[0001] Die Neuerung betrifft einen vollwandigen, geschlossenen Behälter mit an gegenüberliegenden
Seitenwänden angebrachten Aufhängevorrichtungen, wie er beispielsweise zum Transport
von oberflächenempfindlichen, walzenförmigen Packgütern eingesetzt wird.
[0002] Durch das Einhängen des Packgutes an ausgezeichneten Stellen, wird bei solchen Behältern
eine permanente Trennung der empfindlichen Oberflächenbereiche des Packgutes von der
Umhüllung erzielt und ein hoher Schutz gegen mechanische Transportbeanspruchungen,
wie Druck oder Stoß, gewährleistet.
[0003] Das deutsche Gebrauchsmuster G 91 03 084.6, die deutsche Offenlegungsschrift DE 38
08 735 A1 und das amerikanische Patent US 37 96 340 beschreiben beispielhaft zusammenlegbare
Ausführungen dieser Behältergruppe. Als Aufhängevorrichtung dienen dabei entweder
Stützbretter, die mit kreisförmigen Aussparungen versehen und auf mittlerer Höhe horizontal
geteilt sind, oder Ausschnitte in den betreffenden Seitenwandungen. Die Aussparungen
bzw. Ausschnitte nehmen z.B. die Enden einer Wickelhülse für Folienrollen, oder die
endseitigen Lagerzapfen einer Druckwalze auf. Der zitierten Patentliteratur liegt
im wesentlichen die Verbesserung der transporttechnischen Eigenschaften derartiger
Behälter zugrunde.
[0004] Diese Aufgabe wird gemäß DE 38 08 735 A1 dadurch gelöst, daß bei dem Transportbehälter
für Walzen, Wickelkörper od. dgl. "auf Seitenwände und Deckel verzichtet und die Stirnwände
... klappbar gestaltet" werden. Aufgrund der hohen Packgutgewichte in dem angesprochenen
Verpackungssegment wird für eine solche Konstruktion eine enorm standfeste Arretierung
der allein tragenden Stirnwände notwendig. Eine solche Konstruktion wird außerdem
dem Transportschutz im Export nur dann gerecht, wenn der Schutz gegenüber äußeren
Einflüssen gewährleistet ist. Die für diesen Zweck angedachte "Lamellenemballage"
wir der Schutzfunktion zwar gerecht, vermindert jedoch die transporttechnischen Vorteile
der Neuerung.
[0005] In dem U.S.-Patent 37 96 340 wird neben der leichten Zerlegbarkeit der "Transport-Rahmen"
(a ... rack, which can be quickly and easily disassembled) eine Größenanpassbarkeit
bezogen auf unterschiedliche Packgutlängen beschrieben. Die Anpassbarkeit wird in
dem Fall durch Bevorratung unterschiedlich langer "Stützleisten" (beams) bzw. "Seitenwandungen"
(wall sections) realisiert. Diese werden zwischen den metallenen Stirnteilen angeordnet,
um unterschiedlich lange Behälter zu erzeugen. Die Stirnwände sind aufwendig gestaltet
(geschweißt), denn sie übernehmen gleichzeitig wesentliche Behälterfunktionen wie:
Tragen der Stapellast, Verbinden der Behälterelemente, Aufnahme des Packguts u.a.
Nach dem Zerlegen des Behälters ist der Zusammenhalt der Einzelteile nicht mehr gewährleistet.
Da der Spezialbehälter aufgrund des nicht verschließbaren Stirnwandausschnittes auch
nicht für eine Zweitverwendung (z.B. Befüllung mit Schüttgut) zur Verfügung steht,
reduziert sich im Export der transporttechnische Vorteil auf das allerdings sehr kleine
Transportvolumen im Leerzustand, wenn man von einer Mehrfachnutzung nur der Stirnwände
ausgeht ("reuse of the major components of the rack"). Die Ausschnitte in den Stirnwänden
sind notwendig und können bei diesem Behälter auch nicht durch eingesetzte Aufhängevorrichtungen
ersetzt werden, denn die seitliche Freiheit wird gefordert, um das auf einen Tragdorn
gesteckte Packgut in der Verpackung absetzen zu können. Lösbare Verschlussteile hätten
hier die Anzahl der nicht zusammenhängenden Einzelteile bzw. den Fertigungsaufwand
noch erhöht.
