[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur axialen Stellverschiebung von Walzen,
die in, in den Lagereinbaustücken des Walzgerüstes koaxial hintereinander liegend
angeordneten Axial- und Radiallagern gelagert sind, mit einem druckmittelbeaufschlagbaren
Ringkolben, der auf dem Umfang eines mit dem Gehäuse des Axiallagers verbundenen Trägers
angeordnet ist.
[0002] Die Einstellung und Einhaltung einer bestimmten Axiallage von zusammenarbeitenden
Walzen ist mit Rücksicht auf die, insbesondere beim Walzen von unsymmetrischen Profilen
im Walzenkaliber entstehenden Axialkräfte für die Walzgenauigkeit und den Geradeauslauf
des Walzgutes von Bedeutung. Dies gilt auch für die Horizontalwalzen eines Universalwalzgerüstes,
da durch eine mögliche relative Axialverschiebung zwischen den Horizontalwalzen die
Toleranzen der Flanschdicke von Parallelflanschträgern nachteilig beeinflußt werden
können. Auch wird beim Walzen von Spundwandprofilen in einem Duo-Walzgerüst eine gute
Toleranzhaltigkeit der Flanschdicken gefordert. Ferner ist bei Walzgerüsten mit quer
zur Walzlinie verschiebbaren Kaliberkassetten, die zwei oder mehr wahlweise in Walzstellung
bringbare sog. Wahlkaliber aufweisen, eine Einstellung und Einhaltung der relativen
Axiallage der zusammenarbeitenden Walzen erforderlich.
[0003] Aus der EP 257 383 A2 ist es bekannt, die axiale Stellverschiebung der Walzen mit
Hilfe eines, zweiseitig beaufschlagten Hydraulikaggregates zu bewirken, das aus einer
konzentrisch zur Walze angeordneten Kolbenstange mit Ringkolben besteht. Die Kolbenstange
ist dabei mit dem Lagergehäuse des Axiallagers verbunden.
[0004] Der Nachteil dieser Ausbildungsform besteht einmal in der erheblichen Baulänge der
Einrichtung in Achsrichtung über die Länge des Lagereinbaustücks hinaus und weiter
in dem verhältnismäßig großen konstruktiven Bauaufwand. Hinzu kommt, daß bei einem
Auswechseln der Lager jeweils zunächst das Hydraulikaggregat unter Lösung von dessen
Verbindung mit dem Lagergehäuse ausgebaut bzw. wieder eingebaut werden muß.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Vorrichtungen zur axialen Stellverschiebung
von Walzen so zu verbessern, daß bei einem konstruktiv vereinfachten Aufbau die erwähnten
Nachteile der großen Baulänge und der Aufwand bei Montage und Demontage der Lagerung
vermieden werden.
[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Außenumfang des die Lager umfassenden
Abschnitts des Lagergehäuses als Ringkolben ausgebildet ist.
[0007] Diese erfindungsgemäße Ausbildung bringt neben den bereits geschilderten Verbesserungen
noch den Vorteil mit sich, daß die Verschiebekräfte nicht, wie bei der bekannten Vorrichtung
im wesentlichen außerhalb des Lagereinbaustücks, vor diesem und über Zwischenglieder
und deren Verbindungselemente auf dem Walzenzapfen bzw. dessen Lager, sondern innerhalb
des Lagereinbaustücks im unmittelbaren Bereich des Axiallagers auf dieses aufgebracht
werden.
[0008] Wie die Erfindung weiter vorsieht, kann der ringkolbenförmige Abschnitt des Lagergehäuses
in einer im Lagereinbaustück sitzenden Zylinderbüchse verschiebbar angeordnet und
gegen diese mit Ringdichtungen abgedichtet sein. Die Zylinderbüchse kann dabei zur
Vereinfachung des Ein- und Ausbaus des Lagergehäuses radial geteilt ausgebildet sein.
[0009] Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0010] Wie aus der Zeichnung ersichtlich, sitzen auf dem Walzenzapfen 1 ein Radiallager
2 und, festgelegt durch eine Zwischenbüchse 3 und eine Klemmbüchse 4 das Axiallager
5, bestehend aus den beiden inneren Lagerringen 5a, den Lagerrollen 5b und den beiden
äußeren Lagerringen 5c. Die äußeren Lagerringe 5c werden von dem Lagergehäuse 6 umfaßt,
das hier aus drei, durch eine Schraubverbindung 7 zusammengehaltenen Gehäuseteilen
6a, 6b, 6c besteht. Der das Axiallager 5 umfassende Umfangsabschnitt des Lagergehäuses
6 weist die Form eines Ringkolbens RK auf, der von einer ringzylindrischen Ausnehmung
8a einer Zylinderbüchse 8 umfaßt wird, die in dem mit 9 angedeuteten Lagereinbaustück
sitzt. Die zwischen den radialen Seitenflächen der ringzylindrischen Ausnehmung 8a
und den, diesen gegenüberliegenden Ringflächen des Ringkolbens RK gebildeten Ringspalte
stehen über die gestrichelt angedeuteten Druckmittelzuleitungen 10 mit der nicht dargestellten
Druckmittelsteuerung in Verbindung. Der Ringkolben RK und mit diesem über das Lagergehäuse
6 und das Radiallager 5 der Walzenzapfen 1 können über diese Druckmittelsteuerung
und einem Linearweggeber in gewünschter Weise positioniert werden. Die Zylinderbüchse
8 ist hier geteilt ausgebildet und der Ringkolben RK gegen diese mit Ringdichtungen
abgedichtet.
1. Vorrichtung zur axialen Stellverschiebung von Walzen, die in, in den Lagereinbaustücken
der Walzen des Walzgerüstes koaxial hintereinanderliegend angeordneten Axial- und
Radiallagern gelagert sind, mit einem druckmittelbeaufschlagbaren Ringkolben, der
auf dem Umfang eines mit dem Gehäuse des Axiallagers verbundenen Trägers angeordnet
ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Außenumfang des das Radiallager (5) umfassenden Abschnitts des Lagergehäuses
(6) als Ringkolben (RK) ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der ringkolbenförmige Abschnitt (RK) des Lagergehäuses (6) in einer im Lagereinbaustück
(9) sitzenden Zylinderbüchse (8) verschiebbar angeordnet und gegen diese mit Ringdichtungen
abgedichtet ist.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und/oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zylinderbüchse (8) radial geteilt ausgebildet ist.