[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten einer Tiefdruckform gemäss
dem Oberbegriff von Anspruch 1. Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Bearbeiten
einer Tiefdruckform gemäss dem Oberbegriff von Anspruch 11.
[0002] Es ist bekannt Druckereierzeugnisse, Verpackungen und weitere Gegenstände mit einem
Tiefdruckverfahren zu bedrucken. Die im Tiefdruck verwendeten Tiefdruckformen sind
üblicherweise als Tiefdruckzylinder ausgestaltet. Ein derartiger Tiefdruckzylinder
weist eine üblicherweise aus Kupfer, Zink oder einer entsprechenden Legierung bestehende,
zylinderförmige Metallschicht auf, in deren Aussenschicht Vertiefungen eingraviert
werden, welche bestimmt sind die Druckfarbe aufzunehmen. Nach dem Gravieren wird die
auf Grund der verwendeten Metalle relativ weiche Zylinderoberfläche mit einer üblicherweise
galvanisch aufgetragenen, verschleissfesteren Metallschicht überzogen, welche üblicherweise
aus Chrom besteht. Nach Abschluss des Druckvorganges wird der Tiefdruckzylinder für
einen nächsten Graviervorgang vorbereitet, indem zumindest die Chromschicht abgetragen
wird.
[0003] Es ist bekannt die Chromschicht mit einem galvanischen Verfahren abzutragen. Nachteilig
an diesem bekannten Verfahren ist die Tatsache, dass das galvanische Verfahren die
Chromschicht eines Tiefdruckzylinders, dessen zu gravierende Aussenschicht aus Zink
besteht, wohl entfernt, wobei nebst dem Chrom auch der Zink gelöst wird, was einerseits
die zu gravierende Aussenschicht beschädigt und andererseits hohe Reinigungskosten
der Abwässer verursacht.
[0004] Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zum Entfernen der verschleissfesteren
Metallschicht einer Tiefdruckform, insbesondere eines Tiefdruckzylinders, zu schaffen,
das zuverlässig und kostengünstig ist.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Vorrichtung aufweisend die Merkmale von Anspruch
1. Die Unteransprüche 2 bis 10 beziehen sich auf weitere, vorteilhafte Ausgestaltungen
der erfindungsgemässen Vorrichtung.
[0006] Die Aufgabe wird weiter gelöst mit einem Verfahren aufweisend die Merkmale von Anspruch
11. Die Unteransprüche 12 bis 15 beziehen sich auf weitere, vorteilhafte Ausgestaltungen
des erfindungsgemässen Verfahrens.
[0007] Diese Aufgabe wird insbesondere gelöst mit einer Vorrichtung, welche eine Haltevorrichtung
für ein Drehwerkzeug zum Bearbeiten der Tiefdruckform aufweist, wobei die Haltevorrichtung
einen ansteuerbaren Wandler aufweist, welcher das Drehwerkzeug in Schwingung versetzt.
[0008] Als Drehwerkzeug wird vorzugsweise ein Drehstahl umfassend eine Schneide verwendet.
Der Drehstahl wird zumindest während dem Schneiden durch den Wandler mit einer hochfrequenten
Schwingung angeregt, wobei die anregende Schwingung vorzugsweise zwischen 1 kHz und
100 kHz liegt.
[0009] Im Gegensatz zum bisher bekannten Verfahren, bei welchem die Chromschicht eines eine
Aussenschicht aus Zink aufweisenden Tiefdruckzylinders galvanisch abgetragen wurde,
weist das erfindungsgemässe Verfahren den Vorteil auf, dass die Chromschicht des Tiefdruckzylinders
auf sehr schonende Weise abtragbar ist. Die anfallenden Späne, welche Chrom und Zink
beziehungsweise eine Zinklegierung aufweisen, sind rezyklierbar. Es fallen keine verschmutzten
Abwässer an. Zudem weist der abgedrehte Tiefdruckzylinder eine homogene Oberflächenstruktur
auf, in welche eine neue Gravur oder auf welche eine neue Metallschicht aufgebracht
werden kann.
