Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Gußkernes, der
zur Bildung eines zu Kühlzwecken vorgesehenen Hohlraumes innerhalb eines Gußteils
verwendet wird, durch den ein Kühlmedium leitbar ist und deren den Hohlraum einschließende
Oberflächenbereiche über vorgebbare Wärmeübergangseigenschaften zwischen Kühlmedium
und Gußteil verfügen.
Stand der Technik
[0002] Gußkerne sind in einer Gießform vorgesehene Formteile, die das in die Gießform eingegossene,
erstarrungsfähige Material verdrängen und auf diese Weise im gegossenen Endprodukt,
dem Gußteil Hohlräume bilden. Von besonderem Interesse ist die Herstellung von wärmeausgesetzten
Produkten, die als Gußteile mit Hilfe der vorstehend bezeichneten Gußkerne gewonnen
werden. Derartige Endprodukte betreffen beispielsweise Turbinenschaufeln, die den
in einer Gasturbinenanlage sehr hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Zur Erhöhung der
Lebensdauer der Turbinenschaufeln werden diese in an sich bekannter Weise mit inneren
Kühlkanälen versehen, durch die zu Kühlzwecken ein Kühlmedium, vorzugsweise Kühlluft
oder Wasserdampf, geleitet wird. Durch die Kühlung mittels ständiger Wärmeabführung
wird das Material der Turbinenschaufeln nicht auf die tatsächlich vorherrschenden
Temperaturen aufgeheizt, wodurch das Material geschont und dessen Lebensdauer erheblich
verlängert werden kann.
[0003] Auch im Bereich der in einer Gasturbinenanlage vorgesehenen Brennkammer ist es aus
Gründen von materialerhaltenden Gesichtspunkten erforderlich, die Brennkammerwände
gezielt zu kühlen und diese entsprechend mit Kühlkanälen zu versehen.
[0004] Bei der Kühlung von Turbinenschaufeln als auch bei der Kühlung von Brennkammerwänden
tritt das Problem auf, daß der von außen auf die Bauteile gerichtete Wärmestrom möglichst
effizient an das in den Kühlkanälen durchströmende Kühlfluid abgeführt werden soll.
Aus diesem Grunde sollten die an dem Wärmeübergang beteiligten Wandflächen der Kühlkanäle
möglichst hohe interne Wärmeübergangszahlen aufweisen. Zu diesem Zweck bedient man
sich vorwiegend unterschiedlicher Anfachungsmechanismen, wie beispielsweise das Vorsehen
von Rippen oder Pins zur Vergrößerung der lokalen Oberfläche über die der Wärmestrom
an das Kühlfluid abgeführt wird.
[0005] Ferner ist es allgemein bekannt, daß rauhe Oberflächen einen höheren Wärmeübergang
liefern als glatte Oberflächen. Dieser Effekt ist insbesondere abhängig von dem Verhältnis
der Rauhigkeitshöhe bezogen auf den hydraulischen Durchmesser des Kühlkanals als auch
von dem Verhältnis der lokalen Rauhigkeitshöhe bezogen auf die Dicke der laminaren
Unterschicht der Strömungs- und Temperaturgrenzschicht, die sich beim Durchströmen
eines Kühlfluids durch einen Kühlkanal einstellt. Rauhigkeitserhebungen an der Oberfläche
eines Kühlkanals haben jedoch erst dann einen Einfluß auf eine Erhöhung des Wärmeübergangs,
sofern sie die laminare Unterschicht in ihrer Höhe überragen.
[0006] Ein großer Vorteil von rauhen Oberflächen hinsichtlich einer gewünschten Erhöhung
des Wärmeübergangs von einem erwärmten Bauteil auf ein Kühlmedium im Vergleich zu
den vorstehend bekannten Maßnahmen der Verwendung von Rippen und Pins oder ähnlichen
wärmeübergangserhöhenden Einbauten, liegt im wesentlichen in dem deutlich niedrigeren
Druckverlust, der sich beim Durchströmen des Kühlmediums durch einen "aufgerauhten"
Kühlkanal einstellt.
