[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung des Siede- und Kochpunkts einer
in einem Gargefäß aufgenommenen Flüssigkeit oder einem Gemenge aus Flüssigkeit und
Kochgütern für die Regelung eines Kochvorganges in einem auf einer mit einer zumindest
steuerbaren Heizvorrichtung ausgestatteten Kochstelle stehenden Gargefäß, wobei die
bei einem Aufheizen des befüllten Gargefäßes durch das Entstehen und Zerplatzen von
Dampfblasen verursachten Geräusche mit Hilfe mindestens eines schwingungsempfindlichen
Sensors erfaßt werden.
[0002] Die beispielsweise mit elektrischer Energie betriebenen Heizvorrichtungen herkömmlicher
Kochfelder werden meist durch manuell einstellbare, zeitlich getaktete Leistungsschalter
angesteuert. Es erfolgt hierbei keine Rückmeldung der tatsächlich vorhandenen Temperatur
der Kochzonen oder des Kochgutes. Der Benutzer ist gezwungen, die Einstellung manuell
ständig so nachzuführen, daß ein gleichmäßiges Kochen erreicht wird. U.a. beim Kochen
von Gemüse oder Teigwaren ist es relativ schwierig, den Kochvorgang ohne Überkochen
aufrechtzuerhalten. Daher ist es oft erforderlich, das Kochgut nur simmernd auf einer
Temperatur unterhalb des Kochpunkts zu halten.
[0003] Wünschenswert ist ein Verfahren, das sich an der Vorgehensweise eines Benutzers bzw.
Kochs orientiert. Der Benutzer kennt erfahrungsgemäß das den bevorstehenden Kochpunkt
ankündigende, charakteristische Geräusch beim Auftreten der ersten Siedebläschen am
Boden des Kochgefäßes. Das bekannte, zischende Geräusch, das sog. Blasensieden, entsteht
durch lokales Überschreiten des temperaturabhängigen Dampfdrucks am Topfboden, resultierend
in örtlich an Blasenkeimen ausgelösten, kleinen Siedeverzügen. Kurze Zeit später ändert
sich das Geräusch beim Übergang zu einem sprudelnden Kochen, wenn also die Blasen
vom Topfboden abreißen, aufsteigen und an der Flüssigkeitsoberfläche aufplatzen. Beim
Übergang vom Blasensieden zum sprudelnden Kochen ändert sich die Amplitude und die
spektrale Zusammensetzung des Geräusches.
[0004] Hierzu ist aus der nicht vorveröffentlichten DE 196 38 355.2 ein Verfahren bekannt,
bei dem aus einem im Bereich des Temperaturregelpunktes erfaßten Geräuschfrequenzspektrum
ein begrenzter, oberer Frequenzbereich und ein davon zumindest teilweise abweichender,
begrenzter unterer Frequenzbereich in je eine Auswertestrecke überführt wird. Die
Amplituden dieser beiden Frequenzbereiche werden ausgewertet. Die beiden Auswerteergebnisse
werden zueinander in ein Verhältnis gesetzt. Bei einer Veränderung dieses Verhältnisses
wird aufgrund der Abnahme der Amplitudenstärke des unteren Frequenzbereichs und/oder
der Zunahme der Amplitudenstärke des oberen Frequenzbereichs die Wärmezufuhr abgesenkt
und bei Veränderung der Verhältnisbildung aufgrund von Zunahme der Amplitudenstärke
des unteren Frequenzbereichs und/oder Abnahme der Amplitudenstärke des oberen Frequenzbereichs
die Wärmezufuhr angehoben. Das Verfahren ist anfällig gegen unregelmäßig auftretende
Störgeräusche, deren Frequenzen im auszuwertenden Geräuschfrequenzspektrum liegen.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, ein Verfahren zu finden,
das bei einem Kochvorgang, unabhängig von dem Kochort, der Kochgutart, der Kochgutmenge,
dem Kochgefäß, der Kochstelle und störenden Umgebungsgeräuschen, das Einsetzen des
Siedens bzw. Kochens präzise erkennt und Meßsignale generiert, die zuverlässig ein
Stellglied zur Regelung einer Kochstellenheizung beeinflussen können.
