrophile beschrieben. Die Verbindungen werden daher als geeignet zur Behandlung
akut entzündlicher Prozesse wie Ischämien und Reperfusionsschäden beschrieben. In
der internationalen Patentanmeldung WO 96/03392 werden mehrfach substituierte Thiazolderivate
als Entzündungshemmer beschrieben. In der europäischen Patentanmeldung EP 0 636 626
und in J. Med. Chem.
39, 1635-1644 (1996) werden Pyrazolo[3,4-d]pyrimidin-4-on Derivate, die unter anderem
durch einen Thiazolrest substituiert sein können, als selektive Inhibitoren der cGMP
spezifischen Phosphodiesterase beschrieben. Aus Progr. Med. Chem.
33, 1-52 (1996) ist bekannt, dass Phosphodiesterase-lnhibitoren eine anti-inflammatorische
Wirkung besitzen und auch die Superoxyradikalanion-Produktion unterdrücken.
Beschreibung der Erfindung
[0003] Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß die neuen, nachfolgend näher beschriebenen
Thiazol-Derivate, die sich von den vorveröffentlichten Thiazolen insbesondere durch
die Substituenten am 2-(2,3-Dihydrobenzofuranring) unterscheiden, selektive Inhibitoren
der Phosphodiesterase IV sind.
[0004] Gegenstand der Erfindung sind somit Verbindungen der Formel l (siehe beigefügtes
Formelblatt), worin
- R1
- 1-4C-Alkoxy bedeutet,
- R2 und R3
- gemeinsam und unter Einschluß der beiden Kohlenstoffatome, an die sie gebunden sind;
einen Cyclopentanring darstellen,
- R4
- einen durch R41 substituierten Phenylring bedeutet oder durch R44 substituiertes Pyridin
darstellt, wobei
- R41
- Wasserstoff, Carboxyl, 1-4C-Alkoxycarbonyl, Carbamoyl, Hydroxysulfonyl, Sulfamoyl
oder Hydroxy, und
- R44
- Wasserstoff, Carboxyl, 1-4C-Alkoxycarbonyl, Carbamoyl, Hydroxysulfonyl, Sulfamoyl
oder Hydroxy bedeutet,
- R5
- Wasserstoff bedeutet,
- n
- 0 bedeutet,
sowie die Salze dieser Verbindungen.
[0005] 1 -4C-Alkoxy steht für einen Rest, der neben dem Sauerstoffatom einen geradkettigen
oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen enthält. Als Alkylreste mit
1 bis 4 Kohlenstoffatomen seien hierbei beispielsweise genannt der Butyl-, iso-Butyl-,
sec.-Butyl-, tert-Bulyl-, Propyl-, Isopropyl-, Ethyl- und der Methylrest.
[0006] 1-4C-Alkyl steht für geradkettige oder verzweigte Alkylreste mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen.
Beispielsweise seien genannt der Butyl-, der iso-Butyl-, der sec.-Butyl-, der tert.-Butyl-,
der Propyl-, der iso-Propyl-, der Ethyl- und insbesondere der Methylrest.
[0007] 1-4C-Alkoxycarbonyl steht für eine Carbonylgruppe, an die einer der vorstehend genannten
1-4C-Alkoxyreste gebunden ist. Beispielsweise seien der Methoxycarbonyl- (CH
3O-CO-) und der Ethoxycarbonylrest (CH
3CH
2O-CO-) genannt.
[0008] Die Anknüpfung des Substituenten R4 an den Rest der Verbindungen der Formel I kann
über jede geeignete Ringposition des Phenylrings bzw. des Heterocyclus erfolgen.
[0009] Beispielhaft für R4 seien die Reste Phenyl, 3-Acetoxyphenyl, 3-Acetylphenyl, 2-Carboxyphenyl,
3-Carboxyphenyl, 4-Carboxyphenyl, 2-Hydroxyphenyl, 3-Hydroxyphenyl, 4-Hydroxyphenyl,
2-Ethoxycarbonylphenyl, 3-Ethoxycarbonylphenyl, 4-Ethoxycarbonylphenyl, 2-Carbamoylphenyl,
3-Carbamoylphenyl, 4-Carbamoylphenyl, 2-Sulfamoylphenyl, 3-Sulfamoylphenyl, 4-Sulfamoylphenyl,
3-Methoxycarbonylpyridin-5-yl, 2-Methoxycarbonylpyridin-4-yl, 2-Methoxycarbonylpyridin-5-yl,
6-Carboxypyridin-2-yl, 6-Ethoxycarbonylpyridin-2-yl, 3-Carboxypyridin-5-yl, 4-Carboxypyridin-2-yl,
5-Carboxypyridin-2-yl, 3-Carboxypyridin-2-yl, 2-Carboxypyridin-4-yl, 2-Carboxypyridin-5-yl,
3-Acetylpyrid-2-yl, 5-Hydroxypyridin-2-yl, 2-Pyridyl, 3-Pyridyl, 4-Pyridyl, 2-Acetoxypyridin-4-yl
und 3-Methoxycarbonylpyridin-2-yl genannt.
