[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens, insbesondere
eines Kupolofens, dem im oberen Teil des Schachtes metallische Einsatzstoffe, Legierungselemente
und Energieträgerstoffe, wie Koks, und im unteren Teil des Schachtes ein Oxidationsmedium,
wie Luft, zugegeben werden, wobei der Schmelzzone Zusatzstoffe, nämlich Legierungselemente,
Metallspäne oder Stäube zugeführt werden.
[0002] Die Einbringung solcher Zusatzstoffe separat voneinander in die Schmelzzone gehört
zum Stand der Technik.
[0003] So ist es bekannt, Legierungselemente, wie Aufkohlungsmittel, Siliziumcarbid oder
Ferrosilizium, in die Schmelzzone von Kupolöfen mit dem Ziel der Korrektur der Eisenanalyse
einzublasen (EP 0 336 121 B1).
[0004] In jüngerer Zeit bläst man in der Gießerei und beim Kupolofenbetrieb anfallende Stäube
in der Düsenebene für den Ofenwind des Kupolofens ein (EP 0 504 700 A1. Solche Stäube
sind z.B. Filterstäube der Kupolofenentstaubung, nicht mehr aufzuarbeitende Gießereialtsande,
Stäube aus der Putzerei und Schleiferei usw. Diese Stäube enthalten u.a. SiO
2, welches als Schlackenbildner für den Kupolofenschmelzprozess genutzt werden kann,
aber auch brennbare organische Bestandteile, deren Heizwert für den Schmelzprozess
nutzbar ist. Verschiedene dieser Stäube gelten als Sonderabfall, dessen Entsorgung
teuer ist.
[0005] Beim Einblasen in die Schmelzzone des Kupolofens wird der Heizwert der brennbaren
Bestandteile der Stäube als Schmelzenergie und das SiO
2 als Schlackenbildner genutzt. Problematische Bestandteile der Stäube, wie Schwermetalle,
werden umweltsicher in die Schlacke eingebunden, z.B. verglast.
[0006] Alle diese in die Schmelzzone des Kupolofens eingebrachten Zusatzstoffe müssen unter
unterschiedlichen und zum Teil gegensätzlichen Bedingungen eingeblasen werden. Während
bei den Legierungselementen eine reduzierende Atmosphäre an der Einblasstelle erforderlich
ist, muß bei heizwertreichen Stäuben oxidierend gefahren werden. Bei heizwertarmen
Stäuben ist es sinnvoll, einen Energieträger mit einzubringen, damit die Verschlackung
des SiO
2-Anteils dieser Stäube nicht auf Kosten des Kokssatzes geht.
[0007] Generell senkt das Einsetzen insbesondere von Stäuben die Schmelztemperatur ab.
[0008] Um dieser Unzuträglichkeit zu begegnen ist in EP 0 618 419 A1 vorgeschlagen worden,
einen Brenner mit durch Konzentrische Rohre erfolgender Zufuhr von Brennstoff und
Sauerstoff vorzusehen, in dessen Flamme die Stäube eingetragen werden. Dabei können
sich für die Umwelt schädliche NO
x bilden. Außerdem können wertvolle Bestandteile der Zusatzstoffe oxidieren, d.h. verbrennen.
[0009] WO-A-9 420 642 beschreibt eine Windform eines Hochofens mit einer Heißluftdüse, in
welche separate Lanzen für die Zufuhr von Staub (Staubkohle) und Sauerstoff im Bereich
der Düsenöffnung munden. Die Windform ist als Kombinationslanze anzusehen.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben,
mit denen die beim Einsatz der genannten Zusatzstoffe geschilderten unterschiedlichen
Anforderungen befriedigt, eine unerwünschte Absenkung der Schmelztemperatur vermieden
und das Entstehen von Schadstoffen, insbesondere NO
x, in unzuträglichem Ausmaß unterbunden werden können.
