[0001] Die der Anmeldung zugrunde liegende Erfindung betrifft eine aus Kohlenstoff oder
aus einem Kohlenstoffüllstoff und einer Bindermatrix aus Kunstharz bestehende Bürste
für das Übertragen elektrischen Stromes mit einem Gehalt von mindestens einer anorganischen
Substanz und Verfahren zum Herstellen einer solchen Bürste.
[0002] Unter dem Begriff Kohlenstoff wird im folgenden, sofern dies im einzelnen nicht besonders
spezifiziert ist, sowohl nicht graphitierter Kohlenstoff als auch graphitischer Kohlenstoff,
nicht aber Diamant verstanden.
[0003] Bürsten im Sinne dieser Erfindung sind im wesentlichen aus Kohlenstoff bestehende,
kohlenstoff- oder kunstharzgebundene Kontaktstücke für Gleitkontakte zum Übertragen
elektrischen Stromes in elektrischen Maschinen. Da die Betriebseigenschaften wie beispielsweise
Gleitfähigkeit, Verschleiß, Kommutierungsfähigkeit oder Funkstörverhalten nur aus
Kohlenstoff oder nur aus Kohlenstoff und Kunstharz bestehender Bürsten den unterschiedlichen,
an sie unter den verschiedensten Betriebsbedingungen gestellten Anforderungen in der
Regel nicht genügen, werden sie mit Zusatzstoffen versehen. Derartige Zusatzstoffe
können anorganischer oder organischer Natur sein und es können auch anorganische und
organische Zusatzstoffe gemeinsam angewendet werden. Das Einbringen der Zusatzstoffe
geschieht durch Tränken oder Imprägnieren der Kohlenstoffbürsten oder, bei Bürsten
mit einer Kunstharzmatrix, durch Tränken oder Imprägnieren des aus Kohlenstoff bestehenden
Füllers der Bürste vor dem Vermischen mit dem Binderharz.
Bekannte, rein anorganische Zusatzstoffe sind: Metallhalogenide, insbesondere Blei-
und Cadmiumjodid (DEA 1580, 03.04.1950), Kaliumsulfid (DEA 729, 06.10.1944), Molybdändisulfid
(US 2,823,147), Erdalkalimetallsalze wie Calciumcarbonat oder Bariumfluorid zusammen
mit einer Silberverbindung aus der Gruppe Silbersulfid, Silberchlorid (US 2,806,806),
hygroskopische Salze wie Calciumchlorid oder Magnesiumchlorid (DEA 727, 25.02.1943),
hygroskopische Salze und Oxide von Erdalkalimetallen zusammen mit Bariumsalzen (CA
647 808), Chromalaun (US 3,063,947). Zu dieser Gruppe sind auch die anorganischen
Zusatzstoffe zu zählen, bei denen die Bürste nach dem Tränk- oder Imprägniervorgang
noch nachbehandelt wird: Gemäß DE AS 1 079 183 werden den Rezepturbestandteilen bei
der Bürstenherstellung Metallseifen, insbesondere Alkalimetallseifen zugesetzt, die
beim zum Herstellen von Bürsten gehörenden, späteren Verkokungsprozeß zu Oxiden oder
Carbiden umgesetzt werden. Nach FR 977 817 werden mit Bleinitrat oder -Nitrit imprägnierte
Bürsten so hoch erhitzt, daß durch thermische Zersetzung Bleioxide entstehen. Ein
entsprechendes Verfahren wird nach DE 31 06 053 zur Umwandlung von Calciumsalzen in
oxidische Calciumverbindungen in Bürsten verwendet. Aus US 2,754,231 geht hervor,
daß nach einer Imprägnierung mit einem Erdalkalimetallsalz wie Bariumfluorid, mit
Cumaronindenharz imprägniert wird, das Harz gehärtet und verkokt wird, dann mit einer
Silbernitratlösung imprägniert und danach das Silbernitrat in Silbersulfid überführt
wird. Gemäß US 2,512,362 wird in die Bürsten imprägniertes Bleinitrat oder Bleiacetat
durch Erhitzen zunächst in Bleioxid und dieses dann durch Umsetzen mit HF oder HJ
in das entsprechende Bleihalogenid überführt. In FR 1 286 033 wird beschrieben, daß
im Porensystem einer Bürste befindliches Titantetrachlorid zu Titandioxid hydrolysiert
und danach getrocknet wird. Eine polierende Wirkung wird gemäß DE 625 481 erhalten,
wenn die Bürste mit einer Lösung aus Wasserglas oder Borsäure imprägniert wird und
dann die durch das Imprägnieren eingebrachten Substanzen thermisch oder chemisch fixiert
werden. Nach GB 964 388 wird mit einer oxidbildenden Metallverbindung imprägniert,
durch thermische Behandlung das Oxid erzeugt und durch weitere Temperaturerhöhung
das gebildete Oxid in ein Carbid umgesetzt. In der in DE 11 52 750 beschriebenen Bürste
sind die Salze Bariumfluorid und Silbersulfid in einer Matrix aus verkoktem Kunstharz
