[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Federleisten, Stiftwannen
und dergleichen Steckverbindern. Steckverbinder sind in den unterschiedlichsten Ausführungsformen
bekannt und werden für die elektrische Verbindung einzelner Bausteine von elektrischen/elektronischen
Geräten verwendet. Sie bestehen aus ein- oder mehrteiligen Stecker- und Buchsenleisten,
die einen Isolierkörper aufweisen, welcher rasterartig angeordnete Kontaktelemente
einer bestimmten Polzahl voneinander separiert. Der die Kontaktelemente aufweisende
Isolierkörper kann einstückiger oder getrennter Bestandteil eines Gehäuses sein, welches
Schutz gegen eine äußere mechanische Beanspruchung bietet und in der Regel mit einer
Führungskontur versehen ist, die eine ein falsches Zusammenfügen mit einem entsprechenden
Gehäuseoberteil bzw. -unterteil verhindernde Zentrierung ermöglicht. Das Zusammenfügen
von Gehäuseoberteil und -unterteil erfolgt dabei mittels einer lösbaren Schnellverbindung,
die beispielsweise als Rastverbindung ausgebildet sein kann.
[0002] Zur Herstellung derartiger Steckverbinder ist es bekannt, den Isolierkörper bzw.
die Gehäuseteile als spritzgegossene Einzelteile aus Kunststoff zu fertigen, in welche
Kontaktelemente lose oder in bandförmiger Anordnung eingesetzt werden. Ein solches
Verfahren ist beispielsweise in der EP 0 753 901 A2 beschrieben. Nachteilig ist hierbei
die kostenintensive und unflexible Fertigung, die zum einen aus hohen Investitionskosten
für die Fertigungsmaschinen und zum anderen aus langen Rüstzeiten derselben herrühren.
So ist beispielsweise für jede geforderte Polzahl ein eigenes Spritzgießwerkzeug erforderlich,
wodurch sich eine kostenintensive Vielzahl von Spritzgießwerkzeugen ergibt, welche
durch unterschiedliche Rasteranordnungen nochmals vergrößert wird. Zudem ist jeder
Wechsel der Polzahl oder der Rasteranordnung mit einem aufwendigen Umrüsten nachgeordneter
Bearbeitungsstationen verbunden, so daß sich insgesamt eine einer bedarfsgerechten
und schnellen Fertigung auch unterschiedlicher Steckverbinder entgegenstehende komplizierte
und aufwendige Herstellung ergibt.
[0003] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Steckverbindern zu schaffen, welches
unter Meidung oben genannter Nachteile auf einfache und kostengünstige Weise eine
flexible Fertigung auch komplexer Steckverbinder ermöglicht.
[0004] Die Aufgabe ist bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß in einem ersten Verfahrensschritt ein einer geforderten Steckverbindergeometrie
im Querschnitt entsprechendes Profil in endloser Form aus einer Kunststoff-Formmasse
extrudiert und in Großgebinden magaziniert wird, daß in einem zweiten Verfahrensschritt
das Profil mit Ausnehmungen in für den Extrusionsprozeß unzugänglichen Bereichen versehen
und vor einer erneuten Magazinierung mit elektrisch leitenden Kontaktelementen bestückt
wird, und daß in einem letzten Verfahrensschritt das Profil entsprechend einer vorgegebenen
Polzahl abgelängt und mit einer Führungskontur versehen wird.
[0005] Durch ein solches Verfahren lassen sich die unterschiedlichsten Arten von Steckverbindern
wesentlich einfacher und flexibler fertigen. Ursächlich hierfür ist vor allem, daß
die Formgebung in zwei getrennten Prozessen stattfindet, nämlich der Extrusion einerseits
und dem Versehen mit Ausnehmungen, beispielsweise für die Kontaktelemente, andererseits.
Dies ermöglicht eine raster- und polzahlunabhängige Extrusion eines Profils im ersten
Verfahrensschritt, wodurch eine kostenaufwendige Bevorratung unterschiedlicher Extrusionswerkzeuge
erheblich eingeschränkt wird. Auf diese Weise sind alle unterschiedlichen Varianten
eines Steckverbindersystems, wie beispielsweise Stift-, IDC-, Crimp-, Rand-, Karten-,
Schneidklemm-, Einlöt- oder Foliensteckverbinder, wirtschaftlich zu fertigen. Dazu
trägt auch bei, daß die Profile als Endlosprofile extrudiert werden, welche erst im
letzten Verfahrensschritt entsprechend der vorgegebenen Polzahl abgelängt und mit
der polzahlabhängigen Führungskontur versehen werden, so daß eine kostenintensive
Verarbeitung loser Einzelteile entfällt. Durch die Verwendung eines Extrusionswerkzeuges
anstelle des bisher üblichen Spritzgießwerkzeuges wird zudem ein effizienter Materialeinsatz
erzielt, da der Materialverbrauch für Angußverteiler oder ähnliches reduziert wird.