[0010] Das Schwingen des Drehstahls bzw. der Drehstahlschneide wirkt sich besonders vorteilhaft
aus beim Abdrehen eines Tiefdruckzylinders, weil dadurch das abgedrehte Material in
Form relativ kurzer Späne anfällt. Ein wesentlicher Vorteil ist darin zu sehen, dass
die relativ kurzen Späne derart vom Zylinder abfallen, dass die abgedrehte Oberfläche
nicht beschädigt wird. Würden beim Abdrehen lange Späne erzeugt werden, so besteht
die Gefahr, dass sie die abgedrehte Oberfläche berühren und beschädigen. Eine derartige
Beschädigung der Oberfläche eines Tiefdruckzylinders stellt einen beträchtlichen finanziellen
Schaden dar, weil für einen Vierfarbendruck ein Satz von vier Tiefdruckzylindern mit
gleichem Durchmesser erforderlich ist. Falls die Beschädigung der Oberfläche durch
Abdrehen beseitigt würde, so müssten auch die Oberflächen der restlichen drei Tiefdruckzylinder
abgedreht werden. Die Frequenz und die Schwingungsamplitude des Drehwerkzeuges beziehungsweise
dessen Drehstahlschneide wird in einer bevorzugten Ausführungsform bzw. Betriebsweise
derart gewählt, dass die anfallenden Späne sehr kurz werden. In einer bevorzugten
Ausführungsform wird die Schwingung des Drehwerkzeuges bzw. der Drehstahlschneide
mit einem Sensor erfasst, und der Wandler von einer Regelungsvorrichtung derart angesteuert,
dass das Drehwerkzeug bzw. die Drehstahlschneide eine maximale Schwingungsamplitude
aufweist.
[0011] Das Schwingen des Drehstahls wirkt sich zudem vorteilhaft auf die Standzeit der Drehstahlschneide
aus.
[0012] Die erfindungsgemässe Vorrichtung beziehungsweise das erfindungsgemässe Verfahren
ist vorteilhafterweise auch geeignet Tiefdruckzylinder zu bearbeiten, welche eine
Aussenschicht aus Kupfer oder einer Kupferlegierung aufweisen, welche mit einer Chromschicht
oder einer sonstigen harten Schicht überdeckt ist. Auch bei derartigen Tiefdruckzylindern
bewirkt der schwingende Drehstahl relativ kurze Späne, so dass keine Gefahr besteht,
dass die Späne Beschädigungen der abgedrehten Oberfläche verursachen. Die anfallenden
Späne sind zudem vorteilhaft rezyklierbar.
[0013] Der ansteuerbare Wandler ist vorzugsweise als ein piezoelektrischer Wandler ausgestaltet,
wobei auch sonstige eine Schwingung erzeugende Wandler geeignet sind, beispielsweise
ein hydraulisch oder mechanisch angeregter Wandler.
[0014] Der Wandler ist vorzugsweise derart ausgerichtet in der Haltevorrichtung angeordnet,
dass das eine Längsrichtung aufweisende Drehwerkzeug zu einer quer, insbesondere senkrecht
zur Längsrichtung verlaufenden Schwingung anregbar ist. In einer weiteren Ausführungsform
sind zwei Wandler derart ausgerichtet an der Haltevorrichtung angeordnet, dass zwei
orthogonal ausgerichtete, senkrecht zur Längsrichtung verlaufende Schwingungsanteile
auf das Drehwerkzeug erzeugbar sind. Ein zusätzlicher Wandler könnte auch derart angeordnet
sein, dass eine in Längsrichtung des Drehwerkzeuges verlaufende Schwingung auf dieses
erzeugbar ist.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine Werkzeughaltevorrichtung mit eingespanntem Drehstahl;
- Fig. 2
- einen an einem Tiefdruckzylinder angreifenden, in der Werkzeughaltevorrichtung gemäss
Fig. 1 eingespannten Drehstahl;
- Fig. 3
- einen Schnitt durch ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Werkzeughaltevorrichtung
mit eingespanntem Drehwerkzeug;
- Fig. 4
- einen Schnitt entlang der Linie A-A gemäss Fig. 3;
- Fig. 5
- ein Schaltbild einer elektronischen Ansteuervorrichtung.
