(19)
(11) EP 0 941 814 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.09.1999  Patentblatt  1999/37

(21) Anmeldenummer: 99104545.1

(22) Anmeldetag:  08.03.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B25G 1/04, B25G 1/12, B25G 1/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 07.03.1998 DE 29803967 U

(71) Anmelder: FELO-WERKZEUGFABRIK HOLLAND-LETZ GMBH
D-35279 Neustadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Holland-Letz, Martin
    35279 Neustadt (DE)

(74) Vertreter: Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser Anwaltssozietät 
Maximilianstrasse 58
80538 München
80538 München (DE)

   


(54) Werkzeughandgriff


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft einen Werkzeughandgriff, insbesondere für Elektronik-Schraubendreher, mit einem Grundkörper aus Hartkunststoff, der die Werkzeugklinge trägt und der teilweise von einer Ummantelung aus Weichkunststoff umgeben ist. Um einen Werkzeughandgriff mit verbessertem Bedienungskomfort zu schaffen, wird mit der vorliegenden Erfindung vorgeschlagen, daß der Grundkörper einen handseitigen Abschnitt hat, der eine in axialer Richtung konvexe, ummantelungsfreie Oberfläche aufweist und daß die Ummantelung zwischen dem handseitigen Abschnitt und dem werkzeugseitigen Ende des Werkzeughandgriffs angeordnet ist und eine in axialer Richtung konkave Oberfläche hat und daß an dem handseitigen Ende des Grundkörpers eine Kappe drehbar gelagert ist.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft: einen Werkzeughandgriff, insbesondere für Elektronik-Schraubendreher, mit einem Grundkörper aus Hartkunststoff, der die Werkzeugklinge trägt und der teilweise von einer Ummantelung aus Weichkunststoff umgeben ist.

[0002] Griffe dieser Gattung, die insbesondere für verschiedene Schraubendreher zum Einsatz kommen und in diesem Fall üblicherweise mit Klingen ausgerüstet sind, deren Schneidenbreite für Schlitzschrauben zwischen 0,8 und 4 mm ist und die ein Drehmomentverhältnis von etwa 1:15 haben, zeichnen sich durch einen relativ kleinen Durchmesser aus, der ein feinfühliges Arbeiten beim Anziehen und Lösen sehr kleiner Schrauben ermöglicht. Beim schnellen Drehen von leichtgängigen Schrauben wird der Griff axial durch die Kuppe des Zeigefingers abgestützt, die am handseitigen Griffende in einer kalottenförmigen Vertiefung ruht, während der Griff mit der eingesetzten Schraubendreherklinge zwischen Daumen und Ringfinger gedreht wird. Damit das Zusammenwirken der Finger bei diesem Funktionsablauf erleichtert wird, weisen die gattungsbildenden Handgriffe am handseitigen Ende üblicherweise eine drehbare Kappe mit einer stirnseitig ausgebildeten kalottenförmigen Vertiefung auf.

[0003] Zum Aufbringen größerer Drehmomente zum Festziehen von Schrauben oder zum Lösen festsitzender Schrauben wird der Griff entweder mit der drehbaren Kappe gegen die Handinnenfläche abgestützt und zwischen Daumen und Zeigefinger gedreht oder in Querhaltung zur Hand von allen Fingern umschlossen und durch Drehung im Handgelenk gedreht.

[0004] Aus dem DE-U-296 19 539 ist ein Schraubendreher vorbekannt, dessen Werkzeughandgriff im wesentlichen zylinderförmig gestaltet ist, etwa in der Griffmitte ein Einschnürungsbereich aufweist und sich zum klingenseitigen Ende kegelstumpfförmig verjüngt. Der Einschnürungsbereich weist ein achtkantiges Querschnittprofil auf. Auf das handseitige Ende des Griff-Grundkörpers ist eine drehbare Kappe aufgesetzt. Der Griff ist insgesamt aus Hartkunststoff gefertigt. Bei diesem vorbekannten Werkzeughandgriff ist die Lage und Ausbildung des Einschnürungsbereiches ungünstig. Bei einem schnellen Drehen liegen Daumen und Mittelfinger in diesem Einschnürungsbereich an, so daß das Mehrkant-Profil störend ist. Beim Drehen mit größerer Kraft, bei dem die Kappe in der Handfläche abgestützt ist und der Werkzeughandgriff zwischen Daumen und Zeigefinger gedreht wird, kommen diese aber auch auf einer Ringkante zur Anlage, die zwischen dem Übergang zwischen dem Einschnürungsbereich und dem kegelstumpfförmigen klingenseitigen Griffende ausgebildet ist. Eine derartige Anlage von Daumen und Zeigefinger an der Kante ist ergonomisch ungünstig. Bei dem aus dem DE-U-296 19 539 vorbekannten Werkzeughandgriff können vorzugsweise ein oder zwei elastische Ringe auf den Einschnürungsbereich aufgeschoben werden, um hier Daumen und Ringfinger beim Drehen zur Anlage zu bringen. Die Ringe bringen jedoch keine wesentliche Verbesserung der Haptik und Funktion des Griffes.

