[0001] Die Erfindung betrifft einen Dauermagneten des Typs SE-Fe-B, der als Hauptphase die
tetragonale Phase SE
2Fe
14B aufweist, wobei SE mindestens ein Seltenerd-Element einschließlich Y ist.
[0002] Ein solcher Magnet ist beispielsweise aus der EP 0 124 655 A1 sowie der dazu korrespondierenden
US 5,230,751 bekannt. Magnete des Typs SE-Fe-B weisen die höchsten heute zur Verfügung
stehenden Energiedichten auf. Pulvermetallurgisch herstellte SE-Fe-B-Magnete enthalten
etwa 90% der hartmagnetischen Hauptphase SE
2Fe
14B.
[0003] Aus der DE 41 35 403 C2 ist ein Zweiphasen-Magnet bekannt, wobei die zweite Phase
eine SE-Fe-Co-Ga-Phase sein kann.
[0004] Aus der EP 0 583 041 A1 ist ebenfalls ein Zweiphasen-Magnet bekannt, wobei die zweite
Phase aus einer SE-Ga-Phase besteht.
[0005] Aus der US 5,447,578 ist eine SE-Übergangsmetall-Ga-Phase bekannt.
[0006] Ferner sind aus der US 5,405,455 sowie der EP 0 651 401 A1 weitere zweite Phasen
bekannt.
[0007] Bei der Herstellung verfährt man in der Regel so, daß diese SE-FE-B-Magnete aus SE-Fe-B-Grundlegierungen
mit der Zusammensetzung nahe der SE
2Fe
14B-Phase und aus einer Binderlegierung mit einer niedrigeren Schmelztemperatur komponiert
werden. Ziel ist es dabei, daß das Gefüge der SE-Fe-B-Sintermagnete aus SE
2Fe
14B-Grundlegierungen mit intergranularen Bindern eingestellt wird unter Verwendung von
möglichst wenig Binderlegierung.
[0008] Aus der EP 0 517 179 B1 wird die Verwendung von Binderlegierungen mit der Zusammensetzung
Pr
20Dy
10Co
40B
6Ga
4Fe
rest (in Gew.% sind das Pr ≈ 35, Dy ≈ 20, Co ≈ 28, B ≈ 0,77, Ga ≈ 3,5) vorgeschlagen.
[0009] Es hat sich nun gezeigt, daß der Anteil dieser Binderlegierung in der Mischung mit
der Grundlegierung innerhalb von 7-10 Gew.% liegen muß. In diesem Mischungsbereich
werden Sinterdichten von ungefähr ρ > 7,55 g/cm
3 erst bei Sintertemperaturen oberhalb 1090°C erreicht. Diese Sinterdichten entsprechen
in etwa 99 % der theoretischen Dichte. Außerhalb dieses Mischungsbereichs wird die
Sinterfähigkeit und damit die erzielbare Remanenz erheblich beeinflußt. Bei den Magne
ten mit einem Anteil dieser Binderlegierung von mehr als 10 Gew.% wird das Kornwachstum
stark aktiviert, die Poren werden aber nicht geschlossen. Die Folge ist die Bildung
eines Gefüges mit anomal großen Körnern (> 50µm) und mit hoher Porösität sowie mit
niedrigen Sinterdichten. Bei niedrigen Anteilen an Binderlegierung ist die Menge der
flüssigen Phase für die Verdichtung demnach nicht ausreichend.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen pulvermetallurgisches Verfahren
zur Herstellung eines Dauermagneten des Typs SE-Fe-B anzugeben, das gegenüber den
bekannten Verfahren eine erhöhte Sinterfähigkeit unter Reduktion des Binderlegierungsanteils
sowie eine sehr gute Remanenz erzielt.
[0011] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Verfahren gelöst, das die folgenden Schritte
umfaßt:
a1) es wird ein Pulver aus einer Grundlegierung der allgemeinen Formel
SE2T14B,
worin SE mindestens ein Seltenerd-Element einschließlich Y ist und T Fe oder eine
Kombination aus Fe und Co ist, wobei der Co-Anteil 40 Gew.% der Kombination von Fe
und Co nicht überschreitet,
a2) und aus Pulvern von zumindest zwei Binderlegierungen der allgemeinen Formeln
SE6(Fe,Co)13Ga
und
SE2Co3,
worin SE mindestens ein Seltenerd-Element einschließlich Y ist, in einem Gewichtsverhältnis
von 99:1 bis 89:11 gemischt,
b) die Mischung wird verdichtet und anschließend
c) unter Vakuum und/oder unter einer Inertgasatmosphäre gesintert.
