[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erfassung von Verkehrsdaten von Fahrzeugen
und Einrichtungen zur Durchführung, nach dem jeweiligen Oberbegriff der unabhängigen
Patentansprüche.
[0002] Bekannt sind Verfahren zur Verkehrsdatenerfassung, die sich stationärer Erfassungssensorik
bedienen, z.B. Induktionsschleifen etc. Ferner wurden erste Ansätze zur mobilen Verkehrsdatenerfassung
mit Hilfe aufwendiger fahrzeugseitiger Einrichtungen veröffentlicht, beispielsweise
unter Zuhilfenahme von digitalen Karten.
[0003] Aus der EP-A-0 715 285 ist ein Verfahren zur Reduzierung einer aus den Fahrzeugen
einer Fahrzeugflotte zu übertragenden Datenmenge bekannt. Die Fahrzeuge der Flotte
sind mit einer dezentralen Einheit zur Positionsbestimmung und Kommunikation mit einem
übergeordneten Verkehrsrechner ausgerüstet. Der Verkehrsrechner steuert entsprechende
Prozesse und_Programme in der dezentralen Einheit, wobei den Fahrzeugen vorgegeben
wird, unter welchen Bedingungen Daten an den Verkehrsrechner zu übertragen sind.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, den fahrzeugseitigen Aufwand zu verringern und ein
nach Verkehrsgesichtspunkten optimiertes, flexibles Erfassungs- und Meldeverfahren
und entsprechende Einrichtungen zu realisieren.
[0005] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 und des nebengeordneten
Patentanspruchs 10 gelöst.
[0006] Vorteilhaft bei der Erfindung ist die Erfassungsmöglichkeit von Verkehrsstörungen
an den Ort, an denen sie auftreten, unter Verzicht auf stationäre Erfassungsstrukturen.
[0007] Im folgenden wird ein ausführliches Beispiel für die Anwendung der Erfindungsidee
beschrieben.
[0008] Die Mobile Verkehrsdatenerfassung dient der Gewinnung von dynamischen Verkehrsdaten
aus den Fahrdaten. Das Verfahren zur mobilen Erfassung von Verkehrsdaten wird auch
FCD-(Floating Car Data-) Verfahren genannt.
[0009] Die Mobile Verkehrsdatenerfassung unterscheidet zwischen der ereignisbezogenen Erfassung
und der strecken- oder netzbezogenen Grunddatenerfassung. Das Erkennen eines Ereignisses
wie z. B. ein Stau erfolgt autonom durch den Endgeräteseitigen Anwendungsprozeß (EA)
und wird direkt an den Zentralseitigen Anwendungsprozeß (ZA) gemeldet. Demgegenüber
wird die Grunddatenerfassung von dem ZA gesteuert, der die Erfassungsaufträge der
Verkehrsredaktion in konkrete Steuerungsinformationen für den EA umwandelt und diesem
- möglichst per Broadcast-Medium - überträgt. Die Grunddatenerfassung verläuft statisch
an und zwischen virtuellen Erfassungsstellen (ES), die in einer Sicht der Digitalen
Karte eingerichtet und im nichtflüchtigen Speicher des EA abgelegt sind.
[0010] Der ZA gliedert das gesamte Bundesgebiet in Erfassungsstellengebiete (ESG) und generiert
für jedes ESG eine Erfassungsstellenbeschreibung (ESB), die die Makrobefehle für Erfassung
und Meldeverhalten sowie eine Liste der ES enthält.
[0011] Die Anwendung Mobile Verkehrsdatenerfassung setzt auf der IntraGSM-Plattform auf
und nutzt insbesondere deren Subsysteme Kommunikation und Lokalisierung.
[0012] Das Schaubild Fig. 1 zeigt die Funktionen des FCD-Verfahrens auf drei Abstraktionsebenen.
Auf der Ebene 1 ist die zentrale Funktion der Gewinnung von Verkehrsdaten aufgespalten
nach Datenarten. Die darunterliegende Ebene 2 beschreibt die 'Hauptschleife' des FCD-Verfahrens
von Erstellung & Pflege, über Steuerung, Erfassung, FCD-Übertragung bis zur Interpretation
der Daten. Die detaillierteste Ebene 3 schließlich umfaßt FCD-unabhängige Basisfunktionen
von Endgerät und Zentrale wie Kommunikation, Ortung, Statistik und Allgemeine Basisfunktionen.,
die der Ebene 2 zur Verfügung gestellt werden.
[0013] In den folgenden Abschnitten wird das FCD-Verfahren anhand dieser Gliederung in Funktionsgruppen
vorgestellt. Die folgenden Abschnitte enthalten eine Beschreibung der Abläufe der
Verkehrsdatenerfassung sowie einige Beispiele für Meßalgorithmen bei der Verkehrsdatenerfassung.
1 Gewinnung von Verkehrsdaten
1.1 Ereignisbezogen
[0014] Die ereignisbezogene Verkehrsdatenerfassung dient der Detektion von verkehrsrelevanten
Ereignissen. Die Erkennung von Ereignissen erfolgt autonom im EA über parametrisierbare
Algorithmen. Beispiele für Ergeignisse sind: Einfahrt in einen Stau, Ausfahrt aus
einem Stau, Einfahrt in zähfließenden Verkehr, Ausfahrt aus zähfließendem Verkehr,
Streckentyp- und Netztypwechsel und Wetteränderung (geplant).
1.2 Streckenbezogen
[0015] Die streckenbezogene Sammlung von Verkehrsdaten ist Teil der Grunddatenerfassung,
die vom ZA gesteuert wird, und geschieht mit Hilfe des Erfassungsstellenkonzeptes.
Die Verkehrsdaten werden an und zwischen den ES gemessen und nach dem ES-Attribut
Streckentyp klassifiziert. Folgende Daten werden zumindest erfaßt: mittlere Geschwindigkeit,
Varianz der Geschwindigkeit, Reisezeit, evtl. Statuswerte wie Scheibenwischer, Nebelleuchte,
ABS, ASR, Außentemperaturfühler etc.