[0005] Ein anderer Werkzeughandgriff für Elektronik-Schraubendreher besteht ebenfalls aus Hartkunststoff und weist in seiner axialen Erstreckung eine im wesentlichen leicht konische Form bei achteckigem Querschnittsprofil auf. Auch dieses Querschnittsprofil ist aufgrund einer ungünstigen Anlageposition der Finger nachteilig beim schnellen Drehen des Werkzeughandgriffs.

[0006] Aus der EP 0 508 849 ist ein Werkzeughandgriff für Schraubendreher vorbekannt, der aus Hartkunststoff ausgebildet ist und im wesentlichen aus zwei Griffbereichen besteht, die sich jeweils über die halbe Länge des Werkzeughandgriffs erstrecken. Der klingenseitige Griffbereich ist im wesentlichen zylindrisch ausgebildet und weist über den Umfang in regelmäßigen Abständen verteilt angeordnete axial verlaufende schmale Nuten auf. Der handseitige Griffbereich ist gegenüber dem klingenseitigen Griffbereich im Verhältnis 1:1,5 im Durchmesser vergrößert. Der Übergang zwischen dem klingenseitigen und dem handseitigen Handgriffbereich wird durch ein kegelstumpfförmiges Zwischenstück mit verhältnismäßig großer Steigung gebildet. Der handseitige Griffbereich trägt an seinem freien Ende eine drehbare Kappe mit kalottenförmiger Vertiefung. Wenngleich die Formausbildung dieses vorbekannten Werkzeughandgriffs aus ergonomischer Sicht für das schnelle Drehen noch als relativ gut zu beurteilen ist, stören die schmalen Nuten auf des handseitigen Griffbereiches und auch die zylindrische Ausbildung dieses Griffbereiches ist nicht ideal. Beim Drehen mit höherem Drehmoment zwischen Daumen und Zeigefinger stört die durch das kegelstumpfförmige Zwischenstück gebildete Stufe am Übergang zwischen dem klingenseitigen und dem handseitigen Griffbereich.

[0007] Aus der WO 98/36875 ist ein Griff für einen Schraubendreher bekannt, dessen Grundkörper aus Hartkunststoff besteht und der im wesentlichen als rotationssymetrischer Körper ausgebildet ist. Dieser vorbekannte Werkzeughandgriff weist eine im vorderen Drittel des Werkzeughandgriffs angeordnete, gegenüber dem Grundkörper verdickte Krafteinbringungszone in Form von mit ihren Basisflächen aneinanderstoßenden Kegelstümpfen auf, auf deren Mantelflächen nebeneinander Griffpolster aus Weichkunststoff ausgebildet sind. Vor der derart ausgebildeten Krafteinbringungszone befindet sich klingenseitig eine Antriebszone, die von dem aus Hartkunststoff bestehenden Grundkörper gebildet wird. Das handseitige Ende dieses vorbekannten Werkzeughandgriffs wird durch eine drehbar auf dem Grundkörper gelagerte Kappe mit kalottenförmiger Vertiefung gebildet. Abgesehen von der verdickten Krafteinbringungszone ist der Griff verhältnismäßig schlank gehalten und hat im wesentlichen eine zylindrische Querschnittsform. Die Ausbildung dieses vorbekannten Werkzeughandgriffs führt bei einem schnellen Drehen zu einem befriedigenden Bedienungskomfort. Durch die Lage und Ausgestaltung der verdickten Krafteinbringungszone muß die Positionierung von Daumen und Mittelfinger in einem verhältnismäßig kleinen vorgegebenen Längenbereich erfolgen. Für das Drehen mit höherem Drehmoment zwischen Daumen und Zeigefinger ist die Länge des Bereiches zwischen dem größten Durchmesser der Krafteinbringungszone und dem Sechskantkopf zu kurz gehalten, die Finger liegen deshalb hauptsächlich im Bereich des größten Durchmessers der Krafteinbringungszone an, der durch die abgerundete Kante der zwei Kegelstümpfe gebildet wird. Dieser vorbekannte Werkzeughandgriff ist weiterhin insofern nachteilig, als daß er keine für unterschiedliche Handgrößen angepaßte ergonomische Gestaltung aufweist. Beim Aufbringen größerer Drehmomente wirkt sich außerdem der verhältnismäßig kleine Griffdurchmesser nachteilig aus und verhindert eine gute Anlage der Finger an dem Umfang des vorbekannten Werkzeughandgriffs.

