(19)
(11) EP 0 931 643 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
10.01.2007  Patentblatt  2007/02

(21) Anmeldenummer: 99100765.9

(22) Anmeldetag:  16.01.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B30B 9/30(2006.01)

(54)

Ballenpresse, insbesondere für Kartonagenabfälle, Papier Folie und dgl.

Baling press, in particular for cardboard waste, paper foils and the like

Presse à balles, en particulier pour déchets de carton, feuilles de papier et similaire


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT NL

(30) Priorität: 26.01.1998 DE 19802768

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
28.07.1999  Patentblatt  1999/30

(73) Patentinhaber: Welger Maschinenfabrik GmbH
38304 Wolfenbüttel (DE)

(72) Erfinder:
  • Martensen, Klaus Dr.-Ing.
    38110 Braunschweig (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 402 723
DE-A- 2 710 412
DE-B- 1 214 138
US-A- 5 326 511
EP-A- 0 686 493
DE-A- 2 714 760
US-A- 5 203 261
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Ballenpresse, insbesondere für Kartonagenabfälle, Papier, Folie und dgl., mit einem Preßkanal, in dem ein Preßkolben hin und her bewegbar antreibbar ist und mit einer antreibbaren Zuführeinrichtung, welche in Abstimmung mit dem Preßkolben und in Abhängigkeit von einem Sensor das zu verpressende Material durch eine Preßkanaleinfüllöffnung in den Preßkanal fördert.

    [0002] In der DE 39 41 092 C1 ist eine Ballenpresse zur Verdichtung von Halmgut dargestellt und beschrieben, die eine Zuführeinrichtung mit Preßrotor, einen Vorverdichterkanal mit Druckmeßsensor in dessen Seitenwand und einen Preßkanal mit einem Preßkolben aufweist, wobei der hydraulisch angetriebene Preßkolben in Abhängigkeit vom gemessenen Druck des Preßgutes im Vorpreßkanal arbeitet. Es ist weder eine Überlastsicherung für die Zuführeinrichtung vorgesehen noch eine Steuerung der Zuführeinrichtung in Abhängigkeit von deren Antriebsbelastung. Der Druckmeßsensor im Vorpreßkanal ist insbesondere für Kartonagen nicht geeignet, weil er durch Verklemmen zu Störungen durch Fehlauslösungen führen kann.

    [0003] Der EP-A-0 686 493 ist eine hydraulisch angetriebene Schwingkolbenpresse zum Verpressen von Kartonagenabfällen entnehmbar. Nach vorbestimmter Hubzahl einer hydraulischen Zuführeinrichtung wird der Presskolben angesteuert, der das Material im Presskanal verdichtet.

    [0004] Bei einer in der DE 12 14 138 B offenbarten Kanalballenpresse soll dem Preßkanal jeweils eine gleiche Faserstoffmenge zugeführt werden, bevor ein Preßkolben diese Faserstoffmenge verdichtet. Einem in den Preßkanal mündenden Zuführkanal werden zunächst bei geschlossenem Ausgang, z.B. durch einen Gebläseluftstrom, eingangsseitig Fasern zugeführt, die sich zu entsprechender Füllhöhe aufbauen. In bestimmter Füllhöhe ist eine Lichtschranke vorgesehen. Erreichen die Fasern diese Füllhöhe, schaltet die Lichtschranke die Zuführeinrichtung ein, die nun bei jedem Hub eine gleiche Gewichtsmenge in den Preßkanal schiebt. Sinkt der Faserpfropfen bis zu einer zweiten, tiefer gelegenen Lichtschranke ab, schaltet diese die Zuführeinrichtung ab und der Preßkolben wird einmal hin und her bewegt, um das in den Preßkanal geschobene Material zu pressen. Nach jedem Hub des Preßkolbens wird die Zuführeinrichtung immer erst dann wieder eingeschaltet, wenn durch das zugeführte Fasermaterial die Füllhöhe wieder bis zur Lichtschranke gewachsen ist.