[0007] Dieser Zusammenhang soll anhand von Fig. 1 näher erläutert werden. Auf der Ordinate
des in Fig. 1 dargestellten Diagramms ist der Widerstandsbeiwert f aufgetragen, den
eine Strömung beim Durchströmen durch einen Strömungskanal in Abhängigkeit der auf
der Abszisse des Diagramms aufgetragenen Reynolds-Zahlen Re aufweist. Die in das Diagramm
eingetragenen Graphen a bis e stellen Strömungssituationen für verschiedene Rippenarten
dar, in denen eine Strömung durch einen mit Rippenzügen versehenen Strömungskanal
durchströmt. Die durchgezogene Linie entspricht dem Strömungsfall eines Durchströmungskanals
mit glatter Oberfläche. Die unmittelbar oberhalb der durchgezogenen Linie aufgetragene
strichlierte Linie stellt einen Strömungsfall dar, bei dem der Durchströmungskanal
eine aufgerauhte Oberfläche aufweist, mit einem Rauhigkeitsverhältnis R/k
S von 60. R bedeutet hierbei den hydraulischen Radius des Strömungskanals und k
S entspricht der Größe der äquivalenten Sandkornrauhigkeit der Oberfläche. Für einen
Durchströmungskanal mit einem Durchmesser von 10 mm entspricht das Verhältnis R/k
S von 60 einer Rauhigkeitserhebung von ca. 80 µm. Anhand der in dem Diagramm der Figur
1 eingetragenen Funktionsverläufe kann deutlich gesehen werden, daß die rauhe Wand
einen nur ungefähr 50% höheren Widerstand und somit Druckverlust aufweist, als ein
glatt ausgebildeter Durchströmungskanal, aber einen beträchtlichen niedrigeren Druckverlust
bzw. Widerstand aufweist, wie die berippten Strömungskanäle der Fälle a bis e.
[0008] Ein weiterer Aspekt, der für die Verwendung aufgerauhter Oberflächen in Kühlkanälen
spricht, kann anhand der Figur 2 verdeutlicht werden, die ein Diagramm zeigt, das
die "thermische Leistung" von Turbulatoren, wie beispielsweise Rippen, im Unterschied
zu einer aufgerauhten Oberfläche darstellt. Die an der Ordinate des Diagramms in Figur
2 aufgetragenen Werte

zeigen die relative Erhöhung des Wärmeübergangs für eine gleiche Pumpleistung im
System. Diese Werte geben somit die "Thermische Leistung" des Systems (der Rippen)
und somit ihre relative Güte verglichen zum glatten Kanal an. Ein Wert von G=1 entspricht
in diesem Fall dem eines glatten Kanals.
[0009] Auf der Abszisse des Diagramms sind in aufsteigender Reihenfolge Reynoldszahlen Re
des Kühlmediums innerhalb des Strömungskanals aufgetragen. Die Funktionsverläufe a
bis e stellen die Güte verschiedener Rippenanordnungen innerhalb des Strömungskanals
unter der Vorgabe einer konstanten zur Verfügung stehenden Pumpleistung dar. Deutlich
zu erkennen ist die stete Abnahme der Güte G für verschiedene Rippenkonfigurationen
mit steigenden Reynoldszahlen. Die strichlierte Linienführung stellt hingegen den
Fall einer aufgerauhten Oberfläche innerhalb eines Kühlkanals dar, die im Gegensatz
zu den vorstehenden Funktionsverläufen eine mit steigenden Reynoldszahlen ansteigende
Kurve aufweist. Bereits bei Reynoldszahlen von ungefähr 100.000 weist die rauhe Wand
bessere Wärmeübergangseigenschaften auf, als zwei bekannte, verschiedene Rippentypen.