1.3 Netzbezogen
[0016] Die netzbezogene Sammlung von Verkehrsdaten ist Teil der Grunddatenerfassung, die
vom ZA gesteuert wird, und geschieht mit Hilfe des Erfassungsstellenkonzeptes. Die
Verkehrsdaten werden an und zwischen den ES gemessen und nach dem ES-Attribut Netztyp
klassifiziert. Dabei können auch Quelle-Ziel-Beziehungen mit Hilfe von OD-Matrizen
ausgewertet werden.
2 Funktionen des FCD-Produktionszyklus
2.1 Erstellung und Pflege
[0017] Definition von Erfassungsstellen (ES):
Attribute der ES in der Kartensicht: ES-ID, globale Koordinaten (z. B. WGS84), Geometrieklasse
(Kreis/Rechteck, Ausdehnung), Richtungsklasse (inkl. Öffnungswinkel), Stecken-typ,
Netztyp
Attribute der ES in der ESB: ES-ID, relative Koordinaten (in Bezug zum ESG-Umbrella),
Geometrieklasse (Kreis/Rechteck, Ausdehnung), Richtungsklasse (inkl. Öffnungswinkel),
Stecken-typ, Netztyp
[0018] Definition von Erfassungsstellengebieten (ESG):
Erstellung eines ESG für das BAB-Netz (BAB-ESG)
Erstellung von regionalen ESG für die "Heimatregion".
jedes ESG hat einen ESG-Umbrella (Rechteck, Mittelpunkt mit globalen Koordinaten,
Ausdehnung) sowie evtl. Randumbrellas jedes Endgerät enthält das BAB-ESG sowie mindestens
ein regionales ESG
[0019] Größe der regionalen ESG richtet sich nach einer festen Speicherplatzvorgabe, Größe
der ESG ist unabhängig von Endgeräteversionen und -kapazitäten, Endgeräte mit höherer
Speicherkapazität enthalten evtl. mehrere regionale ESG über das Nachladen von ESB
beim Verlassen eines regionalen ESG (angezeigt durch die Verwendung von Randumbrellas
o. ä.) muß hinsichtlich der Erweiterbarkeit des Verfahrens entschieden werden
[0020] Definition von Erfassungsstellenbeschreibungen (ESB):
Die ESB enthält die Anwendungsdaten eines ESG inkl. der ES für den Interpreter EA.
Die ESB enthält ESG-Typ (BAB, regional), ESG-Umbrella (Koordinaten, Ausdehnung), evtl.
Randumbrellas, evtl. Verweis auf Nachbar-ESG, Aufschlüsselung der Geometrie- und Richtungsklassen,
Makrodefinitionen (frei definierbar), Liste von ES mit Attributen (siehe Def. der
ES)
EA ist in der Lage, mehrere ESB zu vereinigen und gemeinsam abzuarbeiten.
[0021] Definition von Erfassungsumbrellas
Das BAB-ESG sowie das/die regionale/n ESG sind immer aktiv (siehe Steuerung).
Zusätzlich können für spezielle, regional und zeitlich begrenzte Erfassungsaufgaben
sogenannte Erfassungsumbrellas definiert werden. Dabei ist ein Bezug auf bestimmte
Strecken- oder Netztypen möglich.
Jeder Erfassungsumbrella hat eine Gültigkeitsdauer, einen Verweis auf BAB- oder regionales
ESG, einen separaten Makrotyp, der spezifische Meßroutinen vorgibt, optional Strecken-
oder Netzklassifizierung.
Der spezielle Makrotyp innerhalb eines Erfassungsumbrellas überschreibt dort den Makrotyp
für die Grunddatenerfassung.
[0022] Es können gleichzeitig mehrere Erfassungsumbrellas vorgegeben werden.
Das Ausblenden bestimmter Regionen für die Erfassung ist möglich durch die Definition
eines Erfassungsumbrellas mit Makrotyp "keine Erfassung".
[0023] Synchronisation der Erfassung mit der Kartensicht
Definition von Strecken sowie Strecken- und Netztypen der Kartensicht
Versorgung und Pflege des Streckennetzes mit ES in der Kartensicht
Nachladen neuer ESB
[0024] Es ist möglich, ESB zu aktualisieren und in den EA nachzuladen. Das Nachladen von
weiteren ESB ggf. mit Überschreiben "alter" ESB kann nach unterschiedlichen ESB-Wechselstrategien
erfolgen. Eine Beschreibung zum Nachladen von ESB ist in Kap. 6 zu finden.
2.2 Steuerung
[0025] Steuerungsfunktionen des Erfassungs- und Meldeverhaltens Der ZA wandelt Erfassungsaufträge
der Verkehrsredaktion in konkrete Steuerungsinfomationen für den EA um.
Die Steuerung des Erfassungs- und Meldeverhaltens erfolgt über Parametersätze, die
der ZA vorgibt.
Die Parametersätze für ereignisbezogene als auch strecken- und netzbezogene Erfassung
können vom ZA geändert werden. strecken- oder netzbezogene Erfassung: Für jedes ESG
(BAB-ESG und regionale ESG) gibt es einen vorgegebenen Parametersatz (inkl. Makrobefehle),
der die Grunderfassung sowie das Meldeverhalten vorgibt. Die verschiedenen regionalen
ESG können spezifische Parametersätze haben. Die Parametersätze sind nach Strecken-
und Netztypen klassifiziert.
[0026] Dynamische Definition einfacher Gebiete für Erfassungs- und Meldeverhalten
Regional begrenzte "Feinerfassung" erfolgt durch Definition von Erfassungsumbrellas
(siehe Erstellung und Pflege), die an den EA übertragen werden.
[0027] Interpretation von Steuerungsinformationen
Makrointerpreter
Makros
[0028] Steuerungsinformationen werden duch Makrobefehle umgesetzt. Ein Makrobefehl besteht
aus beliebig vielen, logischen Verknüpfungen von Grundbefehlen. Makros sind beliebig
schachtelbar; ein Makro kann andere Makrobefehle verknüpfen. Es gibt Intrinsic-Makros
(im Programm-Code fest vorgegeben) und frei definierbare Makros (in der ESB festgelegt).
Es besteht die Anforderung, neue Makros in das Endgerät einspielen zu können.
