[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung und ein Verfahren zur Unterdrückung von aus
mehreren Teilechos bestehenden Gesamtechos in Telekommunikations(TK)- Einrichtungen,
wie Endgeräten, Übertragungssystemen oder Vermittlungseinrichtungen, mit Hilfe von
adaptiven FIR (= Finite Impulse Response)-Filtern, die das Gesamtecho nachbilden und
von dem an die jeweilige TK-Einrichtung übertragenen, mit dem Echo belasteten Nutzsignal
abziehen.
[0002] Ein solches Verfahren und eine Einrichtung zur adaptiven Echokompensation sind bekannt
aus der DE 44 30 189 A1.
[0003] Bei der Übertragung von Sprachsignalen auf Telekommunikationsleitungen können einerseits
am "nahen Ende" bei dem aussendenden Benutzer akustische Echos aufgrund der direkten
Schallübertragung vom Lautsprecher zum Mikrofon des Endgerätes entstehen. Insbesondere
bei mehreren räumlich benachbart angeordneten Endgeräten, beispielsweise in einem
Büro- oder Konferenzraum mit vielen Telefonanschlüssen, verschärft sich das Nahecho-Problem
erheblich, da eine Kopplung von jedem Lautsprechersignal auf jedes Mikrofon erfolgt.
Das in der EP 0 627 825 A2 vorgeschlagene Vielkanal-Echo-Unterdrückungsverfahren und
die zugehörige elektronische Schaltung sollen hier Abhilfe schaffen. Neben dem nahen
akustischen Echo entsteht aber auch ein ggf. aus unterschiedlich vielen Teilechos
zusammengesetztes elektrisches Leitungsecho aufgrund von Reflexionen der ausgesendeten
Sprachsignale an unterschiedlich entfernten Stellen im Übertragungskanal, beispielsweise
bei 2-4-Drahthybriden (Gabelschaltungen) im Endgerät bzw. in Vermittlungsstellen und
an Netzübergängen. Dabei werden üblicherweise sogenannte "Nahbereich-Echos", die in
einem Zeitraum bis zu 128 ms zum Sprecher zurückreflektiert werden, unterschieden
von Fern-Echos, die in einem Zeitrahmen bis 640 ms an den Sprecher zurückkommen und
aufgrund des großen Zeitversatzes besonders störend wirken, da der Sprecher unterdessen
in seiner Rede merklich fortgefahren ist, wenn sein eigenes reflektiertes Sprachsignal
wieder bei ihm ankommt. Derartige verzögerte Fernechos treten beispielsweise bei interkontinentalen,
über Tiefseekabel oder Satelliten übertragenen Ferngespräche auf. Die Netzbetreiber,
die entsprechende Fernsprechnetze unterhalten, sind daher bestrebt, insbesondere die
Fernechos mit großem Zeitversatz, aber auch die mit ggf. höherer Intensität zurückreflektierten
Nahechos möglichst effektiv zu unterdrücken.
[0004] Dazu wird beispielsweise in der EP 0 792 029 A2 eine Echounterdrückungseinrichtung
mit adaptivem Filter vorgeschlagen, die einen groben und einen feinen Detektor für
Nahend-Sprachsignale umfaßt, welche beidseits der Echounterdrückungseinrichtung angeordnet
sind und somit das ankommende Signal vor und nach der Echounterdrückung beobachten
können. In Sprachpausen vom nahen Ende soll damit eine Anpassung an reflektierte Echowerte
vorgenommen werden.
[0005] In der eingangs zitierten DE 44 30 189 A1 ist ein kostengünstiges Verfahren vorgeschlagen,
das bei unterschiedlichen akustischen Bedingungen einsetzbar ist, und bei dem ein
FIR-Filter eingesetzt wird, dessen Filterkoeffizienten nach dem NMLS-Algorithmus bestimmt
werden. Zur Echounterdrückung in einem TK-Netz mit einer Vielzahl von parallelen Kanälen
wird nach dieser Methode für jeden Kanal ein derartiger Echounterdrücker mit adaptivem
FIR-Filter eingesetzt, der auf einem digitalen Signalprozessor in Software realisiert
ist. Das adaptive FIR-Filter soll dabei das zu erwartende, möglicherweise aus mehreren
Einzelechos bestehende Gesamtecho nachbilden und von dem an das TK-Endgerät übertragene,
mit dem Echo behaftete Nutzsignal abziehen.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demgegenüber, ein Verfahren und eine Einrichtung
der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß auch bei einer großen Vielzahl
von m parallelen, voneinander unabhängigen TK-Kanälen, wie sie z.B. in Vermittlungsstellen
gebündelt werden müssen, eine effektive Echounterdrückung ohne großen Speicherplatz-
und Rechenaufwand ermöglicht wird.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß bei m zu bedienenden parallelen,
voneinander unabhängigen TK-Kanälen n gleichartige FIR-Filter bzw. Teilfilter, die
jeweils ein Gesamt- bzw. Teilecho nachbilden können, auf einem einzigen ASIC (= Application
Specific Integrated Circuit) implementiert sind, wobei m, n ∈ N und insbesondere n
≥ 2; daß die nachzubildenden Gesamt- bzw. Teilechos in Echtzeit auf dem ASIC berechnet
werden können; und daß ein digitaler Signalprozessor (= DSP) vorgesehen ist, der den
ASIC steuern und die Filtereinstellungen, insbesondere nach im DSP erfolgter Berechnung
der zur Echonachbildung erforderlichen Koeffizienten und Zeitverzögerungen im ASIC
vornehmen kann.
