(19)
(11) EP 0 924 473 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.06.1999  Patentblatt  1999/25

(21) Anmeldenummer: 98123959.3

(22) Anmeldetag:  17.12.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6F24F 7/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 17.12.1997 DE 19756023

(71) Anmelder: Aeroform Lüftungstechnik GmbH
68259 Mannheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Schollmeyer, Hermann, Dr.-Ing.
    68259 Mannheim (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Gesthuysen, von Rohr, Weidener, Häckel 
Postfach 10 13 54
45013 Essen
45013 Essen (DE)

   


(54) Dachentlüftungssystem


(57) Ein Dachentlüftungssystem 1 für ein Gebäude umfaßt ein Dachentlüftungsrohr 3, Mittel zur Strömungsleitung für in Richtung des freien, über Dach geführten Rohrendes des Dachentlüftungsrohrs 3 strömende Außenluft und eine Abdeckkappe 2. Die Abdeckkappe 2 ist an bzw. über dem freien Rohrende anbringbar. Ein Kappendach 5 weist sich an äußere Randbereiche 6, 7 des Kappendachs 5 anschließende Kappenwände 8 mit außerhalb des freien Strömungsquerschnitts 16 des Dachentlüftungsrohrs 3 befindlichen, in Richtung einer Dachfläche des Gebäudes ragenden Kappenenden 17, 18 auf. Von den Kappenenden 17, 18 sind die Mittel zur Strömungsleitung beabstandet und gegenüberliegend am Dachentlüftungsrohr 3 angeordnet. Die Kappenenden 17, 18 definieren mit den Mitteln zur Strömungsleitung der Außenluft quer zur Längsrichtung des Dachentlüftungsrohrs 3 zugängliche Strömungsaustrittsöffnungen 30.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Dachentlüftungssystem für ein Gebäude, das im wesentlichen aus einem Dachentlüftungsrohr und einer Abdeckkuppe besteht, die an bzw. über dem freien, über Dach geführten Rohrende des Dachentlüftungsrohrs anbringbar ist.

[0002] Ein derartiges Dachentlüftungsrohr ist beispielsweise durch das deutsche Gebrauchsmuster 295 14 513.7 bekanntgeworden. Eine Abdeckkappe der eingangs genannten Art ist in dem deutschen Gebrauchsmuster 296 10 727.1 beschrieben.

[0003] Bei der Anbringung von Abdeckkappen an Dachentlüftungsrohren ist zu beachten, daß die nachfolgende Bedingung möglichst gut erfüllt wird:

[0004] Die Abdeckkappe muß am Dachentlüftungsrohr derart ausgebildet sein, daß ein Ausströmen von Abluft aus dem Dachentlüftungsrohr bei den unterschiedlichsten Windverhältnissen gesichert ist. Es sollte gewährleistet sein, daß die Strömungs- und Druckverhältnisse im freien Endbereich des Dachentlüftungsrohres derart eingestellt sind, daß die Abluft aus dem Dachentlüftungsrohr möglichst staufrei abströmen kann und gleichzeitig sollte die Abdeckkappe bei jedem Wetter das Eindringen von Regen und Schnee in das Dachentlüftungsrohr verhindern.

[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Dachentlüftungssystem zu entwickeln, bei dem ein optimales Ausströmverhalten von Abluft aus dem Dachentlüftungsrohr bei unterschiedlichsten Windverhältnissen gewährleistet ist bzw. zusätzlich unterstützt wird.

[0006] Die erfindungsgemäße Lösung besteht in einem Dachentlüftungssystem mit einem Dachentlüftungsrohr, mit Mitteln zur Strömungsleitung für in Richtung des freien, über Dach geführten Rohrendes des Dachentlüftungsrohrs strömende Außenluft und mit einer Abdeckkappe, die ein Kappendach und sich an äußere Randbereiche des Kappendachs anschließende Kappenwände mit außerhalb des freien Strömungsquerschnitts des Dachentlüftungsrohres befindlichen, in Richtung einer Dachfläche ragenden Kappenenden aufweist, zu denen die Mittel zur Strömungsleitung beabstandet und gegenüberliegend am Dachentlüftungsrohr angeordnet sind, wobei die Kappenenden und die Mittel zur Strömungsleitung quer zur Längsrichtung des Dachentlüftungsrohrs zugängliche Strömungsaustrittsöffnungen begrenzen.