[0006] Die Lösung des Problems wird dadurch erzielt, daß das beim Kochvorgang entstehende
Geräusch in einen unteren, niederfrequenten und einen oberen, hochfrequenten Bereich
aufgeteilt wird, wobei in jedem Bereich entweder für die gesamte Bandbreite oder für
mehrere Frequenzen und/oder kleinere Frequenzbereiche aus dem Frequenzspektrum die
Amplituden gemessen werden. Jeweils aus den Amplituden des unteren und des oberen
Frequenzbereiches wird ein Mittelwert gebildet. Die beiden errechneten Mittelwerte
werden regelmäßig miteinander verglichen, wobei in der Phase des Blasensiedens der
Mittelwert des unteren Frequenzbereichs unterhalb des Mittelwerts des oberen Frequenzbereichs
liegt, während es sich in der Phase des sprudelnden Kochens umgekehrt verhält. In
der Aufheizphase wird nach dem Zeitpunkt, an dem der Mittelwert des unteren Frequenzbereichs
den Mittelwert des oberen Frequenzbereichs übersteigt, die Energiezufuhr für die Heizvorrichtung
unterbrochen oder gedrosselt, während in der Abkühlphase nach dem Zeitpunkt, an dem
der Mittelwert des oberen Frequenzbereichs den Mittelwert des unteren Frequenzbereichs
übersteigt, die Energiezufuhr wieder aufgenommen oder erhöht wird.
[0007] Um Störeinflüsse auszuschalten, wird mit mindestens einem schwingungsempfindlichen
Sensor bei jedem Abschalten der steuerbaren Heizvorrichtung über mindestens eine Zeitspanne
von wenigstens einer Sekunde Umgebungsgeräusche erfaßt, deren Frequenzen in den für
die Siede- und Kochpunktdetektion notwendigen Frequenzbereichen liegen. Die Frequenzen
der Umgebungsgeräusche werden aus den für die Siede- und Kochpunktermittlung notwendigen
Frequenzbereichen herausgefiltert. Die Amplituden der herausgefilterten Frequenzen
werden bei den Mittelwertbildungen der unteren und oberen Frequenzbereiche nicht berücksichtigt.
[0008] Dieses Verfahren ist an die physikalischen Vorgänge während des Siede- und Kochvorganges
angepaßt und nutzt die Tatsache, daß jeder Phase des Kochvorganges - abhängig vom
wässrigen Kochgut - ein typisches Geräusch zuzuordnen ist. Ab ca. 90° C, bezogen auf
Normaldruck, bildet sich ein typisches Siedegeräusch aus, das an einem hochfrequenten
Zischen und einem deutlichen Anstieg der Gesamtlautstärke ab ca. 96° C erkennbar ist.
Beim Übergang zum sprudelnden Kochen werden dem bisherigen Geräusch die durch das
Aufplatzen der an die Oberfläche gestiegenen Dampfblasen entstehenden tieffrequenteren
Schwingungen überlagert. Das Platzen der Dampfblasen regt zudem das Gargefäß zu niederfrequenten
Vibrationen an. Der hier beschriebene physikalische Vorgang ist weitgehend unabhängig
vom Kochort, der Art des wässrigen Kochguts, von der Form, Größe, Art und Reinigungszustand
des Gargefäßes und von der Kochstelle. Letztere kann z.B. eine Halogenheizstab, eine
Heizspirale oder einen Gasbrenner als Heizvorrichtung haben.
[0009] Innerhalb der Aufteilung der beiden Frequenzbereiche liegt der untere Frequenzbereich
unterhalb von 1000 Hz, während der obere Frequenzbereich darüber liegt. Hierbei kann
zum einen der untere Bereich zwischen 100 und 1000 Hz liegen und zum anderen der obere
Bereich zwischen 1000 und 5000 Hz. Die zu messenden Bereiche müssen jedoch nicht aneinandergrenzen.
