[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Elektromagnetische Aktuatoren werden insbesondere zur Betätigung vom Gaswechselventilen
in Brennkraftmaschinen verwendet. Ein derartiger Aktuator ist beispielsweise aus der
DE 296 04 946 U1 bekannt. Dieser vorbekannte Aktuator weist einen Stößel und einen
quer zur Stößel-Längsachse befestigten Anker auf sowie zwei Elektromagnete mit sich
gegenüberliegenden Polflächen, zwischen denen der Anker gegen die Kraft zweier Stellfedern
linear bewegbar ist. Durch abwechselnde Bestromung der beiden Elektromagnete wird
der Anker, der bei stromlos geschalteten Elektromagneten durch die Stellfedern etwa
in der Mitte zwischen den Polflächen der Elektromagnete festgehalten wird, zwischen
den Polflächen der Elektromagnete hin- und herbewegt und über den mit dem Anker mitbewegten
Stößel ein Gaswechselventil betätigt.
[0003] Der wesentliche Nachteil dieses Aktuators liegt darin, daß Störgrößen, insbesondere
Temperaturschwankungen, Viskositätsänderungen des Schmiermittels oder Verschmutzungen
des Aktuators zu betriebsbedingten Schwankungen der auf den Anker wirkenden Magnetkraft
und folglich zu erhöhtem Materialverschleiß führen, so daß ein sicherer Dauerbetrieb
des Aktuators nicht gewährleistet ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 anzugeben, das kostengünstig durchführbar ist und durch das die
Lebensdauer des Aktuators erhöht wird, um einen sicheren Dauerbetrieb zu ermöglichen.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichen des Patentanspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Erfindungsgemäß werden der Anker und der mit diesem verbundene Stößel in einem gemeinsamen
Prozeßschritt durch Oberflächenbehandlung gehärtet. Vorzugsweise werden der Anker
und der Stößel als zwei getrennte Bauteile hergestellt, die in einem der Oberflächenbehandlung
vorangehenden Prozeßschritt zu einer Anker-Stößel-Baugruppe fest miteinander verbunden
werden. In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens werden der Anker und der Stößel
aus einem einzigen Rohling als einteilige Anker-Stößel-Baugruppe hergestellt.
[0007] Bei der Oberflächenbehandlung wird vorteilhafterweise die gesamte Oberfläche der
Anker-Stößel-Baugruppe, beispielsweise durch Salzbadnitrieren, mit einer verschleißhemmenden
Schicht, insbesondere mit einer Titan-Nitrid-Schicht, beschichtet. Alternativ kann
die Anker-Stößel-Baugruppe auch durch Nitrierverfahren gehärtet werden, bei denen
Stickstoff in die Oberfläche der Anker-Stößel-Baugruppe eingebracht wird, beispielsweise
durch Plasmanitrieren.
[0008] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figur näher beschrieben. Diese zeigt als
bevorzugtes Ausführungsbeispiel einen Aktuator zur Betätigung eines Gaswechselventils
in einer Brennkraftmaschine.
[0009] Gemäß der Figur weist der Aktuator einen in Kraftwirkung mit einem Gaswechselventil
5 stehenden Stößel 2, einen mit dem Stößel 2 quer zur Stößel-Längsachse befestigten
Anker 1, sowie einen als Öffnermagnet wirkenden Elektromagneten 3 und einen von diesem
in Richtung der Stößel-Längsachse beabstandet angeordneten, als Schließermagnet wirkenden,
weiteren Elektromagneten 4 auf. Die Elektromagnete 3, 4 sind mittels eines Gehäuseteils
7 miteinander verbunden und weisen gegenüberliegende Polflächen 31, 41 auf, zwischen
denen der Anker 1 durch abwechselnde Bestromung der Erregerspulen 30, 40 der beiden
Elektromagnete 3, 4 linear bewegt wird. Zwei gegensinnig wirkende Stellfedern 60,
63, die zwischen dem Offnermagnet 3 und dem Gaswechselventil 5 angeordnet sind und
mittels zweier Federteller 61, 62 am Aktuator bzw. Zylinderkopf 8 der Brennkraftmaschine
befestigt sind, bewirken, daß der Anker 1 im stromlosen Zustand der Erregerspulen
30, 40 in einer Zwischenstellung etwa in der Mitte zwischen den Polflächen 31, 41
der Elektromagnete 3, 4 festgehalten wird. Zum Schließen des Gaswechselventils 5 wird
die Erregerspule 40 des Schließermagnets 4 bestromt, so daß der Anker 1 in Richtung
Polfläche 41 des Schließermagnets 4 bewegt wird und dort bis zur Unterbrechung des
Stromflusses festgehalten wird. Entsprechend wird der Anker 1 zum Öffnen des Gaswechselventils
5 durch Bestromung der Erregerspule 30 des Öffnermagneten 3 zu dessen Polfläche 31
hin bewegt und dort festgehalten.