[0010] Als Salze kommen für Verbindungen der Formel l - je nach Substitution - alle Säureadditionssalze
oder alle Salze mit Basen in Betracht. Besonders erwähnt seien die pharmakologisch
verträglichen Salze der in der Galenik üblicherweise verwendeten anorganischen und
organischen Säuren und Basen. Als solche eignen sich einerseits wasserlösliche und
wasserunlösliche Säureadditionssalze mit Säuren wie beispielsweise Salzsäure, Bromwasserstoffsäure,
Phosphorsäure, Salpetersäure, Schwefelsäure, Essigsäure. Zitronensäure, D-Gluconsäure,
Benzoesäure, 2-(4-Hydroxybenzoyl)-benzoesäure, Buttersäure, Sulfosalicylsäure, Maleinsäure,
Laurinsäure, Äpfelsäure, Fumarsäure, Bernsteinsäure, Oxalsäure, Weinsäure, Embonsäure,
Stearinsäure, Toluolsulfonsäure, Methansulfonsäure oder 3-Hydroxy-2-naphthoesäure,
wobei die Säuren bei der Salzherstellung - je nachdem, ob es sich um eine ein- oder
mehrbasige Säure handelt und je nachdem, welches Salz gewünscht wird - im äquimolaren
oder einem davon abweichenden Mengenverhältnis eingesetzt werden.
[0011] Andererseits kommen auch Salze mit Basen in Betracht. Als Beispiele für Salze mit
Basen seien Alkali- (Lithium-, Natrium-, Kalium-) oder Calcium-, Aluminium-, Magnesium-,
Titan-, Ammonium-, Meglumin- oder Guanidiniumsalze erwähnt, wobei auch hier bei der
Salzherstellung die Basen im äquimolaren oder einem davon abweichenden Mengenverhältnis
eingesetzt werden.
[0012] Pharmakologisch unverträgliche Salze, die beispielsweise bei der Herstellung der
erfindungsgemäßen Verbindungen im industriellen Maßstab als Verfahrensprodukte zunächst
anfallen können, werden durch dem Fachmann bekannte Verfahren in pharmakologisch verträgliche
Salze übergeführt.
[0013] Hervorzuhebende Verbindunaen der Formel l sind solche, worin
- R1
- Methoxy,
- R2 und R3
- gemeinsam und unter Einschluß der beiden Kohlenstoffatome, an die sie gebunden sind,
einen Cyclopentanring darstellen,
- R4
- einen durch R41 substituierten Phenylring bedeutet oder durch R44 substituiertes Pyridin
darstellt, wobei
- R41
- Carboxyl oder Carbamoyl und
- R44
- Wasserstoff, Carboxyl oder 1-4C-Alkoxycarbonyl bedeuten,
- R5
- Wasserstoff bedeutet,
- n
- 0 bedeutet,
sowie die Salze dieser Verbindungen.
[0014] Beispielhafte erfindungsmäßige Verbindungen sind in den folgenden Tabellen aufgeführt:
Tabelle 1
| Verbindungen der Formel l mit R4 = 3-Pyridyl, 4-Pyridyl, 5-Carboxypyrid-3-yl, 5-Carbamoylpyrid-3-yl
oder 5-Methoxycarbonylpyrid-3-yl, R5 = H, n = 0 und den folgenden weiteren Substituentenbedeutungen: |
| R1 |
R2 |
R3 |
| OCH3 |
CH2CH2CH2 |
| OC2H5 |
CH2CH2CH2 |
| OCH2C3H5 |
CH2CH2CH2 |
Tabelle 2
| Verbindungen der Formel l mit R4 = Phenyl, 3-Carboxyphenyl, 4-Carboxyphenyl, 3-Carbamoylphenyl
oder 4-Carbamoylphenyl, R5 = H, n = 0 und den folgenden weiteren Substituentenbedeutungen: |
| R1 |
R2 |
R3 |
| OCH3 |
CH2CH2CH2 |
| OC2H5 |
CH2CH2CH2 |
| OCH2C3H5 |
CH2CH2CH2 |
[0015] Bei den Verbindungen der Formel I handelt es sich - sofern die Substitutionen -R2
und -CH
2R3 nicht identisch sind - um chirale Verbindungen. Die Erfindung umfaßt daher sowohl
die reinen Enantiomeren als auch deren Gemische in jedem Mischungsverhältnis, einschließlich
der Racemate. Die Enantiomeren können in an sich bekannter Weise (beispielsweise durch
Herstellung und Trennung entsprechender diastereoisomerer Verbindungen) separiert
werden.
