[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung
von Industriegarnen durch Spinnstrecken von schmelzgesponnenen Polyesterfilamenten
bei Geschwindigkeiten von 3000 bis 6000 m/min, wobei das Verstrecken mittels eines
Lieferwerks und eines Streckwerks erfolgt.
[0002] Polyesterfilamente für den Einsatz im industriellen Sektor, d. h. in einem Gesamttiterbereich
über 500 dtex und einer Festigkeit von wenigsten 60 cN/tex, werden zum überwiegenden
Teil im Spinnstreckverfahren hergestellt, welches sich als sehr kostengünstig erwiesen
hat. Weitere Kosteneinsparungen können dadurch erzielt werden, dass die Produktivität
der Anlagen durch Erhöhung der Produktionsgechwindigkeit mit Endgeschwindigkeiten
im Bereich von 6'000 m/min und darüber erhöht wird. Es hat sich zusätzlich erwiesen,
dass durch die Erhöhung der Spinngeschwindigkeit auch Filamente mit neuen Eigenschaften
erhalten werden können.
[0003] Ein Spinnstreckverfahren der Art ist aus der US-A-3,790,995 bekannt. Dort wird ein
einstufiges Spinnstreckverfahren zur Herstellung von Polyester-Filamenten beschrieben.
Dieses Verfahren beruht auf der Verstreckung zwischen zwei Galettenduos in der Form,
dass infolge mangelnden Kraftschlusses zwischen Faden und Galettenoberfläche der Streckprozess
am Faden bereits einige Umschlingungen vor dem Verlassen des Lieferwerks beginnt.
Der Streckprozess wird desgleichen erst einige Umschlingungen nach dem Auflaufen auf
das Streckwerk beendet. Ermöglicht wird dies durch die fadenberührenden aufgerauhten
Oberflächen der Galetten, was einen Schlupf zwischen dem Filamenten und der Rollenoberfläche
ermöglicht. Dadurch wird die Streckzone effektiv auf ein Vielfaches des geometrischen
Abstands der Galettenduos voneinander verlängert. Entsprechend steht auch für die
Orientierung der die Fadenmasse bildenden Makrolmoleküle mehr Zeit zur Verfügung.
Es wird so ein höherer Orientierungsgrade erreicht als bei Verwendung von Rollenoberflächen
mit hochglanzpolierten Oberflächen. Hochglanzpolierte Oberflächen ermöglichen einen
maximalen Kraftschluss zwischen Faden und Rollenoberfläche.
[0004] Auch aus der DE-A-1 950 743 ist ein Verfahren zum Spinnstrecken von schmelzgesponnenen
Polyesterfilamenten zu Industriegarnen bekannt. Nach dem bekannten Verfahren erfolgt
das Verstrecken mittels eines Lieferwerks und eines schneller laufenden Streckwerks.
Zur Vebesserung der Verstreckung ist nach dem Lieferwerk ein Reibungsglied angeordnet,
welches mit dem Faden in schlüpfender Berührung steht, wodurch die Streckzone in zwei
Zonen mit unterschiedlicher Fadenspannung aufgeteilt wird. Das Reibungsglied kann
ein ortsfester Stift oder eine rotierende beheizte Rolle sein. Die Streckabzugsgeschwindigkeit
wird mit maximal 2500 m/min angegeben. Bei höheren Geschwindigkeiten wird auch hier
die zur Verfügung stehende Zeit zur Orientierung des Fadens zu kurz.
[0005] Es hat sich nun gezeigt, dass mit der Erhöhung der Produktionsgeschwindigkeit über
3'000 m/min dieses Verfahren nicht mehr optimal arbeitet, da die für die Orientierung
zur Verfügung stehende Zeit nicht mehr ausreicht. Die Orientierung nimmt umgekehrt
proportional zur Produktionsgeschwindigkeit ab. Die Zeit wird schliesslich so kurz,
dass die für den Einsatz als technische Garne erforderlichen hohen Orientierungsgrade
nicht mehr erzielt werden können. Der Orientierungsgrad ist für eine entsprechend
niedrige Bruchdehnung und hohe Festigkeit des gestreckten Filamentgarns verantwortlich.
