(19)
(11) EP 0 947 225 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.10.1999  Patentblatt  1999/40

(21) Anmeldenummer: 98105752.4

(22) Anmeldetag:  30.03.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6A63C 9/084
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(71) Anmelder: HTM Sport- und Freizeitgeräte Aktiengesellschaft
A-2320 Schwechat (AT)

(72) Erfinder:
  • Stritzl, Karl
    1020 Wien (AT)
  • Freisinger, Henry
    1210 Wien (AT)
  • Himmetsberger, Alois
    1110 Wien (AT)
  • Leichtfried, Friedrich
    2514 Traiskirchen (AT)

(74) Vertreter: Vinazzer, Edith, Dipl.-Ing. 
Schönburgstrasse 11/7
1040 Wien
1040 Wien (AT)

   


(54) Sicherheitsskibindung


(57) Die gegenständliche Erfindung bertifft eine Sicherheitsskibindung mit einem Vorderbacken (13) und einem Fersenhalter (2), wobei der Vorderbacken (13) gegen die Kraft zumindest einer Feder (15) verschwenkbare, als Winkelhebel oder dergleichen ausgebildete Sohlenhalter aufweist, und wobei der Fersenhalter (2) eine Grundplatte (4), einen seitlich ausschwenkbaren Grundkörper mit einem Sohlenhalter (7) und eine Steuerkurve (9,9') für eine gegen Federkraft und in diagonaler Richtung erfolgende Freigabe eines in die Bindung einzusetzenden Skischuhes aufweist. Die Steuerkurve (9,9') des Fersenhalters (2) ist relativ zur Grundplatte (4) verschwenkbar und mittels einer Sperre in ihrer Lage relativ zur Grundplatte (4) festlegbar, wobei für ein horizontales Verschwenken des Grundkörpers mit geschlossenem Sohlenhalter (7) die Sperre durch Ballendruck aufhebbar ist.




Beschreibung


[0001] Die gegenständliche Erfindung betrifft eine Sicherheitsskibindung mit einem Vorderbacken und einem Fersenhalter, wobei der Vorderbacken gegen die Kraft zumindest einer Feder verschwenkbare Winkelhebel oder dergleichen aufweist, und wobei der Fersenhalter eine Grundplatte, einen seitlich ausschwenkbaren Grundkörper mit einem Sohlenhalter und eine Steuerkurve für eine gegen Federkraft und in diagonaler Richtung erfolgende Freigabe eines in die Bindung einzusetzenden Skischuhes aufweist.

[0002] Sicherheitsskibindungen, die einen solchen Vorderbacken und einen solchen Fersenhalter besitzen, sind schon seit längerem bekannt und auch in verschiedenen Ausführungsformen seit längerem auf dem Markt erhältlich.

[0003] Ein Fersenhalter mit einer sogenannten Diagonalsteuerkurve ist beispielsweise aus der AT 397 922 B bekannt. Dieser Fersenhalter besitzt eine entlang einer skifesten Schiene geführte Grundplatte, an der ein Grundkörper um eine lotrechte, als Bolzen ausgebildete Achse verschwenkbar gelagert ist. Der Grundkörper dient zur Befestigung eines Bindungsgehäuses, welches an seinem vorderen Ende auf einer Querachse einen Schwenkkopf mit einem Sohlenniederhalter und einem Trittsporn trägt. Am Trittsporn ist eine Rolle gelagert, welche auf der Diagonalsteuerkurve, die mit der Grundplatte fest verbunden ist, aufliegt. Im Inneren des Bindungsgehäuses ist ferner eine Rastschwinge gelagert, die an einer weiteren Steuerkurve anliegt, welche an der Innenseite des Schwenkkopfes angeordnet ist. Diese Rastschwinge wird von Druckfedern beaufschlagt, deren Vorspannung mittels einer Stellschraube verändert werden kann. Zum willkürlichen Öffnen des Fersenhalters ist an einem Querbolzen der Rastschwinge ein entsprechend ausgebildeter Handhebel angebracht. Bei einer über die Diagonalsteuerkurve stattfindenden Auslösung des Fersenhalters hat die am Trittsporn gelagerte Rolle zuerst gegen die Kraft der Auslösefedern aus einer mittigen Rastausnehmung der Steuerkurve zu treten. Dies geschieht über den vom Skischuh beaufschlagten Sohlenniederhalter, welcher die erwähnte Rastschwinge gegen Federkraft verschwenkt. Erst wenn der durch die Tiefe dieser Rastausnehmung bestimmte Weg überschritten ist, kann ein seitliches, diagonales Verschwenken des Fersenhalters zur Freigabe des Skischuhs erfolgen. Bei dieser Art der Steuerung der Diagonalauslösung des Fersenhalters handelt es sich um eine sehr bewährte und dem Skifahrer große Sicherheit bietende Konstruktion.