[0006] Von besonderem Vorteil ist es, das Profil im ersten Verfahrensschritt mit einem Filmscharnier
oder einer Sollbruchstelle zu versehen, und die auf diese Weise zueinander verschwenkbaren
Teile des Profils in einem dem zweiten unmittelbar nachgeschalteten Verfahrensschritt
mittels an ihren freien Enden einstückig ausgebildeten Rastelementen gegenseitig festzulegen.
Vorteilhaft hierbei ist, daß durch das Verschwenken eines Teils des Profils um einen
vorgegebenen Winkel, beispielsweise 90°, Konturen in Bereichen erzeugt werden können,
die sowohl für den Extrusions- als auch für den die Ausnehmungen bildenden Spanprozeß
unzugänglich sind.
[0007] Von Vorteil ist ferner, wenn im zweiten Verfahrensschritt rasterartig angeordnete
Kammern zur Aufnahme der Kontaktelemente in das Profil gestanzt werden, wodurch sich
gleiche Profile mit unterschiedlichen Rastern versehen lassen. Durch das Stanzen wird
die dem Extrusionsprozeß immanente Schwindung kompensiert und eine hohe Positionsgenauigkeit
der Kontaktelemente erreicht.
[0008] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung werden im zweiten Verfahrensschritt
Ausnehmungen für eine Kabelführung in das Profil gestanzt und/oder geschnitten, so
daß sich mit den Kontaktelementen verbundene Leitungen gezielt aus dem Steckverbinder
herausführen lassen. Auf diese Weise läßt sich ein Kabelabgang von 90° bis 180° zur
Ebene einer Befestigungsfläche, beispielsweise Leiterplatte, erzielen. Zweckmäßigerweise
werden die Ausnehmungen für die Kabelführung derart ausgebildet, daß sich eine Zugentlastung
der Leitungen ergibt. Zu diesem Zweck können die Ausnehmungen beispielsweise mit Einschnürungen
versehen werden, die ein Einklemmen der Leitungen gestatten.
[0009] Zweckmäßig ist ferner, das Profil im letzten Verfahrensschritt mittels eines Spanprozesses
abzulängen und mit einer Führungskontur zu versehen. Hierzu haben sich vor allem Laser-
und Wasserstrahlschneiden, Sägen sowie Stanzen als besonders vorteilhaft erwiesen.
[0010] Um auf einfache Art und Weise eine farbliche Codierung der Steckverbinder zu erzielen,
wird gemäß einem weiteren vorteilhaften Merkmal der Erfindung eine Mehrfarbenextrusion
durchgeführt. Vorteilhafterweise werden nach dem letzten Verfahrensschritt mehrere
unterschiedliche Profile miteinander verbunden, so daß sich im gleichen Prozeßablauf
komplexe Steckverbindergeometrien auf einfache Art und Weise fertigen lassen. Hierzu
wird in vorteilhafter Weise vorgeschlagen, daß die unterschiedlichen Profile je nach
Anforderung mittels Ultraschallschweißen, Kleben oder Verrasten miteinander verbunden
werden, um lösbare oder unlösbare Verbindungen herzustellen.
[0011] Um eine fertigungsgerechte Lagerhaltung zu erzielen, wird gemäß einer weiteren vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung das Profil in Form von aufgewickelten Spulen oder abgelängten
Stangen magaziniert. Dies wirkt sich besonders vorteilhaft bei einem just-in-time-Ablauf
aus, mit der Folge einer Kosteneinsparung in der Lagerhaltung und damit einer reduzierten
Kapitalbindung. Schließlich wird vorgeschlagen, daß nach dem zweiten und/oder letzten
Verfahrensschritt eine Qualitätsprüfung durchgeführt wird, die beispielsweise das
Vorhandensein von Kontaktelementen prüft und entsprechende Fehlstellen markiert sowie
mit diesen Fehlstellen behaftete Bauteile separiert.