Extrapoliert man den Funktionsverlauf der rauhen Oberfläche zu noch höheren Reynoldszahlen,
wie man sie beispielsweise bei Brennkammerkühlungen vorfindet, so ist die rauhe Oberfläche
innerhalb von Kühlkanälen die beste Lösung, falls die Aufgabe lautet mit einer gegebenen
Pumpleistung die maximale Erhöhung im Wärmeübergang zu erhalten.
[0010] Dies liegt insbesondere daran, daß für sehr große Reynoldszahlen nur noch die Bedingungen
in unmittelbarer Wandnähe von Bedeutung sind und die aufgebrachte Form der Turbulatoren
lediglich die Außenströmung versperrt und damit den Druckverlust erhöht, jedoch nicht
mehr zur Intensivierung der Wärmeübertragung an der Wand beiträgt.
[0011] Auf der Grundlage der vorstehenden Ausführungen über die Bedeutung eines gezielten
Einbringens von Oberflächenrauhigkeiten in Kühlkanäle sollen Möglichkeiten der Herstellung
gezielter Oberflächenrauhigkeiten insbesondere in Kühlkanälen angegeben werden.
[0012] Die mit Kühlkanälen ausgestatteten Formteile werden vorzugsweise mittels Gießverfahren
hergestellt und dienen beispielsweise als mit Hitze zu beaufschlagende
[0013] Baugruppen von Gasturbinenanlagen. Die zum Teil sehr filigran ausgestalteten Kühlkanäle,
beispielsweise innerhalb einer Turbinenschaufel, sind nach Fertigstellung der Turbinenschaufel
von außen nur schwer oder überhaupt nicht für eine lokale Nachbearbeitung zugänglich.
Es müssen Lösungswege gefunden werden, mit denen eine gewünschte Oberflächenrauhigkeit,
deren Oberflächenbeschaffenheit bestimmten Rauhigkeitswerten entsprechen müssen, erhalten
werden können. Da die betreffenden Endprodukte im Rahmen eines Gießprozesses hergestellt
werden, müssen Wege gefunden werden, die gewünschte Oberflächenrauhigkeit bereits
vor oder während des Gießverfahrens bzw. während des Erkaltens des gegossenen Endproduktes
zu erhalten.
[0014] Verfahren zur Aufbringung einer Rauhigkeit auf die Oberfläche von Hohlräumen von
Gussteilen sind beispielsweise aus dem Schriften JP-A-55 114 435 oder SU-A-1 435 374,
Zusammenfassung Database WPI, AN 89-143408, bekannt. Dabei wird der Gusskern aufgerauht
und dieser überträgt die Rauhigkeit während des Giessverfahrens auf die Oberfläche
des Gussteils. Diese Rauhigkeit führt zu einer erhöhten Wärmeübertragung vom dem Kühlfluid,
welches durch den Hohlraum während des Betriebs der Gussteils fliesst, zur Wand des
Gussteils und dient somit zu einer verbesserten Kühlung.
Darstellung der Erfindung
[0015] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen zu treffen, daß sich bereits
während des Gießvorganges eine gewünschte Oberflächenrauhigkeit beim Endprodukt herstellen
läßt. Insbesondere soll erreicht werden, daß unzugängliche Hohlräume innerhalb des
Endproduktes, die vorzugsweise als Kühlkanäle ausgebildet sind, ohne Nachbehandlungsschritte
bereits über eine gewünschte Oberflächenrauhigkeit verfügen.
[0016] Die Lösung der der Erfindung zugrundeliegenden Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben.
Den Erfindungsgedanken vorteilhaft weiterbildende Merkmale sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0017] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, die für den Gießvorgang zur Erzeugung von
Hohlräumen innerhalb des zu fertigenden Endproduktes vorzusehenden Gußkerne mit einer
künstlichen Rauhigkeit zu überziehen, die sich während des Gießvorganges auf die Oberfläche
des herzustellenden Endproduktes überträgt, vorzugsweise auf jene Oberflächenbereiche
die einen Hohlraum umschließen, der im fertiggestellten Gußteil einen Kühlkanal bildet.
