[0001] Die gegenständliche Erfindung betrifft eine Sicherheitsskibindung mit einem Vorderbacken
und einem Fersenhalter, wobei der Vorderbacken gegen die Kraft zumindest einer Feder
verschwenkbare Winkelhebel oder dergleichen aufweist, und wobei der Fersenhalter eine
Grundplatte, einen seitlich ausschwenkbaren Grundkörper mit einem Sohlenhalter und
eine Steuerkurve für eine gegen Federkraft und in diagonaler Richtung erfolgende Freigabe
eines in die Bindung einzusetzenden Skischuhes aufweist.
[0002] Sicherheitsskibindungen, die einen solchen Vorderbacken und einen solchen Fersenhalter
besitzen, sind schon seit längerem bekannt und auch in verschiedenen Ausführungsformen
seit längerem auf dem Markt erhältlich.
[0003] Ein Fersenhalter mit einer sogenannten Diagonalsteuerkurve ist beispielsweise aus
der AT 397 922 B bekannt. Dieser Fersenhalter besitzt eine entlang einer skifesten
Schiene geführte Grundplatte, an der ein Grundkörper um eine lotrechte, als Bolzen
ausgebildete Achse verschwenkbar gelagert ist. Der Grundkörper dient zur Befestigung
eines Bindungsgehäuses, welches an seinem vorderen Ende auf einer Querachse einen
Schwenkkopf mit einem Sohlenniederhalter und einem Trittsporn trägt. Am Trittsporn
ist eine Rolle gelagert, welche auf der Diagonalsteuerkurve, die mit der Grundplatte
fest verbunden ist, aufliegt. Im Inneren des Bindungsgehäuses ist ferner eine Rastschwinge
gelagert, die an einer weiteren Steuerkurve anliegt, welche an der Innenseite des
Schwenkkopfes angeordnet ist. Diese Rastschwinge wird von Druckfedern beaufschlagt,
deren Vorspannung mittels einer Stellschraube verändert werden kann. Zum willkürlichen
Öffnen des Fersenhalters ist an einem Querbolzen der Rastschwinge ein entsprechend
ausgebildeter Handhebel angebracht. Bei einer über die Diagonalsteuerkurve stattfindenden
Auslösung des Fersenhalters hat die am Trittsporn gelagerte Rolle zuerst gegen die
Kraft der Auslösefedern aus einer mittigen Rastausnehmung der Steuerkurve zu treten.
Dies geschieht über den vom Skischuh beaufschlagten Sohlenniederhalter, welcher die
erwähnte Rastschwinge gegen Federkraft verschwenkt. Erst wenn der durch die Tiefe
dieser Rastausnehmung bestimmte Weg überschritten ist, kann ein seitliches, diagonales
Verschwenken des Fersenhalters zur Freigabe des Skischuhs erfolgen. Bei dieser Art
der Steuerung der Diagonalauslösung des Fersenhalters handelt es sich um eine sehr
bewährte und dem Skifahrer große Sicherheit bietende Konstruktion.
[0004] Ein Vorderbacken der eingangs genannten Art besitzt beispielsweise zwei um je eine
skifest angeordnete Achse verschwenkbare Winkelhebel, die zur seitlichen Halterung
des Skischuhs vorgesehen sind, sowie einen Sohlenhalter, der den Skischuh im Spitzenbereich
von oben leicht übergreift. Sohlenhalter und Winkelhebel wirken mit der in ihrer Vorspannung
einstellbaren Auslösefeder so zusammen, daß eine Freigabe bei unterschiedlichen Belastungen,
in horizontaler Richtung und auch in vertikaler Richtung, möglich ist. Auch dieser
bekannte Vorderbacken ist von seiner Funktionsweise her so ausgelegt, daß er eine
größtmögliche Sicherheit für den Benützer, den Skifahrer, bietet.
[0005] Es ist ferner aus der DE 20 30 749 A1 bekannt, einen Vorderbacken einer Sicherheitsskibindung,
der ein seitliches Ausrasten des Skischuhs bei auf den Fuß wirkenden übermäßigen Drehbeanspruchungen
gewährleistet, mit einer Einrichtung zusammenwirken zu lassen, mit der der dem seitlichen
Ausrasten des Skischuhs entgegen wirkende, vom Reibungswiderstand unabhängige Anfangsrastwiderstand
in Abhängigkeit vom zunehmenden, auf den Ski wirkenden Ballendruck verringert wird.