[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Werkzeughandgriff der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß die beschriebenen Nachteile bekannter Werkzeughandgriffe vermieden werden. Der Werkzeughandgriff soll sowohl gefühlvolles Einleiten kleiner Momente als auch - bei anderer Handhaltung - das Einleiten höherer Drehmomente ohne besondere Anspannung der den Handgriff umschließenden Hand ermöglichen und der bei jeder Handhaltung eine gute Haptik bereitstellen.

[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der vorliegenden Erfindung ein Werkzeughandgriff mit den Merkmalen von Anspruch 1 vorgeschlagen.

[0010] Bei einer Halterung des erfindungsgemäßen Werkzeughandgriffs an seinem klingenseitigen Ende zwischen Mittelfinger und Daumen und Widerlagern an einer drehbar an dem Grundkörper gelagerten Kappe über den Zeigefinger liegen die Finger zur Aufbringung eines Drehmomentes an der konkaven Oberfläche an, so daß sich durch die den Fingerkuppen entsprechende Krümmung ein relativ großflächiger Anlagebereich ergibt. Dieser ist darüber hinaus durch die Ummantelung aus Weichkunststoff überzogen, was die Reibung und den Bedienungskomfort bei einer derartigen Halterung insgesamt verbessert. Der Zeigefinger liegt an der Kappe an. Aufgrund der an dem Grundkörper gelagerten Kappe ergibt sich keine Relativbewegung zwischen dem Zeigefinger und dem Werkzeughandgriff.

[0011] Bei einer alternativen Halterung zur Aufbringung höherer Momente, bei der die Kappe in der zumindest teilweise geschlossenen Hand, beispielsweise zwischen Handinnenfläche und Ringfinger abgestützt wird, umschließen der Daumen und der Zeigefinger gleichfalls die in axialer Richtung konkav ausgebildete, die Ummantelung aus Weichkunststoff aufweisende Oberfläche des Werkzeughandgriffs.

[0012] Zur Aufbringung höherer Momente kann bei dieser Halterung zusätzlich das Drehmoment beispielsweise über Mittelfinger und Ringfinger aufgebracht werden, die an der konvexen, mantelfreien Oberfläche des Grundkörpers angreifen. Da bei einer derartigen Handhabung zwangsläufig eine Relativbewegung zwischen dem Grundkörper und der ganzen Handfläche auftritt und der handseitige Abschnitt mantelfrei ist, ergibt sich eine vergleichsweise geringe Irritation der Haut. Somit bietet der erfindungsgemäße Werkzeughandgriff auch beim Aufbringen hoher Momente bei Halterung in der vorstehend genannten Art einen gegenüber den vorbekannten Werkzeughandgriffen verbesserten Bedienungskomfort. Der erfindungsgemäße Werkzeughandgriff zeichnet sich gegenüber den vorbekannten Handgriffen durch die ergonomisch angepaßten Funktionsbereiche aus. Er bietet eine gute, angenehme Anlage für die Fingerspitzen und ermöglicht schnelles und feinfühliges Drehen des Griffes.