[0004] Ein Vorderbacken der eingangs genannten Art besitzt beispielsweise zwei um je eine skifest angeordnete Achse verschwenkbare Winkelhebel, die zur seitlichen Halterung des Skischuhs vorgesehen sind, sowie einen Sohlenhalter, der den Skischuh im Spitzenbereich von oben leicht übergreift. Sohlenhalter und Winkelhebel wirken mit der in ihrer Vorspannung einstellbaren Auslösefeder so zusammen, daß eine Freigabe bei unterschiedlichen Belastungen, in horizontaler Richtung und auch in vertikaler Richtung, möglich ist. Auch dieser bekannte Vorderbacken ist von seiner Funktionsweise her so ausgelegt, daß er eine größtmögliche Sicherheit für den Benützer, den Skifahrer, bietet.

[0005] Es ist ferner aus der DE 20 30 749 A1 bekannt, einen Vorderbacken einer Sicherheitsskibindung, der ein seitliches Ausrasten des Skischuhs bei auf den Fuß wirkenden übermäßigen Drehbeanspruchungen gewährleistet, mit einer Einrichtung zusammenwirken zu lassen, mit der der dem seitlichen Ausrasten des Skischuhs entgegen wirkende, vom Reibungswiderstand unabhängige Anfangsrastwiderstand in Abhängigkeit vom zunehmenden, auf den Ski wirkenden Ballendruck verringert wird. Dabei besitzt dieser Vorderbacken eine unter Federwirkung in eine Rastvertiefung eingreifende Rastkugel. Die Rastkugel und die Rastvertiefung sind relativ zueinander derart verschiebbar, daß der Rasteingriff verringert werden kann. Die Rastöffnung ist dabei in einer in Skilängsrichtung verschiebbaren Schiene eingearbeitet, die mittels einer im Bereich des Fußballens angeordneten Trittplatte betätigbar ist. Bei einem Vorwärtsdrehsturz - dieser ist teilweise ein Drehsturz und teilweise ein Frontalsturz - wird über das Trittpedal die Schiene verschoben und die Rastkugel in ihrer Rastöffnung angehoben, so daß ein erleichtertes Ausrasten des Zehenbackens um die senkrechte Achse erfolgen soll.

[0006] Bei den erwähnten Vorwärtsdrehstürzen können nun oft die Richtungsverteilung der auftretenden Kräfte und insbesondere der Kraftangriff am Bein des Skifahrers derart sein, daß eine erleichterte Freigabe des Skischuhs aus dem Vorderbacken, wie es aus dem Stand der Technik bekannt ist, wirkungslos wäre. Solche Vorwärtsdrehstürze können daher Verletzungen des Skifahrers zur Folge haben.

[0007] Hier setzt nun die Erfindung ein, deren Aufgabe darin besteht, eine Sicherheitsskibindung der eingangs genannten Art so zu gestalten, daß bei Vorwärtsdrehstürzen eine Freigabe des Schuhs von der Bindung in jedem Fall gewährleistet ist.

[0008] Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfingungsgemäß dadurch, daß die Steuerkurve des Fersenhalters relativ zur Grundplatte verschwenkbar ist und mittels einer Sperre in ihrer Lage relativ zur Grundplatte festlegbar ist, wobei für ein horizontales Verschwenken des Grundkörpers mit geschlossenem Sohlenhalter die Sperre durch Ballendruck aufhebbar ist.

[0009] Bei erhöhtem Ballendruck, wie er bei den erwähnten Vorwärtsdrehstürzen auftreten kann, ist daher ein horizontales Verschwenken des Sohlenhalters mitsamt dem eingesetzten Skischuh ermöglicht, wodurch der Skischuh freigegeben wird. Eine Auslenkung, eine Drehung des Skischuhs im Zehenbereich in die eine Richtung erfolgt somit unter gleichzeitiger Drehung des Skischuhs im Fersenbereich in die andere Richtung ohne daß hier in vertikaler Richtung eine Kraft überwunden werden muß, wie es bei der herkömmlichen Diagonalauslösung der Fall ist. Die bisher bei solchen Stürzen bestehende Verletzungsgefahr ist nicht mehr gegeben.

