[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Toleranzausgleich bei einem Tintendruckkopf,
insbesondere bei einem aus mehreren Modulen nach dem "Non-Interlaced"-Prinzip zusammengesetzten
Tintendruckkopf.
[0002] Derartige Tintendruckköpfe werden sowohl in Bürodruckern als auch in kleinen schnellen
Druckern - wie sie für Frankiermaschinen und Produktbeschriftungsgeräte benötigt werden
- eingesetzt und weisen in der Regel eine größere Anzahl von Düsen auf.
Ein Bauteil, das auf die Zuverlässigkeit eines Druckers besonders großen Einfluß hat,
ist der Tintendruckkopf. Wenn der Tintendruckkopf aus mehreren Bauteilen zusammengesetzt
ist, hat die präzise Anordnung derselben zueinander und miteinander sowie des Tintendruckkopfes
selbst einen maßgebenden Einfluß auf dessen sichere Funktion.
[0003] Es ist bekannt, siehe "Third Annual European Ink Jet Printing Workshop October 16-18,
1995 Maastricht / Niederlande", einen Tintendruckkopf aus drei Modulen nach dem "Non-Interlaced"-Prinzip
zusammenzusetzen, der üblicherweise von einem Mikroprozessor angesteuert wird.
In eine Frontplatte sind gleichlange, miteinander fluchtende, schrägverlaufende, parallele
Schlitze eingebracht, in die die Module mit ihrem Düsenbereich eingesetzt sind, siehe
auch Fig. 1.
Der Aufzeichnungsträger wird an den Düsenreihen so vorbeibewegt, daß das Druckbild
aus drei übereinanderliegenden Streifen zusammengesetzt ist. Bei einem senkrechten
Vollstrich wird demzufolge das obere Drittel von dem ersten Modul, das mittlere Drittel
von dem zweiten Modul und das untere Drittel von dem dritten Modul erzeugt.
Es ist allerdings auch möglich, beispielsweise bei Handfrankiermaschinen, daß der
Aufzeichnungsträger ruht und der Tintendruckkopf bewegt wird, siehe EP 0 750 277 A2.
Obwohl die Schlitze üblicherweise hochgenau in die Frontplatte eingebracht werden
und die Module als Präzisionsteile gefertigt werden, sind Toleranzabweichungen über
einem Zehntelmillimeter - das entspricht bei einem 200 dpi-Druckkopf mit 200 Düsen
ungefähr dem vertikalen Abstand zweier benachbarter Düsen - beim Übergang von einem
Modul zum folgenden, nicht auszuschließen. Die Fehler können dabei Abstands- und Parallelitätsfehler
sowie Abweichungen von der Fluchtlinie innerhalb einer Düsenreihe als auch untereinanderliegender
Düsen sein, vergleiche hierzu das vereinfachte Beispiel gemäß Fig. 1 und Fig. 2.
Fig. 1 zeigt ein fehlerfreies Düsenfeld mit dem zugehörigen Linienabdruck. Drei Module
1, 2, 3 mit je sieben Düsen 111 bis 117, 121 bis 127, 131 bis 137 bilden einen Tintendruckkopf.
Die Düsen einer Düsenreihe eines Moduls sind äquidistant in einer Linie angeordnet.
Düsen gleicher Ordnungszahl, zum Beispiel die Düsen 111, 121, 131 der Module 11, 12,
13 sind gleichfalls äquidistant in einer Reihe angeordnet, die orthogonal zur Transportrichtung
des Aufzeichnungsträ-gers 6 liegt. Die Transportrichtung ist durch den Pfeil angegeben.
Der Aufzeichnungsträger 6 ist in diesem Fall ein Streifen, wie man ihn üblicherweise
für sperriges Postgut verwendet. Der Abstand Δd der Düse mit der höchsten Ordnungszahl,
beispielsweise Düse 117 des Moduls 11, zur Düse mit der niedrigsten Ordnungszahl,
beispielsweise Düse 121, des nächstfolgenden Moduls 12 in der Richtung orthogonal
zur Transportrichtung des Aufzeichnungsträgers 6 ist so eingestellt, daß derselbe
gleich ist dem Abstand benachbarter Düsen einer Düsenreihe in der genannten Richtung.
Δd ist sozusagen der Ideal- beziehungsweise Normabstand.