Dabei besitzt dieser Vorderbacken eine unter Federwirkung in eine Rastvertiefung eingreifende
Rastkugel. Die Rastkugel und die Rastvertiefung sind relativ zueinander derart verschiebbar,
daß der Rasteingriff verringert werden kann. Die Rastöffnung ist dabei in einer in
Skilängsrichtung verschiebbaren Schiene eingearbeitet, die mittels einer im Bereich
des Fußballens angeordneten Trittplatte betätigbar ist. Bei einem Vorwärtsdrehsturz
- dieser ist teilweise ein Drehsturz und teilweise ein Frontalsturz - wird über das
Trittpedal die Schiene verschoben und die Rastkugel in ihrer Rastöffnung angehoben,
so daß ein erleichtertes Ausrasten des Zehenbackens um die senkrechte Achse erfolgen
soll.
[0006] Bei den erwähnten Vorwärtsdrehstürzen können nun oft die Richtungsverteilung der
auftretenden Kräfte und insbesondere der Kraftangriff am Bein des Skifahrers derart
sein, daß eine erleichterte Freigabe des Skischuhs aus dem Vorderbacken, wie es aus
dem Stand der Technik bekannt ist, wirkungslos wäre. Solche Vorwärtsdrehstürze können
daher Verletzungen des Skifahrers zur Folge haben.
[0007] Hier setzt nun die Erfindung ein, deren Aufgabe darin besteht, eine Sicherheitsskibindung
der eingangs genannten Art so zu gestalten, daß bei Vorwärtsdrehstürzen eine Freigabe
des Schuhs von der Bindung in jedem Fall gewährleistet ist.
[0008] Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfingungsgemäß dadurch, daß die Steuerkurve des
Fersenhalters relativ zur Grundplatte verschwenkbar ist und mittels einer Sperre in
ihrer Lage relativ zur Grundplatte festlegbar ist, wobei für ein horizontales Verschwenken
des Grundkörpers mit geschlossenem Sohlenhalter die Sperre durch Ballendruck aufhebbar
ist.
[0009] Bei erhöhtem Ballendruck, wie er bei den erwähnten Vorwärtsdrehstürzen auftreten
kann, ist daher ein horizontales Verschwenken des Sohlenhalters mitsamt dem eingesetzten
Skischuh ermöglicht, wodurch der Skischuh freigegeben wird. Eine Auslenkung, eine
Drehung des Skischuhs im Zehenbereich in die eine Richtung erfolgt somit unter gleichzeitiger
Drehung des Skischuhs im Fersenbereich in die andere Richtung ohne daß hier in vertikaler
Richtung eine Kraft überwunden werden muß, wie es bei der herkömmlichen Diagonalauslösung
der Fall ist. Die bisher bei solchen Stürzen bestehende Verletzungsgefahr ist nicht
mehr gegeben.
[0010] Eine einfache und funktionssichere Betätigung der Sperre erfolgt nach einem weiteren
Merkmal der Erfindung über einen durch Ballendruck in Bindungslängsrichtung verschiebbaren
Steuerteil.
[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Steuerkurve nach dem
Lösen der Sperre relativ zur Grundplatte um eine in Bindungslängsrichtung verlaufende
Achse verschwenkbar. Dabei handelt es sich um eine einfache und zweckmäßige Möglichkeit,
ein horizontales Verschwenken des Grundkörpers mitsamt den auf ihm befindlichen Teilen
zu gewährleisten.
[0012] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die Steuerkurve
nach dem Lösen der Sperre gemeinsam mit einer den Grundkörper tragenden Schwenkplatte
relativ zur Grundplatte um eine zumindest im wesentlichen lotrechte Achse verschwenkbar
ist. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, daß keine gesonderte schwenkbare Lagerung
der Steuerkurve erforderlich ist.