[0011] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen ein Verfahren nach Anspruch 1 und eine Vorrichtung
nach Anspruch 5. Schachtöfen mit einer Solchen Vorrichtung sind in den Ansprüchen
10, 11 definiert. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0012] Beim Einsatz eines Verfahrens und einer Vorrichtung nach der Erfindung lassen sich
die Einbringbedingungen der Zusatzstoffe, des Brennstoffes und des zusätzlich eingebrachten
Sauerstoffes so gestalten, insbesondere die Geschwindigkeiten so hoch einstellen,
daß sich keine Flamme bildet. Damit lassen sich das Entstehen umweltschädlicher NO
x-Verbindungen und das Verbrennen wertvoller Bestandteile, wie Legierungselemente,
vermeiden.
[0013] Das Verfahren nach der Erfindung ist für alle gängigen Kupolofentypen, z.B. mit Heißwind,
Warmwind, Kaltwind, Sekundärwind betriebene Öfen, gefütterte und ungefütterte Ofenbauarten,
Langzeitöfen, Wechselöfen, Shuttleöfen usw. gleichermaßen geeignet.
[0014] Das Einsatzmaterial solcher Öfen kann umfassen
| als metallischen Einsatz |
Stahlschrott, Kreislaufmaterial (Gußabfall), Gußbruch, Roheisen, Ferromangan, FeSi |
| als nichtmetallischen Einsatz |
Kohlenstoff (z. B. Koks), Siliziumkarbid, Ferromangan, Kalk, Kies, Basalt. |
[0015] Als Oxidationsmedium wird dem Ofen, wie bekannt Luft ("Wind"), die entweder vorgewärmt
ist (Heißwind, Warmwind) oder Umgebungstemperatur hat (Kaltwind), über eine oder mehrere
Düsenreihen zugeführt. Diese Luft kann mit Sauerstoff angereichert sein.
[0016] Das Verfahren nach der Erfindung ist für alle Ofengrößen geeignet.
[0017] Bei einer Vorrichtung nach der Erfindung sind in der Schmelzebene des Kupolofens
eine oder mehrere der beanspruchten und nachfolgend beschriebenen Kombinationslanzen
zum Einbringen der Zusatzstoffe installiert.
[0018] Mit einer Vorrichtung nach der Erfindung können einem Kupolofen drei unterschiedliche
Stoffe gleichzeitig oder nacheinander in gewünschter Reihenfolge zugeführt werden.
Der erste Stoff kann ein Legierungselement, wie ein Aufkohlungsmittel (FeSi, SiC oder
dergleichen) oder Staub (z.B. Kupolofenstaub, Altsand, Putzereistaub usw.) oder Eisenspäne
oder eine Mischung der vorgenannten Stoffe sein.
[0019] Der zweite Stoff dient dazu, die oxidativen bzw. reduktiven Bedingungen, die für
den jeweiligen Einsatz des ersten Stoffes nötig sind, einzustellen. Es kann sich folglich
um sowohl gasförmige, flüssige, feste heizwerthaltige Stoffe, vorwiegend kohlenstoffhaltige
bzw. kohlenwasserstoffhaltige Stoffe handeln.
[0020] Der dritte Stoff gleicht die Absenkung der Schmelztemperatur, die durch den Einsatz
der ersten beiden Stoffe entsteht, aus. Es handelt sich also um Sauerstoff, der vorwiegend
mit Überschallgeschwindigkeit aus der Einrichtung austritt.
[0021] Die drei Stoffströme sind getrennt voneinander im Bereich von 0%- 100% regelbar.
Die optimale Einstellung richtet sich nach der Art, Menge und Zusammensetzung des
Stoffes 1 sowie den jeweiligen Anforderungen des Schmelzbetriebes.
[0022] Die Einbringbedingungen über die oder jede Kombinationslanze sind derart gestaltet,
insbesondere die Einbring-Geschwindigkeiten so gewählt, daß unter allen möglichen
Betriebsparametern das Entstehen einer Flamme unmittelbar vor der Lanze verhindert
wird. Vorteilhaft ist ein Einbringen durch die Kombinationslanze des Sauerstoffs im
zweiten Strahl mit Überschallgeschwindigkeit, vorzugsweise im Bereich von 1,5 bis
2,5 Mach, und der Zusatzstoffe und Brennstoffe im ersten Strahl mit maximal Schallgeschwindigkeit.
