[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Zuführen von
Druckfarbe im Farbwerk von Druckmaschinen mit einem Farbkasten, dem zum dosierten
Befüllen eine Kartusche in einer Halterung zugeordnet ist, die einen verschiebbaren
Kartuschenkolben aufweist, der zum Auspressen pneumatisch beaufschlagt wird und die
am anderen Ende eine verschließbare Austrittsöffnung aufweist.
[0002] Die DE 295 19 348 U1 zeigt eine derartige pneumatische Kartuschenauspreßvorrichtung
zum Auspressen von rohrförmigen Kartuschen, die am vorderen Ende ein Mundstück aufweisen
und am hinteren Ende durch einen eingesetzten verschiebbaren Kartuschenboden verschlossen
sind. Die Kartusche ist hierbei in einer Halterung aufgenommen, die einen Druckluftanschluß
aufweist zum Zuführen von Druckluft in das hintere Kartuschenende, um den Kartuschenkolben
mit einem Arbeitsdruck zu beaufschlagen.
[0003] Die vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, ausgehend von diesem Stand
der Technik, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, mit der eine exakte volumetrische
Dosierung der Druckfarbe aus der Kartusche ermöglicht wird.
[0004] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch ein Verfahren gelöst, das durch folgende
Verfahrensschritte gekennzeichnet ist: Die Kartusche wird mit einem pneumatischen
Arbeitsdruck beaufschlagt, die Stellung des Kartuschenkolbes wird ermittelt, das Kartuschenventil
wird geöffnet, der Kartuschenkolben wird in eine voreingestellte Soll-Position verfahren
und danach wird beim Erreichen dieser Position das Kartuschenventil geschlossen. Mit
diesen Verfahrensschritten läßt sich die zugeführte Farbmenge exakt dosieren, so daß
in der Druckmaschine auch mit minimalen Farbmengen im Farbkasten gearbeitet werden
kann.
[0005] Weiterhin wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung gelöst, die dadurch gekennzeichnet
ist, daß die Halterung der Kartusche einen steuerbaren Pneumatikanschluß aufweist,
daß an der Halterung ein bei Druckbeaufschlagung der Kartusche geschlossenes Ventil
angeordnet ist, daß im oberen Teil der Halterung ein Abstandsensor zur Ermittlung
der Stellung des Kartuschenkolbens vorgesehen ist, und daß pneumatische Stellmittel
zum Öffnen des Kartuschenventils vorgesehen sind, wobei die Druckbeaufschlagung der
Kartusche und der Stellmittel getrennt erfolgt. Mit dieser einfachen Lösung läßt sich
die Farbzufuhr im Farbkasten automatisieren, d. h. es läßt sich entsprechend dem jeweiligen
Bedarf eine genau dosierte Farbmenge zuführen.
[0006] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Abstandsensor als Ultraschallsensor
ausgebildet. Mit diesem preiswerten Sensor ist eine exakte Wegmessung des Kartuschenkolbens
erreicht.
[0007] Eine weitere vorteilhatte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
daß das Kartuschenventil als Hubventil ausgebildet ist, das über Druckbeaufschlagung
steuerbar ist. In einer Alternative hierzu ist das Kartuschenventil als Schlauchquetschventil
ausgebildet, das über Druckbeaufschlagung ebenfalls steuerbar ist. Eine weitere Variante
ist dadurch gekennzeichnet, daß das Kartuschenventil als Drehventil ausgebildet ist,
das über einen Pneumatikzylinder steuerbar ist. Diese unterschiedlichen Ausgestaltungen
des Kartuschenventils können je nach Anwendungsfall gewählt werden und ermöglichen
ein genaues Dosieren der Druckfarbe.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen schematisch dargestellt.
[0009] Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Teilquerschnitt der Vorrichtung mit Kartusche und Hubventil,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch ein Schlauchquetschventil,
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch ein Drehventil mit Draufsicht.
[0010] Eine Kartusche 1, die mit Druckfarbe gefüllt ist, ist in einer Halterung 2 eingesetzt
und ist über einem nicht dargestellten Farbkasten eines Farbwerks angeordnet, wobei
sich die Halterung mit der Kartusche in Längsrichtung des Farbkastens bewegen kann,
um in den unterschiedlichen Bereichen den Farbvorrat im Farbkasten zu ergänzen. Auf
die Kartusche 1 ist oben eine Dichtplatte 3 aufgesetzt, die sich auf der Halterung
2 abstützt und einen Druckluftanschluß 4 aufweist, mit dem der Kartuschenkolben 5
pneumatisch beaufschlagbar ist. Weiterhin ist in der Dichtplatte 3 ein Sensor 6 angeordnet,
der als Ultraschallsensor ausgebildet sein kann und die jeweilige Stellung des Hartuschenkolbens
5 in der Kartusche 1 mißt und das Ergebnis einer Steuereinrichtung zuleitet.
[0011] Am unteren Ende der Kartusche 1 ist ein Kartuschenventil 7 vorgesehen, das als Hubventil
ausgebildet sein kann. Hierzu ist im unteren Teil der Halterung 2 eine Hubeinrichtung
8 vorgesehen, die einen Druckluftanschluß 9 aufweist, der über eine Hubplatte 10 das
Kartuschenventil 7 öffnet.