[0010] Eine einfache und funktionssichere Betätigung der Sperre erfolgt nach einem weiteren Merkmal der Erfindung über einen durch Ballendruck in Bindungslängsrichtung verschiebbaren Steuerteil.

[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Steuerkurve nach dem Lösen der Sperre relativ zur Grundplatte um eine in Bindungslängsrichtung verlaufende Achse verschwenkbar. Dabei handelt es sich um eine einfache und zweckmäßige Möglichkeit, ein horizontales Verschwenken des Grundkörpers mitsamt den auf ihm befindlichen Teilen zu gewährleisten.

[0012] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die Steuerkurve nach dem Lösen der Sperre gemeinsam mit einer den Grundkörper tragenden Schwenkplatte relativ zur Grundplatte um eine zumindest im wesentlichen lotrechte Achse verschwenkbar ist. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, daß keine gesonderte schwenkbare Lagerung der Steuerkurve erforderlich ist.

[0013] Um die Bedingungen, unter welchen bei erhöhtem Ballendruck eine Freigabe der Sperre der Steuerkurve erfolgt, beeinflussen zu können, ist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung der Steuerteil gegen Federkraft in Bindungslängsrichtung verschiebbar.

[0014] Eine einfache und robuste Ausführung der Sperre der Steuerkurve ist dann gegeben, wenn diese von einer am Steuerteil angeordneten Sperrklinke gebildet wird.

[0015] Eine einfache Möglichkeit der Verrastung der Sperrklinke an der Steuerkurve sieht vor, daß diese mit einem Rastsitz für die Sperrklinke ausgestattet ist.

[0016] Eine einfache und zweckmäßige Möglichkeit der Federbeaufschlagung des Steuerteils sieht vor, daß das Steuerteil ein Wiederlager für die zumindest eine ihn beaufschlagende Feder aufweist, die anderends skifest oder vergleichbar abgestützt ist.

[0017] Bei einer der möglichen Ausführungsformen der Erfindung ist dabei ferner vorgesehen, daß die den Steuerteil beaufschlagende Feder die bzw. eine der Auslösefedern des Vorderbackens ist. Durch diese Maßnahme erübrigt sich das Vorsehen gesonderter Federn, andererseits kann hier die Kraft der den Steuerteil beaufschlagenden Feder nicht unabhängig eingestellt werden.

[0018] Es ist daher bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, daß der Steuerteil durch zumindest eine gesonderte Feder beaufschlagt wird.

[0019] Zum Auslösen einer Verschiebung des Steuerteils in Bindungslängsrichtung beim Auftreten von entsprechend erhöhtem Ballendruck ist im Ballenbereich ein um eine skifest oder vergleichbar angeordnete Querachse verschwenkbares Betätigungspedal angeordnet.

[0020] Eine einfache und zweckmäßige Möglichkeit der Verschiebung des Steuerteils über ein Niederdrücken des Betätigungspedals sieht vor, daß der Steuerteil und das Betätigungspedal über Schrägflächen zusammenwirken.

[0021] Wie bereits oben ausgeführt, ist bei einer der Ausführungsvarianten der Erfindung vorgesehen, daß die Steuerkurve an der Grundplatte um eine in Bindungslängsrichtung verlaufende Achse verschwenkbar angeordnet ist. Um hier den Verdrehwinkel der Steuerkurve zu begrenzen, kann diese mit seitlichen Anschlagflächen versehen werden.

[0022] Nach erfolgter erfindungsgemäßer Freigabe des Skischuhs soll auch wieder eine Rückstellung der unmittelbar beteiligten Bauteile gewährleistet sein. Zu diesem Zweck kann die Steuerkurve mit entsprechenden Führungsflächen für die Sperrklinke versehen werden, so daß die Sperrklinke die Steuerkurve in ihre Ausgangslage bringt und selbsttätig ihre verrastete Lage an der Steuerkurve einnimmt.