fixiert. US 2,739,912 offenbart das Imprägnieren einer Bürste mit Lithiumhydroxid
oder Lithiumacetat in Verbindung mit Ammoniumcarbonat und das thermische Umsetzen
der Lithiumsalze in Lithiumcarbonat. Bekannte rein organische Zusatzstoffe sind: Gelatine
(DE 444 741), Polyethylene (DE 10 62 613), Polyethylen mit einem Gehalt an Weichmachern
wie z.B. Phthalaten (DE 12 41 903), Cumaronindenharze (DE 961 461), Naturharz in der
Form von Mastix (DD 41 352) oder in der Form von Accroides (DD 41 353), linear kondensierende
Harze wie Polyamide (CH 247 319), chlorierte Kohlenwasserstoffe (DE 1 090 304), ein
Gemisch aus Esteröl und einem synthetischen Kohlenwasserstofföl (DE 43 30 548), Aromastoffe
oder Deodorantien (EP 0 738 030), Niederdruckpolyethylen
(US 3,049,448), Ö1 hoher Viskosität und Verdampfbarkeit (DEA 9166, 01.08.1940), einen
Härter enthaltendes Polyesterharz mit einem Gehalt an Styrol (CH 358 504), ein Gemisch
aus einem Polyesterharz und Styrol mit einem Gehalt eines Weichmachers (CH 397 847),
Polyisobutylen (DD 45175), nitriertes Paraffin (FR 1 328 997), Polyimidharz (DR 12
65 283), eine Mischung aus einem ungesättigten Polyester und einem Arylvinylmonomeren
wie Styrol und einer metallorganischen Verbindung als Härtungskatalysator (FR 1 152
774). Imprägnierungen von Bürsten mit siliciumorganischen Verbindungen wie siliconen,
Silanen, Siloxanen und halogenierten Derivaten der vorgenannten Stoffe sowie deren
Nachbehandlung und die damit erzielten Wirkungen gehen aus SU 197 737, DE 34 31 533,
CH 262 391 und DE 43 30 547 hervor.
Die Verwendung von anorganischen und organischen Hilfsstoffen nebeneinander in Bürsten
ist in DEA 17779 (20.07.1950) beschrieben: Zunächst wird mit oxidierenden, salzartigen
Verbindungen und nach dem Entfernen des Lösungsmittels durch Trocknen, mit Fetten,
Ölen und Paraffinen imprägniert. Die US 4,605,581 lehrt, eine Bürste Zinknaphthenat
und einem Phenol- oder Epoxidharz zu imprägnieren. Nach FR 985466 wird zunächst mit
einem Kupfer-, Blei- oder Silbersalz imprägniert. Dann werden diese Salze zu Sulfiden
oder Seleniden umgesetzt und danach die erhaltenen Sulfide und Selenide durch Imprägnieren
mit einem härtbaren Harz in den Poren des Bürstenkörpers fixiert. Gemäß DE 10 55 673
wird mit einem hygroskopischen Salz aus der Gruppe Magnesiumnitrat, Kaliumchlorid,
Magnesiumchlorid und einer organischen Nitroverbindung wie Nitrobenzolsulfon imprägniert
und schließlich lehrt die US 2,909,452, daß man eine Bürste mit verbesserten Laufeigenschaften
erhält, wenn zunächst mit Natriumpyrophosphat imprägniert und danach das Salz durch
Imprägnieren mit einem Polyesterharz fixiert wird.
[0004] In modernen elektrischen Maschinen werden die mit den Bürsten in Kontakt stehenden
Laufflächen gleichermaßen mechanisch, elektrisch und thermisch hoch belastet. Für
einen störungsfreien Betrieb der Paarung Bürste/Lauffläche müssen die Bürsten gute,
auf die Lauffläche bezogene Gleiteigenschaften, dabei einen geringen Verschleiß und
außerdem gute Stromübertragungs- und Kommutierungseigenschaften haben. Viele der aus
dem Stand der Technik bekannten Bürsten genügen den genannten Anforderungen nicht
oder nicht ausreichend. Es ist z.B. nicht tolerierbar, wenn eine Bürste zwar gute
Gleiteigenschaften hat, dabei aber einen Gleitfilm auf der Gegenlauffläche erzeugt,
der einen so großen Stromübergangswiderstand hat, daß dadurch während des Betriebes
durch Erhitzen des Kommutators oder des Schleifrings und der Bürste mittels joule'scher
Wärme so hohe Temperaturen entstehen, daß eine oder mehrere der genannten Maschinenkomponenten
geschädigt werden. Es können dadurch z.B. Deformationen am Kommutator entstehen oder
es tritt eine in der Bürste enthaltene Hilfssubstanz wie beispielsweise ein schmelzbares
Imprägniermittel aus. Beide Ereignisse führen zum Ausfall der Maschine. Andere, aus
Mängeln innerhalb der oben genannten Eigenschaftskombination resultierende Schäden
sind für den Fachmann ohne weiteres denkbar und kommen in der Praxis vor.
