[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine neue Textilwaschmittel-Formulierung auf Basis
von quaternierten Glycinnitrilen als Bleichaktivatoren, Bleichmitteln, nichtionischen
und/oder anionischen Tensiden und Calcium- und/oder Magnesiumionen sequestrierenden
Verbindungen. Weiterhin betrifft die Erfindung die Verwendung dieser Textilwaschmittel-Formulierung
zum Waschen von Textilien in Haushalt und Gewerbe mit ganz bestimmten Dosiermengen
und Flottenverhältnissen.
[0002] Textilwaschmittel-Formulierungen enthalten üblicherweise ein Bleichsystem, welches
meist aus Aktivsauerstoff liefernden Peroxoverbindungen, Persäuren oder Gemischen
hieraus und Bleichaktivatoren besteht. Der am häufigsten verwendete Bleichaktivator
ist hierbei Tetraacetylethylendiamin ("TAED"). Die aus dem Stand der Technik bekannten
Bleichsysteme zeigen jedoch in den gebräuchlichen Textilwaschmittel-Formulierungen
noch nicht die optimale Wirkung bei der Reinigung und Schmutzentfernung, die gemessenen
Werte für die Bleichwirkung sind noch verbesserungsbedürftig.
[0003] Die der vorliegende Erfindung zugrundeliegenden quaternierten Glycinnitrile sind
bislang im veröffentlichen Stand der Technik noch nicht in der Verwendung als Textilwaschmittelbestandteil
beschrieben worden. Aus der WO-A 96/07650 ist ein Verfahren zur Herstellung solcher
quaternierten Glycinnitrile bekannt, es werden dort jedoch keine Hinweise auf mögliche
Verwendungen dieser Verbindungen gegeben.
[0004] Textilwaschmittel, die quaternierten Glycinnitrile enthalten, wurden in den nicht
vorveröffentlichten WO-A-96/40661 und EP-A-790244 offenbart.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, eine Textilwaschmittel-Formulierung bereitzustellen,
die durch die genaue Abstimmung des verwendeten speziellen Bleichsystems mit den übrigen
Bestandteilen der Formulierung eine optimale Wasch-, Reinigungs- und Bleichwirkung
erzielt.
[0006] Demgemäß wurde eine Textilwaschmittel-Formulierung gefunden, welche
(A) 0,1 bis 10 Gew.-% mindestens eines quaternierten Glycinnitrils aus der Gruppe
N-Methylmorpholiniumacetonitril-methylsulfat, -sulfat und -hydrogensulfat, gegebenenfalls,
in Kombination mit weiteren Bleichaktivatoren, wobei die quaternierten Glycinnitrile
mindestens 5 Gew.-% der Summe aller Bleichaktivatoren ausmachen
(B) 0,5 bis 40 Gew.-% Bleichmittel in Form von Peroxoverbindungen und/oder Persäuren,
(C) 0,5 bis 50 Gew.-% nichtionische und/oder anionische Tenside und
(D) 5 bis 85 Gew.-% mindestens einer Calcium- und/oder Magnesiumionen sequestrierenden
Verbindung mit Builder- bzw. Cobuilder-Funktion enthält.
[0007] Die bevorzugten Mengen für die vier genannten Komponenten sind:
(A) 0,5 bis 7 Gew.-%, insbesondere 1 bis 6 Gew.-%
(B) 5 bis 30 Gew.-%, insbesondere 10 bis 25 Gew.-%
(C) 5 bis 30 Gew.-%, insbesondere 10 bis 25 Gew.-%
(D) 10 bis 70 Gew.-%, insbesondere 15 bis 60 Gew.-%, vor allem 25 bis 50 Gew.-%.
[0008] Als Komponente (A) werden N-Methylmorpholiniumacetonitril-methylsulfat, -sulfat und/oder
-hydrogensulfat eingesetzt.
[0009] Die beschriebenen quaternierten Glycinnitrile der Komponente (A) werden vorzugsweise
als Mischung oder Granulat mit geeigneten inerten porösen Trägermaterialien in üblichen
Verhältnissen eingesetzt. Diese Mischungen oder Granulate können noch in eine konfektionierte
Form gebracht werden. Als Trägermaterialien kommen hierbei insbesondere solche mit
einer hohen inneren Oberfläche (etwa von 10 bis 500 m
2/g, insbesondere von 250 bis 450 m
2/g, nach BET) und einer durchschnittlichen Teilchengröße von 3 nm bis 2 mm, insbesondere
von 10 nm bis 100 µm, in Betracht. Die Trägermaterialien sind vorzugsweise Kieselgele,
Kieselsäuren, Aluminiumoxide, Kaoline oder Aluminiumsilikate.
[0010] Von entscheidender Bedeutung für die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung
ist die Abstimmung der Komponente (A) mit der Komponente (D). Als Komponente (D) werden
vorzugsweise Vertreter aus der Gruppe der Zeolithe, Silikate, Alkalimetallphosphate,
Polycarboxylate und Aminopolycarboxylate eingesetzt, einzeln oder in Mischungen. Die
genannten Substanzklassen haben in der Textilwaschmittel-Formulierung vornehmlich
Builder bzw. Cobuilder-Funktion. Die Komponente (D) liegt im Sinne der vorliegenden
Erfindung in einer relativ hohen Menge in der Formulierung vor.
[0011] Zeolithe und Silikate können prinzipiell als anorganische Ionenaustauscher bezeichnet
werden. Geeignete Zeolithe (Alumosilikate) sind insbesondere solche des Typs A, P,
X, B, HS und MAP in ihrer Natrium-Form oder in Formen, in denen Natrium teilweise
gegen andere Kationen wie Li, K, Ca, Mg oder Ammonium ausgetauscht sind. Derartige
Zeolithe sind beispielsweise beschrieben in EP-A 038 591, EP-A 021 491, EP-A 087 035,
US-A 4 604 224, GB-A 2 013 259, EP-A 522 726, EP-A 384 070 und WO-A 94/24 251.