[0018] Vorzugsweise ist erkannt worden, daß der für die Bildung eines Hohlraumes innerhalb
des Endproduktes vorgesehene Gußkern durch vorherige Bearbeitung an seiner Oberfläche
aufgerauht werden kann. Der auf die Oberfläche des Gußkerns übertragene Rauheitsgrad
kann bspw. mittels eines Kernwerkzeuges aufgebracht werden. Hierzu wird die Oberfläche
des Kernwerkzeuges mittels Funkenerosion auf ein gewünschtes Maß aufgerauht. Den Grad
der auf das Kernwerkzeug aufzubringenden Rauhigkeit kann durch die an die Funkenelektrode
anzulegende elektrische Spannung und/oder durch Abstandswahl zwischen Funkenelektrode
und aufzurauhendem Kernwerkzeug gezielt eingestellt werden.
[0019] Die auf diese Weise auf die Oberfläche des Kerwerkzeuges aufgebrachte Oberflächenrauhigkeit
überträgt sich im Rahmen des Herstellungsprozesses für den Gußkern auf den Gußkern
und anschließend während des Gießprozesses sowie des nachfolgenden Erkaltens des Endproduktes
auf die entsprechende innere Oberflächenkontur des Endproduktes.
[0020] Gußkerne werden für gewöhnlich aus einer modellierbaren Masse hergestellt, die zum
Aushärten gebrannt werden müssen. Geformte Gußkerne werden vor dem Brennen als "grüne
Kerne" bezeichnet und können zum Einbringen einer Oberflächenrauhigkeit in diesem
oder im gebrannten Zustand mittels Sandstrahlen oder gezielten weiteren Aufrauhtechniken,
wie beispielsweise Schleif- und Schmirgelvorgängen, aufgerauht werden.
[0021] Ebenso kann der Gußkern als grüner Kern mit Hilfe eines kalten oder erwärmten Werkzeuges,
das über eine definierte Rauhigkeitsstruktur verfügt, durch gewöhnliches Einpressen
der Oberfläche des Gußkernes aufgerauht werden.
[0022] Natürlich sind auch weitere Aufrauhtechniken denkbar, die zu einer gezielten Oberflächenrauhigkeit
auf dem Gußkern führen; wesentlich ist das Vorsehen einer derartigen definierten Rauhigkeit
auf dem Gußkern, durch den eine gezielt eingestellte Oberflächenrauheit im Endprodukt,
beispielsweise im Kühlkanal einer Turbinenschaufel oder im Kühlkanal einer Brennkammerwand
herstellbar ist.
[0023] Die Oberflächenrauhigkeit ist derart einzustellen, daß sie den nachfolgenden Strömungsbedingungen,
die innerhalb des Kühlkanals vorherrschen und der gewünschten Wärmeübergangszahl angepaßt
wird.
[0024] Grundsätzlich gilt folgende Beziehung zwischen dem Widerstandsbeiwert f und der Wärmeübergangszahl
α bzw. der Stanton-Zahl St:

[0025] In der vorstehenden Gleichung stehen die mit dem Index Null bezeichneten Größen für
Referenzgrößen eines glatten Kanals, während die indexlosen Größen für einen rauhen
Kanal gelten. Für den Fall, daß das Verhältnis f/ f
0 > 4 wird, ist dieses Verhältnis gleich 4 zu setzen.
[0026] Nach Bestimmung der gewünschten Wärmeübergangszahlerhöhung kann aus der Diagrammdarstellung
gemäß Fig. 3 (wird im weiteren Bezug genommen) die zugehörige Rauhigkeitsgröße R/k
S abgelesen werden und für die Herstellung des Kernwerkzeuges verwendet werden. Die
maximal erreichbare Erhöhung des Wärmeübergangs liegt hierbei jedoch bei St/St
0 =2,4. Es macht also keinen Sinn, Rauhigkeiten einzusetzen, die den Widerstandsbeiwert
mehr als 4 mal so groß machen wie im Falle einer glatten Kanalwandoberfläche.