[0013] Der erfindungsgemäße Werkzeughandgriff weist drei wesentliche Elemente auf. Ein Element ist der handseitige ummantelungsfreie Abschnitt aus Hartkunststoff, der sich über etwa 3/5 der Längserstreckung des Werkzeughandgriffs erstreckt und in Längsrichtung eine leicht konvexe Kontur hat. Das Querschnittsprofil dieses Abschnitts kann rund oder unrund sein, wobei im letztgenannten Fall vorzugsweise sechs in Umfangsrichtung nebeneinander angeordnete, sich in Längsrichtung erstreckende leichte Abflachungen ausgebildet sind. Vorzugsweise weist der Handgriff an seinem handgriffseitigen Ende ein Querloch auf.

[0014] In den Grundkörper des Werkzeughandgriffes ist die Klinge des Schraubendrehers eingespritzt. Alternativ kann auch eine Aufnahmevorrichtung für auswechselbare Einsatzwerkzeug vorgesehen sein.

[0015] Als weiteres wesentliches Element des erfindungsgemäßen Werkzeughandgriffs ist eine den Grundkörper in seinem klingenseitigen Bereich auf etwa 2/5 seiner Gesamterstrekkung bedeckende Ummantelung aus Weichkunststoff vorgesehen, die auf den Grundkörper des Werkzeughandgriffs mittels Spritzgießen aufgebracht ist oder als rohrförmiges, getrennt hergestelltes Teil kraft- oder formschlüssig mit dem Grundkörper verbunden ist. Dieser ummantelte Bereich des Griffes weist eine in Längsrichtung konkav verlaufende Kontur auf. Über ca. 4/5 seiner Längserstreckung hat der konkave Bereich vorzugsweise ein rundes Querschnittsprofil. Die in Längsrichtung konkav verlaufende Kontur ist derart ausgebildet, daß Daumen und Mittelfinger beim schnellen Drehen als auch Daumen und Zeigefinger beim Drehen mit höherem Moment eine gute Anlage finden. Dies gilt auch bei unterschiedlicher Hand- und Fingerlänge.

[0016] Die Ummantelung aus Weichkunststoff bildet nicht nur eine komfortable Anlagefläche für die Finger, sondern ermöglicht auch ein sehr feinfühliges, rutschfreies Drehen.

[0017] Weiterhin weist der erfindungsgemäße Werkzeughandgriff ein drittes Element auf, welches durch eine am handseitigen Ende des Griffes sitzende drehbare Kappe gebildet ist. Diese weist vorzugsweise griffseitig eine Axialbohrung auf, welche mit einer ringförmigen Hinterschneidung versehen ist. Korrespondierend hierzu weist der Grundkörper vorzugsweise einen Lagerzapfen auf, der einen mit der ringförmigen Hinterschneidung nach Art einer Schnappverbindung zusammenwirkenden ringförmigen Kragen trägt. Die Schnappverbindung ist so gestaltet und toleriert, daß die Kappe sich auch unter normaler Axialbelastung leicht auf dem Griff dreht. Der Durchmesser der Kappe vergrößert sich zu dem vom Griff abgewandten Ende hin verhältnismäßig stark. In der Endfläche der Kappe ist eine kalottenförmige Zentriervertiefung eingeformt. Die Übergänge der Außenkontur in Längsrichtung sind gut abgerundet. Durch die im Durchmesser zur Endfläche hin vergrößerte Kappe mit den gut abgerundeten Übergängen wird eine gute Abstützung in der Hand-Innenfläche erreicht. Der vergrößerte Durchmesser ermöglicht außerdem die Ausbildung einer verhältnismäßig großen kalottenförmigen Vertiefung zum sicheren Zentrieren des Schraubendrehers zwischen Fingerkuppe und Schraub.

[0018] Ein leichtes Drehen der Kappe auf den Griff wird durch genaue Abstimmung der Toleranzen zwischen dem Lagerzapfen und der ihn aufnehmenden Bohrung in der Kappe bewirkt.

[0019] Die form- und werkstoffmäßige Ausbildung des erfindungsgemäßen Werkzeughandgriffs bietet bei allen drei einleitend erwähnten Betätigungshaltungen eine gute, komfortable Anlage für die Finger und Handflächen. Dabei kann der mit Weichkunststoff ummantelte Abschnitt des Werkzeughandgriffs als Schnelldrehzone definiert werden, wohingegen der handseitige, ummantelungsfreie Abschnitt als Krafteinbringzone definiert werden kann, in der hohe Drehmomente eingeleitet werden.