[0005] Es war deshalb die Aufgabe der der vorliegenden Anmeldung zugrundeliegenden Erfindung,
im wesentlichen aus Kohlenstoff oder aus einem Kohlenstoffüller und einem Kunstharzbinder
bestehende Bürsten für das Übertragen elektrischen Stromes zu schaffen, die für den
Betrieb auf modernen hochbelasteten elektrischen Maschinen geeignet sind und beim
Betrieb auf solchen Maschinen einen geringen Verschleiß bewirken und insbesondere
selbst einen geringen Verschleiß haben sowie gegenüber Bürsten gemäß dem Stand der
Technik eine niedrigere Kollektortemperatur hervorrufen. Weitere Aufgaben waren die
Verringerung der Bürstenfeuer und Funkstörwerte. Ferner sollte mindestens ein Verfahren
zum Herstellen derartiger Bürsten angegeben werden.
[0006] Die Aufgabe wird zum einen durch eine Bürste gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 gelöst, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sie mindestens eine anorganische Substanz
enthält, die ihre Kristallstruktur im Bereich unterhalb ihres Schmelz-, Sublimations-
oder Zersetzungsbereichs in Abhängigkeit von der Temperatur ändert. Zum anderen wird
sie durch die kennzeichnenden Teile der Ansprüche 8., 12., 13., 14. und 15. gelöst,
die Verfahren zum Herstellen erfindungsgemäßer Bürsten angeben. Die abhängigen Ansprüche
geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung wieder.
[0007] Die in der Bürste gemäß der Erfindung enthaltenen Substanzen, im folgenden erfinderische
Substanzen genannt, müssen ihre vorteilhaften Wirkungen besonders im Bereich höherer
Temperaturen, insbesondere im Bereich von 80 bis 180°C, nämlich dem Temperaturbereich,
den die Bürstenlaufflächen moderner Maschinen im Betrieb annehmen, entfalten. Beim
Überschreiten dieser Temperaturen können mindestens Schäden am Kommutator oder Schleifring
entstehen. Am Beginn der Anlaufphasen der Maschinen, d.h. bei Raumtemperatur und bei
nur leicht erhöhten Temperaturen bewirken die erfinderischen Substanzen ein Laufverhalten
der Bürsten wie andere bekannte Imprägniermittel auch. Wenn sich jedoch die Bürstenlaufflächen
und die Bürsten nach der Einlaufphase durch Reibung und die mit dem Übergang von elektrischem
Strom verbundene Wärmeentwicklung auf ihre Betriebstemperatur erwärmen, durchlaufen
die Bürsten und mit ihnen die in ihnen befindliche erfinderische Substanz Temperaturen,
bei denen sich die Kristallstruktur dieser Substanz ändert und sich Hochtemperaturmodifikationen
der erfinderischen Substanz bilden, die die vorteilhaften Wirkungen hervorrufen. Insbesondere
muß angenommen werden, daß die gebildeten Hochtemperaturmodifikationen den während
des Einlaufens auf der Gleitfläche der Maschine entstandenen Gleitfilm so verändern,
daß er einen geringeren elektrische Widerstand und möglicherweise zusätzlich günstigere
Gleiteigenschaften erhält, denn sonst könnte nicht sowohl das Absinken der Betriebstemperatur
der Lauffläche und der Bürste als auch eine Verringerung des Verschleißes der Bürsten
und in einigen Fällen auch des Kollektors festgestellt werden. Mit der Senkung des
elektrischen Widerstands der Grenzschicht zwischen der Bürste und der Bürstenlauffläche
geht auch eine Verbesserung der Kommutierungsfähigkeit und eine Senkung der Funkenbildung
und damit der Funkstörrate einher.
[0008] Erfinderische Substanzen sind insbesondere: Ammoniumnitrat, Ammoniumbromid, Natriumsulfat,
Natriumnitrit, Kaliumnitrat, Kaliumhydrogensulfat, Cäsiumnitrat, Bariumtitanat, Silbernitrat,
Thalliumnitrat und Thalliumjodid, wobei Ammoniumnitrat bevorzugt verwendet wird. Die
Kristallstruktur von Ammoniumnitrat ändert sich bei 84,2 °C von orthorhombisch in
tetragonal und bei 125 °C von tetragonal nach kubisch. Es wird angenommen, daß die
mit diesen Änderungen des Kristallaufbaus einhergehenden Änderungen der physikalischen
Eigenschaften die Ursache für die positiven Wirkungen des Ammoniumnitrats sind. Der
Gehalt der erfinderischen Substanzen in den Bürsten beträgt 0,01 bis 9 Gew.-%, bezogen
auf das Gewicht der Bürsten ohne die Substanz. Der Gehalt an Ammoniumnitrat liegt
bevorzugt im Bereich von 0,05 bis 3 Gewichtsprozent. Die erfinderischen Substanzen
können jede für sich allein oder in Mischung miteinander verwendet werden. Im allgemeinen
befinden sich die erfinderischen Substanzen im flüssigkeitszugänglichen Porenvolumen
der Bürsten und bedecken dort mindestens die Porenwände. Bei mit Kunstharz gebundenen
Bürsten können die erfinderischen Substanzen auch in die Bindermatrix aus Kunstharz
eingebunden sein.
