(19)
(11) EP 0 946 848 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
19.12.2001  Patentblatt  2001/51

(21) Anmeldenummer: 97948806.1

(22) Anmeldetag:  25.10.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7F27B 1/16, C21B 5/02
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP9705/906
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9821/536 (22.05.1998 Gazette  1998/20)

(54)

VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM BETREIBEN EINES SCHACHTOFENS

OPERATING METHOD AND DEVICE FOR A SHAFT FURNACE

PROCEDE ET DISPOSITIF PERMETTANT DE FAIRE FONCTIONNER UN FOUR A CUVE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FI FR GB GR IT LI NL SE

(30) Priorität: 13.11.1996 DE 19646802

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
06.10.1999  Patentblatt  1999/40

(73) Patentinhaber: MESSER GRIESHEIM GMBH
60547 Frankfurt (DE)

(72) Erfinder:
  • HAMBERGER, Ralf
    D-47906 Kempen (DE)
  • SCHMIDT, Jürgen
    D-35745 Herborn (DE)
  • VON HOESSLIN, Gerhard
    D-40217 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-86/05520
DE-A- 19 648 306
FR-A- 2 070 864
WO-A-94/20642
FR-A- 1 259 738
   
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 016, no. 383 (C-0974), 17.August 1992 & JP 04 122488 A (OSAKA GAS CO LTD;OTHERS: 01), 22.April 1992,
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens, insbesondere eines Kupolofens, dem im oberen Teil des Schachtes metallische Einsatzstoffe, Legierungselemente und Energieträgerstoffe, wie Koks, und im unteren Teil des Schachtes ein Oxidationsmedium, wie Luft, zugegeben werden, wobei der Schmelzzone Zusatzstoffe, nämlich Legierungselemente, Metallspäne oder Stäube zugeführt werden.

[0002] Die Einbringung solcher Zusatzstoffe separat voneinander in die Schmelzzone gehört zum Stand der Technik.

[0003] So ist es bekannt, Legierungselemente, wie Aufkohlungsmittel, Siliziumcarbid oder Ferrosilizium, in die Schmelzzone von Kupolöfen mit dem Ziel der Korrektur der Eisenanalyse einzublasen (EP 0 336 121 B1).

[0004] In jüngerer Zeit bläst man in der Gießerei und beim Kupolofenbetrieb anfallende Stäube in der Düsenebene für den Ofenwind des Kupolofens ein (EP 0 504 700 A1. Solche Stäube sind z.B. Filterstäube der Kupolofenentstaubung, nicht mehr aufzuarbeitende Gießereialtsande, Stäube aus der Putzerei und Schleiferei usw. Diese Stäube enthalten u.a. SiO2, welches als Schlackenbildner für den Kupolofenschmelzprozess genutzt werden kann, aber auch brennbare organische Bestandteile, deren Heizwert für den Schmelzprozess nutzbar ist. Verschiedene dieser Stäube gelten als Sonderabfall, dessen Entsorgung teuer ist.

[0005] Beim Einblasen in die Schmelzzone des Kupolofens wird der Heizwert der brennbaren Bestandteile der Stäube als Schmelzenergie und das SiO2 als Schlackenbildner genutzt. Problematische Bestandteile der Stäube, wie Schwermetalle, werden umweltsicher in die Schlacke eingebunden, z.B. verglast.

[0006] Alle diese in die Schmelzzone des Kupolofens eingebrachten Zusatzstoffe müssen unter unterschiedlichen und zum Teil gegensätzlichen Bedingungen eingeblasen werden. Während bei den Legierungselementen eine reduzierende Atmosphäre an der Einblasstelle erforderlich ist, muß bei heizwertreichen Stäuben oxidierend gefahren werden. Bei heizwertarmen Stäuben ist es sinnvoll, einen Energieträger mit einzubringen, damit die Verschlackung des SiO2-Anteils dieser Stäube nicht auf Kosten des Kokssatzes geht.

[0007] Generell senkt das Einsetzen insbesondere von Stäuben die Schmelztemperatur ab.