[0012] Geeignete amorphe oder kristalline Silikate, insbesondere Schichtsilikate, sind vor
allem amorphe Disilikate und kristalline Disilikate wie das Schichtsilikat SKS-6 (Hersteller
Fa. Hoechst). Die Silikate können in Form ihrer Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder
Ammoniumsalze eingesetzt werden. Vorzugsweise werden Na-, Li- und Mg-Silikate eingesetzt.
[0013] Als Alkalimetallphosphat kommt insbesondere Trinatriumpolyphosphat in Betracht, welches
ebenfalls als anorganischer Ionenaustauscher angesehen werden kann.
[0014] Geeignete niedermolekulare Polycarboxylate und Aminopolycarboxylate als Komponente
(D) sind insbesondere:
- C4- bis C20-Di-, -Tri- und -Tetracarbonsäuren wie z.B. Bernsteinsäure, Propantricarbonsäure,
Butantetracarbonsäure, Cyclopentantetracarbonsäure und Alkyl- und Alkenylbernsteinsäuren
mit C2- bis C16-Alkyl- bzw. -Alkenyl-Resten;
- C4- bis C20-Hydroxycarbonsäuren wie z.B. Äpfelsäure, Weinsäure, Gluconsäure, Glucarsäure, Citronensäure,
Lactobionsäure und Saccharosemono-, -di- und -tricarbonsäure;
- komplexbildend wirkende Aminopolycarboxylate wie z.B. Nitrilotriessigsäure, Methylglycindiessigsäure,
β-Alanindiessigsäure, Ethylendiamintetraessigsäure, Serindiessigsäure oder Ethylendiamin-N,N'-disuccinat,
vorzugsweise in Form ihrer teilweise oder vollständig neutralisierten Alkalimetall-
(insbesondere Natrium-)salze.
[0015] Geeignete oligomere oder polymere Polycarboxylate und Aminopolycarboxylate als Komponente
(D) sind insbesondere:
- Oligomaleinsäuren, wie sie beispielsweise in EP-A 451 508 und EP-A 396 303 beschrieben
sind;
- Co- und Terpolymere ungesättigter C4- bis C8-Dicarbonsäuren, wobei als Comonomere monoethylenisch ungesättigte Monomere
aus der Gruppe (i) in Mengen von bis zu 95 Gew.-%,
aus der Gruppe (ii) in Mengen von bis zu 60 Gew.-%,
aus der Gruppe (iii) in Mengen von bis zu 20 Gew.-%
einpolymerisiert enthalten sein können.
[0016] Als ungesättigte C
4- bis C
8-Dicarbonsäuren sind hierbei beispielsweise Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure und
Citraconsäure geeignet. Bevorzugt wird Maleinsäure.
[0017] Die Gruppe (i) umfaßt monoethylenisch ungesättigte C
3- bis C
8-Monocarbonsäuren wie z.B. Acrylsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure und Vinylessigsäure.
Bevorzugt werden aus der Gruppe (i) Acrylsäure und Methacrylsäure eingesetzt.
[0018] Die Gruppe (ii) umfaßt monoethylenisch ungesättigte C
2- bis C
22-Olefine, Vinylalkylether mit C
1- bis C
8-Alkylgruppen, Styrol, Vinylester von C
1- bis C
8-Carbonsäuren, (Meth)acrylamid und Vinylpyrrolidon. Bevorzugt werden aus der Gruppe
(ii) C
2- bis C
6-Olefine, Vinylalkylether mit C
1- bis C
4-Alkylgruppen, Vinylacetat und Vinylpropionat eingesetzt.
[0019] Die Gruppe (iii) umfaßt (Meth)acrylester von C
1- bis C
8-Alkoholen, (Meth)acrylnitril, (Meth)acrylamide von C
1- bis C
8-Aminen, N-Vinylformamid und Vinylimidazol.
[0020] Falls die Polymeren der Gruppe (ii) Vinylester einpolymerisiert enthalten, können
diese auch teilweise oder vollständig zu Vinylalkohol-Struktureinheiten hydrolysiert
werden. Geeignete Co- und Terpolymere sind beispielsweise aus US-A 3 887 806 sowie
DE-A 43 13 909 bekannt.
[0021] Als Copolymere von Dicarbonsäuren eignen sich als Komponente (D) vor allem:
- Copolymere von Maleinsäure und Acrylsäure im Gewichtsverhältnis 10:90 bis 95:5, insbesondere
solche im Gewichtsverhältnis 30:70 bis 90:10, insbesondere mit Molmassen von 1.000
bis 150.000;
- Terpolymere aus Maleinsäure, Acrylsäure und einem Vinylester einer C1- bis C3-Carbonsäure im Gewichtsverhältnis 10 (Maleinsäure) : 90 (Acrylsäure + Vinylester)
bis 95 (Maleinsäure) : 5 (Acrylsäure + Vinylester), wobei das Gewichtsverhältnis von
Acrylsäure zu Vinylester im Bereich von 20:80 bis 80:20 variieren kann;
- Terpolymere aus Maleinsäure, Acrylsäure und Vinylacetat oder Vinylpropionat im Gewichtsverhältnis
20 (Maleinsäure) :
80 (Acrylsäure + Vinylester) bis 90 (Maleinsäure) :
10 (Acrylsäure + Vinylester), wobei das Gewichtsverhältnis von Acrylsäure zum Vinylester
im Bereich von 30:70 bis 70:30 variieren kann;
- Copolymere von Maleinsäure mit C2- bis C8-Olefinen im Molverhältnis 40:60 bis 80:20, wobei Copolymere von Maleinsäure mit Ethylen,
Propylen oder Isobutan im Molverhältnis von ca. 50:50 besonders bevorzugt sind.