    [0005] Diese Ballenpresse hat den großen Nachteil, daß sie für das Verarbeiten von Kartonagen, Papier oder Folie nicht geeignet ist. Schiebt sich beispielsweise ein einziger großer Karton vor die obere Lichtschranke, so wird die Zuführeinrichtung bei praktisch leerem Zuführkanal in Bewegung gesetzt und auch der Preßkolben führt einen Arbeitshub durch, obwohl kaum Material zu verdichten ist. Sowohl Zuführeinrichtung als auch Preßkolben führen unnötig viele Hube durch, was ungleichmäßige Ballen, geringen Durchsatz und hohen Verschleiß zur Folge hat. Im anderen Fall kann es schnell zur Überlastung der Zuführeinrichtung kommen, wenn z. B. vorkomprimiertes Material, wie z. B. Zeitungsbündel in den Zuführkanal gelangen.

    [0006] In der DE 27 10 412 A1 ist eine Halmgut-Großballen-Höchstdruckpresse dargestellt und beschrieben, deren Hauptpreßkammer eine Vorpreßkammer mit zwei Fördereinrichtungen aufweist, die in Abhängigkeit von einem Meßgerät für die Halmgutdichte, z.B. durch eine bewegliche Wand ausgelöst werden. Eine erste, als Raffer ausgebildete Fördereinrichtung fördert das Material zunächst gegen eine Vorpreßkammerwand, bis der Rafferantrieb beim Ansprechen eines Dichtemeßgerätes vorübergehend ausgeschaltet und eine zweite, als Querschuborgan ausgebildete Fördereinrichtung eingeschaltet wird, welche die vorgepreßte Halmgutportion in die Hauptpreßkammer schiebt und die Preßkanaleinfüllöffnung verschließt, bis der Preßkolben das zugeführte Material gepreßt hat. Zwischenzeitlich wurde der Raffer wieder eingeschaltet, so daß bereits Material in der Vorpreßkammer ist und die zweite Fördereinrichtung bei ihrem Hub in die Ausgangsstellung ausweichen muß.

    [0007] Neben dem hohen Aufwand für zwei Fördereinrichtungen ist insbesondere das Querschuborgan für das Verarbeiten von Kartonagen, Papier- oder Folienabfällen ungeeignet, weil das Material an der Übergabestelle Raffer, Querschuborgan verstopfen würde. Darüber hinaus ist das Querschuborgan kompliziert aufgebaut, weil es die Preßkanalöffnung vorübergehend verschließen muß Schließlich fehlt eine Überlastsicherung für das Querschuborgan.

    [0008] Es wurde ferner bereits vorgeschlagen (DE 27 14 760 A1), den Preßkolben und die Zuführeinrichtung einer Ballenpresse für landwirtschaftliche Preßgüter in Abhängigkeit von einer in einem Vorpreßkanal angeordneten Abfühleinrichtung zu steuern. Der Preßkolben verschließt in seiner Ruhestellung zunächst die Preßkanaleinlaßöffnung, während die Zuführeinrichtung vollständig aus dem Vorpreßkanal herausgezogen ist. Ein der Zuführeinrichtung vorgeschalteter Rotationsförderer fördert Material kontinuierlich gegen den vom Preßkolben verschlossenen Vorpreßkanalausgang, bis die Abfühleinrichtung vollständig aus dem Vorpreßkanal schwenkt und dadurch eine Kupplung in Eingriff kommt, um den Preßkolben und die Zuführeinrichtung für einen einzigen Arbeitszyklus zu betätigen. Nachteilig auch hier, daß das Material vollständig außerhalb des Hauptpreßkanals vorverdichtet und erst dann in die Hauptpreßkammer geschoben wird. Die Abfühleinrichtung ist für Kartonagen nicht geeignet, da sie durch verklemmte Kartons betätigt und damit zu Fehlauslösungen führen kann. Ferner fehlt eine Überlastsicherung für die Zuführeinrichtung. Insgesamt ist die Konstruktion mit schaltbaren Kupplungen sehr aufwendig.