[0020] Bei einer aus fertigungstechnischer Sicht zu bevorzugenden Ausbildung ist der Grundkörper jedoch im Bereich der Ummantelung konkav ausgeformt. Der Grundkörper des Werkzeughandgriffes weist vorzugsweise an den beiden Enden der Ummantelung aus Weichkunststoff Ringnuten auf. In diese greifen insbesondere bei der Ausführungsvariante mit einer getrennt hergestellten röhrenförmigen Hülse aus Weichkunststoff Ringlippen an den Enden der Hülse zur zusätzlichen Sicherung der Befestigung zwischen Ummantelung und Grundkörper ein.

[0021] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung überragt das klingenseitige Ende des Grundkörpers die Ummantelung. Im klingenseitigen Bereich weist das Querschnittsprofil über etwa 1/5 der Längserstreckung der Ummantelung mindestens zwei gegenüberliegende Abflachungen auf. Diese Abflachungen bewirken ein verhältnismäßig flächiges Aufliegen des Werkzeughandgriffs auf einer ebenen Fläche und verhindern so ein ungewolltes Wegrollen.

[0022] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist der Grundkörper einen Lagerzapfen auf, auf dem die Kappe drehbar gelagert und mittels Schnappverbindung an diesem in axialer Richtung gesichert ist. Ein leichtes Drehen der Kappe auf dem Grundkörper wird erreicht durch genaue Anstimmung der Toleranzen zwischen Zapfen des Grundkörpers und einer den Zapfen aufnehmenden Bohrung in der Kappe. Bei einem starkwandigen Spritzgußteil aus Kunststoff, wie der Kappe, wird durch die Schrumpfung eine definierte Tolerierung möglich. Deshalb sind um die Bohrung in der Kappe herum zentrisch mindestens eine ringförmige Ausnehmung in Form eines Kreisbogensegmentes ausgespart. Dadurch wird die Wanddicke in diesem Bereich so weit vermindert, daß die Schrumpfung gering wird und die Toleranz der Bohrung genau definiert werden kann. Zwischen der mindestens einen ringförmigen Ausnehmung oder den ringförmigen Ausnehmungen in Form eines Kreisbogensegmentes und der Bohrung ist ein hülsenartiger Steg ausgebildet. In dessen Wandung auf der Bohrungsseite ist eine Ringnut eingeformt, in die der Ringwulst einrastet, der am Umfang des Zapfens angeformt ist. Im Hinblick auf eine möglichst leichte Drehung der Kappe relativ zu dem Grundkörper ist es zu bevorzugen, den Grundkörper und/oder die Kappe aus einem Werkstoff mit guten Lauf- bzw. Lagereigenschaften auszubilden, wie beispielsweise ABS, Polypropylen, Polyamid oder ähnliche Kunststoffe.

[0023] Zur Vermeidung von Kanten weisen die Kappe und der Grundkörper an ihrem Übergangsbereich den gleichen Außendurchmesser auf. Eine Anlagefläche für die Finger an der Umfangsfläche der Kappe wird vorzugsweise dadurch gebildet, daß die Kappe eine sich von ihrem klingenseitigen Ende erstreckende, in axialer Richtung konkav ausgebildete Krümmung aufweist. Im Anschluß an diese konkave Krümmung hat die Kappe vorzugsweise eine konvexe Krümmung, die in eine kalottenförmige Vertiefung, die nach Art einer Zentrierung an der Stirnseite der Kappe ausgebildet ist, übergeht.

[0024] Weitere Vorteile, Einzelheiten und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der beigefügten Zeichnung. In dieser zeigen:
Fig. 1
eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Werkzeughandgriffs und
Fig. 2
eine Schnittansicht entlang der Linie II-II gemäß der Darstellung in Fig. 1
Fig. 3
eine Schnittansicht entlang der Linie III-III gemäß der Darstellung in Fig. 1,
Fig. 4
das in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Ausführungsbeispiel in einer ersten Handhabung und
Fig. 5
das in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Ausführungsbeispiel in einer zweiten Handhabung.


