[0001] Die Erfindung betrifft einen Drehmomentschlüssel nach den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruches 1.
[0002] Bei einem aus der EP 0 133 557 bekannten Drehmomentschlüssel ist ein Mikroprozessor
mit Tastatur vorgesehen, über die jeweils gewünschte Daten wie Sollwerte, Grenzwerte,
oder dergleichen für den Anziehvorgang als Vorgabe gewählt eingebbar sind. Entsprechend
diesen Vorgaben wird der Anziehvorgang z. B. einer Schraube überwacht. Bei Erreichen
bestimmter Grenzwerte erfolgt dabei eine automatische Abspeicherung dieser erreichten
Werte. Als nachteilig hat sich dort die Geber-Technik für die Meßwerte der Drehwinkel-Meßeinrichtung
herausgestellt, welche aus einem Impulsrad und einer Reflexsonde im wesentlichen besteht.
Es ist diese Geber-Technik sehr aufwendig und beispielsweise hinsichtlich Verschmutzung
sehr anfällig. Darüber hinaus wird durch die Anordnung Impulsrad/Reflexsonde die Geometrie
des Schlüssels wesentlich bestimmt.
[0003] Weiter ist ein Drehmomentschlüssel aus der DE 43 43 110 A1 bekannt, bei welchem ein
Sensor als Beschleunigungssensor zur Erfassung der Drehwinkelbeschleunigung ausgebildet
ist, dessen Meßwerte die Auswertevorrichtung zur Ermittlung des Drehwinkels zweimal
zeitlich integriert.
[0004] Ausgehend von dem zuletzt genannten Stand der Technik beschäftigt sich die Erfindung
mit der technischen Problematik, den bekannten, vorbezeichneten Drehmomentschlüssel
so auszugestalten und weiterzubilden, daß eine vereinfachte Bedienung gegeben ist.
[0005] Diese Problematik ist beim Gegenstand des Anspruches 1 gelöst. Der Beginn der Bestimmung
des Auslenkwinkels wird automatisch festgelegt. Die Art der zeitlichen Integration
der Meßwerte ist abhängig von der Gesamtgestaltung der Auswertevorrichtung und insbesondere
auch von der Ausgabe der Meßwerte des Beschleunigungsensors. So kann die Integration
mittels Differenzverstärkers in an sich bekannter Weise erfolgen, wenn die Auswertung
der Meßwerte analog erfolgt. Ist ein Mikroprozessor beispielsweise vorgesehen, so
kann eine Auswertung auch digital erfolgen und stehen hierfür verschiedene numerische
Integrationsverfahren zur Verfügung, mit denen der Mikroprozessor dann programmierbar
ist. Geeignete Beschleunigungssensoren sind bekannt und handelsüblich. Bevorzugt verwendet
werden solche Beschleunigungssensoren, die in einem definierten Abstand zu der Schwenkachse
in dem Drehmomentschlüssel angeordnet sind und denen die Schwenkachse des Drehmomentschlüssels
als virtueller Festpunkt dient. Dieser Abstand ist abhängig von dem Typ des verwendeten
Beschleunigungssensors und danach auch auszurichten. Im Gegensatz zu Beschleunigungssensoren
für die Erfassung von Drehwinkelbeschleunigungen, welche ringförmig um eine Drehachse
beispielsweise angeordnet sind, hat die bevorzugte Anordnung den Vorteil, daß hier
keine Messung zwischen drehachsenfesten und schlüsselfesten Bauteilen erfolgt. Nachstehend
ist unter einem Ablenkwinkel der Anteil des Drehwinkels zu verstehen, welcher üblicherweise
von definierten Anfangsbedingungen einer Nullwinkellage wie beispielsweise einer räumlichen
Lage des Drehmomentschlüssels zu einem Gehäuse zu zählen beginnt und mit der Beendigung
des Anziehvorganges bzw. Kontrollvorganges gleichfalls dann endet.
[0006] Hierdurch wird neben der Messung des Drehoments auch durch den Auslenkwinkel der
sichere Anzug beispielsweise einer Schraube festgestellt. Eine solche Nullwinkellage
kann dem Drehmomentschlüssel beispielsweise manuell eingegeben werden. Zumeist wird
jedoch ein Drehmomentschlüssel der eingangs genannten Art zur Kontrolle des Anzuges
von beispielsweise Schrauben für eine Vielzahl gleichartiger Verschraubungen in einer
Serienfertigung verwendet. Hierbei ist nach der Erfindung vorgesehen, daß die Auswertevorrichtung
mit einem Start-Drehmoment vorprogrammierbar ist und ein Auslenkwinkel ab Erreichen
des Start-Drehmoments bestimmt wird. Hierdurch wird zunächst die Erfassung des Drehmoments
mit der Erfassung des Drehwinkels zur Bestimmung des Auslenkwinkels verknüpft. Hier