[0006] Es ergeben sich folgende Nachteile:
[0007] Eine Verlängerung der Streckzeit durch Vergrösserung des Abstands zwischen den Galettenpaaren
hat den entscheidenden Nachteil, dass die Bauhöhe der Produktionseinrichtung auf ein
untolerierbares Mass erhöht werden müsste, so dass die Anlage nicht mehr ohne Hilfsmittel,
wie Hebebühnen und dergleichen, bedient werden könnte. Durch ein- oder mehrfaches
Umlenken des Fadenlaufs innerhalb der Streckzone lässt sich der Abstand zwischen den
Galettenpaaren zwar verringern, aber unter Inkaufnahme einiger gravierender Nachteile.
Umlenkungen mit Fadenleitorganen innerhalb der Streckzone sind unerwünscht und problematisch.
Umlenkstifte und dergleichen werden wegen der in der Streckzone herrschenden hohen
Fadenzugkraft sehr heiss und führen schon nach kurzer Betriebszeit zu gebrochenen
Filamenten. Mit nicht angetriebenen Umlenkrollen lässt sich zwar der Fadenlauf zwischen
den Galettenpaaren verlängern, jedoch treten dabei zahlreiche Filamentbrüche auf,
die das Verfahren unwirtschaftlich machen. Auch der Einsatz von Umlenkrollen mit strukturierter
Oberfläche, die bekanntlich verhindert, dass sich gebrochene Filamente zu einem Depot
akkumulieren, brachte diesbezüglich keinen Fortschritt.
[0008] Es stellt sich somit die Aufgabe, zur Erhöhung der Produktionsgeschwindigkeit Massnahmen
zu ergreifen und Mittel bereitzustellen, die trotz der verkürzten Streckzeit eine
für den technischen Einsatz ausreichend hohe molekulare Orientierung im Filamentgarn
erzeugen.
[0009] Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Verfügung zu stellen,
das eine wirtschaftlichere Herstellung von Industriegarnen erlaubt.
[0010] Eine weitere Aufgabe ist es, eine verbesserte Vorrichtung zu schaffen, mit welcher
hochorientierte Industiegarne hergestellt werden können.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Faden zwischen dem Lieferwerk
und dem Streckwerk umgelenkt und mittels wenigstens einer Fadendenbremseinrichtung
verzögert wird. Die Fadenumlenkung wird durch gebremste Rollen mit strukturierter
Oberfläche und definiertem Mittenrauhwert bewirkt.
[0012] Überraschend konnte eine deutliche Verbesserung dadurch erzielt werden, dass man
die Umlenkrollen der Fadendenbremseinrichtung auf eine Geschwindigkeit v
3 abbremste, die der folgenden Bedingung genügt:

wobei der Faktor F in jedem Falle kleiner als 1 ist, bevorzugt im Bereich 0.6 <=
F <= 0.95 und besonders bevorzugt im Bereich 0.7 <= F <= 0.9 liegt. Die Grössen v
1 und v
2 bezeichnen die Geschwindigkeiten des Lieferwerks bzw. des Streckwerks. Die Geschwindigkeit
muss also niedriger sein als die Fadenlaufgeschwindigkeit an dem Ort, an dem sie die
Umlenkrollen berühren. Dies lässt sich nur mittels Rollen durchführen, die mit einer
strukturierten Oberfläche versehen sind, welche einen Schlupf zwischen Faden und Rollenoberfläche
ermöglicht.
[0013] Eine weitere Verbesserung der Verstreckbarkeit wurde dadurch erzielt, dass man die
Umlenkrollen zusätzlich auf eine Manteltemperatur zwischen 150 und 210 °C erhitzt.
[0014] Es hat sich des weiteren als vorteilhaft erwiesen, dass das gesamte Umlenksystem
innerhalb eines gegenüber der Umgebung thermisch isolierten Gehäuses angeordnet wird,
um die Abkühlung des Fadens in der Streckzone zu verhindern.
[0015] Je nach Art der Verlängerung des Fadenwegs ist die Anzahl der erforderlichen Umlenkrollen
verschieden. Unter Umständen genügt eine Umlenkrolle, welche um knapp 180° vom Faden
umschlungen wird.