Dadurch werden eine optimale Effektivität des Verfahrens garantiert und ein Ansteigen
der NOx-Werte verhindert. Zusätzlich zu dem Sauerstoff, der dem Kupolofen über die
Kombinationslanzen zugeführt wird, kann dem Kupolofen Sauerstoff über separate Sauerstofflanzen
vorwiegend mit Überschallgeschwindigkeit zugeführt werden.
[0023] Die erfindungsgemäßen Kombinationslanzen und die Sauerstoff-Injektionslanzen zum
zusätzlichen Sauerstoffeintrag werden vorzugsweise in die vorhandenen Winddüsen (wassergekühlte
Kupferdüsen oder ungekühlte gestampfte Düsen) eingebaut. Es ist aber auch möglich,
diese Einrichtungen und die zusätzlichen Sauerstoff-Injektionslanzen in separate Zuführungen
in der Schmelzebene des Kupolofens zu installieren.
[0024] Insbesondere werden mit einem Verfahren und einer Vorrichtung nach der Erfindung
die folgenden vorteilhaften Wirkungen erzielt:
a) Die Zugabe von Aufkohlungsmitteln in reduzierender Atmosphäre und Zusatzsauerstoff
ermöglicht ein Absenken des Kokssatzes, damit verbunden eine höhere Schmelzleistung,
weniger Umweltbelastungen und die Möglichkeit einer kurzfristigen Analysenkorrektur.
b) Die Zugabe von FeSi bzw. SiC in reduktiver Atmosphäre und Zusatzsauerstoff ermöglicht
ein Absenken des Einsatzes von SiC-Formlingen über die Gattierung und eine kurzfristige
Analysenkorrektur (Kostenersparnis infolge geringeren Si-Abbrand).
c) Die Zugabe von Spänen in Verbindung mit Sauerstoff ermöglicht optimale Rückführung
der Späne in den Ofen, geringen bzw. keinen Austrag und optimales Ausbringen. Ferner
kann die Eisenanalyse durch den Einsatz von Guß- bzw. Stahlspänen gesteuert und die
Eisentemperatur falls erforderlich gesenkt werden.
d) Die Zugabe von Stäuben in Verbindung eventuell mit Zusatzbrennstoff und Sauerstoff
ermöglicht es, die Schlakkenführung momentan steuern zu können und Problemstoffe in
unbedenkliche Stoffe (in verglaster Form) überzuführen, ohne mehr Koks setzen zu müssen,
sowie auf Kies als Schlackebildner verzichten zu können.
e) Die Zugabe von Sauerstoff, bevorzugt mit Überschallgeschwindigkeit, bietet die
Möglichkeit der Schmelzleistungsanpassung in einem weiten Bereich, Verringern der
Schmelzkosten (Koks-Ersparnis, SiC-Ersparnis, weniger Staubanfall, Reduktion der Stromkosten
usw.) sowie die Erhöhung der Eisentemperatur. Ferner werden die Winddüsen weniger
thermisch belastet.
[0025] Alle diese Wirkungen ergeben sich bei kombinierter Anwendung der angegebenen Verfahrensschritte
wie beansprucht.
[0026] Die Erfindung ist im folgenden anhand schematischer Zeichnungen an Ausführungsbeispielen
mit weiteren Einzelheiten näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Vertikalschnitt durch einen Kupolofen, der mit Vorrichtungen gemäß der Erfindung
ausgerüstet ist;
- Fig. 2
- einen vergrößerten Teilschnitt durch die Ofenwandung auf der Höhe der Schmelzzone
durch einen Einbringkanal für den Wind, in den eine Vorrichtung gemäß der Erfindung
eingesetzt ist;
- Fig. 3
- einen Längsschnitt nach der Linie III-III in Fig. 4 durch eine Vorrichtung gemäß Fig.
