[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1 bzw. Anspruch 11.
[0002] Derartige Vorrichtungen, auch Luftkanonen genannt, die in der Lage sind, Druckluft
gesteuert stoßartig auszublasen, um entsprechend starke Stoßkräfte zu erzeugen, werden
zur Beseitigung von Materialanbackungen oder Materialaufstauungen von Schüttgütern
in Bunkern, Silos und dgl. Reaktionsbehältern verwendet. Insbesondere werden derartige
Luftkanonen zahlreich in der Zementindustrie verwendet. Diese Abblasvorrichtungen
bzw. Luftkanonen basieren auf dem Prinzip, daß in einem Speicherbehälter gespeicherte
Druckluft schlagartig über eine Ausblasöffnung abgeblasen wird. Die Steuerung des
Abblasvorganges erfolgt in aller Regel durch ein Schnellentlüftungsventil, das innerhalb
des Speicherbehälters oder außerhalb des Speicherbehälters angeordnet sein kann. Derartige
Schnellentlüftungsventile besitzen einen in einem Zylinder geführten Kolben, der in
Schließstellung die Ausblasöffnung der Luftkanone schließt. Wird der Kolbenvorraum
des Schnellentlüftungsventils entlüftet, was durch entsprechende Schaltung eines Magnetventils
erfolgt, so wird durch die Druckluft des Speicherbehälters, die auf eine gegenüber
dem Speicherbehälter freiliegende Ringfläche des Kolbens einwirkt, der Kolben schlagartig
infolge eines fehlenden Gegendrucks im Kolbenvorraum von der Ausblasöffnung abgehoben,
so daß die Druckluft aus dem Speicherbehälter über die nunmehr freie Ausblasöffnung
entweichen kann und damit die Vorrichtung schlagartig abgeblasen wird.
[0003] Um den abgeblasenen Speicherbehälter nach dem Abschießvorgang wieder mit Druckluft
zu füllen, wird das dem Kolbenvorraum vorgeschaltete Magnetventil aus seiner Entlüftungsstellung
so geschaltet, daß aus einem Speicherreservoir stammende Druckluft wieder dem Kolbenvorraum
zugeführt wird. Gleichzeitig erfolgt über eine Zweigleitung die Zufuhr von Druckluft
zum Speicherbehälter. Infolge der Druckluftzufuhr in den Kolbenvorraum des Schnellentlüftungsventils,
wird der Kolben wieder in seine Schließstellung verbracht, in der die Ausblasöffnung
der Luftkanone abgeschlossen ist. Eine derartige Vorrichtung, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruch 1, ist in der EP-A-0 246 617 beschrieben.
[0004] Untersuchungen haben gezeigt, daß sich der Abblasvorgang selbst bei unterschiedlich
großen Speicherbehältern in vergleichbaren Phasen abspielt, wobei der Anfangsphase,
das ist innerhalb eines Zeitbereichs von 20 - 25 msec., die maximale Luftstoßkraft
ansteht, die für die angestrebte Beseitigung der Materialanbackungen maßgeblich ist.
Nach dieser Anfangsphase fällt die Luftstoßkraft über die Zeit zunehmend ab, wobei
der Speicherbehälter je nach Volumengröße nach 200 - 400 msec. im wesentlichen leer
ist. Die Erfinderin hat nun erkannt, daß sich erhebliche Einsparungen an Druckluft
ergeben, wenn die Umsteuerung des Schnellventils in Schließstellung des Kolbens nicht
erst dann erfolgt, wenn der Speicherbehälter im wesentlichen ausgeblasen ist, sondern
zu einem Zeitpunkt nach Erzeugung der maximalen Luftstoßkraft, also etwa nach 50 -
150 msec. abhängig von der Volumengröße des Speicherbehälters, und zwar insbesondere
zu einem Zeitpunkt, wo die Luftstoßkraft sich auf etwa ein Drittel oder die Hälfte
des maximalen Kraftwertes reduziert hat. Geht man davon aus, daß bei einer Luftkanone
mit 110 l Speichervolumen und einem Betriebsdruck von 8 bar das Schließen des Schnellentlüftungsventils
bereits bei einem Behälterrestdruck von 4 bar im Speicherbehälter erfolgt, so ergibt
sich bei durchschnittlich 4 Abschüssen pro Stunde eine Drucklufteinsparung von etwa
1,8 cm
3/std. Das würde bei den derzeitigen Kosten von Druckluft unter der Annahme von durchschnittlich
7000 Betriebsstunden pro Luftkanone zu einer Einsparung von ca. DM 650,- pro Gerät
führen. Berücksichtigt man, daß in der Zementindustrie an einem Vorwärmesystem für
Drehofenanlagen bis zu 120 Geräte gleichzeitig eingesetzt werden, dann ergibt dies
jährlich eine Einsparung von ca. DM 30.000,- pro Anlage, wenn man von einem Durchschnittswert
von 50 Geräten ausgeht.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es somit, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen,
mit der sich die für die Abschüsse verbrauchte Druckluft in Richtung auf eine Mengenreduzierung
optimieren läßt.
[0006] Diese Aufgabe wird verfahrensmäßig gemäß dem Anspruch 11 gelöst durch zwangsgesteuertes
Schließen des Kolbens des Schnellentlüftungsventils nach Abbau der Luftstoßkraftspitze
um wenigstens ein Drittel des beim Abschießen der Vorrichtung erzeugten Maximalwertes
der Luftstoßkraft. Diese Druckverhältnisse sind je nach Größe des verwendeten Speicherbehälters
innerhalb eines Zeitraumes von z.B. 50 - 150 msec. erreicht. In der Regel liegt der
Restdruck im Speicherbehälter dann bei einem Wert von 4 - 6 bar, abhängig von der
individuell angepaßten Zwangssteuerung des Kolbens. Es ergeben sich somit wesentliche
Einsparungen an Druckluft. Ferner kann innerhalb vergleichsweise kurzer Zeiteinheiten
die Luftkanone mehrfach abgeschossen werden, was insbesondere bei hartnäckigen Materialanbackungen
von erheblichem Vorteil ist.