[0008] Durch die hohe Integrationsdichte eines ASIC kann die erfindungsgemäße Einrichtung
besonders kompakt gehalten werden. Da der digitale Signalprozessor durch die Integration
der FIR-Filter auf dem ASIC ganz erheblich entlastet wird, können ungleich viel mehr
parallele TK-Kanäle bei gleichbleibendem Prozessoraufwand mit einer effektiven Echounterdrückung
bedient werden. Damit lassen sich auch größere Verzögerungszeiten der Echos (beispielsweise
bis zu 640 ms), eine Vielzahl von Einzelechos pro Gesamtecho und viele parallele Kanäle
(>2000) mit minimalem Aufwand bearbeiten.
[0009] Vorteilhafterweise wird eine Anzahl von FIR-Teilfiltern kaskadiert, um ein Gesamtecho
nachzubilden. Derzeit liegen die Forderungen der Betreiber von TK-Netzen bei drei
bis fünf zu unterdrückenden Teilechos pro Kanal. Dies kann sich jedoch in Zukunft
noch erhöhen.
[0010] Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Einrichtung, bei
der eine variable Untermenge der FIR-Teilfilter einem zu bedienenden TK-Kanal jeweils
nach Bedarf abhängig von der Anzahl der Teilechos sowie der Größe der auftretenden
Verzögerungszeiten zugeordnet werden kann. Durch diese flexible Zuordnung der FIR-Filter
pro bearbeitetem Kanal je nach Anzahl der Einzelechos und je nach Größe der auftretenden
Verzögerungszeit zwischen Signal und Echo kann das ASIC trotz sehr hoher Kanalzahl
m äußerst kompakt gestaltet werden.
[0011] Eine vorteilhafte Weiterbildung zeichnet sich dadurch aus, daß für jedes FIR-Teilfilter
eine Makrozelle im ASIC vorgesehen ist, die ein Schieberegister geeigneter Länge zur
Zwischenspeicherung der abgetasteten Sprachsignale, eine Demultiplexer-Einrichtung
zur Einstellung der wirksamen Schieberegisterlänge sowie eine Summier-Einrichtung
zur Summation der mit den entsprechenden Koeffizienten gewichteten Abtastwerten umfaßt.
Die Makrozellen können untereinander einen exakt gleichen Aufbau aufweisen, was die
Herstellung eines ASIC mit vielen gleichartigen FIR-Teilfiltern vereinfacht und damit
verbilligt.
[0012] Insbesondere ist eine Kaskadierung mehrerer Makrozellen leicht möglich, was eine
beliebige, flexible Zusammenschaltung, beispielsweise zur Nachbildung eines Gesamtechos,
und damit einen besonders hohen Ausnutzungsgrad der Makrozellen ermöglicht.
[0013] Bei einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, daß die Makrozelle einen vom
digitalen Signalprozessor ansteuerbaren Koeffizientenspeicher umfaßt, der von einem
modulo-N-Zähler adressiert ausgelesen werden kann, sowie ein Multiplizierglied, welchem
mit einer Arbeitsfrequenz f
A = N·f
s die entsprechenden Koeffizienten aus dem Koeffizientenspeicher und die entsprechenden
Abtastwerte aus dem Schieberegister zur Multiplikation zugeführt werden, wobei die
Abtastwerte mit einer Abtastfrequenz f
s im Schieberegister gespeichert wurden, und daß ein Addierer vorgesehen ist, in dem
die vom Multiplizierglied ausgegebenen Produktwerte zu der jeweils in einem ersten
Zwischenspeicher über eine Rückkopplungsschleife abgespeicherten Summe der vorhergehenden
Produktwerte addiert und schließlich das so nachgebildete Teilechosignal in einem
zweiten Zwischenspeicher abgelegt und von einem an die TK-Einrichtung übertragenem
Nutzsignal abgezogen werden kann. Bei diesem Aufbau ist lediglich ein einziger Multiplizierer
notwendig, der für die Verarbeitung von N Koeffizienten eine entsprechende Anzahl
von Multiplizierern in herkömmlichen FIR-Teilfiltern ersetzt. Die gegenüber der Abtastfrequenz
f
s um den Faktor N erhöhte Arbeitsfrequenz f
A ist bei heute standardmäßig erhältlichen elektronischen Bauteilen unproblematisch,
wenn sich N in der Größenordnung 50-100 bewegt.
[0014] Besonders effektiv ist auch eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Einrichtung,
die sich dadurch auszeichnet, daß mehrere Koeffizientenspeicher vorgesehen sind, die
jeweils mittels eines Demultiplexers ausgelesen werden können, wobei jedem zu bedienenden
TK-Kanal ein entsprechender Koeffizientenspeicher zugeordnet werden kann, und daß
die Echounterdrückung auf sämtlichen TK-Kanälen über ein einziges, im Multiplexbetrieb
umschaltbares FIR-Gesamtfilter bestehend aus mehreren FIR-Teilfiltern vorgenommen
werden kann.