2;
- Fig. 4
- einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3;
- Fig. 5
- einen vergrößerten Schnitt wie Fig. 4 in abgewandelter Konfiguration;
- Fig. 6
- einen Teilschnitt ähnlich Fig. 2 in der Höhe der Schmelzzone durch einen Einbringkanal
für den Wind, in den eine Sauerstoff-Injektionslanze eingesetzt ist;
- Fig. 7, 8 und 9
- Querschnitte durch die Schmelzzone des Kupolofens mit einer Anordnung von Kombinationslanzen
gemäß den Fig. 2 bis 5 und Sauerstoff-Injektionslanzen gemäß Fig. 6 in drei Varianten.
[0027] Fig. 1 zeigt einen im Prinzip bekannten Kupolofen mit einem Schacht, in dessen oberen
Teil 1 metallische Einsatzstoffe, Legierungselemente und Energieträgerstoffe, wie
Koks eingebracht werden und in dessen unteren Teil 2 ein Oxidationsmedium, wie Luft,
- der sogenannte Ofenwind -, über einen Windring 3 und von dort über Einbringkanäle
4 in die Schmelzzone 5 eingeführt wird. In mindestens zwei diagonal gegenüberliegende
Einbringkanäle 4 sind insgesamt mit der Bezugszahl 6 bezeichnete Kombinationslanzen
gemäß der Erfindung eingesetzt.
[0028] Eine Stelle der aus dem Futter 7 und dem Ofenmantel 8 bestehenden Ofenwand, die von
einem Einbringkanal 4 für den Ofenwind mit eingesetzter Kombinationslanze 6 durchsetzt
ist, zeigt der Teilschnitt nach Fig. 2 mit größerer Deutlichkeit. Die Kombinationslanze
6 ist mit Leitungen 9 für Sauerstoff und 10 für Brennstoff, wie brennbare Gase, sowie
mit einer zentralen Zuführleitung 11 für Zusatzstoffe, wie Stäube, verbrauchte Gießereisände,
Legierungselemente, Metallspäne, Kohlenstoff und dergleichen versehen. Die Bezugszahlen
9' und 10' bezeichnen individuell betätigbare Absperrventile für die Leitungen 9 und
10.
[0029] Der Aufbau der Kombinationslanze 6 ist im einzelnen aus den Fig. 3 bis 5 zu ersehen.
[0030] Gemäß den Fig. 3 bis 5 umgibt ein Schutzrohr 12 zwei parallel angeordnete Lanzen,
nämlich eine Stofflanze 13 und eine Sauerstofflanze 16. Die Stofflanze 13 umfaßt ein
Außenrohr 14 zum Zuführen von Brennstoff, wie Brenngasen (Methan, Erdgas oder dergleichen),
über die Leitung 9 und ein davon über einen Ringspalt 14' zum Transport des Brennstoffes
getrenntes Innenrohr 15 zum Zuführen von Zusatzstoffen, wie Stäuben über die Leitung
11. Parallel zu der Stofflanze 13 verläuft die Sauerstofflanze 16, und zwar vorzugsweise
in einem Abstand X von dem Außenrohr 14 und einem Abstand Y von dem Innenrohr 15,
wie dies in Fig. 5 dargestellt ist. Der Abstand X liegt vorzugsweise in einem Bereich
gleich dem Innendurchmesser der Sauerstofflanze 16 und dem zehnfachen dieses Innendurchmessers,
während der Abstand Y vorzugsweise in einem Bereich zwischen dem zweifachen und dem
zwanzigfachen des Innendurchmessers der Sauerstofflanze 16 liegt.
[0031] In der Darstellung nach Fig. 3 ist die Sauerstofflanze 16 von der Stofflanze 13 verdeckt.
In diese Sauerstofflanze 16 führt die Zuleitung 10. In ihrer Mündung hat die Sauerstofflanze
16 eine Lavaldüse 18, wie in Fig. 5 angedeutet und in Fig. 6 für eine gesonderte Sauerstoff-Injektionslanze
20 im Axialschnitt gezeigt ist. Aufgrund dieser Lavaldüse wird der Sauerstoff über
die Sauerstofflanze 16, wie auch über die Sauerstoff-Injektionslanze 20 nach Fig.