[0009] Die positive Wirkung der erfinderischen Substanzen kann durch Zusatz von organischen
Schmier- und Gleitmitteln weiter verbessert werden. Hierfür können alle aus dem Stand
der Technik bekannten Mittel dieser Art wie beispielsweise synthetische oder natürliche
Wachse oder/und natürliche oder synthetische wachsartige, als Gleitmittel wirkende
Polymere oder/und synthetische oder natürliche Öle oder/und synthetische oder natürliche
Fette verwendet werden. Derartige Schmier- und Gleithilfen werden in die flüssigkeitszugänglichen
Poren der Bürsten oder, bei Bürsten mit einer Kunstharzbindung, in die Poren des Kohlenstoffüllers
der kunstharzgebundenen Bürsten eingebracht.
[0010] Erfindungsgemäße Bürsten mit einer Bindermatrix aus Kohlenstoff werden hergestellt,
indem für die Verwendung als Bürsten geeignete Kohlenstoffkörper, die entweder bereits
die Form vom Bürsten haben oder aus denen durch mechanisches Bearbeiten Bürsten hergestellt
werden können und die herstellungsbedingt ein flüssigkeitszugängliches Porenvolumen
haben, mit einer Lösung der erfinderischen Substanz oder einer Flüssigkeit, in der
die erfinderische Substanz fein verteilt in Schwebe gehalten wird, imprägniert werden
und das Lösungsmittel oder die die Partikel in der Schwebe haltende Trägerflüssigkeit
nach dem Imprägnieren verdampft wird. Statt einer erfinderischen Substanz können auch
mehr als eine dieser Substanzen entweder in einem Imprägniervorgang oder in Imprägniervorgängen,
die nacheinander ausgeführt werden, in die Kohlenstoffkörper eingebracht werden. Dort,
wo eine ausreichend gute Benetzbarkeit der Kohlenstoffoberflächen durch die Imprägnierflüssigkeit
gegeben ist, kann das Imprägnieren durch einfaches Tauchen der Kohlenstoffkörper in
die Imprägnierflüssigkeit geschehen. In den meisten Fällen wird jedoch das sogenannte
Vakuum-Druck-Verfahren angewandt, bei dem die Kohlenstoffkörper in einem Kessel zuerst
einem Unterdruck ausgesetzt, danach mit der Imprägnierflüssigkeit überschichtet und
danach mit Normal- oder Überdruck beaufschlagt werden. Das Verdampfen des Lösungsmittels
oder der Flüssigkeit, die die Partikel in der Schwebe hält oder gehalten hat, wird
nach den allgemein bekannten Verfahren durchgeführt, die jeder Verfahrenstechniker
kennt. Nach einer bevorzugten Methode werden die imprägnierten, nassen Körper in einem
Ofen, z.B. einem Durchlaufofen auf eine Temperatur erhitzt, die vorzugsweise 5 K oberhalb
der Siedetemperatur des verwendeten Lösungsmittels oder des Siedebereichs der verwendeten
Lösungsmittelmischung liegt. Bei einem anderen bevorzugten Verfahren trocknet man
die Kohlenstoffkörper in beheizten Kesseln, die mit einem leichten Unterdruck beaufschlagt
werden können. Zum Imprägnieren können alle graphitierten und nicht graphitierten
Kohlenstoffkörper verwendet werden, die ein flüssigkeitszugängliches Porenvolumen
haben und die für die Anwendung als Bürstenmaterial für das Übertragen elektrischen
Stromes geeignet sind.
[0011] Bei den meisten der erfinderischen Substanzen ist Wasser das bevorzugte Lösungsmittel.
Wo es die Löslichkeitsverhältnisse zulassen oder wenn Wasser nicht verwendet werden
soll, können auch andere polare Lösungsmittel wie beispielsweise Methyl-, Ethyl- Propyl-
oder Isopropylalkohol oder auch Pyridin und zwar allein oder in Mischungen mit Wasser
verwendet werden.
Bei Verwendung von Ammoniumnitrat als erfinderischer Substanz können wässerige Lösungen
verwendet werden, die 1 bis 60 Gewichts-% Ammoniumnitrat enthalten. Bevorzugt wird
jedoch mit einer 3 bis 15 gewichtsprozentigen Lösung des Salzes in Wasser oder in
Methanol gearbeitet. Ganz allgemein wird die Menge der erfinderischen Substanz, die
in den Poren des Kohlenstoffkörpers abgeschieden werden soll, über den Gehalt der
erfinderischen Substanzen in den Lösungen gesteuert. Dort, wo es nicht gelingt, in
einem Imprägnier- und Trocknungsschritt die gewünschte Menge erfinderischer Substanz
in den Poren abzuscheiden, wird mehrfach imprägniert.
In den Fällen, wo wie beim Bariumtitanat, das Verwenden von Lösungen nicht möglich
ist oder wo die folgende Verfahrensweise vorteilhaft ist, werden zum Imprägnieren
Flüssigkeiten verwendet, in denen die erfinderische Substanz mindestens für die Zeit
des Imprägnierens in Schwebe gehalten ist. Als solche Flüssigkeiten werden bevorzugt
aber nicht ausschließlich Stoffe verwendet, die wie z.B. Wachse, als Gleitstoff wirkende
Polymere, Öle oder Fette, die nach dem Imprägnieren in den Poren des Kohlenstoffkörpers
verbleiben sollen und die die Gleiteigenschaften der Bürste verbessern. Es können
aber auch andere, bekannte, Suspensionen bildende Medien verwendet werden.