[0016] Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch eine Haltevorrichtung 3, welche eine Ausnehmung
zur Aufnahme des als Drehstahl 1 ausgebildeten Drehwerkzeuges 1 aufweist. Der Drehstahl
1 wird mit Hilfe von Schrauben 3b gegen die den Schrauben 3b gegenüberliegende Seite
der Halterung 3a gedrückt und dadurch fest gehalten. Der Drehstahl 1 liegt rechts
von der mit 3c bezeichneten Stelle über den ganzen dabei gebildeten Längenabschnitt
fest auf der Halterung 3a auf, wogegen die zum Drehstahl 1 hin ausgerichtete Fläche
der Halterung 3a links der Stelle 3c zurückweicht, so dass sich zwischen der Halterung
3a und dem Drehstahl 1 keine Berührung ergibt, und der Drehstahl 1 frei schwingen
kann. Der rechts vom Punkt 3c verlaufende Längenabschnitt könnte jedoch auch derart
ausgebildete Ausnehmungen aufweisen, dass der Drehstahl 1 nur über Teillängenabschnitte
fest auf der Halterung 3a aufliegt, wobei diese Teillängenabschnitte in einer bevorzugten
Ausführungsform gegenüberliegend der Schrauben 3b angeordnet, und bezüglich der Längsrichtung
1c etwa gleich gross dimensioniert wie die Schrauben 3b ausgestaltet sind. In einer
bevorzugten Ausführungsform sind die Schrauben 3b und die Teillängenabschnitte derart
in Längsrichtung 1c verteilt angeordnet, dass die Drehstahlschneide 1a des Drehstahls
1 mit einer möglichst grossen Schwingungsamplitude anregbar ist, was insbesondere
dadurch erreichbar ist, dass die Schrauben 3b beziehungsweise die Teillängenabschnitte
an denjenigen Stellen angeordnet sind, an welchen der Drehstahl 1 in Längsrichtung
1c einen Schwingungsknoten aufweist.
[0017] Ein piezoelektrischer Wandler 5 ist in der Halterung 3a angeordnet und weist eine
Wirkverbindung zum Drehstahl 1 auf, um auf diesen in Schwingungsrichtung 1c eine Wechselkraft
zu übertragen und dadurch zu einer Schwingung anzuregen. Der Wandler 5 umfasst mehrere,
plattenförmig ausgestaltete, aufeinander gestapelte piezoelektrische Elemente 5e.
Die piezoelektrischen Elemente 5e sind beidseitig von einem Einspannteil 5c,5d begrenzt,
wobei diese Einspannteile 5c,5d von einer Schraube 5f zusammengehalten beziehungsweise
gegenseitig geführt sind. Das Einspannteil 5c ist über eine Platte 5b mit einer Einstellschraube
5a verbunden. In der Halterung 3a ist eine Bohrung mit Gewinde zur Aufnahme der Einstellschraube
5a vorgesehen, so dass die gegenseitige Lage von Wandler 5 und Halterung 3a durch
Drehen der Einstellschraube 5a in Richtung 1c verstellbar ist. Die piezoelektrischen
Elemente 5e sind über die elektrischen Leiter 7a, 7b, welche Bestandteile des elektrischen
Kabels 7 sind, mit einer nicht dargestellten Ansteuervorrichtung elektrisch verbunden.
Der Drehstahl 1 weist an dessen Spitze eine Schneide 1a auf. Der Drehstahl weist eine
durch dessen Längsausdehnung bestimmte Längsrichtung 1b auf.
[0018] An der Haltevorrichtung 3 kann ein Sensor zum Erfassen der Schwingungsamplitude des
Drehwerkzeuges 1 beziehungsweise dessen Drehstahlschneide 1a angeordnet sein. In einer
Ausführungsform wird ein piezoelektrisches Element 5e des Wandlers 5 zum Messen der
Schwingungsamplitude verwendet, in dem dieses piezoelektrische Element 5e gegenüber
den restlichen piezoelektrischen Elementen 5e elektrisch isoliert angeordnet als Sensor
ausgestaltet ist, dessen Sensorwert mit Hilfe eines elektrischen Kabels abgeleitet
und einem Verstärker zugeführt ist.