6 mit Überschallgeschwindigkeit in die Schmelzzone 5 eingeblasen. Dagegen wird zusätzlich
in der Stofflanze 13 über den Ringspalt 14' zugeführter Sauerstoff bzw. das hier auch
zugeführte Brenngas allein maximal mit Schallgeschwindigkeit eingeblasen. Sauerstoff
kann auch dem über das Innenrohr 15 zugeführten Staub oder anderen Zusatzstoffen beigemischt
sein. Auch hier wird beim Einblasen die Schallgeschwindigkeit nicht überschritten.
[0032] Fig. 6 zeigt in gleicher Darstellung wie Fig. 2 eine in einen anderen Einbringkanal
4 für Ofenwind eingesetzte Sauerstoff-Injektionslanze 20 mit in die Mündung eingesetzter
Lavaldüse 18. Hier kann also wahlweise ausschließlich Sauerstoff mit Überschallgeschwindigkeit
eingeblasen werden. In Fig. 6 sind mit 21 eine Sauerstoffleitung, mit 22 ein Absperrventil,
mit 23 eine Schnellschließkupplung und mit 24 eine Lanzenhalterung für die Sauerstoff-Injektionslanze
20 bezeichnet. Die Einrichtungen 23 und 24 können selbstverständlich auch an der Kombinationslanze
6 vorgesehen sein.
[0033] So kann der Betreiber kurzzeitig, zum Beispiel täglich je nach der einzusetzenden
Charge, den Betriebsbedingungen, den Ergebnissen von Analysen des Ofeninhalts und
den gerade einzublasenden Brennstoffen und Zusatzstoffen entscheiden, ob und in welchem
Umfang und wo er Sauerstoff und Zusatzstoffe zusätzlich einbläst.
[0034] In allen Fällen des Einblasens, sei es nun über die Kombinationslanzen (im Normalfall
mindestens zwei) oder zusätzlich über gesonderte Sauerstoff-Injektionslanzen 20, sind
die Einbringbedingungen, insbesondere die Einblasgeschwindigkeiten so hoch, daß sich
keine Flamme in unmittelbarer Nähe vor der Mündung 25 in das Ofeninnere 26 bildet.
Dadurch wird eine Verbrennung wertvoller Bestandteile, wie Legierungselemente und
dergleichen vermieden und außerdem ein Bilden von umweltschädlichen NO
x-Verbindungen in unzuträglichem Ausmaß verhindert.
[0035] Die Fig. 7 bis 9 zeigen Querschnitte durch einen Kupolofen auf dem Niveau der Einbringkanäle
für den Wind schematisch mit drei (von vielen möglichen weiteren) Varianten der Einbringung
von Sauerstoff und den erwähnten Zusatzstoffen sowie von Brennstoffen gemäß der Erfindung.
[0036] Bei der Ausgestaltung nach Fig. 7 sind diagonal gegenüberliegend an den Stellen 70,
73 Kombinationslanzen 6 gemäß den Fig. 2 bis 5 in die Einbringkanäle 4 eingesetzt,
während an den Stellen 71, 72; 74, 75 Sauerstoff-Injektionslanzen 20 gemäß Fig. 6
eingesetzt sind.
[0037] Bei der Ausführung nach Fig. 8 sind jeweils um 120° versetzt insgesamt drei Kombinationslanzen
6 gemäß den Fig. 2 bis 5 eingesetzt, während jeweils 60° zu diesen Kombinationslanzen
versetzt an den drei Stellen 81, 83 und 85 Sauerstoff-Injektionslanzen 20 gemäß Fig.
6 angeordnet sind.