[0012] In den meisten Fällen kann eine Verbesserung der Wirkungen der erfinderischen Substanz
erzielt werden, wenn das Porensystem der mit der erfinderischen Substanz imprägnierten
Kohlenstoffkörper noch mit einem organischen Mittel aus der Gruppe natürliche oder
synthetische Wachse oder/und natürliche oder synthetische, als Gleitmittel wirkende
Polymere oder/und natürliche oder synthetische Öle oder/und synthetische oder natürliche
Fette imprägniert wird. Das Imprägnieren geschieht entweder mit Schmelzen oder mit
Lösungen dieser organischen Mittel. Im Falle der Verwendung von Schmelzen werden die
Körper nach dem Imprägnieren unter den Schmelzpunkt bzw. Erweichungsbereich der Mittel
abgekühlt. Im Falle der Verwendung von Lösungen muß das Lösungsmittel nach dem Imprägnieren
nach einem der bekannten Verfahren entfernt werden, von denen einige im Vorstehenden
beschrieben worden sind.
[0013] Erfindungsgemäße Bürsten, die eine Bindermatrix aus Kunstharz haben, werden nach
zwei Verfahren hergestellt.
[0014] Nach dem einen Verfahren wird die erfinderische Substanz zuerst nach einem der vorgenannten
Verfahren auf der flüssigkeitszugänglichen Oberfläche des Kohlenstoffüllers der Bürste
fixiert. Sodann wird der so vorbereitete Kohlenstoffüller mit dem Binderharz vermischt
und aus dieser Mischung in bekannter Weise ein Körper geformt, der entweder die Form
der Bürste hat oder aus dem durch mechanisches Bearbeiten Bürsten hergestellt werden
können. Nach dem Formgeben wird das Binderharz gehärtet. Beim zweiten Verfahren wird
die erfinderische Substanz in fein pulverisierter Form in das Binderharz eingemischt
und die so erhaltene Mischung mit dem Kohlenstoffüller gemischt, diese Mischung dann
zu einem Bürstenkörper oder einem für das Herstellen von Bürsten geeigneten Körper
geformt und das Binderharz gehärtet. Die Menge an erfinderischer Substanz, die in
das Binderharz eingemischt wird, liegt im Bereich von 0,2 bis 7 Gewichtsprozent, bezogen
auf das nicht erhärtete Binderharz.
Es versteht sich von selbst, daß die Verfahrensschritte des ersten und des zweiten
Verfahrens kombiniert werden können, wenn gewünscht wird, daß sich die erfinderische
Substanz sowohl im Kohlenstoffüller als auch in der Binderharzmatrix befindet.
[0015] Zum weiteren Regulieren der Betriebseingenschaften der Bürsten können diese ggf.
noch mit weiteren Zusätzen oder Imprägniermitteln versehen werden, die aus dem Stand
der Technik bekannt sind.
[0016] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen weiter erläutert.
Beispiel 1:
[0017] Ein poröser Vorproduktkörper aus Kohlenstoff (Qualität T 1047, Hersteller SGL CARBON
AG, Bonn), Abmessungen 8 x 14 x 30 mm
3, für das Herstellen von Bürsten, wurde in einem Trockenschrank bei 105°C 5 Stunden
lang getrocknet, sodann in einen Imprägnierkessel überführt und in diesem einem Vakuum
von weniger als 100 Pa ausgesetzt. Sodann wurde die Verbindung zur Vakuumpumpe geschlossen
und der Kessel vollständig mit einer Lösung geflutet, die 10 Gew.-% Ammoniumnitrat
in Wasser enthielt. Nach dem Ablassen der Lösung wurde der nun imprägnierte Kohlenstoffkörper
aus dem Kessel entnommen und in einem Trockenschrank acht Stunden lang bei einer Temperatur
von 105 °C bei Normaldruck getrocknet. Danach stand er für das Herstellen von Bürsten
in einsatzfähigen Endmaßen durch mechanisches Bearbeiten oder für weitere Imprägnierungen
bereit. Der Gehalt an Ammoniumnitrat im getrockneten Körper betrug 0,5 Gew.-%.
Beispiel 2:
[0018] Ein gemäß Beispiel 1 mit Ammoniumnitrat imprägnierter Vorproduktkörper aus Kohlenstoff
wurde in einen Kessel gelegt, der eine Lösung aus 5 Gewichtsprozent Paraffin (Type
Vestowax SH 105, Lieferant Ter Hell Hermann & Co. GmbH, Hamburg) und 95 Gewichtsprozent
Tetrachlorethylen enthielt. Die Imprägnierlösung war durch Auflösen des Paraffins
in siedendem Tetrachlorethylen hergestellt worden. Sodann wurde der Kessel geschlossen,
mit einem Rückflußkühler versehen und es wurde die Imprägnierflüssigkeit unter Atmosphärendruck
auf Siedetemperatur erhitzt und der Kohlenstoffkörper 30 Minuten lang in der so erhitzten
Lösung belassen. Nach dem Entnehmen des nunmehr mit Ammoniumnitrat und mit Paraffin
imprägnierten Körpers aus dem Kessel wurde der Körper noch 10 Stunden lang in einem
Trockenschrank bei 85 °C getrocknet. Danach wurde er durch mechanisches Bearbeiten
zu verwendungsfähigen Bürsten mit den Abmessungen 6,3 x 11 x 35,5 mm
3 für das Übertragen elektrischen Stromes bearbeitet.