[0013] Um die Bedingungen, unter welchen bei erhöhtem Ballendruck eine Freigabe der Sperre
der Steuerkurve erfolgt, beeinflussen zu können, ist nach einem weiteren Merkmal der
Erfindung der Steuerteil gegen Federkraft in Bindungslängsrichtung verschiebbar.
[0014] Eine einfache und robuste Ausführung der Sperre der Steuerkurve ist dann gegeben,
wenn diese von einer am Steuerteil angeordneten Sperrklinke gebildet wird.
[0015] Eine einfache Möglichkeit der Verrastung der Sperrklinke an der Steuerkurve sieht
vor, daß diese mit einem Rastsitz für die Sperrklinke ausgestattet ist.
[0016] Eine einfache und zweckmäßige Möglichkeit der Federbeaufschlagung des Steuerteils
sieht vor, daß das Steuerteil ein Wiederlager für die zumindest eine ihn beaufschlagende
Feder aufweist, die anderends skifest oder vergleichbar abgestützt ist.
[0017] Bei einer der möglichen Ausführungsformen der Erfindung ist dabei ferner vorgesehen,
daß die den Steuerteil beaufschlagende Feder die bzw. eine der Auslösefedern des Vorderbackens
ist. Durch diese Maßnahme erübrigt sich das Vorsehen gesonderter Federn, andererseits
kann hier die Kraft der den Steuerteil beaufschlagenden Feder nicht unabhängig eingestellt
werden.
[0018] Es ist daher bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, daß der
Steuerteil durch zumindest eine gesonderte Feder beaufschlagt wird.
[0019] Zum Auslösen einer Verschiebung des Steuerteils in Bindungslängsrichtung beim Auftreten
von entsprechend erhöhtem Ballendruck ist im Ballenbereich ein um eine skifest oder
vergleichbar angeordnete Querachse verschwenkbares Betätigungspedal angeordnet.
[0020] Eine einfache und zweckmäßige Möglichkeit der Verschiebung des Steuerteils über ein
Niederdrücken des Betätigungspedals sieht vor, daß der Steuerteil und das Betätigungspedal
über Schrägflächen zusammenwirken.
[0021] Wie bereits oben ausgeführt, ist bei einer der Ausführungsvarianten der Erfindung
vorgesehen, daß die Steuerkurve an der Grundplatte um eine in Bindungslängsrichtung
verlaufende Achse verschwenkbar angeordnet ist. Um hier den Verdrehwinkel der Steuerkurve
zu begrenzen, kann diese mit seitlichen Anschlagflächen versehen werden.
[0022] Nach erfolgter erfindungsgemäßer Freigabe des Skischuhs soll auch wieder eine Rückstellung
der unmittelbar beteiligten Bauteile gewährleistet sein. Zu diesem Zweck kann die
Steuerkurve mit entsprechenden Führungsflächen für die Sperrklinke versehen werden,
so daß die Sperrklinke die Steuerkurve in ihre Ausgangslage bringt und selbsttätig
ihre verrastete Lage an der Steuerkurve einnimmt.
[0023] Je nach Ausführungsform können dabei ferner alternativ oder zusätzlich entsprechende
Rückstellfedern zur Rückführung der Steuerkurve bzw. der Schwenkplatte in deren Ausgangslage
vorgesehen werden.
[0024] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nun anhand der Zeichnung,
die mehrere Ausführungsbeispiele darstellt, näher beschrieben. Die einzelnen Zeichnungsfiguren
sind dabei schematische Darstellungen. Es zeigen: Fig. 1 einen schematischen Längsschnitt
durch eine einen Vorderbacken und einen Fersenhalter aufweisende Sicherheitsskibindung
in geschlossener, unbetätigter Lage, Fig. 2 die Bindung gemäß Fig. 1 mit dem unter
Ballendruck erfindungsgemäß für ein horizontales Verschwenken freigegebenen Fersenhalter,
Fig. 3 eine Draufsicht auf eine Ausführungsform der zwischen Vorderbacken und Fersenhalter
angeordneten Bindungsteile, Fig. 4 eine weitere Ausführungsform der Erfindung anhand
eines Längsschnittes im Bereich des Vorderbackens, sowie Fig. 5 und Fig. 6 unterschiedliche
Ausführungsvarianten von erfindungsgemäß ausgeführten Diagonalsteuerkurven für den
Fersenhalter jeweils in Vorderansicht sowie die Anordnung der Steuerkurven anhand
von Draufsichten auf den sie aufnehmenden Bindungsbauteil.