[0015] Bevorzugt ist auch eine weitere Ausführungsform, bei der eine Speichereinheit, vorzugsweise
ein RAM (= Random Access Memory), vorgesehen ist, auf der aktuell abgetastete, von
der TK-Einrichtung ausgesendete Sprachsignale sowie die zu den nachgebildeten Teilechos
gehörenden Koeffizienten abgespeichert werden können, und wobei eine Steuereinheit,
vorzugsweise auf dem ASIC integriert, vorgesehen ist, die den Ablauf der Echounterdrückung
mittels Adressenberechnung von Speicherdaten in der Speichereinheit und Ansteuerung
von Ein- und Auslesevorgängen zwischen der Speichereinheit, dem DSP und den FIR-Teilfiltern
auf dem ASIC verwaltet. Auf diese Weise können die Koeffizientenspeicher und Abtastwertspeicher
aus dem ASIC ausgelagert und auf ein äußerst preisgünstig und mit hoher Speicherdichte
erhältliches RAM gepackt werden. Damit entfällt auch das Schieberegister in den oben
beschriebenen Ausführungsformen. Die Steuereinheit verwaltet im wesentlichen den Ablauf
der Datenströme, so daß extrem wenig Hardware zur Realisierung der Echounterdrückungseinrichtung
erforderlich ist und der steuernde digitale Signalprozessor weitestgehend entlastet
wird, da er im wesentlichen nur noch die Koeffizienten berechnung, vorzugsweise für
mehrere unabhängige TK-Kanäle, vornehmen muß.
[0016] Ganz besonders bevorzugt kann bei einer Weiterbildung dieser Ausführungsform die
Einrichtung im Zeitmultiplexverfahren m unabhängige TK-Kanäle bedienen. Dabei ersetzt
die Adressenrechnung in der Steuereinheit die Multiplexeinheiten aus den weiter oben
beschriebenen Ausführungsformen.
[0017] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Einrichtung
ist zusätzlich eine Einrichtung zur Erkennung von Nicht-Sprachsignalen auf einem TK-Kanal,
insbesondere zur Detektion von Modem- oder Faxsignalen vorgesehen. Dadurch kann die
Echounterdrückungsfunktion automatisch bei Vorliegen von Nicht-Sprachsignalen ausgeschaltet
werden, was die Verbindungssicherheit für Fax- oder Modem-Verbindungen erhöht.
[0018] Bei einer Weiterbildung dieser Ausführungsform ist auf der Einrichtung zur Erkennung
von Nicht-Sprachsignalen eine diskrete Fourier-Transformation (= DFT), insbesondere
ein Goertzel-Algorithmus implementiert. Damit wird besonders wenig Speicherplatz und
Rechenkapazität für diese Zusatzfunktion benötigt.
[0019] Zusätzlich kann bei weiteren Ausführungsformen auch eine Compander-Schaltung zur
Maskierung der auftretenden Leitungsechos vorgesehen sein. Die Echounterdrückung und
damit der Komfort beim Endteilnehmer wird dadurch noch effektiver.
[0020] Die Compander-Schaltung kann ebenfalls auf einem ASIC realisiert sein, vorzugsweise
auf demselben ASIC wie die FIR-Filter. Die Hardware-Einheiten sind dann besonders
kompakt und preiswert in der Herstellung.
[0021] In den Rahmen der Erfindung fällt auch ein Verfahren zum Betrieb einer erfindungsgemäßen
Echo-Unterdrückungseinrichtung, welches sich dadurch auszeichnet, daß ein Dirac-lmpuls
auf den entsprechenden TK-Kanal gesendet, die Echoantwort darauf detektiert und zur
Nachbildung des Gesamtechos geeignete Koeffizienten berechnet und für das entsprechende
FIR-Filter abgespeichert werden.
[0022] Anstelle des Dirac-lmpulses werden bei anderen Verfahrensvarianten eine definierte
analoge Rauschsignalsequenz auf den entsprechenden TK-Kanal gesendet, die Echoantwort
darauf detektiert und zur Nachbildung des Gesamtechos geeignete Koeffizienten berechnet
und abgespeichert. Die Aussendedauer der Rauschsignalsequenz beträgt in der Regel
weniger als eine Sekunde.
[0023] Besonders bevorzugt ist eine Weiterbildung dieser Verfahrensvariante, bei der die
analoge Rauschsignalsequenz ein vorzugsweise auf die Bandbreite des zu bedienenden
TK-Kanals begrenztes Gaußsches Rauschsignal umfaßt.
[0024] Eine weitere alternative Verfahrensvariante zeichnet sich dadurch aus, daß eine synthetische,
vorzugsweise ternäre Pseudorauschsequenz auf den entsprechenden TK-Kanal gesendet,
die Echoantwort darauf detektiert und zur Nachbildung des Gesamtechos geeignete Koeffizienten
berechnet und abgespeichert werden. Die Pseudorauschsequenz wird in der Regel so ausgewählt,
daß nur der Hauptwert der Sequenz einen Korrelationswert q aufweist, während die Nebenwerte
den Korrelationswert 0 haben.
[0025] Besonders bevorzugt werden die Koeffizienten zur Echonachbildung durch Korrelation
der ausgesendeten mit den empfangenen Echosignalen gewonnen.
[0026] Bevorzugt ist auch eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei der zur
Koeffizientenberechnung aus den empfangenen Echosignalen in Kenntnis der ausgesendeten
Signale ein NLMS (= Normalized Least Mean Square)-Algorithmus angewandt wird. Dadurch
wird die erforderliche Rechenzeit und Rechenleistung zur Erzielung eines befriedigenden
Ergebnisses besonders klein gehalten. In diesem Fall wird die Länge der Rauschsequenz
vorteilhaft auf die Länge des FIR-Filters abgestimmt.