[0007] Das Dachentlüftungsrohr, die Abdeckkappe und die Mittel zur Strömungsleitung wirken in einer Weise zusammen, daß die Abluft und mit ihr Feuchtigkeit aus dem Bereich des freien Rohrendes des Dachentlüftungsrohrs staufrei bzw. durch die Außenluft strömungsunterstützt ausströmen können. Wenn im Atmosphärenbereich Außenluft ein Dach mit dem erfindungsgemäßen Dachentlüftungssystem umströmt, tritt insbesondere bei einer Strömungsrichtung der Außenluft in Richtung der Dachneigung eine Strömungskomponente auf, die in Richtung der Längsachse des Dachentlüftungsrohres gerichtet ist. Dieser Teil der Außenluft strömt teilweise an dem Dachentlüftungsrohr nach oben, wird durch die Mittel zur Strömungsleitung umgelenkt und an der Abdeckkappe vorbeigeführt. Die Enden der Mittel zur Strömungsleitung und die Kappenenden sind einander gegenüberliegend angeordnet, so daß die vorbeiströmende Außenluft die in den Freiraum zwischen Kappenenden und Enden der Mittel zur Strömungsleitung eindringende Abluft mitreißt. Durch die Mittel zur Strömungsleitung gelingt es, die Außenluft definiert an der Abdeckkappe vorbeizuleiten, ohne daß die Außenluft in den Bereich der Innenoberfläche der Abdeckkappe strömen kann.

[0008] Kappenwände der Abdeckkappe sind außerhalb des freien Strömungsquerschnitts des Dachentlüftungsrohres angebracht, damit sich an der Abdeckkappen-Unterseite bildendes Kondenswasser in Richtung Kappenenden ungehindert ablaufen kann. Das Kondenswasser wird nach außen abgeführt, und kann nicht in Innenbereich des Dachentlüftungsrohres zurücklaufen. Der Bereich zwischen Abdeckkappe und freiem Rohrende ist bei der Abdeckkappe des erfindungsgemäßen Dachentlüftungssystems frei von Vorsprüngen oder in diesen Bereich hineinragenden Gegenständen, die Leitflächen für gebildetes Kondenswasser bereitstellen können. Wenn sich Kondenswasser an der Abdeckkappen-Unterseite bildet, so kann dies zwar an Kappenenden und entsprechend vorgesehenen, an dieser Stelle nicht näher beschriebenen Befestigungsmitteln entlanglaufen. Das Kondenswasser kann aber nicht mehr in den Innenbereich des Dachentlüftungsrohrs gelangen. Durch die Saugwirkung bzw. das Umluftverhalten der die Abdeckkappe umströmenden Außenluft wird auch die sich an den Kappenenden bildende Feuchtigkeit strömungsunterstützt abgeführt.

[0009] Zusätzlich kann es insbesondere beim Auftreten größerer Mengen von Feuchtigkeit vorkommen, daß die Feuchtigkeit nicht vollständig im Bereich der Kappenenden durch die Außenluft aufgenommen werden kann. Dies führt dazu, daß sich Feuchtigkeit an den Mitteln zur Strömungsleitung anlagert. Die Mittel zur Strömungsleitung befinden sich an der Außenumfangsfläche des Dachentlüftungsrohres, so daß auch dadurch gewährleistet ist, daß die Feuchtigkeit nicht in den Innenbereich des Dachentlüftungsrohres zurückströmen kann.

[0010] Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die Mittel zur Strömungsleitung durch Windabweiser mit das Dachentlüftungsrohr zumindest teilweise und beabstandet umgebenden Windleitflächen gebildet, die einenends mit dem Dachentlüftungsrohr verbunden sind und sich anderenends bis zu einer Windleitkante erstrecken, die den Kappenenden gegenüberliegt.

[0011] Beispielsweise können Windleitflächen das Dachentlüftungsrohr vollständig umgeben, so daß die Windleitflächen die Außenfläche eines Kegelstumpfs oder Trichters bilden. Sämtliche am Dachentlüftungsrohr aufsteigende Außenluft wird dann am freien Rohrende des Dachentlüftungsrohres vorbeigeführt. Die vorbeigeführte Außenluft deckt mantelförmig zumindest teilweise einen Zylinderbereich des Dachentlüftungsrohres ab, in dem die Abdeckkappe an dem Dachentlüftungsrohr befestigt ist. Die Abdeckkappe kann daher keinen Strömungswiderstand für diese Außenluft bilden.