[0019] Durch das Anlegen einer elektrischen Wechselspannung an die piezoelektrischen Elemente
5e erfahren diese eine Längenausdehnung beziehungsweise eine Längenverkürzung, welche
vom Wandler 5 auf den Drehstahl 1 übertragen wird. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
wird die vom Wandler 5 erzeugte Wechselkraft in einer senkrecht zur Längsrichtung
1b verlaufenden Richtung 1c in den Drehstahl 1 eingeleitet. Diese Wechselkraft könnte
auch in einer anderen, quer zur Längsrichtung 1b verlaufenden Richtung eingeleitet
sein. Die Haltevorrichtung 3 kann auch mehrere, in derselben oder in unterschiedlicher
Richtung auf den eingespannten Drehstahl 1 einwirkenden Wandler 5 aufweisen. In einer
vorteilhaften Ausführungsform sind zwei Wandler 5 derart auf den Drehstahl 1 wirkend
angeordnet, dass die beiden erzeugten Bewegungsrichtungen 1c senkrecht zueinander
verlaufen. In einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform weist die Haltevorrichtung
mehrere Halterungen 3a zum Halten jeweils eines Drehstahles 1 auf, wobei zumindest
einer der Drehstähle 1 vom Wandler 5 in Schwingung versetzt werden kann. In einer
vorteilhaften Ausgestaltung wird die Antriebsfrequenz des Wandlers 5 derart gewählt,
dass der Drehstahl 1 mit seiner Resonanzfrequenz oder einer Harmonischen davon angeregt
wird. Dazu kann entweder die Antriebsfrequenz des Wandlers 5 entsprechend gewählt
werden, oder der Drehstahl 1 kann entsprechend ausgestaltet sein, zum Beispiel durch
dessen Dimensionierung oder durch eine entsprechende Materialwahl beziehungsweise
Elastizität des Drehstahls. Zudem ist die Resonanzfrequenz des Drehstahls 1 durch
die Anordnung der in Längsrichtung 1b beabstandeten Schrauben 3b beeinflussbar.
[0020] Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt eines Querschnittes durch einen Tiefdruckzylinder 20
mit einem Grundkörper 21, welcher aus einem geeigneten Material wie zum Beispiel Stahl,
Aluminium oder Kunststoff besteht. Auf diesen Grundkörper 21 ist auf bekannte Weise
eine erste metallische Schicht 22 aufgebracht, welche beispielsweise aus Kupfer, Zink,
einer Kupferlegierung oder einer Zinklegierung besteht. Diese erste metallische Schicht
22 ist mit einer verschleissfesteren Schicht 23 überzogen, welche beispielsweise aus
Chrom oder einer sonstigen Hartstoffschicht besteht. Diese verschleissfestere Schicht
23 weist an deren Oberfläche Vertiefungen zur Aufnahme von Druckfarbe auf. Nach einem
abgeschlossenen Druckvorgang muss die verschleissfestere Schicht 23 wieder entfernt
werden, um ein neues Druckmuster in die Oberfläche einzugravieren. Das Entfernen der
verschleissfesteren Schicht 23 geschieht dadurch, dass die Haltevorrichtung 3 mit
Drehstahl 1 in einer parallel zur Drehachse des Tiefdruckzylinders 20 verlaufenden
Richtung F bewegt wird, wobei die Schneide 1a unterhalb der verschleissfesteren Schicht
23 eingreift und derart ein Teil der ersten metallischen Schicht 22 sowie die gesamte
verschleissfestere Schicht 23 abgedreht wird. Da Figur 2 einen Querschnitt durch den
Tiefdruckzylinder 20 darstellt, verläuft die Förderrichtung F des Drehstahls 1 bezüglich
der Ansicht gemäss Fig. 2 senkrecht nach oben.
[0021] Der sich drehende Tiefdruckzylinder 20 führt bezüglich der Ansicht gemäss Fig. 2
eine nach oben gerichtete Drehbewegung aus, so dass der bearbeitete Umfangsabschnitt
24 des Tiefdruckzylinders bereits abgedreht ist und eine zylinderförmige Oberfläche
aufweist. Die in Figur 2 dargestellte Haltevorrichtung 3 ist identisch zu der in Figur
1 dargestellten Haltevorrichtung 3, weshalb nur die wichtigsten Teile mit Bezugszeichen
versehen sind. Der Wandler 5 erzeugt eine hochfrequente Wechselkraft auf den Drehstahl
1, so dass dieser in Bewegungsrichtung 1c in Schwingung versetzt wird. Diese Bewegungsrichtung
1c verläuft senkrecht zur Drehachse des Tiefdruckzylinders 20 sowie senkrecht zur
Bewegungsrichtung F der Haltevorrichtung 3 beziehungsweise parallel zur Schneidrichtung
des Drehstahls. Der Wandler 5 könnte jedoch auch derart in der Haltevorrichtung 3
angeordnet sein, dass der Drehstahl 1 in eine Schwingung versetzt wird, dessen Bewegungsrichtung
1c in einer vertikal zu der gemäss Fig. 2 dargestellten Betrachtungsebene verläuft.