[0007] Eine derartige Zwangssteuerung des Kolbens des Schnellentlüftungsventils läßt sich
vorrichtungsgemäß gemäß dem Anspruch 1 dadurch erreichen, daß der Kolbenvorraum des
Schnellentlüftungsventils von der Druckluftzufuhr zum Speicherbehälter abgekoppelt
wird, also unabhängig von der Druckluftzufuhr zum Speicherbehälter mit Druckluft beaufschlagt
wird. Anders als bei konventionellen Vorrichtungen, bei denen beim Beaufschlagen des
Kolbenvorraums zugleich ein Überströmen von Druckluft zum Speicherbehälter erfolgt,
was die Wirksamkeit des Schließvorganges beeinträchtigt, und das Schließen des Kolbens
des Schnellentlüftungsventils erst bei weitgehend leerem Speicherbehälter ermöglicht,
steht nunmehr sofort der entsprechende Betriebsdruck für die Betätigung des Kolbens
des Schnellentlüftungsventils an, der somit individuell in Anpassung an vorgegebene
und gewünschte Arbeitsverhältnisse beim Abblasen in Schließstellung gesteuert werden
kann.
[0008] Hierbei ist es insbesondere bei einem außerhalb des Speicherbehälters in einem Adaptergehäuse
angeordneten Schnellentlüftungsventil zweckmäßig, die Druckluft für die Füllung des
Speicherbehälters entkoppelt vom Kolbenvorraum über eine Drossel in das Adaptergehäuse
und von dort zum Speicherbehälter zuführen. Nach dem Abschießen des Speicherbehälters
hat dies den Vorteil, daß bei Umschaltung des Schnellwegeventils von der Entlüftungsstellung
für den Abschuß in die Stellung für die Zufuhr von Druckluft in den Kolbenvorraum
in der Anfangsphase nur gedrosselt Druckluft in das Adaptergehäuse geführt wird, also
die Druckluft voll in der Anfangsphase in der Steuerleitung zum Kolbenvorraum ansteht.
Zwar kann anstelle einer Drossel auch ein 2-Wegeventil verwendet werden, welches in
der Anfangsphase geschlossen und dann geöffnet wird, jedoch wird die zwangsgesteuerte
Kolbenbewegung des Schnellentlüftungsventils durch die stets über die Drossel zugeführte
Druckluft in keiner Weise bei Berücksichtigung des großen Volumens des Speicherbehälters
beeinträchtigt. Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß der Kolben bereits
bei einem geringen Differenzdruck in Schließstellung gefahren werden kann, wobei ein
geringer Differenzdruck sich wiederum sehr günstig für einen schlagartigen Schließvorgang
in kürzester Zeit auswirkt.
[0009] Ferner ist es vorteilhaft, innerhalb der Steuerleitung eine gegen das Betriebsnetz
durch ein Rückschlagventil gesicherte pneumatische Feder, vorzugsweise in Form eines
Druckluftspeichertopfs, den Kolbenvorraum vorzuschalten, wodurch selbst bei Schwankungen
oder Störungen in der Druckluftzufuhr stets das gewünschte zwangsgesteuerte Schließen
des Schnellentlüftungsventils durchgeführt werden kann.
[0010] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist ein unter Sicherheitsaspekten anzustrebendes
Zwangsentlüften des Speicherbehälters ohne weiteres möglich, was über die Drossel
durch ein in der Druckluftzuführleitung geschaltetes Mehrwegeventil erfolgen kann.
[0011] Sofern betriebsbedingte Umstände (z.B. explosionsgefährdeter Bereich) die 3/2-Wege-Steuerventile
nicht direkt am Adaptergehäuse des Schnellentlüftungsventils sondern geschützt in
einem entsprechenden Schutzkasten untergebracht werden müssen, werden am Adaptergehäuse
zusätzliche Schnellentlüftungs-Steuerventile eingesetzt.
[0012] Insbesondere bei Anlagen mit mehreren Vorrichtungen bzw. Luftkanonen, die sämtlich
am selben Druckluftnetz angeschlossen sind, ist es zweckmäßig, einen gemeinsamen Steuertopf
vorzusehen, der die Steuerung der einzelnen Magnetventile zum Abschießen der mehreren
Luftkanonen unabhängig von Schwankungen des Betriebsdrucks und Störungen im Druckluftnetz
macht. Hierbei ist es zweckmäßig, dem Speichertopf einen Druckregler nachzuschalten,
der variabel eingestellt werden kann, so daß der Druck in den Steuerleitungen, die
zu den einzelnen Kolbenvorräumen der Luftkanonen führen, individuell herabgeregelt
werden kann. Dies ist insbesondere bei langen Leitungswegen, die von 10 - 50 m betragen
können, von Vorteil. Beim Abschießen mehrerer Luftkanonen, die an einem gemeinsamen
Betriebsdruckluftnetz angeschlossen sind, ergibt sich ein Druckausgleich in den anderen
Behältern, die sich in der Art von kommunizierenden Röhren ins Gleichgewicht bringen,
was dazu führt, daß der Kolben nicht mehr zurückschießen kann, weil auf der Kolbenoberseite
über den Kolbenvorraum ein zu hoher Arbeitsdruck ansteht, was sich insbesondere bei
langen Leitungswegen auswirkt. Deswegen ist es zweckmäßig, bei solchen Anlagen den
Betriebsdruck für den Kolbenvorraum herunter zu regeln, wobei bei einem Betriebsdruck
von 8 bar im Hauptnetz der Druck auf 4 - 5 bar für den Kolbenvorraum zweckmäßig abgebaut
wird. Da bei den erfindungsgemäßen Vorrichtungen der Druck auf die gesamte Kolbenoberfläche
wirkt, während im Behälter an der Kolbenunterseite der Druck nur auf eine äußere wirksame
Kreisringfläche wirkt, wird der Kolben selbst bei geringem Druck im Kolbenvorraum
immer zuverlässig zugehalten. Ferner kann das geringere Druck-/Litervolumen wesentlich
schneller über die Schnellentlüftungsventile entlüftet werden, als dies bei vollem
Betriebsdruck möglich wäre. Versuche haben gezeigt, daß dadurch Entfernungen zwischen
dem Schutzkasten, in dem die vom 3/2-Wegeventil für die Steuerung des Kolbenvorraums
der Luftstoßgeräte geschützt untergebracht sind und dem Schnellentlüftungs-Steuerventil
am Adaptergehäuse von mehr als 30 m ohne nennenswerte Verzögerungen in den Schaltvorgängen
überbrückt werden können.