[0012] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile des Gegenstandes der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispieles, anhand
eines nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Steckverbinders. In den zugehörigen
Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- ein extrudiertes Profil in einer perspektivischen Ansicht in nach dem ersten Verfahrensschritt
vorliegender Gestalt;
- Fig. 2
- das Profil gemäß Fig. 1 in einer Schnittdarstellung in einer Gestalt, die während
des zweiten Verfahrensschrittes erstellt wird;
- Fig. 3
- das Profil gemäß den Fig. 1 und 2 nach Beendigung des zweiten Verfahrensschrittes
in einer Schnittdarstellung;
- Fig. 4
- das Profil gemäß den Fig 1 bis 3 nach Beendigung des letzten Verfahrensschrittes in
einer Schnittdarstellung;
- Fig. 5
- ein anderes Profil nach dem ersten Verfahrensschritt in einer Schnittdarstellung;
- Fig. 6
- das Profil gemäß Fig. 5 in einer Gestalt, die während des zweiten Verfahrensschrittes
erstellt wird in einer Schnittdarstellung;
- Fig. 7
- das Profil gemäß den Fig. 5 und 6 nach Beendigung des letzten Verfahrensschrittes
bei festgelegtem Verschlußabschnitt in einer Schnittdarstellung und
- Fig. 8
- die zusammengesetzten Profile gemäß den Fig. 4 und 7 in einer Schnittdarstellung.
[0013] Die in den Zeichnungen gezeigten Profile stellen einen Steckverbinder dar, der sich
aus einer Stiftwanne 1, welche in den Fig. 1 bis 4 und 8 gezeigt ist, sowie aus einem
Gehäuseteil 2, welches in den Fig. 5 bis 8 dargestellt ist, zusammensetzt. Die Stiftwanne
1 weist einen Isolierkörper 3 auf, der mit rasterartig angeordneten Kammern 4 versehen
ist, in welche stiftförmige Kontaktelemente 5 eingesetzt sind. An der Unterseite des
Isolierkörpers 3 ist eine Nut 6 ausgebildet, die von den stiftförmigen Kontaktelementen
5 durchragt wird und zur Entgasung beim Auflöten der Kontaktelemente 5 auf Leiterplatten
und dergleichen dient. Die Stiftwanne 1 weist einen im wesentlichen L-förmigen Querschnitt
auf, wobei entlang einer Längsseite der Stiftwanne 1 eine Wandung 7 ausgebildet ist,
die an ihrer Außenseite mit einem sich in Längsrichtung erstreckenden Rastvorsprung
8 sowie Zentriernocken 9 versehen ist.
[0014] Wie den Fig. 5 bis 8 zu entnehmen ist, weist das Gehäuseteil 2 ein Filmscharnier
10 auf, welches durch eine verringerte Dicke des Materials in einem sich entlang der
Längsseite erstreckenden Bereich gebildet wird und um das ein mit Ausnehmungen 11
versehener Verschlußabschnitt 12 schwenkbar ist. Der Verschlußabschnitt 12 ist an
seinem freien Ende mit einem vorsprungartigen Rastelement 13 versehen, welches im
umgeklappten Zustand an einem eine Hinterschneidung bildenden Rastelement 14 des Gehäuseteils
2 anliegt, wodurch der Verschlußabschnitt 12 am Gehäuseteil 2 festgelegt wird, wie
insbesondere den Fig. 7 und 8 zu entnehmen ist.
[0015] Die Unterseite des Gehäuseteils 2 weist zwei parallele, sich entlang der Längsseite
erstreckende kanalförmige Öffnungen 15, 16 auf, die - wie Fig. 8 erkennen läßt - zur
Aufnahme der Stiftwanne 1 vorgesehen sind. An der Oberseite der kanalförmigen Öffnung
15 befinden sich rasterartig angeordnete Kammern 17, die als Federkontakt ausgebildete
Kontaktelemente 18 beherbergen. Die Kontaktelemente 18 sind dabei so ausgestaltet,
daß sie im montierten Zustand auf einem die Kammern 17 umgebenden Absatz 19 ruhen
und bei umgeklapptem und verrastetem Verschlußabschnitt 12 klemmend fixiert werden.
[0016] Wie aus Fig. 8 ersichtlich ist, greifen bei zusammengefügter Stiftwanne 1 und Gehäuseteil
2 der Rastvorsprung 8 in eine korrespondierend ausgebildete Ausnehmung 20 an der Innenseite
der kanalförmigen Öffnung 16 und die stiftförmigen Kontaktelemente 5 in die Kontaktelemente
18 ein. Dabei wird die die Ausnehmung 20 aufweisende Wandung 21 des Gehäuseteils 2
zwischen den Zentriernocken 9 zentriert. Während die stiftförmigen Kontaktelemente
5 mit einer Leiterplatte oder ähnlichem verlötet werden, sind die Kontaktelemente
18 mit einem Kabel 22 verbunden. Die Litzen des Kabels 22 werden dabei in an sich
bekannter Weise mittels einer Crimp-, Schneidkontakt- oder Lötverbindung an die Kontaktelemente
18 angeschlossen. Um eine Zugentlastung des Kabels 22 herbeizuführen, sind die von
den einzelnen Adern des Kabels 22 durchragten Ausnehmungen 11 mit Einschnürungen 23
versehen, welche ein Festklemmen der einzelnen Adern des Kabels 22 ermöglichen.
