[0001] Die Erfindung betrifft ein Aufnahmevorrichtung für mit einer Aufnahmeöse versehene
Lasten gemäß dem Anspruch 1.
[0002] Aus der DE 32 13 693 C1 ist eine Lastaufnahmevorrichtung mit einem Lasthaken bekannt,
der in einer Aufsetzvorrichtung um eine horizontale Achse verschwenkbar ist. Dabei
ist die Achse mit dem Lasthaken und einem dazugehörigen Gehäuse in der Aufsetzvorrichtung
höhenbeweglich geführt. Ein an der Aufsetzvorrichtung vorgesehener Steuerzapfen sorgt
für ein Verschwenken des Lasthakens und das Auslösen einer Sperre für die Verriegelung
der Aufsetzvorrichtung mit dem Gehäuse bei jedem zweiten Aufsetzen. Das Verschwenken
des Lasthakens erfolgt beim Aufsetzen der Aufsetzvorrichtung, die für eine Zentrierung
sorgt, auf die zu hebende Last, wobei bei ausgeschwenktem Lasthaken dieser nach Lösen
der Sperre in eine Aufnahmeöse einschwenkbar ist.
[0003] Nachteilig bei dieser Lastaufnahmevorrichtung ist, daß es bei Bedienfehlern dazu
kommen kann, daß die Aufnahmeöse mit der Spitze des Lasthakens ergriffen wird, was
wiederum zum Absturz der Last führen kann. Des weiteren ist bei der bekannten Lastaufnahmevorrichtung
die Aufsetzvorrichtung auf einer Seite des Hakens angeordnet. Dies erfordert die Verwendung
von Ausgleichsgewichten, was eine unnötige Belastung und einen damit verbundenen erhöhten
Verschleiß der Lastaufnahmevorrichtung darstellt. Außerdem ist die Demontage sehr
aufwendig.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Aufnahmevorrichtung für mit einer Aufnahmeöse
versehene Lasten zu schaffen, bei dem es nicht zu einem Aufnehmen der Last durch die
Lastspitze in Folge eines Bedienfehlers kommen kann. Weiter wird ein symmetrischer
Aufbau der Aufsetzvorrichtung bezüglich des Hakens angestrebt.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 angegebenen
Merkmale gegeben. Durch die kennzeichnenden Merkmale der Unteransprüche 2 bis 10 ist
die Aufnahmevorrichtung in vorteilhafterweise weiter ausgestaltet.
[0006] Die Erfindung sieht vor, daß Teile der Zentriereinheit nach dem Einschwenken des
Lasthakens dessen Hakenmaul verschließen. Auf diese Weise wird verhindert, daß ein
Ergreifen der Last durch die Hakenspitze als Folge einer fehlerhaften Bedienung auftritt.
Der Lasthaken bildet somit zusammen mit den Teilen der Zentriereinheit, die das Hakenmaul
verschließen, eine geschlossene Öse. Diese Lösung ermöglicht es weiter, eine Gewichtsverteilung
innerhalb der Aufnahmevorrichtung zu erzielen, die aufgrund eines nunmehr möglichen
symmetrischen Aufbaus keine zusätzlichen Ausgleichsgewichte benötigt.
[0007] Das Verschließen des Hakenmauls läßt sich mit geringem Aufwand dadurch erreichen,
daß die Hakenspitze in der Lastaufnahmestellung von der direkt gegenüberliegend angeordneten
Zentriereinheit abgedeckt ist. Die ohnehin vorhandene Zentriereinheit hat bei der
Erfindung also sowohl eine Zentrierfunktion als auch eine Abdeckfunktion.
[0008] Ein einfaches Verschließen des Hakenmauls wird dadurch ermöglicht, daß die Hakenspitze
in der Lastaufnahmestellung formschlüssig in eine Ausnehmung der Zentriereinheit eingreift.
[0009] Bei der verschiebbaren Zentriereinheit läßt sich die Ausnehmung ohne zusätzliche
Mittel dadurch realisieren, daß die Ausnehmung in einem Verschiebeelement der Zentriereinheit
ausgebildet ist.
[0010] Zweckmäßigerweise handelt es sich bei dem Verschiebeelement um ein Bauelement in
der Aufnahmevorrichtung, das in dieser vertikal verschiebbar gelagert ist und an seinem
unteren Ende einen Zentrierrahmen trägt.