[0013] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen
beschrieben. Darin zeigen
- Fig.1
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
in Schnittansicht und in einer Funktionsstellung des Schnellentlüftungsventils, in
welcher der Speicherbehälter gefüllt wird,
- Fig.2
- eine Ansicht der Vorrichtung nach Fig. 1, jedoch in einer Funktionsstellung, in der
Druckluft stoßartig abgeblasen wird,
- Fig.3
- eine Ansicht der Vorrichtung nach Fig. 1 in einer weiteren Funktionsstellung, nämlich
Zwangsentlüftung des Behälters,
- Fig.4
- eine Anlage, in der mehrere Vorrichtungen parallel nebeneinander betrieben werden,
- Fig. 5
- eine Ansicht der in Fig. 4 verwendeten Steuereinheit in zwei Ansichten,
- Fig.6
- eine Schnittansicht einer Vorrichtung der Anlage gemäß Fig. 4, sowie
- Fig.7
- ein Diagramm über den zeitlichen Verlauf der Luftstoßkraft beim Abblasvorgang.
[0014] In den Figuren, in denen gleiche Bauteile mit dem selben Bezugszeichen versehen sind,
zeigt Fig. 1 einen Druckluft-Speicherbehälter 1 in rein schematischer Darstellung,
an dessen flanschartigem Auslaß 2 ein als T-förmiger Rohrstutzen ausgebildetes Adaptergehäuse
3 über einen Flansch 4 und Schraubverbindungen 5 befestigt ist. Innerhalb des Adaptergehäuses
3 ist ein allgemein mit 6 bezeichnetes Schnellentlüftungsventil aufgenommen, welches
in der in Fig. 1 dargestellten Funktionsstellung mit seiner Kolbenunterseite 7 eine
ringförmige Ausblasöffnung 8 des Adaptergehäuses verschließt, an welcher eine nur
schematisch und strichliert dargestellte Luftdüse 9 über Schraubverbindungen und dergleichen
befestigt ist.
[0015] Das Schnellentlüftungsventil 6 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel beispielshalber
aus einem zweigeteilten Kolben 10a und 10b gebildet, die durch einen zentralen Schraubbolzen
miteinander zu einem einheitlichen Kolben 11 verspannt sind, der innerhalb eines im
Adaptergehäuse 3 angeordneten Zylinderrohres 12 aufgenommen und verschieblich geführt
ist. Das Zylinderrohr 12 ist innerhalb des Adaptergehäuses 3 mit einem Ende in einer
Bohrung 13 und mit seinem anderen Ende in einem über Rippen 14 mit dem Adaptergehäuse
3 befestigten Ring 15 aufgenommen. Das von der Ausblasöffnung 8 entfernte Ende des
Adaptergehäuses 3 ist von einem Deckel 16 abgeschlossen, der durch Schrauben 17 mit
dem Adaptergehäuse 3 verschraubt und mit einem in das Zylinderrohr 12 greifenden Dämpfungsring
18 versehen ist, der die Rückfahrbewegung des Kolbens 11 dämpft und begrenzt. Zwischen
Deckel 16, Zylinderrohr 12 und Kolbenoberseite 19 ist der Kolbenvorraum 20 des Schnellentlüftungsventils
6 begrenzt, in welchem Steuerdruckluft über eine nur schematisch angedeutete Steuerleitung
21 über die Öffnung 22 zugeführt wird.
[0016] In der Steuerleitung 21, die bei 23 von der Druckluftzufuhrleitung 24 zum Speicherbehälter
1 abzweigt, befinden sich ein Rückschlagventil 25, das nur eine Strömung von Steuerluft
in Pfeilrichtung der Leitung 21 zuläßt, ein Speichertopf 26 mit einem ausreichend
bemessenen Speichervolumen zur Bereitstellung eines ausreichenden Betriebsdrucks zum
Schließen des Kolbens 11 des Schnellentlüftungsventils 6, sowie ein Mehrwegeventil,
hier ein 3/2-Wege-Magnetventil 27, welches in einer Stellung die Zufuhr von Druckluft
über die Steuerleitung 21 zum Kolbenvorraum 20 ermöglicht und in einer anderen Schaltstellung,
das ist die Entlüftungsstellung, eine Entlüftung des Kolbenvorraums 20 bewirkt.
[0017] Die Druckluft wird von einem nicht-dargestellten geeigneten Druckluftreservoir über
einen 3/2-Wege-Kugelhahn 28 dem Speicherbehälter 1 über eine Drossel 29 zugeführt,
die im dargestellten Ausführungsbeispiel durch eine im Adaptergehäuse 3 eingebrachte
Bohrung gebildet ist und gelangt von dort um den Zylinder 12 des Schnellentlüftungsventils
6 herum über den Auslaß 2 in den Druckluft-Speicherbehälter 1.
[0018] Vor Erläuterung der Funktionsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung sei kurz auf
den konventionellen Stand der Technik eingegangen, der anhand der Fig. 1 durch die
strichliert dargestellte Leitung 30 gekennzeichnet ist, die selbstverständlich nur
illustrativ in Fig. 1 eingezeichnet ist, tatsächlich aber in der Ausführungsform nach
Fig. 1 nicht existent ist.
