(19)
(11) EP 0 926 458 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.06.1999  Patentblatt  1999/26

(21) Anmeldenummer: 98890343.1

(22) Anmeldetag:  18.11.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6F27D 3/15, F27D 1/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 02.12.1997 AT 204097

(71) Anmelder: Böhler Baugeräte GmbH
8605 Kapfenberg (AT)

(72) Erfinder:
  • Krobath, Fritz, Ing.
    8605 Kapfenberg (AT)
  • Pleiner, Günter, Ing.
    8600 Bruck/Mur (AT)

(74) Vertreter: Wildhack, Helmut, Dipl.-Ing. Dr. 
Patentanwälte Dipl.-Ing. Leo Brauneiss Dipl.-Ing. Dr. Helmut Wildhack Dipl.-Ing. Dr.Gerhard Jellinek Landstrasser Hauptstrasse 50 Postfach 281
1031 Wien
1031 Wien (AT)

   


(54) Verfahren und Vorrichtung zur Erneuerung der Auskleidung einer Abstichöffnung von metallurgischen Gefässen


(57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erstellung, insbesondere zur Emeuerung einer feuerfesten Auskleidung einer Abstichöffnung von metallurgischen Gefäßen.
Erfindungsgemäß ist dazu vorgesehen, daß in einem ersten Schritt eine zylindrische Öffnung in das Feuerfestmaterial mit der Maßgabe eingebracht wird, daß die Bearbeitung mit kleinflächig wirkenden Werkzeugen, die über den zu erstellenden Durchbruchquerschnitt bewegt werden, erfolgt und in einem zweiten Schritt ein erstellter Rohrstapel mittels einer Vorrichtung in die Öffnung der Zustellung eingebracht, gehalten und der Spalt durch Einbringen und Erhärtenlassen Eimer plastifizierten feuerfesten Masse vermauert wird.
Die Vorrichtung besteht im wesentlichen aus einer Ausbrucheinrichtung (1) mit einer Vielzahl von kleinen zu einer Bohreinheit (20) zusammengefaßten Hämmern (2) mit Werkzeugschneiden (21) und einer Einsetzvorrichtung (5) mit einem Tragteil (52) und einem Spannteil (53) für ein Implantieren eines Lochsteinstapels (50) zur Halterung bei der Ausfüllung des Spaltes mit plastifizierter Feuerfestmasse.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Erstellung, insbesondere zur Erneuerung einer feuerfesten Auskleidung einer Abstichöffnung von metallurgischen Gefäßen, wobei in deren Abstichbereich die Zustellung und/oder der stehende Teil der Lochauskleidung ausgebrochen und ein, einen durchgehenden Kanal aufweisender Lochsteinteil in die Gefäßzustellung eingemauert wird. Weiters umfaßt die Erfindung eine Vorrichtung zur Erstellung, insbesondere zur Erneuerung einer feuerfesten Auskleidung eine Abstichöffnung in der Zustellung von metallurgischen Gefäßen.

[0002] Metallurgische Gefäße dienen zur Erschmelzung, Behandlung sowie zum Transport von flüssigen Metallen und Legierungen und besitzen im wesentlichen eine tragende Außenwand aus Stahlblech mit einer innenseitigen feuerfesten Zustellung aus einer Stampfmasse oder aus gemauertem Steinmaterial. Aus wirtschaftlichen Gründen werden oftmals metallurgische Gefäße, zum Beispiel Schmelzöfen, wie Konverter, Elektrolichtbogenöfen und dergleichen, mit hohen Schmelzgewichten von einigen hundert Tonnen betrieben, wobei neben operativen Gründen auch die Qualitätsanforderungen an die Legierung, insbesondere hinsichtlich deren Reinheitsgrades, ein Ausgießen der Schmelze durch eine Abstichöffnung in der Gefäßwand erforderlich machen.