mit dem Ergebnis, daß der Beginn der Bestimmung des Auslenkwinkels gleichsam automatisiert
ist. Erfindungsgemäß erfaßt der Beschleunigungssensor eine Drehwinkelbeschleunigung,
die in Anzugsrichtung beispielsweise einer Schraube sowohl positiv als auch negativ
sein kann, wobei dennoch die Schraube mit einem positiven Drehmoment angezogen wird.
Wird jedoch bei der Verwendung einer Ratsche oder Knarre das Drehmoment oder die Winkelgeschwindigkeit
negativ, nämlich bei dem Zurückführen des Drehmomentschlüssels entgegen der Festziehrichtung,
so darf dieser von dem Drehmomentschlüssel überstrichene Winkelbereich nicht berücksichtigt
werden, da er zum Festziehen der Schraube nicht beiträgt. Von daher ist es zweckmäßig,
daß Meßwerte des Beschleunigungssensors nur in einer vorgebbaren Drehrichtung ausgewertet
werden. In weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, daß die Auswertevorrichtung mit
jeweils einem unteren und einem oberen Grenzwert für das Drehmoment und einem Auslenkwinkel
vorprogrammierbar ist und daß die Auswertevorrichtung zwischen den jeweiligen Grenzwerten
liegende Ist-Werte anzeigt. Hierdurch erfolgt eine doppelte Kontrolle des Anziehvorgangs
hinsichtlich des Erreichens eines vorgegebenen Bereichs sowohl des Drehmoments als
auch des Auslenkwinkels. Hierbei kann weiter vorgesehen sein, daß die Auswertevorrichtung
das Überschreiten bereits des unteren Grenzwertes des Drehmoments und/oder des Auslenkwinkels
anzeigt. Hierdurch wird dem Benutzer angezeigt, daß der Vorgang des Anziehens beispielsweise
einer Schaube sich dem Ende nähert und er nunmehr auch die oberen Grenzwerte dahingehend
zu überwachen hat, daß diese nicht überschritten werden. Das Überschreiten des oberen
Grenzwertes des Drehmoments und/oder des Auslenkwinkels wird durch die Auswertevorrichtung
gleichfalls angezeigt, wodurch signalisiert wird, daß dieser Anziehvorgang nicht ordnungsgemäß
abgeschlossen wurde. Es hat sich als zweckmäßig herausgestellt, eine solche Anzeige
vom Erreichen bzw. Überschreiten von Grenzwerten mittels wenigstens einer Leuchtdiode
durchzuführen. Hierbei bietet sich eine Vielzahl von Anzeigemöglichkeiten an, beispielsweise
kann durch ein Farbwechsel oder ein Blinken das Überschreiten der Grenzwerte des Drehmoments
bzw. des Auslenkwinkels signalisiert werden. Erreichte Endwerte werden in üblicher
Art auf einem LCD-Display gemeinsam angezeigt oder kann eine Umschaltung des Meßmodus
auch erfolgen und eine umschaltbare, alternative Anzeige des End-Drehmoments bzw.
des EndAuslenkwinkels erfolgen. Diese Endwerte können von dem Mikroprozessor abgespeichert,
an einem Computer über eine entsprechende Schnittstelle übertragen oder unmittelbar
an einen Drucker ausgegeben werden.
[0007] Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert, in der sie lediglich beispielhaft
und prinzipiell dargestellt ist. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine Darstellung des erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssels und seiner wesentlichen
Komponenten,
- Fig. 2
- ein Flußdiagramm, anhand dessen die erste Phase eines Anziehvorgangs nach Einschalten
des Drehomentschlüssels erläutert wird,
- Fig. 3
- ein Flußdiagramm für die Bestimmung des Auslenkwinkels und
- Fig. 4
- über dem Drehmoment aufgetragen den Drehwinkel bzw. Auslenkwinkel.
[0008] Fig. 1 zeigt die wesentlichen Komponenten eines Drehmomentschlüssels 1 nach der Erfindung.
Zum Anziehen einer Schraube, einer Mutter oder dergleichen um eine Drehachse 2 weist
er ein Einsteckwerkzeug 3 auf, was an dem Drehmomentschlüssel 1 über eine übliche
Steckaufnahme gehalten ist.
[0009] Gehalten an einem Handgriff 4 wird der Drehmomentschlüssel 1 um die Drehachse 2 über
einen Winkelbereich α geführt. Mit Bezug auf das Anziehen beispielsweise einer Schraube
wird hier ein im Uhrzeigersinn zählender Drehwinkel α und ein in dieser Richtung aufgebrachtes
Drehmoment positiv gezählt. Es versteht sich, daß die Zählrichtung beispielsweise
für Schrauben mit Linksgewinde umkehrbar ist. Entsprechend zählt auch die Winkelgeschwindigkeit
α̇ und die Winkelbeschleunigung