[0019] Bei der konventionellen Vorrichtung erfolgt die Druckluftzufuhr zum Speicherbehälter
1 über die Öffnung 22, so daß der Kolbenvorraum 20 unter Betriebsdruck gesetzt und
damit der Kolben 11 in die in Fig. 1 dargestellte Schließstellung nach unten auf die
Ausblasöffnung 8 bewegt wird. Gleichzeitig gelangt die über die Öffnung 22 zugeführte
Druckluft über die Leitung 30 in den Speicherbehälter 1, so daß der Speicherbehälter
1 gefüllt wird. Nach entsprechender Füllung des Speicherbehälters wird für den Abschuß
der Vorrichtung, also das stoßartige Ausblasen der Druckluft aus dem Speicherbehälter,
das Magnetventil 27 auf Entlüftungsstellung umgeschaltet, so daß der Vorraum 20 entlüftet
wird. Hierbei verhindert ein in der Leitung 30 vorgesehenes, jedoch hier nicht dargestelltes
Rückschlagventil ein Ausströmen von Druckluft aus dem Speicherbehälter 1 über die
Öffnung 22. Aufgrund des innerhalb des Speicherbehälters 1 herrschenden großen Drucks,
der auf die wirksame Kolbenfläche 31 des Kolbens 11 wirkt und bei gleichzeitiger Entlüftung
des Vorraumes 20 wird der Kolben 11 schlagartig nach oben in seine Öffnungsstellung
bewegt, die schematisch in Fig. 2 dargestellt ist. In dieser Stellung strömt nun Druckluft
aus dem Speicherbehälter 1 stoßartig über die Ausblasöffnung 8 und die Luftdüse 9
aus.
[0020] Um das Schnellentlüftungsventil in die Schließstellung gemäß Fig. 1 zu überführen,
wird das Magnetventil 27 umgeschaltet, so daß Druckluft dem Kolbenvorraum 20 zugeführt
wird. Ein Schließen des Kolbens 11 ist aber erst dann möglich, wenn der Speicherbehälter
1 im wesentlichen geleert ist, da sonst über die wirksame Kolbenringfläche 31 eine
entsprechende Kraft ansteht, die den Kolben 11 nach oben gegen den Dämpfungsring 18
drückt. Dies beruht darauf, weil die dem Vorraum 20 zugeführte Druckluft sich den
Weg des geringsten Widerstandes sucht und über den Zweig 30 in Richtung auf den Speicherbehälter
1 strömt, so daß der Druck im Vorraum 20 nicht ausreicht, die über die wirksame Kolbenfläche
31 über den Speicherbehälter aufgebrachte Kraft zu überwinden, um den Kolben 11 in
Schließstellung zu bringen. Das heißt, erst nach weitgehender Entleerung des Speicherbehälters
1 kann der Kolben 11 in seine Schließstellung gemäß Fig. 1 gebracht werden.
[0021] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist der Kolbenvorraum 20 zur Gänze von der
Druckluftbeaufschlagung des Speicherbehälters 1 entkoppelt, da die Druckluft zum Füllen
des Speicherbehälters 1 über die Druckluftleitung 24 und die Drossel 29 getrennt vom
Kolbenvorraum 20 zugeführt wird, dem wiederum separat von der Druckluftzuführung zum
Speicherbehälter 1 Steuerluft über die Steuerleitung 21 und die Öffnung 22 zugeführt
wird.
[0022] Fig. 2 zeigt die Entlüftungsstellung der Vorrichtung, wobei zur Verdeutlichung die
Druckluftströme zur Ausblasöffnung 8 hin mit Pfeil gekennzeichnet sind. Wird in dieser
Stellung nun das Magnetventil 27 umgeschaltet, so steht der volle Betriebsdruck im
Kolbenvorraum 20 aus dem Speichertopf 26 an, da ein Überströmen des Drucks aus dem
Kolbenvorraum 20 über die konventionelle Leitung 30 zum Speicherbehälter 1 nicht möglich
ist. Zugleich ist durch die Drossel 29 sichergestellt, daß der Druckluftstrom, der
den Weg des geringsten Widerstandes geht, zuerst voll in Richtung auf den Kolbenvorraum
20 über die Steuerleitung 21 wirkt und nur gedrosselt ein Überströmen über die Drossel
29 in Richtung auf den Speicherbehälter 1 stattfindet. Deswegen baut sich im Kolbenvorraum
20 der Druck weit schneller auf, als sich der Druck über die Drossel 29 im großvolumigen
Speicherbehälter 1 aufbaut, so daß der Kolben 11 sofort in seine Schließstellung gemäß
Fig. 1 gefahren wird, in der er die Auslaßöffnung 8 verschließt. Dadurch ist es möglich,
den Kolben 11 des Schnellentlüftungsventils 6 auch dann bereits in seine Schließstellung
auf die Ausblasöffnung 8 zu fahren, wenn der Behälter 1 noch nicht vollständig geleert
ist, vielmehr in dem Behälter noch Druckluft mit 4 - 5 bar und mehr ansteht. Für die
Überführung des Kolbens in Schließstellung genügt vielmehr ein geringer Differenzdruck
von 1 bis 2 bar. Dies hat den Vorteil, daß der Speicherbehälter 1 bereits nach der
ersten Druckspitze, in der der Hauptanteil der Ausblaskraft über die Ausblasöffnung
8 ansteht, nach Schließen des Kolbens 11 wieder gefüllt werden kann, was zu erheblichen
Einsparungen an Druckluft bei gleichwohl ausreichend hoher Ausblaskraft zur Beseitigung
der Materialanbackungen führt.
[0023] Durch den zwangsgesteuerten Kolben 11 nach der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann
dieser unabhängig davon, ob der Speicherbehälter 1 zur Gänze geleert ist oder nicht,
in Schließstellung überführt werden, also bereits nach 50 - 150 msec. und nicht erst
nach 300 - 400 msec. wenn der Speicherbehälter 1 weitgehend geleert ist.
