[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Codieren einer mit einem Codeträger versehenen
Vorratsbahnrolle entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Es ist allgemein bekannt, Vorratspapierbahnrollen z. B. auf ihrer Umverpackung mit
einer 16-stelligen Strichcode-Kennzeichnung, z. B. entsprechend einer Empfehlung des
IFRA-Zeitungspapier-Komitees, zu versehen. Dieser numerische Code umfaßt z. B. die
Rollennummer, das Rollengewicht, die Verpackungsart, das Flächengewicht, die Quälität
sowie den Herstellercode. Diese Strichcode-Kennzeichnung wird überlicherweise mit
einem Laserscanner abgetastet.
[0003] Nachteilig an dieser Codierung ist z. B. mangelnde Lesbarkeit infolge mechanischer
Beschädigung des Codierungsträgers. Dies kann zum Informationsverlust oder zu Falschinformationen
führen.
[0004] Die DE 91 15 827 U1, EP 05 97 184 A1, DE 38 16 800 A1, DE 85 13 812 U1 und die DE
44 21 485 A1 offenbaren Wickelträger, in dessen Nähe ein Codeträger angeordnet ist.
Auf diese Codeträger wird ein Strichcode aufgebracht.
[0005] Nachteilig ist hierbei, daß diese Codeträger nicht wieder beschreibbar bzw. mit zusätzlichen
Daten beschreibbar sind.
[0006] Die WO 94/28531 zeigt eine Vorratsbahnrolle mit einer Hülse. In der Hülse ist ein
aktiver Codeträger angeordnet.
[0007] Die DE 39 12 488 A1 beschreibt ein Verfahren zur Übermittlung von Produktinformationen
einer Textilspule, mittels eines les- und löschbaren elektronischen Speicherchips.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Codieren einer mit einem
Codeträger versehenen Vorratsbahnrolle mit einem Informationsträger zu schaffen.
[0009] Diese Aufgabe wird erfihdungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß der Codeträger
unabhängig von der Umverpackung oder der jeweils äußeren Bahnwindung angeordnet ist,
so daß der Codeträger jederzeit abgefragt werden kann. Weiterhin ist es möglich, dem
Codeträger neue bzw. ergänzende Daten zu übermitteln und diese zu speichern. Solche
Daten können z. B. Angaben über einen neuen Zielort, Restpapierlänge, Qualitätsbesonderheiten
- z. B. "schlagende" Rolle - und dgl. enthalten.
[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im
folgenden näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- einen Längsschnitt I - I nach Fig. 2 durch einen Teil einer Vorratspapierbahnrolle
mit einem im Hülsenendbereich angeordneten Codeträger;
- Fig. 2
- eine Ansicht A nach Fig. 1;
- Fig. 3
- einen Längsschnitt durch ein Ende einer Hülse mit mehreren, alternativ am Hülsenende
angeordneten Codeträgern;
- Fig. 4
- einen Datenflußplan für den Informationsfluß zwischen einem Codeträger und Lese-/Schreib-
und Auswerteeinheiten.
[0012] Eine Vorratsbahnrolle, z. B. eine Vorratspapierbahnrolle 1 für eine Rollenrotationsdruckmaschine
weist im Bereich ihrer Rotationsachse 2 eine durchgehende Hülse 3 auf, auf deren Hülsenkörper
eine Materialbahn 4 aufgewickelt ist. Im Hülsenendbereich und insbesondere im Bereich
des Innendurchmessers bzw. Innenraumes 6 der Hülse 3 ist ein sternförmiger, z. B.
dreiarmiger Halter 7 angeordnet, dessen Arme 8, 9, 10 federnd am inneren Umfang 6
anliegen (Fig. 1 und 2). Koaxial zur Rotationsachse 2 trägt der Halter 7 einen z.