[0010] Ferner können innerhalb eines Frequenzbereiches die Amplituden von 3 bis 10 Frequenzen
oder Frequenzintervallen gemessen werden. Die zu messenden Frequenzen oder Frequenzintervalle
werden so gewählt, daß zumindest die für die Bauart der Kochstelle typischen Störschwingungen
ausgespart werden. Ein Frequenzintervall ist in der Regel ein Bruchteil einer Oktave.
[0011] Um eine negative Beeinträchtigung der Siede- und Kochpunktermittlung durch Störschwingungen,
die nicht bauarttypisch sind, zu vermeiden wird dem Verfahren eine "Lernphase" vorgeschaltet.
Die Lernphase beginnt mit jedem Einschalten der Heizvorrichtung. In einem Teil des
Zeitraumes, der vor den ersten Siedegeräuschen liegt, nimmt der oder die schwingungsempfindlichen
Sensoren über eine oder mehrere kurze Zeitspannen die momentan vorhandenen Umgebungsgeräusche
auf. Die Schallpegel der störenden Geräuschfrequenzen, die in den für die Siede- und
Kochpunktermittlung notwendigen Frequenzbereichen liegen, werden bei der Auswertung
nicht berücksichtigt.
[0012] Zur Erfassung der durch Erwärmung des Kochguts erzeugten Geräusche, einschließlich
der Störgeräusche, können ein oder mehrere Sensoren an der das Gargefäß tragenden
Vorrichtung der Kochstelle angeordnet sein. Der oder die Sensoren sind dabei als Mikrofone
und/oder Beschleunigungsaufnehmer ausgebildet. Die das Gargefäß tragende Vorrichtung
ist beispielsweise eine Glaskeramikplatte, ein Gasbrennergestell oder eine elektrische
Heizplatte. Je nach Vorrichtung sind der oder die Sensoren in, unter oder auf ihr
angeordnet. Vorzugsweise werden die Sensoren außerhalb oder am Rand der aufheizbaren
Kochzone montiert.
[0013] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem nachfolgend beschriebenen
und schematisch dargestellten Ausführungsbeispiel.
- Figur 1
- Kochstelle mit Gargefäß und schematischer Beschaltung.
- Figur 2
- Schallspektrums-Diagramm mit Störgeräuschen für einen mittelgroßen Edelstahltopf mit
einer einlitrigen Wasserbefüllung.
[0014] Figur 1 zeigt ein Glaskeramik-Elektrokochfeld (1) mit einem Strahlungsheizkörper
(2) und dessen Anschlüsse an eine Stromquelle. Auf dem Kochfeld (1) steht ein Gargefäß
(7). Unterhalb dem Kochfeld (1) ist neben der Kochzone im Abstand von ca. 35 mm vom
Außenrand des Heizkörpers (2) eine Mikrofonkapsel (10) angeordnet. Die Mikrofonkapsel
(10) ist an eine Baugruppe (11) für die Signalverarbeitung und -auswertung angeschlossen.
In dieser Baugruppe werden die dem Schalldruck proportionalen Signalpegel vorverstärkt
einer Frequenzanalyseeinheit zugeführt. Die Frequenzauflösung beträgt beispielsweise
eine 1/12 Oktave.
[0015] Die in den verschiedenen Erwärmungsphasen für mehrere Frequenzen und/oder Frequenzintervalle
oder den jeweiligen Frequenzbereich über eine festgelegte Zeitspanne von beispielsweise
1 sec gemessen Pegel werden - ggf. über einen A/D-Wandler digitalisiert - getrennt
für den unteren und oberen Frequenzbereich erfaßt und gemittelt. So ergibt sich bezogen
auf den unteren Frequenzbereich ein sog. unterer Pegel und bezogen auf den oberen
Frequenzbereich ein sog. oberer Pegel. Beide Pegel werden während dem Aufheizen des
Kochgutes überwacht. Der Aufheizvorgang wird dabei in drei Erwärmungsphasen aufgeteilt.