[0025] Anhand der Figuren 1,2,3 und 5 wird nun eine der möglichen Ausführungsformen der
Erfindung näher erläutert. Der Fersenhalter 2 gemäß den Fig.1 und 2 ist auf einer
Schiene 3, die auf einem nur angedeuteten Ski 1 mittels nicht dargestellter Schrauben
befestigt ist, in seiner Lage in Skilängsrichtung feststellbar. Dies kann in an sich
bekannter, nicht dargestellter Weise mittels einer Raste, die in entsprechende Ausnehmungen
der Schiene 3 eingreift, durchgeführt werden, sodaß der Fersenhalter 2 an unterschiedliche
Schuhgrößen angepaßt werden kann.
[0026] Der Fersenhalter 2 umfaßt eine Grundplatte 4, die entlang der Schiene 3 geführt ist
und eine lotrechte, hier nur angedeutete Achse 5 trägt, auf der ein Grundkörper (nicht
dargestellt) verschwenkbar gelagert ist. Am Grundkörper ist ein in den Zeichnungsfiguren
angedeutetes Bindungsgehäuse 6 angeordnet, welches eine Querachse 6a für einen Sohlenhalter
7 besitzt, der mit einem Trittsporn 7a zur Beaufschlagung durch einen Skischuh versehen
ist. Zum willkürlichen Öffnen der Bindung ist ein Hebel 10 vorgesehen.
[0027] Am Trittsporn 7a ist eine Rolle 8 gelagert, welche mit einer Steuerkurve 9, die auf
der Grundplatte 4 angeordnet ist, zusammenwirkt. Bei geöffnetem Sohlenhalter 7 ist
ein Verschwenken des Grundkörpers in horizontaler Richtung um die Achse 5 möglich.
[0028] Erwähnt sei ferner, daß die Anordnung und die Funktionsweise der innerhalb des Bindungsgehäuses
6 und des Sohlenhalters 7 angeordneten weiteren, hier nicht dargestellten Bauteile
nach dem Stand der Technik erfolgen kann, beispielsweise gemäß dem Österreichischen
Patent Nr. 397 922 der Anmelderin. So kann auf einer Querachse des Grundkörpers eine
Rastschwinge gelagert sein, die an einer weiteren Steuerkurve anliegt, welche im Inneren
des Sohlenhalters 7 ausgebildet ist. Diese Rastschwinge kann über einen Kolben von
koaxialen, im Bindungsgehäuse gelagerten Druckfedern beaufschlagt werden, deren Vorspannung
in bekannter Weise mittels einer Stellschraube eingestellt werden kann. Der zum willkürlichen
Öffnen des Fersenhalters 2 vorgesehene Handhebel 10 kann in bekannter Weise an einer
Querachse der Rastschwinge angeordnet sein.
[0029] Auch der Vorderbacken 13 ist in den Zeichnungsfiguren nur schematisch und nur zum
Teil dargestellt. Eingezeichnet ist ein Teil des Gehäuses 14, in welchem eine Auslösefeder
15 aufgenommen ist, deren Vorspannung mittels einer Schraube 16 in bekannter Weise
einstellbar ist. Als weitere wesentliche Bauteile kann der Vorderbacken den eingesetzten
Skischuh auch seitlich umfassende Winkelhebel und einen den Skischuh von oben umfassenden
Sohlenhalter aufweisen. Dabei kann die tatsächliche konstruktive Ausgestaltung so
erfolgen, daß gegen die Kraft der Auslösefeder 15 eine Freigabe des eingesetzten Skischuhs
in Querrichtung, in Diagonalrichtung und/oder in vertikaler Richtung möglich ist.
[0030] Fig. 1 veranschaulicht zusammen mit Fig. 5 eine der möglichen erfindungsgemäßen Ausgestaltungen
der Steuerkurve 9, deren Anordnung an der Grundplatte 4 und deren Zusammenwirken mit
einem noch näher zu beschreibenden erfindungsgemäßen Steuerteil 17 nun beschrieben
wird.