[0038] Schließlich sind bei der Variante gemäß Fig. 9 wiederum diagonal gegenüberliegend
an den Stellen 90, 93 Kombinationslanzen 6 eingesetzt. Sauerstoff-Injektionslanzen
sind an den Stellen 91, 94 diagonal gegenüberliegend angeordnet, während die Einbringkanäle
für den Ofenwind an den ebenfalls diagonal gegenüberliegenden Stellen 92, 95 leer
belassen sind.
[0039] Es ist ersichtlich, daß zahlreiche weitere Varianten denkbar sind. So könnten z.B.
außer zwei diagonal gegenüberliegenden Kombinationslanzen sämtliche weiteren Wind-Einbringkanäle
4 leer belassen sein.
[0040] Der Variantenreichtum wird selbstverständlich dann noch größer, wenn mehr als sechs
Wind-Einbringkanäle 4 um die Schmelzzone herum in der Ofenwandung vorgesehen sind.
[0041] Es ist ersichtlich, daß mit dem Verfahren und der Vorrichtung nach der Erfindung
der Betreiber sehr große Freiheiten beim Fahren des Kupolofens erhält, die ihm eine
schnelle Anpassung an wechselnde Analysenergebnisse, Betriebsbedingungen, Chargen,
Einbringung von unterschiedlichen Zusatzstoffen und Brennstoffen ermöglichen, so daß
sich stets eine Qualität nahe dem erreichbaren Optimum der Schmelze unter einem gleichzeitigen
Minimum an Umweltbelastung erreichen läßt. Das Einbringen von Stäuben und verbrauchten
Sänden ermöglicht eine eluatsichere Abfallbeseitigung.
1. Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens, insbesondere eines Kupolofens, dem im
oberen Teil des Schachtes metallische Einsatzstoffe, Legierungselemente und Energieträgerstoffe,
wie Koks, und im unteren Teil des Schachtes ein Oxidationsmedium, wie Luft, zugegeben
werden, wobei in die Schmelzzone in mindestens einem ersten Strahl (13) aufzuschmelzende
Zusatzstoffe, nämlich Legierungselemente, Metallspäne, Sände, Stäube einzeln oder
kombiniert, gegebenenfalls gemeinsam mit Kohlenstoff, eingeführt werden und mit dem
ersten Strahl (13) zusätzlich Brennstoffe und Sauerstoff eingetragen werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß in mindestens einem separaten zweiten Strahl (16), welcher neben dem ersten Strahl
(13) und mit diesem nicht Konzentrisch angeordnet ist, Sauerstoff mit hoher Geschwindigkeit
in die Schmelzzone eingeführt wird und daß die Einbringbedingungen der erwähnten Stoffe
im ersten Strahl und des Sauerstoffs im zweiten Strahl so kontrolliert werden, daß
sich keine Flamme bilden kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sauerstoff im zweiten Strahl mit Überschallgeschwindigkeit, insbesondere im Bereich
von 1,5 bis 2,5 Mach, zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß Brenngas und/oder Sauerstoff im ersten Strahl maximal mit Schallgeschwindigkeit zugeführt
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Legierungselemente in reduzierender Atmosphäre, heizwertreiche Stäube unter Zufuhr
von Sauerstoff und heizwertarme Stäube unter Zufuhr von Brennstoffen und Sauerstoff
eingetragen werden.
5. Vorrichtung zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der vorangehenden-Ansprüche,
wobei mindestens eine Kombinationslanze (6) eine Stofflanze (13) zum Bilden des ersten
Strahls und eine neben der Stofflanze (13) und mit dieser nicht Konzentrisch angeordnete
Sauerstofflanze (16) zum Bilden des zweiten Strahls in einer konstruktiven Einheit
zusammenfaßt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stofflanze (13) ein Innenrohr (15) zur Förderung der Zusatzstoffe und ein das
Innenrohr mit Ringspalt (14') umgebendes Außenrohr (14) zur Förderung der Brennstoffe
durch den Ringspalt aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sauerstofflanze (16) mit einer Lavaldüse (18) ausgestattet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stofflanze (13) und die Sauerstofflanze (16) nebeneinander in einem Schutzrohr
(12) angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kombinationslanze (6) mehrere Stofflanzen (13) aufweist, wobei für Verschiedene
Zusatzstoffeje eine eigene Lanze (13) vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß zusatzlich zur Kombinationslanze (6) und von dieser getrennt angeordnete Sauerstoff-Injektionslanzen
(20) zum Einbringen von Zusatz-Sauerstoff vorgesehen sind.