[0027] Bei einer Verfahrensvariante kann im ASIC das aus sämtlichen zu berücksichtigenden
Teilechos zusammengesetzte Gesamtecho nachgebildet und von dem an die TK-Einrichtung
übertragenen, mit dem Echo behafteten Nutzsignal insgesamt abgezogen werden. Damit
wird lediglich an einer Stelle auf das ankommende Signal auf dem zu bedienenden TK-Kanal
eingewirkt.
[0028] Alternativ dazu können im ASIC sämtliche zu berücksichtigenden Teilechos nachgebildet
und von dem an die TK-Einrichtung übertragenen Nutzsignal einzeln abgezogen werden.
Dadurch wird die Ausgestaltung der Hardware und Rechner-Einheiten bei der erfindungsgemäßen
Einrichtung flexibel gehalten.
[0029] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung.
Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter aufgeführten Merkmale erfindungsgemäß
jeweils einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden.
Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung
zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung
der Erfindung.
[0030] Die Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- in der oberen Hälfte den zeitlichen Verlauf einer typischen Nahbereichs-Echosequenz
mit zwei Teilechos und in der unteren Hälfte eine Fern-Echosequenz mit drei Teilechos;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer einfachen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Einrichtung mit lediglich einem zu bedienenden TK-Kanal;
- Fig. 3a
- eine Makrozelle für ein Teil-FIR-Filter;
- Fig. 3b
- eine konkrete Weiterbildung der Makrozelle nach Fig. 3a mit im Multiplexverfahren
auslesbarem Koeffizientenspeicher für einen TK-Kanal;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung von kaskadierten Makrozellen nach Fig. 3a bzw. 3b, wobei
im oberen Teil der Figur der zeitliche Verlauf von teilweise recht eng benachbarten
Teilechos dargestellt ist;
- Fig. 5a
- eine weitere Ausführungsform mit kaskadierten Makrozellen mit im Multiplexbetrieb
auslesbaren Koeffizientenspeichern für die Zeitmultiplexverarbeitung von m TK-Kanälen;
- Fig. 5b
- eine Ausführungsform mit kaskadierten Makrozellen und einer gemultiplexten Schieberegisteranordnung
für die eingehenden Abtastwerte unterschiedlicher, voneinander unabhängiger TK-Kanäle;
und
- Fig. 6
- eine Ausführungsform, bei der die Koeffizientenspeicher und Abtastwertspeicher auf
eine RAM-Einheit ausgelagert sind und der Ablauf der Teilechonachbildungen für die
unterschiedlichen TK-Kanäle im wesentlichen von einer Steuereinheit auf dem ASIC verwaltet
wird.
[0031] Im oberen Teil von Fig. 1 ist der zeitliche Verlauf einer Folge von Nahbereich-Teilechos
dargestellt, die definitionsgemäß eine Verzögerungszeit von bis zu 128 ms gegenüber
dem Zeitpunkt des Aussendens des Signals vom entsprechenden TK-Teilnehmer aufweisen.
Derartige Leitungsechos kommen beispielsweise an Vermittlungsstellen, Netzhybriden
und anderen Arten von Knotenstellen im Netz durch Reflexion zustande, wirken aber
dann nicht störend, wenn noch keine merkliche Verzögerungszeit (Größenordnung 10 ms)
seit dem Aussenden des Ursprungssignals vergangen ist, weil ein Sprecher an einem
TK-Endgerät einen gewissen Echoeffekt auch durch akustische Echos im Raum um ihn herum
bzw. seinen eigenen Körperschall im Kopf aufnimmt und quasi automatisch "kompensiert",
da er daran gewöhnt ist.
[0032] Sehr problematisch werden die Leitungsechos allerdings immer dann, wenn größere Verzögerungszeiten
als 30 ms auftreten, was im unteren Teil von Fig. 1 dargestellt ist. Derartige Fern-Echos
mit Zeitverzögerungen in der Größenordnung bis 640 ms können beispielsweise bei kontinentalen
Ferngesprächen oder bei Interkontinentalverbindungen auftreten. Allein eine Satellitenübertragung
eines Signals von einem Kontinent zum anderen beträgt in der Regel ca. 250 ms. Zum
Zeitpunkt des Empfangs eines solchen fernen Echos durch den ursprünglichen Absender
ist der letztere in seiner Rede schon merklich fortgeschritten, so daß der Echoeffekt
besonders störend wirkt. Ähnlich starke Zeitverzögerungen können auftreten, wenn ein
Sprachsignal eine starke Kompression und Dekompression durchläuft, oder wenn es parallel
zu einer komprimierten Bildübertragung verzögert werden muß, um Lippensynchronität
beizubehalten.
[0033] Um derartige Echos zu unterdrücken, werden Einrichtungen verwandt, die adaptive FIR-(=
Finite Impulse Response)-Filter zur Nachbildung der Echos und dem anschließenden Abzug
vom echobehafteten Nutzsignal aufweisen. Für die Bedienung von einem TK-Kanal ist
in Fig. 2 eine solche Einrichtung 1 schematisch dargestellt. Vom Mikrofon 2 eines
TK-Endgerätes wird ein Nah-End-Sendesignal x
1 abgesendet und kommt beim fernen Teilnehmer als Sendesignal y
2 an. Auf dem Rückkanal zum Lautsprecher 3 des TK-Endgerätes wird neben dem vom fernen
Teilnehmer übertragenen Signal auch ein aus mehreren.Teilechos bestehendes Echosignal
in das empfangene Signal x
2 eingekoppelt, welches durch die Echounterdrückungseinheit nachbehandelt und als ankommendes
Nutzsignal y
1 in den Lautsprecher 3 gegeben wird.