[0019] Auf entsprechende Weise wurden unter Verwendung von Vorproduktkörpern aus Kohlenstoff,
die nicht zuvor mit Ammoniumnitrat imprägniert worden waren, Bürsten für Vergleichszwecke
hergestellt.
Laufversuche:
Versuchsgruppe 1:
[0020] Mit nicht imprägnierten Bürsten und mit gemäß den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen
hergestellten Bürsten, die nach der Endbearbeitung die Abmessungen 6,3 x 11 x 35,5
mm
3 aufwiesen, wurden Laufversuche auf Wechselstrommotoren des gleichen Typs unter den
folgenden Betriebsbedingungen durchgeführt:
[0021] Umfangsgeschwindigkeit an der Bürstenlauffläche : 31,5 m/s
Übertragungsleistung: 1200 Watt
Laufzeit: 400 Stunden
[0022] Der Kommutator eines jeden Wechselstrommotors war mit zwei Bürsten bestückt, die
in üblichen Bürstenhaltern geführt unter dem Druck üblicher Bürstenfedern gegen die
Lauffläche gedrückt wurden.
Versuchsergebnisse:
[0023]
| Imprägnierung |
Verschleiß (mm/100 h) Bürste 1 |
Verschleiß (mm/100 h) Bürste 2 |
Verschleiß (mm/100 h) Kollektor |
Übertemperatur (K) Kollektor |
| --- |
3.9 |
3,8 |
0,100 |
91 |
| --- |
3,8 |
4,1 |
0,106 |
94 |
| Paraffin |
3,7 |
3,4 |
0,157 |
100 |
| Paraffin |
3,6 |
3,6 |
0,178 |
102 |
| NH4NO3 |
3,1 |
3,4 |
0,106 |
77 |
| NH4NO3 |
3,3 |
3,4 |
0,123 |
80 |
| NH4NO3 + Paraffin |
2,8 |
2,8 |
0,096 |
84 |
| NH4NO3 + Paraffin |
2,7 |
2,7 |
0,089 |
86 |
[0024] Die Übertemperatur des Kollektors ist die gemessene Differenz zwischen der jeweiligen
Raumtemperatur und der Temperatur der Kollektoroberfläche an der Laufzone der Bürsten
im laufenden Betrieb. Die Raumtemperatur während der Messungen lag im Bereich von
20 bis 25 °C.
Versuchsgruppe 2:
[0025] Auf einem Schleifringprüfstand wurden nicht imprägnierte und nur mit Ammoniumnitrat
imprägnierte Bürsten der Qualität RE 500, Hersteller SGL CARBON AG, Bonn, im Vergleich
getestet. Das Imprägnieren war gemäß Ausführungsbeispiel 1 vorgenommen worden. Zur
Durchführung der Versuche wurden einmal 8 Bürsten mit einer Ammoniumnitratimprägnierung
und ein anderes mal 8 Bürsten ohne Imprägnierung unter sonst gleichen Bedingungen
laufen gelassen. Von den in einem Lauf getesteten Bürsten einer Kategorie waren je
4 auf einer Laufspur positiv und je 4 auf der anderen Laufspur negativ gepolt. Die
weiteren Versuchsdaten waren:
Umfangsgeschwindigkeit der Lauffläche: 78 m/s
Strombelastung pro Bürstenlauffläche: 8 A/cm2
Laufdauer: 300 Stunden
[0026] Die Messungen während der Versuche zeigten, daß die Stromverteilung bei den erfindungsgemäßen
Bürsten über die gesamte Laufzeit äußerst gleichmäßig war. Jede der Bürsten übertrug
stets 25 % ± 1% des Gesamtstroms. Bei den nicht imprägnierten Bürsten lag die Stromverteilung
zwischen 0 und 60% pro Bürste, d.h., einige Bürsten übertrugen zeitweise gar keinen
Strom.
[0027] Es wurden folgende gemittelten Verschleißwerte gemessen:
| |
Minus-Pol (mm/100 h) |
Plus-Pol (mm/100 h) |
| ohne Imprägnierung |
1,68 |
0,67 |
| mit Imprägnierung |
0,94 |
0,56 |
[0028] Die Meßwerte beider Versuchsgruppen zeigen, daß das Laufverhalten der gemäß der Erfindung
imprägnierten Bürsten insgesamt erheblich besser ist als das unimprägnierter Bürsten.
Das betrifft insbesondere den Bürstenverschleiß sowohl bei Gleich-, als auch bei Wechselstrommaschinen.
Beim Kollektorverschleiß tritt die Verbesserung erst bei den Varianten mit einer zusätzlichen
Paraffinimprägnierung in Erscheinung. Daß aber auch der Kollektor insgesamt geschont
wird und daß die Gleit- und Stromübertragungseigenschaften durch Verwendung erfindungsgemäß
imprägnierter Bürsten erheblich verbessert werden, geht aus der Senkung der Kollektortemperaturen
während des Betriebs hervor. Des weiteren wurden beim Laufen der mit Imprägnierung
versehenen Bürsten wesentlich weniger Bürstenfeuer bzw. Funken beobachtet. Daraus
folgt, daß die erfindungsgemäßen Bürsten auch weniger Funkstörungen verursachen.