[0016] Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung der Verbindungen
der Formel 1 und ihrer Salze. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man Verbindungen
der Formel II (siehe beigefügtes Formelblatt), in denen R1, R2 und R3 die oben angegebenen
Bedeutungen haben und Z die Gruppe -C(S)-NH
2 bedeutet mit Verbindungen der Formel III (siehe beigefügtes Formelblatt), in denen
R4, R5 und n die oben angegebenen Bedeutungen haben und Y eine geeignete Abgangsgruppe
darstellt, umsetzt, und daß man gewünschtenfalls anschließend erhaltene Verbindungen
der Formel l in ihre Salze oder daß man gewünschtenfalls anschließend erhaltene Salze
der Verbindungen der Formel I in die freien Verbindungen überführt.
[0017] Welche Abgangsgruppen Y geeignet sind, ist dem Fachmann aufgrund seines Fachwissens
geläufig. Beispielsweise wird von geeigneten Verbindungen der Formel lll ausgegangen,
in denen Y die Bedeutung Halogen insbesondere Brom oder Chlor hat. Im übrigen erfolgt
die Umsetzung auf eine dem Fachmann an sich vertraute Weise (z.B. wie in EP 0 513
387 und EP 0 600 092 beschrieben) in einem geeigneten Lösungsmittel und in Gegenwart
oder Abwesenheit einer Base, vorzugsweise bei Reaktionstemperaturen zwischen Raumtemperatur
und der Siedetemperatur des verwendeten Lösungsmittels und bei Reaktionszeiten zwischen
einer Stunde und zwei Tagen. Geeignete Lösungsmittel sind beispielsweise Alkohole
wie Methanol, Ethanol oder Propanol, cyclische Kohlenwasserstoffe wie Toluol oder
Xylol, Ether wie Diethylether, Tetrahydrofuran oder Dioxan, halogenierte Kohlenwasserstoffe
wie Dichlormethan oder Chloroform, polare Lösungsmittel wie Dimethylformamid, Acetonitril
oder Dimethylsulfoxid oder gewünschtenfalls auch Gemische der genannten Lösungsmittel.
Bevorzugte Basen die Verwendung finden sind Stickstoffbasen wie Triethylamin, Ethyldiisopropylamin,
N-Methylmorpholin oder Pyridin. Die Basen können dabei im äquimolaren Verhältnis (bezogen
auf Verbindungen der Formel III) oder vorzugsweise im Überschuß zugesetzt werden.
[0018] Gewünschtenfalls können erhaltene Verbindungen der Formel l auch durch Anwendung
dem Fachmann bekannter Methoden in andere Verbindungen der Formel l übergeführt werden.
Beispielhaft sei die Herstellung von Carbonsäureamiden der Formel l aus den entsprechenden
Carbonsäuren der Formel l genannt. Dazu können die Carbonsäuren der Formel I mit geeigneten
Aminen in einer Weise, wie sie dem Fachmann zur Synthese von Carbonsäureamiden bekannt
ist, umgesetzt werden. Gewünschtenfalls wird die Carbonsäure der Formel 1 vor der
Aminolyse in ein geeignet aktiviertes Derivat, beispielsweise ein entsprechendes Säurehalogenid
übergeführt. Als geeignete Amine die eingesetzt werden können seien beispielsweise
Ammoniak, Methylamin oder Ethylamin genannt.
[0019] Beispielhaft sei auch die Herstellung von Carbonsäuren der Formel l aus entsprechenden
Estern der Formel 1 erwähnt, beispielsweise durch Verseifung auf eine dem Fachmann
bekannte Weise, beispielsweise so wie in den Beispielen beschrieben.
[0020] Die Isolierung und Reinigung der erfindungsgemäßen Substanzen erfolgt in an sich
bekannter Weise z.B. derart, daß man das Lösungsmittel im Vakuum abdestilliert und
den erhaltenen Rückstand aus einem geeigneten Lösungsmittel umkristallisiert oder
einer der üblichen Reinigungsmethoden, wie beispielsweise der Säulenchromatographie
an geeignetem Trägermaterial, unterwirft.
[0021] Salze erhält man durch Auflösen der freien Verbindung in einem geeigneten Lösungsmittel,
z.B. in einem chlorierten Kohlenwasserstoff, wie Methylenchlorid oder Chloroform,
oder einem niedermolekularen aliphatischen Alkohol (Ethanol, Isopropanol), das die
gewünschte Säure bzw. Base enthält, oder dem die gewünschte Säure bzw. Base anschließend
zugegeben wird. Die Salze werden durch Filtrieren, Umfällen, Ausfällen mit einem Nichtlösungsmittel
für das Anlagerungssalz oder durch Verdampfen des Lösungsmittels gewonnen. Erhaltene
Salze können durch Alkalisierung bzw. durch Ansäuern in die freien Verbindungen umgewandelt
werden, welche wiederum in Salze übergeführt werden können. Auf diese Weise lassen
sich pharmakologisch nicht verträgliche Salze in pharmakologisch verträgliche Salze
umwandeln.