2.3 Erfassung
[0029] Ereigniserkennung und -qualifikation
Folgende Ereignisse werden erkannt und qualifiziert:
1.Staueinfahrt
2.Stauausfahrt
3.Einfahrt in zähen Verkehr
4.Ausfahrt aus zähem Verkehr
5.Streckentypwechsel
6.Netztypwechsel
7.Wetteränderung (geplant)
[0030] Erkennung von Staus und zähem Verkehr erfolgt über entsprechende Algorithmen (Unterschreiten
von Schwellgeschwindigkeiten, Geschwindigkeitsprofile, siehe Beispiele für Makrobefehle)
Erkennung von Strecken- und Netztypwechsel durch den EA über die Attribute der ES
[0031] Grundmeßverfahren (strecken- und netztypbezogen)
- Strecken- und netztypbezogene Datensammlung innerhalb des BAB-ESG und des regionalen
ESG entlang der duchfahrenen ES anhand der vorgegebenen Parametersätze
- "Feinerfassung" innerhalb der Erfassungsumbrellas
- Ausblenden der Erfassung innerhalb Erfassungsumbrellas mit Makrotyp "Keine Erfassung"
[0032] Strecken- und Netztyperkennung
EA erkennt Strecken- und Netztyp anhand der Attribute der erkannten ES.
Auf Streckenabschnitten ohne ES erfolgt die Strecken- und Netztyperkennung nachträglich
im ZA anhand der ES-Historie
[0033] Lokalisierungsdaten aufbereiten/sammeln, Ortungshistorie EA legt eine Historie der
durchfahrenen ES an. Historie wird mit FCD an den ZA gegeben.
2.4 FCD-Übertragung
[0034] statische/dynamische Übertragung von Steuerungsinformationen CB, Individualkommunikation
als Interimslösung
[0035] Filtermechanismen für Meldeverhalten
Ereignistyp, Streckentyp, Netztyp, Gültigkeitsgebiet (Erfassungsumbrellas), Gültigkeitsdauer,
Fahrtrichtung Trigger
out of range, out of time, out of region, Paketlänge erreicht
[0036] Anonymisierung
Im Rahmen eines umfassenden Datenschutzkonzeptes wird die Anonymisierung des Teilnehmers
gewährleistet.
[0037] Verschlüsselung
Es werden entsprechende Verfahren zur Verschlüsselung der erfaßten Verkehrsdaten eingesetzt,
um unbefugten Zugang zu den Daten zu verhindern.
[0038] FCD-Protokoll
Es wird ein einheitliches FCD-Protokoll angewendet.
gebietsbezogene Übertragung von Steuerungsinformationen (einfache Gebiete: Kreise,
Rechtecke)
Die gebietsbezogene Übertragung von Steuerungsinformationen wird über CB realisiert.
2.5 Interpretation
[0039] Zuordnung von FCD zu Strecken der Kartensicht
über die ES-Historie inkl. der ES-Attribute
[0040] Fahrwegidentifikation
durch temporäre Fahrt-ID
3 Basisfunktionen
3.1 Kommunikation
[0041] Die Anwendung FCD greift auf die Basisfunktionen des
IntraGSM-Subsystems Kommunikation zurück, das in der Spezifikation "Festlegung des
Funktionsumfangs und der Schnittstellen eines multifunktionalen Verkehrstelematik-Endgeräts",
Version 1.2, Februar 1996, beschrieben ist.
einheitliches VT-Protokoll gefordert
Aussenden der Steuerungsinformationen über CB gefordert Authentifizierung des Absenders
der Steuerungsinformationen bei CB gefordert
"Reverse Charging" für FCD gefordert
3.2 Ortung
[0042] Die Anwendung FCD greift auf die Basisfunktionen des
IntraGSM-Subsystems Lokalisierung zurück, das in der Spezifikation "Festlegung des
Funktionsumfangs und der Schnittstellen eines multifunktionalen Verkehrstelematik-Endgeräts",
Version 1.2, Februar 1996, beschrieben ist.
3.3 Statistik
[0043] Es wird ein Grundbestand an mathematischen Funktionen (wie z. B. zur Mittelwert-
und Varianzberechnung) bereitgestellt.
3.4 Allgemein
[0044] Das Verfahren ermöglicht freizügige Programmierbarkeit für Meßwerterfassung
Meldeverhalten
Kommunikation
Steuerung.
4 Übersicht über den Ablauf FCD
[0045] Die Verkehrsdatenerfassung wird aktiviert, sobald das Endgerät eingeschaltet ist
(Zündschlüssel steckt).
Der Umbrella-Wegepunkt des BAB-ESG sowie sowie des/r regionalen ESG mit den Randumbrellas
werden in die Basisfunktion "Wegepunkt" geladen.
Die Verkehrsdatenerfassung erfolgt einerseits über die ereignisorientierten Makrobefehle.
Diese Makrobefehle werden beim Start initialisiert (z. B. Überwachung der Geschwindigkeit
des Fahrzeugs). Beim Eintreffen eines Ereignisses (wie z. B. Unterschreiten einer
bestimmten Geschwindigkeitsschwelle als Hinweis auf einen Stau) werden die daran geknüpften
Befehle ausgeführt (z. B. Meldung an den ZA).
Andererseits erfolgt die strecken- oder netzbezogene Datensammlung, die an die ES
geknüpft sind.
Aus der aktuellen Position des Fahrzeugs ermittelt der EA die Abstände zu allen ES
aller vorhandenen ESG und ordnet die ES in einer Erfassungsstellen-Liste (ESL) nach
kleinstem Abstand. Eine bestimmte Anzahl von nächstliegenden ES (Nachbarerfassungsstellen)
werden als Wegepunkte in das Subsystem Lokalisierung geladen.
Die Ordnung der ES in der ESL nach kleinstem Abstand sollte zeit- und recheneffizient
erfolgen. Es bietet sich an, alle ES zunächst grob zu ordnen (mit 1-Norm-Abstand d
= |Δx| + |Δy| ) und anschließend die ersten 100 ES genauer zu ordnen (mit 2-Norm-Abstandsquadrat
d
2 = (Δx)
2 + (Δy)
2 ).
Die ESL wird nach einem bestimmten Zeitschritt immer wieder aktualisiert. "Sich entfernende"
ES werden aus dem FIFO der Basisfunktion "Wegepunkt" gezielt gelöscht, bevor neu hinzukommende
Nachbarerfassungsstellen in den FIFO geladen werden.