Diese Bewegungsrichtung 1c würde somit parallel zur Drehachse des Tiefdruckzylinders
20, beziehungsweise parallel zur Bewegungsrichtung F der Haltevorrichtung 3, beziehungsweise
senkrecht zur Schneidrichtung der Drehstahlschneide 1a verlaufen.
[0022] Ein Vorteil dieser auf den Drehstahl 1 bewirkten Wechselkraft ist darin zu sehen,
dass die während dem Drehen erzeugten Späne relativ kurz sind, so dass die bereits
bearbeitete Oberfläche 24 des Tiefdruckzylinders 20 nicht durch lange Späne beschädigt
wird. Die Frequenz der Wechselkraft liegt im Bereich zwischen 1 kHz und 100 kHz, wobei
als anregendes, elektrisches Signal beispielsweise ein Sinussignal, ein Rechtecksignal
oder auch ein asymmetrisches Signal wie ein sägezahnförmiges Signal verwendbar ist.
[0023] Der Wandler 5 könnte auch derart angeordnet sein, dass der Drehstahl 1 zu einer in
Verlaufsrichtung der Längsrichtung 1b bewegenden Schwingung angeregt wird.
[0024] Anstelle der Haltevorrichtung 3 könnte auch der Tiefdruckzylinder 20 in einer Bewegungsrichtung
F bewegt werden, wobei die Haltevorrichtung 3 fest angeordnet ist oder eine zur Bewegungsrichtung
F entgegengesetzte Bewegung ausführt.
[0025] Das in Fig. 3 dargestellte weitere Ausführungsbeispiel einer Werkzeughaltevorrichtung
3 umfasst einen piezoelektrischen Wandler 5 mit piezoelektrischen Elementen 5e, Einspannteil
5d, Platte 5b, Schraube 5f und Führungshülse 5g. Dem Wandler 5 gegenüberliegend ist
ein Feder- und Abstützkörper 8 angeordnet, welcher eine Mehrzahl von übereinandergeschichteten
Federelementen 8a umfasst sowie ein Einspannteil 8b, welches auf dem Drehwerkzeug
1 aufliegt. Der Einspannkörper 1d ist über die Schrauben 3b lösbar fest mit der Haltevorrichtung
3 verbunden und über die Einspannteile 5d,8b sowie die elastische Abstützung 3c schwingfähig
gelagert. Der Wandler 5 ist in der Lage das Drehwerkzeug 1 in Bewegungsrichtung 1c
in Schwingung zu versetzen.
[0026] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Drehwerkzeug 1 mehrteilig ausgestaltet
und besteht aus zwei wesentlichen Teilen, dem Einspannkörper 1d sowie einem an der
Frontseite des Einspannkörpers 1d befestigten Drehstahlschneidenhalter 1i mit Drehstahlschneide
1a. Der Drehstahlschneidenhalter 1i ist über eine Schraube 1e sowie eine Hülse 1f
fest mit dem Einspannkörper 1d verbunden, wobei ein zusätzlicher Bolzen 1g als Verdrehsicherung
vorgesehen ist. Zwischen dem Einspannkörper 1d sowie dem Drehstahlschneidenhalter
1i könnte ein zusätzlicher, in Längsrichtung 1b des Einspannkörpers 1d wirkender piezoelektrischer
Wandler 5 angeordnet sein, um die Drehstahlschneide 1a auch in einer in Längsrichtung
1b verlaufende Schwingung zu versetzen.