[0022] Die Verbindungen der Formel ll, worin Z die Gruppe -C(S)-NH
2 bedeutet, können auf dem Fachmann bekannte Weise, zum Beispiel durch Addition von
Schwefelwasserstoff an Verbindungen der Formel II, worin Z eine Nitrilgruppe (-CN)
darstellt, hergestellt werden [z.B. wie beschrieben in: W. Christ, D. Rakow, S. Strauss,
J. Heterocycl. Chem. 11, 397 (1974)].
[0023] Die Verbindungen der Formel II, worin Z eine Nitrilgruppe bedeutet, können wie in
der Literatur beschrieben (T. Savaie, T.lshiguro, K. Kawashima, K. Morita; Tetrahedron
Lett. 1973, 2121-2124) aus den entsprechenden Verbindungen der Formel II, in denen
Z die Bedeutung Carbamoyl [-C(0)-NH
2] hat, hergestellt werden.
[0024] Die Verbindungen der Formel II, worin Z die Bedeutung Carbamoyl hat, lassen sich
aus den Verbindungen der Formel II, in denen Z die Bedeutung Carboxyl hat, in einer
dem Fachmann vertrauten Weise, beispielsweise so wie in den nachfolgenden Beispielen
beschrieben, darstellen.
[0025] Verbindungen der Formel II, worin Z Carboxyl bedeutet, sind entweder bekannt aus
der internationalen Patentanmeldung WO96/03399 oder können auf analoge Weise hergestellt
werden.
[0026] Die Verbindungen der Formel III, in denen R4 und R5 die oben angegebenen Bedeutungen
haben, n = 0 ist und Y Halogen, insbesondere Chlor oder Brom bedeutet, sind entweder
bekannt (z.B. aus EP 0 513 387 und EP 0 600 092) oder können auf bekannte Weise erhalten
werden, beispielsweise durch Chlorierung respektive Bromierung entsprechender Verbindungen
der Formel lll, worin Y die Bedeutung Wasserstoff hat.
[0027] Alternativ können Verbindungen der Formel III, in denen R4 und n die oben angegebenen
Bedeutungen haben, R5 Wasserstoff und Y insbesondere Chlor oder Brom bedeutet auch
durch Umsetzung von Verbindungen der Formel llla (siehe beigefügtes Formelblatt),
in denen R4 und n die oben angegebenen Bedeutungen haben und A eine geeignete Abgangsgruppe,
insbesondere Chlor oder Brom bedeutet. mit Diazomethan und anschließender Behandlung
mit HCI beziehungsweise HBr erhalten werden.
[0028] Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung näher, ohne sie einzuschränken. Ebenso
können weitere Verbindungen der Formel I, deren Herstellung nicht explizit beschrieben
ist, in analoger oder in einer dem Fachmann an sich vertrauten Weise unter Anwendung
üblicher Verfahrenstechniken hergestellt werden.
[0029] In den Beispielen steht Schmp. für Schmelzpunkt, h für Stunde(n), RT für Raumtemperatur,
Min. für Minute(n), Tol. für Toluol, EA für Ethylacetat und PE für Petrolether. Die
in den Beispielen genannten Verbindungen und ihre Salze sind bevorzugter Gegenstand
der Erfindung.
Beispiele
Endprodukte
1. 3-[2-(2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl)thiazol-4-yl]-pyridin
[0030] 260 mg (1,0 mmol) 2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl-thiocarbonsäureamid
und 340 mg (1,2 mmol) 2-Brom-1-(pyridin-3-yl)ethanon Hydrobromid werden in 30 ml Ethanol
4 h bei RT gerührt. Man engt im Vakuum ein, suspendiert in H
2O, stellt alkalisch und extrahiert mit Ethylacetat. Die organische Phase wird über
MgSO
4 getrocknet, eingedampft und der feste Rückstand aus 10 ml Ethanol umkristallisiert.
Man erhält 176 mg (48 %) der Titelverbindung vom Schmp. 160-162°C.
2. 4-[2-(2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1-cyclopentan-4-yl)thiazol-4-yl]-pyridin
Hydrobromid
[0031] 500 mg (1,9 mmol) 2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl-thiocarbonsäureamid
und 533 mg (1,9 mmol) 2-Brom-1-(pyridin-4-yl)ethanon Hydrobromid werden in 20 ml Ethanol
4 h bei 40°C gerührt. Man saugt ab, wäscht den Niederschlag mit Ethanol und erhält
630 mg (91 %) der Titelverbindung vom Schmp. 205-207°C.
3. 3-[2-(2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl)thiazol-4-yl]-pyridin-5-carbonsäuremethylester
Hydrobromid
[0032] 1,47 g (5,59 mmol) 2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl-thiocarbonsäureamid
und 1,45 g (5,59 mmol) 5-Bromacetyl-nicotinsäuremethylester werden in 30 ml Ethanol
1,5 h bei 70°C gerührt. Der entstandene Niederschlag wird abgesaugt, in Diisopropylether
umkristallisiert und man erhält 1,38 g (48 %) der Titelverbindung vom Schmp. 211°C.