B. zylinderförmigen oder scheibenförmigen aktivierbaren, d. h. codierbaren und decodierbaren
Codeträger 12. Der Codeträger 12 ist eine elektronische Baueinheit, welche mit induktiven
Mitteln codierbar ist.
[0013] Der Halter 7 kann z. B. in den Endbereich der Hülse 3 einer Vorratspapierbahnrolle
1, d. h. in den Innenraum 6 der Hülse 3 so eingeschoben werden, daß dieser in einer
vorläufigen ersten, d. h. einer den Seitenkanten 13 der Materialbahn 3 nahen Position
B - gestrichelt dargestellt - verbleibt. Erst beim Aufachsen der Vorratspapierbahnrolle
1 wird der Halter 7 mittels eines nichtdargestellten Spannkonus in eine zweite Position
C geschoben (Fig. 1).
[0014] Der Halter 7 kann aus der Hülse 3, z. B. nach Rollenverbrauch durch Herausnehmen
wieder entfernt werden. Dazu können die Arme 8, 9, 10 z. B. Bohrungen 14, 16, 17 aufweisen,
welche mittels eines geeigneten Werkzeuges hintergriffen werden.
[0015] In Fig. 3 sind eine Anzahl von Codeträgern 18; 21; 23; 26 jeweils in einer anderen
Befestigungsposition dargestellt, von denen jedoch jeweils nur eine zur Anwendung
kommt.
[0016] Ein Codeträger 18 ist in der Stirnseite 19 der Hülse 3, d. h. im Hülsenkörper angeordnet,
z. B. in eine Bohrung eingepreßt.
[0017] Ein Codeträger 21 ist am Innenmantel 22 der Hülse 3, d. h. im Innenraum 6 der Hülse
3 befestigt, z. B. angeklebt.
[0018] Ein Codeträger 23 ist im Hülsenkörper 3 angeordnet. Dabei kann die Hülsenwand 24
eine Bohrung aufweisen, in welcher der Codeträger 23 eingepreßt ist.
[0019] Es ist auch möglich, einen Codeträger 26 in den der Hülse 3 nahen, d. h. inneren
oder unteren Materialbahnen 4 anzuordnen, d. h. von den Seitenkanten 13 der Materialbahnen
4 in einen seitenkantennahen Bereich einzubringen, z. B. einzupressen. Der Codeträger
26 befindet sich also außerhalb und in der Nähe der Hülse 3.
[0020] Die im Inneren der Hülse 3 oder in der Nähe der Hülse 3 angeordneten Codeträger 12;
18; 21; 23; 26, z. B. der in der Stirnseite 19 der Hülse 3 befindliche Codeträger
18 steht mit einem der Schreib- und Leseköpfe 27; 28; 29 in Verbindung. Solche Schreib-
und Leseköpfe 27 ; 28; 29 sind längs einer Transportstrecke für verfahrbare Vorratspapierbahn-Transportwagen
stationiert, z. B. der Schreib- und Lesekopf 27 in der Nähe eines Lagers für Vorratspapierbahnrollen
1, der Schreib- und Lesekopf 28 in der Nähe einer Vorratspapierbahn-Vorbereitungsstation
und der Schreib- und Lesekopf 29 in der Nähe eines Rollenwechslers.
[0021] Jeder Schreib- und Lesekopf 27 bis 29 besteht aus einer elektronischen Baueinheit,
welche zum Codeträger 18 berührungslos Energie 27 und Informationen 28 überträgt.
Sämtliche Schreib- und Leseköpfe 27 bis 29 sind andererseits über einen Datenbus 39
sowohl miteinander als auch mit einer Auswerteeinheit 41 und einer Steuerung 42 sowie
einem Leitrechner 43 verbunden (Fig. 4). Der Leitrechner weist eine Eingabestation
46 auf.