Kurze Beschreibung der Erfindung
[0027] Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung exemplarisch beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1
- Diagrammdarstellung zur Darstellung des Widerstandsbeiwertes f von verschieden ausgebildeten
Kühlkanälen,
- Fig. 2
- Diagrammdarstellung der Gütefunktion von unterschiedlich ausgestalteten Kühlkanälen,
- Fig. 3
- Widerstandsbeiwert als Funktion der Reynoldszahl für verschiedene Wandrauhigkeiten
und
- Fig. 4a, b
- Tabellen zur Erhöhung des Wärmeübergangs bei einer gezielten Einbringung von Rauhigkeiten
für verschiedene Reynolds-Zahlen und
- Fig. 5 a, b
- schematisierte Querschnittsdarstellung einer mit Rippenzügen versehenen Wand ohne
bzw. mit Oberflächenrauhigkeit.
Wege zur Ausführung der Erfindung, gewerbliche Verwendbarkeit
[0028] Auf die Fig. 1 und 2 sind in den vorstehenden Ausführungen Bezug genommen.
[0029] Das Diagramm in Figur 3 zeigt die Abhängigkeit des Widerstandsbeiwerts f von der
Reynoldszahl Re für verschiedene Rauhigkeitshöhen k
s/2R. Im Bild sind zunächst die beiden charakteristischen Kurven für den Verlauf des
Widerstandsbeiwerts f für einen glatten Kanal s und den Grenzfall eines vollständig
rauhen Kanals r gezeigt. Der glatte Kanal besitzt hierbei eine sehr kleine Rauhigkeit
typischerweise mit einer Rauhigkeits-Reynoldszahl Re
k < 5. Dieser Zusammenhang geht auch aus den Büchern von Hays + Crawford, Convectiv
Heat and Mass Transfer", Mc Graw Hill Inc., ISBN 0-07-033721-7, 1993 oder O. Tietjens,
"Strömungslehre, 2. Teil", Springer Verlag, 1970, hervor.
[0030] Der zweite Fall liegt bei Re
k = 70, der eine Grenzhöhe an Rauhigkeit darstellt. Wird diese Rauhigkeitshöhe überschritten,
so kann beobachtet werden, daß der Widerstandsbeiwert für einen rauhen Kanal konstant
bleibt für alle Reynoldszahlen.
[0031] Dementsprechend nehmen die in Figur 3 eingetragenen Kurven für verschiedene Werte
der Rauhigkeitshöhe k
s/2R jeweils einen konstanten Wert für die Widerstandszahl f an, sofern sie rechts
von dieser Linie im Diagramm liegen.
[0032] Bei Erhöhung des Wärmeübergangs durch eine gezielte Rauhigkeitseinbringung um bspw.
20 %, im Vergleich zu einem glatten Kanal, d.h. 1,2·α
0 erhöht sich der Widerstandsbeiwert f um etwa 33 %. Aus Figur 3 ergibt sich bspw.
für eine Reynolds-Zahl von 100.000, daß mit einer Rauhigkeitserhöhung von k
s/2R = 0,008 die gewünschte Erhöhung des Wärmeübergangs erreicht werden kann. Dies
bedeutet, daß man für einen Kühlkanal mit einem Durchmesser von 10 mm eine Rauhigkeitserhebung
von 40 µm benötigt, um die geforderte Erhöhung des Wärmeübergangs zu gewährleisten.
[0033] Aus den in Figur 4 a und b angegebenen Tabellen sind zwei Fälle für verschiedene
Rauhigkeitshöhen R/k
S zu entnehmen, die die resultierende Erhöhung des Wärmeübergangs St/St
0 bei verschiedenen Reynolds-Zahlen Re verdeutlichen sollen. Man sieht deutlich, wie
die Rauhigkeit den Wärmeübergang mit steigender Reynoldszahlen Re intensiviert.