Die erste Phase ist die sog. Warmwasserphase, deren obere Grenztemperatur mit 70°
c definiert wird. Die zweite Phase ist die sog. Simmerphase, in der das Kochgut heißer
als 90° C ist, jedoch die Siedetemperatur noch nicht erreicht hat. Die dritte Phase
ist die sog. Kochphase. In ihr hat das Kochgut bzw. die das Kochgut aufnehmende Flüssigkeit
die Siede- bzw. Kochtemperatur erreicht.
[0016] In der Warmwasserphase liegen der untere und der obere Pegel jeweils für sich unter
einem gemeinsamen Grenzpegel. Im Gegensatz hierzu ergeben sich in den beiden heißeren
Phasen Gesamtgeräuschpegel, die den doppelten Grenzpegelwert übersteigen, wobei der
Gesamtpegel im allgemeinen in der Simmerphase etwas höher ist. Des weiteren ist in
der Simmerphase der untere Pegel kleiner als der obere Pegel. In der Kochphase ist
es umgekehrt.
[0017] Die Verhältnisse der unteren und oberen Pegelwerte sowie der Gesamtpegelwerte zu
dem Grenzpegelwert und dessen Vielfache können neben dem Vergleich der unteren und
oberen Pegelwerte in den drei Erwärmungsphasen zur Plausibilitätskontrolle herangezogen
werden.
[0018] Zur Ermittlung des jeweiligen unteren und oberen Pegels werden hierbei die einzelnen
Meßwerte einer Filterung durch zwei Bandpässe mit den Eckfrequenzen 100/1000 Hz und
1/5 kHz unterzogen.
[0019] Zur Unterdrückung von einzelnen, relativ kurzen Störungen durch Fremdschall wird
neben dem zeitlichen Mitteln der einzelnen Meßwerte eine zusätzliche Mittelung und
Auswertung von mehreren Zeitintervallen durchgeführt. Erst wenn beispielsweise über
5 bis 10 Zeitintervalle die Bedingungen zum Erkennen des Übergangs vom Blasensieden
zum sprudelnden Kochen - ggf. einschließlich der Plausibilitätsprüfung über den doppelten
Grenzpegelwert - unverändert bleiben, wird ein Signal für eine Regeleinheit (12) zur
Regelung der Heizleistung der Heizvorrichtung (2) generiert. Die Auswertung und Verarbeitung
der analogen Signale erfolgt digital mit Hilfe eines Microcontrollers, eines Signalprozessors
oder eines sonstigen programmierbaren Logikbausteins.
[0020] In der Regeleinheit (12) wird die Schalt- oder Regelinformation mit der Leistungsvorwahl
am Bedienungselement (3) verglichen und entsprechend einem Leistungsschalter oder
-regler (4) zur Bestromung der Heizvorrichtung (2) zugeführt.
[0021] In Figur 2 ist ein Schallspektrums-Diagramm dargestellt. Es stellt jeweils ein Schallspektum
für ein Blasensiede- und ein Kochgeräusch von einem Liter Wasser in einem mittelgroßen
, nicht mit einem Deckel abgedeckten Edelstahltopf dar.
[0022] Im Diagramm ist auf der Ordinate der Schalldruckpegel in "dB" über der Frequenz in
"Hz" aufgetragen. Es sind zwei verschieden dargestellte Kurven (21) und (31) zu erkennen.
Die gestrichelte Kurve (21) zeigt die Gesamtgeräuschpegel während des Blasensiedens.
Die durchgezogene Kurve (31) gibt den Pegelverlauf beim sprudelnden Kochen wieder.
Sowohl für den unteren Frequenzbereich von 100-1000 Hz als auch für den oberen Bereich
von 1000-5000 Hz sind für die Simmer- und Kochphasen die Bereichsmittelwerte durch
die parallel zur Abszisse verlaufenden Geradenabschnitte (23, 24) und (33, 34) dargestellt.