[0031] Die Steuerkurve 9 ist an der Grundplatte 4 um eine in der Längsrichtung derselben
verlaufenden Achse 11 schwenkbar gelagert. Die Achse 11 ist in den Fig. 1,2 und 5
nur angedeutet, ihre Ausgestaltung kann als Stift oder Bolzen erfolgen, welcher an
der Grundplattenvorderseite, beispielsweise an einem abgewinkelten Teil derselben,
entsprechend befestigt ist und eine freie Verschwenkbarkeit der Steuerkurve 9 gewährleistet.
Die Steuerkurve 9 ist mit einer in bekannter Weise ausgeführten Steuerfläche 9a für
eine Diagonalauslösung des Fersenhalters 2 versehen. Die Steuerfläche 9a umfaßt daher
mittig einen Rastsitz 9c für die am Sohlenhalter 7 angeordnete Rolle 8, die dort in
der geschlossenen Lage der Bindung eingreift bzw. sitzt.
[0032] Die schwenkbare Lagerung der Steuerkurve 9 bzw. die Anordnung der Achse 11 ist dabei
so getroffen, daß die Achse 11 insbesondere mittig zwischen dem erwähnten Rastsitz
9c und einer diesem gegenüber ausgebildeten Rastausnehmung 9b für eine Sperrklinke
12 angeordnet ist. Die Steuerkurve 9 kann ferner unter der Wirkung einer sie in ihre
Ausgangslage drängenden, nicht dargestellten, insbesondere im Bereich der Grundplatte
und der Achse 11 angeordneten und dort entsprechend abgestützten Feder stehen.
[0033] Die erwähnte Sperrklinke 12 ist Teil des unter der Einwirkung eines entsprechenden
Ballendruckes im Bereich vor dem Vorderbacken 13 in Funkton tretenden Steuerteiles
17. Der Steuerteil 17 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Steuerstange ausgebildet,
deren eines Ende mit der bereits erwähnten Sperrklinke 12 versehen ist. Diese ist
im wesentlichen U-förmig gebogen ausgebildet, wobei der freie Schenkel des U's bei
unbetätigtem Steuerteil 17 in der Rastausnehmung 9b der Steuerkurve 9 sitzt. Die Sperrklinke
12 fixiert die Steuerkurve 9 in ihrer Lage an der Grundplatte 4 und verhindert somit
ein Verschwenken der Steuerkurve 9 um die Achse 11.
[0034] Der zweite Endbereich des Steuerteiles 17 erstreckt sich unterhalb der Auslösefeder
15 in das Gehäuse des Vorderbackens 13 und bildet über einen abgewinkelten Fortsatz
20 ein Widerlager für die Auslösefeder 15. Der Steuerteil 17 erstreckt sich daher
zumindest im Bereich zwischen Fersenhalter 2 und Vorderbacken 13.
[0035] Eine Führung und gleitbewegliche Lagerung des Steuerteiles 17 zwischen den beiden
Bindungsteilen und gegenüber dem Ski 1 wird durch zumindest einen skifest angeordneten
Führungsteil 19, etwa in Form von Führungslaschen, sichergestellt. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel ist im Bereich vor dem Fersenhalter 2 eine solche Lasche 19 angeordnet.
[0036] Im Ballenbereich des Skischuhs, vor dem Backen 13, wirkt der Steuerteil 17 mit einem
Betätigungspedal 18 zusammen.
