(19)
(11) EP 0 922 658 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
23.04.2003  Patentblatt  2003/17

(21) Anmeldenummer: 98122912.3

(22) Anmeldetag:  02.12.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B65H 7/20

(54)

Bogentrenner

Sheet separator

Séparateur de feuilles


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB

(30) Priorität: 13.12.1997 DE 19755520

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
16.06.1999  Patentblatt  1999/24

(73) Patentinhaber: Koenig & Bauer Aktiengesellschaft
97080 Würzburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Heger, Gerhard
    2620 Neunkirchen (AT)
  • Sternecker, Andreas
    2344 Mariaenzersdorf (AT)

(74) Vertreter: Simon, Franz, Dipl.-Ing. 
Koenig & Bauer AG, Planeta-Bogenoffset Radebeul, Friedrich-List-Strasse 47/49
01445 Radebeul
01445 Radebeul (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 19 509 548
US-A- 5 613 675
DE-A- 19 522 741
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Arbeitsorgane und/oder Steuereinrichtungen enthaltenden Bogentrenner in bogenverarbeitenden Maschinen, wobei der Bogentrenner mindestens Arbeitsorgane zum Erfassen, Trennen und Fördern sowie Steuerorgane zum Zuführen von einem das Erfassen, Trennen und Fördern der Bogen unterstützenden Blas- und/oder Saugluftstroms aufweist.
    Derartige Bogentrenner sind allgemein üblich. Die in den Bogentrennern vorgesehenen Arbeitsorgane wie z.B. Trennsauger, Transportsauger oder ein Tasterfuß werden durch mechanische Getriebe im Takt der nachgeordneten bogenverarbeitenden Maschine mittels eintourig umlaufender Antriebswellen angetrieben (DE 19 601 470 A1, 19 522 901 C1, 43 12 228 A1). Die Steuerung des das Erfassen, Trennen und Fördern des bogenförmigen Materials unterstützenden Saug- oder Blasluftstroms erfolgt mittels Ventileinheiten, die mechanisch mit dem Antrieb der Arbeitsorgane verknüpft sind (DE 42 15 226 C2). Der Antrieb des Bogentrenners als funktionelle Einheit erfolgt mittels einer mechanischen Kopplung mit der nachgeordneten bogenverarbeitenden Maschine oder durch einen Elektromotor, der mittels einer elektrischen Welle mit der bogenverarbeitenden Maschine verknüpft ist (DE 41 02 472 A1).

    [0002] Nachteilig ist, unabhängig davon, ob der Antrieb der funktionellen Einheit Bogentrenner durch einen Elektromotor oder mittels einer mechanischen Kopplung erfolgt, daß die Arbeitsorgane und/oder die Steuerorgane des Bogentrenners in ihrer Zuordnung zueinander nicht frei wählbar sind. Sie sind mechanisch starr synchronisiert. Das bedeutet aber, da in bogenverarbeitenden Maschinen bogenförmiges Material unterschiedlichster Qualität und Grammatur zur Verarbeitung gelangt und dieses Material mit unterschiedlichster Geschwindigkeit verarbeitet wird, daß für Übernahme-/Übergabevorgänge, um in jedem Fall eine störungsfreie Arbeitsweise des Bogentrenners zu sichern, große Rastbereiche über den Drehwinkel der bogenverarbeitenden Maschine vorgesehen werden müssen. Das bedeutet aber auch, daß die den Arbeitsorganen bzw. Steuerorganen zugeordneten Mechanismen nicht nach kinematischen Gesichtspunkten optimiert werden können, so daß die Leistungsfähigkeit der Bogentrenner und damit der nachgeordneten bogenverarbeitenden Maschine nicht gesteigert werden kann.

    [0003] Aus der DE 195 22 741 A1 ist eine Vorrichtung zum Abnehmen eines Blatts von einem Stapel und zum Einführen in ein Paar Transportrollen mit Hilfe von Saugern bekannt. Die Sauger sind gemeinsam an einer Saugerstange angeordnet, die in einem als Schiebeglied ausgebildeten Element gelagert ist, das in einem schwenkbaren Hebel geführt wird. Am Hebel greift ein eine Schwenkung des Hebels initiierendes erstes elektrisches Antriebsmittel und am die Saugerstange führenden Element ein diesem eine Schiebebewegung vermittelndes zweites elektrisches Antriebsmittel an. Die Bahn der Sauger wird realisiert durch eine Überlagerung der von den Antrieben realisierten Bewegungen.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Bogentrenner zu schaffen, dessen Leistungsfähigkeit mit einfachen Mitteln erhöht werden kann.

    [0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruch 1 gelöst.

