[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Kühlregal zur Präsentation und Lagerung
wärmeempfindlicher Waren in Supermärkten und dergleichen mit einem gekühlten Regalabschnitt
zur Aufnahme der Waren sowie auf ein Präsentationsmodel für Kühlregale.
[0002] Kühlregale werden im Lebensmitteleinzelhandel zum Verkauf wärmeempfindlicher Lebensmittel,
insbesondere von Molkereiprodukten eingesetzt. Die Kühlregale sind üblicherweise in
langer Reihe entlang der Wände eines Supermarktes angeordnet und vertikal und horizontal
in Regalfächer unterteilt, in denen die Waren geordnet und übersichtlich angeordnet
sind.
[0003] Das Kaufverhalten der Verbraucher wird heutzutage massiv über die Werbung beeinflußt.
Der Verbraucher kennt die Waren aus der TV- und Print-Werbung. Am Point of Sale (P.O.S.)
ist die Beeinflussung der Verbraucher jedoch auf ein Minimum reduziert. Displays,
Regalstopper und Deckenabhänger können nur bedingt die verlorengegangenen Werbebotschaften
am P.O.S. aktivieren. Dies gilt insbesondere für Kühlregale, die, wie erwähnt, in
langer Reihe angeordnet sind.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, die Kaufentscheidungen der Verbraucher am P.O.S.
Kühlregal stärker zu beeinflussen, um zu einem erhöhten Warenumschlag und damit verbesserten
Absatz der Produkte beizutragen.
[0005] Diese Aufgabe wird mit der Erfindung im wesentlichen dadurch gelöst, daß am oberen
Rand des Regalabschnitts Modulkästen angeordnet sind, daß die Modulkästen auf der
der Vorderseite des Kühlregals zugewandten Seite wenigstens einen Plasmabildschirm
und/oder eine vorzugsweise auf einem transparenten Träger angebrachte transparente
Werbeabbildung aufweisen, die über in den Modulkästen vorgesehene Lichtquellen beleuchtet
wird.
[0006] Durch die Modulkästen, die über die gesamte Breite des Kühlregals installiert werden
können, wird direkt am P.O.S. eine zusätzliche großflächige Produktpräsentation ermöglicht
und die bisher bestehende Werbelücke am P.O.S. geschlossen. Die neu geschaffene Werbefläche
kann vom Handel an seine Lieferanten vermietet werden.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Regalabschnitt in eine
Mehrzahl vertikaler Bereiche zur Aufnahme unterschiedlicher Waren unterteilt, wobei
jedem Bereich ein oder mehrere Modulkästen zugeordnet sind, der/die etwa dieselbe
Breite aufweisen wie der Regalbereich. Somit können direkt über dem Kühlregal großformatige
Produktabbildungen passend zu den jeweils unterhalb der Modulkästen in dem Regalabschnitt
gelagerten Waren präsentiert werden.
[0008] Gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung sind die Träger Kunststoffplatten
oder -folien, auf die die Werbeabbildungen, beispielsweise Color-Prints, fototechnisch
aufgebracht sind. Ebensogut können jedoch auch Diapositive verwendet werden. Die Folien
werden vorzugsweise zwischen zwei Plexiglasplatten oder dergleichen gehalten, um sie
zu schützen und ihnen die nötige Stabilität zu verleihen.
[0009] In Weiterbildung dieses Erfindungsgedankens weisen die Modulkästen jeweils einen
Rahmen mit einer leicht zu öffnenden Klappe auf, über die die Träger mit den Werbeabbildungen
oder die Plasmabildschirme in die Modulkästen eingesetzt, beispielsweise in hierfür
vorgesehene Führungen eingeschoben werden können. Es ist auch möglich, dass die Plasmabildschirme
fest in die als Gehäuse dienenden Modulkästen integriert sind. Die Plasmabildschirme
sind vorzugsweise durch eine Steuerung mit Datenspeichereinheit geregelt, um mehrere
verschiedene Informationen in bestimmbarer zeitlicher Abfolge anzuzeigen. Vorteilhaft
ist eine zentrale Steuerungseinheit, über welche die jeweiligen Plasmabildschirme
einzeln oder gemeinsam bedienbar sind.