4. 3-[2-(2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl)thiazol-4-yl]-pyridin-5-carbonsäure
[0033] 1,20 g (2,84 mmol) der Verbindung 3 und 312 mg (13,05 mmol) Lithiumhydroxyd werden
in einem Gemisch aus Methanol und Wasser suspendiert. Nach 3 h Rühren bei 40°C wird
die inzwischen klare Reaktionslösung mit 2 N HCl neutralisiert und eingeengt. Man
verteilt zwischen Ethylacetat und Wasser. Die organische Phase enthält sowohl gelöstes
als auch ungelöstes Produkt. Der Feststoff wird abfiltriert, die Lösung über MgSO
4 getrocknet und eingeengt. Man verrührt das vereinigte Rohprodukt in Ethanol und erhält
1,03 g (89 %) der Titelverbindung vom Schmp. > 270°C.
5. 3-[2-(2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl)thiazol-4-yl]-benzoesäure
[0034] 260 mg (1,0 mmol) 2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl-thiocarbonsäureamid
und 360 mg 3-Bromacetyl-benzoesäure werden unter Zusatz von 0,5 ml Triethylamin in
20 ml Ethanol 2 h bei RT gerührt. Man engt ein, suspendiert in H
2O und säuert mit konz. HCI an. Nach mehrmaliger Extraktion mit Ethylacetat werden
die vereinigten organischen Phasen über MgSO
4 getrocknet und eingeengt. Der Rückstand wird mit 15 ml Ethanol ausgekocht und man
erhält 180 mg (44 %) der Titelverbindung vom Schmp. 256-259°C.
6. 3-[2-(2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl)thiazol-4-yl]-benzamid
[0035] 800 mg (1,96 mmol) der Verbindung
5 werden in 10 ml Thionylchlorid 1 h zum Rückfluß erhitzt. Überschüssiges Thionylchlorid
wird im Vakuum abdestilliert und der Rückstand in 30 ml eisgekühltem konzentriertem
Ammoniak 1 h lang geschüttelt. Man extrahiert mit Dichlormethan und chromatographiert
über Kieselgel (Ethylacetat). Nach zweimaligem Umkristallisieren aus i-Butylmethylketon
erhält man 60 mg (8 %) der Titelverbindung vom Schmp. 246°C.
7. 4-[2-(2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl)-thiazol-4-yl]-benzoesäure
[0036] 2,0 g (7,59 mmol) 2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl-thiocarbonsäureamid
und 1,84 g 4-Bromacetyl-benzoesäure werden unter Zusatz von 768 mg (7,59 mmol) N-Methylmorpholin
in 50 ml Ethanol 40 Min. bei 70°C gerührt. Nach Abkühlen der Reaktionslösung wird
der Niederschlag abgesaugt, mit Ethanol gewaschen und mit Diethylether verrührt. Man
erhält 180 mg (44 %) der Titelverbindung vom Schmp. > 250°C.
8. 4-[2-(2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl)thiazol-4-yl]-benzamid
[0037] 600 mg (1,47 mmol) der Verbindung 7 werden in 3 ml Thionylchlorid 1 h zum Rückfluß
erhitzt. Überschüssiges Thionylchlorid wird im Vakuum abdestilliert und der Rückstand
in 10 ml Aceton aufgenommen. Unter Eiskühlung werden 10 ml konz. Ammoniak zugetropft
und 20 Min. im Eisbad nachgerührt. Der Niederschlag wird abgesaugt und über Kieselgel
chromatographiert (Tol:EA:NEt
3 = 70:29:1). Man erhält 100 mg (17 %) der Titelverbindung vom Schmp. 245°C.
Ausgangsverbindungen
A. 2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-Cyclopentan-4-yl-carbonsäurethioamid
[0038] 960 mg (4,2 mmol) 4-Cyano-2,3-dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan
werden in 10 ml Triethylamin und 10 ml Pyridin gelöst. Man sättigt mit H
2S und rührt 4 Tage bei RT. Das Reaktionsgemisch wird in Ethylacetat aufgenommen und
mit verd. HCI vom Pyridin befreit. Nach Einengen und Kristallisation aus PE:Tol =
1:1 erhält man 860 mg (78 %) der Titelverbindung vom Schmp. 187-190°C.
B. 4-Cyano-2,3-dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan
[0039] 1,4g (6,0 mmol) 2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-carbonsäureamid
werden in 25 ml CHCl
3 gelöst und mit 210 mg (1,0 mmol) Benzyltriethylammoniumchlorid versetzt. Unter Eiskühlung
werden 5 ml 50%ige NaOH zugegeben und 3 h bei 15°C gerührt. Man versetzt mit H
2O, extrahiert mit Ethylacetat und chromatographiert über Kieselgel (Tol.). Die Kristallisation
erfolgt aus 5 ml Petroläther und man erhält 998 mg (77 %) der Titelverbindung vom
Schmp. 74-76°C.