Für den Druck einer durchgehenden Linie 5 orthogonal zur Transportrichtung des Druckträgers
6 werden gleichzeitig jeweils Düsen der gleichen Ordnungszahl betätigt. Begonnen wird
mit den Düsen der höchsten Ordnungszahl, 117, 127, 137. Wenn der Aufzeichnungsträger
6 eine Strecke zurückgelegt hat, die dem Abstand Δs zu den nächstfolgenden Düsen 116,
126, 136 in Transportrichtung entspricht, werden dieselben betätigt. Nach einem Weg

sind alle einundzwanzig Düsen 111 bis 137 einmal betätigt worden. Bei konstanter
Geschwindigkeit würde Δs einem festen Zeitintervall Δt entsprechen.
Bei Einhaltung der vorstehend beschriebenen Bedingungen ist der zugehörige Abdruck
5 eine aus einundzwanzig Druckpunkten 501 bis 521 zusammengesetzte durchgehende gerade
Linie 5.
Fig. 2 zeigt eine Kombination aller möglichen Fehler eines fehlerbehafteten Düsenfeldes
und den zugehörigen sogenannten Linienabdruck 5. Die Ursachen für diese Fehler können
einerseits in fertigungsbedingten Abweichungen der Länge des einzelnen Moduls - siehe
Modul 12 - sowie in spannungsbedingten Verbiegungen desselben - siehe Modul 11 - und
andererseits in Fertigungstoleranzen der Frontplatte und deren Schlitze liegen - siehe
Modul 13 -. Hinzu kämen noch Fehler durch Einbautoleranzen der Tintendruckkopfbefestigung.
Entsprechende Abweichungen von einer geraden durchgängigen Linie sind dann beim Abdruck
5 festzustellen.
[0004] Es ist bereits eine Verfahren zum Abgleich der Schreibdüsen eines Tintendruckkopfes
in Tintenschreibeinrichtungen bekannt, vergleiche EP 0 257 570 A2. Der Tintendruckkopf
wird mittels eines Antriebs bidirektional vor einem Aufzeichnungsträger bewegt. Aus
seinen individuell ansteuerbaren Schreibdüsen werden entsprechend den einem Zeichengenerator
entnommenen Daten während seiner Bewegung Einzeltröpfchen zu jeweils festgelegten
Druckzeitpunkten ausgestoßen.
Verfahrensgemäß findet zunächst ein Druckervorlauf statt, während dem für jede einzelne
Schreibdüse getrennt für jede Schreibrichtung - Linkslauf, Rechtslauf . ein definiertes
Strichmuster auf den Aufzeichnungsträger gedruckt wird.
[0005] Anschließend findet ein Abtastlauf statt, während dem das Strichmuster durch einen
am Druckkopf angeordneten optischen Sensor abgetastet wird, der auf das Drucktaktraster
aufsychronisiert ist. Die Abtastwerte werden im Raster der Druckspalten der Zeichenmatrix
als "Ist"-Position einer zentralen Steuerung der Tintenschreibeinrichtung übergeben.
In der zentralen Steuerung wird mittels einer Vergleichsschaltung ein Vergleich der
"Ist"-Positionen mit "Soll"-Positionen durchgeführt, die durch die entsprechenden
Ansteuerimpulse bestimmt sind. Die Abweichungen zwischen beiden Positionen geben die
Werte für den sogenannten Tröpfchenversatz im Raster der Druckspalten an.
Für jede Schreibdüse werden die Werte für den Tröpfchenversatz getrennt für beide
Schreibrichtungen in einem zusätzlichen Speicher der zentralen Steuerung gespeichert.
Der Tröpfchenversatz wird getrennt für die Schreibrichtungen als Verzerrungswert an
einen gleichfalls in der zentralen Steuerung enthaltenen Bildpunktspeicher weitergegeben.
Bei jeder Ansteuerung einer Schreibdüse im normalen Druckbetrieb wird der für die
betreffende Schreibdüse ermittelte Wert des Tröpfchenversatzes abhängig von der Schreibrichtung
berücksichtigt. Zu diesem Zweck wird bei der Aufbereitung der Zeichen eine Vorverzerrung
entsprechend der Druckrichtung und des ermittelten Tröpfchenversatzes vorgenommen.