[0008] Um dieser Unzuträglichkeit zu begegnen ist in EP 0 618 419 A1 vorgeschlagen worden, einen Brenner mit durch Konzentrische Rohre erfolgender Zufuhr von Brennstoff und Sauerstoff vorzusehen, in dessen Flamme die Stäube eingetragen werden. Dabei können sich für die Umwelt schädliche NOx bilden. Außerdem können wertvolle Bestandteile der Zusatzstoffe oxidieren, d.h. verbrennen.

[0009] WO-A-9 420 642 beschreibt eine Windform eines Hochofens mit einer Heißluftdüse, in welche separate Lanzen für die Zufuhr von Staub (Staubkohle) und Sauerstoff im Bereich der Düsenöffnung munden. Die Windform ist als Kombinationslanze anzusehen.

[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben, mit denen die beim Einsatz der genannten Zusatzstoffe geschilderten unterschiedlichen Anforderungen befriedigt, eine unerwünschte Absenkung der Schmelztemperatur vermieden und das Entstehen von Schadstoffen, insbesondere NOx, in unzuträglichem Ausmaß unterbunden werden können.

[0011] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen ein Verfahren nach Anspruch 1 und eine Vorrichtung nach Anspruch 5. Schachtöfen mit einer Solchen Vorrichtung sind in den Ansprüchen 10, 11 definiert. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

[0012] Beim Einsatz eines Verfahrens und einer Vorrichtung nach der Erfindung lassen sich die Einbringbedingungen der Zusatzstoffe, des Brennstoffes und des zusätzlich eingebrachten Sauerstoffes so gestalten, insbesondere die Geschwindigkeiten so hoch einstellen, daß sich keine Flamme bildet. Damit lassen sich das Entstehen umweltschädlicher NOx-Verbindungen und das Verbrennen wertvoller Bestandteile, wie Legierungselemente, vermeiden.

[0013] Das Verfahren nach der Erfindung ist für alle gängigen Kupolofentypen, z.B. mit Heißwind, Warmwind, Kaltwind, Sekundärwind betriebene Öfen, gefütterte und ungefütterte Ofenbauarten, Langzeitöfen, Wechselöfen, Shuttleöfen usw. gleichermaßen geeignet.

[0014] Das Einsatzmaterial solcher Öfen kann umfassen
als metallischen Einsatz Stahlschrott, Kreislaufmaterial (Gußabfall), Gußbruch, Roheisen, Ferromangan, FeSi
als nichtmetallischen Einsatz Kohlenstoff (z. B. Koks), Siliziumkarbid, Ferromangan, Kalk, Kies, Basalt.


[0015] Als Oxidationsmedium wird dem Ofen, wie bekannt Luft ("Wind"), die entweder vorgewärmt ist (Heißwind, Warmwind) oder Umgebungstemperatur hat (Kaltwind), über eine oder mehrere Düsenreihen zugeführt. Diese Luft kann mit Sauerstoff angereichert sein.

[0016] Das Verfahren nach der Erfindung ist für alle Ofengrößen geeignet.

[0017] Bei einer Vorrichtung nach der Erfindung sind in der Schmelzebene des Kupolofens eine oder mehrere der beanspruchten und nachfolgend beschriebenen Kombinationslanzen zum Einbringen der Zusatzstoffe installiert.

[0018] Mit einer Vorrichtung nach der Erfindung können einem Kupolofen drei unterschiedliche Stoffe gleichzeitig oder nacheinander in gewünschter Reihenfolge zugeführt werden. Der erste Stoff kann ein Legierungselement, wie ein Aufkohlungsmittel (FeSi, SiC oder dergleichen) oder Staub (z.B. Kupolofenstaub, Altsand, Putzereistaub usw.) oder Eisenspäne oder eine Mischung der vorgenannten Stoffe sein.

[0019] Der zweite Stoff dient dazu, die oxidativen bzw. reduktiven Bedingungen, die für den jeweiligen Einsatz des ersten Stoffes nötig sind, einzustellen. Es kann sich folglich um sowohl gasförmige, flüssige, feste heizwerthaltige Stoffe, vorwiegend kohlenstoffhaltige bzw. kohlenwasserstoffhaltige Stoffe handeln.