[0023] Je nach Ausführungsform können dabei ferner alternativ oder zusätzlich entsprechende Rückstellfedern zur Rückführung der Steuerkurve bzw. der Schwenkplatte in deren Ausgangslage vorgesehen werden.

[0024] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nun anhand der Zeichnung, die mehrere Ausführungsbeispiele darstellt, näher beschrieben. Die einzelnen Zeichnungsfiguren sind dabei schematische Darstellungen. Es zeigen: Fig. 1 einen schematischen Längsschnitt durch eine einen Vorderbacken und einen Fersenhalter aufweisende Sicherheitsskibindung in geschlossener, unbetätigter Lage, Fig. 2 die Bindung gemäß Fig. 1 mit dem unter Ballendruck erfindungsgemäß für ein horizontales Verschwenken freigegebenen Fersenhalter, Fig. 3 eine Draufsicht auf eine Ausführungsform der zwischen Vorderbacken und Fersenhalter angeordneten Bindungsteile, Fig. 4 eine weitere Ausführungsform der Erfindung anhand eines Längsschnittes im Bereich des Vorderbackens, sowie Fig. 5 und Fig. 6 unterschiedliche Ausführungsvarianten von erfindungsgemäß ausgeführten Diagonalsteuerkurven für den Fersenhalter jeweils in Vorderansicht sowie die Anordnung der Steuerkurven anhand von Draufsichten auf den sie aufnehmenden Bindungsbauteil.

[0025] Anhand der Figuren 1,2,3 und 5 wird nun eine der möglichen Ausführungsformen der Erfindung näher erläutert. Der Fersenhalter 2 gemäß den Fig.1 und 2 ist auf einer Schiene 3, die auf einem nur angedeuteten Ski 1 mittels nicht dargestellter Schrauben befestigt ist, in seiner Lage in Skilängsrichtung feststellbar. Dies kann in an sich bekannter, nicht dargestellter Weise mittels einer Raste, die in entsprechende Ausnehmungen der Schiene 3 eingreift, durchgeführt werden, sodaß der Fersenhalter 2 an unterschiedliche Schuhgrößen angepaßt werden kann.

[0026] Der Fersenhalter 2 umfaßt eine Grundplatte 4, die entlang der Schiene 3 geführt ist und eine lotrechte, hier nur angedeutete Achse 5 trägt, auf der ein Grundkörper (nicht dargestellt) verschwenkbar gelagert ist. Am Grundkörper ist ein in den Zeichnungsfiguren angedeutetes Bindungsgehäuse 6 angeordnet, welches eine Querachse 6a für einen Sohlenhalter 7 besitzt, der mit einem Trittsporn 7a zur Beaufschlagung durch einen Skischuh versehen ist. Zum willkürlichen Öffnen der Bindung ist ein Hebel 10 vorgesehen.

[0027] Am Trittsporn 7a ist eine Rolle 8 gelagert, welche mit einer Steuerkurve 9, die auf der Grundplatte 4 angeordnet ist, zusammenwirkt. Bei geöffnetem Sohlenhalter 7 ist ein Verschwenken des Grundkörpers in horizontaler Richtung um die Achse 5 möglich.

[0028] Erwähnt sei ferner, daß die Anordnung und die Funktionsweise der innerhalb des Bindungsgehäuses 6 und des Sohlenhalters 7 angeordneten weiteren, hier nicht dargestellten Bauteile nach dem Stand der Technik erfolgen kann, beispielsweise gemäß dem Österreichischen Patent Nr. 397 922 der Anmelderin. So kann auf einer Querachse des Grundkörpers eine Rastschwinge gelagert sein, die an einer weiteren Steuerkurve anliegt, welche im Inneren des Sohlenhalters 7 ausgebildet ist. Diese Rastschwinge kann über einen Kolben von koaxialen, im Bindungsgehäuse gelagerten Druckfedern beaufschlagt werden, deren Vorspannung in bekannter Weise mittels einer Stellschraube eingestellt werden kann. Der zum willkürlichen Öffnen des Fersenhalters 2 vorgesehene Handhebel 10 kann in bekannter Weise an einer Querachse der Rastschwinge angeordnet sein.