[0003] Das feuerfeste Material der Auskleidung von Abstichöffnungen ist hohen thermischen und insbesondere höchsten erosiven Beanspruchungen durch das fließende Metall ausgesetzt. Aus diesen Gründen erfolgt die Zustellung durch einen oder mehrere Lochsteine mit höchster Güte. Trotz einer Verwendung von hochwertigem Steinmaterial treten Erosionen bzw. Auswaschungen an der Innenwand der Steine auf, die stellenweise vergrößert sein können und eine zeitweise Auffächerung , ein sogenanntes " Flattem" des Gießstrahles in nachteiliger Weise bewirken. Weiters ist durch eine hohe Schmelzenzahl zumeist der Querschnitt der Abstichöffnung vergrößert, was eine höhere Gießrate und dadurch ein nachteiliges Einsaugen von Schlacke vom Gießspiegel bewirkt. Weil nun die Zustellung der metallurgischen Gefäße eine wesentlich größere Lebensdauer hat bzw. weil deren Verschleiß in Grenzen keine nachteilige Wirkung besitzt, hingegen eine unvermeidliche erosionsbedingte Änderung des Querschnittes der Abstichöffnung im weit geringerem Ausmaß aus gießtechnischen und metallurgischen Gründen nicht zugelassen werden kann, ist es notwendig, die feuerfeste Auskleidung der Abstichöffnung nach Bedarf auswechseln zu können.

[0004] Zur Erneuerung der feuerfesten Auskleidung der Abstichöffnung ist vorerst ein örtliches Ausbrechen erforderlich. Dabei erfolgt zumeist ein Zerteilen der stehenden bzw. verbliebenen erodierten Lochsteinauskleidung und ein Austrag der Bruckstücke, wobei vorzugsweise Preßlufthämmer eingesetzt und diese zielgerichtet von Personen geführt werden. Nachfolgend wird die Öffnung, gegebenenfalls bis zu einem sogenannten Dauerfutter, durch Abtragen von Restmaterial, wofür vorzugsweise besondere Werkzeuge verwendet werden, auf ein im wesentlichen zylindrisches Maß gebracht. In die derart erstellte Öffnung im metallurgischen Gefäß wird darauf ein einen durchgehenden Kanal aufweisender Lochsteinteil eingemauert und gesichert.

[0005] Eine derartige Erneuerung des Abstiches erfordert den Auf- und Abbau einer Mannschafts- bzw. Bedienungsbühne am metallurgischen Gefäß, ist mit einem hohen Zeitaufwand, wodurch die Produktivität der Schmelzenanlage verschlechtert wird, verbunden und schließt Einbaufehler nicht aus. Weiters ist die Mannschaft vor Ort großen Hitzeeinwirkungen ausgesetzt.

[0006] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein neues Verfahren zur Erstellung oder zur Erneuerung einer feuerfesten Auskleidung einer Abstichöffnung von metallurgischen Gefäßen anzugeben, mit welchem bei hoher Sicherheit und Ausführungsgüte ein geringerer Zeitauwand erforderlich und damit eine Erhöhung der Anlagenproduktivität erreichbar ist. Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, welche mit hoher Genauigkeit und Schonung der Feuerfestzustellung des metallurgischen Gefäßes ein Ausbrechen einer zylindrischen Öffnung mit geringerem Zeitaufwand ermöglicht und einen genauen Einbau eines Lochsteinteiles mit hoher Einmauerungs- bzw. Verbindungsgüte zur Zustellung sicherstellen kann.

[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in einem ersten Schritt in die Zustellung und/oder in den stehenden Teil der Auskleidung einer Abstichöffnung eine zylindrische Öffnung mittels einer das Feuerfestmaterial brechenden bzw. abtragenden Bearbeitung mit der Maßnahme eingebracht wird, daß die Bearbeitung durch mindestens ein, kleinflächig in jeweils einem Teilbereich des Querschnittes vom zu erstellenden Durchbruch wirkendes Werkzeug erfolgt, wobei dieses über den Durchbruchquerschnitt senkrecht zu dessen Axrichtung insbesondere rotierend bewegt wird und in einem zweiten Schritt mindestens zwei Lochsteine mit einem gegenüber der in die Zustellung eingebrachten Öffnung geringerem Außendurchmesser zu einem Rohrstapel zusammengestellt oder gemauert werden und dieser Stapel mittels einer Vorrichtung in die Öffnung der Zustellung des metallurgischen Gefäßes eingebracht und gehalten wird, wonach in den Spalt zwischen Innenoberfläche der Öffnung der Bohrung in der Gefäßzustellung und der Außenoberfläche des Lochsteinstapels ein Einbringen, insbesondere ein Eindrücken oder Eingießen und ein Erhärten lassen einer plastifizierten feuerfesten Masse erfolgt und gegebenenfalls das Einbringmitttel abgezogen wird. Das weitere Ziel wird bei einer gattungsgemäßen Einrichtung dadurch erreicht, daß die Vorrichtung aus mindestens einer Ausbrucheinrichtung zur Erstellung bzw. Einbringung einer zylindrischen Öffnung in die Zusstellung des metallurgischen Gefäßes und mindestens einer Einsetzvorrichtung für ein Implantieren zumindest eines Lochsteines in die Gefäßzustellung gebildet ist, wobei die Ausbrucheinrichtung und die Einsatzvorrichtung in Sequenz aktivierbar sind.