[0034] Für R/k
S = 60 ist bspw. die Wärmeübergangszahl bei einer Reynolds-Zahl von 100.000 um 50%
größer als im Falle einer glatten Wand mit R/k
S = 125 (vergleiche die zugehörigen St/St
0-Werte).
[0035] In Fig. 5 sind in den Teilfiguren a und b Querschnitte durch eine Kühlwandoberfläche
3 dargestellt, die jeweils mit Rippenzügen versehen ist. Im Falle der Figur 5a erheben
sich zwei Rippenzüge 1, 2 senkrecht über die Kühlwandoberfläche 3 und stellen für
die über die Rippenzüge 1, 2 strömende Kühlströmung KS einen Widerstand dar. Die durch
den Kühlkanal hindurchtretende Strömung KS wird von jedem Rippenzug von der Wand 3
abgelöst, wobei sich in Strömungsrichtung hinter jedem Rippenzug Leewirbel 4 und in
Strömungsrichtung vor jedem Rippenzug Stauwirbel 5 bilden.
[0036] Beim Vorsehen einer Oberflächenrauhigkeit zwischen einzelnen Rippenzügen, wie es
im Fallbeispiel der Figur 5b dargestellt ist, bewirkt die Rauhigkeit zwischen den
Rippenzügen eine Veränderung der Strömung KS durch eine stärkere Wandschubspannung
und somit eine Intensivierung der Wärmeübertragung.
[0037] Aus der Gegenüberstellung der Fig. 5a und 5b geht hervor, daß die Länge L des Ablösegebietes,
in der die Strömung nach jedem Rippenzug von der Kühlwand beabstandet ist, durch die
Wandrauhigkeit verkürzt wird. Dies bedeutet, daß im "aufgerauhten Fall" die Rippen
näher zusammengebracht werden können und somit die Wärmebelastung pro Länge des Bauteils
erhöht werden kann.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0038]
- 1
- Rippenzug
- 2
- Rippenzug
- 3
- Kühlwandoberfläche
- 4
- Leewirbel
- 5
- Stauwirbel
- L
- Länge des Ablösegebietes
- KS
- Kühlströmung
1. Verfahren zur Herstellung eines Gussteils mit einem Hohlraum, wobei der Hohlraum während
des Giessverfahrens durch einen Gusskern entsteht, wobei auf die Oberfläche des Gusskerns
vor dem Giessverfahren eine Oberflächenrauhigkeit aufgebracht wird, welche sich während
des Giessverfahrens auf die Oberfläche des Hohlraums überträgt und wobei der Gußkern
derart ausgebildet ist, dass sich der Hohlraum innerhalb des Gußteils als Strömungskanal
ausbildet,
dadurch gekennzeichnet, dass
in den Gusskern Auskerbungen eingearbeitet werden, die beim Giessvorgang an der Hohlraumoberfläche
des Gussteils Rippenzüge entstehen lassen.
2. Verfahren zur Herstellung eines Gussteils nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf die Oberfläche des Hohlraums eine Rauhigkeit mit einem Wert von der hydraulischen
Rauhigkeit R zur Sandkornrauhigkeit ks (R:ks) von 60-120 aufgebracht wird, wobei R der hydraulische Radius des Strömungskanal
darstellt.
3. Verfahren zur Herstellung eines Gussteils nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Gusskern aus einer modellierfähigen Masse hergestellt wird, die vor dem Verfahren
in einem weiteren Herstellungsschritt zum Aushärten gebracht wird.
4. Verfahren zur Herstellung eines Gussteils nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
zum Aufbringen der Oberflächenbereiche des Gusskerns ein Kernwerkzeug verwendet wird,
dessen Oberfläche mittels Funkenerosion aufgerauht wird.
5. Verfahren zur Herstellung eines Gussteils nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die aufgerauhten Oberflächenbereiche des Gusskerns mittels Sandstrahlen hergestellt
werden.