[0037] Das Betätigungspedal 18 ist an seinem einen Endbereich an einer skifest oder vergleichbar
angeordneten Querachse 22 schwenkbar gelagert. Diese ist in den Zeichnungsfiguren
lediglich angedeutet und kann als Bolzen, Stift oder dergleichen ausgeführt sein,
welcher beispielsweise in skifesten Halterungen gelagert ist. Dabei wird das Betätigungspedal
18 durch eine nicht dargestellte Feder beaufschlagt, die beispielsweise eine an der
Schwenkachse 22 unter entsprechender Abstützung angeordnete Schenkelfeder ist und
das Pedal 18 leicht in Richtung Skioberseite drückt. Der zweite Endbereich des Betätigungspedals
18 ist an der Unterseite mit einem eine Schrägfläche 18b aufweisenden Betätigungsansatz
18a versehen, welche auf einer gleichsinnig geneigten Schrägfläche 17a des Steuerteiles
17 zum Teil aufliegt. Wie Fig. 3 zeigt befindet sich die Schrägfläche 17a in einer
entsprechend ausgebildeten Ausnehmung 17b, Öffnung oder einem abgesenkten Bereich
der in diesem Teil etwas breiter ausgeführten Steuerstange 17 und weist im dargestellten
Ausführungsbeispiel zum Vorderbacken 13.
[0038] In der in Fig. 1 dargestellten unbetätigten Lage befindet sich die mit dem Skischuh
in Kontakt kommende Oberfläche des Betätigungspedals 18 in einer Lage zumindest im
wesentlichen parallel zur Skioberfläche.
[0039] Bei entsprechendem Ballendruck, etwa in Folge eines Vorwärtsdrehsturzes, wird über
den Skischuh auf das Betätigungspedal 18 eine relativ große Kraft ausgeübt. Das Betätigungspedal
18 beaufschlagt mit seiner Schrägfläche 18b am Betätigungsansatz 18a die Schrägfläche
17a am Steuerteil 17. Bei entsprechend hohem Druck wird dabei der Steuerteil 17 über
die Schrägfläche 17a gegen die Kraft der den Steuerteil 17 beaufschlagenden Auslösefeder
15 in Skilängsrichtung in Richtung zum Fersenhalter 2 verschoben. Dadurch gibt die
Sperrklinke 12 die Steuerkurve 9 frei, so daß diese um ihre Achse 11 verdrehen und
somit der Grundkörper mit geschlossenem Sohlenhalter 7 und mit allen weiteren Teiles
des Fersenhalters 2 in horizontaler Richtung um die Achse 5 schwenken kann. Der Verdrehwinkel
der Steuerkurve 9 kann, wie Fig. 5 zeigt, durch als Anschläge wirkende Schrägflächen
9d begrenzt werden. Fig. 2 zeigt eine Lage der Skibindung, bei der das Betätigungspedal
18 bereits den Steuerteil 17 und somit die Sperrklinke 12 zur Freigabe der Steuerkurve
9 verschoben hat.
[0040] Sobald der Ballendruck nachläßt, nach der Freigabe des Skischuhs von der Bindung,
wird die Steuerkurve 9 über die hier nicht dargestellte Rückstellfeder in ihre Ausgangslage
gebracht, der Steuerteil 17 wird unter Einwirkung der Auslösefeder 15 wieder rückgestellt,
wodurch die Sperrklinke 12 die Steuerkurve 9 wieder verriegelt. Auch das Betätigungspedal
18 kommt über die ihn beaufschlagende Feder in seine Ausgangslage.
[0041] Zusätzlich oder alternativ zur Rückstellfeder kann die Steuerkurve 9 gesonderte Führungsflächen
für die Sperrklinke 12 besitzen, so daß diese das Rückverschwenken der Steuerkurve
9 in die Ausgangslage unterstützt oder bewirkt.
[0042] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 4 ist vorgesehen, daß der Steuerteil 17 unabhängig
von der Auslösefeder 15 und damit unabhängig von deren Vorspannung über ein separates
Federpaket bzw. über zumindest eine separate Feder, beaufschlagt wird. Dabei ist hier
im Bereich unterhalb der Auslösefeder 15 im Gehäuse 14 des Vorderbackens 13 ein mit
dem Gehäuse 14 in Verbindung stehendes Widerlager 25 für das eine Ende einer Schraubenfeder
23 vorgesehen. Das zweite Widerlager ist ein abgewinkelter Fortsatz 20' des Steuerteiles
17. Die weitere Ausgestaltung und Funktionsweise der Auslöse- und Steuereinrichtung
entspricht dem bereits Beschriebenen mit dem erwähnten Unterschied, daß die Betätigung
des Steuerteiles 17 über das Betätigungspedal 18 nun von der an der Auslösefeder 15
eingestellten Auslösekraft unabhängig ist. Dabei kann vorgesehen werden, daß auch
die Vorspannung der gesonderten Feder 23 auf bekannte Weise mittels einer Stellschraube
einstellbar sein kann.