[0020] Der dritte Stoff gleicht die Absenkung der Schmelztemperatur, die durch den Einsatz der ersten beiden Stoffe entsteht, aus. Es handelt sich also um Sauerstoff, der vorwiegend mit Überschallgeschwindigkeit aus der Einrichtung austritt.

[0021] Die drei Stoffströme sind getrennt voneinander im Bereich von 0%- 100% regelbar. Die optimale Einstellung richtet sich nach der Art, Menge und Zusammensetzung des Stoffes 1 sowie den jeweiligen Anforderungen des Schmelzbetriebes.

[0022] Die Einbringbedingungen über die oder jede Kombinationslanze sind derart gestaltet, insbesondere die Einbring-Geschwindigkeiten so gewählt, daß unter allen möglichen Betriebsparametern das Entstehen einer Flamme unmittelbar vor der Lanze verhindert wird. Vorteilhaft ist ein Einbringen durch die Kombinationslanze des Sauerstoffs im zweiten Strahl mit Überschallgeschwindigkeit, vorzugsweise im Bereich von 1,5 bis 2,5 Mach, und der Zusatzstoffe und Brennstoffe im ersten Strahl mit maximal Schallgeschwindigkeit. Dadurch werden eine optimale Effektivität des Verfahrens garantiert und ein Ansteigen der NOx-Werte verhindert. Zusätzlich zu dem Sauerstoff, der dem Kupolofen über die Kombinationslanzen zugeführt wird, kann dem Kupolofen Sauerstoff über separate Sauerstofflanzen vorwiegend mit Überschallgeschwindigkeit zugeführt werden.

[0023] Die erfindungsgemäßen Kombinationslanzen und die Sauerstoff-Injektionslanzen zum zusätzlichen Sauerstoffeintrag werden vorzugsweise in die vorhandenen Winddüsen (wassergekühlte Kupferdüsen oder ungekühlte gestampfte Düsen) eingebaut. Es ist aber auch möglich, diese Einrichtungen und die zusätzlichen Sauerstoff-Injektionslanzen in separate Zuführungen in der Schmelzebene des Kupolofens zu installieren.

[0024] Insbesondere werden mit einem Verfahren und einer Vorrichtung nach der Erfindung die folgenden vorteilhaften Wirkungen erzielt:

a) Die Zugabe von Aufkohlungsmitteln in reduzierender Atmosphäre und Zusatzsauerstoff ermöglicht ein Absenken des Kokssatzes, damit verbunden eine höhere Schmelzleistung, weniger Umweltbelastungen und die Möglichkeit einer kurzfristigen Analysenkorrektur.

b) Die Zugabe von FeSi bzw. SiC in reduktiver Atmosphäre und Zusatzsauerstoff ermöglicht ein Absenken des Einsatzes von SiC-Formlingen über die Gattierung und eine kurzfristige Analysenkorrektur (Kostenersparnis infolge geringeren Si-Abbrand).

c) Die Zugabe von Spänen in Verbindung mit Sauerstoff ermöglicht optimale Rückführung der Späne in den Ofen, geringen bzw. keinen Austrag und optimales Ausbringen. Ferner kann die Eisenanalyse durch den Einsatz von Guß- bzw. Stahlspänen gesteuert und die Eisentemperatur falls erforderlich gesenkt werden.

d) Die Zugabe von Stäuben in Verbindung eventuell mit Zusatzbrennstoff und Sauerstoff ermöglicht es, die Schlakkenführung momentan steuern zu können und Problemstoffe in unbedenkliche Stoffe (in verglaster Form) überzuführen, ohne mehr Koks setzen zu müssen, sowie auf Kies als Schlackebildner verzichten zu können.

e) Die Zugabe von Sauerstoff, bevorzugt mit Überschallgeschwindigkeit, bietet die Möglichkeit der Schmelzleistungsanpassung in einem weiten Bereich, Verringern der Schmelzkosten (Koks-Ersparnis, SiC-Ersparnis, weniger Staubanfall, Reduktion der Stromkosten usw.) sowie die Erhöhung der Eisentemperatur. Ferner werden die Winddüsen weniger thermisch belastet.



[0025] Alle diese Wirkungen ergeben sich bei kombinierter Anwendung der angegebenen Verfahrensschritte wie beansprucht.