6. Verfahren zur Herstellung eines Gussteils nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die aufgerauhten Oberflächenbereiche des Gusskerns mittels Einpressen von Rauhigkeitsstrukturen
unter Verwendung kalter oder erwärmter Presswerkzeuge aufgerauht werden.
7. Verfahren zur Herstellung eines Gussteils nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gussteil eine mit Kühlkanälen durchsetzte Turbinenschaufel oder Brennkammer ist.
1. Process for producing a casting with a cavity, the cavity being produced during the
casting process by a casting core, a surface roughness being applied to the surface
of the casting core prior to the casting process and transferred to the surface of
the cavity during the casting process, and the casting core being designed in such
a way that the cavity within the casting is designed as a flow channel, characterized in that notches which produce lines of ribs on the cavity surface of the casting during the
casting operation are made in the casting core.
2. Process for producing a casting according to Claim 1, characterized in that a roughness with a value of the hydraulic roughness R in relation to the sand grain
roughness ks (R:ks) of 60 - 120 is applied to the surface of the cavity, R representing the hydraulic
radius of the flow channel.
3. Process for producing a casting according to Claim 1, characterized in that the casting core is produced from a figuline mass which prior to the process is made
to harden in a further production step.
4. Process for producing a casting according to Claim 1, characterized in that a core tool, the surface of which is roughened by means of spark erosion, is used
for applying the surface regions of the casting core.
5. Process for producing a casting according to Claim 1, characterized in that the roughened surface regions of the casting core are produced by means of sand blasting.
6. Process for producing a casting according to Claim 1, characterized in that the roughened surface regions of the casting core are roughened by means of pressing
in roughness structures, using cold or heated pressing tools.
7. Process for producing a casting according to one of the preceding claims, characterized in that the casting is a turbine blade or combustion chamber which is passed through by cooling
channels.
1. Procédé de fabrication d'une pièce de coulée ayant un espace creux, l'espace creux
étant créé par un noyau de coulée pendant le procédé de coulée, une rugosité de surface
étant pourvue à la surface du noyau de coulée avant le procédé de coulée, celle-ci
se transmettant pendant le procédé de coulée à la surface de l'espace creux, et le
noyau de coulée étant réalisé de telle sorte que l'espace creux est réalisé à l'intérieur
de la pièce de coulée en forme d'un canal d'écoulement,
caractérisé en ce que
des encoches sont façonnées dans le noyau de coulée, lesquelles permettent la création
de rangées de nervures lors de l'opération de coulée sur la surface de l'espace creux
de la pièce de coulée.
2. Procédé de fabrication d'une pièce de coulée selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'on prévoit à la surface de l'espace creux une rugosité ayant une valeur de rugosité
hydraulique R par rapport à la rugosité de grains de sables ks (R:ks) de 60 à 120, R représentant le rayon hydraulique du canal d'écoulement.
3. Procédé de fabrication d'une pièce de coulée selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le noyau de coulée est fabriqué à partir d'une masse capable d'être modelée, qui est
amenée à durcir avant le procédé dans une étape de fabrication supplémentaire.
4. Procédé de fabrication d'une pièce de coulée selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
pour fournir les zones de surface du noyau de coulée, on utilise un outil pour noyau
dont la surface est rendue rugueuse par électro-érosion.
5. Procédé de fabrication d'une pièce de coulée selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les zones de surface rendues rugueuses du noyau de coulée sont fabriquées par jets
de sable.
6. Procédé de fabrication d'une pièce de coulée selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les zones de surface rendues rugueuses du noyau de coulée sont rendues rugueuses par
le biais d'une impression de structures de rugosité en utilisant des outils de pressage
froids ou réchauffés.
7. Procédé de fabrication d'une pièce de coulée selon l'une quelconque des revendications
précédentes,
caractérisé en ce que
la pièce de coulée est une aube de turbine ou une chambre de combustion parcourue
par des canaux de refroidissement.