im Uhrzeigersinn positiv.
[0010] Der Drehmomentschlüssel 1 weist eine elektronische Auswertevorrichtung 5 für die
Auswertung von von Sensoren gelieferten Meßwerten zur Erfassung bzw. Berechnung des
Drehmoments M und des Drehwinkels α auf. Ein Tastenfeld 6 dient der Programmierung
beispielsweise eines Mikroprozessors der Auswertevorrichtung und insbesondere der
Eingabe von Grenzwerten bezüglich des Dreh oder Auslenkwinkels β bzw. des Drehmoments
M. Das Erreichen bzw. Überschreiten solcher Grenzwerte wird durch eine LED-Zeile 7
angezeigt. Endwerte des Drehmoments M bzw. des Dreh- oder Auslenkwinkels α,β werden
auf einem LCD-Display 8 wiedergegeben.
[0011] Messung und Auswertung des Drehmoments M erfolgt nach bekannten Verfahren.
[0012] Für die Erfassung des Drehwinkels α und Bestimmung des Auslenkwinkels β ist bei dem
Drehmomentschlüssel 1 nach der Erfindung ein Beschleunigungssensor 9 zur Erfassung
der Drehwinkelbeschleunigung

vorgesehen, welcher innerhalb des Drehmomentschlüssels 1 in einem definierten Abstand
s von der Drehachse 2 entfernt angeordnet ist. Die Schwenkachse 2 dient dem Beschleunigungssensor
9 als virtueller Festpunkt, um welchen er dann auch verschwenkt wird. Dieser Abstand
s ist im wesentlichen bestimmt durch die Bauform des verwendeten Beschleunigungssensors
9, welcher handelsüblich ist.
[0013] Über eine Steckverbindung 10 kann der Drehmomentschlüssel 1 über eine übliche Schnittstelle
beispielsweise mit einem Computer 11 und/oder einem Drucker 12 zur Protokollierung
der Messungen angeschlossen sein.
[0014] Anhand der Flußdiagramme gemäß den Fig. 2 und 3 wird nachfolgend die Auswertung der
Meßwerte durch die Auswertevorrichtung 5 näher erläutert. Nach dem Schritt 15 des
Einschaltens wird im Schritt 16 durch die Auswertevorrichtung 5 ein Selbstest und
ein Nullabgleich automatisch durchgeführt. Daran anschließend ist gegebenenfalls eine
Kalibrierung des Drehmomentschlüssels 1 vorzusehen. Neben der bekannten Kalibrierung
der Momenten-Meßvorrichtung ist hier eine gesonderte Kalibrierung für die Drehwinkelmessung
vorzunehmen. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß der Drehmomentschlüssel
1 angesetzt wird und der Speicher für den Drehwinkel manuell auf den Wert Null gesetzt
wird. Anschließend wird der Drehmomentschlüssel 1 um seine Drehachse 2 über einen
definierten Winkelbereich geschwenkt, welcher dann auch von der Auswerteeinrichtung
anzuzeigen ist.
[0015] Nach dem Schritt 16, welcher gegebenenfalls auch übersprungen werden kann, erfolgt
im Schritt 17 das Setzen der Parameter für den Meßvorgang. Unabhängig von der Reihenfolge
sind dies zunächst das Start-Drehmoment M
s. Es kann das Start-Drehmoment M
s selbstverständlich auch gleich Null gesetzt werden, womit dann Drehwinkel α und Auslenkwinkel
β zusammenfallen. Üblicherweise wird hier jedoch ein Start-Drehmoment M
s größer Null gewählt, welches durch den Anwendungsfall vorgegeben wird. Weiter sind
ein unterer und ein oberer Grenzwert für das Drehmoment als Min- und Maximalwerte
M
min, M
max zu setzen, welche den Drehmomentbereich definieren, in welchem bei Anzug einer Schraube
oder dergleichen der erreichte Endwert des Drehmoments als in Ordnung zu befinden
ist.
[0016] In gleicher Weise sind Min- und Maximalwerte β
min, β
max vorzugeben, in welchem Winkelbereich der Auslenkwinkel, zu zählen beginnend mit Erreichen
des Start-Drehmomentes M
s, zu Ende der Messung zu liegen hat.
[0017] Zu dieser Sollwert-Vorgabe gehört gleichfalls die Wahl der Messung selbst. Durch
beispielsweise Abschalten der einen oder anderen Meßvorrichtung kann ein Messen des
Drehmoments M oder die Messung der Winkelbeschleunigung