[0022] Der Codeträger 18 sowie die anderen Codeträger 12; 21; 23; 26 sind im wesentlichen
als Datenspeicher ausgebildet und bestehen jeweils aus einer elektronischen Baueinheit
mit Speicher und Steuerlogik. Die o. g. Codeträger sind z. B. als EEPROM-Version ausgeführt
und z. B. mit bis zu acht Kilobyte beschreib- und lesbar.
[0023] Wenn z. B. eine Vorratspapierbahnrolle 1 aus dem Lager herausgefahren wird - die
Transportwagen werden z. B. mittels bekannter unterfluriger oder fahrerloser Transportsysteme
gezogen - passiert der Codeträger 18 den in der Hülse 3 der Vorratspapierbahnrolle
1 befindlichen Schreib-/Lesekopf 27. Sobald der Codeträger 18 in den aktiven Bereich
des Schreib-/Lesekopfes 27 gelangt, wird die zur Datenübertragung benötigte Energie
37 aufgebaut und die Daten 38 werden vom Schreib-/Lesekopf 27 zum Codeträger 18 und
die Daten 44 werden vom Codeträger 18 zum Schreib-/Lesekopf 27, jeweils in einem Frequenzbereich
von z. B. 70 Kilohertz übertragen. Solche Daten können neben den vom Hersteller eingegebenen
Daten sein: neuer Zielort, z. B. Vorratspapierbahn-Vorbereitungsstation, Restpapierlänge,
Qualitätsbesonderheiten, z. B. "schlagende" Rolle.
[0024] Die vom Codeträger 18 induktiv eingekoppelten Daten werden in ein digitales Energiesignal
gewandelt und zur Auswerteeinheit 41 geleitet. Die Auswerteeinheit 41 verwaltet den
Datentransfer 37; 44 zwischen dem Schreib-/Lesekopf 28 und dem Codeträger 18 und dient
als Zwischenspeicher. Die Auswerteeinheit 41 ist das Bindeglied zwischen dem Leitrechner
43 bzw. Steuerung 42 und dem Codeträger 18. Es können Daten gelöscht oder neue Daten
hinzugefügt werden, z. B. neuer Zielort Klebevorbereitungsstation und Art der Klebespitze.
Nach der Klebevorbereitung der Vorratspapierbahnrolle 1 kann mittels des Schreib-/Lesekopfes
28 ein weiterer Zielort, z. B. Rollenwechsler, eingegeben werden. Nachdem ein Teil
der Vorratspapierbahnrolle 1 aufgebraucht ist, erfolgt mittels des Schreib-/Lesekopfes
29 eine neue Eingabe zu den Rollendaten sowie ein neuer Zielort, z. B. Lager.
[0025] Es ist auch möglich, an entsprechenden Stellen der Transportstrecke, z. B. an Weichen
zwecks Abfragen des Zielortes nur ortsfeste Lesegeräte anzuordnen.
[0026] Der Schreib-/Lesekopf 29 ist an einem Tragarm eines Rollenwechslers angeordnet.
[0027] Der Schreib-/Lesekopf 29 kann Vorzugsweise im Rollenwechsler, d. h. z. B. in einem
Rollenkonus eines Tragarmes des Rollenwechslers angeordnet sein, so daß zwischen den
Schreib-/Lesekopf 29 und einem Codeträger 18 ein Datenaustausch erfolgen kann, wenn
die Vorratspapierbahnrolle 1 noch aufgeachst ist. Es ist alternativ auch möglich,
den Schreib-/Lesekopf 29 am Ende des Tragarmes des Rollenwechslers zu befestigen.
[0028] Der Datenaustausch erfolgt vorzugsweise während des Auslaufens der Vorratspapierbahnrolle
1, d. h. während des langsamen Drehens der Vorratspapierbahnrolle 1.