[0034] Um ein realistisches Echosignal nachbilden zu können, kann ein Testsignal auf die
Leitung an der Stelle y
2 ausgesendet werden, dessen Wirkung die Konvergenz eines NLMS-Algorithmus zur Berechnung
der Koeffizienten beschleunigt. In einem Computer, insbesondere einem digitalen Signalprozessor
(= DSP) 4 werden aus der Echoantwort mit Hilfe des NLMS-Algorithmus N zur Nachbildung
des Echos geeignete Koeffizienten ausgerechnet, die der eigentlichen Einrichtung zur
Echosubtraktion, welche erfindungsgemäß auf einem ASIC (= Application Specific Integrated
Circuit) 9 implementiert ist, zugeführt werden. Im Zeitmultiplex werden Abtastwerte
des eigentlichen Sprachsignals vom TK-Kanal kommend in eine Delay-Line 5 gegeben,
die meist als Schieberegister ausgeführt ist. Ferner werden ausgewählte Abtastwerte
vom Schieberegister auf das ASIC 9 gegeben. In N Multipliziergliedern 6
1 bis 6
N wird dann das Produkt der entsprechenden Abtastwerte aus der Delay-Line 5 mit den
aus dem DSP 4 zugelieferten Koeffizienten gebildet, für jedes Teilecho die entsprechende
Summe aus diesen Produkten in den Summiergliedern 7 berechnet und mit Hilfe von negativen
Addierern 8 von dem an der Stelle x
2 hereinkommenden, zunächst mit dem gesamten Leitungsecho belasteten Nutzsignal abgezogen,
so daß an der Stelle y
1 ein im wesentlichen von Echos befreites Signal an den TK-Kanal abgegeben wird.
[0035] Je nach Anforderungen an die Qualität der Echounterdrückung muß eine mehr oder weniger
große Zahl n von FIR-Teilfiltern 10 innerhalb des ASIC 9 vorgesehen werden, die jeweils
ein Teilecho mit Hilfe von entsprechend vielen Koeffizienten nachbilden und vom Nutzsignal
abziehen. Wenn die zeitliche Breite eines Teilechos, wie im unteren Teil von Fig.
1 dargestellt, mit Δt ≤ 7 ms angenommen wird, ist bei einer Verarbeitungsgeschwindigkeit
von 125 ms (entsprechend 8 kHz) pro Teilecho jeweils eine Anzahl von N = 56 Koeffizienten
zur genauen Nachbildung des Teilechos erforderlich. Durch Kaskadieren einer entsprechenden
Anzahl von gleichartigen FIR-Teilfiltern 10 auf dem ASIC 9 können dann entsprechend
viele Teilechos berücksichtigt werden. Derzeit liegen die Forderungen von Netzbetreibern
bei einer Unterdrückungsleistung von drei bis fünf Teilechos pro Gesamtecho.
[0036] Die verschiedenen FIR-Teilfilter 10 können jeweils als Makrozelle auf dem ASIC vorgesehen
sein. Eine solche Makrozelle 20 ist in Fig.3a schematisch dargestellt. Die Makrozelle
20 enthält ein mit einer Demultiplexer-Einrichtung 21 in seiner wirksamen Länge einstellbares
Schieberegister 25, in das über x
1 die Abtastwerte der aktuellen Sprachsignale eingegeben werden. Eine Summiereinrichtung
27 summiert die mit den entsprechenden Koeffizienten gewichteten Abtastwerte aus den
N Multipliziereinrichtungen 26
1 bis 26
N und ein negativer Addierer 28 subtrahiert die so gewonnenen nachgebildeten Teilechos
vom echobehafteten Nutzsignal auf der Leitung x
2-y
1.
[0037] In Fig. 3b ist eine geschickte Weiterentwicklung der Makrozelle 20 nach Fig. 3a dargestellt:
Die Makrozelle 30 umfaßt einen vom digitalen Signalprozessor 4' ansteuerbaren Koeffizientenspeicher
33 für N Koeffizienten, der von einem modulo-N-Zähler (im gezeigten Beispiel ein modulo-56-Zähler)
34 adressiert ausgelesen werden kann. Dadurch ist nur ein einziges Multiplizierglied
36 erforderlich, welchem mit einer Arbeitsfrequenz f
A = N·f
s die entsprechenden Koeffizienten aus dem Koeffizientenspeicher 33 und die entsprechenden
Abtastwerte aus dem Schieberegister 35 zur Multiplikation zugeführt werden, wobei
die Abtastwerte über eine Abtastfrequenz f
S im Schieberegister 35 gespeichert werden. Das Schieberegister 35 wird wiederum mit
einer ersten Demultiplexer-Einrichtung 31 in seiner wirksamen Länge eingestellt und
mit einer zweiten Demultiplexer-Einrichtung 32 im Takt des modulo-N-Zählers 34 ausgelesen.