[0011] Zur Sicherstellung der Schwenkbewegung des Lasthakens, insbesondere beim Einschwenken
in die Aufnahmeöse zum Ergreifen der Last, wird mit der Erfindung vorgeschlagen, daß
ein Gelenkhebel vorgesehen ist, der mit einem Ende am Verschiebeelement und mit dem
anderen Ende am Schaft des Lasthakens derartig gelenkig gelagert ist, daß eine vertikale
Verschiebung des Verschiebeelements mit einem Schwenken des Lasthakens verbunden ist.
[0012] Ohne zusätzliche Mittel kommt man aus, wenn die Hakenspitze in der Lastaufnahmestellung
durch das Eigengewicht des Verschiebeelements kraftbeaufschlagt an diesem anliegt.
[0013] Zur Sicherstellung eines einwandfreien Ver- und Entriegelungsvorganges wird vorgeschlagen,
daß die Ver- und Entriegelung abhängig von der relativen Lage des Verschiebeelements
innerhalb der Aufnahmevorrichtung steuerbar ist.
[0014] Für eine korrekte Aufnahme und einem korrekten Absetzen der Last wird vorgeschlagen,
daß der Lasthaken wechselweise jeweils von der einen in die andere Stellung schwenkbar
ist. Die wechselnde Reihenfolge von Ver- und Entriegelung geschieht hierbei auf einfache
Weise, indem das Schwenken des Lasthakens mittels einer Verriegelungsdrehkulisse erfolgt.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch die Aufnahmevorrichtung mit ausgeschwenktem Lasthaken,
- Fig. 2
- einen Querschnitt der Aufnahmevorrichtung mit eingeschwenktem Lasthaken gemäß Fig.
1 und
- Fig. 3
- einen Schnitt durch die Aufnahmevorrichtung gemäß Fig. 2 mit um 90° gedrehter Schnittebene.
[0016] Fig. 1 zeigt eine Aufnahmevorrichtung 1 im Querschnitt, bei der ein um eine horizontale
Achse 2 schwenkbarer Lasthaken 3 in einem Gehäuse 4 gelagert ist. Die Aufnahmevorrichtung
1 ist mit einer Zentriereinrichtung 5 versehen, die ein selbsttätiges Zentrieren beim
Aufsetzen auf eine speziell ausgestaltete Aufnahmeöse 6 sicherstellt. Die Zentriereinrichtung
5 sorgt außerdem dafür, daß der Lasthaken 3 jeweils aus einer verriegelbaren Stellung
in eine andere verriegelbare Stellung geschwenkt wird. Hierbei ist die eine verriegelte
Stellung die ausgeschwenkte Bereitschaftsstellung des Lasthakens 3 neben der Aufnahmeöse
6, wie in Fig. 1 gezeigt, und die andere Stellung die in Fig. 2 gezeigte, bei der
sich der Lasthaken 3 in der Lastaufnahmestellung befindet. Das Einleiten der Schwenkbewegung
aus der einen in die jeweils andere verriegelbare Stellung erfolgt durch das Aufsetzen
der mit dem Lasthaken 3 zusammenwirkenden Zentriereinheit 5. Wie die Figuren 1 und
2 erkennen lassen, erfolgt die Schwenkbewegung des Lasthakens 3 in einer senkrechten
Ebene in die Aufnahmeöse 6.
[0017] Fig. 2 zeigt außerdem, daß Teile der Zentriereinheit 5 nach dem Einschwenken des
Lasthakens 3 dessen Hakenmaul 7 verschließen, indem die Hakenspitze 8 in der Lastaufnahmestellung
(Fig. 2) von der direkt gegenüberliegend angeordneten Zentriereinheit 5 abgedeckt
ist.
[0018] Die Figuren 1 und 2 zeigen weiter, daß die Zentriereinheit 5 aus einem Rahmen 9 besteht,
der über ein schräg angeordnetes Verbindungselement 10 mit einem vertikal ausgerichteten
und verschiebbaren Verschiebeelement 11 verbunden ist. Das Verschiebeelement 11 ist
in der Aufnahmevorrichtung 1 vertikal verschiebbar gelagert, und zwar rollengeführt,
so daß der Zentrierrahmen 9 bezogen auf das Gehäuse 4 nur lotrecht zu dem Gehäuse
4 hin- oder von diesem wegbewegbar ist. Dies hat zur Folge, daß sich die Achse 2 bei
angehängter Last lotrecht über der Aufnahmeöse 6 befindet. Die Rollenführung sorgt
für eine erhöhte Leichtgängikeit; der Verriegelungszustand läßt sich auf diese Weise
auch von Hand ändern.
