[0001] Die Erfindung betrifft eine wässrige, phosphathaltige Lösung zur Erzeugung von Phosphatschichten
auf metallischen Oberflächen aus Eisen, Stahl, Zink, Zinklegierungen, Aluminium oder
Aluminiumlegierungen. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Phosphatierung
unter Verwendung einer wäßrigen Phosphatierungslösung.
[0002] Aus der DE-PS750957 ist ein Verfahren zur Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit
von Metallen, insbesondere von Eisen und Stahl, durch Behandlung in einer Lösung,
die Phosphatüberzüge bildet, bekannt, bei dem die Lösung ein Beschleunigungsmittel
enthält und bei dem als Beschleunigungsmittel Nitromethan, Nitrobenzol, Picrinsäure,
ein Nitranilin, ein Nitrophenol, eine Nitrobenzoesäure, ein Nitroresorcinol, Nitroharnstoff,
ein Nitrourethan oder Nitroguanidin verwendet wird. Die optimale Konzentration für
die einzelnen Beschleuniger ist unterschiedlich, sie liegt aber in den Phosphatierungslösungen
im allgemeinen zwischen 0,01 und 0,4 Gew.%. Für den Beschleuniger Nitroguanidin soll
die optimale Konzentration 0,2 Gew.% betragen. Die DE-PS750957 macht allerdings keine
Angaben zum Zinkgehalt, zum S-Wert und zum Zn - P
2O
5 - Verhältnis der Phosphatierungslösung.
[0003] Die DE-PS 977633 geht davon aus, daß ein Phosphatierungsbad nicht allein mit organischen
Beschleunigern betrieben werden kann, da sich das Eisen während des Phosphatierungsvorgangs
im Bad immer stärker anreichert, wodurch das Bad schnell unbrauchbar wird und die
Phosphatschicht mit zunehmender Betriebsdauer immer grobkörniger und damit qualitativ
schlechter wird. Daher schlägt diese Druckschrift ein Verfahren zur Herstellung von
Phosphatüberzügen auf eisenhaltigen Metallgegenständen in verdünnten, phosphorsauren
Lösungen der primären Phosphate des Zinks, Mangans, Cadmiums, Calciums und Magnesiums
vor, bei welchem dem Phospahtierungsbad von Zeit zu Zeit oder kontinuierlich ein oder
mehrere organische Beschleunigungsmittel, wie zum Beispiel Nitroguanidin, sowie Wasserstoffperoxid
derartig zugesetzt werden, daß die Konzentration des organischen Beschleunigers im
Bad dauernd über 0,1 % gehalten und gleichzeitig ein geringer Überschuß von Wasserstoffperoxid
im Bad über die zur Oxidation der Fe
2+ -Ionen erforderliche Menge aufrechterhalten wird. Die DE-PS 977633 regt den Fachmann
also dazu an, Nitroguanidin nicht allein als Beschleuniger, sondern immer in Kombination
mit Wasserstoffperoxid zu verwenden.
[0004] Aus der DE-OS 38 00 835 ist ein Verfahren zur Phosphatierung von Metalloberflächen,
insbesondere von Oberflächen aus Eisen, Stahl, Zink und deren Legierungen sowie Aluminium
als Vorbehandlung für die Kaltumformung bekannt, bei dem man die Oberfläche ohne Aktivierung
im Temperaturbereich von 30 bis 70°C mit einer wäßrigen Lösung in Kontakt bringt,
die 10 bis 40 g Ca
2+/l, 20 bis 40 g Zn
2+/l, 10 bis 100 g PO
43-/l sowie als Beschleuniger 10 bis 100 g NO
3-/l und/oder 0,1 bis 2,0 g organische Nitroverbindungen pro Liter enthält, wobei die
Lösung einen pH-Wert im Bereich von 2,0 bis 3,8 und ein Verhältnis von freier Säure
zu Gesamtsäure von 1:4 bis 1 : 100 aufweist. Als Beschleuniger kann ein m-Nitrobenzolsulfonat
und/oder Nitroguanidin verwendet werden. Die nach dem bekannten Verfahren erzeugten
Phosphatschichten haben Schichtgewichte von 3 bis 9 g/m
2.
[0005] Obwohl es an sich bekannt ist, daß Nitroguanidin bei der Phosphatierung metallischer
Oberflächen als Beschleuniger verwendet werden kann, stößt der praktische Einsatz
dieses Beschleunigers auf Schwierigkeiten, denn die erzielten Resultate der Phosphatierung
sind sehr häufig unbefriedigend. Dies ist offensichtlich darauf zurückzuführen, daß
die Wirkung des Beschleunigers Nitroguanidin sehr stark von den anorganischen Bestandteilen
der Phosphatierungslösung und der Konzentration der anorganischen Bestandteile in
der Phosphatierungslösung abhängig ist, so daß die unter Verwendung von Nitroguanidin
erzeugten Phosphatschichten nur dann gute Gebrauchseigenschaften haben, wenn es gelingt,
eine Phosphatierungslösung bereitzustellen, in der die einzelnen Bestandteile so aufeinander
abgestimmt sind, daß bei Verwendung des Nitroguanidins als Beschleuniger auch im Dauerbetrieb
Phosphatschichten von guter, gleichbleibender Qualität erzeugt werden können. Es kommt
hinzu, daß die Wechselwirkungen zwischen dem Nitroguanidin und den übrigen Bestandteilen
der Phosphatierungslösung nicht durch theoretische Überlegungen oder einfache Versuche
vorhergesagt bzw. ermittelt werden können, sondern nur durch umfangreiche Versuchstätigkeit
an unterschiedlichen Phosphatierungssystemen zu bestimmen sind. Die häufig unbefriedigenden
Resultate sind auch auf die schlechte Wasserlöslichkeit bzw. die ungleichmäßige Verteilung
des Nitroguanidins zurückzuführen.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine wässrige Lösung zur Phosphatierung
metallischer Oberflächen zu schaffen, die als Beschleuniger Nitroguanidin enthält
und deren übrige Bestandteile so aufeinander abgestimmt sind, daß die bei der Phosphatierung
gebildeten Phosphatschichten feinkristallin sind, ein niedriges Schichtgewicht aufweisen,
eine gute Lackhaftung ermöglichen und einen guten Korrosionsschutz gewährleisten.