[0024] Hierzu wird auf das beigefügte Diagramm gemäß Fig. 7 verwiesen, das abhängig von
unterschiedlichen Volumina des Speicherbehälters den Verlauf der Luftstoßkraft über
die Zeit während des Abschießens der Vorrichtung zeigt. Den Kurven ist gemeinsam,
daß die maximale Luftstoßkraft zu Beginn des Abschießens der Vorrichtung ansteht,
und sich die Luftstoßkraft nach ca. 20 - 25 msec. abbaut, also der eigentliche Luftstoß
in der Anfangsphase des Abschußvorganges bewerkstelligt wird. Mit dem zwangsgesteuerten
Kolben ist es nun möglich, den Kolben des Schnellentlüftungsventils nach dieser wirksamen
Phase zu schließen und nicht erst bis zur vollständigen Entleerung des Speicherbehälters
zu warten, so daß beim Schließen des Kolbens nach der Anfangsphase von 50 - 150 msec.
nur ein Bruchteil an Druckluft dem Behälter 1 zugeführt werden muß, bis er für den
Abschußvorgang wieder bereit ist. Zugleich läßt sich durch den zwangsgesteuerten Kolben
die Phase des Schließens des Kolbens des Schnellentlüftungsventils, abhängig vom Einsatzfall,
gewählt bestimmen, so daß zweckmäßigerweise das Magnetventil 27 mit einer elektrischen
Taktsteuerung versehen ist, welches ein Schließen bzw. ein Schalten des Ventils in
einem Zeittakt von 50 msec. bis 1 sec variabel ermöglicht.
[0025] Der in der Steuerleitung 21 vorgesehene Speichertopf 26 hat den Vorteil, daß der
volle Betriebsdruck im Kolbenvorraum 20 selbst dann ansteht, wenn es in der Druckluftzuführleitung
24 zu Druckschwankungen bzw. Störungen kommt, was sehr wesentlich eine verläßliche
Betriebsweise ist.
[0026] Anstelle einer Drossel 29 könnte auch ein 2-Wege-Ventil vorgesehen sein, welches
die Zufuhr von Druckluft über die Druckluftzufuhrleitung 24 in das Adaptergehäuse
3 kurzzeitig schließt, so daß über die Steuerleitung 21 der Druck im Kolbenvorraum
20 zum Zwecke der Überführung des Kolbens 11 in die Schließstellung aufgebaut wird,
und dann zeitverzögert öffnet und schließlich Druckluft zum Speicherbehälter 1 führt.
[0027] Fig. 3 zeigt die Betriebsstellung der Vorrichtung in der Behälterzwangsentlüftung,
bei welcher der Kugelhahn 28 in Entlüftungsstellung geschaltet ist, wodurch die Druckluftzuführung
unterbrochen bzw. versperrt wird und gleichzeitig die im Behälter 1 befindliche Druckluft
über die Drossel 29 nach außen abgeführt werden kann. Dies ist ein erheblicher Vorteil
der Vorrichtung, weil für die Behälterzwangsentlüftung nicht gesonderte bauliche Maßnahmen
zutreffend sind, vielmehr infolge der Entkopplung der Druckluftzufuhr vom Kolbenvorraum
die Drossel 29 unmittelbar als Bestandteil der Behälterzwangsentlüftung genutzt werden
kann.
[0028] Fig. 4 zeigt eine Anlage mit einer Reihe von Vorrichtungen zum stoßartigen Ausblasen
von Druckluft, auch Luftkanonen genannt, die in Fig. 4 mit SB1, SB2, SB3, SB4 usw.
bezeichnet sind und nacheinander abgeschossen werden können. Die Druckluftzufuhr P
V erfolgt bei 40 vom Netz her, wobei die Druckluft einer allgemein mit 41 bezeichneten
Steuereinheit zugeführt wird, die in den Einzelheiten näher anhand von Fig. 5 dargestellt
ist. Über eine Ringleitung 41 steht der Druck P
V an und wird über Zweigleitungen 42 zu den einzelnen Luftkanonen SB1 usw. und bei
43 in die Adaptergehäuse zum Füllen der Speicherbehälter geführt. Näheres ergibt sich
hierbei aus Fig. 6, wobei mit 43 die zur Drossel 29 führende Leitung mit bezeichnet
ist.
[0029] Fig. 5 zeigt, daß die Druckluft über die zentrale Leitung 40 über ein Rückschlagventil
44 zu einem 3/2-Wege-Kugelhahn 45 und von dort über einen Filterregler 46 zur Leitung
41 geführt wird, wobei im Filterregler der Druckluftstrom von Schmutzstoffen aus der
Luft gereinigt und auch das Kondenswasser abgeführt wird. Über die Leitung 41 geht
es dann zu den einzelnen Luftkanonen SB1 - SB4 etc. Gleichzeitig wird Luft über das
T-Stück 47 in eine Steuerleitung 48 über ein Rückschlagventil 54 abgezweigt und einem
gemeinsamen Speichertopf 49 zugeführt, von wo die Steuerluft vorzugsweise über einen
zusätzlichen Filterregler 50 und eine Steuerleitung 48 zu den Magnetventilen geführt
wird, die in einem Magnetventilschrank 51 (Fig. 4) angeordnet sind. Von dort gehen
einzelne Steuerleitungen 52 zu den einzelnen Luftkanonen, wo sie in den entsprechenden
Kolbenvorräumen der Schnellentlüftungsventile geführt werden. Hierbei werden unmittelbar
vor den Adaptergehäusen Schnellentlüftungs-Steuerventile 53 angeordnet, die eine Entlüftung
der Kolbenvorräume zum Zwecke des Abschießens der Luftkanonen ermöglichen. Hierbei
tritt der gemeinsame Speichertopf 49 an die Stelle von einzelnen Steuertöpfen 26 der
Fig. 1 und 2, wobei das T-Stück 47 mit der Abzweigstelle 23, das Rückschlagventil
54 mit dem Rückschlagventil 25, der gemeinsame Speichertopf 49 mit dem Speichertopf
26 und die Magnetventile 51 im Schutzgehäuse mit dem Schnellentlüftungs-Steuerventil
53 mit dem Magnetventil 27 der Ausführungsform nach Fig. 1 und 2 vergleichbar sind.