[0012] Kappenwände der Abdeckkappe und Windleitflächen des Windabweisers können symmetrisch und spiegelbildlich zueinander angeordnet sein, so daß die Außenluft gerichtet an den Kappenenden vorbeiströmen kann. Windleitkanten und Kappenenden sind ebenfalls spiegelbildlich bezüglich einer Ebene ausgerichtet, die senkrecht zur Längsrichtung des Dachentlüftungsrohres verläuft. Die Spiegelsymmetrie von Kappenwänden und Windleitflächen gewährleistet Luftaustrittsöffnungen, aus denen Abluft aus dem Dachentlüftungsrohr gleichmäßig und durch die Außenluft strömungsunterstützt in die Atmosphäre strömen kann. Kappenwände und Windleitflächen können bei verschiedenen Ausführungsformen hinsichtlich ihrer Form und Größe unterschiedlichst ausgebildet sein. Beispielsweise kann eine Windleitfläche senkrecht an der Außenumfangsfläche des Dachentlüftungsrohres angeformt sein, so daß die Windleitfläche in der Durchdringungsebene der Längsachse des Dachentlüftungsrohres liegt. Die Windleitfläche könnte auch einen zunehmenden Radius und einen Neigungswinkel ≤ 90° zur Längsachse des Dachentlüftungsrohres aufweisen, damit Regenwasser oder Kondenswasser nach außen abfließen kann.

[0013] Die Luftaustrittsöffnungen sind in Längsrichtung des Dachentlüftungsrohrs abgedeckt und nur in radialer Richtung zur Atmosphäre hin offen. Am Dachentlüftungsrohr aufsteigende Außenluft kann daher nicht in die Luftaustrittsöffnungen eindringen. Es wäre allerdings auch denkbar, die Windleitflächen nicht gänzlich umlaufend, sondern lediglich partiell auszubilden. Dies könnte beispielsweise in einer Weise geschehen, daß lediglich die dem First oder der Traufe zugewandten Seiten des Dachentlüftungsrohres mit Windabweisern versehen sind.

[0014] Das Ausströmverhalten von Abluft aus dem Dachentlüftungsrohr unterhalb der Abdeckkappe kann noch weiter dadurch verbessert werden, daß die Abdeckkappe bei einer weiteren Ausführungsform mehrere parallel übereinander angeordnete und Luftaustrittskanäle begrenzende Kappenwände aufweist. Die an der Abdeckkappe mit Hilfe der Windabweiser vorbeigeführte Außenluft kann gleichzeitig an mehreren in Längsrichtung des Dachentlüftungsrohrs gebildeten Ausströmöffnungen Abluft aus dem Dachentlüftungsrohr strömungsunterstützt nach außen führen.

[0015] Wenn sowohl die Kappenwände als auch die Windleitflächen von dem Dachentlüftungsrohr weggerichtet aufeinander zu verlaufen und in einer gedachten Verlängerung einen Winkel einschließen, kann erreicht werden, daß die aufsteigende Außenluft beabstandet im freien Endbereich des Dachentlüftungsrohres an diesem vorbeigeführt wird. Kappenwände und Windleitflächen definieren Luftaustrittsbereiche, aus denen Abluft infolge eines entstehenden Unterdrucks bevorzugt ausströmen kann. Andere Ausführungsformen weisen Kappenwände und Windleitflächen auf, die parallel zueinander ausgerichtet oder voneinander weg verlaufend angeordnet sind. Erfindungsgemäß werden dabei stets die definierten Luftaustrittsbereiche gebildet.

[0016] Bei einer Variante des Dachentlüftungssystems weist die Windleitfläche eine vom Dachentlüftungsrohr weggerichtete konkave Krümmung auf. Die Außenluft wird vom Dachentlüftungsrohr je nach Krümmungsgrad der Windleitfläche mehr oder weniger stark von der Außenumfangsfläche des Dachentlüftungsrohres weggeleitet, so daß sie nicht auf die Unterseite der Abdeckkappe strömen kann.

[0017] Wenn die Windleitfläche bei einer anderen Variante zum Dachentlüftungsrohr hin eine konvexe Krümmung aufweist, sollte darauf geachtet werden, daß Windleitkanten Kappenenden der Abdeckkappe in radialer Richtung des Dachentlüftungsrohres nach außen überragen bzw. zumindest mit diesen fluchten. Derartige Windleitflächen ermöglichen eine Strömungsführung der Außenluft um die durch Windleitkante und Kappenende definierte Luftaustrittsöffnung herum und verhindern ein Anströmen von Außenluft auf die Abdeckkappenunterseite. Gleichzeitig wird sichergestellt, daß die in die Atmosphäre strömende Abluft nicht im freien Endbereich des Dachentlüftungsrohres gestaut wird.