Ferner liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Phosphatierung
zu schaffen, das die erfindungsgemäße Phosphatierungslösung verwendet, wobei das Verfahren
bei möglichst niedrigen Temperaturen arbeiten soll, für die Phosphatierung unterschiedlicher
metallischer Oberflächen eingesetzt werden kann und unter Verwendung einfacher technischer
Mittel sowie betriebssicher arbeiten muß.
[0007] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch die Schaffung einer wäßrigen,
phosphathaltigen Lösung zur Erzeugung von Phosphatschichten auf metallischen Oberflächen
aus Eisen, Stahl, Zink, Zinklegierungen, Aluminium oder Aluminiumlegierung gelöst,
die 0,3 bis 5 g Zn
2+/l, und 0,1 bis 3 g Nitroguanidin/l enthält, wobei der S-Wert 0,03 bis 0,3 und das
Gewichtsverhältnis Zn : P
2O
5 = 1 : 5 bis 1 : 30 beträgt, und die feinkristalline Phosphatschichten erzeugt, in
denen die Kristallite eine maximale Kantenlänge < 15 µm haben. In überraschender Weise
hat sich gezeigt, daß mit der erfindungsgemäßen Phosphatierungslösung sehr feinkristalline
Phosphatschichten erzeugt werden können, die eine ausgezeichnete Lackhaftung und einen
guten Korrosionsschutz bewirken. Die Kristallite besitzen eine plättchenartige, quaderartige
oder würfelartige Form und haben immer eine maximale Kantenlänge < 15 µm, die in der
Regel sogar < 10 µm ist. Ferner eignet sich die erfindungsgemäße Phosphatierungslösung
sehr gut zur Phosphatierung von Hohlräumen. Die auf den metallischen Gegenständen
aus der erfindungsgemäßen Phosphatierungslösung abgeschiedenen Phosphatschichten haben
ein Schichtgewicht von 1,5 bis 4,5 g/m
2, vorzugsweise von 1,5 bis 3 g/m
2, wodurch die Lackhaftung in vorteilhafter Weise begünstigt ist. Bei einem Zinkgehalt
> 5 g/l verschlechtern sich die Korrosionsschutzeigenschaften und die Lackhaftung
signifikant.
[0008] Das Zn : P
2O
5-Verhältnis bezieht sich auf das Gesamt-P
2O
5. Die Bestimmung des Gesamt-P
2O
5 basiert auf der Titration der Phosphorsäure und/oder der primären Phosphate vom Äquivalenzpunkt
des primären Phosphats bis zum Äquivalenzpunkt des sekundären Phosphats. Der S-Wert
gibt das Verhältnis von freier Säure, berechnet als freies P
2O
5, zum Gesamt-P
2O
5 an. Die Definitionen und Bestimmungsmethoden für das Gesamt-P
2O
5 und das freie P
2O
5 sind in der Veröffentlichung von W. Rausch "Die Phosphatierung von Metallen", 1988,
Seiten 299 bis 304, ausführlich erläutert.
[0009] Nach der Erfindung ist es besonders vorteilhaft, wenn die wässrige, phosphathaltige
Lösung 0,3 bis 3 g Zn
2+/l und 0,1 bis 3 g Nitroguanidin/l enthält, wobei der S-Wert 0,03 bis 0,3 und das
Gewichtsverhältnis Zn : P
2O
5 = 1 : 5 bis 1 : 30 beträgt. Mit dieser erfindungsgemäßen Lösung, die sich wegen ihres
Zink-Gehalts von 0,3 bis 3 g/l zur Durchführung der Niedrigzink-Phosphatierung eignet,
wurden insgesamt besonders gute Arbeitsergebnisse erzielt.
[0010] Nach der Erfindung ist vorgesehen, daß die wässrige Lösung 0,5 bis 20 g NO
3-/l enthält. Der erfindungsgemäße Nitratgehalt begünstigt in vorteilhafter Weise die
Einhaltung des optimalen Schichtgewichts von 1,5 bis 4,5 g/m
2. Das Nitrat wird der Phosphatierungslösung in Form von Alkalinitraten und/oder durch
die im System vorhandenen Kationen, z. B. als Zinknitrat, und/oder als HNO
3 zugegeben. Da auch die nitratfreie wässrige Lösung gute Phosphatierungsergebnisse
liefert, ist die an sich bekannte Beschleunigungswirkung des Nitrats im vorliegenden
Fall mit großer Wahrscheinlichkeit von untergeordneter Bedeutung.
[0011] Nach der Erfindung ist ferner vorgesehen, daß die Phosphatierungslösung 0,01 bis
3 g Mn
2+/l und/oder 0,01 bis 3 g Ni
2+/l und/oder 1 bis 100 mg Cu
2+/l und/oder 10 bis 300 mg Co
2+/l enthält. Diese Metallionen werden in die Phosphatschicht eingebaut und verbessern
Lackhaftung und Korrosionsschutz.
[0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die wässrige Phosphatierungslösung
0,01 bis 3 g F
-/l und/oder 0,05 bis 3,5 g/l komplexe Fluoride, vorzugsweise (SiF
6)
2- oder (BF
4)
- enthält. Das Fluorid wird der Phosphatierungslösung dann zugegeben, wenn aus Aluminium
oder Aluminiumlegierungen bestehende metallische Oberflächen phosphatiert werden sollen.
Die komplexen Fluoride werden der Phosphatierungslösung insbesondere zur Stabilisierung
zugegeben, wodurch eine längere Standzeit der Phosphatierungsbäder erreicht wird.