auch erfolgen.
[0018] Nach dem Setzen der Parameter im Schritt 17 wird dann nach Ansetzen des Drehmomentsschlüssels
beispielsweise manuell oder durch einen der Sensoren gesteuert mit der Messung des
Drehmoments M und der Winkelbeschleunigung gung

begonnen. Diese Messungen gemäß der Schritte 18, 19 erfolgen kontinuierlich über
den gesamten Anziehvorgang beispielsweise einer Schraube. Im Schritt 20 wird das Meßergebnis
des Drehmoments dahingehnd überprüft, ob dieses größer oder gleich dem Start-Drehmoment
M
s ist. Solange das festgestellte Drehmoment kleiner als dieser Wert ist, wird die Drehmomentenmessung
ganz normal fortgeführt.
[0019] Auch das Ergebnis der Beschleunigungsmessung

wird im Schritt 21 regelmäßig überprüft, nämlich dahingehend, ob die Drehrichtung
mit der Anzugsrichtung beispielsweise einer Mutter übereinstimmt. Nach den hier getroffenen
Vorgaben muß dann die Winkelgeschwindigkeit α̇ größer Null sein. Dieses Abfragekriterium
ist hier alternativ zu sehen, da beispielsweise das Auftreten eines negativen Drehmoments
gleichfalls anzeigen würde, daß die Drehrichtung umgekehrt wurde, beispielsweise bei
der Benutzung einer Ratsche oder Knarre. Liegt eine solche Rückbewegung des Drehmomentschlüssels
1 vor, wird der gemessene Beschleunigungswert

nicht weiter bearbeitet und insbesondere nicht dem Drehwinkel α in Anzugsrichtung
hinzugezählt. Die Beschleunigungsmessung

wird jedoch ganz normal fortgesetzt.
[0020] Wird in Schritt 21 festgestellt, daß eine Schwenkbewegung des Drehmomentschlüssels
1 in Anzugsrichtung vorliegt, d. h. hier, daß die Winkelgeschwindigkeit α̇ größer
als Null ist, erfolgt die zweifache Integration der Winkelbeschleunigung