[0038] Die von dem Multiplizierglied 36 ausgegebenen Produktwerte aus Abtastwerten und entsprechenden
Koeffizienten werden einem Addierer 37 zugeführt, der sie zu der jeweils in einem
ersten Zwischenspeicher 39 über eine Rückkopplungsschleife abgespeicherten Summe der
vorhergehenden Produktwerte addiert und schließlich das so nachgebildete Teilechosignal
in einem zweiten Zwischenspeicher 39' ablegt. Dieses Teilechosignal wird dann mittels
eines Subtrahiergliedes (bzw. eines negativen Addierers) 38 von dem an die TK-Einrichtung
übertragenen echobehafteten Nutzsignal auf der Strecke x
2-y
1 abgezogen.
[0039] Wie in Fig. 4 schematisch dargestellt ist, können mehrere, im wesentlichen gleich
aufgebaute Makrozellen 40 mit Schieberegistern 45, Multipliziergliedern 46
1 bis 46
N, Summiergliedern 47 und Subtrahiergliedern 48 im ASIC kaskadiert angeordnet sein.
Durch den gleichen Aufbau der Makrozellen 40 lassen sich die Herstellungskosten des
ASIC erheblich senken. Außerdem kann durch eine flexible Zusammenschaltung der Makrozellen
40 die Prozeßkapazität des ASIC besser ausgenutzt werden. So kann zum Beispiel eine
variable Untermenge der von Makrozellen 40 gebildeten FIR-Teilfilter einem zu bedienenden
TK-Kanal jeweils nach Bedarf abhängig von der Anzahl der Teilechos sowie der Größe
der auftretenden Verzögerungszeiten zugeordnet werden. Ein Kanal mit wenigen Teilechos
und/oder geringen Verzögerungszeiten "verbraucht" somit eine geringere Anzahl von
FIR-Teilfiltern als ein Kanal mit vielen Teilechos.
[0040] In Fig. 5a ist eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Einrichtung mit
kaskadierten, im wesentlichen gleich aufgebauten Makrozellen 50 dargestellt, die wiederum
jeweils ein Schieberegister 55, N Multiplizierglieder 56
1 bis 56
N, ein Summierglied 57 und ein Subtrahierglied 58 aufweisen. Diese Anordnung ist für
die Zeitmultiplexbearbeitung von m TK-Kanälen vorgesehen. Dazu hat das Schieberegister
55 beispielsweise eine um den Faktor m größere Länge. Die Auswahl der passenden Abtastwerte
muß jetzt die zeitliche Verschachtelung der Abtastwerte der m TK-Kanäle im Schieberegister
55 berücksichtigen.
[0041] Zudem enthalten die Makrozellen 50 aber auch jeweils einen N Koeffizienten umfassenden
Koeffizientenspeicher 53, der mit einem Demultiplexer 54 ausgelesen werden kann. Die
Koeffizientenwerte werden den entsprechenden Mulitpliziergliedern 56
1 bis 56
N zugeführt und dort mit den jeweiligen Abtastwerten aus dem Schieberegister 55 multipliziert
und im Addierer 57 zu einem entsprechenden, im Subtraktionsglied 58 vom Nutzsignal
abzuziehenden nachgebildeten Echosignal zusammengesetzt.
[0042] Fig. 5b zeigt eine Variante der erfindungsgemäßen Einrichtung mit kaskadierten Makrozellen
50', die sich von den Makrozellen 50 in Fig. 5a dadurch unterscheiden, daß sie statt
eines einzigen Schieberegisters 55 einer der Anzahl m von zu bedienenden, parallelen,
voneinander unabhängigen TK-Kanälen entsprechende Anzahl von Schieberegistern 55
1 bis 55
m aufweisen. Diese werden über eine Eingangs-Multiplexeinrichtung 51 mit entsprechenden
Abtastwerten aus dem abgehenden Nah-End-Signal gespeist, welche mittels einer Ausgangs-Demultiplexereinrichtung
52 wieder zusammengefaßt werden können. Der zeitliche Verlauf der m Abtastwerte entsprechend
den m TK-Kanälen ist schematisch in den beiden am linken und rechten unteren Rand
von Fig. 5b gezeigten Kästchen dargestellt. Jedem der m zu bedienenden TK-Kanäle kann
damit ein entsprechender Koeffizientenspeicher 53 zugeordnet und die Echounterdrückung
auf sämtlichen m TK-Kanälen über ein einziges, im Multiplexerbetrieb umschaltbares
Gesamtfilter bestehend aus mehreren FIR-Teilfiltern vorgenommen werden.
[0043] Fig. 6 schließlich zeigt eine weitere, besonders kompakte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Einrichtung, bei der auf dem ASIC 60 eine Steuereinheit 61 integriert ist, die den
Ablauf des Echounterdrückungsprozesses mittels Adressenberechnung von Speicherdaten
in einer auf ein RAM ausgelagerten Speichereinheit 62 und durch Ansteuerung von Ein-
und Auslesevorgängen zwischen der Speichereinheit 62, dem digitalen Signalprozessor
64 und den auf dem ASIC 60 integrierten Filterelementen verwaltet. Die FIR-Teilfilter
umfassen bei dieser Ausführungsform ein einziges Multiplizierglied 66, welchem gesteuert
von der Steuereinheit 61 im Zeitmultiplexverfahren über einen ersten Pufferspeicher
63 die Koeffizienten und über einen weiteren Pufferspeicher 65 die entsprechenden
Abtastwerte aus der Speichereinheit zur Produktbildung zugeführt werden. Die mit den
Koeffizienten gewichteten Abtastwerte werden anschließend in einem Addierer 67 über
eine Rückkopplungsschleife mit der in einem ersten Zwischenspeicher 69 zwischengespeicherten
Summe der vorhergehenden Produktwerte addiert und schließlich das so nachgebildete
Teilecho in einem zweiten Zwischenspeicher 69' abgelegt und anschließend mittels eines
Subtrahiergliedes 68 von dem jeweils anliegenden empfangenen echobelasteten Nutzsignal
abgezogen. Der zeitliche Verlauf der Signalabtastwerte aus den m unabhängigen TK-Kanälen
ist wiederum schematisch in zwei Kästchen links und rechts am unteren Bildrand dargestellt.