[0019] Zur Führung des Verschiebeelements 11 ist im Gehäuse eine vertikale Führung in Form
eines Führungskanals 12 angeordnet, in dem das Verschiebeelement 11 vertikal verschiebbar
ist.
[0020] Das Zusammenwirken des Lasthakens 3 und der Zentriereinheit 5 beim Aufsetzen erfolgt
über einen Gelenkhebel 13, der am Lasthaken 3 im Bereich der Schwenklagerung und am
Verschiebeelement 11 drehbar gelagert ist und ein unkontrolliertes Schwingen des Lasthakens
3 verhindert. Die Anordnung der Lagerpunkte ist so gewählt, daß der Lasthaken 3 bei
einer Verschiebung des Verschiebeelements 11 nach oben ein Ausschwenken des Lasthakens
3 erfolgt, bei Verschiebung nach unten schwenkt der Lasthaken 3 in die Aufnahmeöse
ein. Die Lagerung des Gelenkhebels 13 erfolgt durch eine Lagerbuchse, die zum Demontieren
der Aufnahmevorrichtung einfach verschoben wird.
[0021] Der Gelenkhebel 13 ist am Lasthaken 3 auf einem Bolzen 14 gelagert, der sich in eine
Verriegelungsdrehkulisse 15 hineinerstreckt. Die Verriegelungsdrehkulisse 15 ist als
Drehkulisse ausgebildet, d. h. der Bolzen 14 gleitet in einem endlosen Schlitz auf
einer geschlossenen Kurve ohne seine Bewegungsrichtung zu wechseln. Die Verriegelungsdrehkulisse
15 ist weiter so ausgebildet, daß der Lasthaken 3 bei zwei Positionen des Bolzens
14 im Verlauf seines Weges innerhalb der Verriegelungsdrehkulisse 15 selbsttätig verriegelt
wird. Jeweils bei erneutem Aufsetzen des Rahmens 9 wird die Verriegelung freigegeben
und der Lasthaken 3 bei erneutem Aufsetzen des Rahmens 9 in die jeweils andere Stellung
geschwenkt, wo eine erneute Verriegelung erfolgt.
[0022] In der Lastaufnahmestellung, dargestellt in Fig. 2, erfolgt die Abdeckung der Hakenspitze
8 dadurch, daß diese formschlüssig in eine Ausnehmung 16 der Zentriereinheit 5 eingreift.
Im Ausführungsbeispiel ist die Ausnehmung 16 dadurch gebildet, daß das Verschiebeelement
11 und das Verbindungselement 10 winklig zueinander angeordnet sind, d. h. das Verbindungselement
10 ist nach außen abgewinkelt. Die im Knickbereich angeordnete Ausnehmung 16 ist so
gestaltet, daß die Lasthakenspitze 8 an einer horizontalen Fläche des Verschiebeelementes
11 zur Anlage kommen. In der Lastaufnahmestellung liegt die Hakenspitze 8 durch das
Eigengewicht der Zentriereinheit 5 kraftbeaufschlagt am Verschiebeelement 11 an.
[0023] Wie die Figuren 1 bis 3 erkennen lassen, weist die Aufnahmeöse 6 eine Außenkontur
auf, die an die Zentriereinheit 5 angepaßt ist. Beim Absetzen der Last zentriert sich
die Aufnahmevorrichtung 1 über den Rahmen 9 selbsttätig gegenüber der Aufnahmeöse
6. Durch weiteres Absenken der Aufnahmevorrichtung 1 gleitet das Gehäuse 2 durch sein
Eigengewicht in eine untere Endlage. Erst dabei wird der Lasthaken 3 mittels des Gelenkhebels
13 ausgeschwenkt. Der Bolzen 14 gleitet hierbei innerhalb der Kulisse 15 in eine Verriegelungsposition.
Beim Anheben der Aufnahmevorrichtung 1 gleitet das Gehäuse 4 zunächst nach oben, der
Lasthaken schwenkt leicht ein und wird erst in dieser Position verriegelt. Bei erneutem
Aufsetzen, beispielsweise auf eine Aufnahmeöse 6, wird der Lasthaken 3 zunächst etwas
nach außen geschwenkt, wodurch die Verriegelung freigegeben wird. Bei Anheben der
Aufnahmevorrichtung 1 gleitet das Gehäuse wiederum in die obere Endlage, während der
Lasthaken 3 einschwenkt. Fig. 3 läßt sehr gut den symmetrischen Aufbau der Aufnahmevorrichtung
1 beidseitig der Schwenkebene des Lasthakens 3 mit den beiden Seilrollen 18 erkennen.