[0027] Aus der Schnittdarstellung gemäss Fig. 4 entlang der Linie A-A ist ersichtlich, dass
im Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 3 zwei Wandler 5 mit gegenüberliegendem Feder-
und Abstützkörper 8 um 90 Grad versetzt angeordnet sind, um auf den Einspannkörper
1d beziehungsweise das Drehwerkzeug 1 zwei senkrecht zueinander verlaufende Schwingungsanteile
1c,1h zu bewirken. Somit ist auf die Drehstahlschneide 1a in zwei Dimensionen eine
Schwingung 1c,1h erzeugbar. Die Wandler 5 sowie die Feder- und Abstützkörper 8 sind
innerhalb des Halterungskörpers 3d angeordnet und durch Befestigungsplatten 3d,3f
abgedeckt.
[0028] Fig. 5 zeigt ein elektronisches Schaltbild zur Ansteuerung eines piezoelektrischen
Wandlers 5. Von einer Regelvorrichtung 10b mit Anzeigevorrichtung 10c wird ein Sollwert
vorgegeben, welcher über eine elektrische Leitung 10i einer Ansteuervorrichtung 10d
vorgegeben wird. Diese steuert über einen nachgeschalteten Vorverstärker 10e sowie
einen Leistungsverstärker 10f über die elektrische Leitung 7b den Wandler 5, wodurch
dieser in Schwingung versetzt wird. Die Schwingung des Wandlers 5 oder die Schwingung
des Drehwerkzeuges 1 wird mit einem Sensor erfasst und über die elektrische Leitung
7c und den Vorverstärker 10a der Regelungsvorrichtung 10b zugeführt. Die Regelungsvorrichtung
10b kann zum Beispiel derart angesteuert werden, dass das Drehwerkzeug 1 bzw. die
Drehstahlschneide 1a eine möglichst grosse Schwingungsamplitude aufweist, in dem die
Anregefrequenz derart variiert wird, z.B. im Frequenzbereich zwischen 1 kHz und 100
kHz, bis eine maximale Schwingungsamplitude auftritt. Über den Wandler 5 oder einen
zusätzlichen Sensor ist zudem das Schwingungsverhalten des Tiefdruckzylinders 20 messbar.
Die Regelvorrichtung 10b kann derart betrieben werden, dass beim Übersteigen eines
vorgebbaren Schwingungswertes zumindest einer der folgenden Bearbeitungsparameter:
Drehzahl des Zylinders, Vorschubgeschwindigkeit des Drehwerkzeuges 1, Schwingungsamplitude
der Drehstahlschneide 1a, Schwingungsfrequenz der Drehstahlschneide 1a verändert wird,
um die Schwingung des Tiefdruckzylinders 20 zu vermindern. Über eine Ansteuersignalleitung
10g werden Steuersignale zum Beispiel an den Drehantrieb des Zylinders weitergeleitet,
um dessen Drehzahl zu verändern.
[0029] Der in Fig. 5 dargestellte Regelkreis ist mit einer Vielzahl von Regelverfahren derart
ansteuerbar, dass der bearbeitete Tiefdruckzylinder eine möglichst gleichmässige Oberfläche
aufweist.
[0030] Ein piezoelektrisches Element 5e des Wandlers 5 kann verwendet werden, um die Schwingung
des Drehwerkzeuges 1 zu erfassen, wobei aus diesem Schwingungssignal die Schwingung
des Tiefdruckzylinders 20 ableitbar ist. Somit ist mit Hilfe des Wandlers 5 die Schwingung
des Tiefdruckzylinders 20 messbar. Sind in der Werkzeughaltevorrichtung 3 mehrere
Wandler 5 angeordnet, wie in Fig. 4 dargestellt, so kann die entsprechende Schwingung
in Richtung 1c,1h, und gegebenenfalls auch in Richtung 1b, gemessen werden.