[0006] Mit dem Gebrauchsmuster G 91 03 084.6 wurde die Anpassbarkeit auf unterschiedlich
lange Packgüter dadurch erzielt, daß "mindestens eine Aufhängevorrichtung oder Behälterinnenwand
in unterschiedlichem Abstand von der zugeordneten Behälterwand in dem Behälter befestigbar
ist". Die zwecks Volumenreduzierbarkeit gewählte Ausführung der Behälteraußenwandungen
als Faltrahmen birgt in dieser Neuerung den Nachteil, daß der Rahmen vor dem Einsetzen
des Packgutes aufgestellt werden muß, um die als Packgutauflager dienenden Innenwandungen
fixieren zu können. Damit wird der seitliche Zugriff versperrt und das Packgut muß
in Folge gekrant werden. Aufgrund der mit der Machart des Behälters einhergehenden
Verbindungstechnik von Wandungen sowie die unbequem handzuhabenden und nicht formschlüssigen
Arretierungen der Innenwände konnte sich dieser Behälter auf dem Markt nicht durchsetzen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Behälter bereitzustellen, der
- leicht aufzubauen,
- leicht zu zerlegen,
- im Leergut einteilig, klein und kompakt,
- einfach und sicher zu befüllen,
- einfach und sicher zu entleeren,
- bezogen auf unterschiedliche Packgutlängen größenvariabel,
- für eine Zweitverwendung, z.B. die Befüllung mit Schüttgut, uneingeschränkt verwendbar
und
- preiswert herzustellen ist.
[0008] Diese Aufgabe wird durch einen Behälter mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen 2 bis 5 angegeben.
[0009] Die Bodengruppe eines solchen Behälters besteht aus einer Palette mit einem festen,
umlaufenden Bodenrahmen, der mehrere Funktionen erfüllt. Einerseits lassen sich in
den durch den umlaufenden Rahmen aufgespannten, flachen Behälter die zusammengelegten
Behälterteile versenken. Durch Auflegen des Deckels erhält man so im Leerzustand eine
kompakte Verpackungseinheit.
[0010] Zum Aufbau des Behälters werden die längsseitigen Behälterwandungen in den Bodenrahmen
gestellt. So können die Einzelteile der Reihe nach zusammengefügt werden, was sich
selbst für eine einzelne Person sehr leicht gestaltet. Entsprechend leicht gestaltet
sich der Abbau, d.h. das Zerlegen des Behälters. Mit Hilfe von in oder an der Bodengruppe
befestigten Bauteilen läßt sich ein "Auffächern" einer oder mehrerer Seitenwandungen
erzielen. Hierdurch wird die Befüllung des Behälters vereinfacht, denn die Gefahr
des Anstoßens mit der empfindlichen Packgutoberfläche an eine Behälterwandung wird
verringert. Für die Entladung gilt dieser Vorteil entsprechend.
[0011] Bodengruppe und Wandungsteile bestehen aus einfachen Zuschnitten, im wesentlichen
Rechteckplatten und Leisten. Die Festigkeit erhält der Behälter durch die formschlüssige
Anordnung der Komponenten Boden, Wandungsteile und Deckel, die gegeneinander verspannt
werden können. Durch die Verwendung dieser einfachen Komponenten gestaltet sich die
Fertigung günstig.
[0012] Die Größenanpassung an verschiedene Packgutlängen kann vorgesehen werden, indem an
den Seitenwänden mehrere Nuten bzw. Leisten vorgesehen werden, in die die Stirnwände
mit variablem Abstand eingeschoben werden können. In jedem Fall erhält man durch die
realisierte Behälterkonstruktion einen soliden, geschlossenen Behälter, wodurch dieser
einen Zweitnutzen als Schüttgutbehälter erfährt.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel ist in den Figuren 1 bis 6 dargestellt und wird im folgenden
näher beschrieben.
- Figur 1
- zeigt die Bodengruppe, bestehend aus einer Bodenplatte (5) mit Kufen (1) und einem
umlaufenden Rahmen (2), in dem eine längsseitige Behälterwandung (3) mit Nuten bzw.
aufgesetzten Leisten (4) aufgestellt ist.
- Figur 2
- zeigt den Behälter in einer fortgeschrittenen Phase des Zusammenbaus. Neben einer
weiteren Seitenwand 3 ist hier eine halbe Stirnwandung (6) eingesetzt, die auf der
Innenseite derart gestaltet ist, daß sie als Auflager (7) für ein einzubringendes
Packgut dienen kann. Die in dieser Figur dargestellte Nuten- bzw Leistenanordnung
(12) dient der Anpassung des Behälters an unterschiedliche Packgutlängen.
- Figur 2a
- zeigt eine Variation des Behälters, bei der Teile der Stirnwandungen an eine Seitenwand
angelenkt sind.