[0030] Der gemeinsame Speichertopf 49 stellt hierbei analog dem Speichertopf 26 in den Fig.
1 und 2 unabhängig von Schwankungen oder Störungen im Betriebsdruckluftnetz ausreichend
Druckluft für die Steuerung der Kolbenvorräume der Luftkanonen bereit. Mit dieser
Anlage können auch lange Entfernungen bis zu 30 oder 50 m zu den Luftkanonen überbrückt
werden, ohne daß eine Beeinträchtigung des Betriebs der Luftkanonen erfolgt. Die Erfahrung
hat gezeigt, daß bei langen Entfernungen der Steuerleitungen zu den einzelnen Kolbenvorräumen
der Luftkanonen Schwierigkeiten auftreten können, wenn mehrere Geräte kurz hintereinander
abschießen. Diese Schwierigkeiten ergeben sich daraus, weil die Luftkanonen sämtlich
über das Hauptdruckluftnetz miteinander in der Art von kommunizierenden Röhren verbunden
sind. Falls mehrere Luftkanonen hintereinander abgeschossen werden, bekommen diese
vom Betriebsdruckluftnetz nicht genügend Druckluft nachgeliefert. Dies führt zu einem
verminderten Druck in den Behältern, weil diese sich gegenseitig ins Gleichgewicht
bringen. Das würde zur Folge haben, daß der Druck im Kolbenvorraum zu hoch liegt und
dann nicht mehr die Möglichkeit besteht, das Gerät abzuschießen. Deswegen wird insbesondere
bei langen Wegen der Steuerleitung, wie sie bei Anlagen mit mehreren Luftkanonen vorkommen,
der Druck in der Steuerleitung über den Regler 50 reduziert und zwar auf ein Maß,
das ausreicht, um den Kolbenvorraum der Luftkanonen zu beaufschlagen. Durch den verringerten
Druck im Kolbenvorraum ist sichergestellt, daß auch bei hintereinander abgeschossenen
Luftkanonen und demzufolge verringerten Drücken in den Speicherbehältern die Kolben
aus ihrer Schließstellung abgehoben werden können und damit die Luftkanonen abgeschossen
werden können. Die Vorrichtung nach Fig. 4 ermöglicht es somit, daß auch bei langen
Wegen der Steuerleitungen ein einwandfreies Abschießen der Luftkanonen ermöglicht
ist.
1. Vorrichtung zum stoßartigen Ausblasen von Druckluft zur Beseitigung von Materialanbackungen
oder -aufstauungen von Schüttgütern in verfahrens-technischen Behältern, Bunkern,
Silos oder dgl., mit einem Druckluft-Speicherbehälter (1), dem Druckluft aus einem
Reservoir über eine Leitung (24) zugeführt wird, einer Ausblasöffnung (8), für das
stoßartige Ausblasen von Druckluft aus dem Speicherbehälter (1) und einem Schnellentlüftungsventil
(6), das am Speicherbehälter (1) angeordnet ist und einen in einem Zylinder (12) geführten
Kolben (11) aufweist, der bei entsprechendem Druckaufbau im Kolbenvorraum (20) gegen
die Ausblasöffnung (8) gedrückt wird und diese schließt und bei Entlüftung des Kolbenvorraums
(20) schlagartig von der Ausblasöffnung (8) abgehoben wird, so daß Druckluft im Speicherbehälter
(1) stoßartig über die Ausblasöffnung (8) austritt, wobei der Kolbenvorraum (20) des
Schnellentlüftungsventils (6) getrennt von der Druckluftzufuhr zum Speicherbehälter
(1) mit Druckluft beaufschlagbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung derart ausgebildet ist, daß das Schließen des Kolbens (11) des Schnellentlüftungsventils
(6) pneumatisch zwangsgesteuert, insbesondere mehrmals, vor dem vollständigen Entleeren
des Druckluft-Speicherbehälters (1) erfolgen kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der insbesondere das Schnellentlüftungsventil (6)
außerhalb des Druckluft- Speicherbehälters (1) in einem an einem Auslaß (2) des Speicherbehälters
(1) angeschlossenen Adaptergehäuse (3) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckluft in den Kolbenvorraum (20) über ein Mehrwegeventil (27) in einer Steuerleitung
(21) getrennt von der Druckluftzuführleitung (24) zum Speicherbehälter (1) zugeführt
wird, wobei die Zuführleitung (24) zum Speicherbehälter (1) vom Kolbenvorraum (20)
entkoppelt ist und im Adaptergehäuse (3) außerhalb des Zylinders (12) des Schnellentlüftungsventils
(6) einmündet und sich unabhängig von der Stellung des Kolbens (11) des Schnellentlüftungsventils
(6) in direkter Strömungsverbindung mit dem Auslaß (2) des Speicherbehälters (1) befindet.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Steuerleitung (21) zum Kolbenvorraum (20) vor dem Mehrwegeventil (27) ein
Speichertopf (26) angeordnet ist, der für die Aufrechterhaltung eines vorgegebenen
Betriebsdrucks für das Schließen des Kolbens (11) das Schnellentlüftungsventil (6)
vorgesehen und gegen die Druckluftzuführleitung (24) über ein Rückschlagventil gesichert
ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckluftzuführleitung (24) zum Speicherbehälter (1) über eine Drossel (29) oder
ein Mehrwegeventil in das Adaptergehäuse (3) mündet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Drossel (29) bei einem ungefähren Systemdruck von 8 - 10 bar durch eine Bohrung
im Adaptergehäuse mit einem Durchmesser von etwa 6 - 8 mm gebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zum Zwecke einer Behälterzwangsentlüftung in der Druckluftzuführleitung (24) ein
Mehrwegeventil (28) mit Entlüftungsstellung angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Schließen des Kolbens (11) des Schnellentlüftungsventils (6) bei einem Druck
im Bereich von etwa 4 bis 6 bar im Speicherbehälter (1) erfolgt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Schließen des Kolbens (11) des Schnellentlüftungsventil (6) durch eine Taktsteuerung
erfolgt, die variabel von 50 msec bis 1 sec einstellbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Vorrichtung Teil
einer Anzahl von Vorrichtungen nach einem der Ansprüche 1 - 8 ist, die über eine gemeinsame
Druckluftzuführleitung (41) gespeist werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckluft über eine Steuereinheit (41) zugeführt wird, in der die Steuerluft
für die Kolbenvorräume der Vorrichtungen über ein Rückschlagventil (54) gesichert
abgezweigt und über einen gemeinsamen Speichertopf (49) zu den einzelnen Mehrwegeventilen
(51, 53) für die Steuerung der Kolbenvorräume der Vorrichtung zugeführt wird, die
vorzugsweise in einem Schrank (51) untergebracht sind, von dem die Steuerleitungen
(52) zu den einzelnen Vorrichtungen führen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Speichertopf (49) und Magnetventilschrank (51) ein variabler Druckregler
ggf. mit einer Filtereinheit zur Herabsetzung des Steuerdrucks angeordnet ist.