1. Vorrichtung zum Bearbeiten einer Tiefdruckform (20), insbesondere eines Tiefdruckzylinders,
umfassend eine Haltevorrichtung (3) für ein Drehwerkzeug (1) zum Bearbeiten der Tiefdruckform
(20), sowie zumindest einen ansteuerbaren Wandler (5), insbesondere einen piezoelektrischen
Wandler, zum Erzeugen einer auf das Drehwerkzeug (1) wirkenden Schwingung.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Wandler (5) starr an
das Drehwerkzeug (1) ankoppelbar ausgestaltet ist.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Wandler (5) derart ausgerichtet in der Haltevorrichtung (3) angeordnet ist, dass
das eine Längsrichtung (1b) aufweisende Drehwerkzeug (1) zu einer quer, insbesondere
senkrecht zur Längsrichtung (1b) verlaufenden Schwingung (1c) anregbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Wandler (5) derart
ausgerichtet an der Haltevorrichtung (3) angeordnet sind, dass zwei orthogonal ausgerichtete,
senkrecht zur Längsrichtung (1b) verlaufende Schwingungsanteile (1c,1d) auf das Drehwerkzeug
(1) erzeugbar sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
ein Wandler (5) derart ausgerichtet in der Haltevorrichtung (3) angeordnet ist, dass
das eine Längsrichtung (1b) aufweisende Drehwerkzeug (1) zu einer in Längsrichtung
(1b) verlaufenden Schwingung anregbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehwerkzeug (1) derart bezüglich der vom Wandler (5) erzeugten Schwingungsfrequenz
angepasst ausgestaltet und/oder in der Haltevorrichtung (3) angeordnet ist, dass das
Drehwerkzeug (1) in Eigenfrequenz schwingend anregbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
an der Haltevorrichtung (3) ein Sensor zum Erfassen der Schwingungsamplitude des Drehwerkzeuges
(1) bzw. dessen Drehstahlschneide (1a) angeordnet ist, und dass der Sensor insbesondere
als ein Piezoelement ausgebildet ist, insbesondere als ein Element des piezoelektrischen
Wandlers (5).
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Wandler (5) mit einer Frequenz zwischen 1 kHz und 100 kHz betreibbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Wert der Schwingungsamplitude des Drehwerkzeuges (1) bzw. dessen Drehstahlschneide
(1a) einer Regelvorrichtung (10b) zugeführt ist, und die Regelvorrichtung (19b) derart
zum Ansteuern des Wandlers (5) ausgestaltet ist, dass das Drehwerkzeug (1) bzw. dessen
Drehstahlschneide (1a) eine vorgebbare, insbesondere maximale Schwingungsamplitude
aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehwerkzeug (1) mehrteilig ausgestaltet ist, umfassend einen in der Haltevorrichtung
(3) befestigbaren Einspannkörper (1d) sowie einen am Einspannkörper (1d) befestigten
Drehstahlschneidenhalter (1i) mit Drehstahlschneide (1a).
11. Verfahren zum Bearbeiten einer Tiefdruckform (20), insbesondere eines Tiefdruckzylinders,
welche zumindest eine erste metallische Schicht (22) sowie eine diese überdeckende,
bezüglich der ersten metallischen Schicht (22) verschleissfestere Schicht (23) aufweist,
indem zumindest die verschleissfestere Schicht (23) mit einem Drehwerkzeug (1) abgedreht
wird, welches von einem Wandler (5) in Schwingung versetzt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehwerkzeug (1) mit
einer Frequenz zwischen 1 kHz und 100 kHz beaufschlagt wird und die Frequenz insbesondere
derart gewählt wird, dass die Drehstahlschneide (1a) des Drehwerkzeuges (1) eine maximale
Schwingungsamplitude aufweist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass mit demselben
Drehwerkzeug (1) gleichzeitig die verschleissfestere Schicht (23) und ein Teilbereich
der darunter liegenden, ersten metallischen Schicht (22) abgedreht wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die verschleissfestere
Schicht (23) aus Chrom oder einem Metalloxid besteht, und die erste metallische Schicht
(22) aus Zink oder einer Zinklegierung oder aus Kupfer oder einer Kupferlegierung
besteht.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingung
des Tiefdruckzylinders (20) gemessen wird, insbesondere über den Wandler (5), und
dass beim Übersteigen eines vorgebbaren Schwingungswertes zumindest einer der folgenden
Bearbeitungsparameter: Drehzahl des Zylinders, Vorschubgeschwindigkeit des Drehwerkzeuges
(1), Schwingungsamplitude der Drehstahlschneide (1a), Schwingungsfrequenz der Drehstahlschneide
(1a) verändert wird, um die Schwingung des Tiefdruckzylinders (20) zu vermindern.
16. Bearbeitungsanlage für eine Tiefdruckform (20), insbesondere einen Tiefdruckzylinder,
umfassend eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 oder betrieben mit einem
Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15.