[0023] Dem Diagramm ist deutlich zu entnehmen, daß in der sog. Simmerphase der mittlere
Schalldruckpegel (24) im oberen Frequenzbereich um ca. 12 dB höher liegt als der mittlere
Schalldruckpegel (23) im unteren Frequenzbereich. Dagegen liegt in der Kochphase der
mittlere Schalldruckpegel (33) im oberen Frequenzbereich um ca. 5 dB niedriger als
im unteren. Auch ist erkennbar, daß hier der Gesamtgeräuschpegel in der Simmerphase
über dem der Kochphase liegt.
[0024] In Figur 2 sind ca. bei den Frequenzen 120 Hz, 250 Hz und 1050 Hz die Störgeräusche
(41), (43) und (42) strichpunktiert eingezeichnet. Die Störgeräusche (41) und (42)
werden durch eine Kaffeemühle erzeugt. Hierbei wird das höherfrequente Geräusch (42)
durch den Mühlenmotor erzeugt, während das niederfrequente, breitbandige Geräusch
(41) durch das Schlagwerk verursacht wird. Das Störgeräusch (43) repräsentiert den
Lärm einer schleudernden Waschmaschine. Alle drei beispielhaft aufgeführten Küchengeräusche
beeinflussen die Frequenzauswertung nachhaltig, da sie zu lange andauern, als daß
sie bei der beschriebenen Auswertung von mehreren, kurzen Zeitintervallen nicht als
Störgeräusche erkannt würden. Sie täuschen in der Simmerphase ein Schallpegelspektrum
vor, das der Kochphase entspricht. Folglich würde ohne ein Unterdrücken dieser Störgeräusche
die Heizvorrichtung zu früh heruntergeregelt.
[0025] Durch das Erfassen der Störgeräusche kurz nach dem Anschalten der Heizvorrichtung
bzw. der Kochplatte, also zeitlich noch vor der Simmerphase, können deren Frequenzen
bei der Auswertung berücksichtigt werden. Je nach Ausbaustufe der Auswerteelektronik
besteht auch die Möglichkeit, die in der Umgebung der Kochplatte öfters - z.B. an
verschiedenen Tagen - erfaßten Störgeräusche über einen längeren Zeitraum zu speichern
und sie innerhalb dieses Zeitraumes auch dann bei jedem Kochvorgang zu berücksichtigen,
wenn die jeweilige Störgeräuchmessung negativ verlief. In diesem Fall kann beispielsweise
eine erst in der Simmerphase eingeschaltete Kaffeemühle das Erkennen des Übergangs
von der Siede- zur Kochphase nicht irritieren. Selbstverständlich können die über
die Störgeräusch gesammelten Informationen in der Auswerteeinheit auch gelöscht werden,
wenn diese Störgeräusche über einen längeren Zeitraum ausbleiben.
Bezugszeichenliste:
Figur 1:
[0026]
- 1
- Glaskeramik-Elektrokochfeld
- 2
- Strahlungsheizkörper, Heizvorrichtung
- 3
- Bedienungselement
- 4
- Leistungsschalter oder -regler
- 7
- Gargefäß, Topf
- 10
- Mikrofonkapsel, Mikrofon
- 11
- Baugruppe für die Signalverarbeitung und -auswertung
- 12
- Regeleinheit
Figur 2:
[0027]
- 21
- Schallpegelspektrum für die Simmerphase
- 23
- mittlerer Schalldruckpegel der Simmerphase im unteren Frequenzbereich (100-1000 Hz)
- 24
- mittlerer Schalldruckpegel der Simmerphase im oberen Frequenzbereich (1000-5000 Hz)
- 31
- Schallpegelspektrum für die Kochphase
- 33
- mittlerer Schalldruckpegel der Kochphase im unteren Frequenzbereich (100-1000 Hz)
- 34
- mittlerer Schalldruckpegel der Kochphase im oberen Frequenzbereich (1000-5000 Hz)
- 41-43
- Störgeräusche
1. Verfahren zur Ermittlung des Siede- und Kochpunkts einer in einem Gargefäß aufgenommenen
Flüssigkeit oder einem Gemenge aus Flüssigkeit und Kochgütern für die Regelung eines
Kochvorganges in einem auf einer mit einer zumindest steuerbaren Heizvorrichtung ausgestatteten
Kochstelle stehenden Gargefäß,
- wobei die bei einem Aufheizen des befüllten Gargefäßes durch das Entstehen und Zerplatzen