[0026] Die Erfindung ist im folgenden anhand schematischer Zeichnungen an Ausführungsbeispielen mit weiteren Einzelheiten näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
einen Vertikalschnitt durch einen Kupolofen, der mit Vorrichtungen gemäß der Erfindung ausgerüstet ist;
Fig. 2
einen vergrößerten Teilschnitt durch die Ofenwandung auf der Höhe der Schmelzzone durch einen Einbringkanal für den Wind, in den eine Vorrichtung gemäß der Erfindung eingesetzt ist;
Fig. 3
einen Längsschnitt nach der Linie III-III in Fig. 4 durch eine Vorrichtung gemäß Fig. 2;
Fig. 4
einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3;
Fig. 5
einen vergrößerten Schnitt wie Fig. 4 in abgewandelter Konfiguration;
Fig. 6
einen Teilschnitt ähnlich Fig. 2 in der Höhe der Schmelzzone durch einen Einbringkanal für den Wind, in den eine Sauerstoff-Injektionslanze eingesetzt ist;
Fig. 7, 8 und 9
Querschnitte durch die Schmelzzone des Kupolofens mit einer Anordnung von Kombinationslanzen gemäß den Fig. 2 bis 5 und Sauerstoff-Injektionslanzen gemäß Fig. 6 in drei Varianten.


[0027] Fig. 1 zeigt einen im Prinzip bekannten Kupolofen mit einem Schacht, in dessen oberen Teil 1 metallische Einsatzstoffe, Legierungselemente und Energieträgerstoffe, wie Koks eingebracht werden und in dessen unteren Teil 2 ein Oxidationsmedium, wie Luft, - der sogenannte Ofenwind -, über einen Windring 3 und von dort über Einbringkanäle 4 in die Schmelzzone 5 eingeführt wird. In mindestens zwei diagonal gegenüberliegende Einbringkanäle 4 sind insgesamt mit der Bezugszahl 6 bezeichnete Kombinationslanzen gemäß der Erfindung eingesetzt.

[0028] Eine Stelle der aus dem Futter 7 und dem Ofenmantel 8 bestehenden Ofenwand, die von einem Einbringkanal 4 für den Ofenwind mit eingesetzter Kombinationslanze 6 durchsetzt ist, zeigt der Teilschnitt nach Fig. 2 mit größerer Deutlichkeit. Die Kombinationslanze 6 ist mit Leitungen 9 für Sauerstoff und 10 für Brennstoff, wie brennbare Gase, sowie mit einer zentralen Zuführleitung 11 für Zusatzstoffe, wie Stäube, verbrauchte Gießereisände, Legierungselemente, Metallspäne, Kohlenstoff und dergleichen versehen. Die Bezugszahlen 9' und 10' bezeichnen individuell betätigbare Absperrventile für die Leitungen 9 und 10.

[0029] Der Aufbau der Kombinationslanze 6 ist im einzelnen aus den Fig. 3 bis 5 zu ersehen.

[0030] Gemäß den Fig. 3 bis 5 umgibt ein Schutzrohr 12 zwei parallel angeordnete Lanzen, nämlich eine Stofflanze 13 und eine Sauerstofflanze 16. Die Stofflanze 13 umfaßt ein Außenrohr 14 zum Zuführen von Brennstoff, wie Brenngasen (Methan, Erdgas oder dergleichen), über die Leitung 9 und ein davon über einen Ringspalt 14' zum Transport des Brennstoffes getrenntes Innenrohr 15 zum Zuführen von Zusatzstoffen, wie Stäuben über die Leitung 11. Parallel zu der Stofflanze 13 verläuft die Sauerstofflanze 16, und zwar vorzugsweise in einem Abstand X von dem Außenrohr 14 und einem Abstand Y von dem Innenrohr 15, wie dies in Fig. 5 dargestellt ist. Der Abstand X liegt vorzugsweise in einem Bereich gleich dem Innendurchmesser der Sauerstofflanze 16 und dem zehnfachen dieses Innendurchmessers, während der Abstand Y vorzugsweise in einem Bereich zwischen dem zweifachen und dem zwanzigfachen des Innendurchmessers der Sauerstofflanze 16 liegt.