[0010] Die Elektromagnete 3, 4 und der Anker 1 werden aus weichmagnetischen Materialien
mit hoher magnetischer Permeabilität gefertigt. Sie weisen einen rechteckigen Querschnitt
auf, so daß man eine optimale Raumausnützung beim Einbau des Aktuators in die Brennkraftmaschine
erreicht.
[0011] Der Anker 1 und der Stößel 2 werden zunächst durch Schweißen, Kleben, Löten oder
Verformen zur Anker-Stößel-Baugruppe 1, 2 miteinander fest verbunden und in einem
darauffolgenden gemeinsamen Prozeßschritt beide gleichzeitig als Anker-Stößel-Baugruppe
1, 2 mit der verschleißhemmenden Schicht 9 beschichtet. Diese ist im vorliegenden
Beispiel eine durch Salzbadnitrieren auf die gesamte Oberfläche der Anker-Stößel-Baugruppe
1, 2 aufgebrachte Titan-Nitrid-Schicht.
[0012] Aufgrund der durch die Oberflächenbehandlung erhöhten Verschleißfestigkeit der Anker-Stößel-Baugruppe
1, 2 kann das Anker- und Stößelmaterial ohne Rücksicht auf die Materialfestigkeit
ausgewählt werden. Der Anker 1 wird vorteilhafterweise aus einem Material mit hoher
magnetischer Sättigungsflußdichte hergestellt, da dann wenig Ankermaterial zur Gewährleistung
der erforderlichen magnetischen Kräfte benötigt wird und die beschleunigte Masse somit
gering gehalten wird.
[0013] Die Elektromagnete 3, 4 werden nicht gehärtet, so daß die Lebensdauer des Aktuators
durch die mit lediglich geringem Arbeits- und Materialmehraufwand durchführbare Oberflächenbehandlung
des Ankers 1 und Stößels 2 auf kostengünstige Weise erhöht wird.
[0014] Des weiteren werden der Anker 1 und der Stößel 2 im vorliegenden Beispiel aus zwei
unterschiedlichen Rohlingen als zwei getrennte Bauteile hergestellt, welche erst nach
ihrer Fertigstellung zur Anker-Stößel-Baugruppe 1, 2 miteinander verbunden werden.
Denkbar ist jedoch auch eine, beispielsweise durch Fließpressen, aus einem Rohling,
d. h. in einem Stück, hergestellte einteilige Anker-Stößel-Baugruppe. Der Anker 1
und der Stößel 2 stellen dabei jeweils einen Bereich einer derartigen Baugruppe dar.
1. Verfahren zur Herstellung eines elektromagnetischen Aktuators mit mindestens einem
Elektromagneten (3, 4), einem durch Magnetkraft des mindestens einen Elektromagneten
(3, 4) bewegbaren Anker (1) und einem mit dem Anker (1) verbundenen Stößel (2), dadurch
gekennzeichnet, daß der Anker (1) und der mit diesem verbundene Stößel (2) in einem
gemeinsamen Prozeßschritt durch Oberflächenbehandlung gehärtet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anker (1) und der Stößel
(2) als zwei getrennte Bauteile hergestellt werden, die in einem der Oberflächenbehandlung
vorangehenden Prozeßschritt miteinander fest verbunden werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anker (1) und der Stößel
(2) als einteilige Anker-Stößel-Baugruppe hergestellt werden.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anker
(1) und der Stößel (2) durch Beschichtung mit einer verschleißhemmenden Schicht (9)
gehärtet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Anker (1) und der Stößel
(2) durch Beschichtung mit einer Titan-Nitrid-Schicht (9) gehärtet werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Anker
(1) und der Stößel (2) durch Einbringen von Stickstoff in ihre Oberfläche gehärtet
werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Anker (1) und der Stößel
(2) durch Plasmanitrieren gehärtet werden.
8. Verwendung eines nach einem der vorherigen Ansprüche hergestellten Aktuators zur Betätigung
eines Gaswechselventils (5) in einer Brennkraftmaschine.