[0013] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird ferner durch die Schaffung eines
Verfahrens zur Phosphatierung gelöst, bei dem die metallischen Oberflächen gereinigt,
anschließend mit der wäßrigen, phosphathaltigen Phosphatierungslösung während einer
Zeit von 5 Sekunden bis 10 Minuten bei einer Temperatur von 15 bis 70°C behandelt
und schließlich mit Wasser gespült werden. Dieses Verfahren kann mit einfachen technischen
Mitteln durchgeführt werden und arbeitet außerordentlich betriebssicher. Die mit dem
Verfahren erzeugten Phosphatschichten haben eine gleichbleibend gute Qualität, die
auch bei einer längeren Betriebszeit des Phosphatierungsbades nicht abnimmt. Die Mindest-Phosphatierzeit
ist beim erfindungsgemäßen Verfahren geringer als bei bekannten Niedrigzinkverfahren,
die mit den üblichen Beschleunigern arbeiten. Als Mindest-Phosphatierzeit gilt die
Zeit, in der die Oberfläche zu 100 % mit einer Phosphatschicht bedeckt ist.
[0014] Nach der Erfindung ist vorgesehen, daß die Behandlung der metallischen Oberflächen
mit der Phosphatierungslösung durch Spritzen, Tauchen, Spritztauchen oder Aufwalzen
erfolgt. Diese Arbeitstechniken eröffnen dem erfindungsgemäßen Verfahren ein sehr
breites und unterschiedliches Anwendungsspektrum. Nach der Erfindung hat es sich als
besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die zum Spritzen verwendete Phosphatierungslösung
ein Gewichtsverhältnis Zn : P
2O
5 = 1 : 10 bis 1 : 30 aufweist und wenn die zum Tauchen verwendete Phosphatierungslösung
ein Gewichtsverhältnis Zn : P
2O
5 = 1 : 5 bis 1 : 18 aufweist.
[0015] Nach der Erfingung ist es oft vorteilhaft, wenn die metallischen Oberflächen nach
der Reinigung mit einem Aktivierungsmittel behandelt werden, das ein titanhaltiges
Phosphat enthält. Hierdurch wird die Bildung einer geschlossenen, feinkristallinen
Zinkphosphatschicht unterstützt.
[0016] Schließlich ist nach der Erfindung vorgesehen, daß die metallischen Oberflächen nach
dem der Phospatierung folgenden Spülvorgang mit einem Passivierungsmittel nachbehandelt
werden. Die verwendeten Passivierungsmittel können sowohl Cr-haltig als auch Cr-frei
sein.
[0017] Bei der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehenen Reinigung der metallischen
Oberflächen werden sowohl mechanische Verunreinigungen als auch anhaftende Fette von
der zu phosphatierenden Oberfläche entfernt. Die Reinigung der metallischen Oberflächen
gehört zum bekannten Stand der Technik und kann vorteilhaft mit einem wäßrig-alkalischen
Reiniger durchgeführt werden. Es ist zweckmäßig, wenn die metallischen Oberflächen
nach der Reinigung mit Wasser gespült werden. Das Spülen der gereinigten bzw. der
phospatierten metallischen Oberflächen erfolgt entweder mit Leitungswasser oder mit
entsalztem Wasser.
[0018] Die erfindungsgemäße Phosphatierungslösung wird dadurch hergestellt, daß ca. 30 bis
90 g eines Konzentrats, welches die anorganischen Bestandteile der Phosphatierungslösung
sowie Wasser enthält, mit Wasser auf 1 l aufgefüllt werden. Anschließend wird die
vorgesehene Menge des Nitroguanidins in Form einer Suspension oder als Pulver in die
Phosphatierungslösung eingebracht. Die Lösung ist dann gebrauchsfertig und die während
der Phosphatierung verbrauchten Substanzen können kontinuierlich durch Zugabe des
Konzentrats und des Nitroguanidins ergänzt werden.
[0019] Um die schwierige Dosierung des Nitroguanidins als Pulver zu vermeiden, ist nach
der Erfindung vorgesehen, daß das Nitroguanidin in Form einer stabilisierten Suspension
in die wässrige Lösung eingebracht wird. Erfindungsgemäß wird die Suspension mit einem
Schichtsilikat stabilisiert. Diese Suspension enthält 100 bis 300 g Nitroguanidin/l,
10 bis 30 g Schichtsilikat/l und Rest Wasser. Sie ist durch Pumpen gut förderbar und
über 12 Monate stabil, d. h., daß sich das Nitroguanidin auch nach längerer Zeit nicht
absetzt. Die Suspension wird dadurch hergestellt, daß in 1 l vollentsalztem Wasser
das Schichtsilikat suspendiert und danach das Nitroguanidin eingerührt wird. Bei dem
in der Phosphatierungslösung herrschenden pH-Wert von 2 bis 3 wird die Suspension
zerstört, und das Nitroguanidin wird in feiner Verteilung freigesetzt. Nach der Erfindung
haben sich als Schichtsilikate
[Mg
6(Si
7,4Al
0,6)O
20 (OH)
4]Na
0,6 · xH
2O
und
[(Mg
5,4Li
0,6)Si
8O
20 (OH
3F)
4]Na
0,6 · xH
2O
besonders bewährt. Hierbei handelt es sich um synthetisch hergestellte Dreischichtsilikate
vom Smectit-Typ. Die Schichtsilikate haben keine nachteilige Wirkung auf die Bildung
der Phosphatschichten. Neben ihrer eigentlichen vorteilhaften Wirkung verbessern sie
aber auch die Sedimentation des Phosphatschlamms und erhöhen seinen Festkörperanteil.
[0020] Der Gegenstand der Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher
erläutert.
[0021] Die Ausführungsbeispiele 1 und 2 wurden unter Anwendung folgender Verfahrensschritte
durchgeführt:
a) Die Oberflächen von aus Stahlblech bestehenden metallischen Gegenständen wurden
mit einem schwach alkalischen Reiniger (2%ige wässrige Lösung) während 5 Minuten bei
60 °C gereinigt und insbesondere entfettet.
b) Es folgte eine Spülung mit Leitungswasser während 0,5 Minuten bei Raumtemperatur.
c) Anschließend erfolgte eine Aktivierung mit einem Aktivierungsmittel (3 g/l H2O), das ein Titanphosphat enthielt, während 0,5 Minuten bei Raumtemperatur.
d) Danach wurde bei ca. 55 °C während 3 Minuten durch Tauchen phosphatiert.
e) Schließlich wurde mit Leitungswasser während 0,5 Minuten bei Raumtemperatur gespült.
f) Die phosphatierten Oberflächen wurden mit Preßluft getrocknet.