[0018] Feuchtigkeit, die sich zwischen Windabweiser und Dachentlüftungsrohr ansammeln kann, kann am Dachentlüftungsrohr nach unten abgeführt werden, wenn die Windleitflächen mit Durchgangsbohrungen versehen sind. Die Durchgangsbohrungen können in ihrer Größe entsprechend so gewählt werden, daß sich ein vorgegebenes Strömungsverhalten der das Dachentlüftungsrohr umströmenden Außenluft ergibt und in den Windleitflächen gespeichertes Wasser trotzdem austreten kann.

[0019] Die Mittel zur Strömungsleitung können an dem Dachentlüftungsrohr angeformt sein, so daß Dachentlüftungsrohr und Mittel zur Strömungsleitung lediglich ein Bauteil bilden, das vom Handwerker im Dachbereich anzubringen ist.

[0020] Vorteilhaft ist es auch, wenn die Mittel zur Strömungsleitung mit dem Dachentlüftungsrohr lösbar befestigt sind. Dies ermöglicht beispielsweise einen Austausch von durch Sturm oder Schneefall beschädigten Mitteln zur Strömungsleitung.

[0021] Bei einer bevorzugten Weiterbildung dieser Ausrührungsform sind die Mittel zur Strömungsleitung auf das Dachentlüftungsrohr aufschraubbar. Insbesondere die trichterförmige oder kegelstumpfartige Gestaltung der Mittel zur Strömungsleitung könnte im Bereich der Kegelstumpfspitze bzw. des kleineren Trichterkreises mit einem Gewinde versehen sein, um die Mittel auf einem entsprechenden Gewinde an der Außenoberfläche des Dachentlüftungsrohrs lösbar anzubringen. Die Ausbildung eines Gewindes hat den Vorteil, daß der Abstand zwischen Windleitkanten und Kappenenden der Abdeckkappe eingestellt werden kann. Die Erzeugung eines Unterdrucks im Bereich der Kappenenden läßt sich dadurch noch weiter optimieren.

[0022] Eine weitere, einfach zu handhabende Gestaltung der Befestigung der Mittel zur Strömungsleitung besteht darin, daß die Mittel an einer auf die Außenseite des freien Rohrendes aufschraubbaren Ringmutter angeformt oder an dieser fixierbar sind. Die aufschraubbare Ringmutter stellt eine leicht zugängliche lösbare Befestigung der Mittel zur Strömungsleitung am Dachentlüftungsrohr dar.

[0023] Erfindungsgemäß können zur Befestigung der Mittel zur Strömungsleitung am Dachentlüftungsrohr sämtliche lösbaren Fixiereinrichtungen verwendet werden, beispielsweise alle denkbaren Arten von Verrastungen und Schnappverschlüssen. Die Mittel zur Strömungsleitung könnten beispielsweise Stützfinger zu ihrer Anbringung besitzen, die in entsprechende Ausnehmungen im Bereich des Dachentlüftungsrohrs eingesteckt bzw. eingeklickt werden.

[0024] Die durch die Windleitkanten und die Kappenenden begrenzten Luftaustrittsöffnungen für Abluft können schützend und dennoch gut umströmbar abgedeckt sein, wenn bei einer weiteren Ausführungsform die Windleitkanten auf einer Umfangslinie eines das Dachentlüftungsrohr umgebenden Außenkreises mit einem Durchmesser liegen, der größer ist als der Durchmesser eines Außenkreises, auf dem die Kappenden der Kappenwände liegen.

[0025] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele der Erfindung, anhand der Zeichnung, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigt, und aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln, für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer Ausführungsform der Erfindung verwirklicht sein. Es zeigt:
Fig. 1
einen Schnitt in Längsrichtung eines erfindungsgemäßen Dachentlüftungssystems;
Fig. 2
einen Schnitt in Längsrichtung eines weiteren erfindungsgemäßen Dachentlüftungssystems;
Fig. 3
einen Schnitt in Längsrichtung eines dritten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Dachentlüftungssystems.


[0026] Die Erfindung ist in den Figuren schematisch dargestellt, so daß die wesentlichen Merkmale der Erfindung gut zu erkennen sind. Die Darstellungen sind nicht notwendigerweise maßstäblich zu verstehen.