[0046] Meldet die Basisfunktion "Wegepunkt" das Erreichen einer Erfassungsstelle, so werden
die vom ZA vorgegebenen Befehle vom Steuermodul des EA abgearbeitet. Dazu werden die
entsprechenden Makros gestartet und die damit verbundenen Meß- oder Kommunikationsbefehle
ausgeführt.
Der EA überträgt zum ZA anonymisiert individuelle ereignis- und ES-bezogene Daten.
Durch die vom ZA vorgegebenen Steuerungsinformationen wird festgelegt, welche Daten
zum ZA übertragen werden. Es werden i. a. nicht alle erfaßten Daten auch übertragen.
Bei der Übertragung von Verkehrsdaten an den ZA wird die Version der ESB sowie die
Nummer des ESG mitgeliefert.
Beispiele für strecken- oder netzbezogene Daten: ES-ID, mittlere Geschwindigkeit seit
der letzten ES sowie Varianz, Brems- und Beschleunigungsprofile etc. Beispiele für
ereignisbezogene Daten: aktuelle Position oder aktuelle ES-ID, Art des Ereignisses
z.B. "Stauanfang", "Unfall".
Der ZA ordnet die individuellen ES-bezogenen Fahrdaten der Kartensicht zu. Aus den
individuellen Fahrdaten werden durch statistische Verfahren wie Mittelwertbildung
Verkehrsdaten gewonnen, welche der Verkehrsredaktion zur Verfügung gestellt werden.
Da aus Speicherplatzgründen nicht alle Streckenabschnitte mit zwei ES versehen werden
können, beziehen sich die VD-Meldungen des EA häufig auf mehrere Streckenabschnitte.
Daher muß aus den VD-Meldungen eines Teilnehmers zunächst ermittelt werden, welche
Streckenabschnitte er durchfahren hat. Dazu vergleicht der ZA die gefahrene Weglänge
zwischen den beiden ES mit den Weglängen der möglichen Wege aus der Kartensicht und
bestimmt daraus den tatsächlich gefahrenen Weg (d. h. die Streckenabschnittsfolge).
[0047] Die ES-bezogenen Verkehrsdaten des Teilnehmers werden anschließend in Verkehrsdaten
für diese Streckenabschnittsfolge umgewandelt. Aus den Verkehrsdaten vieler Teilnehmer,
die unterschiedliche Streckenabschnittsfolgen duchfahren haben, lassen durch Aufstellung
und Lösung von Gleichungssystemen die streckenbezogenen Verkehrsdaten gewinnen.
Auch für ereignisbezogene Daten kann im ZA eine statistische Aufbereitung aktiviert
und parametrisiert werden.
Tritt eine Verkehrsstörung auf, so kann die Verkehrsredaktion den ZA beauftragen,
die roten ES spezieller Straßenabschnitte für einen bestimmten Zeitraum zu aktivieren.
Auch der ZA kann initiativ die roten ES aktivieren. Der ZA informiert alle betroffenen
EA, die nun alle betroffenen roten ES aktivieren. Nach Ablauf des vorgegebenen Zeitraums
bzw. bei Zurücknahme durch den ZA deaktiviert der EA alle betroffenen roten ES wieder.
Die roten ES sollten über SMS-CB zugeladen werden.
Erreicht das Fahrzeug die Randregion des aktuellen regionalen ESG (was durch die Meldung
eines Randumbrellas angezeigt wird), so holt der EA ggf. eine oder mehrere Nachbar-ESB
aus der Mailbox des ZA ab. Die aktuelle ESB wird jedoch nicht überschrieben, sondern
bleibt im EA erhalten.
Überschreitet das Fahrzeug die Grenze zu einem Nachbar-ESG, so wird dieses zum aktuellen
ESG und das "alte" ESG wird zum Nachbar-ESG. Die ES in der ES-Liste bleiben grenzüberschreitend
gültig. Auch wenn eine neue ESB auf "aktuell gültig" gesetzt wird, können somit ES
einer anderen ESB im Wegepunkt-FIFO der Basisfunktion "Wegepunkt" "als nächstliegende
ES" verbleiben. Die aktuelle ESB zeichnet sich gegenüber den anderen im VTG gespeicherten
ESB nur dadurch aus, daß dessen ESG-Umbrella sowie dessen Randumbrellas gültig und
in der Basisfunktion "Wegepunkt" geladen sind.
Beim Ausschalten des Endgerätes (Ziehen des Zündschlüssels) werden, falls vom ZA vorgegeben,
noch vorhandene Erfassungsdaten an die Zentrale übermittelt. Es ist sicherzustellen,
daß alle im VTG geladenen ESB nichtflüchtig gespeichert werden.
5 Beispiele für Makrobefehle
5.1 ESB-orientierte Befehle
[0048] ESB mit spezieller ESG-Nummer aus der ESB-Mailbox abholen Alle ESBs löschen
Liste von n ESBs löschen
5.2 Makroorientierte Befehle
[0049] Makros werden bei Eintreten bestimmter Bedingungen durch Befehle gestartet, die über
eine Referenzierung zu einem Makro verfügen
[0050] Einrichten eines Makros mit Befehlssequenz (Makro-Kennung wird zurückgegeben). Mögliche
Befehle im Makro:
1. Kommunikationsbefehle, wie Abholen von ESB
2. Lokalisierungsorientierte Befehle, wie Laden von Wegepunkten in die Basisfunktion
"Wegepunkt"
3. Makroaufrufe
4. ...
Entfernen eines Makros
Entfernen aller Makros
5.3 Verbindende Sprachelemente
[0051] Nach Durchführung eines Befehls erfolgt i.allg. die Rückgabe eines "Funktionswertes".
Je nach Definition des Befehls kann der Funktionswert eine Erfolgsmeldung, ein Bearbeitungsergebnis
oder einen Zeiger auf das Ergebnis enthalten. Die Funktionswerte, d.h. Befehle können
direkt als Parameter von Befehlen verwendet werden (Schachtelung).
5.4 Zählerorientierte Befehle
[0052] Einrichten eines Zählers, Startwert und Referenz zu einem Makro (Zähler-Kennung wird
zurückgegeben)
Dekrementieren eines Zählers um einen bestimmten Wert und Rückgabe des Zählerstandes.