Bei diesem Verfahren werden demzufolge pro Tintenschreibeinrichtung benötigt:
ein optischer Abtastsensor, eine Vergleichsschaltung, zwei zusätzliche Speicher für
die Tröpfchenversatzspeicherung und zwei Bildpunktspeicher.
Das ist ein beträchtlicher Aufwand für einen Druck.
Hinzu kommt, daß mit dieser Lösung bei Tintendruckköpfen, die aus mehreren Modulen
zusammengesetzt sind, Toleranzen von Modul zu Modul nicht ausgeglichen werden können.
Das liegt daran, daß nur ein Ausgleich zeitlich vor- oder nacheilend auf der relativen
Bewegungslinie der Schreibdüse möglich ist.
[0006] Ferner ist eine Frankiermaschine mit einem Tintendruckkopf bekannt, siehe EP 0 702
334 A1 und EP 0 702 335 A1, der über eine Vielzahl von Düsen verfügt. Die Düsen sind
in mindestens zwei Reihen angeordnet, die quer zur Vorschubrichtung des Druckträgers
verlaufen. Diese beiden Reihen sind längs und quer zur Vorschubrichtung noch zueinander
versetzt, so daß einige erste Düsen am Ende einer Düsenreihe einigen zweiten Düsen
am Ende der anderen Düsenreihe gegenüberliegen.
Die Düsen im Überlappungsbereich werden alternativ betätigt. Eine Düsenabstandskorrektur
ist hierbei nicht möglich.
[0007] Schließlich ist noch eine computergesteuerte Tintenstrahldruckvorrichtung bekann,
siehe DE 32 36 297 C2, die aus mehreren Tintendruckköpfen besteht.
Die Tintendruckköpfe sind in Druckträgertransportrichtung hintereinander und quer
zu derselben übereinander angeordnet. Auf diese Weise wird das Druckbild nach dem
"Non-Interlaced"-Prinzip erzeugt, siehe auch vorhergehende Ausführungen. In einer
jedem einzelnen Tintendruckkopf zugeordneten externen Speichereinrichtung sind die
Bildsignale geladen. Bei Anlegung derselben an die Tintendruckköpfe wird ein Tröpfchenausstoß
und somit ein Druckvorgang ausgelöst. Für die Anlegung der Bildsignale wird ein Zeitablauf
und eine Steuerung angewendet. Durch die Steuerung werden die Bildsignale in einem
zeitlich aufeinander abgestimmten Verhältnis an die seitlich versetzten Tintendruckköpfe
angelegt, um die verschiedenen Zeilen in der gewünschten gegenseitigen Ausrichtung
zu drucken. Anschließend wird durch die Steuerung ein neuer Satz von Bildsignalen
zum Drucken des nächsten Bildes eingespeichert.
Die Tintenstrahldruckvorrichtung ist mit einem programmierbaren Mikroprozessor versehen,
durch den die Bildsignale in Pufferspeichern assembliert werden, die einzeln den Tintendruckköpfen
zugeordnet sind. Die Einspeicherung der Bildsignale in die Puffer und die anschließende
Anlegung an die Tintendruckköpfe wird mittels einer zentralen Zeitgabe- und Steuervorrichtung
mit einer Grob- und Feinverzögerungsvorrichtung ausgeführt. Dieses beinhaltet die
Erfassung der Druckträger, wie deren Vorderkante, an einem bestimmten Ort des Transportweges
und eine nachfolgende Zeitsteuerung des Beginns des Druckvorganges. Der Abstand der
Tintendruckköpfe von diesem Ort ist genau bekannt, so daß während des Zeitintervalls
zwischen Druckträgererfassung und dem Beginn des Druckvorganges durch einen Tintendruckkopf
ein demselben zugeordneter Puffer mit Bildsignalen geladen werden kann. Mittels der
Steuerung kann das Zeitintervall variiert werden. Auf diese Weise kann die von jedem
Tintendruckkopf erzeugte Bildzeile auf dem Drucktäger nach links oder rechts verschoben
werden, um den gewünschten Lageort der Zeile einzustellen. Damit ist zumindest die
erste Druckspalte ausrichtbar.