[0022] Pfropfpolymere ungesättigter Carbonsäuren auf niedermolekulare Kohlenhydrate oder
hydrierte Kohlenhydrate, vgl. US-A 5 227 446, DE-A 44 15 623 und DE-A 43 13 909, kommen
ebenfalls als Komponente (D) in Betracht. Geeignete ungesättigte Carbonsäuren sind
hierbei beispielsweise Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure, Citraconsäure, Acrylsäure,
Methacrylsäure, Crotonsäure und Vinylessigsäure sowie Mischungen aus Acrylsäure und
Maleinsäure, die in Mengen von 40 bis 95 Gew.-%, bezogen auf die zu pfropfende Komponente,
aufgepfropft werden.
[0023] Zur Modifizierung können zusätzlich bis zu 30 Gew.-%, bezogen auf die zu pfropfende
Komponente, weitere monoethylenisch ungesättigte Monomere einpolymerisiert vorliegen.
Geeignete modifizierende Monomere sind die oben genannten Monomere der Gruppen (ii)
und (iii).
[0024] Als Pfropfgrundlage sind abgebaute Polysaccharide wie z.B. sauer oder enzymatisch
abgebaute Stärken, Inuline oder Zellulose, reduzierte (hydrierte oder hydrierend aminierte)
abgebaute Polysaccharide wie z.B. Mannit, Sorbit, Aminosorbit und Glucamin geeignet
sowie Polyalkylenglycole mit Molmassen bis zu M
w = 5.000 wie z.B. Polyethylenglycole, Ethylenoxid/Propylenoxid- bzw. Ethylenoxid/Butylenoxid-Blockcopolymere,
statistische Ethylenoxid/Propylenoxid- bzw. Ethylenoxid/Butylenoxid-Copolymere oder
alkoxylierte ein- oder mehrbasische C
1- bis C
22-Alkohole, vgl. US-A 4 746 456.
[0025] Bevorzugt werden aus dieser Gruppe gepfropfte abgebaute bzw. abgebaute reduzierte
Stärken und gepfropfte Polyethylenoxide eingesetzt, wobei 20 bis 80 Gew.-% Monomere
bezogen auf die Pfropfkomponente bei der Pfropfpolymerisation eingesetzt werden. Zur
Pfropfung wird vorzugsweise eine Mischung von Maleinsäure und Acrylsäure im Gewichtsverhältnis
von 90:10 bis 10:90 eingesetzt.
[0026] Polyglyoxylsäuren als mögliche Komponente (D) sind beispielsweise beschrieben in
EP-B 001 004, US-A 5 399 286, DE-A 41 06 355 und EP-A 656 914. Die Endgruppen der
Polyglyoxylsäuren können unterschiedliche Strukturen aufweisen.
[0027] Polyamidocarbonsäuren und modifizierte Polyamidocarbonsäuren als mögliche Komponente
(D) sind beispielsweise bekannt aus EP-A 454 126, EP-B 511 037, WO-A 94/01486 und
EP-A 581 452.
[0028] Vorzugsweise verwendet man als Aminopolycarboxylate für die Komponente (D) auch Polyasparaginsäure
oder Cokondensate der Asparaginsäure mit weiteren Aminosäuren, C
4- bis C
25-Mono- oder -Dicarbonsäuren und/oder C
4- bis C
25-Mono- oder -Diaminen. Besonders bevorzugt werden in phosphorhaltigen Säuren hergestellte,
mit C
6- bis C
22-Mono- oder -Dicarbonsäuren bzw. mit C
6- bis C
22-Mono- oder -Diaminen modifizierte Polyasparaginsäuren eingesetzt.
[0029] Kondensationsprodukte der Citronensäure mit Hydroxycarbonsäuren oder Polyhydroxyverbindungen
als Komponente (D) sind z.B. bekannt aus WO-A 93/22362 und WO-A 92/16493. Solche Carboxylgruppen
enthaltende Kondensate haben üblicherweise Molmassen bis zu 10.000, vorzugsweise bis
zu 5.000.
[0030] Besonders bevorzugt werden als Komponente (D) in der erfindungsgemäßen Textilwaschmittel-Formulierung
von den genannten Substanzklassen Zeolith A, Zeolith P, Zeolith X, Schichtsilikate
wie SKS-6, Trinatriumpolyphosphat, Acrylsäure/Maleinsäure-Copolymere (insbesondere
solche der Molmasse 10.000 bis 100.000), Polyasparaginsäure, Citronensäure, Nitrilotriessigsäure,
Methylglycindiessigsäure und Mischungen hieraus eingesetzt.
[0031] Als Mischungen sind von besonderem Interesse solche aus Zeolithen und Polyasparaginsäure,
Zeolithen und Oligomaleinsäuren, Zeolithen und Acrylsäure/Maleinsäure-Copolymeren,
Trinatriumpolyphosphat und Schichtsilikaten, Trinatriumpolyphosphat und Acrylsäure/Maleinsäure-Copolymeren,
Zeolithen und Trinatriumpolyphosphat sowie aus Zeolithen, Schichtsilikaten und Acrylsäure/Maleinsäure-Copolymeren
als jeweiligen Hauptbestandteilen der Komponente (D).
[0032] Neben den quaternierten Glycinnitrilen können noch weitere Bleichaktivatoren in der
Komponente (A) vorliegen. Hierfür kommen Verbindungen der folgenden Substanzklassen
in Betracht:
[0033] Polyacylierte Zucker oder Zuckerderivate mit C
1- bis C
10-Acylresten, vorzugsweise Acetyl-, Propionyl-, Octanoyl-, Nonanoyl- oder Benzoylresten,
insbesondere Acetylresten, sind als Bleichaktivatoren verwendbar. Als Zucker oder
Zuckerderivate sind Mono- oder Disaccharide sowie deren reduzierte oder oxidierte
Derivate verwendbar, vorzugsweise Glucose, Mannose, Fructose, Saccharose, Xylose oder
Lactose. Besonders geeignete Bleichaktivatoren dieser Substanzklasse sind beispielsweise
Pentaacetylglucose, Xylosetetraacetat, 1-Benzoyl-2,3,4,6-tetraacetylglucose und 1-Octanoyl-2,3,4,6-tetraacetylglucose.