1. Aus Kohlenstoff oder aus einem Kohlenstoffüllstoff und einer Bindermatrix aus Kunstharz
bestehende Bürste für das Übertragen elektrischen Stromes mit einem Gehalt von mindestens
einer anorganischen, nicht metallischen Substanz,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bürste nach ihrer Fertigstellung mindestens eine anorganische, nicht metallische
Substanz enthält, die ihre Kristallstruktur im Bereich unterhalb ihres Schmelz-, Sublimations-
oder Zersetzungsbereichs in Abhängigkeit von der Temperatur ändert und die in Form
feiner Partikel über den gesamten Bürstenkörper verteilt ist.
2. Bürste gemäß Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bürste mindestens eine Substanz aus der Gruppe Ammoniumnitrat, Ammoniumbromid,
Natriumsulfat, Natriumnitrit, Kaliumnitrat, Kaliumhydrogensulfat, Cäsiumnitrat, Silbernitrat,
Thalliumnitrat, Thalliumjodid, Bariumtitanat enthält.
3. Bürste gemäß einem der Patentansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Gehalt der ihre Kristallstruktur ändernden Substanz in der Bürste mindestens 0,01
und höchstens 9,0 Gewichtsprozent beträgt.
4. Bürste gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die ihre Kristallstruktur ändernde Substanz Ammoniumnitrat ist.
5. Bürste gemäß Patentanspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Gehalt an Ammoniumnitrat in der Bürste im Bereich von o,o5 bis 3 Gewichtsprozent
liegt.
6. Bürste gemäß einem oder mehreren der Patentansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bürste zusätzlich ein organisches Mittel aus der Gruppe natürliche oder synthetische
Wachse oder/und natürliche oder synthetische wachsartige, als Gleitmittel wirkende
Polymere oder/und synthetische Öle oder/und natürliche oder synthetische Fette enthält.
7. Bürste gemäß einem oder mehreren der Patentansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
sich
a) die ihre Kristallstruktur ändernde Substanz oder
b) die ihre Kristallstruktur ändernde Substanz und das zusätzlich vorhandene organische
Mittel im wesentlichen in den flüssigkeitszugänglichen Poren der Bürste befindet.
8. Verfahren zum Herstellen einer die Merkmale des Patentanspruchs 1 aufweisenden Bürste
aus Kohlenstoff,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) ein für die Verwendung als Bürstenmaterial oder als Bürste für das Übertragen elektrischen
Stromes geeigneter, ein offenes Porenvolumen aufweisender Körper aus Kohlenstoff in
eine Lösung mindestens einer ihre Kristallstruktur unterhalb ihres Schmelz-, Sublimations-
oder Zersetzungsbereichs in Abhängigkeit von der Temperatur ändernden anorganischen,
nicht metallischen Substanz oder in eine Flüssigkeit, in der mindestens eine ihre
Kristallstruktur in Abhängigkeit von der Temperatur ändernde anorganische, nicht metallische
Substanz in fein verteilter Form in Schwebe gehalten ist, getaucht und mit dieser
Lösung oder partikelhaltigen Flüssigkeit imprägniert wird,
b) sodann das Lösungsmittel oder der Flüssigkeitsanteil der partikelhaltigen Flüssigkeit
verdampft wird.
9. Verfahren gemäß Patentanspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
zum Imprägnieren eine Lösung von Ammoniumnitrat in einem Lösungsmittel aus der Gruppe
Wasser, Methylalkohol, Äthylalkohol, Pyridin verwendet wird.
10. Verfahren gemäß Patentanspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
zum Imprägnieren eine 1 bis 60 Gew.-% Ammoniumnitrat enthaltende wässerige Lösung
verwendet wird.
11. Verfahren gemäß einem der Patentansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
das imprägnierte Kohlenstoffmaterial zum Entfernen des Lösungsmittels oder des Flüssigkeitsanteils
der Flüssigkeit, in der die Substanz, die ihre Kristallstruktur in Abhängigkeit von
der Temperatur ändert, in Schwebe gehalten wird, auf eine Temperatur erhitzt wird,
die mindestens 5 K über dem Siedebereich des verwendeten Lösungsmittels oder des Flüssigkeitsanteils
der schwebstoffhaltigen Flüssigkeit liegt.