Starten des referenzierten Makro, wenn der Wert Null erreicht bzw. unterschritten
wurde.
Setzen eines neuen Startwertes in einem bestehenden Zähler Abfrage des Zählerstandes
mit Schwellwert und Referenz zu einem Makro. Starten des referenzierten Makro, wenn
der Schwellwert über- oder unterschritten wurde.
Entfernen eines Zählers
Löschen aller Zähler
Entfernen aller Zähler
5.5 Mittelwertspeicher-orientierte Befehle
[0053] Mittelwertspeicher werden zur Bestimmung von Größen wie mittlere Geschwindigkeit,
mittlere Reisezeit auf einem Streckenabschnitt etc. benötigt.
Einrichten eines Mittelwertspeichers, Art der Mittelung (z.B. arithmetisch oder Standardabweichung)
Eingabe in Mittelwertspeicher
Abfrage des Mittelwertspeichers mit Schwellwert und Referenz zu einem Makro. Starten
des referenzierten Makro, wenn der Schwellwert über- (oder unter)schritten wurde.
Entfernen eines Mittelwertspeichers
Löschen aller Mittelwertspeicher
Entfernen aller Mittelwertspeicher
5.6 Zeittrigger-orientierte Befehle
[0054] Einrichten eines Zeittriggers mit Wiederholfrequenz und Referenz zu einem Makro (Zeittrigger-Kennung
wird zurückgegeben)
Rücksetzen des Zeittriggers
Abfrage des Zeittriggers mit Schwellwert und Referenz zu einem Makro. Starten des
referenzierten Makro, wenn der Schwellwert über- oder unterschritten wurde.
Entfernen eines Zeittriggers
Rücksetzen aller Zeittrigger
Entfernen aller Zeittrigger
5.7 Geschwindigkeitsorientierte Befehle
[0055] Das Subsystem Lokalisierung liefert sekündlich Geschwindigkeit und Richtung des Fahrzeugs.
Geschwindigkeitsorientierte Befehle dienen dazu, die Geschwindigkeitswerte zu beobachten
und auf Über- bzw. Unterschreiten bestimmter Schwellwerte auszuwerten.
Abfrage der aktuellen Geschwindigkeit und Richtung Erstellung eines Geschwindigkeitsprofils
inkl. Richtungsverlauf
Einrichten eines Geschwindigkeits-Triggers mit Schwellwert, Ansprechrichtung (Geschwindigkeitsüberschreitung
oder - unterschreitung) und Referenz zu einem Makro (Geschwindigkeits-Trigger-Kennung
wird zurückgegeben)
Entfernen eines Geschwindigkeits-Triggers
Entfernen aller Geschwindigkeits-Trigger
5.8 Beschleunigungsorientierte Befehle
[0056] Aus den Geschwindigkeiten, die sekündlich vom Subsystem Lokalisierung bereitgestellt
werden, bestimmt der EA bei Bedarf die Beschleunigung. Beschleunigungsorientierte
Befehle dienen dazu, die Beschleunigungswerte zu beobachten und auf Über- bzw. Unterschreitung
bestimmter Schwellwerte auszuwerten.
Berechnung der aktuellen Beschleunigung aus den Geschwindigkeitsänderungen
Erstellung eines Beschleunigungsprofils
Einrichten eines Beschleunigungs-Triggers mit Schwellwert, Ansprechrichtung (Beschleunigungsüberschreitung
oder - unterschreitung) und Referenz zu einem Makro (Beschleunigungs-Trigger-Kennung
wird zurückgegeben)
Entfernen eines Beschleunigungs-Triggers
Entfernen aller Beschleunigungs-Trigger
5.9 Bremsprofil- und beschleunigungsprofilorientierte Befehle
[0057] Für komplexe Auswertungen können stark anwendungsorientierte Befehle entwickelt werden.
Ein Beispiel dafür ist die Erstellung und Auswertung von Brems- oder Beschleunigungsprofilen,
nachdem ein Beschleunigungs-Trigger angesprochen hat. Es kann dann z.B. ausgewertet
werden auf "unerwartete Gefahrenstelle/Hindernis", "Vollbremsung", "Unfall".
5.10 Weitere ereignisorientierte Befehle
[0058] Aus Sicht der Anwendung ist die Erfassung von Kfz-bezogenen Ereignisdaten wie Blinker
(Warnblinker bei Stau), Schweibenwischer (Regen), Nebelschlußleuchte (Nebel) oder
Differenz zwischen Bremskraft und Bremswirkung (Glatteis) von Interesse. Die Erfassung
dieser Ereignisdaten ist ohne weiteres möglich, wenn der Aufwand für die Verschaltung
mit der Kfz-Elektrik nicht gescheut wird (Evtl. ist es auch möglich, die charakteristischen
Streusignale von Scheibenwischer und Blinker auf der Stromversorgung mit einer Art
"Spracherkennungsmodul" zu erfassen und so eine direkte Verschaltung zu umgehen).
Da die erste Generation für den Nachrüstmarkt gedacht ist, scheidet eine aufwendige
fahrzeugtypabhängige Verschaltung mit der Kfz-Elektrik vorerst aus. Was sich vielleicht
mit geringem Aufwand machen läßt, wäre ein Außentemperaturfühler in der Antenne.
6 Nachladen von ESB
[0059] Im EA des AM-VD sind gleichzeitig mehrere (benachbarte) ESB gespeichert. Zusätzlich
enthält jede ESB die ESG-Nummern der benachbarten Erfassungsstellengebiete. Benachbarte
ESG werden versetzt angeordnet, so daß sich an den Ecken nur jeweils drei ESG berühren
können. Beim Erreichen der Randregionen eines ESG sollten, wenn notwendig, eine oder
mehrere Nachbar-ESB vom ZA abgeholt werden, falls sie noch nicht im EA gespeichert
sind. Dazu werden in den Randregionen des ESG-Umbrellas sogenannte ESG-Randumbrellas
gesetzt (siehe Fig. 2: Aktuelles Erfassungsstellengebiet (ESG 1), das von versetzten
Nachbar-ESG umgeben ist. Der Rand des ESG wird von 8 Randumbrellas überdeckt). Erreicht
das Fahrzeug einen solchen Randumbrella, so holt der EA automatisch eine oder mehrere
zugehörige Nachbar-ESG ab.