[0022] Die Zusammensetzung der zur Phosphatierung verwendeten wäßrigen Lösungen und die
Eigenschaften der Phosphatschichten ergeben sich aus Tabelle 1.
[0023] Entsprechend den Ausführungsbeispielen 1 und 2 wurden Vergleichsversuche mit an sich
bekannten Phophatierungslösungen durchgeführt, die aber einen anderen Beschleuniger
enthielten (Vergleichsversuche A und B). Außerdem wurde ein Vergleichsversuch mit
einer bezüglich des Zn : P
2O
5-Verhältnisses nicht erfindungsgemäßen Phosphatierungslösung durchgeführt, die als
Beschleuniger Nitroguanidin enthielt (Vergleichsversuch C). Bei den Vergleichsversuchen
A, B, C wurden die Verfahrensschritte a) bis f) durchgeführt. Die Zusammensetzung
der für die Vergleichsversuche verwendeten Phophatierungslösungen und die Eigenschaften
der Phosphatschichten ergeben sich aus Tabelle 2.
[0024] Der Vergleich der Ausführungsbeispiele 1 und 2 mit den Vergleichsversuchen A, B und
C zeigt, daß mit der erfindungsgemäßen Phosphatierungslösung gegenüber den bekannten
und bewährten Phosphatierungslösungen gute Ergebnisse erzielt werden, wobei das Nitroguanidin
gegenüber dem Beschleuniger NO
2- allerdings wesentlich bessere Gebrauchseisenschaften hat. Der Vergleichsversuch C
zeigt, daß erst durch die Anwendung der erfindungsgemäßen Parameter gute und praxisgerechte
Phosphatierungsergebnisse erzielt werden.
[0025] Die Ausführungsbeispiele 3 und 4 wurden unter Anwendung folgender Verfahrensbedingungen
durchgeführt, wobei insbesondere die Eignung der Erfindung zur Phosphatierung von
Hohlräumen geprüft werden sollte: Stahlbleche wurden in einem Kasten, der einen Hohlraum
simulierte, entsprechend den Verfahrensschritten a) bis e) behandelt, die auch bei
den Ausführungsbeispielen 1 und 2 zur Anwendung kamen. Die Trocknung der phophatierten
Stahlbleche erfolgte im Hohlraum (Kasten) bei Raumtemperatur ohne Preßluft. Die Zusammensetzung
der zur Phosphatierung eines Hohlraums verwendeten wäßrigen Lösungen und die Eigenschaften
der Phosphatschichten ergeben sich aus Tabelle 3.
[0026] Die Phosphatschichten der Ausführungsbeispiele 3 und 4 hatten bezüglich Schichtgewicht,
Kristallit-Kantenlänge und Mindesphosphatierzeit etwa die gleichen Eigenschaften wie
die Phosphatschichten der Ausführungsbeispiele 1 und 2.
[0027] Entsprechend den Ausführungsbeispielen 3 und 4 wurden die Vergleichsversuche D und
E durchgeführt, wobei die einzelnen Verfahrensschritte identisch waren. Die bei den
Vergleichsversuchen D und E benutzten Phophatierungslösungen sind an sich bekannt
und enthalten als Beschleuniger Hydroxylamin. Die Zusammensetzung der zur Durchführung
der Vergleichsversuche D und E verwendeten Lösungen und die Eigenschaften der Phosphatschichten
sind in Tabelle 4 angegeben.
[0028] Ein Vergleich der Ausführungsbeispiele 3 und 4 mit den Vergleichsversuchen D und
E zeigt, daß mit der Erfindung eine sehr gute Phophatierung von Hohlräumen erreicht
werden kann, denn entsprechend der Erfindung werden vollständige, geschlossene Phosphatschichten
erzeugt, und eine Flugrostbildung tritt nicht ein. Der Begriff "Flugrostbildung" beinhaltet,
daß sich auf der metallischen Oberfläche, die keine vollständige, geschlossene Phosphatschicht
besitzt, während der Trocknung eine Rostschicht bildet, was sehr nachteilig ist. In
einigen Fällen bleibt die Flugrostbildung aus, obwohl keine vollständige, geschlossene
Phosphatschicht vorhanden ist, was auf einer Passivierung der metallischen Oberfläche
durch die Phosphatierungslösung beruhen dürfte.
[0029] Zur Prüfung der Korrosionseigenschaften von und der Lackhaftung auf verschiedenen,
nach der Erfindung phosphatierten metallischen Substraten wurden Lackhaftungsprüfwerte
ermittelt.
[0030] Die Tabelle 5 gibt die Lackhaftungs- und die Korrosionsschutzprüfwerte an, die für
unterschiedliche Bleche (Substrate) ermittelte wurden, wobei die einzelnen Substrate
entsprechend den Beispielen 5,6 und 7 mit erfindungsgemäßen Lösungen und gemäß den
Vergleichsversuchen F und G mit bekannten Lösungen durch Tauchen phosphatiert worden
sind. Das Tauchen der einzelnen Substrate erfolgte entsprechend den vorstehend genannten
Verfahrensschritten a) bis f). Die Zusammensetzung der für die Beispiele 5, 6 und
7 verwendeten Phosphatierungslösungen ist in Tabelle 7 angegeben. Dort finden sich
auch die Zusammensetzungen der bekannten Phosphatierungslösungen, die zur Ausführung
der Vergleichsversuche F und G verwendet worden sind. Nach der Phosphatierung der
Substrate durch Tauchen wurde ein Elektrotauchlack, ein Füller und ein Decklack aufgebracht.
Anschließend erfolgte die Prüfung durch eine Freibewitterung, bewertet nach 6 Monaten,
durch einen Salzsprühnebeltest und durch Steinschlag nach einem 12-Runden-Klimawechseltest.