C. 2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-3-spiro-1'-cyclopentan-4-yl-carbonsäureamid
[0040] 3,5 g (14,0 mmol) 2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl-carbonsäure
werden mit 10 ml (ca. 140 mmol) SOCl
2 behandelt. Das überschüssige SOCl
2 wird im Vakuum abdestilliert und der Rückstand in 20 ml Aceton aufgenommen. Man versetzt
unter Eiskühlung mit 10 ml konz. NH
3 und läßt 1 h nachrühren. Das Aceton wird abdestilliert und der Rückstand zwischen
Ethylacetat und 0,5 N NaOH verteilt. Die getrocknete organische Phase wird aus 5 ml
50%igem Methanol kristallisiert und man erhält 115 mg (48 %) der Titelverbindung vom
Schmp. 149-151°C.
D. 2,3-Dihydro-7-methoxy-benzofuran-2-spiro-1'-cyclopentan-4-yl-carbonsäure
[0041] Die Darstellung der Titelverbindung ist in der internationalen Patentanmeldung WO96/03399
beschrieben.
E. 2-Brom-1-(pyridin-3-yl)-ethanon Hydrobromid
[0042] Die Darstellung der Titelverbindung ist literaturbekannt. Lit.: A. Dornow et. al.,
Chem. Ber.
84, 148 (1951).
F. 2-Brom-1-(pyridin-4-yl)-ethanon Hydrobromid
[0043] Die Darstellung der Titelverbindung ist literaturbekannt. Lit.: G. Sarodnick, G.
Kempter; Pharmazie
40, 384-387 (1985).
G. 5-Bromacetyl-nicotinsäuremethylester
[0044] Die Darstellung der Titelverbindung ist literaturbekannt. Lit.: S. McLean; Can. J.
Chem.
54, 1262-1277 (1976).
H. 3-Bromacetyl-benzoesäure
[0045] Die Darstellung der Titelverbindung ist literaturbekannt. Lit.: Schmied, Gröding,
Monatshefte Chem.
84, 491, 496 (1953).
I. 4-Bromacetyl-benzoesäure
[0046] Die Darstellung der Titelverbindung ist literaturbekannt. Lit.: C. Masatoshi et.
al.; J. Med. Chem.
38, 353-358 (1995).
Gewerbliche Anwendbarkeit
[0047] Die erfindungsgemäßen Verbindungen besitzen wertvolle pharmakologische Eigenschaften,
die sie gewerblich verwertbar machen. Als selektive Zyklisch-Nukleotid Phosphodiesterase
(PDE) Inhibitoren (und zwar des Typs IV) eignen sie sich einerseits als Bronchialtherapeutika
(zur Behandlung von A-temwegsobstruktionen aufgrund ihrer dilatierenden aber auch
aufgrund ihrer-atemfrequenz- bzw. atemantriebssteigemden Wirkung) und zur Behebung
von erektiler Dysfunktion aufgrund der gefäßdilatierenden Wirkung, andererseits jedoch
vor allem zur Behandlung von Erkrankungen, insbesondere entzündlicher Natur, z.B.
der Atemwege (Asthma-Prophylaxe), der Haut, des Darms, der Augen und der Gelenke,
die vermittelt werden durch Mediatoren, wie Histamin, PAF (Plättchen- aktivierender
Faktor), Arachidonsäure-Abkömmlinge wie Leukotriene und Prostaglandine, Zytokine,
Interleukine, Chemokine, alpha-, beta- und gamma-lnterfero Tumornekrosisfaktor (TNF)
oder Sauerstoff-Radikale und Proteasen. Hierbei zeichnen sich die erfindungsgemäßen
Verbindungen durch eine geringe Toxizität, eine gute enterale Resorption (hohe Bioverfügbarkeit),
eine große therapeutische Breite und das Fehlen wesentlicher Nebenwirkungen aus.