Hiermit ist zwar analog wie bei der Lösung gemäß EP 0 257 570 ein Toleranzausgleich
einbaubedingter Toleranzen der Tintendruckköpfe möglich, aber innerhalb eines Tintendruckkopfes
von Düse zu Düse auch nicht. Distanzfehler zwischen den Zeilen sind hiermit gleichfalls
nicht korrigierbar.
[0008] Zweck der Erfindung ist eine Senkung des Aufwandes für die Verbesserung der Druckqualität.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Toleranzausgleich für
Druckköpfe der eingangs genannten Art zu schaffen, mit dem trotz gesenktem Aufwand
sowohl Abweichungen innerhalb eines Moduls als auch von Modul zu Modul sowie Einbautoleranzen
des Tintendruckkopfes kompensiert werden können.
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gemäß dem Hauptanspruch gelöst. Weitere vorteilhafte
Merkmale der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung geht von der Überlegung aus, den teuren apparativen und personellen
Aufwand zum Toleranzausgleich, der bisher nach Einbau eines Tintendruckkopfes in einen
Drucker erforderlich ist, dadurch zu reduzieren, indem dieser Ausgleich bereits vorher
extern zentral vorgenommen wird und dem Tintendruckkopf implementiert wird.
Indem in beziehungsweise an jedem Tintendruckkopf seine individuellen Druckdaten für
einen elektronischen Abgleich und die Einbaudaten für einen mechanischen Abgleich
gespeichert sind, ist der Tintendruckkopf bereits vor Einbau in den Drucker vorabgeglichen.
Durch die Kombination von elektronischem mit mechanischem Abgleich wird erstmals für
Tintendruckköpfe, die aus einzelnen Modulen nach dem "Non-Interlaced"-Prinzip zusammengesetzt
sind, ein Toleranzausgleich zwischen den Modulen ermöglicht.
Die Hilfsmittel, wie Scanner und zentrale Speichereinrichtungen, für den Abgleich
sind nicht mehr integrierter Bestandteil jedes einzelnen Druckers, sondern werden
nur noch in der Druckkopffertigung oder entsprechenden Servicebetrieben benötigt.
Das ist eine wesentliche Einsparung. Der Aufwand eines nichtflüchtigen Speichers und
einer ohnehin benötigten Verstelleinrichtung ist gering.
[0011] Nach Einbau des Tintendruckkopfes in den Drucker sind bedarfsweise noch geringfügige
Einbautoleranzen mittels der Verstelleinrichtung abgleichbar.
[0012] Die Erfindung wird nachstehend am Ausführungsbeispiel näher erläutert.
[0013] Es zeigen:
- Fig. 1
- Ein fehlerfreies Düsenfeld mit dem zugehörigen Linienabdruck,
- Fig. 2
- ein fehlerbehaftetes Düsenfeld mit dem zugehörigen Linienabdruck,
- Fig. 3
- ein Prinzipbild einer Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 4
- ein Impulsdiagramm zur Anordnung gemäß Fig. 4,
- Fig. 5
- ein Düsenfeld gemäß Fig. 2 mit dem korrigierten Linienabdruck.
[0014] Zur Vereinfachung und zum leichteren Verständnis ist die Darstellung schematisiert
ausgeführt.
[0015] Gemäß Fig.3 besteht eine Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
aus einem Tintendruckkopf 1, einem Speicher 2, einer Achse 3, einer Verstelleinrichtung
4, einem Drucksteuerrechner 7 und einem Scanner 8.
Der Tintendruckkopf 1 ist aus drei Modulen 11, 12, 13 zusammengesetzt. Die Module
11, 12, 13 sind nach dem "Non-Interlaced"-Prinzip übereinander fluchtend angeordnet.
Der Tintendruckkopf 1 ist auf der Achse 3 innerhalb eines Justierbereiches drehbar
gelagert. Das Lager für die Achse 3 kann unmittelbar am Gehäuse des Tintendruckkopfes
1 angeformt sein oder mittelbar in einer Traverse zur Aufnahme des Tintendruckkopfes
1 enthalten sein. Die Verstelleinrichtung 4 besteht aus einer Gewindebuchse 41, einer
Justierschraube 42 und einer Feder 43. Sie dient zur Verdrehung des Tintendruckkopfes
1 innerhalb des Justierbereiches. Der Tintendruckkopf 1 liegt unter der Wirkung der
Feder 43 kraftschlüssig an der Justierschraube 42 an. Die Verstelleinrichtung 4 kann
zweckmäßigerweise gleichfalls auf der genannten Traverse befestigt sein.