[0017] Die Herstellung des zuvor beschriebenen Steckverbinders erfolgt im wesentlichen in
drei Verfahrensschritten. Im ersten Verfahrensschritt werden auf einem Extruder Endlosprofile
extrudiert, die in ihrem Querschnitt den Grundzügen der Stiftwanne 1 bzw. dem Gehäuseteil
2 entsprechen. Die Profile werden in Großgebinden magaziniert, wozu sie entweder auf
einer Spule aufgewickelt oder zu einer Stange abgelängt werden.
[0018] Für den zweiten Verfahrensschritt werden die extrudierten Endlosprofile aus dem Magazin
einer ersten Bearbeitungsstation zugeführt, die im Falle der Stiftwanne 1 die Kammern
4 und bei Profilen für das Gehäuseteil 2 die Kammern 17 sowie die mit den Einschnürungen
23 versehenen Ausnehmungen 11 stanzt. Im Anschluß daran werden in die Kammern 4 bzw.
17 Kontaktelemente 5 bzw. 18 eingesetzt. Im Falle der Stiftwanne 1 bestehen die Kontaktelemente
5 aus einem Draht, der nach Ablängen von einer Spule in die gestanzten Kammern 4 eingesteckt
wird. Zum Verkürzen der Fertigungszeit können dabei mehrere Kontaktelemente 5 gleichzeitig
in die Kammern 4 eingesetzt werden. Werden der ersten Bearbeitungsstation dagegen
Profile für das Gehäuseteil 2 zugeführt, so werden Kontaktelemente 18 in die Kammern
17 eingesteckt. Die Kontaktelemente 18 sind dabei als gestanzte Federkontakte ausgebildet.
[0019] Nach Bestücken mit den Kontaktelementen 5 bzw. 18 wird eine Qualitätsprüfung durchgeführt,
indem die Kammern 4 bzw. 17 auf Vorhandensein von Kontaktelemente 5 bzw. 18 überprüft
und die gegebenenfalls vorhandenen Fehlstellen markiert werden. Nach Beendigung der
Qualitätsprüfung werden die mit den Kontaktelementen 5 bzw. 18 bestückten Profile
erneut als aufgewickelte Spule oder in Stangenform magaziniert. Im Falle des Gehäuseteils
2 wird zuvor noch der Verschlußabschnitt 12 um das Filmscharnier 10 verschwenkt und
mittels der Rastelemente 13, 14 an dem Gehäuseteil 2 festgelegt, so daß die Kontaktelemente
18 klemmend fixiert werden.
[0020] Für den dritten und letzten Verfahrensschritt werden die mit den Kontaktelementen
5 bzw. 18 bestückten Profile aus dem Magazin einer zweiten Bearbeitungsstation zugeführt
und auf die markierten Fehlstellen überprüft. Danach werden die Profile entsprechend
einer vorgegebenen Polzahl abgelängt und mit einer Führungskontur versehen. Letzteres
geschieht dadurch, daß an der Oberseite der Wandung 7 der Stiftwanne 1 eine Ausnehmung
24 gestanzt wird, welche dadurch die Zentriernocken 9 bildet. Während die Zentriernocken
9 die Wandung 21 des Gehäuseteils 2 umgreifen, um eine fluchtende Übereinstimmung
der Kontaktelemente 5 und 18 zueinander zu erreichen, ist die der Wandung 21 gegenüberliegende
Wandung 25 des Gehäuseteils 2 an ihrer Aussenseite mit einem sich in Längsrichtung
erstreckenden Absatz 26 versehen, der ein fälschliches Zusammensetzen von Stiftwanne
1 und Gehäuseteil 2, welches zur Beschädigung der Kontaktelemente 5, 18 führen könnte,
verhindert.
[0021] Durch das Ablängen der Profile entsprechend der vorgegebenen Polzahl können bedarfsgerechte
Losgrößen von Stiftwannen 1 bzw. Gehäuseteilen 2 bereitgestellt werden, die sich nach
Aussortieren der mit Fehlstellen behafteten Bauteile auf herkömmlichen Platinenbestückungsautomaten
oder Kabelanschlagmaschinen weiterverarbeiten lassen. Eine besonders vorteilhafte
Verfahrensführung ergibt sich, wenn die extrudierten Profile als Zukaufteile oder
selbstgefertigte Teile auf der ersten Bearbeitungsstation mit Kontaktelementen 5 bzw.