[0016] Die Anordnung von zwei Rollen, analog zur Anordnung eines üblichen Galettenduos,
hat sich als vorteilhaft erwiesen. Eine solche Anordnung kann vom Faden entweder S-förmig
oder 8-förmig oder 0-förmig umschlungen werden. Dadurch kann ohne konstruktive Veränderung
der Einrichtung die wirksame Kontaktlänge zwischen Faden und Rollenoberflächen in
gewissen Grenzen variiert und den erforderlichen Verfahrensbedingungen angepasst werden.
In der Regel werden die Rollen nur je einmal vom Faden umschlungen. Eine Zweifachumschlingung
liegt nicht im Rahmen der Erfindung kann aber unter Umständen dann von Vorteil sein,
wenn der Kraftschluss zwischen Faden und Rollenoberfläche sehr gering ist.
[0017] Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt vor allem darin, dass die Umlenkrollen sehr
kurz sein können, da sie nur für einen, höchstens zwei Fadenlaufspuren Platz bieten
müssen. Dies ist aus der Sicht der Investition günstig, da die Kosten für Rollen mit
grösserer Arbeitsbreite, wie sie für vielfache Umschlingungen benötigt werden, sehr
viel höher sind.
[0018] Die Erfindung soll anhand einer Zeichnung ausführlich beschrieben werden.
[0019] Figur 1 zeigt ein Schema der erfindungsgemässen Anordnung.
[0020] In der einzigen Figur 1 wird mit
1 ein Lieferwerk bezeichnet, bestehend aus einer beheizbaren angetriebenen Galette
11 und einer beheizbaren Galette 12. Ein Streckwerk
2 besteht aus einer bebeheizbaren angetriebenen Galette 21 und einer beheizbaren angetriebenen
Galette 22. Zwischen dem Lieferwerk
1 und dem Streckwerk
2 ist eine Fadenbremseinrichtung
3 angeordnet. Die Fadenbremseinrichtung
3 ist mit einer beheizbaren und bremsbaren Umlenkrolle 31 und wahlweise mit einer beheizbaren
und bremsbaren Umlenkrolle 32 ausgestattet, die sich ihrerseits innerhalb eines thermisch
isolierten Gehäuses 33 befinden. Das unverstreckte Filament 4 kommt in bekannter Weise
von einer nicht gezeigten bekannten Spinneinrichtung; das verstreckte Filament 4'
wird in bekannter Weise von einer nicht gezeigten Wickeleinrichtung beispielsweise
einem Spuler aufgenommen.
[0021] Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens bildet die Fadenbremseinrichtung
3 die Verlängerung der dazwischen liegenden Streckzone. Das Filament 4 kommt auf nicht
dargestellt Weise aus einer herkömmlichen Einrichtung zum Schmelzspinnen, Abkühlen
und Präparieren, umschlingt das mit einer Umfangsgeschwindigkeit v
1 laufende Lieferwerk
1 mehrfach, wobei es entsprechend der eingestellten Manteltemperatur aufgeheizt wird,
gelangt dann zur Fadenbremseinrichtung
3, deren auf die Umfangsgeschwindigkeit v
3 abgebremsten Umlenkrollen 31,32 einmal umschlungen werden, und wird schliesslich
durch das mit der Umfangsgeschwindigkeit v
2 laufende Streckwerk
2 entsprechend einem eingestellten Geschwindigkeitsverhältnis (v
2/v
1) verstreckt. Im Anschluss daran wird das Filament 4', eventuell nach Durchlaufen
eines weiteren nicht dargestellten Galettenduos, in herkömmlicher Weise aufgespult.
[0022] Die Umlenkrollen 31, 32 dürfen nicht glatt sein. Sie weisen eine strukturierte Oberfläche
auf, um einen Schlupf zwischen dem Filament 4 und der Rollenoberfläche zu ermöglichen.
Der Mittenrauhwert der Oberfläche der Umlenkrollen 31, 32 liegt zweckmässig im Bereich
von 2.5 bis 3.5 Mikrometer. Zur Verminderung der Abrasion handelt es sich hierbei
zweckmässig um eine Hartmetalloberfläche oder um eine Beschichtung mit keramischem
oder anderen abrasionsfesten Materialien. Zur Vermeidung von Fibrillenschädigungen
muss die Oberflächenstruktur frei sein von scharfen Erhebungen. Sie ist zweckmässig
als "Orangenhaut" strukturiert.