    [0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs beschriebene Ballenpresse so zu verbessern, daß sowohl sperrige Kartonagenabfälle als auch Papierabfälle sowie dünne Folienabfälle bei stark schwankender Materialzuführmenge ohne Überlastungen der Zuführeinrichtung störungsfrei zu Ballen mit gleichen Packungsdicken verpreßbar sind, wobei eine einfache und kostengünstige Lösung zu entwickeln ist.

    [0010] Ausgehend von der eingangs beschriebenen Ballenpresse wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Zuführeinrichtung in ihrem Antrieb einen drehmoment- oder druck- oder kraftaufnehmenden Lastmeßfühler aufweist, dessen Signale zur automatischen Steuerung des Antriebes der Zuführeinrichtung in Abhängigkeit von voreinstellbaren Belastungswerten der Zuführeinrichtung dienen.

    [0011] Auf diese Weise läßt sich die Belastung der Zuführeinrichtung überraschend einfach direkt zum Ein- und Ausschalten der Zuführeinrichtung. Der erfindungsgemäße Lastmeßfühler wird nicht unmittelbar vom Preßgut beeinflußt, der Lastmeßfühler nimmt vielmehr die Funktion einer Leistungsversorgung wahr, der nicht nur für eine homogene, einstellbare Befülldichte sorgt, sondern bei zu hoher Lastabforderung die Zuführeinrichtung in eine Parkposition bringt. Komplizierte indirekte Tasteinrichtungen werden vermieden, da sich die Zuführeinrichtung nunmehr selbsttätig an unterschiedliche Materialarten und -mengen anpaßt und sich im Prinzip selbst steuert. Eine Überlastung der Zuführeinrichtung ist sicher ausgeschlossen, da diese vorher belastungsabhängig ausschaltet bzw. reversiert, in ihre Ausgangsstellung außerhalb des Zuführkanales fährt und den Preßkolben einschaltet. Bei geringer Materialzuführmenge führt die Zuführeinrichtung selbsttätig eine höhere Anzahl von Hüben durch, um eine gleichmäßige Beschickung des Preßkanales zu erzielen. Leerhübe des Preßkolbens werden vermieden. Durch den Entfall einer indirekten Tasteinrichtung in einem Vorpresskanal wird ermöglicht, daß die Zuführeinrichtung das Material bei offener Preßkanaleinfüllöffnung im Preßkanal vorverdichtet, was sich günstig auf eine gute Ballenform und hohe Preßdichte auswirkt.

    [0012] Eine baulich besonders einfache Ausführungsform besteht darin, daß die Zuführeinrichtung als auch der Preßkolben hydraulische Antriebe mit Hydroventilen aufweisen, welche mit einem einstellbaren Druckschalter oder Drucksensor für den Hydraulikdruck im Antrieb der Zuführeinrichtung zusammenwirken. Somit kommen nur einfache hydraulische Maschinenelemente zur Anwendung. Neben der besonders einfachen Steuerungsmöglichkeit werden die Herstellkosten und der Wartungsaufwand gegenüber den bekannten Zuführeinrichtungssteuerungen aufgrund der geringen Teileanzahl erheblich gesenkt bei gleichzeitiger Erhöhung der Funktionssicherheit.