11. Verfahren zum stoßartigen Ausblasen von Druckluft zur Beseitigung von Materialanbackungen
oder -aufstauungen von Schüttgütern in verfahrens-technischen Behältern, Bunkern,
Silos und dgl., bei dem Druckluft aus einem Druckluft-Speicherbehälter (1) über eine
Ausblasöffnung (8) abgeblasen werden kann, die durch Verschieben eines in einem Zylinder
geführten Kolbens (11) eines Schnellentflüftungsventils (6) geöffnet wird, gekennzeichnet durch zwangsgesteuertes Schließen des Kolbens (11) des Schnellentflüftungsventils nach
Abbau der Luftstoßkraftspitze auf wenigstens 60%, vorzugsweise wenigstens etwa 50%
des beim Abschießen erzeugten Maximalwertes der Luftstoßkraft.
1. Apparatus for intermittently blasting compressed air for the removal of caked or accumulated
bulk materials in process-related containers, bunkers, silos or the like including
a compressed air storage container, to which compressed air is supplied from a reservoir
via a conduit (24); a discharge opening (8) for the intermittent blasting of compressed
air out of the storage container (1) and a rapid venting valve (6), which is arranged
on the storage container (1) and has a piston (11) which is guided in a cylinder (12)
and is pressed against the discharge opening (8) and closes it, when an appropriate
pressure builds up in the cylinder space (20), and is raised abruptly from the discharge
opening (8), when the cylinder space (20) is vented, so that compressed air in the
storage container (1) discharges impulsively via the discharge opening (8), whereby
the cylinder space (20) of the rapid venting valve (12) may be acted on by compressed
air separately from the compressed air supply to the storage container (1), characterised in that the apparatus is so constructed that the closing of the piston (11) of the rapid
venting valve (6) can occur under positive pneumatic control, in particular a number
of times, before the complete emptying of the compressed air storage container (1).
2. Apparatus as claimed in Claim 1, in which, in particular, the rapid venting valve
(6) is arranged outside the compressed air storage container (1) in an adapter housing
(3) connected to an outlet (2) of the storage container (1), characterised in that the compressed air is supplied into the cylinder space (20) via a multi-way valve
(27) in a control conduit (26) separate from the compressed air supply conduit (24)
to the storage container (1), whereby the supply conduit (24) to the storage container
(1) is decoupled from the cylinder space (20) and communicates with the adapter housing
(3) outside the cylinder (12) of the rapid venting valve (6) and is situated, independent
of the position of the piston (11) of the rapid venting valve (6), in direct flow
connection with the outlet (2) of the storage container (1).
3. Apparatus as claimed in Claim 1 or 2, characterised in that arranged before the multi-way valve (20) in the control conduit (21) to the cylinder
space (20) there is a storage container (26), which is provided for the maintenance
of a predetermined operating pressure for the closure of the piston (11) of the rapid
venting valve (6) and is protected against the compressed air supply conduit (24)
by means of the non-return valve.
4. Apparatus as claimed in one of the preceding claims, characterised in that the compressed air supply conduit (24) to the storage container (1) communicates
with the adapter housing (3) via a throttle (29) or a multi-way valve.
5. Apparatus as claimed in Claim 4, characterised in that the throttle (29) is constituted at an approximate system pressure of 8-10 bar by
a bore in the adapter housing with a diameter of about 6-8 mm.
6. Apparatus as claimed in one of the preceding claims, characterised in that a multi-way valve with a venting position is arranged in the compressed air supply
conduit (24) for the purpose of forced container venting.
7. Apparatus as claimed in one of the preceding claims, characterised in that the closing of the piston (11) of the rapid venting valve (6) occurs at a pressure
in the range of about 4 to 6 bar in the storage container (1).
8. Apparatus as claimed in Claim 7, characterised in that the closing of the piston (11) of the rapid venting valve (6) is effected by a fixed-cycle
control, which is variably adjustable from 50 msec to 1 sec.
9. Apparatus as claimed in one of the preceding claims, in which the apparatus is part
of a number of apparatuses as claimed in one of Claims 1-8, which are supplied via
a common compressed air supply conduit (41), characterised in that the compressed air is supplied via a control unit (41), in which the control air
for the cylinder spaces of the apparatuses is securely tapped off via a non-return
valve (54) and supplied via a common storage container (49) to the individual multi-way
valves (51, 53) for the control of the cylinder spaces of the apparatuses, which are
preferably accommodated in a cabinet (51), from which the control conduits (52) lead
to the individual apparatuses.
10. Apparatus as claimed in Claim 9, characterised in that arranged between the storage container (49) and the magnetic valve cabinet (51) there
is a variable pressure controller, optionally with a filter unit for reducing the
control pressure.