Der Speicher 2 ist integraler Bestandteil des Tintendruckkopfes 1 und als nichtflüchtiger
Schreib-Lese-Speicher mittels eines EEPROM realisiert. Der Speicher 2 ist mit dem
Drucksteuerrechner 7 - Mikroprozessor - über eine gehende Datenleitung 75 und eine
kommende Datenleitung 76 verbunden.
Der erste Modul 11 ist mit dem Drucksteuerrechner 7 über eine Taktleitung 71 und eine
kommende Datenleitung 74 verbunden.
Der zweite Modul 12 ist mit dem Drucksteuerrechner 7 über eine Taktleitung 72 verbunden.
Der dritte Modul ist mit dem Drucksteuerrechner 7 über eine Taktleitung 73 verbunden.
Im dargestellten Fall werden die Druckdaten D seriell in die Module 11, 12, 13 eingegeben.
Deshalb ist die Datenleitung 74 vom Drucksteuerrechner 7 über den Modul 11 zum Modul
12 bis zum Modul 13 durchgeschleift. Eine Alternative ist die Eingabe der Druckdaten
D über einen Parallelbus an jeden Modul 11, 12, 13 direkt.
Die Module 11, 12, 13 sind in nicht dargestellter üblicher Weise mit einem handelsüblichen
Treiberschaltkreis mit einem Shiftregister und Latches vor Verknüpfungsgliedern versehen.
Mittels der Verknüpfungsglieder, die mit den zugeordneten Taktleitungen verbunden
sind, erfolgt die zeit- und bildinformationsgerechte Auslösung der Aktorschaltungen
für die Düsen.
Der Drucksteuerrechner 7 ist für die Erzeugung der individuellen Druckdaten beziehungsweise
Korrekturdaten I über eine Signalleitung 81 mit einem Scanner 8 verbunden.
Weiterhin ist der Drucksteuerrechner 7 in nicht dargestellter Weise mit einem Encoder
verbunden, mit dem die Bewegung des Aufzeichnungsträgers 6 erfaßt und in Encodersignale
E für den Drucksteuerrechner 7 umgewandelt wird, siehe auch Fig. 4.
Erfindungsgemäß werden bereits vor dem endgültigen Einbau des Tintendruckkopfes 1
in eine Druckeinrichtung extern nach Auswertung von Probeabdrucken zunächst vorhandene
Lücken an den Übergängen von Modul 11, 12 zu Modul 12, 13 mechanisch durch Drehung
des Tintendruckkopfes 1 ausgeglichen und gespeichert. Anschließend werden mit Hilfe
des Drucksteuerrechners 7 elektronisch individuelle Druckdaten I als Korrekturdaten
für den Tintendruckkopf 1 erzeugt und druckkopfintern nichtflüchtig gespeichert.
[0016] Im einzelnen wird wie nachfolgend beschrieben verfahren.
Zunächst wird ein erster Probeabdruck mit Druckdaten D erzeugt, die einer virtuellen
geraden Druckpunktlinie 5 entsprechen, die orthogonal zur Transportrichtung des Aufzeichnungsträgers
6 verläuft. Bei fehlerhaftem Tintendruckkopf 1 weicht die Druckpunktlinie 5 entsprechend
von einer geraden durchgehenden Linie ab, vergleiche Fig. 1 und 2.
Der Probeabdruck wird visuell auf Lücken in der Druckpunktlinie 5 in den Übergangsbereichen
der von den einzelnen Modulen 11, 12, 13 erzeugten Druckpunkte 501 bis 507, 508 bis
514, 515 bis 521 kontrolliert.
Bei Vorliegen von Lücken zwischen zutreffenden Druckpunkten, wie der über die Norm
Δd hinausgehende Höhenversatz v zwischen Druckpunkt 514 und 515, wird der Tintendruckkopf
1 mittels der Verstellenrichtung 4, insbesonders der Justierschraube 42 um die Achse
3 so lange gedreht, bis die Lücke zwischen den beiden Druckpunkten 514, 515 geschlossen
ist.
Das Ergebnis wird mittels eines zweiten Probeabdruckes kontolliert und erforderlichenfalls
eine nochmalige Korrektur vorgenommen.