über die Zeit. Hierzu stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Bei einer analogen
Integration beispielsweise über Differenzverstärker erfolgt eine kontinuierliche Auswertung
der Meßwerte. Eine alternative Möglichkeit bietet die Programmierung beispielsweise
eines in der Auswerteschaltung 5 vorhandenen Mikroprozessors, der dann einzelne Meßwerte
als Stützwerte für eine numerische Integration benutzt. Auch hierbei sind verschiedene
Verfahren wieder denkbar. So kann der Mikroprozessor sämtliche Meßwerte als Stützwerte
beispielsweise speichern und hieraus den Drehwinkel α zu der aktuellen, letzten Messung
berechnen. Alternative Verfahren lassen es zu, daß eine Integration lediglich über
den letzten Zeitabschnitt Δt erfolgt, nämlich von einem vorangegangenen Zeitabschnitt
t - Δt bis zum Zeitpunkt t, wobei t der aktuelle Zeitpunkt und Δt die Zeitspanne zur
vorletzten Messung bedeutet. Das Ergebnis Δα dieser Integration wird dem vorangegangenen
Integrationsergebnis hinzuaddiert. Auf ein solches numerisches Integrationsverfahren
wird hier bei der nachfolgenden Beschreibung der Meßwertauswertung zurückgegriffen.
[0021] Wird im Schritt 20 das Überschreiten des Start-Drehmoments M
s festgestellt, beginnt die Bestimmung des Auslenkwinkels β, vergl. auch Fig. 4. Auch
hier bieten sich alternative Verfahren an. So kann, wie hier bevorzugt, der aktuelle
numerische Wert von α, d.h. der bis zu diesem Zeitpunkt überstrichene Drehwinkel,
im Schritt 23 auf Null gesetzt werden. Da die Beschleunigungsmessung kontinuierlich
fortgeführt wird, kann auf abgespeicherte Zwischenwerte beispielsweise weiter zurückgegriffen
und aus der Beschleunigungsmessung weiterhin durch Integration der Auslenkwinkel β
bestimmt werden. Alternativ wäre es möglich, den bei Überschreiten des Start-Drehmoments
M
s vorliegenden Wert von α abzuspeichern und von dem Endwert der Drehwinkelmessung dann
abzuziehen, um den Auslenkwinkel β zu bestimmen.
[0022] Es wird an dieser Stelle gleichfalls deutlich, daß die Beschleunigungsmessung mit
der Drehmomentmessung bei der beschriebenen Ausführungsform beginnen muß. Würde die
Beschleunigungsmessung

erst mit Überschreiten des Start-Drehmoments M
s beginnen, so müßten dann die Anfangsbedingungen für die Integration durch Messung
der Winkelgeschwindigkeit α̇ noch zusätzlich bestimmt werden. Dies ist zwar grundsätzlich
möglich, jedoch würde das für den Drehmomentschlüssel 1 einen weiteren Sensor bzw.
eine weitere Messung oder Berechnung bedeuten.
[0023] Ziel des mittels eines Drehmomentschlüssels 1 nach der Erfindung vorgenommenen Anzuges
einer Schraube oder dergleichen ist es, daß das Drehmoment zwischen vorgegebenen Grenzwerten
M
min, M
max bzw. der Auslenkwinkel zwischen Grenzwerten β
min, β
max letzlich nach Anzug der Schraube zu liegen kommen. Dies wird im weiteren anhand des
Ablaufplanes nach Fig. 3 erläutert. Nach Überschreiten des Start-Drehmomentes M
s wird sowohl die Drehmomentenmessung 18 wie auch die Beschleunigungsmessung 19 unverändert
weiter durchgeführt. Die Auswertung der Beschleunigungsmessung