[0029] Auch kann ein im Bereich der gedachten Rotationsachse 2 der Vorratspapierbahnrolle
1 im Innenraum 6 der Hülse 3 angeordneter Codeträger 12 verwendet werden. Der Schreib-/Lesekopf
29 ist hierbei in Richtung einer verlängerten Rotationsachse 2 an der Außenseite eines
Tragarmes des Rollenwechslers angeordnet. Der Spannkonus ist hierbei hohl ausgeführt.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Vorratspapierbahnrolle
- 2
- Rotationsachse (1)
- 3
- Hülse, Hülsenkörper (1)
- 4
- Materialbahn (1)
- 5
- -
- 6
- Innenraum (3)
- 7
- Halter
- 8
- Arm (7)
- 9
- Arm (7)
- 10
- Arm (7)
- 11
- -
- 12
- Codeträger (1; 3)
- 13
- Seitenkante (4)
- 14
- Bohrung (8)
- 15
- -
- 16
- Bohrung (9)
- 17
- Bohrung (10)
- 18
- Codeträger (3)
- 19
- Stirnseite (3)
- 20
- -
- 21
- Codeträger
- 22
- Innenmantel (3)
- 23
- Codeträger
- 24
- Hülsenwand
- 25
- -
- 26
- Codeträger
- 27
- Schreib-/Lesekopf
- 28
- Schreib-/Lesekopf
- 29
- Schreib-/Lesekopf
- 30
- bis 36 -
- 37
- Energie
- 38
- Informationen
- 39
- Datenbus
- 40
- -
- 41
- Auswerteeinheit
- 42
- Steuerung
- 43
- Leitrechner
- 44
- Informationen
- 45
- -
- 46
- Eingabestation
- B
- Position, erste (7)
- C
- Position, zweite (7)
1. Verfahren zum Codieren einer mit einem Codeträger (12; 18; 21; 23; 26) versehenen
Vorratsbahnrolle (1), z. B. für Papierbahnen (4), wobei die Vorratsbahnrolle (1) einen
Wickelkern oder eine Hülse (3) hat und in der Vorratsbahnrolle (1) oder in der Hülse
(3) der aktivierbare, einen Datenspeicher aufweisenden Codeträger (12; 18; 21; 23;
26) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Codeträger (12; 18; 21; 23; 26) mittels eines an einem Tragarm eines Rollenwechslers
angeordneten Schreib-/Lesekopfes (29) nach einem teilweisen Verbrauch der Vorratsbahnrolle
(1) mit neuen und/oder geänderten Daten beschrieben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Codeträger (12; 18; 21; 23; 26) induktiv codierbar und lesbar ist.
1. Method of encoding a reserve reel of web material (1) provided with a code carrier
(12; 18; 21; 23; 26), for example for paper webs (4), the reserve reel of web material
(1) having a core or a sleeve (3) and the code carrier (12; 18; 21; 23; 26), which
can be activated and has a data store, being provided in the reserve reel of web material
(1) or in the sleeve (3), characterized in that after partial consumption of the reserve reel of web material (1), the code carrier
(12; 18; 21; 23; 26) has new and/or changed data written on it by means of a read/write
head (29) arranged on a support arm of a reel changer.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the code carrier (12; 18; 21; 23; 26) can be encoded and read inductively.
1. Procédé de codage d'un rouleau de réserve de bande (1) muni d'un support de code (12;
18; 21; 23; 26), par exemple pour des bandes de papier (4), le rouleau de réserve
de bande (1) comportant un noyau d'enroulement ou bien une douille (3) et le support
de code (12; 18; 21; 23; 26) activable, présentant une mémoire à données, étant prévu
dans le rouleau de réserve de bande (1) ou dans la douille (3), caractérisé en ce que le support de code (12; 18; 21; 23; 26) est écrit, par des données nouvelles et/ou
modifiées, à l'aide d'une tête d'écriture/lecture (29) disposée sur un bras support
d'un changeur de rouleau, après consommation partielle du rouleau de réserve de bande
(1).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le support de code (12; 18; 21; 23; 26) peut être codé et lu par voie inductive.