10. Schachtofen mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kombinationslanzen (6) in die vorhandenen Einbringkanäle (4) des Schacht-oder
Kupolofens für den Ofenwind eingebaut sind.
11. Schachtofen mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kombinationslanzen (6) in gesonderten Einbringkanälen in der Ofenwandung des
Schacht-oder Kupolofens untergebracht sind, welche in die Schmelzzone münden.
12. Schachtofen nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine Zusatzliche Sauerstoff-Injektionslanze (20) in einen nicht durch
eine Kombinationslanze (6) belegten Einbringkanal (4) für Ofenwind eingesetzt ist.
13. Schachtofen nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine Zusatzliche Sauerstoff-Injektionslanze (20) in eine nicht durch eine
Kombinationslanze (6) belegte, separate Öffnung eingesetzt ist.
1. Method for operating a blast furnace, in particular a cupola furnace, to which metallic
charge materials, alloy elements and energy carriers, such as coke, are fed in the
upper part of the shaft, and an oxidizing agent, such as air, is fed in the lower
part of the shaft, filler materials, namely alloy elements, metal chips, sands, dusts,
which are to be melted being fed individually or in combination possibly together
with carbon into the melting zone in at least one first jet (13), and fuels and oxygen
being introduced additionally with the first jet (13), characterized in that oxygen is fed at a high speed into the melting zone in at least one separate second
jet (16), arranged adjacent to the first jet (13) and not concentric therewith, and
characterized in that the conditions of introducing the materials mentioned in the first jet and the oxygen
in the second jet are controlled in such a way that no flame can be formed.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the oxygen in the second jet is fed at supersonic speed, in particular within the
range from 1.5 to 2.5 mach.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that combustible gas and/or oxygen in the first jet is fed at the speed of sound as a
maximum.
4. Method according to any of Claims 1 to 3, characterized in that the alloy elements are introduced in a deoxidizing atmosphere, dusts with a high
calorific value are introduced with the supply of oxygen and dusts with a low calorific
value are introduced with the supply of fuels and oxygen.
5. Apparatus for carrying out a method according to any of the preceding claims, wherein
at least one combination lance (6) combines, in a constructional unit, a material
lance (13) for forming the first jet and an oxygen lance (16), arranged adjacent to
the material lance (13) and not concentric therewith, for forming the second jet,
characterized in that the material lance (13) has an inner pipe (15) for conveying the filler materials
and an outer pipe (14), which surrounds the inner pipe with an annular gap (14'),
for conveying the fuels through the annular gap.
6. Apparatus according to Claim 5, characterized in that the oxygen lance (16) is fitted with a Laval nozzle (18).
7. Apparatus according to Claim 5 or 6, characterized in that the material lance (13) and the oxygen lance (16) are arranged adjacently in a sleeve
(12).
8. Apparatus according to any of Claims 5 to 7, characterized in that the combination lance (6) has a plurality of material lances (13), being a separate
lance provided for each of the different filler materials.
9. Apparatus according to any of Claims 5 to 8, characterized in that oxygen injection lances (20), arranged in addition to and separately from the combination
lance (6), are provided for introducing additional oxygen.
10. Blast furnace having an apparatus according to any of Claims 5 to 9, characterized in that the combination lances (6) are installed in the existing introduction channels (4)
of the shaft or cupola for the furnace wind.
11. Blast furnace having an apparatus according to any of Claims 5 to 9, characterized in that the combination lances (6) are accommodated in separate introduction channels in
the furnace wall of the shaft or cupola, which channels open into the melting zone.
12. Blast furnace according to Claim 10 or 11, characterized in that at least one additional oxygen injection lance (20) is inserted into an introduction
channel (4), not occupied by a combination lance (6), for furnace wind.
13. Blast furnace according to any of Claims 10 to 12, characterized in that at least one additional oxygen injection lance (20) is inserted into a separate opening
which is not occupied by a combination lance (6).
1. Procédé de mise en oeuvre d'un four vertical, notamment d'un cubilot dont la partie
supérieure du four reçoit des charges métalliques, des éléments d'alliage et des matières
apportant de l'énergie comme du coke et dont la partie inférieure reçoit un milieu
oxydant comme de l'air, le creuset recevant au moins, selon un premier jet (13), des
additifs à fondre, à savoir des éléments d'alliage, des copeaux métalliques, du sable,
des poussières, séparément ou en combinaison, le cas échéant en commun avec du carbone
et en plus du premier jet (13) des combustibles et de l'oxygène,
caractérisé en ce qu'
au moins dans un second jet distinct (16), à côté du premier jet (13) et installé
d'une manière non concentrique à celui-ci, on introduit de l'oxygène à vitesse élevée
dans le creuset, et l'introduction des matières ci-dessus dans le premier jet et de
l'oxygène dans le second jet est contrôlée pour qu'une flamme ne puisse pas se former.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'oxygène est fourni dans le second jet à une vitesse supersonique, notamment de l'ordre
de 1,5 à 2,5 Mach.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce que
le gaz combustible et/ou l'oxygène sont fournis au premier jet au maximum à la vitesse
du son.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce qu'
on introduit les éléments d'alliage sous une atmosphère réductrice, des poussières
riches en pouvoir calorifique avec apport d'oxygène, et des poussières pauvres en
pouvoir calorifique avec apport de combustible et d'oxygène.
5. Dispositif pour la mise en oeuvre d'un procédé selon l'une quelconque des revendications
précédentes selon lequel au moins une lance combinée (6) réunit une lance à matière
(13) pour former le premier jet et à côté de la lance à matière (13) et dans une installation
non concentrique, une lance à oxygène (16) pour former le second jet, ces deux lances
étant réunies en un ensemble constructif,
caractérisé en ce que
la lance à matière (13) comporte un tube intérieur (15) pour fournir les additifs
et un tube extérieur (14) entourant le tube intérieur en laissant un intervalle annulaire
(14') pour fournir le combustible à travers l'intervalle annulaire.
6. Dispositif selon la revendication 5,
caractérisé en ce que
la lance à oxygène (16) est équipée d'une buse Laval (18).
7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 5 ou 6,
caractérisé en ce que
la lance à matière (13) et la lance à oxygène (16) sont placées l'une à côté de l'autre
dans un tube protecteur (12).
8. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 5 à 7,
caractérisé en ce que
la lance combinée (6) comporte plusieurs lances de matière (13) et pour les différents
additifs on a chaque fois une lance (13).
9. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 5 à 8,
caractérisé en ce qu'
en plus de la lance combinée (6) et séparément de celle-ci on a des lances d'injection
d'oxygène (20) pour introduire de l'oxygène supplémentaire.
10. Four vertical comportant un dispositif selon l'une quelconque des revendications 5
à 9,
caractérisé en ce que
les lances combinées (6) sont installées dans les canaux d'entrée existants (4) du
four ou du cubilot pour le vent.
11. Four vertical comportant un dispositif selon l'une quelconque des revendications 5
à 9,
caractérisé en ce que
les lances combinées (6) sont placées dans des canaux d'entrée particuliers dans la
paroi du four ou du cubilot, pour déboucher dans le creuset.
12. Four vertical selon l'une quelconque des revendications 10 ou 11,
caractérisé en ce qu'
au moins une lance d'injection d'oxygène (20) supplémentaire est placée dans un canal
d'entrée (4) de vent, non occupé par une lance combinée (6).
13. Four vertical selon l'une quelconque des revendications 10 à 12,
caractérisé en ce qu'
au moins une lance d'injection d'oxygène (20) supplémentaire est placée dans une ouverture
séparée non occupée par une lance combinée (6).