    [0013] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Zuführeinrichtung das zu verpressende Material bei offener Preßkanaleinfüllöffnung und in zurückgezogener "Parkposition" des Preßkolbens fortlaufend in den Preßkanal fördert, bis ein vorbestimmter Belastungswert erreicht ist, bei dem der Lastmeßfühler die Hydroventile mittelbar über eine Steuereinheit oder unmittelbar so steuert, daß die Zuführeinrichtung beim nächsten Erreichen der Ruhestellung dort vorübergehend anhält, bis der Preßkolben zur Endverdichtung des im Preßkanal befindlichen Materials einmal in seine Preßstellung vorgefahren und dann wieder in seine Parkposition zurückgekehrt ist, so daß ein neuer Zuführzyklus beginnt. Das Vorverdichten und das Zuführen in den Preßkanal werden somit nur mit einem einzigen Förderelement durchgeführt, wobei es sich günstig auf die Ballenform auswirkt, daß der Preßkanal jetzt durch mehrere Hübe der Zuführeinrichtung gefüllt wird und nicht mehr durch einen einzigen Hub wie bei bekannten Zuführeinrichtungen. Bei Fremdkörpern oder sonstigen Verstopfungen oder Blockagen ist es vorteilhaft, daß die Zuführeinrichtung bei Erreichen einer definierten Maximalbelastung reversierbar ist, d. h. aus der jeweiligen Blockierposition in ihre Parkposition zurückfährt und dort verharrt, bis der Preßkolben nach einem Preßhub die Blockierung beseitigt hat.

    [0014] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus Unteranspruch 4 und aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand einer einzigen, die Kanalballenpresse im Längsschnitt schematisch darstellenden Figur.

    [0015] Aufbau und Wirkungsweise der Erfindung sind nachstehend an einer Schwingkolbenpresse beschrieben. Die Erfindung läßt sich jedoch auch entsprechend bei Kolbenpressen mit geradlinig bewegtem Preßkolben anwenden.

    [0016] Ein stationäres Preßraumgehäuse 1 ist auf Tragfüßen 2 aufgebaut und besitzt einen Preßkanal 3 mit einem bogenförmig verlaufenden Preßkanalabschnitt 4, in dem sich ein um eine horizontale Achse 5 schwingbar gelagerter Preßkolben 6 hin und her bewegt zwischen einer oberen, in Strichpunktlinie gezeichneten Stellung 7 und einer unteren, in Vollinie gezeichneten Stellung 8.

    [0017] Die obere Wand 9 des Preßkanalabschnittes 4 weist eine Einfüllöffnung 10 auf, der ein Aufgaberaum 11 vorgeschaltet ist. Der Preßkolben 6 gibt die Einfüllöffnung 10 in seiner unteren Stellung 8 vollständig frei. Der Aufgaberaum 11 wird gebildet von einem Aufgabetisch 12, der sich zwischen zwei Seitenwänden 13 erstreckt und im Abstand oberhalb der unteren Stellung 8 des Preßkolbens 6 in den Preßkanalabschnitt 4 einmündet. In dem Aufgabetisch 12 ist ein gleichförmig in Richtung des Pfeiles 14 umlaufendes Förderband 15 angeordnet. Der Übergang vom Förderband 15 zur Einfüllöffnung 10 erfolgt durch eine Walze 16 und eine feststehende Plattform, die kurz vor der Bewegungsbahn des Preßkolbens 6 mit einer Abkantung endet und die Unterkante der Einfüllöffnung 10 bildet.

    [0018] Oberhalb der Einfüllöffnung 10 ist eine Zuführeinrichtung 17 angeordnet, deren Rafferzinken 18 sich in Vollinie gezeigter Ruhestellung 19 oder Parkposition nahezu außerhalb des Aufgaberaumes 11 befinden und über ein Kurbelschwingengetriebe 20 während eines Arbeitszyklus auf einer nierenförmigen Umlaufbahn 21 durch den Aufgaberaum 11, in die Einfüllöffnung 10 und durch den Preßkanal 4 bewegt werden, während sich der Preßkolben 6 in einer unteren, in Vollinien gezeigten Parkposition 8 befindet.