[0034] Weiterhin als Bleichaktivatoren verwendbar sind O-Acyloximester wie z.B. O-Acetylacetonoxim,
O-Benzoylacetonoxim, Bis(propylimino)carbonat oder Bis(cyclohexylimino)carbonat. Derartige
acylierte Oxime und Oximester sind beispielsweise beschrieben in der EP-A 028 432
und der EP-A 267 046.
[0035] Ebenfalls als Bleichaktivatoren verwendbar sind N-Acylcaprolactame wie beispielsweise.
N-Acetylcaprolactam, N-Benzoylcaprolactam, N-Octanoylcaprolactam oder Carbonylbiscaprolactam.
[0036] Weiterhin als Bleichaktivatoren verwendbar sind
- N-diacylierte und N,N'-tetracylierte Amine, z.B. N,N,N',N'-Tetraacetylmethylendiamin
und -ethylendiamin (TAED), N,N-Diacetylanilin, N,N-Diacetyl-p-toluidin oder 1,3-diacylierte
Hydantoine wie 1,3-Diacetyl-5,5-dimethylhydantoin;
- N-Alkyl-N-sulfonyl-carbonamide, z.B. N-Methyl-N-mesyl-acetamid oder N-Methyl-N-mesyl-benzamid;
- N-acylierte cyclische Hydrazide, acylierte Triazole oder Urazole, z.B. Monoacetyl-maleinsäurehydrazid;
- O,N,N-trisubstituierte Hydroxylamine, z.B. O-Benzoyl-N,N-succinylhydroxylamin, O-Acetyl-N,N-succinyl-hyroxylamin
oder O,N,N-Triacetalhydroxylamin;
- N,N'-Diacyl-sulfurylamide, z.B. N,N'-Dimethyl-N,N'-diacetylsulfurylamid oder N,N'-Diethyl-N,N'-dipropionyl-sulfurylamid;
- Triacylcyanurate, z.B. Triacetylcyanurat oder Tribenzoylcyanurat;
- Carbonsäureanhydride, z.B. Benzoesäureanhydrid, m-Chlorbenzoesäureanhydrid oder Phthalsäureanhydrid;
- 1,3-Diacyl-4,5-diacyloxy-imidazoline, z.B. 1,3-Diacetyl-4,5-diacetoxyimidazolin;
- Tetraacetylglycoluril und Tetrapropionylglycoluril;
- diacylierte 2,5-Diketopiperazine, z.B. 1,4-Diacetyl-2,5-diketopiperazin;
- Acylierungsprodukte von Propylendiharnstoff und 2,2-Dimethylpropylendiharnstoff, z.B.
Tetraacetylpropylendiharnstoff;
- α-Acyloxy-polyacyl-malonamide, z.B. α-Acetoxy-N,N'-diacetylmalonamid;
- Diacyl-dioxohexahydro-1,3,5-triazine, z.B. 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin.
[0037] Ebenso als Bleichaktivatoren verwendbar sind 2-Alkyl- oder 2-Aryl-(4H)-3,1-benzoxazin-4-one,
wie sie beispielsweise in der EP-B 332 294 und der EP-B 502 013 beschrieben sind.
Insbesondere sind 2-Phenyl-(4H)-3,1-benzoxazin-4-on und 2-Methyl-(4H)-3,1-benzoxazin-4-on
verwendbar.
[0038] Sind neben den quaternierten Glycinnitrilen weitere Bleichaktivatoren zugegen, beziehen
sich die oben angegebenen Mengen der Komponente (A) auf die Summe aller Bleichaktivatoren.
Die quaternierten Glycinnitrile sollten jedoch mindestens 5 Gew.-%, insbesondere mindestens
10 Gew.-%, der Summe aller Bleichaktivatoren ausmachen. Von besonderem Interesse ist
die Kombination der Verbindungen Ia bzw. Ib mit TAED.
[0039] Als Bleichmittel der Komponente (B) kommen hauptsächlich Aktivsauerstoff freisetzende
anorganische Peroxoverbindungen in Betracht. Derartige Peroxoverbindungen sind insbesondere
Alkalimetallperborate wie Natriumperborat-tetrahydrat und Natriumperborat-monohydrat,
weiterhin Alkalimetallcarbonat-perhydrate wie Natriumcarbonat-perhydrat ("Natriumpercarbonat")
sowie Wasserstoffperoxid.
[0040] Meist zusätzlich zu diesen anorganischen Peroxoverbindungen kann das Bleichsystem
der Waschmittel-Formulierung anorganische oder organische Persäuren, insbesondere
Percarbonsäuren, enthalten, z.B. C
1- bis C
12-Percarbonsäuren, C
8- bis C
16-Dipercarbonsäuren, Imidopercapronsäuren oder Aryldipercapronsäuren. Bevorzugte Beispiele
verwendbarer Säuren sind Peressigsäure, lineare oder verzweigte Octan-, Nonan-, Decan-
oder Dodecanmonopersäuren, Decanund Dodecandipersäure, Mono- und Diperphthalsäuren,
-isophthalsäuren und -terephthalsäuren, Phthalimidopercapronsäure und Terephthaloyldiamidopercapronsäure.
Diese Percarbonsäuren können als freie Säuren oder als Salze der Säuren, vorzugsweise
Alkalioder Erdalkalimetallsalze, verwendet werden.
[0041] Weitere Beispiele des Bleichsystems der erfindungsgemäßen Textilwaschmittel-Formulierung
können neben den Komponenten (A) und (B) Bleichkatalysatoren und/oder Bleichstabilisatoren
sein.
[0042] Als Bleichkatalysatoren werden üblicherweise quaternisierte Imine oder Sulfonimine
eingesetzt, wie sie beispielsweise in US-A 5 360 568, US-A 5 360 569 und EP-A 453
003 beschrieben sind, sowie auch Mangan-Komplexe, wie sie beispielsweise in WO-A 94/21777
beschrieben sind. Weitere verwendbare metallhaltige Bleichkatalysatoren sind in EP-A
458 397, EP-A 458 398 und EP-A 549 272 beschrieben. Bleichkatalysatoren werden in
der Regel in Mengen von bis zu 1 Gew.-%, insbesondere 0,01 bis 0,5 Gew.-%, bezogen
auf die Waschmittel-Formulierung, eingesetzt.