[0027] Das Dachentlüftungssystem nach Fig. 1 setzt sich aus einer Abdeckkappe 2, einem Dachentlüftungsrohr 3 und Mitteln zur Strömungsleitung zusammen, die durch einen Windabweiser 4 gebildet werden. Die Abdeckkappe 2 umfaßt ein Kappendach 5, das sich in seinen Randbereichen 6 und 7 in einer umlaufenden Kappenwand 8 fortsetzt. Befestigungsmittel der Abdeckkappe 2 an dem Dachentlüftungsrohr 3 bestehen darin, daß an einer Abdeckkappen-Unterseite 9 Stützfinger 10 und 11 ausgebildet sind. Die Stützfinger 10 und 11 sind aus einem flexiblen, elastischen Kunststoff hergestellt, so daß Rastnoppen 12 und 13 leicht in Ausnehmungen 14 und 15 des Dachentlüftungsrohres 3 einrasten können, um die Abdeckkappe 2 an dem Dachentlüftungsrohr 3 zu fixieren.

[0028] Das Kappendach 5 verläuft zu seinen Randbereichen 6 und 7 hin geneigt, so daß sich an der Abdeckkappen-Unterseite 9 bildendes Kondenswasser leicht nach außen über den freien Strömungsquerschnitt 16 des Dachentlüftungsrohrs 3 hinaus ableiten läßt. Sowohl die Stützfinger 10 und 11 als auch Kappenenden 17 und 18 der Kappenwand 8 befinden sich außerhalb dieses freien Strömungsquerschnitts 16, so daß gewährleistet ist, daß kein Kondenswasser an Teilen der Abdeckkappe 2 in das Innere des Dachentlüftungsrohres 3 zurückfließen kann.

[0029] Der Windabweiser 4 besitzt eine umlaufende, das Dachentlüftungsrohr 3 vollständig umringende Windleitfläche 19, die sich bis zu freien Windleitkanten 20 und 21 erstreckt. Der Windabweiser 4 ist an dem Dachentlüftungsrohr 3 lösbar befestigt, weil sowohl an dem Dachentlüftungsrohr 3 als auch an einem Befestigungsabschnitt 22 des Windabweisers 4 ein Gewinde ausgebildet ist. Der Windabweiser 4 könnte aber auch an dem Dachentlüftungsrohr 3 bereits angeformt sein. Die Windleitflächen 19 umgeben das Dachentlüftungsrohr 3 trichterförmig und bilden eine Art Kegelstumpf. Regenwasser, das in den Kegelbereich 23 eindringen kann, wird über mehrere Durchgangsbohrungen 24 abgeleitet. Ebenso kann von einer Innenseite 25 der Kappenwand 8 Kondenswasser in den Kegelbereich 23 tropfen und über die Durchgangsbohrungen 24 austreten. Der Kegelbereich 23 könnte aber auch vollkommen im Bereich der Windleitkanten 20, 21 verschlossen und mit einer schräg verlaufenden Fläche versehen sein, die gewährleistet, daß auf diese Fläche tropfendes Wasser über die Windleitkanten 20, 21 hinaus ablaufen kann.

[0030] Wenn nun Außenluft an dem Dachentlüftungsrohr 3 in Strömungsrichtung 26 aufströmt, wird die Außenluft durch den Windabweiser 4 abgeleitet, wie die weiteren Strömungsrichtungen 27, 28 und 29 symbolisieren. Die Außenluft strömt an den Windleitflächen 19 entlang und an einer Luftaustrittsöffnung 30 vorbei. Die vorbeiströmende Außenluft erzeugt im Bereich der Luftaustrittsöffnung 30 einen Unterdruck, der eine Saugwirkung auf eine in dem Dachentlüftungsrohr 3 zur Abdeckkappe 2 in Strömungsrichtung 31 aufsteigende Abluft ausübt. Aufgrund dieser Saugwirkung strömt die Abluft weiter in Strömungsrichtung 32 und 33 und tritt über die Luftaustrittsöffnung 30 nach außen und wird von der Außenluft mitgerissen. Folglich kommt es zu einer guten Entlüftung im Bereich der Abdeckkappe, so daß auch verhindert wird, daß eine unangenehme Geruchsbildung innerhalb des Dachentlüftungsrohres 3 entstehen kann. Die Strömungsgeschwindigkeit der Abluft wird durch diese konstruktiven Maßnahmen im Bereich der Luftaustrittsöffnung 30 erhöht. Auch die sich im Bereich der Kappenenden 10 und 18 bildende Feuchtigkeit kann von der Außenluft zumindest teilweise aufgenommen bzw. abtransportiert werden. Mit Hilfe der Gewinde am Dachentlüftungsrohr 3 und am Befestigungsabsatz 22 läßt sich die Größe der Luftaustrittsöffnung 30 variieren. Die Beabstandung zwischen den Kappenenden 17, 18 und den Windleitkanten 20 und 21 ist einstellbar.