Tabelle 5 gibt die bei den einzelnen Prüfungen ermittelte Unterwanderung der Lackschicht,
gemessen in mm, an, wobei für die Steinschlag-Prüfung die Lackabplatzung in Prozent
genannt ist.
[0031] Tabelle 6 gibt die Lackhaftungs- und Korrosionsschutzprüfwerte für verschiedene Substrate
an, die durch Spritzen phosphatiert wurden. Die Spritzphosphatierung der Substrate
wurde entsprechend der Erfindung unter Anwendung folgender Verfahrensschritte durchgeführt:
g) Die Oberflächen der Substrate wurden mit einem schwach alkalischen Reiniger (2
%-ige wässrige Lösung) während 5 Minuten bei 60°C gereinigt und insbesondere entfettet.
h) Es folgte eine Spülung mit Leitungswasser während 0,5 Minuten bei Raumtemperatur.
i) Danach wurde bei 55°C während 2 Minuten durch Spritzen phosphatiert.
k) Anschließend wurde mit einem chromfreien Nachspülmittel, das (ZrF6)2- enthielt, bei Raumtemperatur während 1 Minute gespült, um die phosphatierten Substrate
zu passivieren.
l) Schließlich wurde mit vollentsalztem Wasser während 1 Minute bei Raumtemperatur
gespült.
m) Die phosphatierten Substrate wurden im Ofen während 10 Minuten bei 80°C getrocknet.
[0032] Die Zusammensetzung der erfindungsgemäßen wässrigen Phosphatierungslösungen, die
zur Ausführung der Beispiele 8, 9 und 10 verwendet wurden, sind in der Tabelle 8 angegeben.
Die Zusammensetzung der bekannten Phosphatierungslösung, die zur Ausführung des Vergleichsversuchs
H verwendet wurde, findet sich ebenfalls in Tabelle 8. Auf die durch Spritzen phosphatierten
Substrate wurde anschließend ein Elektrotauchlack, ein Füller und ein Decklack aufgetragen.
Die phosphatierten und lackierten Substrate wurden dann einer Prüfung durch eine Freibewitterung
während 6 Monaten, durch einen Salzsprühnebeltest, durch einen Gitterschnitt und durch
einen 12-Runden-Klimawechseltest mit anschließendem Steinschlag unterworfen. In der
Tabelle 6 sind die für die einzelnen Substrate ermittelten Prüfwerte angegeben, wobei
für den Gitterschnitt eine Bewertungsnote und für die Freibewitterung, den Salzsprühnebeltest
und den Klimawechseltest die Unterwanderung der Lackschicht, gemessen in mm, angegeben
ist. Für den Steinschlag wird die Lackabplatzung in Prozent genannt.
[0033] Der Korrosionsschutz, der durch die erfindungsgemäße Phosphatierung erreicht wird,
ist mit dem Korrosionsschutz vergleichbar, der durch die Anwendung bewährter, bekannter
Phosphatierungsverfahren eintritt, die mit dem Beschleuniger Nitrit arbeiten. Die
erfindungsgemäße Phosphatierung vermeidet hingegen die Anwendung des Beschleunigers
Nitrit, dessen Verwendung zunehmend auf Ablehnung stößt, da aus Nitrit bei der Phosphatierung
Reaktionsprodukteentstehen, welche die Umwelt schädigen und teilweise auf den Menschen
toxisch wirken. Die durch die erfindungsgemäße Phosphatierung erzielte Lackhaftung
und Korrosionsschutzwirkung ist als sehr gut bis gut zu bewerten.
Tabelle 1
| |
Beispiel 1 |
Beispiel 2 |
| Zn2+ |
1,4 g/l |
1,4 g/l |
| Mn2+ |
1,0 g/ll |
1,0 g/l |
| Ni2+ |
1,0 g/l |
- |
| Cu2+ |
- |
8 mg/l |
| NO3- |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
| PO43- (gesamt) |
18,0 g/l |
18,0 g/l |
| = P2O5 (gesamt) |
13,5 g/l |
13,5 g/l |
| Nitroguanidin |
0,5 g/l |
0,5 g/l |
| Na+ |
die für Titrationsdaten-Einstellung erforderliche Menge |
| S-Wert |
0,09 |
0,09 |
| Schichtgewicht |
2,4 g/m2 |
2,6 g/m2 |
| Kristallit-Kantenlänge |
2 - 8 µm |
2 - 8 µm |
| Mindestphosphatierzeit |
< 60 sec |
< 60 sec |
Tabelle 2
| |
Vergleichsversuch A |
Vergleichsversuch B |
Vergleichsversuch C |
| Zn2+ |
1,4 g/l |
1,4 g/l |
3,5 g/l |
| Ni2+ |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
- |
| Mn2+ |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
- |
| P2O5 (gesamt) |
12,0 g/l |
12,0 g/l |
5,5 g/l |
| S-Wert |
0,07 |
0,09 |
0,35 |
| NO3- |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
| H2O2 |
30 mg/l |
- |
- |
| NO2- |
- |
170 mg/l |
- |
| Nitroguanidin |
- |
- |
2,0 g/l |
| Na+ |
die für Titrationsdaten-Einstellung erforderliche Menge |
| Schichtgewicht |
1,3 g/m2 |
2,2 g/m2 |
4,9 g/m2 |
| Kristallit-Kantenlänge |
40 µm |
10 µm |
20 bis 25 µm |
| Mindestphosphatierzeit |
120 sec |
60 sec |
60 sec |
Tabelle 3
| |
Beispiel 3 |
Beispiel 4 |
| Zn2+ |
1,4 g/l |
1,9 g/l |
| Ni2+ |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
| Mn2+ |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
| P2O5 (gesamt) |
12,0 g/l |
12,0 g/l |
| S-Wert |
0,09 |
0,09 |
| NO3- |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
| Nitroguanidin |
0,5 g/l |
0,9 g/l |
| Na+ |
die für Titrationsdaten-Einstellung erforderlicheMenge |
| Vollständige, geschlossene Phosphatschicht |
ja |
ja |
| Flugrostbildung |
nein |
nein |
Tabelle 4
| |
Vergleichsversuch D |
Vergleichsversuch E |
| Zn2+ |
1,4 g/l |
1,9 g/l |