[0043] Die in Fig. 6 dargestellte Ausführungsvariante betrifft eine weitere Ausführungsform
für eine Steuerkurve 9' für die erfindungsgemäße Freigabe eines in den Fersenhalters
2 eingesetzten Skischuhs. Die Ausgestaltung des Steuerteiles 17 und des mit ihm zusammenwirkenden
Betätigungspedals 18 sowie die Ausführung der im Bereich des Vorderbackens vorgesehenen
Bauteile kann in der bereits beschriebenen Art und Weise erfolgen. Die in Fig. 6 in
Vorderansicht dargestellte Steuerkurve 9' besitzt nun ebenfalls eine Steuerfläche
9'a für die Diagonalauslösung mit einem Rastsitz 9'c. Es ist auch an der Unterseite
der Steuerkurve 9' eine Rastausnehmung 9'b für die Sperrklinke 12 ausgebildet. Die
Steuerkurve 9 ist jedoch nicht an der Grundplatte 4 schwenkbar gelagert, sondern sitzt
auf einer gesonderten Schwenkplatte 26, die gegenüber der Grundplatte 4 um die lotrechte
Achse 5 verschwenkbar gelagert ist. Die Schwenkplatte 26 hat somit die Funktion einer
Zwischenplatte, die, wenn keine Freigabe der Steuerkurve 9' über einen entsprechend
hohen Ballendruck erfolgt, eine Einheit mit der Grundplatte 4 bildet. Auf der Schwenkplatte
26 sind daher auch die weiteren Bauteile des Fersenhalters 2, wie der Grundkörper
und die auf diesem befindlichen Bauteile, angeordnet.
[0044] Diese Ausführungsform entspricht somit von der Ausgestaltung der Steuerstange, des
Betätigungspedals etc. der bereits beschriebenen. Auch hier hat ein Verschieben des
Steuerteiles 17 ein Aufheben der Sperre der Diagonalsteuerkurve 9' zur Folge, mit
dem Unterschied, daß beim Verschieben des Steuerteiles 17 die Schwenkplatte 26 mitsamt
der Steuerkurve 9' horizontal verdrehen kann.
[0045] Dabei kann im Bereich der Achse 5 in bekannter und nicht dargestellter Weise eine
Schenkelfeder angeordnet werden, die nach der Freigabe des Skischuhs die Schwenkplatte
26 wieder in ihre Ausgangslage zurückführt. Auch bei dieser Ausführungsform stellt
sich der unter der Einwirkung von zumindest einer Feder stehende Steuerteil 17 wieder
in seine Ausgangslage zurück, die Sperrklinke 12 nimmt wieder ihre Lage in der Rastausnehnmung
9'b der Steuerkurve 9' ein.
[0046] Erwähnt sei, daß sowohl der Fersenhalter 2 als auch der Vorderbacken 13 auf einer
gesonderten Platte bzw. einem gesonderten plattenartigen Bindungsbauteil angeordnet
werden können, wobei in diesem Fall der Steuerteil und die mit diesem zusammenwirkenden
Bauteile, insbesondere das Betätigungspedal sowie etwaige Führungen für die Steuerstange,
auf bzw. in dieser Platte angeordnet werden. Selbstverständlich wird die Ausführung
dieser Bauteile so getroffen, daß Ansammlungen von Eis und Schnee die Funktionsweise
nicht behindern können, und daß ein ungehindertes Einsetzen des Skischuhs in die Sicherheitsskibindung
möglich ist. In diesem Zusammenhang ist es beispielsweise günstig, wenn der Steuerteil
über einen Großteil seiner Erstreckung als Platte ausgeführt wird.