    [0019] Preßkolben 6 und Zuführeinrichtung 17 sind in einem offenen Hydrauliksystem dargestellt. Der Antrieb des Preßkolbens 6 erfolgt durch eine Hydropumpe 22 mit Reservoir 23 und E-Motorantrieb sowie zwei doppeltwirkende Hydrozylinder 24 unter Zwischenschaltung eines 4/3 Hydroventiles 25, das von einer Steuereinheit 26, z. B. elektromagnetisch in Abhängigkeit von einem in der Pumpenausgangsdruckleitung 27 befindlichen, verstellbaren Druckschalter 28 gesteuert wird. Alternativ kann auch ein einstellbarer Drucksensor vorgesehen sein. Der Antrieb der Zuführeinrichtung 17 erfolgt durch die gleiche Hydropumpe 22 durch einen an der Drehachse der Kurbel 29 angreifenden Hydromotor 30 mit zwei Drehrichtungen unter Zwischenschaltung eines von der Steuereinheit 26 elektromagnetisch betätigbaren 4/3 Wegeventiles 31 in Abhängigkeit von dem Druckschalter 28 oder dem Drucksensor.

    [0020] Die Arbeitsweise der Schwingkolbenpresse ist wie folgt:

    [0021] Der Preßkolben 6 befindet sich in der unteren Stellung 8 (Parkposition), in der die Kolbenstange ausgefahren ist. Das Förderband 15 und die Rafferzinken 18 der Zuführeinrichtung 17 bewegen sich in Richtung der Pfeile 14, 32 und schieben die zu pressenden Kartonagenabfälle durch die Einfüllöffnung 10 in den Preßkanal 4 über den Preßkolben 6 und gegen den im Preßkanal 3 befindlichen Halmgutstrang 33. Mit zunehmender Füllung des Preßkanales 4 steigt der Widerstand des in den Preßkanal 4 einzuschiebenden Materials auf die Zuführeinrichtung, wodurch der Hydraulikdruck in der Druckleitung 27 zum Hydromotor 30 ansteigt. Erreicht dieser Druck den am Druckschalter 28 eingestellten Schaltwert, gibt der Druckschalter 28 an die Steuereinheit 26 bzw. auch direkt an das 4/3 Wegeventil 31 ein Signal. Dieses Signal bewirkt, daß einerseits durch entsprechende Ansteuerung des 4/3 Wegeventiles 31 in die Nullstellung die Zuführeinrichtung 17 in ihre Parkposition 19 fährt und dort anhält und andererseits das Hydroventil 25 so angesteuert wird, daß der Preßkolben 6 einen Preßhub durchführt. Ist der Preßkolben wieder in seine untere Stellung 8 zurückgekehrt, schaltet die Zuführeinrichtung 17 automatisch ein und ein neuer Befüllzyklus beginnt, bis erneut der Druckschalter 28 oder alternativ der Drucksensor ein Signal zum Anhalten der Zuführeinrichtung 17 und Starten des Preßkolbens 6 gibt. Bei erreichter Preßstranglänge wird der Ballen in an sich bekannter Weise abgebunden.

    [0022] Um Reversierbetrieb der Zuführeinrichtung 17 bei irgendwelchen Störungen oder Blockagen zu ermöglichen und dadurch Maschinenschäden zu vermeiden, ist zusätzlich zum ersten Druckschalter 28 ein zweiter, nicht dargestellter Druckschalter mit höher eingestelltem Druckwert oder ein dargestellter Drucksensor 34 vorgesehen, dessen Schaltdruck oberhalb desjenigen des ersten Druckschalters 28 liegt. Versagt beispielsweise der erste Druckschalter 28 oder steigt der Druck bei dem Resthub auf das höhere Niveau an, so spricht bei dem erhöhten Druck der zweite Druckschalter oder Drucksensor 34 an, wodurch das Hydroventil 31 so angesteuert wird, daß die Drehrichtung der Zuführeinrichtung 17 umkehrt, welches dem Bediener durch ein akustisches oder optisches Signal angezeigt wird. Durch das Reversieren der Zuführeinrichtung 17 werden die Rafferzinken 18 aus dem Verstopfungsbereich herausgezogen und verharren vorübergehend in ihrer Ruhestellung 19, bis die Störung beseitigt ist.