erfolgt gleichfalls weiterhin gemäß der Schritte 21, 22, wobei im aktuellen Speicher
jedoch nicht mehr eine Aufsummierung des Drehwinkels α, sondern nach Schritt 23 eine
Aufsummierung des Auslenkwinkels β nunmehr erfolgt, wie vorstehend erläutert.
[0024] In einem Schritt 30 erfolgt dann eine Abfrage, ob die aktuellen Werte des Drehmoments
M bzw. des Auslenkwinkels β in den vorgegebenen Grenzbereichen gemäß Fig. 4 liegen.
Ist dies, wie zunächst durch zu kleine Werte für das Drehmoment M und den Auslenkwinkel
β nicht gegeben, erfolgt im Schritt 31 die Abfrage, ob die oberen Grenzwerte M
max, β
max von den aktuellen Werten überschritten wurden. Liegen die aktuellen Werte M, β noch
unterhalb des vorgegebenen Endbereiches, so ist dies naturgemäß nicht der Fall und
die Drehmomentenmessung M und Beschleunigungsmessung

werden unverändert weiter ausgeführt. Der Schritt 31 ist alternativ zu einem späteren
Zeitpunkt erst vorhersehbar, nämlich dann, wenn die unteren Grenzwerte M
min, β
min überschritten wurden. Dieser Schritt 31 würde sich dann in dem "Ja" Zweig dem Schritt
30 anschließen. Hierdurch könnte gegebenenfalls Rechenkapazität auch eingespart werden.
[0025] Wird im Schritt 30 festgestellt, daß ein aktueller Meßwert M, β in dem angegebenen
Intervall der unteren und oberen Grenzwerte liegt, so wird im Schritt 32 eine Signalauslösung
beispielsweise der LED-Zeile 7 dahingehend vorgenommen, daß ein Meßergebnis in dem
gewünschten Bereich liegt. Je nach der Verknüpfung der Abfragen im Schritt 30 kann
eine solche Signalauslösung für jeden Schritt einzeln vorgenommen oder kann eine solche
Signalauslösung auch nur dann erfolgen, wenn beide Kriterien erfüllt sind. Diese letzte
Signalauslösung zeigt dem Benutzer an, daß der Anziehvorgang erfolgreich beendet ist.
Bei einer getrennten Anzeige wird dem Benutzer signalisiert, daß er am Ende des Anzugvorganges
mit erhöhter Aufmerksamkeit auch das Erreichen des anderen Kriteriums zu beachten
hat. Nach wie vor wird dann aber auch die Drehmomentenmessung M sowie die Beschleunigungsmessung

weiterhin vorgenommen.
[0026] Wird durch die Signalauslösung das korrekte Ende des Anzugvorganges signalisiert,
wird der Benutzer in der Regel den Drehmomentschlüssel 1 entlasten. Demnach wird das
Drehmoment M, die Winkelbeschleunigung

und die Winkelgeschwindigkeit α̇ den Wert Null annehmen. Wird solches durch die Auswertevorrichtung
5 im Schritt 33 festgestellt, sorgt sie für eine Anzeige der Endwerte beispielsweise
auf dem LCD-Display 8. Diese Endwerte können gleichfalls von der Auswertevorrichtung
5 abgespeichert werden, beispielsweise bis zu 1.000 Stück. Alternativ können diese
Endwerte auch sogleich oder nach Abspeicherung, wie eingangs erläutert, an einen Computer
11 oder Drucker 12 übertragen werden. Wird im Schritt 33 jedoch von der Auswertevorrichtung
5 festgestellt, daß nach wie vor ein Drehmoment M und/oder eine Winkelgeschwindigkeit
α̇ in Anzugsrichtung vorliegt, so wird nach wie vor auch die Drehmomentmessung M sowie
die Beschleunigungsmessung