[0043] Bleichstabilisatoren sind Additive, welche bei der Bleiche störende Schwermetallspuren
adsorbieren, binden oder komplexieren können. Insbesondere werden hierzu übliche Komplexbildner
wie Ethylendiamintetraacetat, Nitrilotriessigsäure, Methylglycindiessigsäure, β-Alanindiessigsäure,
Ethylendiamin-N,N'-disuccinat und Phosphonate wie Ethylendiamintetramethylenphosphonat,
Diethylentriaminpentamethylenphosphonat oder Hydroxyethyliden-1,1-diphosphonsäure
in Form der Säuren oder als teilweise oder vollständig neutralisierte Alkalimetallsalze
in Mengen von bis zu 1 Gew.-%, insbesondere 0,01 bis 0,5 Gew.-%, bezogen auf die Waschmittel-Formulierung,
eingesetzt.
[0044] Als Komponente (C) können übliche nichtionische oder anionische Tenside oder Mischungen
hieraus eingesetzt werden.
[0045] Geeignete anionische Tenside sind beispielsweise Fettalkoholsulfate von Fettalkoholen
mit 8 bis 22, vorzugsweise 10 bis 18 Kohlenstoffatomen, z.B. C
9- bis C
11-Alkoholsulfate, C
12- bis C
13-Alkoholsulfate, Cetylsulfat, Myristylsulfat, Palmitylsulfat, Stearylsulfat und Talgfettalkoholsulfat.
[0046] Weitere geeignete anionische Tenside sind sulfatierte ethoxylierte C
8- bis C
22-Alkohole (Alkylethersulfate) bzw. deren lösliche Salze. Verbindungen dieser Art werden
beispielsweise dadurch hergestellt, daß man zunächst einen C
8- bis C
22-, vorzugsweise einen C
10- bis C
18-Alkohol, z.B. einen Fettalkohol, alkoxyliert und das Alkoxylierungsprodukt anschließend
sulfatiert. Für die Alkoxylierung verwendet man vorzugsweise Ethylenoxid, wobei man
pro Mol Fettalkohol 2 bis 50, vorzugsweise 3 bis 20 Mol Ethylenoxid einsetzt. DIe
Alkoxylierung der Alkohole kann jedoch auch mit Propylenoxid allein und gegebenenfalls
Butylenoxid durchgeführt werden. Geeignet sind außerdem solche alkoxylierte C
8- bis C
22-Alkohole, die Ethylenoxid und Propylenoxid oder Ethylenoxid und Butylenoxid enthalten.
Die alkoxylierten C
8- oder bis C
22-Alkohole können die Ethylenoxid-, Propylenoxid- und Butylenoxideinheiten in Form
von Blöcken oder in statistischer Verteilung enthalten.
[0047] Weitere geeignete anionische Tenside sind Alkansulfonate wie C
8-bis C
24-, vorzugsweise C
10- bis C
18-Alkansulfonate, sowie Seifen wie beispielsweise die Salze von C
8- bis C
24-Carbonsäuren.
[0048] Weitere geeignete anionische Tenside sind C
9- bis C
20-linear-Alkylbenzolsulfonate (LAS).
[0049] Weitere geeignete anionische Tenside sind N-Acylsarkosinate mit aliphatischen gesättigten
oder ungesättigten C
8- bis C
25-Acylresten, vorzugsweise C
10- bis C
20-Acylresten, z.B. N-Oleoylsarkosinat.
[0050] Die anionischen Tenside werden der Waschmittel-Formulierung vorzugsweise in Form
von Salzen zugegeben. Geeignete Kationen in diesen Salzen sind Alkalimetallionen wie
Natrium, Kalium und Lithium und Ammoniumionen wie z.B. Hydroxyethylammonium-, Di(hydroxyethyl)ammonium-
und Tri(hydroxyethyl)ammoniumionen.
[0051] Von den genannten anionischen Tensiden sind linear-Alkylbenzolsulfonate und Fettalkoholsulfate
von besonderem Interesse.
[0052] Als nichtionische Tenside eignen sich beispielsweise alkoxylierte C
8- bis C
22-Alkohole wie Fettalkoholalkoxylate oder Oxoalkoholalkoxylate. Die Alkoxylierung kann
mit Ethylenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid durchgeführt werden. Als Tensid
einsetzbar sind hierbei sämtliche alkoxylierten Alkohole, die mindestens zwei Moleküle
eines vorstehende genannten Alkylenoxids addiert enthalten. Auch hierbei kommen Blockpolymerisate
von Ethylenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid in Betracht oder Anlagerungsprodukte,
die die genannten Alkylenoxide in statistischer Verteilung enthalten. Pro Mol Alkohol
verwendet man in der Regel 2 bis 50, vorzugsweise 3 bis 20 Mol mindestens eines Alkylenoxids.
Vorzugsweise setzt man als Alkylenoxid Ethylenoxid ein. Die Alkohole haben vorzugsweise
10 bis 18 Kohlenstoffatome.
[0053] Eine weitere Klasse geeigneter nichtionischer Tenside sind Alkylphenolethoxylate
mit C
6- bis C
14-Alkylketten und 5 bis 30 Mol Ethylenoxideinheiten.
[0054] Eine andere Klasse nichtionischer Tenside sind Alkylpolyglucoside mit 8 bis 22, vorzugsweise
10 bis 18 Kohlenstoffatomen, in der Alkylkette. Diese Verbindungen enthalten meist
1 bis 20, vorzugsweise 1,1 bis 5 Glucosideinheiten.
[0055] Eine andere Klasse nichtionischer Tenside sind N-Alkylglucamide der allgemeinen Struktur
II oder III

wobei R
6 C
6- bis C
22-Alkyl, R
7 H oder C
1- bis C
4-Alkyl und R
8 ein Polyhydroxyalkyl-Rest mit 5 bis 12 C-Atomen und mindestens 3 Hydroxygruppen ist.