Der Verdrehwinkel, siehe und vergleiche in Fig. 5 gestrichelte und durchgehende Kanten
des Aufzeichnungsträgers 6, wird gleichzeitig durch die Einstellung der Justierschraube
42 mechanisch gespeichert.
Nach Abschluß des mechanischen Abgleichs wird mittels des Scanners 8 die Druckpunktlinie
5 abgetastet. Das Abtastergebnis wird in Form der Abtastsignale As über die Signalleitung
81 an den Drucksteuerrechner 7 gegeben, in dem die Abtastsignale As mit den Druckdaten
D und Taktsignalen T1, T2, T3 verglichen werden, mit denen die Druckpunktlinie 5 erzeugt
worden ist, siehe Fig. 4 gestrichelte Impulsfolgen.
Das Vergleichsergebnis wird in Form von individuellen Druckdaten I in den Speicher
2 eingegeben, der in den Tintendruckkopf 1 integriert ist. Die individuellen Druckdaten
I werden bei Druckbetrieb im Drucksteuerrechner 7 zur Erzeugung korrigierter Taktsignale
T1, T2, T3 zur Ansteuerung des Tintendruckkopfes 1 verwendet, die mit den Encodersignalen
E synchronisiert sind, siehe Vollstrichimpulsfolgen in Fig.4.
Die korrigierten Taktsignale T1, T2, T3 werden in diesem Fall seriell modulbezogen
über die zugeordneten Taktleitungen 71, 72, 73 in den Tintendruckkopf 1 eingegeben.
Die Druckdaten D werden über die Datenleitung 74 insgesamt seriell in die Module 11,
12, 13 eingegeben.
[0017] Die korrigierten Taktsignale T1, T2, T3 können auch einzeln düsenbezogen an den Tintendruckkopf
1 gegeben werden; das würde für die Taktleitungen einen Parallelbus erfordern.
Werden bei dem Probeabdruck nach dem mechanischen Abgleich Überlappungen von Druckpunkten
507, 508 in der Druckpunktlinie infolge der Verdrehung festgestellt, so enthalten
die zutreffenden individuellen Druckdaten I eine Information zum Ausschluß einer Düse
121 vom Druckbetrieb, siehe Fig. 4.
[0018] In Fig. 5 ist ein nach der vorstehend beschriebenen Verfahrensweise korrigierter
Linienabdruck zu dem fehlerhaften Düsenfeld gemäß Fig. 2 dargestellt. In diesem Fall
ist die Düse 121 für den Druckbetrieb elektronisch gesperrt.
Verwendete Bezugszeichen
[0019]
- 1
- Tintendruckkopf
- 11
- erster Modul
- 111 bis 117
- Düsen des ersten Moduls
- 12
- zweiter Modul
- 121 bis 127
- Düsen des zweiten Moduls
- 13
- dritter Modul
- 131 bis 137
- Düsen des dritten Moduls
- 2
- Speicher, EEPROM, nichtflüchtig
- 3
- Achse
- 4
- Verstelleinrichtung
- 41
- Gewindebuchse
- 42
- Justierschraube
- 43
- Feder
- 5
- Abdruck, virtuelle Druckpunktlinie orthogonal zur Transportrichtung des Aufzeichnungsträgers
6
- 501 bis 507
- Dots beziehungsweise Druckpunkte vom ersten Modul 11 erzeugt,
- 508 bis 514
- Dots beziehungsweise Druckpunkte vom zweiten Modul 12 erzeugt,
- 515 bis 521
- Dots beziehungsweise Druckpunkte vom dritten Modul 13 erzeugt,
- 6
- Aufzeichnungsträger, Druckstreifen
- 7
- Drucksteuerrechner, Mikroprozessor
- 71
- Taktleitung zum ersten Modul 11
- 72
- Taktleitung zum zweiten Modul
- 73
- Taktleitung zum dritten Modul
- 74
- Datenleitung zu den Modulen 11, 12, 13
- 75
- Datenleitung vom druckkopfinternen Speicher 2 zum Mikroprozessor 7
- 76
- Datenleitung zum druckkopfinternen Speicher 2
- 8
- Scanner
- 81
- Signalleitung
- As
- Abtastsignale vom Scanner zum Mikroprozessor 7
- D
- Druckdaten zu den Modulen 11, 12, 13
- Δd
- Normdüsenversatz orthogonal zur Transportrichtung
- E
- Encodersignal/e
- I
- individuelle Druckdaten, Korrekturdaten
- Δs
- Normdüsenversatz in Transportrichtung
- s