[0031] In der Darstellung nach Fig. 3 ist die Sauerstofflanze 16 von der Stofflanze 13 verdeckt. In diese Sauerstofflanze 16 führt die Zuleitung 10. In ihrer Mündung hat die Sauerstofflanze 16 eine Lavaldüse 18, wie in Fig. 5 angedeutet und in Fig. 6 für eine gesonderte Sauerstoff-Injektionslanze 20 im Axialschnitt gezeigt ist. Aufgrund dieser Lavaldüse wird der Sauerstoff über die Sauerstofflanze 16, wie auch über die Sauerstoff-Injektionslanze 20 nach Fig. 6 mit Überschallgeschwindigkeit in die Schmelzzone 5 eingeblasen. Dagegen wird zusätzlich in der Stofflanze 13 über den Ringspalt 14' zugeführter Sauerstoff bzw. das hier auch zugeführte Brenngas allein maximal mit Schallgeschwindigkeit eingeblasen. Sauerstoff kann auch dem über das Innenrohr 15 zugeführten Staub oder anderen Zusatzstoffen beigemischt sein. Auch hier wird beim Einblasen die Schallgeschwindigkeit nicht überschritten.

[0032] Fig. 6 zeigt in gleicher Darstellung wie Fig. 2 eine in einen anderen Einbringkanal 4 für Ofenwind eingesetzte Sauerstoff-Injektionslanze 20 mit in die Mündung eingesetzter Lavaldüse 18. Hier kann also wahlweise ausschließlich Sauerstoff mit Überschallgeschwindigkeit eingeblasen werden. In Fig. 6 sind mit 21 eine Sauerstoffleitung, mit 22 ein Absperrventil, mit 23 eine Schnellschließkupplung und mit 24 eine Lanzenhalterung für die Sauerstoff-Injektionslanze 20 bezeichnet. Die Einrichtungen 23 und 24 können selbstverständlich auch an der Kombinationslanze 6 vorgesehen sein.

[0033] So kann der Betreiber kurzzeitig, zum Beispiel täglich je nach der einzusetzenden Charge, den Betriebsbedingungen, den Ergebnissen von Analysen des Ofeninhalts und den gerade einzublasenden Brennstoffen und Zusatzstoffen entscheiden, ob und in welchem Umfang und wo er Sauerstoff und Zusatzstoffe zusätzlich einbläst.

[0034] In allen Fällen des Einblasens, sei es nun über die Kombinationslanzen (im Normalfall mindestens zwei) oder zusätzlich über gesonderte Sauerstoff-Injektionslanzen 20, sind die Einbringbedingungen, insbesondere die Einblasgeschwindigkeiten so hoch, daß sich keine Flamme in unmittelbarer Nähe vor der Mündung 25 in das Ofeninnere 26 bildet. Dadurch wird eine Verbrennung wertvoller Bestandteile, wie Legierungselemente und dergleichen vermieden und außerdem ein Bilden von umweltschädlichen NOx-Verbindungen in unzuträglichem Ausmaß verhindert.

[0035] Die Fig. 7 bis 9 zeigen Querschnitte durch einen Kupolofen auf dem Niveau der Einbringkanäle für den Wind schematisch mit drei (von vielen möglichen weiteren) Varianten der Einbringung von Sauerstoff und den erwähnten Zusatzstoffen sowie von Brennstoffen gemäß der Erfindung.

[0036] Bei der Ausgestaltung nach Fig. 7 sind diagonal gegenüberliegend an den Stellen 70, 73 Kombinationslanzen 6 gemäß den Fig. 2 bis 5 in die Einbringkanäle 4 eingesetzt, während an den Stellen 71, 72; 74, 75 Sauerstoff-Injektionslanzen 20 gemäß Fig. 6 eingesetzt sind.

[0037] Bei der Ausführung nach Fig. 8 sind jeweils um 120° versetzt insgesamt drei Kombinationslanzen 6 gemäß den Fig. 2 bis 5 eingesetzt, während jeweils 60° zu diesen Kombinationslanzen versetzt an den drei Stellen 81, 83 und 85 Sauerstoff-Injektionslanzen 20 gemäß Fig. 6 angeordnet sind.

[0038] Schließlich sind bei der Variante gemäß Fig. 9 wiederum diagonal gegenüberliegend an den Stellen 90, 93 Kombinationslanzen 6 eingesetzt. Sauerstoff-Injektionslanzen sind an den Stellen 91, 94 diagonal gegenüberliegend angeordnet, während die Einbringkanäle für den Ofenwind an den ebenfalls diagonal gegenüberliegenden Stellen 92, 95 leer belassen sind.

[0039] Es ist ersichtlich, daß zahlreiche weitere Varianten denkbar sind. So könnten z.B. außer zwei diagonal gegenüberliegenden Kombinationslanzen sämtliche weiteren Wind-Einbringkanäle 4 leer belassen sein.

[0040] Der Variantenreichtum wird selbstverständlich dann noch größer, wenn mehr als sechs Wind-Einbringkanäle 4 um die Schmelzzone herum in der Ofenwandung vorgesehen sind.

[0041] Es ist ersichtlich, daß mit dem Verfahren und der Vorrichtung nach der Erfindung der Betreiber sehr große Freiheiten beim Fahren des Kupolofens erhält, die ihm eine schnelle Anpassung an wechselnde Analysenergebnisse, Betriebsbedingungen, Chargen, Einbringung von unterschiedlichen Zusatzstoffen und Brennstoffen ermöglichen, so daß sich stets eine Qualität nahe dem erreichbaren Optimum der Schmelze unter einem gleichzeitigen Minimum an Umweltbelastung erreichen läßt. Das Einbringen von Stäuben und verbrauchten Sänden ermöglicht eine eluatsichere Abfallbeseitigung.


Ansprüche

1. Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens, insbesondere eines Kupolofens, dem im oberen Teil des Schachtes metallische Einsatzstoffe, Legierungselemente und Energieträgerstoffe, wie Koks, und im unteren Teil des Schachtes ein Oxidationsmedium, wie Luft, zugegeben werden, wobei in die Schmelzzone in mindestens einem ersten Strahl (13) aufzuschmelzende Zusatzstoffe, nämlich Legierungselemente, Metallspäne, Sände, Stäube einzeln oder kombiniert, gegebenenfalls gemeinsam mit Kohlenstoff, eingeführt werden und mit dem ersten Strahl (13) zusätzlich Brennstoffe und Sauerstoff eingetragen werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß in mindestens einem separaten zweiten Strahl (16), welcher neben dem ersten Strahl (13) und mit diesem nicht Konzentrisch angeordnet ist, Sauerstoff mit hoher Geschwindigkeit in die Schmelzzone eingeführt wird und daß die Einbringbedingungen der erwähnten Stoffe im ersten Strahl und des Sauerstoffs im zweiten Strahl so kontrolliert werden, daß sich keine Flamme bilden kann.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sauerstoff im zweiten Strahl mit Überschallgeschwindigkeit, insbesondere im Bereich von 1,5 bis 2,5 Mach, zugeführt wird.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß Brenngas und/oder Sauerstoff im ersten Strahl maximal mit Schallgeschwindigkeit zugeführt wird.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Legierungselemente in reduzierender Atmosphäre, heizwertreiche Stäube unter Zufuhr von Sauerstoff und heizwertarme Stäube unter Zufuhr von Brennstoffen und Sauerstoff eingetragen werden.
 
5. Vorrichtung zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der vorangehenden-Ansprüche, wobei mindestens eine Kombinationslanze (6) eine Stofflanze (13) zum Bilden des ersten Strahls und eine neben der Stofflanze (13) und mit dieser nicht Konzentrisch angeordnete Sauerstofflanze (16) zum Bilden des zweiten Strahls in einer konstruktiven Einheit zusammenfaßt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stofflanze (13) ein Innenrohr (15) zur Förderung der Zusatzstoffe und ein das Innenrohr mit Ringspalt (14') umgebendes Außenrohr (14) zur Förderung der Brennstoffe durch den Ringspalt aufweist.
 
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sauerstofflanze (16) mit einer Lavaldüse (18) ausgestattet ist.
 
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stofflanze (13) und die Sauerstofflanze (16) nebeneinander in einem Schutzrohr (12) angeordnet sind.
 
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kombinationslanze (6) mehrere Stofflanzen (13) aufweist, wobei für Verschiedene Zusatzstoffeje eine eigene Lanze (13) vorgesehen ist.
 
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß zusatzlich zur Kombinationslanze (6) und von dieser getrennt angeordnete Sauerstoff-Injektionslanzen (20) zum Einbringen von Zusatz-Sauerstoff vorgesehen sind.
 
10. Schachtofen mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kombinationslanzen (6) in die vorhandenen Einbringkanäle (4) des Schacht-oder Kupolofens für den Ofenwind eingebaut sind.
 
11. Schachtofen mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kombinationslanzen (6) in gesonderten Einbringkanälen in der Ofenwandung des Schacht-oder Kupolofens untergebracht sind, welche in die Schmelzzone münden.
 
12. Schachtofen nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine Zusatzliche Sauerstoff-Injektionslanze (20) in einen nicht durch eine Kombinationslanze (6) belegten Einbringkanal (4) für Ofenwind eingesetzt ist.
 
13. Schachtofen nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine Zusatzliche Sauerstoff-Injektionslanze (20) in eine nicht durch eine Kombinationslanze (6) belegte, separate Öffnung eingesetzt ist.
 


Claims

1. Method for operating a blast furnace, in particular a cupola furnace, to which metallic charge materials, alloy elements and energy carriers, such as coke, are fed in the upper part of the shaft, and an oxidizing agent, such as air, is fed in the lower part of the shaft, filler materials, namely alloy elements, metal chips, sands, dusts, which are to be melted being fed individually or in combination possibly together with carbon into the melting zone in at least one first jet (13), and fuels and oxygen being introduced additionally with the first jet (13), characterized in that oxygen is fed at a high speed into the melting zone in at least one separate second jet (16), arranged adjacent to the first jet (13) and not concentric therewith, and characterized in that the conditions of introducing the materials mentioned in the first jet and the oxygen in the second jet are controlled in such a way that no flame can be formed.
 
2. Method according to Claim 1, characterized in that the oxygen in the second jet is fed at supersonic speed, in particular within the range from 1.5 to 2.5 mach.
 
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that combustible gas and/or oxygen in the first jet is fed at the speed of sound as a maximum.
 
4. Method according to any of Claims 1 to 3, characterized in that the alloy elements are introduced in a deoxidizing atmosphere, dusts with a high calorific value are introduced with the supply of oxygen and dusts with a low calorific value are introduced with the supply of fuels and oxygen.
 
5. Apparatus for carrying out a method according to any of the preceding claims, wherein at least one combination lance (6) combines, in a constructional unit, a material lance (13) for forming the first jet and an oxygen lance (16), arranged adjacent to the material lance (13) and not concentric therewith, for forming the second jet, characterized in that the material lance (13) has an inner pipe (15) for conveying the filler materials and an outer pipe (14), which surrounds the inner pipe with an annular gap (14'), for conveying the fuels through the annular gap.
 
6. Apparatus according to Claim 5, characterized in that the oxygen lance (16) is fitted with a Laval nozzle (18).
 
7. Apparatus according to Claim 5 or 6, characterized in that the material lance (13) and the oxygen lance (16) are arranged adjacently in a sleeve (12).
 
8. Apparatus according to any of Claims 5 to 7, characterized in that the combination lance (6) has a plurality of material lances (13), being a separate lance provided for each of the different filler materials.
 
9. Apparatus according to any of Claims 5 to 8, characterized in that oxygen injection lances (20), arranged in addition to and separately from the combination lance (6), are provided for introducing additional oxygen.
 
10. Blast furnace having an apparatus according to any of Claims 5 to 9, characterized in that the combination lances (6) are installed in the existing introduction channels (4) of the shaft or cupola for the furnace wind.
 
11. Blast furnace having an apparatus according to any of Claims 5 to 9, characterized in that the combination lances (6) are accommodated in separate introduction channels in the furnace wall of the shaft or cupola, which channels open into the melting zone.
 
12. Blast furnace according to Claim 10 or 11, characterized in that at least one additional oxygen injection lance (20) is inserted into an introduction channel (4), not occupied by a combination lance (6), for furnace wind.
 
13. Blast furnace according to any of Claims 10 to 12, characterized in that at least one additional oxygen injection lance (20) is inserted into a separate opening which is not occupied by a combination lance (6).
 


Revendications

1. Procédé de mise en oeuvre d'un four vertical, notamment d'un cubilot dont la partie supérieure du four reçoit des charges métalliques, des éléments d'alliage et des matières apportant de l'énergie comme du coke et dont la partie inférieure reçoit un milieu oxydant comme de l'air, le creuset recevant au moins, selon un premier jet (13), des additifs à fondre, à savoir des éléments d'alliage, des copeaux métalliques, du sable, des poussières, séparément ou en combinaison, le cas échéant en commun avec du carbone et en plus du premier jet (13) des combustibles et de l'oxygène,
caractérisé en ce qu'
au moins dans un second jet distinct (16), à côté du premier jet (13) et installé d'une manière non concentrique à celui-ci, on introduit de l'oxygène à vitesse élevée dans le creuset, et l'introduction des matières ci-dessus dans le premier jet et de l'oxygène dans le second jet est contrôlée pour qu'une flamme ne puisse pas se former.
 
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'oxygène est fourni dans le second jet à une vitesse supersonique, notamment de l'ordre de 1,5 à 2,5 Mach.
 
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce que
le gaz combustible et/ou l'oxygène sont fournis au premier jet au maximum à la vitesse du son.
 
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce qu'
on introduit les éléments d'alliage sous une atmosphère réductrice, des poussières riches en pouvoir calorifique avec apport d'oxygène, et des poussières pauvres en pouvoir calorifique avec apport de combustible et d'oxygène.
 
5. Dispositif pour la mise en oeuvre d'un procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes selon lequel au moins une lance combinée (6) réunit une lance à matière (13) pour former le premier jet et à côté de la lance à matière (13) et dans une installation non concentrique, une lance à oxygène (16) pour former le second jet, ces deux lances étant réunies en un ensemble constructif,
caractérisé en ce que
la lance à matière (13) comporte un tube intérieur (15) pour fournir les additifs et un tube extérieur (14) entourant le tube intérieur en laissant un intervalle annulaire (14') pour fournir le combustible à travers l'intervalle annulaire.
 
6. Dispositif selon la revendication 5,
caractérisé en ce que
la lance à oxygène (16) est équipée d'une buse Laval (18).
 
7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 5 ou 6,
caractérisé en ce que
la lance à matière (13) et la lance à oxygène (16) sont placées l'une à côté de l'autre dans un tube protecteur (12).
 
8. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 5 à 7,
caractérisé en ce que
la lance combinée (6) comporte plusieurs lances de matière (13) et pour les différents additifs on a chaque fois une lance (13).
 
9. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 5 à 8,
caractérisé en ce qu'
en plus de la lance combinée (6) et séparément de celle-ci on a des lances d'injection d'oxygène (20) pour introduire de l'oxygène supplémentaire.
 
10. Four vertical comportant un dispositif selon l'une quelconque des revendications 5 à 9,
caractérisé en ce que
les lances combinées (6) sont installées dans les canaux d'entrée existants (4) du four ou du cubilot pour le vent.
 
11. Four vertical comportant un dispositif selon l'une quelconque des revendications 5 à 9,
caractérisé en ce que
les lances combinées (6) sont placées dans des canaux d'entrée particuliers dans la paroi du four ou du cubilot, pour déboucher dans le creuset.
 
12. Four vertical selon l'une quelconque des revendications 10 ou 11,
caractérisé en ce qu'
au moins une lance d'injection d'oxygène (20) supplémentaire est placée dans un canal d'entrée (4) de vent, non occupé par une lance combinée (6).
 
13. Four vertical selon l'une quelconque des revendications 10 à 12,
caractérisé en ce qu'
au moins une lance d'injection d'oxygène (20) supplémentaire est placée dans une ouverture séparée non occupée par une lance combinée (6).
 




Zeichnung