18 bestückt werden, die beim Hersteller aufgestellt ist, während sich die zweite Bearbeitungsstation
vor Ort beim jeweiligen Kunden des Herstellers, beispielsweise einem Großhändler,
befindet. Dies wird dadurch bedingt, daß die polzahlunabhängige Fertigung und Magazinierung
in Großgebinden eine kostenintensive Lagerhaltung von Steckverbindern entbehrlich
macht. Indem die Verarbeitung loser Einzelteile entfällt, wird zudem eine Reduzierung
der Rüstzeiten der einzelnen Bearbeitungsstationen erzielt, die Zeit- und Kosteneinsparungen
mit sich bringen. Neben der erhöhten Flexibilität hinsichtlich der polzahlunabhängigen
Losgrößenfertigung wird nicht zuletzt auch einer erhöhten Qualität Rechnung getragen,
da das Aussortieren fehlerhafter Bauteile an der zweiten Bearbeitungsstation und damit
unmittelbar vor Gebrauch stattfindet, so daß auch durch den Transport bedingte Schäden
erfaßt werden.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Stiftwanne
- 2
- Gehäuseteil
- 3
- Isolierkörper
- 4
- Kammer
- 5
- Kontaktelement
- 6
- Nut
- 7
- Wandung
- 8
- Rastvorsprung
- 9
- Zentriernocken
- 10
- Filmscharnier
- 11
- Ausnehmung
- 12
- Verschlußabschnitt
- 13
- Rastelement
- 14
- Rastelement
- 15
- kanalförmige Öffnung
- 16
- kanalförmige Öffnung
- 17
- Kammer
- 18
- Kontaktelement
- 19
- Absatz
- 20
- Ausnehmung
- 21
- Wandung
- 22
- Kabel
- 23
- Einschnürung
- 24
- Ausnehmung
- 25
- Wandung
- 26
- Absatz
1. Verfahren zur Herstellung von Federleisten, Stiftwannen und dergleichen Steckverbinder,
dadurch gekennzeichnet,
daß in einem ersten Verfahrensschritt ein einer geforderten Steckverbindergeometrie
im Querschnitt entsprechendes Profil (1, 2) in endloser Form aus einer Kunststoff-Formmasse
extrudiert und in Großgebinden magaziniert wird, daß in einem zweiten Verfahrensschritt
das Profil (1, 2) mit Ausnehmungen (4, 11, 17) in für den Extrusionsprozeß unzugänglichen
Bereichen versehen und vor einer erneuten Magazinierung mit elektrisch leitenden Kontaktelementen
(5, 18) bestückt wird, und daß in einem letzten Verfahrensschritt das Profil (1, 2)
entsprechend einer vorgegebenen Polzahl abgelängt und mit einer Führungskontur (9,
26) versehen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Profil (1, 2) im ersten
Verfahrensschritt mit einem Filmscharnier (10) oder einer Sollbruchstelle versehen
wird, und daß die auf diese Weise zueinander verschwenkbaren Teile (2, 12) des Profils
in einem dem zweiten unmittelbar nachgeschalteten Verfahrensschritt mittels an ihren
freien Enden einstückig ausgebildeten Rastelementen (13, 14) gegenseitig festgelegt
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im zweiten Verfahrensschritt
rasterartig angeordnete Kammern (4, 17) zur Aufnahme der Kontaktelemente (5, 18) in
das Profil (1, 2) gestanzt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß im zweiten
Verfahrensschritt Ausnehmungen (11) für eine Kabelführung in das Profil (2) gestanzt
und/oder geschnitten werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine zugentlastende Ausgestaltung
(23) der Ausnehmungen (11).
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Profil
(1, 2) im letzten Verfahrensschritt mittels eines Spanprozesses abgelängt und mit
einer Führungskontur (9, 26) versehen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine Mehrfarbenextrusion.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem letzten
Verfahrensschritt mehrere unterschiedliche Profile (1, 2) miteinander verbunden werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die unterschiedlichen Profile
(1, 2) durch Verrasten miteinander verbunden werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Profil
(1, 2) in Form von aufgewickelten Spulen oder abgelängten Stangen magaziniert wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Qualitätsprüfung
nach dem zweiten und/oder letzten Verfahrensschritt.