[0029] Auch der Vorderbacken 13 ist in den Zeichnungsfiguren nur schematisch und nur zum Teil dargestellt. Eingezeichnet ist ein Teil des Gehäuses 14, in welchem eine Auslösefeder 15 aufgenommen ist, deren Vorspannung mittels einer Schraube 16 in bekannter Weise einstellbar ist. Als weitere wesentliche Bauteile kann der Vorderbacken den eingesetzten Skischuh auch seitlich umfassende Winkelhebel und einen den Skischuh von oben umfassenden Sohlenhalter aufweisen. Dabei kann die tatsächliche konstruktive Ausgestaltung so erfolgen, daß gegen die Kraft der Auslösefeder 15 eine Freigabe des eingesetzten Skischuhs in Querrichtung, in Diagonalrichtung und/oder in vertikaler Richtung möglich ist.

[0030] Fig. 1 veranschaulicht zusammen mit Fig. 5 eine der möglichen erfindungsgemäßen Ausgestaltungen der Steuerkurve 9, deren Anordnung an der Grundplatte 4 und deren Zusammenwirken mit einem noch näher zu beschreibenden erfindungsgemäßen Steuerteil 17 nun beschrieben wird.

[0031] Die Steuerkurve 9 ist an der Grundplatte 4 um eine in der Längsrichtung derselben verlaufenden Achse 11 schwenkbar gelagert. Die Achse 11 ist in den Fig. 1,2 und 5 nur angedeutet, ihre Ausgestaltung kann als Stift oder Bolzen erfolgen, welcher an der Grundplattenvorderseite, beispielsweise an einem abgewinkelten Teil derselben, entsprechend befestigt ist und eine freie Verschwenkbarkeit der Steuerkurve 9 gewährleistet. Die Steuerkurve 9 ist mit einer in bekannter Weise ausgeführten Steuerfläche 9a für eine Diagonalauslösung des Fersenhalters 2 versehen. Die Steuerfläche 9a umfaßt daher mittig einen Rastsitz 9c für die am Sohlenhalter 7 angeordnete Rolle 8, die dort in der geschlossenen Lage der Bindung eingreift bzw. sitzt.

[0032] Die schwenkbare Lagerung der Steuerkurve 9 bzw. die Anordnung der Achse 11 ist dabei so getroffen, daß die Achse 11 insbesondere mittig zwischen dem erwähnten Rastsitz 9c und einer diesem gegenüber ausgebildeten Rastausnehmung 9b für eine Sperrklinke 12 angeordnet ist. Die Steuerkurve 9 kann ferner unter der Wirkung einer sie in ihre Ausgangslage drängenden, nicht dargestellten, insbesondere im Bereich der Grundplatte und der Achse 11 angeordneten und dort entsprechend abgestützten Feder stehen.

[0033] Die erwähnte Sperrklinke 12 ist Teil des unter der Einwirkung eines entsprechenden Ballendruckes im Bereich vor dem Vorderbacken 13 in Funkton tretenden Steuerteiles 17. Der Steuerteil 17 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Steuerstange ausgebildet, deren eines Ende mit der bereits erwähnten Sperrklinke 12 versehen ist. Diese ist im wesentlichen U-förmig gebogen ausgebildet, wobei der freie Schenkel des U's bei unbetätigtem Steuerteil 17 in der Rastausnehmung 9b der Steuerkurve 9 sitzt. Die Sperrklinke 12 fixiert die Steuerkurve 9 in ihrer Lage an der Grundplatte 4 und verhindert somit ein Verschwenken der Steuerkurve 9 um die Achse 11.

[0034] Der zweite Endbereich des Steuerteiles 17 erstreckt sich unterhalb der Auslösefeder 15 in das Gehäuse des Vorderbackens 13 und bildet über einen abgewinkelten Fortsatz 20 ein Widerlager für die Auslösefeder 15. Der Steuerteil 17 erstreckt sich daher zumindest im Bereich zwischen Fersenhalter 2 und Vorderbacken 13.

[0035] Eine Führung und gleitbewegliche Lagerung des Steuerteiles 17 zwischen den beiden Bindungsteilen und gegenüber dem Ski 1 wird durch zumindest einen skifest angeordneten Führungsteil 19, etwa in Form von Führungslaschen, sichergestellt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist im Bereich vor dem Fersenhalter 2 eine solche Lasche 19 angeordnet.

[0036] Im Ballenbereich des Skischuhs, vor dem Backen 13, wirkt der Steuerteil 17 mit einem Betätigungspedal 18 zusammen.