12. Verfahren zum Herstellen einer die Merkmale des Patentanspruchs 6 aufweisenden Bürste
aus Kohlenstoff,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) ein für die Verwendung als Bürstenmaterial oder als Bürste für das Übertragen elektrischen
Stromes geeigneter, ein offenes Porenvolumen aufweisender Körper aus Kohlenstoff in
eine Lösung mindestens einer ihre Kristallstruktur in Abhängigkeit von der Temperatur
ändernden anorganischen, nicht metallischen Substanz oder in eine Flüssigkeit, in
der mindestens eine ihre Kristallstruktur unterhalb ihres Schmelz-, Sublimations-
oder Zersetzungsbereichs in Abhängigkeit von der Temperatur ändernde anorganische,
nicht metallische Substanz in fein verteilter Form in Schwebe gehalten ist, getaucht
und mit dieser Lösung oder partikelhaltigen Flüssigkeit imprägniert wird,
b) sodann das Lösungsmittel oder der Flüssigkeitsanteil der schwebstoffhaltigen Flüssigkeit
verdampft wird,
c) danach der mindestens eine, die Kristallstruktur in Abhängigkeit von der Temperatur
ändernde anorganische, nicht metallische Substanz enthaltende Körper aus Kohlenstoff
durch Eintauchen in eine Schmelze aus einem organischen Mittel aus der Gruppe natürliche
oder synthetische Wachse oder/und natürliche oder synthetische, wachsartige, als Gleitmittel
wirkende Polymere oder/und natürliche oder synthetische Öle oder/und synthetische
oder natürliche Fette mit diesem Mittel imprägniert und
d) der Körper nach dem Imprägnieren auf Raumtemperatur abgekühlt wird.
13. Verfahren zum Herstellen einer die Merkmale des Patentanspruchs 6 aufweisenden Bürste
aus Kohlenstoff,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) ein für die Verwendung als Bürstenmaterial oder als Bürste für das übertragen elektrischen
Stromes geeigneter, ein offenes Porenvolumen aufweisender Körper aus Kohlenstoff in
eine Lösung mindestens einer ihre Kristallstruktur unterhalb ihres Schmelz-, Sublimations-
oder Zersetzungsbereichs in Abhängigkeit von der Temperatur ändernden anorganischen,
nicht metallischen Substanz oder in eine Flüssigkeit, in der mindestens eine ihre
Kristallstruktur in Abhängigkeit von der Temperatur ändernde anorganische, nicht metallische
Substanz in fein verteilter Form in Schwebe gehalten ist, getaucht und mit dieser
Lösung oder partikelhaltigen Flüssigkeit imprägniert wird,
b) sodann das Lösungsmittel oder der Flüssigkeitsanteil der schwebstoffhaltigen Flüssigkeit
verdampft wird,
c) danach der Körper aus Kohlenstoff durch Eintauchen in eine Lösung aus einem organischen
Mittel aus der Gruppe natürliche oder synthetische Wachse oder/und natürliche oder
synthetische, wachsartige, als Gleitmittel wirkende Polymere oder/und natürliche oder
synthetische Öle oder/und synthetische oder natürliche Fette mit diesem Mittel imprägniert
und dann
d) das Lösungsmittel der in den Poren des Körpers befindlichen Lösung nach dem Entnehmen
des Körpers aus dem Imprägnierbad durch Verdampfen entfernt wird.
14. Verfahren zum Herstellen eines die Merkmale des Patentanspruchs 1 aufweisenden Bürstenwerkstoffs
aus einem Kohlenstoffüllstoff und einer Bindermatrix aus Kunstharz,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Mischung aus einem Kunstharzbindemittel, einem für das Herstellen von Bürsten
geeigneten Kohlenstofffüllstoff und mindestens einer anorganischen, nicht metallischen
Substanz, die ihre Kristallstruktur unterhalb ihres Schmelz-, Sublimations- oder Zersetzungsbereichs
in Abhängigkeit von der Temperatur ändert, hergestellt wird, diese Mischung zu einem
als Bürste oder als Vorprodukt für das Herstellen einer Bürste geeigneten Körper geformt
und der Kunstharzanteil des Körpers gehärtet wird.
15. Verfahren zum Herstellen eines die Merkmale des Patentanspruchs 1 aufweisenden Bürstenwerkstoffs
aus einem Kohlenstoffüllstoff und einer Bindermatrix aus Kunstharz,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) ein für das Herstellen von Bürsten geeigneter Kohlenstoffüllstoff mit der Lösung
einer anorganischen, nicht metallischen Substanz, die ihre Kristallstruktur im Bereich
unterhalb ihres Schmelz-, Sublimation- oder Zersetzungsbereichs in Abhängigkeit von
der Temperatur ändert oder mit einer Flüssigkeit, in der eine solche anorganische,
nicht metallische Substanz in Partikelform in Schwebe gehalten ist, imprägniert wird,
b) nach dem Imprägnieren das Lösungsmittel oder die Flüssigkeit, in der die anorganische
Substanz in Schwebe gehalten worden ist, aus dem Kohlenstofffüllstoff durch Verdampfen
entfernt wird,
c) eine Mischung aus einem Kunstharzbindemittel und dem nach den Verfahrensschritten
a) plus b) hergestellten Kohlenstoffüllstoff hergestellt wird,
d) diese Mischung zu einem als Bürste oder als Vorprodukt für das Herstellen einer
Bürste geeigneten Körper geformt und
e) der Kunstharzanteil des Körpers gehärtet wird.
16. Verfahren zum Herstellen eines Bürstenwerkstoffes nach Patentanspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
in Verfahrensschritt c) anstatt des Kunstharzbindemittels eine Mischung aus einem
Kunstharzbindemittel und einer anorganischen, nicht metallischen Substanz, die ihre
Kristallstruktur im Bereich unterhalb ihres Schmelz-, Sublimations, oder Zersetzungsbereichs
in Abhängigkeit von der Temperatur ändert, verwendet wird.