- Figur 3
- zeigt einen Behälter mit "aufgefächerten" Seitenwandungen und einem eingesetzten Beispielpackgut
(9) sowie ein weiteres Wandungsteil für die obere Stirnseite.
- Figur 3a
- zeigt die Variante mit angelenkten Stirnseiten gem. Figur 2a mit einer eingesetzten
Seitenwand.
- Figur 4
- zeigt den Behälter mit eingesetztem Beispielpackgut und senkrecht aufgestellten Seitenwandungen.
- Figur 5
- zeigt den aufgebauten, gefüllten Behälter in einer Gesamtansicht.
- Figur 6
- zeigt den zusammengelegten, leeren Behälter in einer Gesamtansicht.
[0014] Gemäß Fig. 1 besteht ein Behälter aus einer Bodenplatte (5) auf deren Unterseite
Kufen (1) angebracht sind, die die Unterfahrbarkeit gewährleisten. Auf der Oberseite
ist umlaufend ein Leistenrahmen (2a) aufgebracht, der den aus Rechteckplatten bestehenden
Bodenrahmen (2) nach außen, d.h. von der Palette weg, an der Unterkante formschlüssig
umgibt. Die Rechteckplatten können mit Hilfe von über die Kanten geklebtem bzw. geheftetem
Textil- oder Kunststoffmaterial oder mit Eckbeschlägen aus beliebigem Material verbunden
werden. Der umlaufende Leistenrahmen ist im konkreten Fall der Holzfertigung Träger
einer wesentlichen Verbindungs- und Festigkeitsfunktion. Die Machart des gesamten
umlaufenden Bodenrahmens ist für die Neuerung jedoch unwesentlich.
[0015] Außerdem sollen auf der Bodenplatte Leisten (11) angebracht sein, die dazu dienen
eine eingestellte Seitenwand in einem definierten Anstellwinkel gegenüber der Vertikalen
zu fixieren. Der "Öffnungswinkel" des Behälters wird dabei günstigerweise so groß
gewählt, daß eine Verbesserung des Verpackungsvorgangs erzielt wird. Dies ist bei
heutigen Handlingsbedingungen bereits bei einer Öffnung von mehreren Zentimetern gegenüber
vertikaler Wände gegeben. Allerdings muß der Winkel auch so klein gewählt werden,
daß die unteren Stirnwandteile (6) nicht aufwendig modifiziert werden müssen. Eine
weiter unten beschriebene Anschrägung der Einschübe würde dann so groß ausfallen,
daß der Behälter undicht wird. Bei extremen Öffnungswinkeln (> 25° gegenüber der Vertikalen)
leidet auch die praktische Funktionalität der Behälter.
[0016] Wie in Figur 2 dargestellt, ist es denkbar an den Seitenwänden (3) mehrere Leisten
(8) anzubringen, so daß die stirnseitigen Einschübe (6) unterschiedlich beabstandet
und verschieden lange Packgüter aufgenommen werden können. Die Seitenwände selbst
können durch Rechteckplatten dargestellt werden.
[0017] Die längsseitigen Behälterwandungen (3) fungieren als Zentrierung für die Einschübe
(6), die dem Öffnungswinkel der Seitenwände entsprechend unten leicht angeschrägt
sind. Die Anschrägung der stirnseitigen Einschübe endet etwa auf der Höhe der Oberkante
des umlaufenden Palettenrahmens (2).
[0018] Auf diese Weise erreicht man, daß bei eingesetztem Packgut, welches in Fig. 3 durch
eine großformatige Folienrolle (9) repräsentiert wird, ein einfaches, nahezu kräftefreies
Aufstellen einer nicht senkrecht eingestellten Wand möglich ist. Die Einschübe sind
günstigerweise zweiteilig ausgeführt und bestehen aus einem Oberteil (10) und einem
Unterteil (6).
[0019] In der Praxis zeigt sich, daß übliche oder auf ein Spiel zwischen Behälterelementen
ausgelegte Fertigungstoleranzen geeignet sind, die beschriebene Funktionalität zu
gewährleisten, ohne Anschrägungen an den Einschüben oder andere Details vorsehen zu
müssen. Nur wenige Millimeter Freiraum zwischen der unabhängig einzusetzenden Behälterwand
und dem Bodenrahmen bzw. anderen benachbarten Behälterelementen bewirken ein leichtes
Auffächern der Seitenwand. Bei Verzicht auf das seitliche Auffächern eröffnet sich
bei paßgenauer Fertigung immerhin noch die Möglichkeit, die Seitenwand nach dem Einsetzen
des Packgutes in den Bodenrahmen zu stellen. Für eine solche Variation werden die
Einschübe bzw. Packgutauflager entsprechend stabil ausgeführt, durch andere Behälterelemente
gestützt oder direkt mit einer parallel zur Packgutachse liegenden Wand verbunden.