Der AM-VD kann z.B. so parametrisiert werden, daß nur 2 ESB im EA gespeichert werden:
ein "Fernstrecken-ESB" für das Heimatland des Benutzers und ein "Regional-ESB". Im
Fernstrecken-ESB sind nur die wichtigsten Fernstrecken-ES, in den Regional-ESB die
übrigen Fernstrecken-ES und anderen regionalen ES gespeichert. Beide ESB verbleiben
semipermanent im EA. Nur wenn der Benutzer über längere Zeit seine Region verlassen
hat, so daß ein Schwellwert von "Seitenfehlern" überschritten wurde, kommt es zum
ESB-Wechsel. (Ohne SMS-CB oder GPRS ist eine Parametrisierung mit hoher ESB-Wechselfrequenz
unwirtschaftlich.)
Alle ESB werden vom ZA des AM-VD in einer ESB-Mailbox bereitgestellt, wo sie vom EA
unter der ESG-Nummer als Mailbox-Subadresse abgeholt werden können.
Das ESG sowie ihre ESB werden vom ZA des AM-VD laufend gepflegt. Werden ESG sowie
ihre ESB aktualisiert (z. B. Löschen und Neueinrichtung von Erfassungsstellen, Modifikation
Makrobefehle, Einrichtung neuer Meßaufträge, Verschiebung der Grenzen eines ESG),
so erhält die neue ESG-Version eine neue ESG-Nummer. Der ZA des AM-VD entscheidet,
zu welchem Zeitpunkt er die betroffenen EA (per Broadcast) über eine neue ESG-Version
durch Angabe der neuen ESG-Nummer informiert und sie auffordert, sich die neue ESB
aus der ESB-Mailbox abzuholen.
Es ist sinnvoll, für alle ESB eine Default-ESB zu entwickeln, die im EA der betroffenen
Fahrzeuge abgespeichert ist. Stellt die Verkehrsredaktion kurzfristig und für einen
begrenzten Zeitraum einen Erfassungsauftrag (z. B. erhöhtes Verkehrsaufkommen auf
dem Kölner Ring während der Rush-hour, Ferienbeginn in NRW), so überträgt der ZA des
AM-VD nur die daraus resultierenden Änderungen für die ESB mit einem Start- und Stopzeitpunkt
direkt über SMS-CB an die betroffenen EA. Der EA baut die Änderungen zur angegebenen
Startzeit in die ESB ein und löscht sie zum Stopzeitpunkt wieder. Anschließend wird
wieder die Default-ESB aktiviert.
Es wird in Kauf genommen, daß nicht alle betroffenen Erfassungsfahrzeuge mit dem SMS-CB
erreicht werden. Bei längerem Gültigkeitszeitraum ist eine Wiederholung, z. B. alle
30 Minuten, sinnvoll.
Bei der Übertragung von Verkehrsdaten wird die Nummer des entsprechenden ESB mitgeliefert.
Ist die ESB veraltet, so fordert der ZA, falls notwendig, seinen EA auf, eine neue
ESB aus der ESB-Mailbox abzuholen.
Eine neugeladene ESB wird erst aktiviert, wenn sie vollständig empfangen wurde.
[0060] Die Erfindungsidee ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt,
vielmehr werden ebenso alle Merkmale der Unteransprüche und nebengeordneten Patentansprüche
einzeln oder in beliebiger Kombination als dem Offenbarungsumfang dieser Patentanmeldung
zugeordnet beansprucht.
1. Verfahren zur Erfassung und Meldung von Verkehrsdaten von Fahrzeugen, wobei diese
Fahrzeuge jeweils mit mindestens einer dezentralen Einheit ausgerüstet sind, die mindestens
eine erste Funktion zur Positionsbestimmung und mindestens eine zweite Funktion zur
Mobilkommunikation aufweist, wobei mehreren dezentralen Einheiten mindestens eine
Zentraleinheit mit Steuerungsfunktionen und Verarbeitungsfunktionen für die erfaßten
Verkehrsdaten zugeordnet ist, und daß die Zentraleinheit durch Steuersignale in der
dezentralen Einheit angeordnete Prozesse und/oder Programme aktiviert, und daß eine
Datenbasis in der dezentralen Einheit eine Untermenge einer Datenbasis der Zentraleinheit
ist, wobei in Abhängigkeit von bestimmten vorgegebenen Kriterien das Meldeverhalten
der dezentralen Einheit an die Zentraleinheit gesteuert wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein zentraler Anwendungsprozess (ZA) das gesamte zu erfassende Gebiet in Erfassungsstellengebiete
(ESG) gliedert und für jedes Erfassungsstellengebiet eine zugeordnete Erfassungsstellenbeschreibung
(ESB) generiert, die Makrobefehle für Erfassung und Meldeverhalten sowie eine Liste
von Erfassungsstellen enthält.
2. Verfahren gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine wiederholte Positionsbestimmung
von Fahrzeugen durchgeführt wird und daß die Datenbasis in der dezentralen Einheit
Datensätze enthält, die unter anderem Positionsdaten darstellen und daß die Datensätze
mit Attributen verknüpft sind, die in Kombination mit Signalen der zentralen Steuereinheit
in Abhängigkeit von vorgegebenen logischen Verknüpfungen den Ablauf von Meßprogrammen
auslösen.
3. Verfahren gemäß den Patentansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Datenbasis
in der dezentralen Einheit Datensätze enthält und daß die Datensätze mindestens definierte
Positionsdaten von Erfassungsstellen enthalten und daß mittels wiederholter Positionsbestimmung
des Fahrzeuges genaue aktuelle Fahrzeugpositionsdaten mit den definierten Erfassungsstellenpositionsdaten
verglichen werden.
4. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Positionsbestimmung in Abhängigkeit vom aktuell benutzten Positionsermittlungsverfahren
unter Berücksichtigung der aktuell herrschenden Randbedingungen die Ungenauigkeit
der jeweiligen Fahrzeugposition bei dem Vergleichsverfahren berücksichtigt wird.
5. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Erreichen einer Erfassungsstelle durch das Fahrzeug unter Berücksichtigung
der Ungenauigkeit des Positionsbestimmungsverfahrens durch das Ergebnis des Vergleichsverfahrens
signalisiert wird und daß dann in der dezentralen Einheit der Ablauf von Meßprogrammen
ausgelöst wird.
6. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Patentansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Datensätze in der dezentralen Einheit Datenelemente enthalten, die Attribute
von Erfassungsstellen repräsentieren und eine Typisierung der Erfassungsstellen in
verschiedene Klassen ermöglichen und daß eine gezielte Steuerung der Erfassung über
eine Auswahl der Datenelemente entsprechend den zugeordneten Klassen erfolgt.
7. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Patentansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die ermittelten Verkehrsdaten mindestens eine der folgenden Größen umfassen:
- mittlere Geschwindigkeit
- Varianz der Geschwindigkeit
- Reisezeit
- Geschwindigkeitsprofil
- Beschleunigungsprofil
- umfeldbezogene Daten, wie z.B. Status Scheibenwischer,
Regensensor, Außentemperatur, Nebelleuchten, Warnblinker, Abstandsmeßsystem, Antiblockiersystem,
Antischlupfregelung.
8. Verfahren gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine wiederholte Positionsbestimmung
des Fahrzeugs durchgeführt wird und daß die Datenbasis in der dezentralen Einheit
Datensätze enthält, die unter anderem Positionsdaten darstellen und daß die Datensätze
mit Attributen verknüpft sind, die in Kombination mit Signalen der zentralen Steuereinheit
in Abhängigkeit von vorgegebenen logischen Verknüpfungen den Ablauf von Meldeprogrammen
auslösen.
9. Verfahren nach einem der Patentansprüche 1 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, daß als Kriterien für die Steuerung des Meldeverhaltens folgende
Elemente einzeln oder in logischer Verknüpfung gemäß Boole'scher Algebra wirksam werden:
- Gültigkeitsgebiete
- Gültigkeitsdauer
- Gültigkeitszeitmarken
- Wegenetztyp
- Fahrtrichtungstyp
- Telekommunikationsweg
10. Einrichtung mit Mitteln zur Durchführung des Verfahrens zur Erfassung und Meldung
von Verkehrsdaten von Fahrzeugen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 - 9, wobei
diese Fahrzeuge jeweils mit mindestens einer dezentralen Einheit ausgerüstet sind,
die mindestens eine erste Funktion zur Positionsbestimmung und mindestens eine zweite
Funktion zur Mobilkommunikation aufweist, wobei mehreren dezentralen Einheiten mindestens
eine Zentraleinheit mit Steuerungsfunktionen und Verarbeitungsfunktionen für die erfaßten
Verkehrsdaten zugeordnet ist, und daß die Zentraleinheit durch Steuersignale in der
dezentralen Einheit angeordnete Prozesse und/oder Programme aktiviert, und daß eine
Datenbasis in einer dezentralen Einheit eine Untermenge einer Datenbasis der Zentraleinheit
ist, wobei in Abhängigkeit von bestimmten vorgegebenen Kriterien das Meldeverhalten
der dezentralen Einheit an die Zentraleinheit gesteuert wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das gesamte zu erfassende Gebiet in Erfassungsstellengebiete (ESG) gegliedert
ist und für jedes Erfassungsstellengebiet eine zugeordnete Erfassungsstellenbeschreibung
(ESB) generiert ist, die Makrobefehle für Erfassung und Meldeverhalten sowie eine
Liste von Erfassungsstellen enthält.
1. Method for gathering and communicating traffic data from vehicles, wherein these vehicles
are each equipped with at least one decentralized unit which has at least one first,
position-determining function and at least one second, mobile communication function;
wherein at least one central unit with control functions and processing functions
for the traffic data acquired is assigned to a plurality of decentralized units, and
that the central unit, by means of control signals, activates processes and/or programmes
stored in the decentralized unit, and a database in the decentralized unit is a subset
of a database of the central unit; wherein the regime of communication from the decentralized
unit to the central unit is controlled as a function of specified predetermined criteria;
characterized in that a central application process (ZA) divides the overall area to be covered into collection-point
areas (ESG) and generates for each collection-point area a dedicated collection-point
specification (ESB) which includes macro instructions for acquisition and communication
regime and also a list of collection points.
2. Method according to Claim 1, characterized in that vehicles' positions are repeatedly
determined and in that the database in the decentralized unit contains data records
representing inter alia position data and in that the data records are combined with attributes which, in
combination with signals of the central control unit as a function of specified logical
operations, initiate the execution of measuring programmes.
3. Method according to Claim 1 or Claim 2, characterized in that the database in the
decentralized unit contains data records and in that the data records contain at least
defined position data of collection points and in that accurate current vehicle-position
data obtained by repeated determination of the vehicle's position are combined with
the defined collection-point position data.
4. Method according to one or more of Claims 1 to 3, characterized in that the margin
of error of the individual vehicle's position in the position-determination as a function
of the currently utilized method of position-finding, with allowance for the currently
prevailing marginal conditions, is taken into account in the comparison procedure.
5. Method according to one or more of Claims 1 to 4, characterized in that the arrival
of the vehicle at a collection point is signalled by the result of the comparison
procedure, taking into account the margin of error of the position-finding technique,
and in that the execution of measuring programmes is then initiated in the decentralized
unit.
6. Method according to one or more of Claims 1 to 5, characterized in that the data records
in the decentralized unit contain data elements which represent attributes of collection
points and make it possible to typify collection points in various classes and in
that a selective control of the [data] collection is made by a selection of data elements
according to the attributed classes.
7. Method according to one or more of Claims 1 to 6, characterized in that the traffic
data detected comprise at least one of the following variables:
- average speed
- variance of speed
- journey time
- speed profile
- acceleration profile
- data relating to the surrounding field, such as e.g. status of windscreen wipers,
rain sensor, outside temperature, foglamps, hazard lights, proximity sensing system,
antilocking system, acceleration skid control.
8. Method according to Claim 1, characterized in that the vehicle's position is repeatedly
determined and in that the database in the decentralized unit contains data records
representing inter alia position data and in that the data records are combined with attributes which, in
combination with signals of the central control unit as a function of specified logical
operations, initiate the execution of communication programmes.