[0012] Es hat sich gezeigt, daß solch hergestellte Dauermagnete sehr hohe Remanenzen aufweisen
und daß der Anteil an Binderlegierung gegenüber dem Anteil der Grundlegierung auf
unter 7 Gew.% reduziert werden kann.
[0013] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Ausführungsbeispiele und der Figur näher
erläutert. Für die Untersuchungen wurden eine Nd
2Fe
14B-Grundlegierung und fünf Binderlegierungen mit den folgenden Zusammensetzungen verwendet:
Tabelle 1:
| Element |
B-Leg.1 |
B-Leg.2 |
B-Leg.3 |
B-Leg.4 |
B-Leg.5 |
Grund-L |
| |
SV 95/130 |
SV 95/131 |
SV 95/132 |
SV 95/133 |
SV 95 134 |
SV 96/138 |
| SE |
50,9 |
47,7 |
64,8 |
51,5 |
50,3 |
28 |
| Nd |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
28 |
| Pr |
50,9 |
31,7 |
0 |
51,5 |
50,3 |
0 |
| Dy |
0 |
15,7 |
64,8 |
0 |
0 |
0 |
| Co |
23 |
24,65 |
35,2 |
0 |
45,44 |
0 |
| Ga |
4,2 |
4,5 |
0 |
4,25 |
4,15 |
0 |
| B |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
1,03 |
| Fe |
21,9 |
0 |
0 |
44,25 |
0 |
70,97 |
| Leg.- Typ |
Pr6(Fe, Co)13Ga |
Pr, Dy6 (Fe, Co)13Ga |
Dy2Co3 |
Pr6Fe13Ga |
Pr6Co13Ga |
Nd2Fe14B |
[0014] Aus Grobpulvern dieser Legierungen wurden die folgenden Mischungen vorbereitet.
Tabelle 2:
| Anteil (Gew.%) |
B-Leg.1 (Gew.%) |
B-Leg.2 (Gew.%) |
B-Leg.3 |
B-Leg.4 (Gew.%) |
B-Leg.5 (Gew.%) |
G.Leg (Gew.%) |
| Mischung 1 |
5 |
5 |
|
|
1 |
89 |
| Mischung 2 |
0 |
5 |
0 |
5 |
0 |
90 |
| Mischung 3 |
5 |
2,5 |
1 |
1,5 |
1 |
89 |
| Mischung 4 |
6 |
0 |
1,5 |
2,5 |
0 |
90 |
| Mischung 5 |
6,5 |
1 |
1,5 |
1 |
1 |
89 |
| Mischung 6 |
5,5 |
0 |
1,5 |
3 |
0 |
90 |
| Mischung 7 |
5 |
1 |
1,5 |
2,5 |
1 |
90 |
| Mischung 8 |
3,5 |
2 |
1 |
3,5 |
0 |
90 |
[0015] Die errechneten Zusammensetzung der hergestellten Magnete ergeben dann:
Tabelle 3:
| Magnet |
Nr.1 |
Nr.2 |
Nr.3 |
Nr.4 |
Nr.5 |
Nr.6 |
Nr.7 |
Nr.8 |
Ref. |
| SE |
30,1 |
30,3 |
30,35 |
30,35 |
30,4 |
30,7 |
30,5 |
30,6 |
30-31 |
| Nd |
25,2 |
24,9 |
25,2 |
25,2 |
25,2 |
24,9 |
25,2 |
24,9 |
27-28 |
| Pr |
4,13 |
4,6 |
4,1 |
4,1 |
4,14 |
4,85 |
4,15 |
4,7 |
1,7-2,2 |
| Dy |
0,79 |
0,79 |
1,04 |
1,05 |
1,2 |
0,97 |
1,3 |
0,96 |
0,6-1,4 |
| Co |
2,4 |
1,7 |
2,1 |
2,1 |
2,25 |
2,25 |
1,9 |
2,1 |
0,8-2 |
| Ga |
0,435 |
0,48 |
0,38 |
0,38 |
0,36 |
0,4 |
0,36 |
0,43 |
0,1-0,4 |
| B |
0,93 |
0,92 |
0,93 |
0,92 |
0,93 |
0,92 |
0,92 |
0,92 |
0,95-0,98 |
| Fe |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
[0016] Die Mischungen wurden in einer Planeten-Kugelmühle 90 Minuten lang feingemahlen,
die mittlere Teilchengröße des Feinpulvers erreichte 2,9 bis 3,0 µm. Aus den Feinpulvern
wurden anisotrope, isostatisch-gepreßte Magnete hergestellt. Sie wurden auf Dichten
von ρ > 7,50 g/cm
3 gesintert und anschließend getempert.