[0023] Die erforderliche Bremsung der Umlenkrollen 31 und 32 kann rein mechanisch erfolgen.
Es ist für die Sicherheit und Reproduzierbarkeit des Verfahrens vorteilhaft, wenn
die Umfangsgeschwindigkeit der Umlenkrollen 31 und 32 mit Hilfe einer bekannten Regelungseinrichtung
konstant gehalten wird. Der Einsatz von gesteuerten Frequenzantrieben hat sich besonders
bewährt. Derartige Antriebseinheiten müssen jedoch mit einer Einrichtung zur Rekuperation
der Bremsleistung oder mit einer anderen Art der Energievernichtung ausgerüstet sein.
Die erforderliche Bremsleistung kann, je nach den Streckbedingungen, bis zu 1 Watt/dtex
des verstreckten Filaments betragen.
[0024] Das erfindungsgemässe Verfahren sei anhand folgender Beispiele erläutert.
Beispiel 1
[0025] Polyäthylentherephthalat mit einem Viskositätsindex VI = 114 wurde in einem Extruder
aufgeschmolzen und durch zwei Spinndüsen mit je 256 Bohrungen extrudiert. Der Schmelzedurchsatz
pro Bohrung betrug 2.45 g/min. Die Schmelzestrahlen wurden auf herkömmliche Weise
gekühlt und mit einem wasserfreien Präparationsmittel versehen. Anschliessend wurden
sie zu zwei Filamentbündeln zusammengefasst und mit einer Geschwindigkeit v
1 von 3'100 m/min durch das Lieferwerk
1 mit auf 120 °C temperierten Galetten 11, 12 aus dem Spinnschacht abgezogen. Das Lieferwerk
1 wurde sechsmal von den Fäden 4 umschlungen. Anschliessend wurden die Fäden 4 nach
einer einmaligen Umschlingung um die Umlenkrollen 31, 32 der Fadenbremseinrichtung
3 dem Streckwerk
2 zugeführt, welches auf 240 °C temperiert war und mit einer Umfangsgeschwindigkeit
v
2 von 5'710 m/min lief. Die Streckgaletten 21, 22 wurden achtmal von den Fäden 4 umschlungen.
Durch die Umlenkvorrichtung
3 wurde die Streckzone zwischen Lieferwerk
1 und Streckwerk
2 um 1.5 m verlängert. Die Umlenkrollen 31, 32 hatten einen Durchmesser von 190 mm
und waren mit einer keramikbeschichteten Oberfläche mit einem Mittenrauhwert von 3.5
Mikrometer versehen. Sie waren auf eine Temperatur von 180 °C temperiert und wurden
mit einem Bremsmoment von je 1 Nm auf eine Geschwindigkeit v
3 von 5'190 m/min abgebremst. Die gesamte Bremsleistung betrug 1.82 kW.
[0026] Nach der so erfolgten Verstreckung um den Faktor 1.84 wurden die Fäden auf einem
weiteren Duo mit 120 °C gekühlt und zuletzt bei einer Spannung von 250 cN aufgespult.
Die Filamente hatten einen Titer von 1100 dtex.
Beispiel 2
[0027] Polyethylentherephthalat der gleichen Art wie in Beispiel 1 wurde auf die gleiche
Weise aufgeschmolzen, gesponnen und verstreckt, mit dem Unterschied, dass der Schmelzedurchsatz
3.21 g/min betrug. Dies führte zu einem Endtiter des verstreckten Garns von 1'440
dtex. Die Umlenkrollen 31, 32 der Fadenbremseinrichtung
3 mussten mit einem Bremsmoment von je 1.25 Nm beaufschlagt werden, um auf die gleiche
Umfangsgeschwindigkeit wie im Beispiel 1 zu kommen. Die gesamte Bremsleistung betrug
2.28 kW.