Vorzugsweise ist R
6 C
10- bis C
18-Alkyl, R
7 Methyl und R
8 ein C
5- oder C
6-Rest. Beispielsweise erhält man derartige Verbindungen durch die Acylierung von reduzierend
aminierten Zuckern mit Säurechloriden von C
10- bis C
18-Carbonsäuren.
[0056] Vorzugsweise enthält die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung als nichtionische
Tenside mit 3 bis 12 Mol Ethylenoxid ethoxylierte C
10- bis C
16-Alkohole, insbesondere ethoxylierte Fettalkohole und/oder ethoxylierte Oxoalkohole.
[0057] Als zusätzlichen Bestandteil kann die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung
übliche Vergrauungsinhibitoren und/oder Soil-Release-Polymere in den hierfür üblichen
Mengen (etwa 0,1 bis 2 Gew.-%) enthalten.
[0058] Geeignete Soil-Release-Polymere und/oder Vergrauungsinhibitoren für Waschmittel sind
beispielsweise:
- Polyester aus Polyethylenoxiden mit Ethylenglycol und/oder Propylenglycol und aromatischen
Dicarbonsäuren oder aromatischen und aliphatischen Dicarbonsäuren;
- Polyester aus einseitig endgruppenverschlossenen Polyethylenoxiden mit zwei- und/oder
mehrwertigen Alkoholen und Dicarbonsäure.
[0059] Derartige Polyester sind bekannt, beispielsweise aus US-A 3 557 039, GB-A 1 154 730,
EP-A 185 427, EP-A 241 984, EP-A 241 985, EP-A 272 033 und US-A 5 142 020.
[0060] Weitere geeignete Soil-Release-Polymere sind amphiphile Pfropf- oder Copolymere von
Vinyl- und/oder Acrylestern auf Polyalkylenoxide (vgl. US-A 4 746 456, US-A 4 846
995, DE-A 37 11 299, US-A 4 904 408, US-A 4 846 994 und US-A 4 849 126) oder modifizierte
Cellulosen wie z.B. Methylcellulose, Hydroxypropylcellulose oder Carboxymethylcellulose.
[0061] Als weiteren zusätzlichen Bestandteil kann die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung
übliche Farbübertragungsinhibitoren in den hierfür üblichen Mengen (etwa 0,1 bis 2
Gew.-%) enthalten.
[0062] Als Farbübertragungsinhibitoren werden beispielsweise Homo- und Copolymere des Vinylpyrrolidons,
des Vinylimidazols, des Vinyloxazolidons und des 4-Vinylpyridin-N-oxids mit Molmassen
von 15.000 bis 100.000 sowie vernetzte feinteilige Polymere auf Basis dieser Monomeren
eingesetzt. Die hier genannte Verwendung solcher Polymere ist bekannt, vgl. DE-B 22
32 353, DE-A 28 14 287, DE-A 28 14 329 und DE-A 43 16 023.
[0063] Als weiteren zusätzlichen Bestandteil kann die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung
übliche Enzyme (in der Regel in konfektionierter Form) in den hierfür üblichen Mengen
(etwa 0,1 bis 3 Gew.-%) enthalten.
[0064] Geeignete Enzyme sind vor allem Proteasen, Lipasen, Amylasen, Cellulasen und Peroxidasen;
vorzugsweise werden für Waschmittel optimierte, im alkalischen Medium wirksame Enzyme
eingesetzt. Besonders bevorzugt sind Enzyme, die gegenüber Bleichmitteln stabil sind.
[0065] Beispiele für geeignete Proteasen sind Alkalase, Savinase, Durazym und Esperase (Fa.
Novo), Maxatase (Fa. Int. Bio-Synthetics Inc.), FN-base (Fa. Genencor) und Opticlean
(Fa. MCK). Beispiele für geeignete Lipasen sind Lipolase und Lipolase Ultra (Fa. Novo).
Beispiele für geeignete Cellulasen sind Carezyme und Celluzyme (Fa. Novo). Beispiele
für geeignete Amylasen sind Termamyl und Duramyl (Fa. Novo).
[0066] Als weiteren zusätzlichen Bestandteil kann die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung
übliche optische Aufheller in den hierfür üblichen Mengen enthalten.
[0067] Beispiele für gebräuchliche anionische optische Aufheller sind:
Dinatrium-4,4'-bis (2-diethanolamino-4-anilino-s-triazin-6-yl-amino)stilben-2,2'-disulfonat,
Dinatrium-4,4'-bis(2-morpholino-4-anilino-s-triazin-6-yl-amino)stilben-2,2'-disulfonat,
Dinatrium-4,4'-bis(2,4-dianilino-s-triazin-6-ylamino)stilben-2,2'-disulfonat,
Mononatrium-4',4"-bis(2,4-dianilino-s-triazin-6-ylamino)stilben-2-sulfonat,
Dinatrium-4,4'-bis(2-anilino-4(N-methyl-N-2-hydroxyethylamino)-s-triazin-6-ylamino)stilben-2,2'-sulfonat,
Dinatrium-4,4'-bis(4-phenyl-2,1,3-triazol-2-yl)stilben-2,2'-disulfonat,
Dinatrium-4,4'-bis(2-anilino-4(1-methyl-2-hydroxyethylamino)-s-triazin-6-ylamino)stilben-2,2'-disulfonat
und
Natrium-2(stilbyl-4"(naphtho-1',2',4,5)-1,2,3-triazol)-2-sulfonat.
[0068] Weiterhin kann die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung alkalische Zusätze,
insbesondere Natriumcarbonat und/oder Natriumhydrogencarbonat, in Mengen von bis zu
40 Gew.-%, insbesondere 1 bis 25 Gew.-%, sowie Steilmittel, insbesondere Alkalimetallsulfate
wie Natriumsulfat, in Mengen von bis zu 60 Gew.-%, insbesondere 1 bis 30 Gew.-%, enthalten.