9. Method according to Claim 1 or Claim 8, characterized in that the following elements,
individually or in logical combination in accordance with Boolean algebra, are active
criteria for controlling the communication regime:
- areas of validity
- period of validity
- validity timing marks
- road network type
- direction of travel type
- telecommunication path.
10. Facility with means for carrying out the method for gathering and communicating traffic
data from vehicles according to one or more of Claims 1 - 9, wherein these vehicles
are each equipped with at least one decentralized unit which has at least one first,
position-determining function and at least one second, mobile communication function;
wherein at least one central unit with control functions and processing functions
for the traffic data acquired is assigned to a plurality of decentralized units, and
the central unit, by means of control signals, activates processes and/or programmes
stored in the decentralized unit, and a database in a decentralized unit is a subset
of a database of the central unit; wherein the regime of communication from the decentralized
unit to the central unit is controlled as a function of specified predetermined criteria;
characterized in that the overall area to be covered is divided into collection-point areas (ESG) and a
dedicated collection-point specification (ESB), which includes macro instructions
for acquisition and communication regime and also a list of collection points, is
generated for each collection-point area.
1. Procédé pour l'enregistrement et la signalisation de données de circulation à partir
de véhicules, selon lequel chacun de ces véhicules est équipé d'au moins une unité
décentralisée qui présente au moins une première fonction pour la localisation et
au moins une seconde fonction pour la communication mobile, au moins une unité centrale
étant associée à plusieurs unités décentralisées, avec des fonctions de commande et
des fonctions de traitement pour les données de circulation enregistrées, selon lequel
l'unité centrale active, grâce à des signaux de commande, des processus et/ou des
programmes disposés dans l'unité décentralisée, et selon lequel une base de données
prévue dans l'unité décentralisée constitue un sous-ensemble d'une base de données
de l'unité centrale, le comportement de signalisation de l'unité décentralisée étant
transmis à l'unité centrale en fonction de critères prédéfinis,
caractérisé en ce qu'un processus d'application central (ZA) divise toute la zone à enregistrer
en zones de points d'enregistrement (ESG) et génère pour chaque zone de points d'enregistrement
une description de point d'enregistrement associée (ESB) qui contient des macro-instructions
pour l'enregistrement et le comportement de signalisation, et une liste de points
d'enregistrement.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une localisation réitérée des
véhicules est effectuée, en ce que la base de données prévue dans l'unité décentralisée
contient des enregistrements logiques qui représentent entre autres des données de
position, et en ce que les enregistrements logiques sont liés à des attributs qui,
combinés à des signaux de l'unité de commande centrale et en fonction de liaisons
logiques prédéfinies, déclenchent le déroulement de programmes de mesure.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la base de données prévue
dans l'unité décentralisée contient des enregistrements logiques, en ce que les enregistrements
logiques contiennent au moins des données de position définies de points d'enregistrement,
et en ce que grâce à une localisation réitérée du véhicule, les données de position
de véhicule exactes du moment sont comparées aux données de position définies des
points d'enregistrement.
4. Procédé selon l'une au moins des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que lors
de la localisation, en fonction du procédé de recherche de position utilisé du moment
et compte tenu des conditions marginales du moment, l'imprécision de la position du
véhicule est prise en compte lors du procédé de comparaison.
5. Procédé selon l'une au moins des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le fait
que le véhicule atteigne un point d'enregistrement est signalé par le résultat du
procédé de comparaison compte tenu de l'imprécision du procédé de localisation, et
en ce que le déroulement de programmes de mesure est ensuite déclenché dans l'unité
décentralisée.
6. Procédé selon l'une au moins des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les enregistrements
logiques prévus dans l'unité décentralisée contiennent des éléments de données qui
représentent des attributs de points d'enregistrement et permettent de classer les
points d'enregistrement en différentes catégories, et en ce qu'une commande ciblée
de l'enregistrement a lieu en fonction des catégories attribuées, grâce à une sélection
des éléments de données.
7. Procédé selon l'une au moins des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que les données
de circulation recherchées comprennent au moins l'une des grandeurs suivantes :
- vitesse moyenne
- variance de la vitesse
- période du voyage
- profil de vitesse
- profil d'accélération
- données relatives à l'environnement, comme par exemple position des essuie-glaces,
capteur de pluie, température extérieure, feux antibrouillard, feux de détresse, système
de mesure d'espacement, système d'antiblocage, régulation antipatinage.
8. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une localisation réitérée du
véhicule est effectuée, en ce que la base de données prévue dans l'unité décentralisée
contient des enregistrements logiques qui représentent entre autres des données de
position, et en ce que les enregistrements logiques sont liés à des attributs qui,
combinés à des signaux de l'unité de commande centrale et en fonction de liaisons
logiques prédéfinies, déclenchent le déroulement de programmes de signalisation.
9. Procédé selon la revendication 1 ou 8, caractérisé en ce que les éléments suivants
entrent en action comme critères pour la commande du comportement de signalisation,
individuellement ou suivant une opération logique selon l'algèbre de Boole :
- zones de validité
- durée de validité
- repères de temps de validité
- type de réseau routier
- type de sens de trajet
- voie de télécommunication.
10. Dispositif comportant des moyens pour mettre en oeuvre le procédé pour l'enregistrement
et la signalisation de données de circulation à partir de véhicules selon l'une au
moins des revendications 1 à 9, avec lequel chacun de ces véhicules est équipé d'au
moins une unité décentralisée qui présente au moins une première fonction pour la
localisation et au moins une seconde fonction pour la communication mobile, au moins
une unité centrale étant associée à plusieurs unités décentralisées, avec des fonctions
de commande et des fonctions de traitement pour les données de circulation enregistrées,
avec lequel l'unité centrale active, grâce à des signaux de commande, des processus
et/ou des programmes disposés dans l'unité décentralisée, et avec lequel une base
de données prévue dans l'unité décentralisée constitue un sous-ensemble d'une base
de données de l'unité centrale, le comportement de signalisation de l'unité décentralisée
étant transmis à l'unité centrale en fonction de critères prédéfinis,
caractérisé en ce que toute la zone à enregistrer est divisée en zones de points d'enregistrement
(ESG), et pour chaque zone de points d'enregistrement est générée une description
de point d'enregistrement associée (ESB) qui contient des macro-instructions pour
l'enregistrement et le comportement de signalisation, et une liste de points d'enregistrement.