[0048] Aufgrund ihrer PDE-hemmenden Eigenschaften können die erfindungsgemäßen Verbindungen
in der Human- und Veterinärmedizin als Therapeutika eingesetzt werden, wobei sie beispielsweise
zur Behandlung und Prophylaxe folgender Krankheiten verwendet werden können: Akute
und chronische (insbesondere entzündliche und allergeninduzierte) Atemwegserkrankungen
verschiedener Genese (Bronchitis, allergische Bronchitis, Asthma bronchiale); Dermatosen
(vor allem proliferativer, entzündlicher und allergischer Art) wie beispielsweise
Psoriasis (vulgaris), toxisches und allergisches Kontaktekzem, atopisches Ekzem, seborrhoisches
Ekzem, Lichen simplex, Sonnenbrand, Pruritus im Genitoanalbereich, Alopecia areata,
hypertrophe Narben, diskoider Lupus erythematodes, follikuläre und flächenhafte Pyodermien,
endogene und exogene Akne, Akne rosacea sowie andere proliferative, entzündliche und
allergische Hauterkrankungen; Erkrankungen, die auf einer überhöhten Freisetzung von
TNF und Leukotrienen beruhen, so z.B. Erkrankungen aus dem Formenkreis der Arthritis
(Rheumatoide Arthritis, Rheumatoide Spondylitis, Osteoarthritis und andere arthritische
Zustände), Erkrankungen des Immunsystems (AIDS, Multiple Sklerose), Erscheinungsformen
des Schocks [septischer Schock, Endotoxinschock, gram-negative Sepsis, Toxisches Schock-Syndrom
und das ARDS (adult respiratory distress syndrom)] sowie generalisierte Entzündungen
im Magen-Darm Bereich (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa); Erkrankungen, die auf allergischen
und/oder chronischen, immunologischen Fehlreaktionen im Bereich der oberen Atemwege
(Rachenraum, Nase) und der angrenzenden Regionen (Nasennebenhöhlen, Augen) beruhen,
wie beispielsweise allergische Rhinitis/Sinusitis, chronische Rhinitis/Sinusitis,
allergische Conjunctivitis sowie Nasenpolypen; aber auch Erkrankungen des Herzens,
die durch PDE-Hemmstoffe behandelt werden können, wie beispielsweise Herzinsuffizienz,
oder Erkrankungen, die aufgrund der gewebsrelaxierenden Wirkung der PDE-Hemmstoffe
behandelt werden können, wie beispielsweise erektile Dysfunktion oder Koliken der
Nieren und der Harnleiter im Zusammenhang mit Nierensteinen; oder auch Erkrankungen
des ZNS, wie beispielsweise Depressionen oder arteriosklerotische Demenz.
[0049] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Behandlung von Säugetieren
einschließlich Menschen, die an einer der oben genannten Krankheiten erkrankt sind.
Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man dem erkrankten Säugetier eine therapeutisch
wirksame und pharmakologisch verträgliche Menge einer oder mehrerer der erfindungsgemäßen
Verbindungen verabreicht.
[0050] Weiterer Gegenstand der Erfindung sind die erfindungsgemäßen Verbindungen zur Anwendung
bei der Behandlung und/oder Prophylaxe der genannten Krankheiten.
[0051] Ebenso betrifft die Erfindung die Verwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen zur
Herstellung von Arzneimitteln, die zur Behandlung und/oder Prophylaxe der genannten
Krankheiten eingesetzt werden.
[0052] Weiterhin sind Arzneimittel zur Behandlung und/oder Prophylaxe der genannten Krankheiten,
die eine oder mehrere der erfindungsgemäßen Verbindungen enthalten, Gegenstand der
Erfindung.
[0053] Die Arzneimittel werden nach an sich bekannten, dem Fachmann geläufigen Verfahren
hergestellt. Als Arzneimittel werden die erfindungsgemäßen Verbindungen (= Wirkstoffe)
entweder als solche, oder vorzugsweise in Kombination mit geeigneten pharmazeutischen
Hilfsstoffen z.B. in Form von Tabletten, Dragees, Kapseln, Suppositorien, Pflastern,
Emulsionen, Suspensionen, Gelen oder Lösungen eingesetzt, wobei der Wirkstoffgehalt
vorteilhafterweise zwischen 0,1 und 95 % beträgt.
[0054] Welche Hilfsstoffe für die gewünschten Arzneiformulierungen geeignet sind, ist dem
Fachmann aufgrund seines Fachwissens geläufig. Neben Lösemitteln, Gelbildnern, Salbengrundlagen
und anderen Wirkstoffträgern können beispielsweise Antioxidantien, Dispergiermittel,
Emulgatoren, Konservierungsmittel, Lösungsvermittler oder Permeationspromotoren verwendet
werden.
[0055] Für die Behandlung von Erkrankungen des Respirationstraktes werden die erfindungsgemäßen
Verbindungen bevorzugt auch inhalativ appliziert. Hierzu werden diese entweder direkt
als Pulver (vorzugsweise in mikronisierter Form) oder durch Vernebeln von Lösungen
oder Suspensionen, die sie enthalten, verabreicht. Bezüglich der Zubereitungen und
Darreichungsformen wird beispielsweise auf die Ausführungen im Europäischen Patent
163 965 verwiesen.
[0056] Für die Behandlung von Dermatosen erfolgt die Anwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen
insbesondere in Form solcher Arzneimittel, die für eine topische Applikation geeignet
sind. Für die HerStellung der Arzneimittel werden die erfindungsgemäßen Verbindungen
(= Wirkstoffe) vorzugsweise mit geeigneten pharmazeutischen Hilfsstoffen vermischt
und zu geeigneten Arzneiformulierungen weiterverarbeitet. Als geeignete Arzneiformulierungen
seien beispielsweise Puder, Emulsionen, Suspensionen, Sprays, Öle, Salben, Fettsalben,
Cremes, Pasten, Gele oder Lösungen genannt.