[0037] Das Betätigungspedal 18 ist an seinem einen Endbereich an einer skifest oder vergleichbar angeordneten Querachse 22 schwenkbar gelagert. Diese ist in den Zeichnungsfiguren lediglich angedeutet und kann als Bolzen, Stift oder dergleichen ausgeführt sein, welcher beispielsweise in skifesten Halterungen gelagert ist. Dabei wird das Betätigungspedal 18 durch eine nicht dargestellte Feder beaufschlagt, die beispielsweise eine an der Schwenkachse 22 unter entsprechender Abstützung angeordnete Schenkelfeder ist und das Pedal 18 leicht in Richtung Skioberseite drückt. Der zweite Endbereich des Betätigungspedals 18 ist an der Unterseite mit einem eine Schrägfläche 18b aufweisenden Betätigungsansatz 18a versehen, welche auf einer gleichsinnig geneigten Schrägfläche 17a des Steuerteiles 17 zum Teil aufliegt. Wie Fig. 3 zeigt befindet sich die Schrägfläche 17a in einer entsprechend ausgebildeten Ausnehmung 17b, Öffnung oder einem abgesenkten Bereich der in diesem Teil etwas breiter ausgeführten Steuerstange 17 und weist im dargestellten Ausführungsbeispiel zum Vorderbacken 13.

[0038] In der in Fig. 1 dargestellten unbetätigten Lage befindet sich die mit dem Skischuh in Kontakt kommende Oberfläche des Betätigungspedals 18 in einer Lage zumindest im wesentlichen parallel zur Skioberfläche.

[0039] Bei entsprechendem Ballendruck, etwa in Folge eines Vorwärtsdrehsturzes, wird über den Skischuh auf das Betätigungspedal 18 eine relativ große Kraft ausgeübt. Das Betätigungspedal 18 beaufschlagt mit seiner Schrägfläche 18b am Betätigungsansatz 18a die Schrägfläche 17a am Steuerteil 17. Bei entsprechend hohem Druck wird dabei der Steuerteil 17 über die Schrägfläche 17a gegen die Kraft der den Steuerteil 17 beaufschlagenden Auslösefeder 15 in Skilängsrichtung in Richtung zum Fersenhalter 2 verschoben. Dadurch gibt die Sperrklinke 12 die Steuerkurve 9 frei, so daß diese um ihre Achse 11 verdrehen und somit der Grundkörper mit geschlossenem Sohlenhalter 7 und mit allen weiteren Teiles des Fersenhalters 2 in horizontaler Richtung um die Achse 5 schwenken kann. Der Verdrehwinkel der Steuerkurve 9 kann, wie Fig. 5 zeigt, durch als Anschläge wirkende Schrägflächen 9d begrenzt werden. Fig. 2 zeigt eine Lage der Skibindung, bei der das Betätigungspedal 18 bereits den Steuerteil 17 und somit die Sperrklinke 12 zur Freigabe der Steuerkurve 9 verschoben hat.

[0040] Sobald der Ballendruck nachläßt, nach der Freigabe des Skischuhs von der Bindung, wird die Steuerkurve 9 über die hier nicht dargestellte Rückstellfeder in ihre Ausgangslage gebracht, der Steuerteil 17 wird unter Einwirkung der Auslösefeder 15 wieder rückgestellt, wodurch die Sperrklinke 12 die Steuerkurve 9 wieder verriegelt. Auch das Betätigungspedal 18 kommt über die ihn beaufschlagende Feder in seine Ausgangslage.

[0041] Zusätzlich oder alternativ zur Rückstellfeder kann die Steuerkurve 9 gesonderte Führungsflächen für die Sperrklinke 12 besitzen, so daß diese das Rückverschwenken der Steuerkurve 9 in die Ausgangslage unterstützt oder bewirkt.