[0025] In Fig. 1 ist ein Beispiel eines Werkzeughandgriffs in Form eines Handgriffs für einen Elektronik-Schraubendreher dargestellt. Ein aus Hartkunststoff, wie beispielsweise ABS oder Polyamid, mittels Spritzgießen hergestellter Grundkörper 1, der eine nicht dargestellte Werkzeugklinge trägt, hat einen handseitigen Abschnitt 2, der eine in Längsrichtung konvex gewölbte Oberfläche aufweist. Zwischen diesem Abschnitt 2 und dem klingenseitigen Ende des Grundkörpers 1 ist der Grundkörper 1 in Längsrichtung konkav gewölbt und von einer Ummantelung 3 umgeben.

[0026] Der handseitige Abschnitt 2 weist an seinem handseitigen Ende einen den handseitigen Abschnitt 2 überragenden, einstückig mit dem Grundkörper 1 verbundenen Lagerzapfen 4 auf, an dem eine Kappe 5 drehbar gelagert ist. Die Kappe 5 ist über eine Schnappverbindung mit dem Zapfen 4 verbunden. Hierzu sind an der Kappe 5 hülsenartige Stege 5a ausgeformt, die konzentrisch zu einer an der Kappe 5 ausgebildeten Bohrung 5b angeordnet sind und die mit einem an dem Zapfen 4 ausgebildeten Ring 4a nach Art einer Schnappverbindung zusammenwirken.

[0027] Wie insbesondere der Fig. 2 zu entnehmen ist, sind die hülsenartigen Stege 5a in Umfangsrichtung von kreissegmentförmigen Ausnehmungen 6 umgeben, die keilförmig in der Kappe 5 zulaufen und sich zu dem Grundkörper 1 öffnen. In radialer Richtung außerhalb der Ausnehmungen 6 setzt sich das Material der Kappe 5 fort und schließt bündig an den Grundkörper 1 an. Zur Vermeidung einer Kante entspricht der Außendurch messer der Kappe 5 an diesem Übergangsbereich dem Außendurchmesser des Grundkörpers 1.

[0028] Zur Ausbildung einer Anlagefläche für Finger weist die Kappe 5 eine sich von ihrem klingenseitigen Ende erstreckende, in axialer Richtung konkav ausgebildete Krümmung auf, die sich bis zum größten Durchmesser der Kappe 5 fortsetzt. Hier geht diese konkave Krümmung in eine konvexe Krümmung über, die sich bis hin zu der Stirnseite der Kappe 5 erstreckt, um dort in der Kappe eine verhältnismäßig große kalottenförmige Vertiefung 7 zum sichereren Zentrieren des Schraubendrehers zwischen einer Fingerkuppe und einer Schraube bereitzustellen.

[0029] Der ummantelungsfreie, konvexe Abschnitt 2 erstreckt sich über ca. 3/5 der Längserstreckung des Grundkörpers 1 und hat an seinem kappenseitigen Ende eine Bohrung 8. Diese Bohrung 8 erstreckt sich im wesentlichen rechtwinklig zu der Längsachse des Werkzeughandgriffs und dient dem Aufhängen des Schraubendrehers an einem Verkaufsständer oder am Arbeitsplatz. Zwischen der Bohrung 8 und dem klingenseitigen Ende des ummantelungsfreien Abschnitts 2 sind an dessen Umfangsfläche sich in Längsrichtung erstreckende Abflachungen 2a ausgebildet. Am Übergang zu dem konkav ausgebildeten Abschnitt hat der Grundkörper 1 eine Ringnut 9a, in der das handseitige Ende der Ummantelung 3 aufgenommen ist. In gleicher Weise ist an dem klingenseitige Ende des konkav geformten Abschnitts des Grundkörpers eine Ringnut 9b zur Aufnahme des anderen Endes der Ummantelung 3 aufgenommen.

[0030] Der Grundkörper 1 überragt klingenseitig die Ummantelung 3 unter Bildung einer Stirnscheibe. An dieser Stelle sind sowohl an der Ummantelung 3 als auch an dem klingenseitigen Ende des Grundkörpers 1 zwei sich gegenüberliegende Abflachungen 10 vorgesehen, die jeweils eine Anlagefläche für einen Finger bilden und darüber hinaus ein ungewolltes Wegrollen des Schraubendrehers verhindern (vgl. Fig. 3).