11. Method of intermittently blasting compressed air to remove caked or accumulated bulk
materials in process-related containers, bunkers, silos and the like in which compressed
air can be discharged from a compressed air storage container (1) via a discharge
opening (8), which is opened by moving a piston (11), guided in a cylinder, of a rapid
venting valve (6), characterised by the positively controlled closing of the piston (11) of the rapid venting valve after
decay of the air blast force peak to at least 60%, preferably at least about 50%,
of the maximum value of the air blast force produced whilst blasting.
1. Dispositif de soufflage intermittent d'air comprimé, afin d'empêcher le collage ou
l'accumulation de matière de produits en vrac contenus dans des réservoirs, des trémies,
des silos ou analogues de la technologie des procédés industriels, comprenant un réservoir
de stockage d'air comprimé (1), alimenté en air comprimé à partir d'un réservoir par
l'intermédiaire d'une canalisation d'introduction (24), un orifice de soufflage (8),
pour le soufflage intermittent d'air comprimé à partir du réservoir de stockage (1),
et une soupape d'échappement rapide (6), qui est disposée sur le réservoir de stockage
(1) et présente un piston (11) logé dans un cylindre (12), piston qui est pressé contre
l'orifice de soufflage (8) et ferme celui-ci lors de l'établissement d'une pression
appropriée dans une antichambre de piston (20) et qui est soulevé de l'orifice de
soufflage (8) de façon intermittente lors de la mise à l'air de l'antichambre de piston
(20), de sorte que l'air comprimé contenu dans le réservoir de stockage (1) sort de
façon intermittente par l'intermédiaire de l'orifice de soufflage (8), l'antichambre
de piston (20) de la soupape d'échappement rapide (6) pouvant être alimentée en air
comprimé séparément de l'introduction d'air comprimé vers le réservoir de stockage
(1), caractérisé en ce que le dispositif est configuré d'une manière telle que la fermeture du piston (11) de
la soupape d'échappement rapide (6) peut se dérouler, en particulier, plusieurs fois
avant de vider complètement le réservoir de stockage d'air comprimé (1), par commande
pneumatique.
2. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel, en particulier, la soupape d'échappement
rapide (6) est disposée à l'extérieur du réservoir de stockage d'air comprimé (1)
dans un logement d'adaptateur (3) relié à une sortie (2) du réservoir de stockage
(1), caractérisé en ce que l'air comprimé est introduit dans l'antichambre de piston (20) par l'intermédiaire
d'une vanne multivoie (27) dans une ligne de commande (21), séparément de la canalisation
d'introduction d'air comprimé (24) vers le réservoir de stockage (1), la canalisation
d'introduction (24) vers le réservoir de stockage (1) étant découplée de l'antichambre
de piston (20) et débouchant dans le logement d'adaptateur (3) à l'extérieur du cylindre
(12) de la soupape d'échappement rapide (6), et se trouvant, indépendamment de la
position du piston (11) de la soupape d'échappement rapide (6), en communication fluide
directe avec la sortie (2) du réservoir de stockage (1).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que, dans la ligne de commande (21) vers l'antichambre de piston (20), un ballon de stockage
(26) est disposé avant la vanne multivoie (27), lequel est destiné à maintenir une
pression de service prédéterminée pour la fermeture du piston (11) de la soupape d'échappement
rapide (6) et qui est isolé de la canalisation d'introduction d'air comprimé (24)
par un clapet anti-retour.
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la canalisation d'introduction d'air comprimé (24) vers le réservoir de stockage
(1) aboutit par l'intermédiaire d'un étranglement (29) ou d'une vanne multivoie dans
le logement d'adaptation (3).
5. Dispositif selon la revendication 4, caractérisé en ce que l'étranglement (29) est formé d'un trou dans le logement d'adaptateur d'environ 6
à 8 mm de diamètre pour une pression de système d'environ 8 à 10 bars.
6. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une vanne multivoie (24) est prévue avec une position de mise à l'air dans la canalisation
d'introduction d'air comprimé (24) afin de commander une mise à l'air du réservoir.
7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la fermeture du piston (11) de la soupape d'échappement rapide (6) se produit à une
pression dans la gamme allant d'environ 4 à 6 bars dans le réservoir de stockage (1).
8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce que la fermeture du piston (11) de la soupape d'échappement rapide (6) se produit par
l'intermédiaire d'une commande de cycle, que l'on peut régler de façon variable entre
50 ms et 1 seconde.
9. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le dispositif
fait partie d'un certain nombre de dispositifs selon l'une quelconque des revendications
1 à 8, qui sont alimentés par l'intermédiaire d'une canalisation d'introduction d'air
comprimé commune (41), caractérisé en ce que l'air comprimé est introduit par une unité de commande (41), dans laquelle l'air
de commande pour les antichambres de pistons des dispositifs est détournée par l'intermédiaire
d'un clapet anti-retour (54) et introduit dans le dispositif par l'intermédiaire d'un
ballon de stockage commun (49) vers les vannes multivoies individuelles (51, 53) pour
commander les antichambres de piston, qui, de préférence sont logées dans une armoire
(51) à partir de laquelle les lignes de commande (52) conduisent aux dispositifs individuels.
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'un régulateur de pression variable doté éventuellement d'un élément de filtre est
disposé entre le ballon de stockage (49) et l'armoire (51) à électrovannes afin de
réduire la pression de commande.
11. Procédé de soufflage intermittent d'air comprimé pour lutter contre le collage et
l'accumulation de matière de produits en vrac dans des réservoirs, des trémies, des
silos et analogues, dans lequel on peut souffler de l'air comprimé à partir d'un réservoir
de stockage d'air comprimé (1) par l'intermédiaire d'un orifice de soufflage (8),
qui est ouvert par déplacement d'un piston (11) logé dans un cylindre d'une soupape
d'échappement rapide (6), caractérisé par la fermeture commandée du piston (11) de la soupape d'échappement rapide après une
diminution du pic de la force de propulsion d'air à au moins 60%, de préférence à
au moins environ 50% de la valeur maximale de la force de propulsion d'air obtenue
lors d'un soufflage.