[0057] Die erfindungsgemäßen Arzneimittel werden nach an sich bekannten Verfahren hergestellt.
Die Dosierung der Wirkstoffe erfolgt in der für PDE-Hemmstoffe üblichen Größenordnung.
So enthalten topische Applikationsformen (wie z.B. Salben) für die Behandlung von
Dermatosen die Wirkstoffe in einer Konzentration von beispielsweise 0,1-99 %. Die
Dosis für die inhalative Applikation beträgt üblicherweise zwischen 0,01 und 1 mg
pro Sprühstoß. Die übliche Dosis bei systemischer Therapie p.o. oder i.v. liegt zwischen
0,1 und 200 mg pro Applikation.
Biologische Untersuchungen
[0058] Bei der Untersuchung der PDE IV-Hemmung auf zellulärer Ebene kommt der Aktivierung
von Entzündungszellen besondere Bedeutung zu. Als Beispiel sei die FMLP (N-formyl-methionyl-leucyl-phenylalanin)-induzierte
Superoxid-Produktion von neutrophilen Granulozyten genannt, die als Luminol-verstärkte
Chemolumineszenz gemessen werden kann. [Mc Phail LC, Strum SL, Leone PA und Sozzani
S, The neutrophil respiratory burst mechanism. In "Immunology Series" 57: 47-76, 1992;
ed. Coffey RG (Marcel Decker, Inc., New York-Basel-Hong Kong)].
[0059] Substanzen, welche die Chemolumineszenz sowie die Zytokinsekretion und die Sekretion
entzündungssteigemder Mediatoren an Entzündungszellen, insbesonders neutrophilen und
eosinophilen Granulozyten hemmen, sind solche, welche die PDE IV hemmen. Dieses lsoenzym
der Phosphodiesterase-Famillen ist besonders in Granulozyten vertreten. Dessen Hemmung
führt zur Erhöhung der intrazellulären zyklischen AMP-Konzentration und damit zur
Hemmung der zellulären Aktivierung. Die PDE lV-Hemmung durch die erfindungsgemäßen
Substanzen ist damit ein zentraler Indikator für die Unterdrückung von entzündlichen
Prozessen. (
Giembycz MA, Could isoenzyme-selective phosphodiesterase inhibitors render bronchodilatory therapy
redundant in the treatment of bronchial asthma?. Biochem Pharmacol 43: 2041-2051,
1992;
Torphy TJ et al., Phosphodiesterase inhibitors: new opportunities for treatment of asthma.
Thorax 46: 512-523, 1991;
Schudt C et al., Zardaverine: a cyclic AMP PDE III/IV inhibitor. In "New Drugs for Asthma
Therapy", 379-402, Birkhäuser Verlag Basel 1991;
Schudt C et al., Influence of selective phosphodiesterase inhibitors on human neutrophil functions
and levels of cAMP and Ca
i. Naunyn-Schmiedebergs Arch Pharmacol 344: 682-690, 1991;
Nielson CP et al., Effects of selective phosphodiesterase inhibitors on polymorphonuclear leukocyte
respiratory burst. J Allergy Clin Immunol 86: 801-808, 1990;
Schade et al., The specific type III and IV phosphodiesterase inhibitor zardaverine suppress
formation of tumor necrosis factor by macrophages. European Journal of Pharmacology
230: 9-14, 1993).
1. Hemmung der PDE IV-Aktivität
Methodik
[0060] Der Aktivitätstest wurde nach der Methode von Bauer und Schwabe durchgeführt, die
auf Mikrotiterplatten adaptiert wurde (Naunyn-Schmiedeberg's Arch. Pharmacol. 311,
193-198, 1980). Hierbei erfolgt im ersten Schritt die PDE-Reaktion. In einem zweiten
Schritt wird das entstandene 5'-Nukleotid durch eine 5'-Nukleotidase des Schlangengiftes
von ophiophagus hannah (King Cobra) zum ungeladenen Nukleosid gespalten. Im dritten
Schritt wird das Nukleosid auf lonenaustauschsäulen vom verbliebenen geladenen Substrat
getrennt. Die Säulen werden mit 2 ml 30 mM Ammonium formiat (pH 6,0) direkt in Minivials
eluiert, in die noch 2 ml Szintillatorflüssigkeit zur Zählung gegeben wird.
[0061] Die für die erfindungsgemäßen Verbindungen ermittelten Hemmwerte ergeben sich aus
der folgenden Tabelle 1, in der die Nummern der Verbindungen den Nummern der Beispiele
entsprechen.
Tabelle 1
| Hemmung der PDE lV-Aktivität |
| Verbindung |
-log IC50 |
| 1 |
7.75 |
| 2 |
7.09 |