    [0006] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die Zuordnung der einzelnen Arbeitsorgane eines Bogentrenners und/oder die einen Blas- oder Saugluftstrom steuernden Mittel in Abhängigkeit vom jeweiligen Betriebszustand der bogenverarbeitenden Maschine sowie vom zur Verarbeitung gelangenden Material erfolgen kann, wodurch eine Leistungssteigerung des Bogentrenners möglich ist. Außerdem wird damit ermöglicht, die den Arbeitsorganen bzw. Steuereinrichtungen zugeordneten Mechanismen nach kinematisch optimalen Gesichtspunkten auszulegen.

    [0007] Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen
    Fig. 1
    einen Bogenanleger mit einem Bogentrenner in einer schematischen Seitenansicht,
    Fig. 2
    die schematische Darstellung des Antriebs des Bogentrenners.


    [0008] In Figur 1 ist ein Bogenanleger 1 mit einem Bändertisch 2, einem Anlegtisch 3 und diesem zugeordnet Vordermarken 4 sowie Seitenmarken 5 dargestellt. Der Bändertisch 2 weist ein Tischblech 17 sowie sich quer zu einer Bogenförderrichtung 11 erstreckende Bänderwalzen 12, 13 auf. Die Bänderwalzen 12, 13 werden von mindestens zwei Transportbändern 14 umschlungen, die durch Umlenkrollen 15 und Spannrollen 16 geführt werden. Die Transportbänder 14 werden z.B. mittels der Bänderwalze 12 oder 13 in Umlaufrichtung 18 angetrieben. Mit der dem Bogenanleger 1 zugewandten Bänderwalze 12 korrespondiert eine Taktwalze 19, die im Maschinentakt gegen die Bänderwalze 12 gesteuert wird.
    Dem Anlegtisch 3 schließt sich eine Schwinganlage 20 und dieser nachgeordnet die Anlegtrommel 21 eines nicht dargestellten Druckwerkes an.
    Im Bogenanleger 1 ist ein Bogentrenner 6 mit Trennsaugern 7 und Transportsaugern 8 vorgesehen. Im Bogenanleger 1 ist weiterhin ein aus Bogen 9 bestehender Bogenstapel 10 angeordnet.

    [0009] Am Bogentrenner 6 sind, wie in Fig. 2 dargestellt, separate Antriebe 22, 23, 26 angeordnet, wobei der Antrieb 22 den Trennsaugern 7, der Antrieb 23 den Transportsaugern 8 und der Antrieb 26 einer den Blas- und Saugluftbedarf des Bogentrenners 6 und/oder des gesamten Bogenanlegers 1 steuernden Steuereinrichtung 27 zugeordnet ist. Die Antriebe 22, 23, 26 können als Elektromotore, insbesondere als Drehstromservomotore 28, 29, 30 ausgebildet sein. Es ist auch möglich, weiteren im Bogentrenner 6 integrierten Arbeitsorganen, z.B. einem Tasterfuß, einen separaten, als Drehstromservomotor ausgebildeten Antrieb zuzuordnen.
    Die Drehstromservomotore 28, 29, 30 sind mit einer Steuereinheit 24 verbunden, die unter Einbeziehung von Taktsignalen der nachgeordneten bogenverarbeitenden Maschine, initiiert mittels eines der Anlegtrommel 21 zugeordneten Inkrementalgebers 25, taktgebunden angesteuert werden. Durch die Steuereinheit 24 ist es möglich, die Bewegungen der einzelnen Antriebe 22, 23, 26 bzw. der einzelnen Drehstrommotore 28, 29, 30 innerhalb eines Maschinentaktes zueinander zu verstellen, so eine Phasenschiebung zu realisieren und damit z.B. die Übernahme-/Übergabevorgänge und/oder die Blasluft-/Saugluftsteuerung den Betriebsbedingungen bzw. den zur Verarbeitung gelangenden Materialien anzupassen. Dabei können die Verstelldaten für die unterschiedlichen Betriebszustände bzw. für die zur Verarbeitung gelangenden Materialien in der Steuereinheit 24 abgespeichert und danach die Antriebe 22, 23, 26 bzw. die Drehstrommotore 28, 29, 30 angesteuert werden. Es ist aber auch möglich, über eine manuelle Eingabeeinrichtung eine Phasenschiebung zu realisieren.

    Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen



    [0010] 
    1
    Bogenanleger
    2
    Bändertisch
    3
    Anlegtisch
    4
    Vordermarken
    5
    Seitenmarke
    6
    Bogentrenner
    7
    Trennsauger
    8
    Transportsauger
    9
    Bogen
    10
    Bogenstapel
    11
    Bogenförderrichtung
    12
    Bänderwalze
    13
    Bänderwalze
    14
    Transportbänder
    15
    Umlenkrolle
    16
    Spannrolle
    17
    Tischblech
    18
    Umlaufrichtung
    19
    Taktwalze
    20
    Schwinganlage
    21
    Anlegtrommel
    22
    Antrieb
    23
    Antrieb
    24
    Steuereinheit
    25
    Inkrementalgeber
    26
    Antrieb
    27
    Steuereinrichtung
    28
    Drehstromservomotor
    29
    Drehstromservomotor
    30
    Drehstromservomotor