[0010] Es kann auch vorgesehen sein, daß an der Vorderseite der Modulkästen nur im Randbereich
ein oder mehrere Klappen vorgesehen sind, die beispielsweise gegen die Wirkung einer
Feder aufgeklappt werden können, um die Träger einzusetzen, und die die Träger dann
durch die Federkraft oder eine zusätzliche Verriegelung halten. In jedem Fall ist
ein leichter Zugang zu den Modulkästen und damit ein leichter Austausch der Träger,
sowie nach deren Entfernen der darunterliegenden Leuchtstoffröhren oder dergleichen
möglich.
[0011] Gemäß einer anderen Ausgestaltung der Erfindung sind die Werbeabbildungen auf einem
transparenten Endlosband aufgebracht, das beispielsweise über einen Elektromotor angetrieben
wird und über ein Rollensystem umläuft, um mit mehreren Abbildungen auf die unterschiedlichen
in dem zugeordneten Regalbereich angeordneten Waren hinzuweisen.
[0012] Vorzugsweise ist dem Elektromotor ein Taktgeber zugeordnet, so daß das Endlosband
nicht kontinuierlich umläuft, sondern die Abbildungen in einem Zeittakt von beispielsweise
30 Sekunden wechseln.
[0013] Die Modulkästen sind erfindungsgemäß auf einem Schienensystem auf dem Kühlregal angebracht
und vorzugsweise um etwa 15° nach vorne geneigt, um eine bessere optische Wahrnehmung
zu ermöglichen und Blendeffekte zu vermeiden. Ggf. ist es notwendig, die Modulkästen
oberhalb der Kühlregale an der Wand oder Decke zu befestigen, weil die Abdeckplatten
sehr langer Kühlregale nicht die notwendige Stabilität zum Tragen vieler Modulkästen
aufweisen und um Wartungsschächte zugänglich zu halten.
[0014] Insbesondere bei einer neuen Generation von Kühlregalen können die Modulkästen aber
auch als komplettes Bauteil gleich integriert werden.
[0015] Die Beleuchtung der Träger mit den Werbeabbildungen erfolgt vorzugsweise über Neonröhren,
die jedem einzelnen Modulkasten zugeordnet sind. Insbesondere bei der Verwendung des
oben beschriebenen Endlosbandes ist jedoch die Verwendung ausreichend starker Glüh-
oder Halogenlampen anzuraten.
[0016] Die Stromversorgung der Modulkästen erfolgt erfindungsgemäß unabhängig von der Stromversorgung
zur Kühlung und Beleuchtung des Regalabschnitts. Somit tritt auch bei Wartungsarbeiten
an den Modulkästen keine Unterbrechung der Stromzufuhr für die Kühlaggregate des Kühlregals
auf.
[0017] Weitere Ziele, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und der Zeichnung. Dabei
bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in
beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung
in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.
[0018] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Kühlregals,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des Kühlregals gemäß Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine vergrößerte Darstellung eines Modulkastens.
[0019] Das in der Zeichnung dargestellte Kühlregal 1 besteht im wesentlichen aus einem Regalabschnitt
2, der durch vertikale Trennwände 3 in eine Vielzahl von Regalbereichen 2' unterteilt
ist, welche wiederum durch Fachböden in Regalfächer 2'' unterteilt sind, in denen
eine Vielzahl unterschiedlicher Waren 5 aufgenommen sind.
[0020] Am oberen Rand, insbesondere an einer oberen Abschlußwand 6 des Regalabschnitts 2
ist eine Vielzahl von Modulkästen 7 angebracht, die jeweils einem Regalbereich 2'
zugeordnet sein und etwa dieselbe Breite wie der Regalbereich 2' aufweisen können.