[0017] Die Figur 1 zeigt die Entmagnetisierungskurve bei Raumtemperatur des Magneten 1-8.
[0018] Zum Vergleich wurde ein Magnet gemäß dem Stand der Technik einer Binderlegierung
mit der Zusammensetzung von ungefähr 28 Gew.% Nd, 0,5 Gew.% Dy, 2,0 Gew.% Pr (Summe
SE ≈ 30,5 Gew.%), 0,98 Gew.% B, 0,3 Gew.% Ga, 0,8 Gew.% Co und Rest Fe mit dem analogen
pulvermetallurgischen Verfahren hergestellt. Dabei wurde als Grundlegierung die selbe
Grundlegierung wie beim Magneten 8-1 verwendet.
[0019] Die Figur 2 zeigt die Entmagnetisierungskurve dieses Magneten, welcher nach dem herkömmlichen
pulvermetallurgischem Verfahren gemäß dem Stand der Technik hergestellt worden ist.
[0020] Es ist deutlich zu erkennen, daß die erfindungsgemäßen Dauermagnete eine wesentlich
günstigere Entmagnetisierungskurve bei Raumtemperatur aufweisen als Dauermagnete,
die nach dem Stand der Technik hergestellt worden sind.
[0021] Die höchsten Koerzitivfeldstärke wurde bei dem Magneten 322/1 nach einer Temperung
bei einer Temperatur von 630°C erreicht. Der Magnet 322/1, der bei einer Temperatur
von 1080°C gesintert wurde, erreichte eine Koerzitivfeldstärke von 10,4 kOe, wobei
seine Remanenz 1,41 T beträgt. In diesem Magneten wurde ein Ausrichtungsgrad der Körner
von 96 % gemessen und die relative Dichte beträgt 98%. Rechnerisch ist dadurch eine
Remanenz von 1,415 T zu erwarten, d.h. eine sehr gute Übereinstimmung mit dem gemessenen
Wert.
[0022] Die Verwendung dieser Binderlegierungsgemische für die pulvermetallurgischen Herstellung
von Dauermagneten weist gegenüber den einzelnen Binderlegierungen erhebliche Vorteile
auf.
[0023] So kann der Anteil an Binderlegierung gegenüber dem Anteil Binderlegierungen nach
dem Stand der Technik entschieden verringert werden, d.h. auf einen Anteil unter 7
Gew.%.
1. Verfahren zur Herstellung eines Dauermagneten mit folgenden Schritten:
a1) Es wird ein Pulver aus einer magnetischen Grundlegierung der allgemeinen Formel
SE2T14B,
worin SE mindestens ein Seltenerd-Element einschließlich Y ist und T Fe oder eine
Kombination aus Fe und Co ist, wobei der Co-Anteil 40 Gew.% der Kombination Fe und
Co nicht überschreitet
a2)und aus Pulvern von zumindest zwei Binderlegierungen der allgemeinen Formeln
SE6(Fe, Co)13Ga
und
SE2Co3,
worin SE mindestens ein Seltenerd-Element einschließlich Y ist, in einem Gewichtsverhältnis
von 99:1 bis 89:11 gemischt,b) die Mischung wird verdichtet und anschließend c) unter
Vakuum und/oder unter einer Inertgasatmosphäre gesintert.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsverhältnis von Grundlegierung zu Binderlegierung zwischen 99:1 und 93:7
beträgt.
1. Process for the production of a permanent magnet comprising the following steps:
a1) a powder consisting of a magnetic base alloy of general formula
SE2T14B,
where SE is at least one rare-earth element including Y and T is Fe or a combination
of Fe and Co, the Co content not exceeding 40 % by weight of the combination of Fe
and Co,
a2) and consisting of powders of at least two binder alloys of general formulae
SE6(Fe, Co)13Ga
and
SE2Co3,
where SE is at least one rare-earth element including Y, is mixed in a weight ratio
of 99:1 to 89:11,
b) the mixture is compacted and then
c) sintered in vacuo and/or in an inert-gas atmosphere.
2. Process according to claim 1, characterised in that the weight ratio of the base alloy to the binder alloy is between 99:1 and 93:7.