    [0023] Im Rahmen der Erfindung ist es grundsätzlich auch möglich, den Lastmeßfühler ohne druckgesteuerte Zuführeinrichtung ausschließlich als Überlastsicherung anzuwenden. Die Zuführeinrichtung arbeitet dann in zeitlicher Abstimmung zum Preßkolben mit einer bestimmten Hubzahl / Preßkolbenhub und wird bei Überlastung durch den Lastmeßfühler abgeschaltet.


    Ansprüche

    1. Ballenpresse, insbesondere für Kartonagenabfälle, Papier, Folie und dgl., mit einem Preßkanal (3, 4), in dem ein Preßkolben (6) hin und her bewegbar antreibbar ist und mit einer antreibbaren Zuführeinrichtung (17), welche in Abstimmung mit dem Preßkolben (6) und in Abhängigkeit von einem Sensor das zu verpressende Material durch eine Preßkanaleinfüllöffnung (10) in den Preßkanal (3,4) fördert, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführeinrichtung (17) in ihrem Antrieb (22,30,31) einen drehmoment- oder druck- oder kraftaufnehmenden Lastmeßfühler (28, 34) aufweist, dessen Signale zur automatischen Steuerung des Antriebes (22,30,31) der Zuführeinrichtung (17) in Abhängigkeit von voreinstellbaren Belastungswerten der Zuführeinrichtung (17) dienen.
     
    2. Ballenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Zuführeinrichtung (17) als auch der Preßkolben (6) hydraulische Antriebe (22, 24, 30) mit Hydroventilen (25, 31) aufweisen, welche mit einem einstellbaren Druckschalter (28) oder Drucksensor (34) für den Hydraulikdruck im Antrieb der Zuführeinrichtung (17) zusammenwirken.
     
    3. Ballenpresse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführeinrichtung (17) das zu verpressende Material bei offener Preßkanaleinfüllöffnung (10) und in zurückgezogener Parkposition (8) des Preßkolbens (6) fortlaufend direkt in den Preßkanal (3, 4) fördert bis ein vorbestimmter Belastungswert erreicht ist, bei dem der Lastmeßfühler (28) die Hydroventile mittelbar über eine Steuereinheit (26) oder unmittelbar so steuert, daß die Zuführeinrichtung (17) beim nächsten Erreichen der Ruhestellung (19) dort vorübergehend anhält, bis der Preßkolben (6) zur Endverdichtung des im Preßkanal (3) befindlichen Materials einmal in seine Preßstellung (7) vorgefahren und dann wieder in seine Parkposition (8) zurückgekehrt ist, so daß ein neuer Zuführzyklus beginnt.
     
    4. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführeinrichtung (17) bei Erreichen einer definierten Maximalbelastung, z. B. durch einen Hydromotor (30) mit zwei Drehrichtungen reversierbar ist, d. h. aus der jeweiligen Blockierposition in ihre Ruhestellung (19) zurückfährt und dort verharrt, bis z. B. der Preßkolben (6) nach einem Preßhub die Blockierung beseitigt hat.
     


    Claims

    1. A baling press, especially for cardboard waste, paper, foil and the like, comprising a compacting channel (3, 4) in which a compacting plunger (6) is drivable in a reciprocating manner, and a drivable feeder (17) which, in co-ordination with the compacting plunger (6) and as a function of a sensor, feeds the material to be compacted into the compacting channel (3, 4) through a compacting-channel charging opening (10), characterised in that the feeder (17) has, in its drive (22, 30, 31), a torque- or pressure- or force-detecting load sensor (28, 34), the signals from which are used for automatically controlling the drive (22, 30, 31) of the feeder (17) as a function of presettable loading values of the feeder (17).
     