[0031] In Fig. 4 ist eine erste Handhabung des in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsbeispiels gezeigt. Bei dieser Handhabung, die ein schnelles Drehen ermöglicht, liegen Daumen und Mittelfinger an der konkaven Ummantelung 3 an, wohingegen der Zeigefinger in der kalottenförmigen Vertiefung 7 der drehbaren Kappe 5 anliegt, und so den Schraubendreher gegen die Schraube drückt. In Fig. 5 ist eine alternative Handhabung gezeigt, die ein Drehen mit höherem Moment ermöglicht und bei der Daumen, Zeige- und Mittelfinger an der konkaven Ummantelung 3 anlegen, wohingegen die Kappe 5 an der Handfläche abgestützt liegt.


Ansprüche

1. Werkzeughandgriff, insbesondere für Elektronik-Schraubendreher, mit einem Grundkörper aus Hartkunststoff, der die Werkzeugklinge trägt und der teilweise von einer Ummantelung aus Weichkunststoff umgeben ist,
dadurch gekennzeichnet,

daß der Grundkörper (1) einen handseitigen Abschnitt (2) hat, der eine in axialer Richtung konvexe, ummantelungsfreie Oberfläche aufweist,

daß die Ummantelung (3) zwischen dem handseitigen Abschnitt (2) und dem werkzeugseitigen Ende des Werkzeughandgriffs angeordnet ist und eine in axialer Richtung konkave Oberfläche hat, und

daß an dem handseitigen Ende des Grundkörpers (1) eine Kappe (5) drehbar gelagert ist.


 
2. Werkzeughandgriff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich der handseitige Abschnitt (2) über 5 der Längserstreckung des Grundkörpers (1) erstreckt.
 
3. Werkzeughandgriff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) rotationssymetrisch ausgebildet ist.
 
4. Werkzeughandgriff nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an dem handseitigen Ende des handseitigen Abschnitts (2) eine sich quer zur Längsachse des Werkzeughandgriffs erstreckende Querbohrung (8) vorgesehen ist.
 
5. Werkzeughandriff nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem handseitigen Griffende bzw. der Querbohrung (8) und der Ummantelung (3) an dem Grundkörper sich in axialer Richtung erstrekkende und auf dem Umfang verteilt angeordnete Abflachungen (2a)vorgesehen sind.
 
6. Werkzeughandgriff nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ummantelung (3) aus Weichkunststoff in axialer Richtung 2/5 der Längserstreckung des Grundkörpers (1) bedeckt.
 
7. Werkzeughandgriff nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) im Bereich der Ummantelung (3) in axialer Richtung konkav gekrümmt ist.
 
8. Werkzeughandgriff nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) eine Ringnut (9a, 9b) aufweist, in die das Ende der Ummantelung (3) eingreift.
 
9. Handgriff nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ummantelung (3) über den größeren Teil ihrer Längserstreckung ein rundes Querschnittsprofil aufweist.
 
10. Werkzeughandgriff nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) das klingenseitige Ende der Ummantelung (3) überragt.
 
11. Werkzeughandgriff nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine sich über die Oberfläche des klingenseitigen Endes des Grundkörpers (1) und der Ummantelung (3) erstreckenden Abflachung (10) vorgesehen ist, die sich vorzugsweise über 1/5 der Länge der Ummantelung (3) erstreckt.
 
12. Werkzeughandgriff nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) griffseitig von einem Lagerzapfen (4) überragt ist, der mindestens einen, vorzugsweise ringförmig ausgeformte Rastwulst (4a) aufweist, und daß in der Kappe (5) mindestens ein mit dem Rastwulst (4a) zusammenwirkendes Rastelement vorgesehen ist, das zwischen einer Bohrung für den Lagerzapfen und einer kreisförmigen oder einer oder mehrerer kreissegmentförmigen Ausnehmungen angeordnet ist und in Form eines ungeteilten oder geteilten hülsenartiger Steges (5a) ausgebildet ist, wobei der hülsenartige Steg (5a) auf der dem Zapfen zugewandten Seite eine Ringnut aufweist.
 
13. Werkzeughandgriff nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) und/oder die Kappe (5) aus einem Werkstoff hergestellt ist, der gute Lagereigenschaften hat, wie beispielsweise ABS, Polypropylen oder Polyamid.
 
14. Werkzeughandgriff nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) und die Kappe (5) an ihrem Übergangsbereich gleiche Außendurchmesser aufweisen.
 




Zeichnung