[0008] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, daß in zwei weitgehend mechanisierten und automatisierbaren Schritten eine Erstellung oder Erneuerung der Auskleidung einer Abstichöffnung vorgenommen wird. Dabei ist es wichtig, daß im ersten Schritt bei einem Ausbrechen einer zylindrischen Öffnung in die Ausmauerung mit geringer Schlagenergie des Werkzeuges, jedoch mit hoher spezifischer brechender bzw. abtragender Leistung desselben vorgegangen wird. Hohe Schlagenergien können zu einem trichterförmigem Ausbrechen ganzer Zustellungsteile führen und oftmals deren Dauerfutter im Anstichbereich ausschlagen.Geringe Schlagenergien eines dem Ausbruchsquerschnitt angepaßten Werkzeuges sind für einen Vortrieb jedoch weitgehend wirkungslos. Wenn, wie erfindungsgemäß vorgesehen, die Bearbeitung kleinflächig erfolgt, kann örtlich auch mit geringer Schlagenergie ein hohes spezifisches Brechen oder Abtragen von Feuerfestmaterial erreicht werden, ohne daß eine Zerstörungsgefahr für die Gefäßzustellung im Umkreis der zu erstellenden Öffnung gegeben ist. Das Werkzeug bzw. der Hammer wird dabei über den Durchbruchquerschnitt senkrecht zu dessen Axrichtung bewegt, so daß vorteilhaft eine weitgehend zylindrische Öffnung in der Zustellung entsteht.

[0009] Im zweiten Schritt erfolgt eine Bildung eines Lochsteinteiles durch Zusammenstellung eines Stapels aus mehreren Lochsteinen , die gegebenenfalls kooperierende Paßflächen aufweisen. Diese Vorgangsweise ist deshalb günstig, weil kleinere Lochsteine leichter bzw. mit besserer Güte als Große herstellbar sind. Wird nun der Lochsteinstapel in die zylindrische Öffnung, die im vorangegangenen Verfahrensschritt erstellt wurde, eingebracht, so liegen für dessen volloberflächliches Einmauern auf Grund der durch die erfindungsgemäße Bearbeitung erstellten glatten Innenoberfläche der Bohrung bzw. Öffnung besonders vorteilhafte Bedingungen vor. Erfindungsgemäß erfolgt ein Einmauern mit einer plastifizierten feuerfesten Masse, wobei besonders gute Dichte im Spaltbereich zwischen Bohrung und Lochsteinen bei kurzer Härtezeit der Masse erreichbar sind. Wenn dabei die Ausbruchseinrichtung und die Einsetzvorrichtung in Sequenz aktivierbar sind, können vorteilhaft kurze Zeitspannen für eine Absticherneuerung in einem metallurgischen Gefäß erreicht werden.

[0010] Eine besonders vorteilhafte Zeitersparnis beim Ausbrechen kann erreicht werden, wenn die Öffnung oder Bohrung in die Zustellung und/oder in den stehenden Teil der Auskleidung der Abstichöffnung durch die brechende Wirkung mehrerer zu einer rotierenden Bohreinheit zusammengefaßter, jeweils werkzeugtragenden Preßluft- oder Hydraulikhämmer eingebracht wird.

[0011] Die Genauigkeit der Ausbruchsöffnung im metallurgischen Gefäß, insbesondere im Hinblick auf den Erhalt des Dauerfutters, kann gesteigert werden, wenn zur Einbringung der Bohrung die Bohreinheit mit den Werkzeugen in ihrer Winkellage und Arbeitsposition mittels einer einstellbaren Lafette positioniert und axial zur Bohrungserstellung verfahren wird.

[0012] Wenn, wie gefunden wurde, zur Erstellung der feuerfesten Auskleidung der Abstichöffnung auf einer eine Basisplatte aufweisenden Vorrichtung ein Lochstein- bzw. Rohrsteinstapel gebildet und dieser mittels der Vorrichtung in der Bohrung der Zustellung derart zentriert bzw. positioniert wird, daß zwischen Basisplatte und Außenwand des metallurgischen Gefäßes, gegebenenfalls unter Zwischenlage eines Dichtmittels eine Abdichtung nach außen erfolgt und plastifizierte Masse in den Spalt zwischen Mauerung und Lochsteinstempel eingebracht und erhärten gelassen wird, kann das Einsatzverfahren mit besonderer Güte vorteilhaft in kurzer Zeit durchgeführt werden.

[0013] Vorrichtungstechnisch ist wichtig, daß die Ausbrucheinrichtung aus mindestens einem kleinformatigen, jeweils zumindest eine das Feuerfestmaterial brechende oder abtragende Werkzeugschneide aufweisenden Preßluft- oder Hydraulikkammer gebildet ist, welcher Hammer über dem Durchbruchquerschnitt senkrecht zu dessen Axrichtung vorzugswiese rotierend bewegbar ist.

[0014] Um größere Vortriebsleistungen in die Zustellung bei jeweils geringer Schlagenergie zu erzielen, ist von Vorteil, wenn die Ausbruchsvorrichtung aus mehreren vorzugsweise Preßluft-oder Hydraulikhämmern besteht, die konzentrisch zu einer um die Axe drehbaren Bohreinheit zusammengefaßt sind.

[0015] Für ein präzises Ansetzen an das metallurgische Gefäß und Einbringen der Öffnung in die Ausmauerung kann es günstig sein, wenn die Ausbrucheinrichtung mittels einer in deren Ausrichtung einstellbarer Lafette axial bewegbar ist.

[0016] Für ein Zustellen des Abstiches, insbesondere im Hinblick auf einen dafür erforderlichen möglichst geringen Zeitaufwand sowie auf eine hohe Betriebssicherheit hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Einsetzvorrichtung einen Tragteil mit einem Justier-und/oder Spannteil für eine axiale Ausrichtung von zumindest zwei Loch-oder Rohrsteinen besitzt und die Einsetzvorrichtung mit dem Loch- oder Rohrsteinstapel axfluchtend mit der in die Zustellung eingebrachten Öffnung einrichtbar und der Steinstapel vorzugsweise mittels einer Lafette in die Öffnung einführbar ist.

[0017] Aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch betreffend eine axfluchtende Einstellung kann es vorteilhaft sein, wenn die Ausbrucheinrichtung und die Einsetzvorrichtung mittels derselben Lafette verschiebbar bzw. versetzbar sind.

[0018] Wenn jedoch gemäß einer weiteren Ausführungsform vorgesehen, auf einem verfahrbaren Querträger, auf diesem verschiebbar, jeweils eine Ausbrucheinrichtung und eine Einsetzvorrichtung im wesentlichen axparallel angeordnet und in Sequenz an ein metallurgisches Gefaß anstellbar sind, so können insbesondere für großvolumige Gefäße die gesamte Vorrichtung für das Erneuern des Abstiches kurzfristig und genau in die Arbeitsposition eingestellt und innerhalb kleiner Zeitspannen ein Austausch des Lochauskleidungsteiles vorgenommen werden.

[0019] Im folgenden soll die Erfindung anhand von jeweils lediglich einen Ausführungsweg darstellende Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigt

Fig. 1 eine Ausbrucheinrichtung in Ansicht

Fig. 1a obige Einrichtung in Draufsicht

Fig. 2 eine Einsetzvorrichtung in Ansicht

Fig. 3a eine Ausbruchvorrichtung an einem metallurgischen Gefäß in Bereitschaft

Fig. 3b obige Einsetzvorrichtung im Betrieb

Fig. 3c ein Einbringen eines Lochsteinstapels

Fi.g 4a eine Ausbrucheinrichtung in Parkposition

Fig. 4b eine Einsetzvorrichtung in Parkposition

Fig. 4c obige Ausbrucheinrichtung in Arbeitsposition

Fig. 4d obige Einsetzvorrichtung in Arbeitsposition

Fig. 5 eine Ausbrucheinrichtung und eine Einsetzvorrichtung verschiebbar auf einem Träger



[0020] Aus Fig. 1 ist eine Ausbrucheinrichtung 1 entnehmbar, welche eine Bohreinheit 20 besitzt, die auf einer Lafette 3 verschiebbar angeordnet ist. Die Bohreinheit 20 besteht aus einer Vielzahl von kleinen Preßlufthämmem 2, 2',2", welche jeweils Werkzeuge mit einer Schneide 21, 21' tragen. Als Schutz und als Führungsmittel für die Bohreinheit 20 ist ein diese umschließender Rohrkörper vorgesehen. Durch einen Antrieb 11 kann eine Drehbewegung der Bohreinheit 20 vorgenommen werden.

[0021] Aus der Draufsicht gemäß Fig. 1a ist ersichtlich, daß die auf einer Lafette 3 verschiebbare Bohreinheit 20 vier Werkzeuge mit jeweils einer Werkzeugschneide 21 in Kreuzform besitzt.

[0022] In Fig. 2 ist eine Einsetzvorrichtung 5 dargestellt, welche auf einer Lafette 3' verfahrbar angeordnet ist. Auf einem Tragteil 52 , der mit einem Justier-oder Spannteil 53 in Wirkverbindung steht, sind Loch- oder Rohrsteine 51 übereinander zu einem Rohrsteinstapel 50 geformt.

[0023] In Fig. 3a bis 3c ist schematisch der Vorgang bei einer von innen vorgenommenen Emeuerung der Feuerfestauskleidung einer Abstichöffnung eines Lichtbogenofens A mit exzentrischem Bodenabstich dargestellt. Fig. 3a zeigt eine mittels einer Vorrichtung 33 einrichtbare Lafette 3 für eine Ausbruchvorrichtung 1 mit einer Bohreinheit 20, welche Werkzeuge mit kleinflächig wirkenden Werkzeugschneiden 21 besitzt. Nach einer axgenauer Ausrichtung der Bohreinheit 20 auf die Abstichöffnung wird die Einheit an die Zustellung 4, wie der Pfeil zeigt, angestellt und eine, wie aus Fig. 3b ersichtlich, Bearbeitung bzw. ein zylindrischer Ausbruch bei einem Drehen der Bohreinheit 20 vorgenommen. Wenn in der Folge eine Öffnung mit einer durch eine jeweils kleinflächige Abtragung der Einzelwerkzeugschneiden 21 bei einem Drehen um die Axe der Bohreinheit 20 gebildeten weitgehend glatten Innenoberfläche 42 im Dauerfutter 41 oder in der Ausmauerung 4 eingebracht ist, kann , wie in Fig. 3c dargestellt, auf einfache Weise eine Einsetzvorrichtung 5 mit einem Lochsteinstapel 50 mittels eins Hebe-oder Zugelementes 54, welches am Justier- oder Spannteil 53 der Einsetzvorrichtung 5 einerseits und an der Bohreinheit 20 andererseits befestigt ist, in die Öffnung eingezogen und vermauert werden.

[0024] Fig. 4a bis Fig. 4d veranschaulichen die Wirkungsweise einer erfindungsgemäßen Vorrichtung bei einer Erneuerung des Abstiches von außen Fig. 4a und Fig. 4b zeigen jeweils eine Ausbrucheinrichtung 1 und eine Einsetzvorrichtung 5 auf einem Querträger 6 in einer sogenannten "Parkposition". Fig. 4c und 4d veranschaulichen die Situation der Ausbrucheinrichtung 1 beim Einbringen einer zylindrischen Öffnung in eine Feuerfestauskleidung 4 sowie der Einsetzvorrichtung 5 beim Implantieren eines Lochsteinstapels 50 im Bereich des Dauerfutters 41 der Auskleidung eines metallurgischen Gefäßes.

[0025] Fig. 5 zeigt eine Ausbrucheinrichtung 1 und eine Einsetzvorrichtung 5, welche in Pfeilrichtung verschiebbar auf einem verfahrbaren Querträger 6 befestigt sind.