[0047] Abweichend von der dargestellten Ausführungsform kann vorgesehen werden, daß die
Feder(n) zur Beaufschlagung des Steuerteiles an anderer Stelle, beispielsweise unterhalb
des Steuerteiles angeordnet werden. Je nach Anordnung der Federn, nach Anordnung der
Schrägflächen zum Verschieben des Steuerteiles etc. kann über das Betätigungspedal
auch ein Verschieben des Steuerteiles in Richtung zum Vorderbacken erfolgen, so daß
die Sperrklinke in der anderen Richtung aus ihrer Rastausnehmung aus der Steuerkurve
fährt. Das Betätigungspedal kann ferner mit seiner Schwenkachse in den Steuerteil
baulich integriert werden, indem am Steuerteil beispielsweise Langlöcher für eine
Relativbewegung des Steuerteiles gegenüber der Schwenkachse des Betätigungspedals
vorgesehen werden. An Stelle der Betätigung über Schrägflächen kann auch vorgesehen
werden, daß das Betätigungspedal einen Hebel, insbesondere einen Kniehebel oder dergleichen,
beaufschlagt und gegen die Kraft einer Feder verschiebt, so daß auch bei einer solchen
Ausführungsform die Sperrklinke zur Freigabe der Steuerkurve verschoben wird.
1. Sicherheitsskibindung mit einem Vorderbacken und einem Fersenhalter, wobei der Vorderbacken
gegen die Kraft zumindest einer Feder verschwenkbare, als Winkelhebel oder dergleichen
ausgebildete Sohlenhalter aufweist, und wobei der Fersenhalter eine Grundplatte, einen
seitlich ausschwenkbaren Grundkörper mit einem Sohlenhalter und eine Steuerkurve für
eine gegen Federkraft und in diagonaler Richtung erfolgende Freigabe eines in die
Bindung einzusetzenden Skischuhes aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkurve
(9,9') des Fersenhalters (2) relativ zur Grundplatte (4) verschwenkbar ist und mittels
einer Sperre in ihrer Lage relativ zur Grundplatte (4) festlegbar ist, wobei für ein
horizontales Verschwenken des Grundkörpers mit geschlossenem Sohlenhalter (7) die
Sperre durch Ballendruck aufhebbar ist.
2. Sicherheitsskibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Lösen der Sperre
ein durch Ballendruck in Bindungslängsrichtung verschiebbarer Steuerteil (17) vorgesehen
ist.
3. Sicherheitsskibindung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkurve
(9) nach dem Lösen der Sperre relativ zur Grundplatte (4) um eine in Bindungslängsrichtung
verlaufende Achse (11) verschwenkbar ist.
4. Sicherheitsskibindung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkurve
(9') nach dem Lösen der Sperre gemeinsam mit einer den Grundkörper tragenden Schwenkplatte
(26) relativ zur Grundplatte (4) um eine zumindest im wesentlichen lotrechte Achse
(5) verschwenkbar ist.
5. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Steuerteil (17) gegen Federkraft in Bindungslängsrichtung verschiebbar ist.
6. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Sperre der Steuerkurve (9.9') von einer am Steuerteil (17) angeordneten Sperrklinke
(12) gebildet ist.
7. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
an der Steuerkurve (9.9') ein Rastsitz (9c, 9'c) für die Sperrklinke (12) ausgebildet
ist.
8. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Steuerteil (17) ein Widerlager für zumindest eine ihn beaufschlagende Feder (15,23)
besitzt, die anderends skifest oder vergleichbar abgestützt ist.
9. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die den Steuerteil (17) beaufschlagende Feder die bzw. eine der Auslösefeder(n) (15)
des Vorderbackens (13) ist.
10. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
der Steuerteil (17) mittels eines im Ballenbereich angeordneten, um eine skifest oder
vergleichbar angeordnete Querachse (22) verschwenkbaren Betätigungspedals (18) in
Bindungslängsrichtung verschiebbar ist.
11. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
der Steuerteil (17) und das Betätigungspedal (18) miteinander zusammenwirkende Schrägflächen
(17a, 18b) aufweisen.
12. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerkurve (9) seitliche Anschlagflächen (9d) aufweist.
13. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1,2 oder 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerkurve (9) mit Führungsflächen für die Sperrklinke (12) versehen ist.
14. Sicherheitsskibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß
Rückstellfedern zur Rückführung der Steuerkurve (9) bzw. der Schwenkplatte (26) in
ihre Ausgangslage vorgesehen sind.