von Dampfblasen verursachten Geräusche mit Hilfe mindestens eines außerhalb des Gargefäßes
angeordneten schwingungsempfindlichen Sensors erfaßt werden,
- wobei bei mehreren Frequenzen und/oder kleineren Frequenzintervallen aus dem Frequenzspektrum
des Geräusches, zugeteilt einem unteren, niederfrequenten und einem oberen, hochfrequenten
Bereich, die Amplituden gemessen werden, oder
- wobei bei einem Frequenzband aus dem Frequenzspektrum des Geräusches, aufgeteilt
in einen unteren und oberen Frequenzbereich, die Amplituden gemessen werden,
- wobei jeweils aus den Amplituden des unteren und des oberen Frequenzbereiches ein
Mittelwert gebildet wird,
- wobei die beiden errechneten Mittelwerte regelmäßig miteinander verglichen werden
und hierbei in der Phase des Blasensiedens der Mittelwert des unteren Frequenzbereichs
unterhalb des Mittelwerts des oberen Frequenzbereichs liegt, während es sich in der
Phase des sprudelnden Kochens umgekehrt verhält,
- wobei in der Aufheizphase nach dem Zeitpunkt, an dem der Mittelwert des unteren
Frequenzbereichs den Mittelwert des oberen Frequenzbereichs übersteigt, die Energiezufuhr
für die Heizvorrichtung unterbrochen oder gedrosselt wird, während in der Abkühlphase
nach dem Zeitpunkt, an dem der Mittelwert des oberen Frequenzbereichs den Mittelwert
des unteren Frequenzbereichs übersteigt, die Energiezufuhr wieder aufgenommen oder
erhöht wird,
dadurch gekennzeichnet,
- daß mit mindestens einem schwingungsempfindlichen Sensor (10) bei jedem Anschalten
der steuerbaren Heizvorrichtung über mindestens eine Zeitspanne von wenigstens einer
Sekunde Umgebungsgeräusche, deren Frequenzen in den für die Siede- und Kochpunktdetektion
notwendigen Frequenzbereichen liegen, erfaßt werden,
- daß die Frequenzen der Umgebungsgeräusche aus dem für die Siede- und Kochpunktermittlung
notwendigen Frequenzbereichen herausgefiltert werden und
- daß die herausgefilteren Frequenzen bei den Mittelwertbildungen der unteren und
oberen Frequenzbereiche nicht berücksichtigt werden.
2. Verfahren gemäß dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, die herausgefilteren Frequenzen
gespeichert werden und Störfrequenzen, die zu verschiedenen Zeiten wiederkehren, automatisch
zu den beim Anschalten der Heizvorrichtung ermittelten Störfrequenzen hinzugefügt
werden.
3. Verfahren gemäß dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, bei einem Störfrequenzanteil
von mehr als 30% des unteren oder oberen Frequenzbereiches die Siede- und Kochpunktermittlung
einschließlich der Heizvorrichtung abgeschaltet oder zumindest letztere teilweise
heruntergesteuert wird.
4. Verfahren nach zumindest einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Erfassung der Umgebungs- und Störgeräusche eine Zeitspanne von 6 bis 12 Sekunden
verwendet wird.
5. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Frequenzbereich
unterhalb von 1000 Hz liegt, während der obere Frequenzbereich darüber liegt.
6. Verfahren nach zumindest einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß innerhalb eines Frequenzbereiches die Amplituden von 3 bis 10 Frequenzen oder
Frequenzintervallen gemessen werden.
7. Verfahren gemäß dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die Sensoren
(10) an der das Gargefäß (7) tragenden Vorrichtung der Kochstelle (1) angeordnet sind.
8. Verfahren gemäß dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die Sensoren
(10) als Mikrofone und/oder Beschleunigungsaufnehmer ausgebildet sind.