[0020] Eine derartige Verbindung kann beispielsweise durch ein Anlenken von Stirnwand-bzw.
Auflagerteilen (6) an eine Seitenwand (3) mit Hilfe eines Scharniers (15) geschehen,
wie es die Figur 2a zeigt. Das bewirkt neben einer Stabilisierung der Packgutauflager
(6) während des Aufbaus eine Reduzierung der Anzahl einzeln zu manipulierender Behälterteile.
Diese Eigenschaft der Ausführungsvariante kann einen Vorteil an manuellen Verpackungsarbeitsplätzen
darstellen.
[0021] Oberer und unterer Einschub bzw. Stirnwandungsteil sind sandwichartig aus zwei oder
mehreren Platten aufgebaut. Die die Außenseite bildende Platte (10a) ist dabei, wie
in Figur 3 sichtbar, bei dem oberen Teil (10) über die Teilungsebene hinaus ragend
ausgeführt, während sie bei dem unteren Teil (6) zurückgesetzt ist. So wird erreicht,
daß die an der Innenseite durch eine Materialaussparung realisierte Aufhängevorrichtung
(7) in Fig. 2 bei dem unteren Einschubteil (6) von der Seite zugänglich ist. Bei einem
mittels Gabelstapler und Tragdorn manipulierten Packgut (9) ist die seitliche Freiheit
unabdingbar, um dieses in der Verpackung absetzen zu können.
[0022] Mit dem Einsetzen der oberen Hälfte entsteht durch die beschriebene Überlappung eine
formschlüssige Sicherung gegen Verschieben des Packgutes in axialer Richtung.
[0023] Stehen bei Seitenwandungen des Behälters senkrecht, ergibt sich der Zustand gemäß
Figur 4. Jetzt werden die deckelseitigen Einschübe (10, Fig.3) eingesetzt und der
Behälter mit einem Deckel verschlossen. Dieser ist gemäß Fig. 5 mit Hilfe einer Rechteckplatte
(13) und einem Leistenrahmen (14) als Stülpdeckel ausgebildet.
[0024] Die Standfestigkeit des Behälters wird noch erhöht, wenn die Behälterteile gegeneinander
verspannt werden. Dies kann beispielsweise durch Umreifen oder ein in Fig. 5 dargestelltes
Spannverschlusselement erfolgen.
1. Zusammenlegbarer, voll- oder mindestens teilweise vollwandig ausgeführter Transport-
und Lagerbehälter mit an gegenüberliegenden Seitenwänden positionierten Aufhängevorrichtungen
zur Aufnahme eines oder mehrerer walzenförmiger Packgüter,
dadurch gekennzeichnet, daß
die parallel zur Packgutachse liegenden Behälterwandungen unabhängig voneinander senkrecht
oder in einer durch einen spitzen Winkel gegenüber der Senkrechten gekennzeichneten
Lage in einen bodenseitigen, flachen Rahmen gestellt werden und somit einen quaderförmigen
bzw. einen sich nach oben aufweitenden Behälterschacht einfassen.
2. Behälter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die parallel zur Packgutachse liegenden Behälterwandungen auf der Innenseite mit Nuten
bzw. durch Leisten erzeugte Zwischenräume ausgestattet sind, in denen als Stirnwandung
und/oder Packgutauflager dienende Einschübe entweder in vorgegebenem oder einem in
bestimmten Grenzen frei wählbarem Abstand voneinander geführt sind.
3. Behälter nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
als Stirnwandung und/oder Packgutauflager dienende Einschübe auf mindestens einer
Seite eine nichtgerade Kante aufweisen, womit ein Eingriff in die zugeordnete Führungsnut
an der Seitenwand bei verschiedenen Anstellwinkeln dieser Seitenwand gegenüber der
Vertikalen gewährleistet ist.
4. Behälter nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
als Stirnwandung und/oder Packgutauflager dienende Einschübe aus einem Unterteil und
einem Oberteil bestehen, wobei die Außenwandung der sandwichartig aufgebauten oberen
Hälfte über die Teilungsebene nach unten ragt während sie bei der unteren Hälfte entsprechend
zurückgesetzt ist.
5. Behälter nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
zur Ladeeinheitensicherung bzw. Verbesserung der Standfestigkeit der Verpackung ein
lösbares Spannverschlusselement zur Anwendung kommt, welches den Deckel und den Boden
gegeneinander verspannt.