[0044] Die in Fig. 6 gezeigte Ausführungsform benötigt extrem wenig Hardware. Der digitale
Signalprozessor 64 wird weitestgehend entlastet und im wesentlichen nur noch zur Berechnung
der Koeffizienten eingesetzt, während sämtliche Steuervorgänge durch die Steuereinheit
61 auf dem ASIC 60 ausgeführt werden. Das ASIC 60 wiederum ist von aufwendigen Speicherfunktionen
entlastet, indem die Koeffizienten- und Abtastwertspeicherung auf den externen RAM-Speicher
62 verlagert ist, der als elektronisches Standardbauteil besonders preisgünstig und
mit hoher Speicherkapazität erhältlich ist und zudem die Funktion der Schieberegister
in den obengenannten Ausführungsformen ersetzt. Die Funktion der Multiplexer zum Auslesen
der Koeffizientenspeicher, wie sie bei den Ausführungsbeispielen der Figuren 3b, 5a
und 5b vorgesehen sind, werden durch eine einfache Addressenberechnung und entsprechende
Ansteuerung von Ein- und Auslesevorgängen durch die Steuereinheit 61 ersetzt. Bei
in der Zeichnung nicht dargestellten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Einrichtung
zur Echounterdrückung kann zusätzlich auch eine Einrichtung zur Erkennung von Nicht-Sprachsignalen
auf einem der zu bedienenden TK-Kanäle, insbesondere zur Detektion von Modem- oder
Faxsignalen vorgesehen sein, die eine automatische Abschaltung der Echounterdrückungsfunktion
ermöglicht und damit die Stabilität der entsprechenden Modem-Verbindung erhöht.
[0045] Weiterhin kann zusätzlich eine Compander-Schaltung zur kombinierten Unterdrückung
und Maskierung der auftretenden Leitungsechos vorgesehen sein, die vorzugsweise auf
demselben ASIC realisiert sein wird, wie die FIR-Filter. Dadurch kann die Echounterdrückungsfunktion
noch weiter verbessert werden.
[0046] Die oben erwähnten Testsignale zur Gewinnung der für die Echonachbildung geeigneten
Koeffizienten auf dem entsprechenden TK-Kanal können Dirac-lmpulse, analoge, vorzugsweise
auf die Bandbreite des zu bedienenden TK-Kanals begrenzte Gaußsche Rauschsignale oder
synthetische, vorzugsweise ternäre Pseudorauschsequenzen umfassen. Die Koeffizienten
zur Echonachbildung werden vorzugsweise durch Korrelation der vorher ausgesendeten
mit den empfangenen Echosignalen und direkt mit Hilfe des NLMS (= Normalized Least
Mean Square) - Algorithmus gewonnen.
1. Einrichtung zur Unterdrückung von aus mehreren Teilechos bestehenden Gesamtechos in
Telekommunikations(TK)- Einrichtungen, wie Endgeräten, Übertragungssystemen oder Vermittlungseinrichtungen,
mit Hilfe von adaptiven FIR (= Finite Impulse Response)-Filtern, die das Gesamtecho
nachbilden und von dem an die jeweilige TK-Einrichtung übertragenen, mit dem Echo
belasteten Nutzsignal abziehen,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei m zu bedienenden parallelen, voneinander unabhängigen TK-Kanälen n gleichartige
FIR-Filter bzw. Teilfilter (10), die jeweils ein Gesamt- bzw. Teilecho nachbilden
können, auf einem einzigen ASIC (= Application Specific Integrated Circuit) (9; 60)
implementiert sind;
daß die nachzubildenden Gesamt- bzw. Teilechos in Echtzeit auf dem ASIC (9; 60) berechnet
werden können;
und daß ein digitaler Signalprozessor (4; 4'; 64) vorgesehen ist, der den ASIC (9;
60) steuern und die Filtereinstellungen, insbesondere nach im digitalen Signalprozessor
(4; 4'; 64) erfolgter Berechnung der zur Echonachbildung erforderlichen Koeffizienten
im ASIC (9; 60) vornehmen kann.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Anzahl von FIR-Teilfiltern
(10) kaskadiert ist, um ein Gesamtecho nachzubilden.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine variable Untermenge
der FIR-Teilfilter (10) einem zu bedienenden TK-Kanal jeweils nach Bedarf abhängig
von der Anzahl der Teilechos sowie der Größe der auftretenden Verzögerungszeiten zugeordnet
werden kann.
4. Einrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß für jedes FIR-Teilfilter
(10) eine Makrozelle (20; 30; 40; 50; 50') im ASIC vorgesehen ist, die ein Schieberegister
(25; 35; 45; 55; 551 bis 55m) geeigneter Länge zur Zwischenspeicherung der abgetasteten Sprachsignale, eine Demultiplexer-Einrichtung
(21; 31) zur Einstellung der wirksamen Schieberegisterlänge sowie eine Summier-Einrichtung
(27; 37; 47; 57) zur Summation der mit den entsprechenden Koeffizienten gewichteten
Abtastwerten umfaßt.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Makrozelle (30) einen
vom digitalen Signalprozessor (4') ansteuerbaren Koeffizientenspeicher (33) umfaßt,
der von einem modulo-N-Zähler (34) adressiert ausgelesen werden kann, sowie ein Multiplizierglied
(36), welchem mit einer Arbeitsfrequenz fA = N·fs die entsprechenden Koeffizienten aus dem Koeffizientenspeicher (33) und die entprechenden
Abtastwerte aus dem Schieberegister (35) zur Multiplikation zugeführt werden, wobei
die Abtastwerte mit einer Abtastfrequenz fs im Schieberegister (35) gespeichert wurden, und daß ein Addierer (37) vorgesehen
ist, in dem die vom Multiplizierglied (36) ausgegebenen Produktwerte zu der jeweils
in einem ersten Zwischenspeicher (39) über eine Rückkopplungsschleife abgespeicherten
Summe der vorhergehenden Produktwerte addiert und schließlich das so nachgebildete
Teilechosignal in einem zweiten Zwischenspeicher (39') abgelegt und von einem an die
TK-Einrichtung übertragenen, echobehafteten Nutzsignal abgezogen werden kann.
6. Einrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere, vorzugsweise
gleich aufgebaute Makrozellen (20; 30; 40; 50; 50') im ASIC (9) kaskadiert angeordnet
sind.
7. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere
Koeffizientenspeicher (53) vorgesehen sind, die jeweils mittels eines Demultiplexers
(54) ausgelesen werden können, wobei jedem zu bedienenden TK-Kanal ein entsprechender
Koeffizientenspeicher (53) zugeordnet werden kann, und daß die Echounterdrückung auf
sämtlichen TK-Kanälen über ein einziges, im Multiplexbetrieb umschaltbares FIR-Gesamtfilter
bestehend aus mehreren FIR-Teilfiltern vorgenommen werden kann.
8. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Speichereinheit (62), vorzugsweise ein RAM (= Random Access Memory), vorgesehen ist,
auf der aktuell abgetastete, von der TK-Einrichtung ausgesendete Sprachsignale sowie
die zu den nachgebildeten Teilechos gehörenden Koeffizienten abgespeichert werden
können, und daß eine Steuereinheit (61), vorzugsweise auf dem ASIC (60) integriert,
vorgesehen ist, die den Ablauf der Echounterdrückung mittels Adressenberechnung von
Speicherdaten in der Speichereinheit (62) und Ansteuerung von Ein- und Auslesevorgängen
zwischen der Speichereinheit (62), dem digitalen Signalprozessor (64) und den FIR-Teilfiltern
auf dem ASIC (60) verwaltet.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung (1) im Zeitmultiplexverfahren
m unabhängige TK-Kanäle bedienen kann.
10. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich
eine Einrichtung zur Erkennung von Nicht-Sprachsignalen auf einem TK-Kanal, insbesondere
zur Detektion von Modem- oder Faxsignalen vorgesehen ist.
11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Einrichtung zur
Erkennung von Nicht-Sprachsignalen eine diskrete Fourier-Transformation (= DFT), insbesondere
ein Goertzel-Algorithmus implementiert ist.
12. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich
eine Compander-Schaltung zur Maskierung der auftretenden Leitungsechos vorgesehen
ist.
13. Einrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Compander-Schaltung
auf einem ASIC realisiert ist, vorzugsweise auf demselben ASIC (9; 60) wie die FIR-Filter.
14. Verfahren zum Betrieb einer Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Dirac-lmpuls auf den entsprechenden TK-Kanal gesendet, die
Echoantwort darauf detektiert und zur Nachbildung des Gesamtechos geeignete Koeffizienten
berechnet und für das entsprechende FIR-Filter abgespeichert werden.
15. Verfahren zum Betrieb einer Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß eine definierte analoge Rauschsignalsequenz auf den entsprechenden
TK-Kanal gesendet, die Echoantwort darauf detektiert und zur Nachbildung des Gesamtechos
geeignete Koeffizienten berechnet und abgespeichert werden.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die analoge Rauschsignalsequenz
ein vorzugsweise auf die Bandbreite des zu bedienenden TK-Kanals begrenztes Gaußsches
Rauschsignal umfaßt.
17. Verfahren zum Betrieb einer Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß eine synthetische, vorzugsweise ternäre Pseudorauschsequenz auf
den entsprechenden TK-Kanal gesendet, die Echoantwort darauf detektiert und zur Nachbildung
des Gesamtechos geeignete Koeffizienten berechnet und abgespeichert werden.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Koeffizienten
zur Echonachbildung durch Korrelation der ausgesendeten mit den empfangenen Echosignalen
gewonnen werden.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß zur Koeffizientenberechnung
aus den empfangenen Echosignalen in Kenntnis der ausgesendeten Signale ein NLMS (=
Normalized Least Mean Square)-Algorithmus zur Berechnung der Filterkoeffizienten angewandt
wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß im ASIC
(60) das aus sämtlichen zu berücksichtigenden Teilechos zusammengesetzte Gesamtecho
nachgebildet und von dem an die TK-Einrichtung übertragenen Nutzsignal insgesamt abgezogen
wird.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß im ASIC
(9) sämtliche zu berücksichtigenden Teilechos nachgebildet und von dem an die TK-Einrichtung
übertragenen Nutzsignal einzeln abgezogen werden.