[0069] Weitere Zusätze zu der erfindungsgemäßen Textilwaschmittel-Formulierung können sein:
Schaumdämpfer, Korrosionsinhibitoren, Tone, Bakterizide, Phosphonate, Scheuermittel,
Farbstoffe sowie verkapselte und unverkapselte Parfüme.
[0070] Die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung liegt vorzugsweise in Pulver-
oder Granulat-Form mit einer Schüttdichte von 200 bis 1.100 g/l vor. Es sind jedoch
auch Flüssigformulierungen möglich.
[0071] Die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung kann die quaternierten Glycinnitrile
so eingearbeitet enthalten, daß sie als reine Komponenten oder als mit geeigneten
Additiven vorkonfektionierte Komponenten im Pulver- bzw. Granulatkorn des Waschmittels
verteilt enthalten sind, oder so, daß sie als reine Komponenten oder als mit geeigneten
Additiven vorkonfektionierte Komponenten als von den übrigen Waschmittelbestandteilen
separierte Pulver- oder Granulatkörner vorliegen. Die Einarbeitung von quaternierten
Glycinnitrile als separierte Pulver- oder Granulatkörner, insbesondere als mit geeigneten
Additiven vorkonfektioniertes Produkt, erlaubt die schonende Herstellung von Waschmitteln
mit einer besonders guten Stabilität des Bleichaktivators.
[0072] Nicht kompaktierte pulver- oder granulatförmige Waschmittel besitzen eine niedere
Schüttdichte, üblicherweise von 200 bis 600 g/l. Sie können ein Buildersystem auf
Basis von Phosphat enthalten, phosphatreduziert oder phosphatfrei sein.
[0073] Zusammensetzungen in Gew.-% von nicht kompaktierten pulver- oder granulatförmigen
Waschmitteln im Sinne der vorliegenden Erfindung:
[0074] Phosphatbasierte Vollwaschmittel besitzen beispielsweise folgende Zusammensetzung:
| 15 bis 60 % |
Phosphat, vorzugsweise Trinatriumpolyphosphat |
| 5 bis 35 % |
Tenside |
| 0,5 bis 6 % |
quaternierte Glycinnitrile |
| 5 bis 25 % |
anorganische Peroxoverbindungen als Bleichmittel |
| 5 bis 50 % |
Stellmittel, vorzugsweise Natriumsulfat |
| ad 100 |
übrige Inhaltsstoffe. |
Waschmittel dieses Typs werden in der Regel mit 4 bis 15 g/l dosiert.
[0075] Phosphatreduzierte Vollwaschmittel besitzen beispielsweise folgende Zusammensetzung:
| 0,5 bis 40 % |
Phosphat, vorzugsweise Trinatriumpolyphosphat |
| 2 bis 20 % |
Zeolithe, Schichtsilikate, Polycarboxylate oder Aminopolycarboxylate oder deren Mischungen |
| 5 bis 35 % |
Tenside |
| 0,5 bis 6 % |
quaternierte Glycinnitrile |
| 5 bis 25 % |
anorganische Peroxoverbindungen als Bleichmittel |
| 5 bis 50 % |
Stellmittel, vorzugsweise Natriumsulfat |
| ad 100 |
übrige Inhaltsstoffe. |
Waschmittel dieses Typs werden in der Regel mit 4 bis 15 g/l dosiert.
[0076] Phosphatfreie Vollwaschmittel besitzen beispielsweise folgende Zusammensetzung:
| 15 bis 70 % |
Zeolithe, Schichtsilikate, Polycarboxylate oder Aminopolycarboxylate oder deren Mischungen |
| 5 bis 35 % |
Tenside |
| 0,5 bis 6 % |
quaternierte Glycinnitrile |
| 5 bis 25 % |
anorganische Peroxoverbindungen als Bleichmittel |
| 5 bis 50 % |
Stellmittel, vorzugsweise Natriumsulfat |
| ad 100 |
übrige Inhaltsstoffe. |
Waschmittel dieses Typs werden in der Regel mit 4 bis 15 g/l dosiert.
[0077] Kompaktwaschmittel besitzen eine hohe Schüttdichte, üblicherweise von 550 bis 1.100
g/l. Sie können ein Buildersystem auf Basis von Phosphat besitzen, phosphatreduziert
oder phosphatfrei sein.
[0078] Zusammensetzungen in Gew.-% von kompaktierten pulver- oder granulatförmigen Waschmitteln
im Sinne der vorliegenden Erfindung:
Phosphatbasierte Kompaktwaschmittel besitzen beispielsweise folgende Zusammensetzung:
| 10 bis 60 % |
Phosphat, vorzugsweise Trinatriumpolyphosphat |
| 5 bis 35 % |
Tenside |
| 0,5 bis 6 % |
quaternierte Glycinnitrile |
| 10 bis 25 % |
anorganische Peroxoverbindungen als Bleichmittel |
| ad 100 |
übrige Inhaltsstoffe. |
Waschmittel dieses Typs werden in der Regel mit 2,5 bis 7 g/l dosiert.
[0079] Phosphatreduzierte Kompaktwaschmittel besitzen beispielsweise folgende Zusammensetzung:
| 2 bis 40 % |
Phosphat, vorzugsweise Trinatriumpolyphosphat |
| 2 bis 20 % |
Zeolithe, Schichtsilikate, Polycarboxylate oder Aminopolycarboxylate oder deren Mischungen |
| 5 bis 35 % |
Tenside |
| 0,5 bis 6 % |
quaternierte Glycinnitrile |
| 10 bis 25 % |
anorganische Peroxoverbindungen als Bleichmittel |
| ad 100 |
übrige Inhaltsstoffe. |
Waschmittel dieses Typs werden in der Regel mit 2,5 bis 7 g/l dosiert.
[0080] Phosphatfreie Kompaktwaschmittel besitzen beispielsweise folgende Zusammensetzung:
| 15 bis 70 % |
Zeolithe, Schichtsilikate, Polycarboxylabe oder Aminopolycarboxylate oder deren Mischungen |
| 5 bis 35 % |
Tenside |
| 0,5 bis 6 % |
quaternierte Glycinnitrile |
| 10 bis 25 % |
anorganische Peroxoverbindungen als Bleichmittel |
| ad 100 |
übrige Inhaltsstoffe. |
Waschmittel dieses Typs werden in der Regel mit 2,5 bis 7 g/l dosiert.