vorgenommen. Es kann insbesondere in einem solchen Fall, wo der Benutzer unaufmerksam
beispielsweise eine Schraube weiter anzieht, im Schritt 30 festgestellt werden, daß
die aktuellen Werte M, β nicht mehr in dem vorgegebenen Intervall liegen, sondern
gemäß Schritt 31 die vorgegebenen oberen Grenzen M
max und/oder β
max überschritten worden sind. In diesem Fall kommt es zu einer Signalauslösung "fehlerhaft"
im Schritt 35. Insbesondere bei einer fehlerhaften Überschreitung der maximalen Grenzwerte
hat es sich auch als zweckmäßig erwiesen, eine akustische Anzeige zu verwenden, beispielsweise
einen Summer.
[0027] Entsprechend dem Schritt 33 wird in einem Schritt 36 festgestellt, ob der Anzugvorgang
beendet ist und es kommt dann entsprechend zu einer Endwertanzeige 37 "fehlerhaft"
oder wird der Meßvorgang nach wie vor fortgesetzt.
1. Drehmomentschlüssel mit einer elektronischen Auswertevorrichtung für Meßwerte von
Sensoren zur Erfassung des Drehmoments und eines Drehwinkels, wobei ein Sensor als
Beschleunigungssensor (9) zur Erfassung der Drehwinkelbeschleunigung

ausgebildet ist, dessen Meßwerte die Auswertevorrichtung (5) zur Ermittlung des Drehwinkels
(α) zweimal zeitlich integriert, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswertevorrichtung
(5) mit einem Start-Drehmoment (M
s) vorprogrammierbar ist und einen Auslenkwinkel (β) ab Erreichen des Startdrehmoments
(M
s) bestimmt.
2. Drehmomentschlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Beschleunigungssensor
(9) in einem definierten Abstand (s) zu der Drehachse (2) in dem Drehmomentschlüssel
(1) angeordnet ist und die Drehachse (2) dem Beschleunigungssensor (9) als virtueller
Festpunkt dient.
3. Drehmomentschlüssel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Meßwerte des
Beschleunigungssensors (9) nur in einer vorgebbaren Drehrichtung oder Zählrichtung
der Winkelgeschwindigkeit (α̇) ausgewertet werden.
4. Drehmomentschlüssel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Auswertevorrichtung (5) mit jeweils einem unteren und einem oberen Grenzwert
für das Drehmoment (Mmin, Mmax) und einem Auslenkwinkel (βmin, βmax) vorprogrammierbar ist und daß die Auswertevorrichtung zwischen den Grenzwerten liegende
Ist-Werte (M, β) anzeigt.
5. Drehmomentschlüssel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Auswertevorrichtung (5) das Überschreiten des unteren Grenzwertes des Drehmoments
(Mmin) und/oder der Auslenkwinkels (βmin) anzeigt.
6. Drehmomentschlüssel nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswertevorrichtung
(5) das Überschreiten des oberen Grenzwertes des Drehmoments (Mmax) und/oder Auslenkwinkels (βmax) anzeigt.
7. Drehmomentschlüssel nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Anzeige mittels wenigstens einer Leuchtdiode (7) erfolgt.
8. Drehmomentschlüssel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Auswertung der Meßwerte analog erfolgt.
9. Drehmomentschlüssel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Auswertung der Meßwerte digital erfolgt.
1. Torque wrench with an electronic evaluation device for measured values of sensors
for detecting the torque and an angle of rotation, wherein a sensor is designed as
an acceleration sensor (9) for detecting the acceleration of the angle of rotation