[0031] Aus Fig. 2 ist ersichtlich, daß sich ein Dachentlüftungssystem 41 aus einer Abdeckkappe 42, einem Dachentlüftungsrohr 43 und Mitteln zur Strömungsleitung von Außenluft zusammensetzt. Die Mittel zur Strömungsleitung werden durch einen Windabweiser 44 gebildet. Randbereiche 46 und 47 gehen in eine Kappenwand 48 über. Die Kappenwand 48 besitzt einen kreisförmigen Innendurchmesser, so daß die Kappenwand 48 umlaufend ausgebildet ist. Die Abdeckkappe 42 deckt einen freien Strömungsquerschnitt 49 des Dachentlüftungsrohrs 43 vollständig ab. Die Abdeckkappe 42 besitzt Stützfinger 50 und 51, mit deren Hilfe die Abdeckkappe 42 an einer Ringmutter 52 befestigt werden kann. Die Ringmutter 52 ist auf das Dachentlüftungsrohr 43 aufschraubbar. Sowohl die Ringmutter 52 als auch das Dachentlüftungsrohr 43 besitzen hierzu ein Gewinde. Die Stützfinger 50 und 51 sind mit Rastnoppen 53 und 54 versehen, die mit Ausnehmungen 55 und 56 verrasten können. An den Stützfingern 50 und 51 ist eine weitere umlaufende Kappenwand 57 angeformt, die der Kappenwand 48 nachgebildet ist. Die Kappenwände 48 und 57 sind parallel übereinander angeordnet, so daß Wandenden 58 und 59 einander beabstandet gegenüberliegen.

[0032] Wenn sich an der Abdeckkappen-Unterseite 60 der Abdeckkappe 42 Kondenswasser niederschlägt, kann das Kondenswasser an der Abdeckkappen-Unterseite 60 bis zu Wandenden 58 entlang von Ablaufrillen 61 abfließen. Weiterhin kann Kondenswasser an den Stützfingern 50 und 51 und der Kappenwand 57 in Richtung Dachfläche geleitet werden, so daß gewährleistet ist, daß in den freien Strömungsquerschnitt 49 des Dachentlüftungsrohrs 43 keine Feuchtigkeit eindringt.

[0033] Die Mittel zur Strömungsleitung, d.h. die Windabweiser 44, besitzen Windleitflächen 62, die in einer freien Windleitkante 63, 64 enden. Die Windleitfläche 62 ist umlaufend ausgebildet und umgibt das Dachentlüftungsrohr vollständig auf 360°. Es wäre aber auch denkbar, beispielsweise lediglich 90° des Außenumfangs abzudecken, beispielsweise in Richtung First oder Traufe. Die Windabweiser 44 sind an das Dachentlüftungsrohr 43 angeformt. Die Windleitflächen 62 sind konkav gekrümmt. Wenn Außenluft an dem Dachentlüftungsrohr 43 in Strömungsrichtung 65 nach oben strömt, wird die Außenluft in Strömungsrichtung 66, 67 und 68 abgelenkt. Die Außenluft wird hierbei an Luftaustrittskanäle 69 und 70 vorbeigeführt. Die Außenluft kann aber nicht in die Luftaustrittskanäle 69 und 70 hineinströmen. Wenn nun aus dem Innenbereich des Dachentlüftungsrohres 43 Abluft in Richtung der Abdeckkappe 42 in einer Strömungsrichtung 71 ausströmt, wird die Abluft von der die Abdeckkappe 2 umströmenden Außenluft angesaugt. Die Außenluft erzeugt im Bereich der Luftaustrittskanäle 69 und 70 einen Unterdruck. Die Abluft gelangt in Strömungsrichtung 72 und 73 zwischen den Kappenwänden 48 und 57 durch den Luftaustrittskanal 70, wo sie von der Außenluft mitgerissen wird. Die Abluft kann aber auch in Strömungsrichtung 74 und 75 über die Luftaustrittsöffnung 69 austreten. Das Dachentlüftungssystem 41 ermöglicht eine gute Abführung der Abluft aus dem Dachentlüftungsrohr 43 nach außen, obwohl der freie Strömungsquerschnitt 49 vollständig nach außen abgedeckt ist. Die Abdeckkappe 42 kann von der Außenluft gut umströmt werden, ohne einen übermäßigen Strömungswiderstand darzustellen.