Beispiel 3 (Vergleichsbeispiel)
[0028] Der Versuch aus dem erfindungsgemässen Beipiel 1 wurde wiederholt, jedoch ohne Benutzung
der Fadenbremseinrichtung
3. Hierbei war das Einziehen der Filamente auf dem Streckwerk erst möglich, nachdem
man das Streckverhältnis auf 1.7 reduziert hatte. Jedoch wurde der Spinnstrecklauf
durch das Auftreten zahlreicher gebrochener Filamente stark gestört.
Beispiel 4
[0029] Polyestergranulat (Polyäthylentherephthalat) mit einem Viskositätsindex von 114 wurde
wie in Beispiel 1 extrudiert und zu zwei Filamentgarnen mit je 256 Filamenten versponnen.
Die Multifilamente wurden mit 3'100 m/min aus dem Spinnschacht abgezogen. Die optische
Doppelbrechung (DB) der so ersponnenen Filamente betrug 0.065.
Die Filamentgarne wurden einem Lieferwerk
1 mit 3'130 m/min und einer Temperatur von 80 °C zugeführt, welches sechsmal umschlungen
wurde. Das Streckwerk
2 hatte eine Umfangsgeschwindigkeit von 5776 m/min und eine Temperatur von 240 °C.
Es wurde achtmal von den Fäden umschlungen. Die Fadenbremseinrichtung bestand aus
den beiden elektrisch gebremsten Umlenkrollen 31,32, mit einer Temperatur von 200
°C innerhalb eines termisch isolierten Gehäuses, die einmal von den Filamenten umschlungen
wurden. Sie wurden auf eine Geschwindigkeit von 5'247 m/min abgebremst. Nach der Verstreckung
wurde das Filament auf einem weiteren Galettenduo mit 120 °C gekühlt, welches gleich
schnell lief wie das Streckwerk. Anschliessend wurde das Filament mit 5'600 m/min
aufgespult. Das so behandelte Filamentgarn wies folgende Eigenschaften auf:
| Titer |
1'100 |
dtex |
| Festigkeit |
67.2 |
cN/tex |
| Bruchdehnung |
14.2 |
% |
| LASE 2% |
14.8 |
cN/tex |
| LASE 5% |
34.5 |
cN/tex |
| Thermoschrunpf bei 160 C |
6.7 |
% |
[0030] Das Garn eignet sich besonders für den Einsatz in Reifencord.
1. Verfahren zur Herstellung von Industriegarnen durch Spinnstrecken von schmelzgesponnenen
Polyesterfilamenten bei Geschwindigkeiten von 3000 m/min bis 6000 m/min, wobei das
Verstrecken mittels eines Lieferwerks (1) und eines Streckwerks (2) so erfolgt, dass
die Polyesterfilamente(4) zwischen dem Lieferwerk (1) und dem Streckwerk (2) umgelenkt
und verzögert werden, wobei die Umlenkrolle (31) und/oder die Umlenkrolle (32) nur
einmal vom Polyesterfilament (4) umschlungen wird, eine strukturierten Oberfläche
mit einem Mittenrauhwert im Bereich von 2.5 bis 3.5 Mikrometer aufweist, einen Schlupf
zwischen den Polyesterfilamenten (4) und der Oberfläche der Umlenkrollen (31,32) ermöglicht
und die Umlenkrolle (31) und/oder die Umlenkrolle (32) auf eine Geschwindigkeit abgebremst
wird, die den folgenden Bedingungen genügt: v3 = v1 + (v2 - v1) * F, wobei F im Bereich von 0.5 < = F < 1 liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkrollen (31,32) beheizt werden und in einem thermisch isolierten Gehäuse
(33) angeordnet sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkrollen (31,32) auf eine Manteltemperatur zwischen 150 und 210 °C erhitzt
werden.
4. Vorrichtung zur Herstellung von Industriegarnen durch Spinnstrecken von schmelzgesponnenen
Polyester-filamenten bei Geschwindigkeiten von 3000 m/min bis 6000 m/min, wobei das
Verstrecken mittels eines Lieferwerks (1) und eines Streckwerks (2) erfolgt, zwischen
dem Lieferwerk (1) und dem Streckwerk (2) gebremste Umlenkrollen (31,32) angeordnet
sind, die eine strukturierte Oberfläche aufweisen und einen Schlupf zwischen dem Polyesterfilament
(4) und der Rollenoberfläche ermöglichen, dadurch gekennzeichnet, dass der Mittenrauhwert der Oberfläche der Umlenkrollen (31,32) im Bereich von 2.5 bis
3.5 Mikrometer liegt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadendenbremseinrichtung (3) in einem thermisch isolierten Gehäuse angeordnet
ist.