, whose measured values are twice integrated in time by the evaluation device (5)
for determining the angle of rotation (α), characterised in that the evaluation device
(5) is preprogrammable with a starting torque (M
s) and defines an angle of deflection (β) from the moment of reaching the starting
torque (M
s).
2. Torque wrench according to claim 1, characterised in that the acceleration sensor
(9) is arranged at a precise distance (s) from the axis of rotation (2) in the torque
wrench (1) and the axis of rotation (2) serves as a virtual fixed point for the acceleration
sensor (9).
3. Torque wrench according to claim 1 or 2, characterised in that measured values of
the acceleration sensor (9) are evaluated in only one presettable direction of rotation
or direction of counting of the angular velocity
4. Torque wrench according to any of the preceding claims, characterised in that the
evaluation device (5) is preprogrammable with lower and upper limit values for the
torque (Mmin, Mmax) and an angle of deflection (βmin/βmax) and in that the evaluation device indicates actual values (M, β) located between
the limit values.
5. Torque wrench according to any of the preceding claims, characterised in that the
evaluation device (5) indicates that the lower limit value of torque (Mmin) and/or angle of deflection (βmin) has been exceeded.
6. Torque wrench according to claim 4 or 5, characterised in that the evaluation device
(5) indicates that the upper limit value of torque (Mmax) and/or angle of deflection (βmax) has been exceeded.
7. Torque wrench according to any of claims 4 to 6, characterised in that indication
is effected by means of at least one light-emitting diode (7).
8. Torque wrench according to any of the preceding claims, characterised in that evaluation
of the measured values is effected in analogue form.
9. Torque wrench according to any of the preceding claims, characterised in that evaluation
of the measured values is effected in digital form.
1. Clé dynamométrique munie d'un dispositif électronique d'évaluation pour les valeurs
mesurées par des capteurs pour capter le couple de rotation et l'angle de rotation,
dans lequel un capteur est réalisé sous la forme d'un capteur d'accélération (9) pour
capter l'accélération angulaire (d2α/dt2), dont les valeurs mesurées sont intégrées temporellement deux fois par le dispositif
d'évaluation (5) pour déterminer l'angle de rotation (α), caractérisée en ce que le
dispositif d'évaluation (5) est susceptible d'être pré-programmé avec un couple de
démarrage (Ms) et détermine un angle de déviation (β) à partir du moment où le couple de démarrage
(Ms) a été atteint.
2. Clé dynamométrique selon la revendication 1, caractérisée en ce que le capteur d'accélération
(9) est disposé dans la clé dynamométrique (1) à une distance définie (s) par rapport
à l'axe de rotation (2) et en ce que l'axe de rotation (2) sert de point fixe virtuel
pour le capteur d'accélération (9).
3. Clé dynamométrique selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les valeurs
mesurées du capteur d'accélération (9) sont évaluées seulement dans un sens de rotation
ou de comptage, susceptible d'être choisi préalablement, de la vitesse angulaire (dα/dt).
4. Clé dynamométrique selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce
que le dispositif d'évaluation (5) est susceptible d'être pré-programmé avec chaque
fois une valeur de seuil supérieure et inférieure pour le couple de rotation (Mmin, Mmax) et un angle de déviation (βmin βmax) et en ce que le dispositif d'évaluation indique une valeur instantanée (M, β) se
trouvant entre les valeurs de seuil.
5. Clé dynamométrique selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce
que le dispositif d'évaluation (5) indique le dépassement de la valeur de seuil inférieure
du couple de rotation (Mmin) et/ou de l'angle de déviation (βmin).
6. Clé dynamométrique selon la revendication 4 ou 5, caractérisée en ce que le dispositif
d'évaluation (5) indique le dépassement de la valeur de seuil supérieure du couple
de rotation (Mmax) et/ou de l'angle de déviation (βmax).
7. Clé dynamométrique selon l'une des revendications 4 à 6, caractérisée en ce que l'indication
est réalisée à l'aide d'au moins une diode luminescente (7).
8. Clé dynamométrique selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce
que l'évaluation des valeurs mesurées est réalisée de manière analogique.
9. Clé dynamométrique selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce
que l'évaluation des valeurs mesurées est réalisée de manière numérique.