[0012] Die Druckbeaufschlagung des Kartuschenkolbens 5 läßt sich über ein Ventil 11 steuern,
das mit einem weiteren Ventil 12 zusammenwirkt, über das das Kartuschenventil 7 geöffnet
wird. Die nicht dargestellte Steuereinheit, die auch die Signale des Sensors 6 empfängt,
beaufschlagt zunächst mit einem konstanten Arbeitsdruck über das Ventil 11 den Kartuschenkolben
5 bei geschlossenem Kartuschenventil 7. Ist die Stellung des Kartuschenkolbens 5 ermittelt,
wird über das Ventil 12 das Kartuschenventil 7 so lange geöffnet, bis der Kartuschenkolben
5 in eine voreingestellte Soll-Position verfahren ist, was einer bestimmten ausgepreßten
Farbmenge entspricht. Bei Erreichen dieser Soll-Position wird die Druckbeaufschlagung
des Kartuschenventils 7 über das Ventil 12 unterbrochen, so daß das Kartuschenventil
7 wieder geschlossen wird, was über die Druckbeaufschlagung des Kartuschenkolbens
5 automatisch erfolgt, oder mit anderen Worten gesagt, beim Erreichen dieser Soll-Position
wird das Kartuschenventil 7 über das Ventil 12 mit Druck beaufschlagt, so daß das
Kartuschenventil 7 geschlossen wird, was über die Druckbeaufschlagung der Hubeinrichtung
8 automatisch erfolgt.
[0013] Fig. 2 zeigt ein Schlauchquetschventil 13, das an der Austrittsöffnung der Kartusche
1 vorgesehen ist. Das Schlauchquetschventil 13 besteht aus einem Schlauch 14, dem
ein Ventilkörper 15 zugeordnet ist. Der Ventilkörper 15 umfaßt den Schlauch 14 und
enthält einen Kolben 16, mit dem der Schlauch zugequetscht werden kann. Über einen
Druckluftanschluß 17, der von dem Ventil 12 steuerbar ist, wird der Kolben 16 soweit
verfahren, bis der Schlauch 14 geschlossen ist. Zum Öffnen des Schlauchs 14 wird der
Kolben 16 über eine Druckfeder 18 in seine Ausgangsstellung zurückbewegt.
[0014] Fig. 3 zeigt am unteren Ende der Kartusche 1 ein Drehventil 19, das an der Austrittsöffnung
20 der Kartusche 1 vorgesehen ist. Der Ventilkörper 21 weist einen Dreheinsatz 22
auf, der ähnliche Öffnungen 23 wie die Austrittsöffnungen 20 aufweist. Durch Verdrehen
um etwa 90° Grad läßt sich der Dreheinsatz 22 in eine geschlossene Stellung verdrehen,
wie gezeichnet, oder in eine zweite Stellung, bei der die Austrittsöffnungen 20 und
die Öffnungen 23 des Dreheinsatzes 22 übereinstimmen, so daß Farbe austreten kann.
Die Steuerung selbst kann z. B. über einen nicht dargestellten Pneumatikzylinder erfolgen,
der mit dem Dreheinsatz 22 gekoppelt ist.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0015]
- 1
- Kartusche
- 2
- Halterung
- 3
- Dichtplatte
- 4
- Druckluftanschluß
- 5
- Kartuschenkolben
- 6
- Sensor
- 7
- Kartuschenventil
- 8
- Hubeinrichtung
- 9
- Druckluftanschluß
- 10
- Hubplatte
- 11
- Ventil
- 12
- Ventil
- 13
- Schlauchquetschventil
- 14
- Schlauch
- 15
- Ventilkörper
- 16
- Kolben
- 17
- Druckluftanschlag
- 18
- Druckfeder
- 19
- Drehventil
- 20
- Austrittsöffnung
- 21
- Ventilkörper
- 22
- Dreheinsatz
- 23
- Öffnung
1. Verfahren zum Zuführen von Druckfarbe im Farbwerk von Druckmaschinen mit einem Farbkasten
dem zum dosierten Befüllen eine Kartusche in einer Halterung zugeordnet ist, die einen
verschiebbaren Kartuschenkolben aufweist, der zum Auspressen pneumatisch beaufschlagt
wird und die am anderen Ende eine verschließbare Austrittsöffnung aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die Kartusche (1) mit einem pneumatischen Arbeitsdruck beaufschlagt wird,
- daß die Stellung des Kartuschenkolbens (5) ermittelt wird,
- daß das Kartuschenventil (7) geöffnet wird,
- daß der Kartuschenkolben (5) in eine voreingestellte Soll-Position verfahren wird
und
- daß bei Erreichen dieser Position das Kartuschenventil (7) geschlossen wird.
2. Vorrichtung zum Zuführen von Druckfarbe im Farbwerk von Druckmaschinen mit einem Farbkasten,
dem zum dosierten Befüllen eine Kartusche in einer Halterung zugeordnet ist, die einen
verschiebbaren Kartuschenkolben aufweist, der zum Auspressen pneumatisch beaufschlagt
wird und die am anderen Ende eine verschließbare Austrittsöffnung aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die Halterung (2) der Kartusche (1) einen steuerbaren Pneumatikanschluß (4)
aufweist,
- daß an der Halterung (2) ein bei Druckbeaufschlagung der Kartusche (1) geschlossenes
Ventil (7, 13, 19) angeordnet ist,
- daß im oberen Teil der Halterung (2) ein Abstandsensor (6) zur Ermittlung der Stellung
des Kartuschenkolbens (5) vorgesehen ist,
und
- daß pneumatische Stellmittel zum Öffnen des Kartuschenventils (7, 13, 19) vorgesehen
sind, wobei die Druckbeaufschlagung der Kartusche und der Stellmittel getrennt erfolgt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstandsensor (6) als Ultraschallsensor ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Kartuschenventil (7) als Hubventil ausgebildet ist, das über Druckbeaufschlagung
steuerbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Kartuschenventil als Schlauchquetschventil (13) ausgebildet ist, das über
Druckbeaufschlagung steuerbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Kartuschenventil als Drehventil (19) ausgebildet ist, das über einen Pneumatikzylinder
steuerbar ist.