- Düsenreihenlänge in Transportrichtung
- T1
- Taktsignal/e, Takt für Modul 11
- T2
- Taktsignal/e, Takt für Modul 12
- T3
- Taktsignal/e, Takt für Modul 13
- v
- Modulversatz in Transportrichtung
1. Verfahren zum Toleranzausgleich bei einem Tintendruckkopf, insbesondere bei einem
aus mehreren Modulen nach dem "Non-Interlaced"-Prinzip zusammengesetzten Tintendruckkopf,
der von einem Drucksteuerrechner gesteuert wird und wobei die Module schräg untereinander
äquidistant angeordnet sind und deren erste wirksame Düsen in Bezug auf die relative
Druckträgertransportrichtung auf einer zu dieser orthogonalen Linie liegen sollen,
dadurch gekennzeichnet,
daß bereits vor dem endgültigen Einbau des Tintendruckkopfes (1) in eine Druckeinrichtung
extern nach Auswertung von Probeabdrucken zunächst vorhandene Lücken an den Übergängen
von Modul (11, 12) zu Modul (12, 13) mechanisch durch Drehung des Tintendruckkopfes
(1) ausgeglichen und als Korrekturwert gespeichert werden und
daß dann mit Hilfe des Drucksteuerrechners (7) elektronisch individuelle Druckdaten
(I) als Korrekturdaten für den Tintendruckkopf (1) erzeugt und druckkopfintern nichtflüchtig
gespeichert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein erster Probeabdruck mit Druckdaten (D) erzeugt wird, die einer virtuellen
geraden Druckpunktlinie (5) entsprechen, die orthogonal zur Transportrichtung des
Aufzeichnungsträgers (6) verläuft,
daß der Probeabdruck visuell auf Lücken in der Druckpunktlinie (5) in den Übergangsbereichen
der von den einzelnen Modulen (11, 12, 13) erzeugten Druckpunkte (501 bis 507, 508
bis 514, 515 bis 521) kontrolliert wird und
daß der Tintendruckkopf (1) bei Vorliegen von Lücken zwischen zutreffenden Druckpunkten
(514, 515) mittels einer Verstelleinrichtung (4) um eine Achse (3) so gedreht wird,
daß die Lücke zwischen den betreffenden Druckpunkten (514, 515) geschlossen ist,
daß mittels eines zweiten Probeabdrucks das Ergebnis kontrolliert und erforderlichenfalls
eine nochmalige Korrektur erfolgt, wobei die Verdrehung in der Verstelleinrichtung
(4) mechanisch durch die Einstellung einer in derselben vorhandenen Justierschraube
(42) gespeichert wird,
daß die Druckpunktlinie (5) nach Abschluß des mechanischen Abgleichs mittels eines
Scanners (8) abgetastet wird und die Abtastsignale (As) dem Drucksteuerrechner (7)
zugeführt und in diesem mit den auslösenden Druckdaten (D) verglichen werden,
daß das Vergleichsergebnis in Form von individuellen Druckdaten (I) in einen in den
Tintendruckkopf (1) integrierten Speicher (2) eingespeichert wird, wobei der Speicher
(2) als nichtflüchtiger Schreib-Lese-Speicher mittels eines EEPROM ausgeführt ist,
daß die individuellen Druckdaten (I) bei Druckbetrieb im Drucksteuerrechner (7) zur
Erzeugung korrigierter Taktsignale (T1, T2, T3) zur Ansteuerung des Tintendruckkopfes
(1) verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die korrigierten Taktsignale (T1, T2, T3) seriell modulbezogen an den Tintendruckkopf
(1) gegeben werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die korrigierten Taktsignale (T1, T2, T3) als Parallelbus düsenbezogen an den
Tintendruckkopf (1) gegeben werden.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die individuellen Druckdaten (I) bei Überlappungen von Druckpunkten (507, 508)
infolge der Drehung des Tintendruckkopfes (1) die Information zum Ausschluß einer
Düse (121) vom Druckbetrieb enthalten.