    2. A baling press according to claim 1, characterised in that both the feeder (17) and the compacting plunger (6) have hydraulic drives (22, 24, 30) with hydraulic valves (25, 31) which co-operate with an adjustable pressure switch (28) or pressure sensor (34) for the hydraulic pressure in the drive of the feeder (17).
     
    3. A baling press according to claim 2, characterised in that the feeder (17) continuously feeds the material to be compacted directly into the compacting channel (3, 4) when the compacting-channel charging opening (10) is open and the compacting plunger (6) is in its retracted parked position (8) until a predetermined loading value is reached, at which the load sensor (28) controls the hydraulic valves indirectly via a control unit (26) or directly so that the feeder (17) temporarily stops the next time it reaches it rest position (19) until the compacting plunger (6) has advanced once into its compacting position (7) for final compaction of the material in the compacting channel (3) and has then returned to its parked position (8) so that a new feed cycle begins.
     
    4. A baling press according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the feeder (17) is reversible on reaching a defined maximum load, e.g. by a hydraulic motor (30) with two directions of rotation, i.e. travels back from the respective blocked position into its rest position (19), where it stays e.g. until the compacting plunger (6) has removed the blockage after a compacting stroke.
     


    Revendications

    1. Presse à balles, en particulier pour des déchets cartonnés, papier, feuilles et similaires, comportant un canal de compression (3, 4), dans lequel un piston de compression (6) peut être entraîné selon un mouvement de va-et-vient, et un dispositif d'alimentation (17) pouvant être entraîné, qui véhicule, en corrélation avec le piston de compression (6) et en fonction d'un capteur, le matériau à comprimer par un orifice d'admission de canal de compression (10) vers le canal de compression (3, 4), caractérisée en ce que le dispositif d'alimentation (17) présente, dans son entraînement (22, 30, 31), une sonde de mesure de charge (28, 34), enregistrant le moment de rotation, la pression, ou la force, dont les signaux servent à commander automatiquement l'entraînement (22, 30, 31) du dispositif d'alimentation (17) en fonction des valeurs de chargement pouvant être prédéfinies du dispositif d'alimentation (17).
     
    2. Presse à balles selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'aussi bien le dispositif d'alimentation (17) que le piston de compression (6) présentent des entraînements hydrauliques (22, 24, 30) avec des soupapes hydrauliques (25, 31), qui coopèrent avec un capteur de pression (34) ou un interrupteur manométrique (28) réglable pour la pression hydraulique dans l'entraînement du dispositif d'alimentation (17).
     
    3. Presse à balles selon la revendication 2, caractérisée en ce que le dispositif d'alimentation (17) véhicule en continu, directement, le matériau à comprimer dans le canal de compression (3, 4) lorsque l'orifice d'admission du canal de compression (10) est ouvert et dans la position d'immobilisation rétractée (8) du piston de compression (6), jusqu'à ce qu'une valeur de chargement prédéterminée soit atteinte, dans laquelle la sonde de mesure de charge (28) commande les soupapes hydrauliques indirectement par l'intermédiaire d'une unité de commande (26) ou directement, de telle sorte que le dispositif d'alimentation (17) s'arrête temporairement lorsqu'on atteint une nouvelle fois la position de repos (19), jusqu'à ce que le piston de compression (6) ait avancé dans sa position de compression (7) afin d'assurer la compression finale du matériau se trouvant dans le canal de compression (3), puis revienne dans sa position d'immobilisation (8) de manière à pouvoir reprendre un nouveau cycle d'alimentation.
     
    4. Presse à balles selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que le dispositif d'alimentation (17) peut être inversé lorsqu'on atteint un chargement maximal défini, par exemple par un moteur hydraulique (30) ayant deux sens de rotation, à savoir il revient de la position de blocage respective pour se trouver dans sa positon de repos (19), et attend que par exemple le piston de compression (6) ait mis fin au blocage après une course de compression.
     




    Zeichnung