Die Modulkästen sind über die gesamte Breite des Kühlregals 1 vorgesehen und decken
den üblicherweise vorliegenden Freiraum zwischen der oberen Abschlußwand 6 des Regalabschnitts
und einer Decke 8 des Verkaufsraums wenigstens teilweise ab. Die Modulkästen 7 können
direkt auf dem Regalabschnitt 2 oder an der Wand oder Decke des Verkaufsraumes angebracht
sein. Zur besseren optischen Wahrnehmung sind die Modulkästen 7 um etwa 15° nach vorne
geneigt (Fig. 2). Gleichzeitig wird hierdurch die Blendgefahr verringert.
[0021] Mit Bezug auf Fig. 3 werden nun die Modulkästen 7 im Detail beschrieben. Die im wesentlichen
quadratischen Modulkästen 7 weisen einen Rahmen 9, insbesondere aus rostfreien Alu-Profil-Blechen
auf, an dem eine vorzugsweise nach vorne öffenbare Klappe 10 schwenkbar befestigt
ist. An der Klappe 10 sind seitlich U-Schienen 11 vorgesehen, in die ein Träger 12
aus transparentem Kunststoffmaterial einschiebbar ist. Auf den Träger 12 sind Werbeabbildungen
13, beispielsweise Color-Prints, fototechnisch aufgebracht. Ebenso gut ist es aber
auch möglich, daß eine Diapositivfolie oder dergleichen mit einer Werbeabbildung ggf.
gemeinsam mit dem Träger 12 in die Klappe 10 eingeschoben wird. So kann die Folie
zwischen zwei Plexiglasplatten oder dergleichen aufgenommen sein. In dem Modulkasten
7 sind Neonröhren angeordnet, über die der Träger 12 mit den Werbeabbildungen 13 von
hinten beleuchtet werden kann.
[0022] In einer anderen Ausführungsform ist ein Plasmabildschirm 12 in einen Modulkasten
7 einsetzbar und dort beispielsweise mittels Schrauben fixierbar. Weiterhin kann der
Plasmabildschirm 12 fest in den Modulkasten 7 integriert sein, in welchem sich auch
die Steuerung mit der Datenspeichereinheit befindet.
[0023] Die Modulkästen 7 sind mittels einer Montageschiene 15 auf dem Regalabschnitt 2 angebracht.
Über das Schienensystem erfolgt auch die Stromzufuhr zu den Neonröhren 14 unabhängig
von der Stromversorgung für die Beleuchtung und Kühlung des Regalabschnitts 2.
[0024] Die Werbeabbildungen 13 zeigen in dem zugeordneten Regalbereich 2' angeordnete Waren
oder entsprechende Werbebotschaften, um die aus den Medien bekannte Produktwerbung
aus dem Unterbewußtsein zu aktivieren und in eine gesteuerte Kaufentscheidung umzusetzen.
[0025] Gemäß einer anderen Ausgestaltung der Erfindung sind mehrere Werbeabbildungen auf
einem Endlosband abgebildet, das über ein Rollensystem umläuft und von einem Elektromotor
angetrieben wird. In einem Zeittakt von beispielsweise 30 Sekunden können dann die
Abbildungen wechseln, so daß entweder ein einziges Produkt in mehreren Darstellungen
oder verschiedene in dem zugeordneten Regalbereich vorgesehene Waren präsentiert werden
können.
[0026] Mit der Erfindung wird es somit ermöglicht, direkt am P.O.S. die Kaufentscheidung
des Verbrauchers zu beeinflussen, indem ihm eine großformatige Abbildung der beworbenen
Ware präsentiert wird. Da der Raum über den Kühlregalen in der Regel ungenutzt ist,
wird für diese zusätzliche Werbemaßnahme kein Verkaufsraum benötigt. Vielmehr wird
der Raum zwischen oberer Abschlußwand des Regalabschnitts und der Decke des Verkaufsraums
durch eine breite und beleuchtete Kette von Einzelproduktabbildungen optisch geschlossen.
[0027] Nach der erfolgten Montage der Modulkästen ist das erfindungsgemäße Werbemedium nahezu
wartungsfrei. Eventuell defekte Neonröhren können schnell und sicher durch das vorhandene
Personal beim Handel selbst ausgetauscht werden. Eine Beeinträchtigung der Stromversorgung
der Kühlregale erfolgt nicht, da die Stromzufuhr zu den Modulen selbständig erfolgt.
Bezugszeichenliste:
[0028]
- 1
- Kühlregal
- 2
- Regalabschnitt
- 2'
- Regalbereich
- 2''
- Regalfach
- 3
- Trennwände
- 4
- Fachböden
- 5
- Waren
- 6
- Abschlußwand
- 7
- Modulkasten
- 8
- Decke
- 9
- Rahmen
- 10
- Klappe
- 11
- U-Schiene
- 12
- Träger, Plasmabildschirm
- 13
- Werbeabbildung
- 14
- Neonröhre
- 15
- Montageschiene
1. Kühlregal zur Präsentation und Lagerung wärmeempfindlicher Waren (5), insbesondere
von Lebensmitteln, in Supermärkten, Einzelhandelsgeschäften oder dergleichen mit einem
gekühlten Regalabschnitt (2) zur Aufnahme der Waren (5), dadurch gekennzeichnet, daß an einem oberen Rand, insbesondere einer oberen Abschlußwand (6) des Regalabschnitts
(2) Modulkästen (7) angeordnet sind, daß die Modulkästen (7) auf der der Vorderseite
des Kühlregals (1) zugewandten Seite jeweils wenigstens einen Plasmabildschirm und/oder
eine vorzugsweise auf einem transparenten Träger (12) angebrachte transparente Werbeabbildung
(13) aufweisen, die über in den Modulkästen (7) vorgesehene Lichtquellen (14) beleuchtet
wird.
2. Kühlregal nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Regalabschnitt (2) in eine Mehrzahl vertikaler Bereiche (2') zur Aufnahme
unterschiedlicher Waren (5) unterteilt ist, und daß jedem Regalbereich (2') ein Modulkasten
(7) zugeordnet ist, der etwa dieselbe Breite aufweist wie der Regalbereich (2').
3. Kühlregal nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Träger (12) Kunststoffplatten sind, auf die die Werbeabbildungen (13), beispielsweise
Color-Prints, fototechnisch aufgebracht sind.
4. Kühlregal nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Träger (12) Kunststoffolien sind, auf die die Werbeabbildungen (13) fototechnisch
aufgebracht sind, und die zwischen zwei Plexiglasplatten oder dergleichen gehalten
werden.
5. Kühlregal nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Werbeabbildungen (13) auf einem transparenten Endlosband aufgebracht sind,
das beispielsweise über einen Elektromotor angetrieben wird und über ein Rollensystem
umläuft.
6. Kühlregal nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch einen Taktgeber zur Ansteuerung des Elektromotors.
7. Kühlregal nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Modulkästen (7) auf einem Schienensystem (15) auf dem Regalabschnitt (2)
angebracht sind.
8. Kühlregal nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Modulkästen (7) vorzugsweise um etwa 15° nach vorne geneigt auf dem Regalabschnitt
(2) angebracht sind.
9. Kühlregal nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß als Lichtquelle Neonröhren (14) oder dergleichen verwendet werden, die jedem
einzelnen Modulkasten (7) zugeordnet sind.
10. Kühlregal nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromversorgung der Modulkästen (7) über das Schienensystem (15) unabhängig
von der Stromversorgung zur Kühlung und Beleuchtung des Regalabschnitts (2) erfolgt.
11. Modulkasten zur Verwendung mit einem Kühlregal nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
gekennzeichnet durch einen Rahmen (9) mit einer leicht zu öffnenden Klappe (10), über die die Träger (12)
mit den Werbeabbildungen (13) eingesetzt werden können.