[0042] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 4 ist vorgesehen, daß der Steuerteil 17 unabhängig von der Auslösefeder 15 und damit unabhängig von deren Vorspannung über ein separates Federpaket bzw. über zumindest eine separate Feder, beaufschlagt wird. Dabei ist hier im Bereich unterhalb der Auslösefeder 15 im Gehäuse 14 des Vorderbackens 13 ein mit dem Gehäuse 14 in Verbindung stehendes Widerlager 25 für das eine Ende einer Schraubenfeder 23 vorgesehen. Das zweite Widerlager ist ein abgewinkelter Fortsatz 20' des Steuerteiles 17. Die weitere Ausgestaltung und Funktionsweise der Auslöse- und Steuereinrichtung entspricht dem bereits Beschriebenen mit dem erwähnten Unterschied, daß die Betätigung des Steuerteiles 17 über das Betätigungspedal 18 nun von der an der Auslösefeder 15 eingestellten Auslösekraft unabhängig ist. Dabei kann vorgesehen werden, daß auch die Vorspannung der gesonderten Feder 23 auf bekannte Weise mittels einer Stellschraube einstellbar sein kann.

[0043] Die in Fig. 6 dargestellte Ausführungsvariante betrifft eine weitere Ausführungsform für eine Steuerkurve 9' für die erfindungsgemäße Freigabe eines in den Fersenhalters 2 eingesetzten Skischuhs. Die Ausgestaltung des Steuerteiles 17 und des mit ihm zusammenwirkenden Betätigungspedals 18 sowie die Ausführung der im Bereich des Vorderbackens vorgesehenen Bauteile kann in der bereits beschriebenen Art und Weise erfolgen. Die in Fig. 6 in Vorderansicht dargestellte Steuerkurve 9' besitzt nun ebenfalls eine Steuerfläche 9'a für die Diagonalauslösung mit einem Rastsitz 9'c. Es ist auch an der Unterseite der Steuerkurve 9' eine Rastausnehmung 9'b für die Sperrklinke 12 ausgebildet. Die Steuerkurve 9 ist jedoch nicht an der Grundplatte 4 schwenkbar gelagert, sondern sitzt auf einer gesonderten Schwenkplatte 26, die gegenüber der Grundplatte 4 um die lotrechte Achse 5 verschwenkbar gelagert ist. Die Schwenkplatte 26 hat somit die Funktion einer Zwischenplatte, die, wenn keine Freigabe der Steuerkurve 9' über einen entsprechend hohen Ballendruck erfolgt, eine Einheit mit der Grundplatte 4 bildet. Auf der Schwenkplatte 26 sind daher auch die weiteren Bauteile des Fersenhalters 2, wie der Grundkörper und die auf diesem befindlichen Bauteile, angeordnet.

[0044] Diese Ausführungsform entspricht somit von der Ausgestaltung der Steuerstange, des Betätigungspedals etc. der bereits beschriebenen. Auch hier hat ein Verschieben des Steuerteiles 17 ein Aufheben der Sperre der Diagonalsteuerkurve 9' zur Folge, mit dem Unterschied, daß beim Verschieben des Steuerteiles 17 die Schwenkplatte 26 mitsamt der Steuerkurve 9' horizontal verdrehen kann.

[0045] Dabei kann im Bereich der Achse 5 in bekannter und nicht dargestellter Weise eine Schenkelfeder angeordnet werden, die nach der Freigabe des Skischuhs die Schwenkplatte 26 wieder in ihre Ausgangslage zurückführt. Auch bei dieser Ausführungsform stellt sich der unter der Einwirkung von zumindest einer Feder stehende Steuerteil 17 wieder in seine Ausgangslage zurück, die Sperrklinke 12 nimmt wieder ihre Lage in der Rastausnehnmung 9'b der Steuerkurve 9' ein.

[0046] Erwähnt sei, daß sowohl der Fersenhalter 2 als auch der Vorderbacken 13 auf einer gesonderten Platte bzw. einem gesonderten plattenartigen Bindungsbauteil angeordnet werden können, wobei in diesem Fall der Steuerteil und die mit diesem zusammenwirkenden Bauteile, insbesondere das Betätigungspedal sowie etwaige Führungen für die Steuerstange, auf bzw. in dieser Platte angeordnet werden. Selbstverständlich wird die Ausführung dieser Bauteile so getroffen, daß Ansammlungen von Eis und Schnee die Funktionsweise nicht behindern können, und daß ein ungehindertes Einsetzen des Skischuhs in die Sicherheitsskibindung möglich ist. In diesem Zusammenhang ist es beispielsweise günstig, wenn der Steuerteil über einen Großteil seiner Erstreckung als Platte ausgeführt wird.