[0024] Die keilförmige Öffnung 17, die aus dem Lasthaken und dem Verbindungselement gebildet
ist, ist so gewählt, daß es auch bei geschlossenem Lasthaken 3, also in der Lastaufnahmestellung,
möglich ist, die Aufnahmeöse 6 zu erfassen. Hierzu wird die Aufnahmevorrichtung 1
horizontal versetzt auf die Aufnahmeöse 6 aufgesetzt, so daß diese sich in die keilförmige
Öffnung 7 hineinschiebt und den Lasthaken einfach zur Seite drückt, der sich nach
Passieren der Aufnahmeöse wieder an die Zentriereinheit 5 anlegt. Auf diese Weise
wird vermieden, daß bei geschlossenem Lasthaken 3 der Rahmen 9 zum Ausschwenken des
Lasthakens 3 vorher aufgesetzt werden muß. Die Öffnung 17 ermöglicht es aber auch,
die Aufnahmevorrichtung mit konventionellen Anschlagmitteln (Kette, Seil usw.) zu
betreiben.
Bezugszeichenliste:
[0025]
- 1
- Aufnahmevorrichtung
- 2
- Achse
- 3
- Lasthaken
- 4
- Gehäuse
- 5
- Zentriereinrichtung
- 6
- Aufnahmeöse
- 7
- Hakenmaul
- 8
- Hakenspitze
- 9
- Rahmen
- 10
- Verbindungselement
- 11
- Verschiebeelement
- 12
- Führungskanal
- 13
- Gelenkhebel
- 14
- Bolzen
- 15
- Kulisse
- 16
- Ausnehmung
- 17
- Öffnung
- 18
- Seilrollen
1. Aufnahmevorrichtung für mit einer Aufnahmeöse versehene Lasten mittels eines in einer
senkrechten Ebene in die Aufnahmeöse einschwenkbaren Lasthakens, dessen Schwenkbewegung
aus einer und in eine verriegelbare Bereitschaftsstellung neben der Aufnahmeöse in
die bzw. aus der Lastaufnahmestellung durch das Aufsetzen einer mit dem Lasthaken
zusammenwirkenden Zentriereinheit auf die Last einleitbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß Teile der Zentriereinheit (5) nach dem Einschwenken des Lasthakens (3) dessen
Hakenmaul (7) verschließen.
2. Aufnahmevorrichtung nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hakenspitze (8) in der Lastaufnahmestellung von der direkt gegenüberliegend
angeordneten Zentriereinheit (5) abgedeckt ist.
3. Aufnahmevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hakenspitze (8) in der Lastaufnahmestellung formschlüssig in eine Ausnehmung
(16) der Zentriereinheit (5) eingreift.
4. Aufnahmevorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmung (16) in einem Verschiebeelement (11) der Zentriereinheit (5) ausgebildet
ist.
5. Aufnahmevorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verschiebeelement (11) in der Aufnahmevorrichtung (1) vertikal verschiebbar
gelagert ist und an seinem unteren Ende ein Zentrierrahmen (9) befestigt ist.
6. Aufnahmevorrichtung nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Gelenkhebel (13) vorgesehen ist, der mit einem Ende am Verschiebeelement (11)
und mit dem anderen Ende am Schaft des Lasthakens (3) derart gelenkig gelagert ist,
daß eine vertikale Verschiebung des Verschiebeelements (11) mit einem Schwenken des
Lasthakens (3) verbunden ist.
7. Aufnahmevorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hakenspitze (8) in der Lastaufnahmestellung durch das Eigengewicht des Verschiebeelements
(11) kraftbeaufschlagt an diesem anliegt.
8. Aufnahmevorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ver- und Entriegelung abhängig von der relativen Lage des Verschiebeelements
(11) innerhalb der Aufnahmevorrichtung (1) steuerbar ist.
9. Aufnahmevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Lasthaken (3) wechselweise jeweils von der einen in die andere Stellung schwenkbar
ist.
10. Aufnahmevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schwenken des Lasthakens (3) mittels einer Verriegelungsdrehkulisse (15) erfolgt.