1. Process for the production of industrial yarns by the stretch-spinning of melt-spun
polyester filaments at speeds of 3000 m/min to 6000 m/min, stretching being carried
out by means of a delivery assembly (1) and a drawframe (2) in such a manner that
the polyester filaments (4) are deflected between the delivery assembly (1) and the
drawframe (2) and decelerated, the polyester filament (4) being looped around the
deflecting roller (31) and/or the deflecting roller (32) once only, the deflecting
rollers having a structured surface with a mean peak-to-valley height in the range
of 2.5 to 3.5 micrometres and allowing slip between the polyester filaments (4) and
the surface of the deflecting rollers (31, 32), and the deflecting roller (31) and/or
the deflecting roller (32) being braked to a speed which satisfies the following conditions:
v3 = v1 + (v2-v1) * F, in which F is in the range of 0.5 < = F < 1.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the deflecting rollers (31, 32) are heated and are arranged in a thermally insulated
housing (33).
3. Process according to Claim 1, characterized in that the deflecting rollers (31, 32) are heated to a casing temperature of between 150
and 210°C.
4. Apparatus for the production of industrial yarns by the stretch-spinning of melt-spun
polyester filaments at speeds of 3000 m/min to 6000 m/min, stretching being carried
out by means of a delivery assembly (1) and a drawframe (2), braked deflecting rollers
(31, 32) being arranged between the delivery assembly (1) and the drawframe (2), the
deflecting rollers (31, 32) having a structured surface and allowing slip between
the polyester filament (4) and roller surface, characterized in that the mean peak-to-valley height of the surface of the deflecting rollers (31, 32)
is in the range of 2.5 to 3.5 micrometres.
5. Apparatus according to Claim 4, characterized in that the thread-braking device (3) is arranged in a thermally insulated housing.
1. Procédé pour la fabrication de fils industriels par filature à étirage intégré de
filaments de polyester filés au fondu à des vitesses de 3000 m/min jusqu'à 6000 m/min,
l'étirage étant réalisé à l'aide d'un ensemble délivreur (1) et d'un ensemble d'étirage
(2) de sorte que les filaments de polyester (4) sont enroulés et ralentis entre l'ensemble
délivreur (1) et l'ensemble étireur (2) , le rouleau (31) et/ou le rouleau (32) ne
portant qu'un seul enroulement de filament polyester (4) possède une surface structurée
avec une valeur de rugosité dans le domaine de 2.5 à 3.5 micromètres, permet un glissement
entre les filaments polyester (4) et la surface des rouleaux (31, 32), le rouleau
(31) et/ou le rouleau (32) étant freiné à une vitesse qui répond aux conditions suivantes
: v3 = v1 + (v2 - v1) * F, F étant compris dans l'intervalle 0.5 < = F < 1.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les rouleaux (31, 32) sont chauffés et placés dans un caisson (33) isolé thermiquement.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les rouleaux (31, 32) sont chauffés à une température de surface comprise entre 150
et 210 °C.
4. Installation pour la fabrication de fils industriels par filature à étirage intégré
de filaments de polyester filés au fondu à des vitesses de 3000 m/min jusqu'à 6000
m/min, l'étirage étant réalisé à l'aide d'un ensemble délivreur (1) et d'un ensemble
d'étirage (2), des rouleaux freinés (31, 32) qui possèdent une surface structurée
et permettent un glissement entre le filament polyester (4) et la surface des rouleaux
étant placés entre l'ensemble délivreur et l'ensemble d'étirage, caractérisée en ce que la valeur de rugosité de la surface des rouleaux (31, 32) se situe dans le domaine
de 2.5 à 3.5 micromètres.
5. Installation selon la revendication 4, caractérisée en ce que le dispositif de freinage du fil (3) est placé dans un caisson isolé thermiquement.