[0034] Bei einem Dachentlüftungssystem 81 gemäß Fig. 3 ist eine Abdeckkappe 82 an einem Dachentlüftungsrohr 83 befestigt. Weiterhin umfaßt das Dachentlüftungssystem 81 Mittel zur Strömungsleitung, nämlich Windabweiser 84.

[0035] Ein Kappendach 85 der Abdeckkappe 82 setzt sich in Randbereichen 86 und 87 in einer umlaufenden Kappenwand 88 fort. Kondenswasser, das sich an der Abdeckkappen-Unterseite 89 bilden kann, wird mit Hilfe von Ablaufrillen 90 bis zu Wandenden 91 und 92 abgeleitet. Kondenswasser kann auch an den Stützfingern 93 und 94 entlang strömen, die zur Befestigung der Abdeckkappe 82 an einer Ringmutter 95 dienen. Die Stützfinger 93 und 94 besitzen Rastabsätze 96 und 97, die in Vorsprünge 98 und 99 der Ringmutter 95 einklinken können. Es wird verhindert, daß Kondenswasser in den Innenbereich des Dachentlüftungsrohrs 83 eindringen kann, weil der freie Strömungsquerschnitt 100 frei von in diesen Strömungsquerschnitt hineinragenden Gegenständen ist, die als Strömungshilfen für Kondenswasser dienen könnten.

[0036] An der Ringmutter 95 sind Mittel zur Strömungsleitung für die Außenluft vorgesehen, da an dem Dachentlüftungsrohr 83 in Strömungsrichtung 101 aufsteigende Außenluft an den Windabweiser 84 umgelenkt wird. Die Windabweiser 84 sind an der Ringmutter 95 angeformt, so daß die Windabweiser 84 lösbar mit dem Dachentlüftungsrohr 83 verbunden sind. Windleitflächen 102 sind konvex gekrümmt und erstrecken sich bis zu Windleitkanten 103, 104. Die Windleitkanten 103, 104 überragen in radialer Richtung die Wandenden 91 und 52 und stehen weiter als diese über eine Außenumfangsfläche 105 des Dachentlüftungsrohres 83 hinaus.

[0037] Außenluft kann an dem Dachentlüftungsrohr 83 zunächst in Strömungsrichtung 101 aufsteigen und wird dann durch die Windabweiser 84 an den Windleitflächen 102 in Strömungsrichtung 106, 107 und 108 an einer Luftaustrittsöffnung 109 vorbeigeführt. Die Außenluft kann in die Luftaustrittsöffnung 109 nicht eindringen oder gar in das Innere des Dachentlüftungsrohrs 83 vordringen. Durch das definierte Umströmen der Abdeckkappe 82 wird erreicht, daß Abluft aus dem Dachentlüftungsrohr 83 nach Außen strömen kann. Im Bereich der Luftaustrittsöffnungen 109 entstehen keine Turbulenzen oder Strömungswiderstände, die einen Austritt von Abluft verhindern könnten. Die Abluft kann in Strömungsrichtung 110, 111 und 112 angesaugt werden, weil die an der Abdeckkappe 82 vorbeiströmende Außenluft einen Unterdruck erzeugt.

[0038] Ein Dachentlüftungssystem 1 umfaßt ein Dachentlüftungsrohr 3, Mittel zur Strömungsleitung für in Richtung des freien, über Dach geführten Rohrendes des Dachentlüftungsrohrs 3 strömende Außenluft und eine Abdeckkappe 2. Die Abdeckkappe 2 ist an bzw. über dem freien Rohrende anbringbar. Ein Kappendach 5 weist sich an äußere Randbereiche 6, 7 des Kappendachs 5 anschließende Kappenwände 8 mit außerhalb des freien Strömungsquerschnitts 16 des Dachentlüftungsrohrs 3 befindlichen, in Richtung einer Dachfläche ragenden Kappenenden 17, 18 auf. Von den Kappenenden 17, 18 sind die Mittel zur Strömungsleitung beabstandet und gegenüberliegend am Dachentlüftungsrohr 3 angeordnet. Die Kappenenden 17, 18 definieren mit den Mitteln zur Strömungsleitung der Außenluft quer zur Längsrichtung des Dachentlüftungsrohrs 3 zugängliche Strömungsaustrittsöffnungen 30.