[0081] Die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung eignet sich in hervorragender
Weise zum Waschen von Textilien in Haushalt und Gewerbe unter Waschbedingungen, wie
sie beispielsweise in Europa üblich sind, d.h. mit einer hohen Waschmittel-Dosiermenge
und mit niedrigen (kurzen) Flottenverhältnissen. Daher ist auch die Verwendung der
erfindungsgemäßen Textilwaschmittel-Formulierung in einer Dosierung von mehr als 2
g pro Liter Waschlauge, vorzugsweise in einer Dosierung von 2,5 bis 15 g pro Liter
Waschlauge, zum Waschen von Textilien in Haushalt und Gewerbe Gegenstand der vorliegenden
Erfindung. Diese Verwendung erfolgt bevorzugt bei einem Flottenverhältnis Textilgut
zu Waschlauge von 1:10 bis 1:2, vorzugsweise von 1:5 bis 1:3.
[0082] Mit der erfindungsgemäßen Textilwaschmittel-Formulierung wird insbesondere eine deutlich
bessere Bleichwirkung erzielt, insbesondere auch bei niedrigen Waschtemperaturen von
20 bis 60°C, dies zeigen entsprechende Vergleiche gegen den üblicherweise eingesetzten
Bleichaktivator TAED. Die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung ist weitgehend
unempfindlich gegenüber hartem Wasser, insbesondere gegenüber Wasserhärten über 2
mmol Ca
2⊕/1.
[0083] Mit der erfindungsgemäßen Textilwaschmittel-Formulierung erreicht man hohe Gehalte
an Aktivsauerstoff in der Waschlauge, was mit zu dem guten Waschergebnis beiträgt.
Übliche Aktivsauerstoff-Gehalte liegen hier bei 100 bis 320 ppm, insbesondere bei
140 bis 280 ppm.
[0084] Anwendungstechnische Beispiele zur Bleichwirkung der erfindungsgemäßen Textilwaschmittel-Formulierung
[0086] Die Prüfung erfolgte im Launder-O-meter, Typ Atlas Standard, unter den in Tabelle
3 genannten Bedingungen.
Tabelle 3:
| Waschbedingungen |
| Gerät |
Launder-O-meter |
| Zyklen |
1 |
| Dauer |
30 min |
| Temperaturen |
22°C und 38°C |
| Wasserhärte |
3,0 mmol/l |
| Prüfgewebe |
Je 2,5 g Baumwoll-Testgewebe mit Tee-, Rotwein- und Chlorophyll/Öl-Anschmutzung, zusätzlich
5,0 g Baumwoll-Ballastgewebe |
| Flottenmenge |
250 ml |
| Flottenverhältnis |
1:20 |
| Waschmittel |
Nr. III und IV aus Tab. 1 |
| Waschmittelkonzentration |
4,5 g/l |
[0087] Die Messung der Farbstärke der Prüfgewebe erfolgte photometrisch. Aus den an den
einzelnen Prüfgeweben gemessenen Remissionswerten bei 16 Wellenlängen im Bereich von
400 bis 700 nm im Abstand von 20 nm wurden nach dem in A. Kud, Seifen, Öle, Fette,
Wachse 119, S. 590-594 (1993) beschriebenen Verfahren die jeweiligen Farbstärken der
Testanschmutzungen vor und nach der Wäsche bestimmt und daraus die absolute Bleichwirkung
A
abs in % berechnet.
Tabelle 4:
| Ergebnisse von Waschversuchen mit Waschmittel III bzw. IV bei 22°C (Zahlenwerte sind
absolute Bleichwirkung Aabs in %) |
| Bleichaktivator |
Waschmittelformulierung |
Tee |
Rotwein |
Chlorophyll/Öl |
| MMA |
III |
81,2 |
83,5 |
17,2 |
| ohne |
III |
29,9 |
62,6 |
11,0 |
| TAED |
III |
55,6 |
73,3 |
14,3 |
| MMA |
IV |
70,0 |
74,7 |
13,4 |
| ohne |
IV |
16,5 |
47,5 |
8,1 |
| TAED |
IV |
37,2 |
61,7 |
10,2 |
Tabelle 5:
| Ergebnisse von Waschversuchen mit Waschmittel III bzw. IV bei 38°C (Zahlenwerte sind
absolute Bleichwirkung Aabs in %) |
| Bleichaktivator |
Waschmittelformulierung |
Tee |
Rotwein |
Chlorophyll/Öl |
| MMA |
III |
81,6 |
89,3 |
22,8 |
| ohne |
III |
44,9 |
70,8 |
15,4 |
| TAED |
III |
77,1 |
89,2 |
20,4 |
| MMA |
IV |
70,4 |
79,5 |
19,3 |
| ohne |
IV |
28,5 |
52,2 |
10,9 |
| TAED |
IV |
66,0 |
76,5 |
17,0 |
[0088] Die Ergebnisse der Waschversuche mit MMA zeigen, daß der Bleichaktivator in den beispielhaft
geprüften Formulierungen III und IV bei einer Waschmitteldosierung von 4,5 g/l hervorragende
Bleichwirkung im Bereich niederer Temperaturen besitzt. Gegenüber TAED ergeben sich
Verbesserungen sowohl bei hydrophilen wie auch hydrophoben Anschmutzungen.
[0089] In Versuchen mit einem Flottenverhältnis von 1:4 in einer Standard-Haushaltswaschmaschine
wurde gefunden, daß die Bleichwirkung der oben beschriebenen modellhaften Prüfungen
im Launder-O-meter bei einem hohen Flottenverhältnis zu vergleichbaren Resultaten
führt wie die Versuche in der Haushaltswaschmaschine mit einem niedrigeren Flottenverhältnis.