    Ansprüche

    1. Bogentrenner in bogenverarbeitenden Maschinen, wobei der Bogentrenner mindestens jeweils ein Arbeitsorgan zum Erfassen und Trennen, ein Arbeitsorgan zum Fördern sowie Steuerorgane zum Zuführen von einem das Erfassen, Trennen und Fördern der Bogen unterstützenden Blas- und/ oder Saugluftstroms aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass den Arbeitsorganen (7, 8) und/oder den Steuerorganen (27) jeweils ein separat ansteuerbarer Antrieb (22, 23, 26) zugeordnet ist und die Bewegungen der Antriebe (22, 23, 26) innerhalb eines Arbeitstaktes zueinander verstellbar ausgeführt sind.
     
    2. Bogentrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe (22, 23, 26) als Drehstromservomotore (28, 29, 30) ausgebildet sind.
     
    3. Bogentrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansteuerung der Antriebe (22, 23, 26) im Arbeitstakt mittels einer Steuereinheit (24) erfolgt.
     
    4. Bogentrenner nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe (22, 23, 26) in Abhängigkeit von den jeweiligen Betriebszuständen der bogenverarbeitenden Maschine und/oder von der Beschaffenheit des zur Verarbeitung gelangenden bogenförmigen Materials ansteuerbar sind.
     
    5. Bogentrenner nach Anspruch 1, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelldaten für die unterschiedlichen Betriebszustände der bogenverarbeitenden Maschine und/oder für die Beschaffenheit des zur Verarbeitung gelangenden bogenförmigen Materials in der Steuereinheit (24) gespeichert sind.
     
    6. Bogentrenner nach Anspruch 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelldaten manuell in die Steuereinheit (24) eingebbar sind.
     


    Claims

    1. Sheet separator in sheet-processing machines, wherein the sheet separator comprises in each instance at least one operating element for gripping and separating, one operating element for conveying and control elements for the feeding of a blowing and/or sucking air flow assisting the gripping, separating and conveying of the sheets, characterised in that a respective separately controllable drive (22, 23, 26) is associated with each of the operating elements (7, 8) and/or the control elements (27) and the movements of the drives (22, 23, 26) are executed to be adjustable relative to one another within a working cycle.
     
    2. Sheet separator according to claim 1, characterised in that the drives (22, 23, 26) are constructed as three-phase servomotors (28, 29, 30).
     
    3. Sheet separator according to claim 1, characterised in that the control of the drives (22, 23, 26) takes place in the working cycle by means of a control unit (24).
     
    4. Sheet separator according to claim 1 and 3, characterised in that the drives (22, 23, 26) are controllable in dependence on the respective operational states of the sheet-processing machine and/or on the characteristic of the sheet-like material going for processing.
     
    5. Sheet separator according to claim 1, 3 and 4, characterised in that the adjustment data for the different operational states of the sheet-processing machine and/or for the characteristic of the sheet-like material going for processing is stored in the control unit (24).
     
    6. Sheet separator according to claim 1 and 5, characterised in that the adjustment data are manually input into the control unit (24).
     


    Revendications

    1. Séparateur de feuilles dans une machine traitant des feuilles, comprenant au moins un organe de travail pour saisir et séparer, un organe de travail pour transporter et des organes de commande de l'amenée d'un courant d'air aspiré et/ou soufflé assistant la saisie, la séparation et le transport de feuilles,
    caractérisé en ce qu'
    aux organes de travail (7, 8) et/ou aux organes de commande (27) sont associés des entraînements séparés (22, 23, 26) dont les mouvements peuvent être réglés les uns par rapport aux autres à l'intérieur d'un cycle de travail.
     
    2. Séparateur de feuilles selon la revendication 1,
    caractérisé en ce que
    les entraînements (22, 23, 26) sont des moteurs électriques rotatifs (28, 29, 30).
     
    3. Séparateur de feuilles selon la revendication 1,
    caractérisé en ce que
    la commande des entraînements (22, 23, 26) pendant le cycle de travail est assurée par une unité de commande (24).
     
    4. Séparateur de feuilles selon les revendications 1 et 3,
    caractérisé en ce que
    les entraînements (22, 23, 26) peuvent être commandés en fonction chaque fois des états de fonctionnement de la machine traitant les feuilles et/ou de la nature du matériau constituant les feuilles à traiter.
     
    5. Séparateur de feuilles selon les revendications 1, 3 et 4,
    caractérisé en ce que
    les données de réglage concernant les différents états de fonctionnement de la machine de traitement de feuille et/ou la nature du matériau constituant ces feuilles sont enregistrées dans l'unité de commande (24).
     
    6. Séparateur de feuilles selon les revendications 1 et 5,
    caractérisé en ce que
    les données de réglage peuvent être introduites manuellement dans l'unité de commande (24).
     




    Zeichnung