Ansprüche

1. Dachentlüftungssystem (1; 41; 81) für ein Gebäude, umfassend

ein Dachentlüftungsrohr (3; 43; 83),

Mittel zur Strömungsleitung für eine in Richtung des freien, über Dach geführten Rohrendes des Dachentlüftungsrohrs (3; 43; 83) am Dachentlüftungsrohr (3; 43; 83) entlang strömende Außenluft und

eine Abdeckkappe (2; 42; 82),

die über dem freien Rohrende des Dachentlüftungsrohres (3; 43; 83) anbringbar ist und aus einem Kappendach (5; 45; 85) und sich an äußere Randbereiche (6, 7; 46, 47; 86, 87) des Kappendachs (5; 45; 85) anschließende Kappenwände (8; 48, 57; 88) mit außerhalb des freien Strömungsquerschnitts (16; 49; 100) des Dachentlüftungsrohrs (3; 43; 83) befindlichen, in Richtung einer Dachfläche des Gebäudes ragenden Kappenenden (17, 18; 58, 59; 91, 92) gebildet ist, zu denen die Mittel zur Strömungsleitung beabstandet und gegenüberliegend am Dachentlüftungsrohr (3; 43; 83) angeordnet sind, wobei die Kappenenden (17, 18; 58, 59; 91, 92) und die Mittel zur Strömungsleitung quer zur Längsrichtung des Dachentlüftungsrohrs (3; 43; 83) zugängliche Strömungsaustrittsöffnungen (30; 109) begrenzen.


 
2. Dachentlüftungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Strömungsleitung durch Windabweiser (4; 44; 84) mit das Dachentlüftungsrohr (3; 43; 83) zumindest teilweise und beabstandet umgebenden Windleitflächen (19; 62; 102) gebildet sind, die einenends mit dem Dachentlüftungsrohr (3; 43; 83) verbunden sind und sich anderenends bis zu einer Windleitkante (20; 63; 103) erstrecken, die den Kappenenden (17, 18; 58, 59; 91, 92) gegenüberliegt.
 
3. Dachentlüftungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckkappe (42) mehrere parallel übereinander angeordnete und Luftaustrittskanäle (69, 70) begrenzende Kappenwände (48, 57) aufweist.
 
4. Dachentlüftungssystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Kappenwände (8; 48, 57; 88) als auch die Windleitflächen (19; 62; 102) von dem Dachentlüftungsrohr (3; 43; 83) weg gerichtet aufeinander zu verlaufen und in einer gedachten Verlängerung einen Winkel einschließen.
 
5. Dachentlüftungssystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß Windleitflächen und Kappenwände parallel zueinander ausgerichtet sind.
 
6. Dachentlüftungssystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß Windleitflächen und Kappenwände voneinander weg verlaufend angeordnet sind.
 
7. Dachentlüftungssystem nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Windleitfläche (19; 62; 102) eine vom Dachentlüftungsrohr (3; 43; 83) weg gerichtete, konkave oder konvexe Krümmung aufweist.
 
8. Dachentlüftungssystem nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Windleitflächen (19; 62; 102) mit Durchgangsbohrungen (24) versehen sind.
 
9. Dachentlüftungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Strömungsleitung an dem Dachentlüftungsrohr (3; 43; 83) angeformt sind.
 
10. Dachentlüftungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Strömungsleitung an dem Dachentlüftungsrohr (3; 43; 83) lösbar befestigt sind.
 
11. Dachentlüftungssystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Strömungsleitung auf das Dachentlüftungsrohr (3; 43; 83) aufschraubbar sind.
 
12. Dachentlüftungssystem nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Strömungsleitung an einer auf die Außenseite des freien Rohrendes aufschraubbaren Ringmutter (52; 95) angeformt oder an dieser fixierbar sind.
 
13. Dachentlüftungssystem nach einem der Ansprüche 2 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Windleitkanten (20; 63; 103) auf einer Umfangslinie eines das Dachentlüftungsrohr (3; 43; 83) umgebenden Außenkreises mit einem Durchmesser liegen, der größerer ist als der Durchmesser eines Außenkreises, auf dem die Kappenenden (17, 18; 58, 59; 91, 92) der Kappenwände (8; 48, 57; 88) liegen.
 




Zeichnung