[0047] Abweichend von der dargestellten Ausführungsform kann vorgesehen werden, daß die Feder(n) zur Beaufschlagung des Steuerteiles an anderer Stelle, beispielsweise unterhalb des Steuerteiles angeordnet werden. Je nach Anordnung der Federn, nach Anordnung der Schrägflächen zum Verschieben des Steuerteiles etc. kann über das Betätigungspedal auch ein Verschieben des Steuerteiles in Richtung zum Vorderbacken erfolgen, so daß die Sperrklinke in der anderen Richtung aus ihrer Rastausnehmung aus der Steuerkurve fährt. Das Betätigungspedal kann ferner mit seiner Schwenkachse in den Steuerteil baulich integriert werden, indem am Steuerteil beispielsweise Langlöcher für eine Relativbewegung des Steuerteiles gegenüber der Schwenkachse des Betätigungspedals vorgesehen werden. An Stelle der Betätigung über Schrägflächen kann auch vorgesehen werden, daß das Betätigungspedal einen Hebel, insbesondere einen Kniehebel oder dergleichen, beaufschlagt und gegen die Kraft einer Feder verschiebt, so daß auch bei einer solchen Ausführungsform die Sperrklinke zur Freigabe der Steuerkurve verschoben wird.


Ansprüche

1. Sicherheitsskibindung mit einem Vorderbacken und einem Fersenhalter, wobei der Vorderbacken gegen die Kraft zumindest einer Feder verschwenkbare, als Winkelhebel oder dergleichen ausgebildete Sohlenhalter aufweist, und wobei der Fersenhalter eine Grundplatte, einen seitlich ausschwenkbaren Grundkörper mit einem Sohlenhalter und eine Steuerkurve für eine gegen Federkraft und in diagonaler Richtung erfolgende Freigabe eines in die Bindung einzusetzenden Skischuhes aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkurve (9,9') des Fersenhalters (2) relativ zur Grundplatte (4) verschwenkbar ist und mittels einer Sperre in ihrer Lage relativ zur Grundplatte (4) festlegbar ist, wobei für ein horizontales Verschwenken des Grundkörpers mit geschlossenem Sohlenhalter (7) die Sperre durch Ballendruck aufhebbar ist.
 
2. Sicherheitsskibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Lösen der Sperre ein durch Ballendruck in Bindungslängsrichtung verschiebbarer Steuerteil (17) vorgesehen ist.
 
3. Sicherheitsskibindung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkurve (9) nach dem Lösen der Sperre relativ zur Grundplatte (4) um eine in Bindungslängsrichtung verlaufende Achse (11) verschwenkbar ist.
 
4. Sicherheitsskibindung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkurve (9') nach dem Lösen der Sperre gemeinsam mit einer den Grundkörper tragenden Schwenkplatte (26) relativ zur Grundplatte (4) um eine zumindest im wesentlichen lotrechte Achse (5) verschwenkbar ist.
 
5. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerteil (17) gegen Federkraft in Bindungslängsrichtung verschiebbar ist.
 
6. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperre der Steuerkurve (9.9') von einer am Steuerteil (17) angeordneten Sperrklinke (12) gebildet ist.
 
7. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß an der Steuerkurve (9.9') ein Rastsitz (9c, 9'c) für die Sperrklinke (12) ausgebildet ist.
 
8. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerteil (17) ein Widerlager für zumindest eine ihn beaufschlagende Feder (15,23) besitzt, die anderends skifest oder vergleichbar abgestützt ist.
 
9. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die den Steuerteil (17) beaufschlagende Feder die bzw. eine der Auslösefeder(n) (15) des Vorderbackens (13) ist.
 
10. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerteil (17) mittels eines im Ballenbereich angeordneten, um eine skifest oder vergleichbar angeordnete Querachse (22) verschwenkbaren Betätigungspedals (18) in Bindungslängsrichtung verschiebbar ist.
 
11. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerteil (17) und das Betätigungspedal (18) miteinander zusammenwirkende Schrägflächen (17a, 18b) aufweisen.
 
12. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkurve (9) seitliche Anschlagflächen (9d) aufweist.
 
13. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1,2 oder 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkurve (9) mit Führungsflächen für die Sperrklinke (12) versehen ist.
 
14. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß Rückstellfedern zur Rückführung der Steuerkurve (9) bzw. der Schwenkplatte (26) in ihre Ausgangslage vorgesehen sind.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht