[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Erstellung, insbesondere zur Erneuerung
einer feuerfesten Auskleidung einer Abstichöffnung von metallurgischen Gefäßen, wobei
in deren Abstichbereich die Zustellung und/oder der stehende Teil der Lochauskleidung
ausgebrochen und ein, einen durchgehenden Kanal aufweisender Lochsteinteil in die
Gefäßzustellung eingemauert wird. Weiters umfaßt die Erfindung eine Vorrichtung zur
Erstellung, insbesondere zur Erneuerung einer feuerfesten Auskleidung eine Abstichöffnung
in der Zustellung von metallurgischen Gefäßen.
[0002] Metallurgische Gefäße dienen zur Erschmelzung, Behandlung sowie zum Transport von
flüssigen Metallen und Legierungen und besitzen im wesentlichen eine tragende Außenwand
aus Stahlblech mit einer innenseitigen feuerfesten Zustellung aus einer Stampfmasse
oder aus gemauertem Steinmaterial. Aus wirtschaftlichen Gründen werden oftmals metallurgische
Gefäße, zum Beispiel Schmelzöfen, wie Konverter, Elektrolichtbogenöfen und dergleichen,
mit hohen Schmelzgewichten von einigen hundert Tonnen betrieben, wobei neben operativen
Gründen auch die Qualitätsanforderungen an die Legierung, insbesondere hinsichtlich
deren Reinheitsgrades, ein Ausgießen der Schmelze durch eine Abstichöffnung in der
Gefäßwand erforderlich machen.
[0003] Das feuerfeste Material der Auskleidung von Abstichöffnungen ist hohen thermischen
und insbesondere höchsten erosiven Beanspruchungen durch das fließende Metall ausgesetzt.
Aus diesen Gründen erfolgt die Zustellung durch einen oder mehrere Lochsteine mit
höchster Güte. Trotz einer Verwendung von hochwertigem Steinmaterial treten Erosionen
bzw. Auswaschungen an der Innenwand der Steine auf, die stellenweise vergrößert sein
können und eine zeitweise Auffächerung , ein sogenanntes " Flattem" des Gießstrahles
in nachteiliger Weise bewirken. Weiters ist durch eine hohe Schmelzenzahl zumeist
der Querschnitt der Abstichöffnung vergrößert, was eine höhere Gießrate und dadurch
ein nachteiliges Einsaugen von Schlacke vom Gießspiegel bewirkt. Weil nun die Zustellung
der metallurgischen Gefäße eine wesentlich größere Lebensdauer hat bzw. weil deren
Verschleiß in Grenzen keine nachteilige Wirkung besitzt, hingegen eine unvermeidliche
erosionsbedingte Änderung des Querschnittes der Abstichöffnung im weit geringerem
Ausmaß aus gießtechnischen und metallurgischen Gründen nicht zugelassen werden kann,
ist es notwendig, die feuerfeste Auskleidung der Abstichöffnung nach Bedarf auswechseln
zu können.
[0004] Zur Erneuerung der feuerfesten Auskleidung der Abstichöffnung ist vorerst ein örtliches
Ausbrechen erforderlich. Dabei erfolgt zumeist ein Zerteilen der stehenden bzw. verbliebenen
erodierten Lochsteinauskleidung und ein Austrag der Bruckstücke, wobei vorzugsweise
Preßlufthämmer eingesetzt und diese zielgerichtet von Personen geführt werden. Nachfolgend
wird die Öffnung, gegebenenfalls bis zu einem sogenannten Dauerfutter, durch Abtragen
von Restmaterial, wofür vorzugsweise besondere Werkzeuge verwendet werden, auf ein
im wesentlichen zylindrisches Maß gebracht. In die derart erstellte Öffnung im metallurgischen
Gefäß wird darauf ein einen durchgehenden Kanal aufweisender Lochsteinteil eingemauert
und gesichert.
[0005] Eine derartige Erneuerung des Abstiches erfordert den Auf- und Abbau einer Mannschafts-
bzw. Bedienungsbühne am metallurgischen Gefäß, ist mit einem hohen Zeitaufwand, wodurch
die Produktivität der Schmelzenanlage verschlechtert wird, verbunden und schließt
Einbaufehler nicht aus. Weiters ist die Mannschaft vor Ort großen Hitzeeinwirkungen
ausgesetzt.
[0006] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein neues Verfahren zur Erstellung
oder zur Erneuerung einer feuerfesten Auskleidung einer Abstichöffnung von metallurgischen
Gefäßen anzugeben, mit welchem bei hoher Sicherheit und Ausführungsgüte ein geringerer
Zeitauwand erforderlich und damit eine Erhöhung der Anlagenproduktivität erreichbar
ist. Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art zu schaffen, welche mit hoher Genauigkeit und Schonung der Feuerfestzustellung
des metallurgischen Gefäßes ein Ausbrechen einer zylindrischen Öffnung mit geringerem
Zeitaufwand ermöglicht und einen genauen Einbau eines Lochsteinteiles mit hoher Einmauerungs-
bzw. Verbindungsgüte zur Zustellung sicherstellen kann.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in einem ersten Schritt in
die Zustellung und/oder in den stehenden Teil der Auskleidung einer Abstichöffnung
eine zylindrische Öffnung mittels einer das Feuerfestmaterial brechenden bzw. abtragenden
Bearbeitung mit der Maßnahme eingebracht wird, daß die Bearbeitung durch mindestens
ein, kleinflächig in jeweils einem Teilbereich des Querschnittes vom zu erstellenden
Durchbruch wirkendes Werkzeug erfolgt, wobei dieses über den Durchbruchquerschnitt
senkrecht zu dessen Axrichtung insbesondere rotierend bewegt wird und in einem zweiten
Schritt mindestens zwei Lochsteine mit einem gegenüber der in die Zustellung eingebrachten
Öffnung geringerem Außendurchmesser zu einem Rohrstapel zusammengestellt oder gemauert
werden und dieser Stapel mittels einer Vorrichtung in die Öffnung der Zustellung des
metallurgischen Gefäßes eingebracht und gehalten wird, wonach in den Spalt zwischen
Innenoberfläche der Öffnung der Bohrung in der Gefäßzustellung und der Außenoberfläche
des Lochsteinstapels ein Einbringen, insbesondere ein Eindrücken oder Eingießen und
ein Erhärten lassen einer plastifizierten feuerfesten Masse erfolgt und gegebenenfalls
das Einbringmitttel abgezogen wird. Das weitere Ziel wird bei einer gattungsgemäßen
Einrichtung dadurch erreicht, daß die Vorrichtung aus mindestens einer Ausbrucheinrichtung
zur Erstellung bzw. Einbringung einer zylindrischen Öffnung in die Zusstellung des
metallurgischen Gefäßes und mindestens einer Einsetzvorrichtung für ein Implantieren
zumindest eines Lochsteines in die Gefäßzustellung gebildet ist, wobei die Ausbrucheinrichtung
und die Einsatzvorrichtung in Sequenz aktivierbar sind.
[0008] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
daß in zwei weitgehend mechanisierten und automatisierbaren Schritten eine Erstellung
oder Erneuerung der Auskleidung einer Abstichöffnung vorgenommen wird. Dabei ist es
wichtig, daß im ersten Schritt bei einem Ausbrechen einer zylindrischen Öffnung in
die Ausmauerung mit geringer Schlagenergie des Werkzeuges, jedoch mit hoher spezifischer
brechender bzw. abtragender Leistung desselben vorgegangen wird. Hohe Schlagenergien
können zu einem trichterförmigem Ausbrechen ganzer Zustellungsteile führen und oftmals
deren Dauerfutter im Anstichbereich ausschlagen.Geringe Schlagenergien eines dem Ausbruchsquerschnitt
angepaßten Werkzeuges sind für einen Vortrieb jedoch weitgehend wirkungslos. Wenn,
wie erfindungsgemäß vorgesehen, die Bearbeitung kleinflächig erfolgt, kann örtlich
auch mit geringer Schlagenergie ein hohes spezifisches Brechen oder Abtragen von Feuerfestmaterial
erreicht werden, ohne daß eine Zerstörungsgefahr für die Gefäßzustellung im Umkreis
der zu erstellenden Öffnung gegeben ist. Das Werkzeug bzw. der Hammer wird dabei über
den Durchbruchquerschnitt senkrecht zu dessen Axrichtung bewegt, so daß vorteilhaft
eine weitgehend zylindrische Öffnung in der Zustellung entsteht.
[0009] Im zweiten Schritt erfolgt eine Bildung eines Lochsteinteiles durch Zusammenstellung
eines Stapels aus mehreren Lochsteinen , die gegebenenfalls kooperierende Paßflächen
aufweisen. Diese Vorgangsweise ist deshalb günstig, weil kleinere Lochsteine leichter
bzw. mit besserer Güte als Große herstellbar sind. Wird nun der Lochsteinstapel in
die zylindrische Öffnung, die im vorangegangenen Verfahrensschritt erstellt wurde,
eingebracht, so liegen für dessen volloberflächliches Einmauern auf Grund der durch
die erfindungsgemäße Bearbeitung erstellten glatten Innenoberfläche der Bohrung bzw.
Öffnung besonders vorteilhafte Bedingungen vor. Erfindungsgemäß erfolgt ein Einmauern
mit einer plastifizierten feuerfesten Masse, wobei besonders gute Dichte im Spaltbereich
zwischen Bohrung und Lochsteinen bei kurzer Härtezeit der Masse erreichbar sind. Wenn
dabei die Ausbruchseinrichtung und die Einsetzvorrichtung in Sequenz aktivierbar sind,
können vorteilhaft kurze Zeitspannen für eine Absticherneuerung in einem metallurgischen
Gefäß erreicht werden.
[0010] Eine besonders vorteilhafte Zeitersparnis beim Ausbrechen kann erreicht werden, wenn
die Öffnung oder Bohrung in die Zustellung und/oder in den stehenden Teil der Auskleidung
der Abstichöffnung durch die brechende Wirkung mehrerer zu einer rotierenden Bohreinheit
zusammengefaßter, jeweils werkzeugtragenden Preßluft- oder Hydraulikhämmer eingebracht
wird.
[0011] Die Genauigkeit der Ausbruchsöffnung im metallurgischen Gefäß, insbesondere im Hinblick
auf den Erhalt des Dauerfutters, kann gesteigert werden, wenn zur Einbringung der
Bohrung die Bohreinheit mit den Werkzeugen in ihrer Winkellage und Arbeitsposition
mittels einer einstellbaren Lafette positioniert und axial zur Bohrungserstellung
verfahren wird.
[0012] Wenn, wie gefunden wurde, zur Erstellung der feuerfesten Auskleidung der Abstichöffnung
auf einer eine Basisplatte aufweisenden Vorrichtung ein Lochstein- bzw. Rohrsteinstapel
gebildet und dieser mittels der Vorrichtung in der Bohrung der Zustellung derart zentriert
bzw. positioniert wird, daß zwischen Basisplatte und Außenwand des metallurgischen
Gefäßes, gegebenenfalls unter Zwischenlage eines Dichtmittels eine Abdichtung nach
außen erfolgt und plastifizierte Masse in den Spalt zwischen Mauerung und Lochsteinstempel
eingebracht und erhärten gelassen wird, kann das Einsatzverfahren mit besonderer Güte
vorteilhaft in kurzer Zeit durchgeführt werden.
[0013] Vorrichtungstechnisch ist wichtig, daß die Ausbrucheinrichtung aus mindestens einem
kleinformatigen, jeweils zumindest eine das Feuerfestmaterial brechende oder abtragende
Werkzeugschneide aufweisenden Preßluft- oder Hydraulikkammer gebildet ist, welcher
Hammer über dem Durchbruchquerschnitt senkrecht zu dessen Axrichtung vorzugswiese
rotierend bewegbar ist.
[0014] Um größere Vortriebsleistungen in die Zustellung bei jeweils geringer Schlagenergie
zu erzielen, ist von Vorteil, wenn die Ausbruchsvorrichtung aus mehreren vorzugsweise
Preßluft-oder Hydraulikhämmern besteht, die konzentrisch zu einer um die Axe drehbaren
Bohreinheit zusammengefaßt sind.
[0015] Für ein präzises Ansetzen an das metallurgische Gefäß und Einbringen der Öffnung
in die Ausmauerung kann es günstig sein, wenn die Ausbrucheinrichtung mittels einer
in deren Ausrichtung einstellbarer Lafette axial bewegbar ist.
[0016] Für ein Zustellen des Abstiches, insbesondere im Hinblick auf einen dafür erforderlichen
möglichst geringen Zeitaufwand sowie auf eine hohe Betriebssicherheit hat es sich
als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Einsetzvorrichtung einen Tragteil mit einem
Justier-und/oder Spannteil für eine axiale Ausrichtung von zumindest zwei Loch-oder
Rohrsteinen besitzt und die Einsetzvorrichtung mit dem Loch- oder Rohrsteinstapel
axfluchtend mit der in die Zustellung eingebrachten Öffnung einrichtbar und der Steinstapel
vorzugsweise mittels einer Lafette in die Öffnung einführbar ist.
[0017] Aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch betreffend eine axfluchtende Einstellung
kann es vorteilhaft sein, wenn die Ausbrucheinrichtung und die Einsetzvorrichtung
mittels derselben Lafette verschiebbar bzw. versetzbar sind.
[0018] Wenn jedoch gemäß einer weiteren Ausführungsform vorgesehen, auf einem verfahrbaren
Querträger, auf diesem verschiebbar, jeweils eine Ausbrucheinrichtung und eine Einsetzvorrichtung
im wesentlichen axparallel angeordnet und in Sequenz an ein metallurgisches Gefaß
anstellbar sind, so können insbesondere für großvolumige Gefäße die gesamte Vorrichtung
für das Erneuern des Abstiches kurzfristig und genau in die Arbeitsposition eingestellt
und innerhalb kleiner Zeitspannen ein Austausch des Lochauskleidungsteiles vorgenommen
werden.
[0019] Im folgenden soll die Erfindung anhand von jeweils lediglich einen Ausführungsweg
darstellende Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigt
Fig. 1 eine Ausbrucheinrichtung in Ansicht
Fig. 1a obige Einrichtung in Draufsicht
Fig. 2 eine Einsetzvorrichtung in Ansicht
Fig. 3a eine Ausbruchvorrichtung an einem metallurgischen Gefäß in Bereitschaft
Fig. 3b obige Einsetzvorrichtung im Betrieb
Fig. 3c ein Einbringen eines Lochsteinstapels
Fi.g 4a eine Ausbrucheinrichtung in Parkposition
Fig. 4b eine Einsetzvorrichtung in Parkposition
Fig. 4c obige Ausbrucheinrichtung in Arbeitsposition
Fig. 4d obige Einsetzvorrichtung in Arbeitsposition
Fig. 5 eine Ausbrucheinrichtung und eine Einsetzvorrichtung verschiebbar auf einem
Träger
[0020] Aus Fig. 1 ist eine Ausbrucheinrichtung 1 entnehmbar, welche eine Bohreinheit 20
besitzt, die auf einer Lafette 3 verschiebbar angeordnet ist. Die Bohreinheit 20 besteht
aus einer Vielzahl von kleinen Preßlufthämmem 2, 2',2", welche jeweils Werkzeuge mit
einer Schneide 21, 21' tragen. Als Schutz und als Führungsmittel für die Bohreinheit
20 ist ein diese umschließender Rohrkörper vorgesehen. Durch einen Antrieb 11 kann
eine Drehbewegung der Bohreinheit 20 vorgenommen werden.
[0021] Aus der Draufsicht gemäß Fig. 1a ist ersichtlich, daß die auf einer Lafette 3 verschiebbare
Bohreinheit 20 vier Werkzeuge mit jeweils einer Werkzeugschneide 21 in Kreuzform besitzt.
[0022] In Fig. 2 ist eine Einsetzvorrichtung 5 dargestellt, welche auf einer Lafette 3'
verfahrbar angeordnet ist. Auf einem Tragteil 52 , der mit einem Justier-oder Spannteil
53 in Wirkverbindung steht, sind Loch- oder Rohrsteine 51 übereinander zu einem Rohrsteinstapel
50 geformt.
[0023] In Fig. 3a bis 3c ist schematisch der Vorgang bei einer von innen vorgenommenen Emeuerung
der Feuerfestauskleidung einer Abstichöffnung eines Lichtbogenofens A mit exzentrischem
Bodenabstich dargestellt. Fig. 3a zeigt eine mittels einer Vorrichtung 33 einrichtbare
Lafette 3 für eine Ausbruchvorrichtung 1 mit einer Bohreinheit 20, welche Werkzeuge
mit kleinflächig wirkenden Werkzeugschneiden 21 besitzt. Nach einer axgenauer Ausrichtung
der Bohreinheit 20 auf die Abstichöffnung wird die Einheit an die Zustellung 4, wie
der Pfeil zeigt, angestellt und eine, wie aus Fig. 3b ersichtlich, Bearbeitung bzw.
ein zylindrischer Ausbruch bei einem Drehen der Bohreinheit 20 vorgenommen. Wenn in
der Folge eine Öffnung mit einer durch eine jeweils kleinflächige Abtragung der Einzelwerkzeugschneiden
21 bei einem Drehen um die Axe der Bohreinheit 20 gebildeten weitgehend glatten Innenoberfläche
42 im Dauerfutter 41 oder in der Ausmauerung 4 eingebracht ist, kann , wie in Fig.
3c dargestellt, auf einfache Weise eine Einsetzvorrichtung 5 mit einem Lochsteinstapel
50 mittels eins Hebe-oder Zugelementes 54, welches am Justier- oder Spannteil 53 der
Einsetzvorrichtung 5 einerseits und an der Bohreinheit 20 andererseits befestigt ist,
in die Öffnung eingezogen und vermauert werden.
[0024] Fig. 4a bis Fig. 4d veranschaulichen die Wirkungsweise einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
bei einer Erneuerung des Abstiches von außen Fig. 4a und Fig. 4b zeigen jeweils eine
Ausbrucheinrichtung 1 und eine Einsetzvorrichtung 5 auf einem Querträger 6 in einer
sogenannten "Parkposition". Fig. 4c und 4d veranschaulichen die Situation der Ausbrucheinrichtung
1 beim Einbringen einer zylindrischen Öffnung in eine Feuerfestauskleidung 4 sowie
der Einsetzvorrichtung 5 beim Implantieren eines Lochsteinstapels 50 im Bereich des
Dauerfutters 41 der Auskleidung eines metallurgischen Gefäßes.
[0025] Fig. 5 zeigt eine Ausbrucheinrichtung 1 und eine Einsetzvorrichtung 5, welche in
Pfeilrichtung verschiebbar auf einem verfahrbaren Querträger 6 befestigt sind.
1. Verfahren zur Erstellung, insbesondere zur Erneuerung einer feuerfesten Auskleidung
einer Abstichöffnung von metallurgischen Gefäßen, wobei in deren Abstichbereich die
Zustellung und/oder der stehende Teil der Lochauskleidung ausgebrochen und ein, einen
durchgehenden Kanal aufweisender Lochsteinteil in die Gefäßzustellung eingemauert
wird, dadurch gekennzeichnet, daß in einem ersten Schritt in die Zustellung und/oder in den stehenden Teil der
Auskleidung einer Abstichöffnung des metallurgischen Gefäßes eine zylindrische Öffnung
mittels einer das Feuerfestmaterial brechenden bzw. abtragenden Bearbeitung mit der
Maßnahme eingebracht wird, daß die Bearbeitung durch mindestens ein, kleinflächig
in jeweils einem Teilbereich des Querschnittes vom zu erstellenden Durchbruch wirkendes
Werkzeug erfolgt, wobei dieses über den Durchbruchquerschnitt senkrecht zu dessen
Axrichtung, insbesondere rotierend, bewegt wird, und in einem zweiten Schritt mindestens
zwei Lochsteine mit einem gegenüber der in die Zustellung eingebrachten Öffnung geringerem
Außendurchmesser zu einem Rohrstapel zusammengestellt oder gemauert werden und dieser
Stapel mittels einer Vorrichtung in die Öffnung der Zustellung des metallurgischen
Gefäßes eingebracht und gehalten wird, wonach in den Spalt zwischen Innenoberfläche
der Öffnung bzw. Bohrung in der Gefäßzustellung und Außenoberfläche des Lochsteinstapels
ein Einbringen, insbesondere ein Eindrücken oder Eingießen und ein Erhärtenlassen
einer plastifizierten feuerfesten Masse erfolgt und gegebenenfalls das Einbringmittel
abgezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung oder Bohrung in die Zustellung und/oder in den stehenden Teil der
Auskleidung der Abstichöffnung durch die brechende Wirkung mehrerer zu einer rotierenden
Bohreinheit zusammengefaßter, jeweils werkzeugtragenden Preßluft- oder Hydraulikhämmer
eingebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einbringung der Bohrung bzw. Öffnung die Bohreinheit mit den Werkzeugen
in ihrer Winkellage und Arbeitsposition mittels einer einstellbaren Lafette positioniert
und axial zur Bohrungserstellung verfahren wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erstellung der Auskleidung der Abstichöffnung auf einer eine Basisplatte
aufweisenden Vorrichtung ein Lochstein- bzw. Rohrsteinstapel gebildet und dieser mittels
der Vorrichtung in der Bohrung der Zustellung derart zentriert bzw. positioniert wird,
daß zwischen Basisplatte und Außenwand des metallurigschen Gefäßes, gegebenenfalls
unter Zwischenlage eines Dichtmittels, eine Abdichtung nach außen erfolgt und plastifizierte
Masse in den Spalt zwischen Mauerung und Lochsteinstapels eingebracht und erhärten
gelassen wird.
5. Vorrichtung zur Erstellung, insbesondere zur Erneuerung einer feuerfesten Auskleidung
einer Abstichöffnung in der Zustellung von metallurgischen Gefäßen, vorzugsweise zur
Durchführung des Verfahrens gemäß der vorgeordneten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung aus mindestens einer Ausbruchseinrichtung (1) zur Erstellung
bzw. Einbringung einer zylindrischen Öffnung in die Zustellung (4) des metallurgischen
Gefäßes (A) und mindestens einer Einsetzvorrichtung (5) für ein Implantieren zumindest
eines Lochsteines (50) in die Gefäßzustellung (4) gebildet wird, wobei die Ausbruchseinrichtung
(1) und die Einsetzvorrichtung (2) in Sequenz aktivierbar sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbruchseinrichtung (1) aus mindestens einem kleinformatigen, jeweils zumindest
eine das Feuerfestmaterial (4) brechende oder abtragende Werkzeugschneide (21) aufweisenden
Preßluft- oder Hydraulikhammer (2) gebildet ist, welcher Hammer über den zu erstellenden
Durchbruchquerschnitt senkrecht zu dessen Axrichtung vorzugsweise rotierend bewegbar
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbruchvorrichtung (4) aus mehreren vorzugsweise Preßluft - oder Hydraulikhämmern
( 2,2',2'', 2''') besteht, die konzentrisch zu einer konzentrisch zu einer und die
Axe drehbaren Bohreinheit (20) zusammengefaßt sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbrucheinrichtung (1) mittels einer in deren Ausrichtung einstellbarer
Lafette (3) axial bewegbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einsetzvorrichtung (5) einen Tragteil (52) mit einem Justier-und/oder Spannteil
(53) für eine axiale Ausrichtung von zumindest zwei Loch- oder Rohrsteinen (51) besitzt
und die Einsetzvorrichtung (5) mit dem Loch- oder Rohrsteinstapel (50) axfluchtend
mit der in die Zustellung eingebrachte Öffnung einrichtbar und der Steinstapel, vorzugsweise
mittels einer Lafette ( 3') in die Öffnung einführbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbruchseinrichtung (1) und die Einsetzvorrichtung (5) mittels derselben
Lafette (3) verschiebbar bzw. versetzbar sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß auf einem verfahrbaren Querträger (6), auf diesem verschiebbar, jeweils eine
Ausbruchseinrichtung (1) und eine Einsetzvorrichtung (5) im wesentlichen axparallel
angeordnet und in Sequenz an ein metallurgisches Gefäß (A) ansstellbar sind.