| Ni2+ |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
| Mn2+ |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
| P2O5 (gesamt) |
12,0 g/l |
12,0 g/l |
| S-Wert |
0,09 |
0,09 |
| NO3- |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
| Hydroxylamin |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
| Na+ |
die für Titrationsdaten-Einstellung erforderliche Menge |
| Vollständige, geschlossene Phosphatschicht |
nein |
nein |
| Flugrostbildung |
ja |
nein |
Tabelle 5
| Lackhaftungsprüfwerte, Tauchanwendung |
| Substrat |
Beispiele |
Vergleichsversuche |
| |
5 |
6 |
7 |
F |
G |
| Freibewitterung 6 Monate, mm Unterwanderung, einseitig vom Ritz gemessen. |
| Stahl |
<1 |
<1 |
1,5 |
<1 |
2,5 |
| Elektrolytisch verzinkter Stahl |
1 |
1 |
1 |
1,5 |
2,5 |
| Feuerverzinkter Stahl |
0 |
<1 |
1 |
0 |
<1 |
| Stahl mit Fe-Zn-Schicht |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
| AlMgSi, ungeschliffen |
3 |
0 |
0 |
<1 bis 3 |
-- |
| AlMgSi, geschliffen |
5 |
<1 |
0 |
4 |
- |
| Salzsprühnebelprüfung, 1008 h, nach DIN 50021 SS, mm Unterwanderung |
| Stahl |
<1 |
<1 |
1,5 |
<1 |
1 |
| 12-Runden-Klimawechseltest gemäß VDA 621-415, Unterwanderung in mm, einseitig vom
Ritz gemessen, und anschließender Steinschlag gemäß Spezifikation der VW AG, % Lackabplatzung,
in ( ) angegeben |
| Stahl |
<1 (0,5) |
<1 (0,5) |
1,5 (0,5) |
<1 (1) |
2 (1) |
| Elektrolytisch verzinkter Stahl |
6,5 (1,5) |
7 (8,5) |
7 (5) |
5,5 (2) |
8 (40) |
| Feuerverzinkter Stahl |
1,5 (0,5) |
2 (7) |
2 (2) |
1 (0,5) |
2,5 (15) |
| Stahl mit Fe-Zn-Schicht |
1 (0,5) |
1 (0,5) |
1 (0,5) |
1 (0,5) |
1 (0,5) |
Tabelle 6
| Lackhaftungsprüfwerte, Spritzanwendung |
| Substrat |
Beispiele |
Vergleichsversuch |
| |
8 |
9 |
10 |
H |
| Freibewitterung 6 Monate, mm Unterwanderung, einseitig vom Ritz gemessen. |
| Stahl |
<1 |
1 |
<1 |
<1 |
| Elektrolytisch verzinkter Stahl |
<1 |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
| Feuerverzinkter Stahl |
0 |
0 |
0 |
0 |
| Stahl mit Fe-Zn-Schicht |
0 |
<1 |
<1 |
<1 |
| AlMgSi, ungeschliffen |
0 |
0 |
0 |
2 |
| AlMgSi, geschliffen |
0 |
0 |
2,5 |
5 |
| Salzsprühnebelprüfung, 1008 h, nach DIN 50021 SS, mm Unterwanderung |
| Stahl |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
| Gitterschnitt nach 240 h gemäß DIN 50017 KK und DIN / ISO 2409, Note |
| Stahl |
1 2 |
1 |
1 |
| Elektrolytisch verzinkter Stahl |
1 |
1 |
1-2 |
1 |
| Feuerverzinkter Stahl |
1 |
1 |
2 |
1 |
| Stahl mit Fe-Zn-Schicht |
1 |
1 |
1 |
1 |
| AlMgSi, ungeschliffen |
1 |
0 |
3 |
1 |
| AlMgSi, geschliffen |
1 |
0-1 |
3 |
1 |
| 12-Runden-Klimawechseltest gemäß VDA 621-415, Unterwanderung in mm, einseitig vom
Ritz gemessen, und anschließender Steinschlag gemäß Spezifikation der VW AG, % Lackabplatzung,
in ( ) angegeben |
| Stahl |
<1 (2) |
1 (5) |
<1 (2) |
<1 (2) |
| Elektrolytisch verzinkter Stahl |
5 (5,5) |
5,5 (9) |
6 (14) |
5,5 (4) |
| Feuerverzinkter Stahl |
1,5 (1) |
2,5 (2) |
2,5 (1,5) |
1,5 (1) |
| Stahl mit Fe-Zn-Schicht |
1 (1) |
1 (2) |
1 (1) |
1 (1) |
Tabelle 7
| Stoff/Wert |
Beispiele |
Vergleichsversuche |
| |
5 |
6 |
7 |
F |
G |
| Zn2+ |
1,4 g/l |
1,4 g/l |
1,4 g/l |
1,4 g/l |
3,5 g/l |
| Mn2+ |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
-- |
| Ni2+ |
1,0 g/l |
-- |
-- |
1,0 g/l |
-- |
| Cu2+ |
-- |
8 mg/l |
-- |
-- |
-- |
| NO3- |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
| P2O5 (gesamt) |
13,5 g/l |
13,5 g/l |
13,5 g/l |
12,0 g/l |
5,5 g/l |
| Nitroguanidin |
0,5 g/l |
0,5 g/l |
0,5 g/l |
-- |
2 g/l |
| NO2- |
-- |
-- |
-- |
170 mg/l |
-- |
| S-Wert |
0,09 |
0,09 |
0,09 |
0,09 |
0,35 |
Tabelle 8
| Stoff/Wert |
Beispiele |
Vergleichsversuch |
| |
8 |
9 |
10 |
H |
| Zn2+ |
0,9 g/l |
0,9 g/l |
0,9 g/l |
0,9 g/l |
| Mn2+ |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
1,0 g/l |
| Ni2+ |
1,0 g/l |
-- |
-- |
1,0 g/l |
| Cu2+ |
-- |
5 mg/l |
-- |
-- |
| NO3- |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
3,0 g/l |
| P2O5 (gesamt) |
11 g/l |
11 g/l |
11 g/l |
11 g/l |
| Nitroguanidin |
0,5 g/l |
0,5 g/l |
0,5 g/l |
-- |
| NO2- |
-- |
-- |
-- |
150 mg/l |
| S-Wert |
0,07 |
0,07 |
0,07 |
0,07 |
1. Wässrige, phosphathaltige Lösung zur Erzeugung von Phosphatschichten auf metallischen
Oberflächen aus Eisen, Stahl, Zink, Zinklegierungen, Aluminium oder Aluminiumlegierungen,
die Zink, Phosphat sowie Nitroguanidin als Beschleuniger enthält, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lösung 0,3 bis 5 g Zn 2+ /l und 0,1 bis 3 g Nitroguanidin / l enthält, wobei der S-Wert 0,03 bis 0,3 und das
Gewichtsverhältnis Zn zu P2O5 = 1 : 5 bis 1 : 30 beträgt, wobei der S-Wert das Verhältnis von freier Säure, berechnet
als freies P2O5 , zum Gesamt- P2O5 angibt und wobei die Lösung feinkristalline Phosphatschichten erzeugt, in denen die
Kristallite eine maximale Kantenlänge < 15µm haben.
2. Wässrige Lösung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung 0,3 bis 3
g Zn 2+ /l enthält.
3. Wässrige Lösung nach den Ansprüchen 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung
0,5 bis 20 g NO3-/l enthält.
4. Wässrige Lösung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung
0,01 bis 3 g Mn2+ /l und/oder 0,01 bis 3 g Ni 2+ /l und/oder 1 bis 100 mg Cu 2+ /l und/oder 10 bis 300 mg Co 2+ /l enthält.
5. Wässrige Lösung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung
0,01 bis 3 g F- /l und/oder 0,05 bis 3,5 g/l mindestens eines komplexen Fluorids enthält.
6. Wässrige Lösung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung
als komplexes Fluorid (SiF6)2- oder (BF4)- enthält.
7. Verfahren zur Phosphatierung, dadurch gekennzeichnet, daß die metallischen Oberflächen
gereinigt, anschließend mit der wässrigen, phosphathaltigen Lösung gemäß den Ansprüchen
1 bis 6 während einer Zeit von 5 Sekunden bis 10 Minuten bei einer Temperatur von
15 bis 70'C behandelt und schließlich mit Wasser gespült werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung der metallischen
Oberflächen mit der Phosphatierungslösung durch Spritzen, Tauchen, Spritztauchen oder
Aufwalzen erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Spritzen verwendete
Phosphatierungslösung ein Gewichtsverhältnis Zn zu P2O5 = 1 : 10 bis 1 : 30 aufweist.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Tauchen verwendete
Phosphatierungslösung ein Gewichtsverhältnis Zn zu P2O5 = 1 : 5 bis 1 : 18 aufweist.
11. Verfahren nach den Ansprüchen 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die metallischen
Oberflächen nach der Reinigung mit einem Aktivierungsmittel behandelt werden, das
ein titanhaltiges Phosphat enthält.
12. Verfahren nach den Ansprüchen 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die metallischen
Oberflächen nach dem der Phosphatierung folgenden Spülvorgang mit einem Passivierungsmittel
nachbehandelt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Nitroguanidin in die wässrige
Lösung in Form einer stabilen, wässrigen Suspension eingebracht wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die stabile, wässrige Suspension
als Stabilisator ein Schichtsilikat enthält.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß als Stabilisator die Schichtsilikate
[Mg6 (Si7,4 Al0,6) O20 (OH)4] Na0,6 x XH2O und [(Mg5,4 Li0,6) Si8 O20 (OH3 F)4 ] Na0,6 x XH2O in einer Menge von 10 bis 30 g/l Nitroguanidin-Suspension verwendet werden.
16. Verwendung der wässrigen, phosphathaltigen Lösung nach den Ansprüchen 1 bis 6 und
des Verfahrens zur Phosphatierung nach den Ansprüchen 7 bis 15 zur Behandlung von
Werkstücken vor der Lackierung.
17. Verwendung nach Anspruch 16 zur Behandlung von Werkstücken vor der Elektrotauchlackierung.
1. Aqueous, phosphate-containing solution for generating phosphate layers on metallic
surfaces made of iron, steel, zinc, zinc alloys, aluminium or aluminium alloys, which
solution contains zinc, phosphate as well as nitroguanidine as a catalyst, characterised
in that the solution contains 0.3 to 5 g Zn2+/l and 0.1 to 3 g nitroguanidine/l, the S-value amounting to 0.03 to 0.3 and the weight
ratio Zn to P2O5 = 1:5 to 1:30, the S-value indicating the ratio of free acid, calculated as free
P2O5, to the total P2O5 and the solution generating fine-crystalline phosphate layers in which the crystallites
have a maximum edge length < 15µm.
2. Aqueous solution according to claim 1, characterised in that the solution contains
0.3 to 3 g Zn2+/l.
3. Aqueous solution according to claims 1 to 2, characterised in that the solution contains
0.5 to 20 g NO3-/l.
4. Aqueous solution according to claims 1 to 3, characterised in that the solution contains
0.01 to 3 g Mn2+/l and/or 0.01 to 3 g Ni2+/l and/or 1 to 100 mg Cu2+/l and/or 10 to 300 mg Co2+/l.
5. Aqueous solution according to claims 1 to 4, characterised in that the solution contains
0.01 to 3 g F-/l and/or 0.05 to 3.5 g/l of at least one complex fluoride.
6. Aqueous solution according to claims 1 to 5, characterised in that the solution contains
(SiF6)2- or (BF4)- as the complex fluoride.
7. Method for phosphating, characterised in that the metallic surfaces are cleaned, subsequently
treated with the aqueous, phosphate-containing solution in accordance with claims
1 to 6 during a time of between 5 seconds and 10 minutes at a temperature of 15 to
70°C and finally rinsed with water.
8. Method according to claim 7, characterised in that the treatment of the metallic surfaces
with the phosphating solution takes place by spraying, immersing, spray immersing
or roller application.
9. Method according to claim 8, characterised in that the phosphating solution used for
spraying has a weight ratio Zn to P2O5 = 1:10 to 1:30.
10. Method according to claim 8, characterised in that the phosphating solution used for
immersing has a weight ratio Zn to P2O5 = 1:5 to 1:18.
11. Method according to claims 7 to 10, characterised in that after the cleaning, the
metallic surfaces are treated with an activating agent, which contains a titanium-containing
phosphate.
12. Method according to claims 7 to 11, characterised in that after the rinsing process
which follows the phosphating, the metallic surfaces are subsequently treated with
a passivating agent.
13. Method according to claim 7, characterised in that the nitroguanidine is put into
the aqueous solution in the form of a stable aqueous suspension.
14. Method according to claim 13, characterised in that the stable aqueous suspension
contains a layer silicate as a stabiliser.
15. Method according to claim 14, characterised in that as a stabiliser, the layer silicates
[Mg6 (Si7.4, Al0.6) O20 (OH)4] Na0.6 ·x XH2O and [Mg5.4 Li0.6) Si8 O20 (OH3 F)4] Na0.6 ·x XH2O are used in an amount of 10 to 30 g/l of nitroguanidine solution.
16. Use of the aqueous phosphate-containing solution according to claims 1 to 6 and the
method for phosphating according to claims 7 to 15 for treating work pieces before
the lacquer coating.
17. Use according to claim 16 for treating work pieces before the electrophoretic painting.
1. Solution aqueuse de phosphate pour la formation de couches de phosphate sur des surfaces
métalliques en fer, en acier, en zinc, en alliages de zinc, en aluminium ou en alliages
d'aluminium, contenant du zinc, du phosphate ainsi que de la nitroguanidine en tant
qu'accélérateur, caractérisée parle fait que la solution contient de 0,3 à 5 g/l de
Zn2- et de 0,1 à 3 g/l de nitroguanidine, a une valeur S comprise entre 0,03 et 0,3 et
un rapport en poids Zn/P2O5 compris entre 1/5 et 1/30, la valeur S indiquant le rapport de l'acide libre, calculé
comme P2O5, à la quantité totale de P2O5, la solution formant des couches de phosphate à base de cristaux fins dans lesquelles
les cristallites ont une longueur d'arrête maximale inférieure à 15 µm.
2. Solution aqueuse selon la revendication 1, caractérisée par le fait que la solution
contient de 0,3 à 3 g/l de Zn2+.
3. Solution aqueuse selon la revendications 1 à 2, caractérisée par le fait que la solution
contient de 0,5 à 20 g/l de NO3-.
4. Solution aqueuse selon les revendications 1 à 3, caractérisée par le fait que la solution
contient de 0,01 à 3 g/l de Mn2+ et/ou de 0,01 à 3 g/l de Ni2+ et/ou de 1 à 100 mg/l de Cu2+ et/ou de 10 à 300 mg/l de Co2+.
5. Solution aqueuse selon les revendications 1 à 4, caractérisée par le fait que la solution
contient de 0,01 à 3 g/l de F- et/ou de 0,05 à 3,5 g/l d'au moins un fluorure complexe.
6. Solution aqueuse selon les revendications 1 à 5, caractérisée par le fait que la solution
contient comme fluorure complexe du (SiF6)2- ou (BF4)-.
7. Procédé de phosphatation, caractérisé par le fait que les surfaces métalliques sont
nettoyées, sont traitées ensuite avec la solution aqueuse de phosphate selon les revendications
1 à 6 pendant une durée allant de 5 secondes à 10 minutes à une température comprise
entre 15 et 70 °C, puis sont rincées à l'eau.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé par le fait que le traitement des surfaces
métalliques avec la solution de phosphatation se fait par pulvérisation, immersion,
pulvérisation-immersion ou transfert à partir d'un cylindre.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé par le fait que la solution de phosphatation
utilisée pour la pulvérisation présente un rapport en poids Zn/P2O5 compris entre 1/10 et 1/30.
10. Procédé selon la revendication 8, caractérisé par le fait que la solution de phosphatation
utilisée pour l'immersion présente un rapport en poids Zn/P2O5 compris entre 1/5 et 1/18.
11. Procédé selon les revendications 7 à 10, caractérisé par le fait que l'on traite les
surfaces métalliques, après les avoir nettoyées, avec un agent d'activation à base
de phosphate contenant du titane.
12. Procédé selon les revendications 7 à 11, caractérisé par le fait que l'on soumet les
surfaces métalliques, après l'étape de rinçage qui suit la phosphatation, à un traitement
avec un agent de passivation.
13. Procédé selon la revendication 7, caractérisé par le fait que la nitroguanidine est
introduite dans la solution aqueuse sous forme d'une suspension aqueuse stable.
14. Procédé selon la revendication 13, caractérisé par le fait que la suspension aqueuse
stable contient des phyllosilicates en tant qu'agent de stabilisation.
15. Procédé selon la revendication 14, caractérisé par le fait que l'on utilise comme
agent de stabilisation les phyllosilicates
[Mg(Si7,4Al0,6)O20(OH)4]Na0,6xXH2O
et
[Mg(Si5,4 Li0,6)Si8O20(OH3F)4]Na0,6x XH2O
en une quantité comprise entre 10 et 30 g/l de suspension de nitroguanidine.
16. Utilisation de la solution aqueuse de phosphate selon les revendications 1 à 6 et
du procédé de phosphatation selon les revendications 7 à 15 pour le traitement de
pièces avant vernissage.
17. Utilisation selon la revendication 16 pour le traitement de pièces avant vernissage
par électroimmersion.