Ansprüche

1. Verfahren zur Erstellung, insbesondere zur Erneuerung einer feuerfesten Auskleidung einer Abstichöffnung von metallurgischen Gefäßen, wobei in deren Abstichbereich die Zustellung und/oder der stehende Teil der Lochauskleidung ausgebrochen und ein, einen durchgehenden Kanal aufweisender Lochsteinteil in die Gefäßzustellung eingemauert wird, dadurch gekennzeichnet, daß in einem ersten Schritt in die Zustellung und/oder in den stehenden Teil der Auskleidung einer Abstichöffnung des metallurgischen Gefäßes eine zylindrische Öffnung mittels einer das Feuerfestmaterial brechenden bzw. abtragenden Bearbeitung mit der Maßnahme eingebracht wird, daß die Bearbeitung durch mindestens ein, kleinflächig in jeweils einem Teilbereich des Querschnittes vom zu erstellenden Durchbruch wirkendes Werkzeug erfolgt, wobei dieses über den Durchbruchquerschnitt senkrecht zu dessen Axrichtung, insbesondere rotierend, bewegt wird, und in einem zweiten Schritt mindestens zwei Lochsteine mit einem gegenüber der in die Zustellung eingebrachten Öffnung geringerem Außendurchmesser zu einem Rohrstapel zusammengestellt oder gemauert werden und dieser Stapel mittels einer Vorrichtung in die Öffnung der Zustellung des metallurgischen Gefäßes eingebracht und gehalten wird, wonach in den Spalt zwischen Innenoberfläche der Öffnung bzw. Bohrung in der Gefäßzustellung und Außenoberfläche des Lochsteinstapels ein Einbringen, insbesondere ein Eindrücken oder Eingießen und ein Erhärtenlassen einer plastifizierten feuerfesten Masse erfolgt und gegebenenfalls das Einbringmittel abgezogen wird.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung oder Bohrung in die Zustellung und/oder in den stehenden Teil der Auskleidung der Abstichöffnung durch die brechende Wirkung mehrerer zu einer rotierenden Bohreinheit zusammengefaßter, jeweils werkzeugtragenden Preßluft- oder Hydraulikhämmer eingebracht wird.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einbringung der Bohrung bzw. Öffnung die Bohreinheit mit den Werkzeugen in ihrer Winkellage und Arbeitsposition mittels einer einstellbaren Lafette positioniert und axial zur Bohrungserstellung verfahren wird.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erstellung der Auskleidung der Abstichöffnung auf einer eine Basisplatte aufweisenden Vorrichtung ein Lochstein- bzw. Rohrsteinstapel gebildet und dieser mittels der Vorrichtung in der Bohrung der Zustellung derart zentriert bzw. positioniert wird, daß zwischen Basisplatte und Außenwand des metallurigschen Gefäßes, gegebenenfalls unter Zwischenlage eines Dichtmittels, eine Abdichtung nach außen erfolgt und plastifizierte Masse in den Spalt zwischen Mauerung und Lochsteinstapels eingebracht und erhärten gelassen wird.
 
5. Vorrichtung zur Erstellung, insbesondere zur Erneuerung einer feuerfesten Auskleidung einer Abstichöffnung in der Zustellung von metallurgischen Gefäßen, vorzugsweise zur Durchführung des Verfahrens gemäß der vorgeordneten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung aus mindestens einer Ausbruchseinrichtung (1) zur Erstellung bzw. Einbringung einer zylindrischen Öffnung in die Zustellung (4) des metallurgischen Gefäßes (A) und mindestens einer Einsetzvorrichtung (5) für ein Implantieren zumindest eines Lochsteines (50) in die Gefäßzustellung (4) gebildet wird, wobei die Ausbruchseinrichtung (1) und die Einsetzvorrichtung (2) in Sequenz aktivierbar sind.
 
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbruchseinrichtung (1) aus mindestens einem kleinformatigen, jeweils zumindest eine das Feuerfestmaterial (4) brechende oder abtragende Werkzeugschneide (21) aufweisenden Preßluft- oder Hydraulikhammer (2) gebildet ist, welcher Hammer über den zu erstellenden Durchbruchquerschnitt senkrecht zu dessen Axrichtung vorzugsweise rotierend bewegbar ist.
 
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbruchvorrichtung (4) aus mehreren vorzugsweise Preßluft - oder Hydraulikhämmern ( 2,2',2'', 2''') besteht, die konzentrisch zu einer konzentrisch zu einer und die Axe drehbaren Bohreinheit (20) zusammengefaßt sind.
 
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbrucheinrichtung (1) mittels einer in deren Ausrichtung einstellbarer Lafette (3) axial bewegbar ist.
 
9. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einsetzvorrichtung (5) einen Tragteil (52) mit einem Justier-und/oder Spannteil (53) für eine axiale Ausrichtung von zumindest zwei Loch- oder Rohrsteinen (51) besitzt und die Einsetzvorrichtung (5) mit dem Loch- oder Rohrsteinstapel (50) axfluchtend mit der in die Zustellung eingebrachte Öffnung einrichtbar und der Steinstapel, vorzugsweise mittels einer Lafette ( 3') in die Öffnung einführbar ist.
 
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbruchseinrichtung (1) und die Einsetzvorrichtung (5) mittels derselben Lafette (3) verschiebbar bzw. versetzbar sind.
 
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß auf einem verfahrbaren Querträger (6), auf diesem verschiebbar, jeweils eine Ausbruchseinrichtung (1) und eine Einsetzvorrichtung (5) im wesentlichen axparallel angeordnet und in Sequenz an ein metallurgisches Gefäß (A) ansstellbar sind.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht