[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von gasförmigem Druckprodukt durch
Tieftemperaturzerlegung von Luft, das zeitweise in einem Gasbetrieb und zeitweise
in einem kombinierten Betrieb betrieben wird,
wobei im Gasbetrieb und im kombinierten Betrieb
- gereinigte Einsatzluft unter Überdruck abgekühlt, teilweise veflüssigt und zur Gewinnung
gasförmiger und flüssiger Fraktionen einer Rektifikation unterzogen wird,
- tiefkalte Flüssigkeit mindestens einer der flüssigen Fraktionen aus der Rektifikation
unter erhöhtem Druck durch indirekten Wärmeaustausch mit Einsatzluft verdampft, angewärmt
und als gasförmiges Druckprodukt gewonnen wird,
wobei im kombinierten Betrieb
- die hierzu benötigte Kälte in einem Luft-Kältekreislauf erzeugt wird, indem Luft in
dem Kältekreislauf verdichtet und arbeitsleistend entspannt wird, der Luft hierbei
Wärme entzogen wird und die arbeitsleistend entspannte Luft mindestens zum Teil im
Gegenstrom mit der abzukühlenden Einsatzluft wieder angewärmt und dann rückverdichtet
wird,
- tiefkalte Flüssigkeit erzeugt und mindestens zum Teil gespeichert wird
[0002] Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
mit
- einem Hauptverdichter für Einsatzluft, wobei der Austrittsdruck des Hauptluftverdichters
auch Arbeitsdruck einer folgenden Reinigungseinheit ist,
- einer Reinluftleitung aus der Reinigungseinheit zu einer Verdichterstation für die
Luft im Kältekreislauf und für die Luftzufuhr zur Rektifikation
- und einer druckseitigen Leitung aus der Verdichterstation, die einerseits in einen
Leitungsstrang des Kältekreislaufs mit mindestens einer Kälteturbine mündet und andererseits
in eine Abzweigung für Drosselluft zu den Säulen.
[0003] Aus der Schrift EP 0 044 679 A1 ist ein Verfahren zur Erzeugung von gasförmigem Drucksauerstoff
(DGOX) und geringer Mengen Flüssigsauerstoff (LOX) bekannt: Kälte für die Luftzerlegung
und die Erzeugung von Flüssigprodukt liefert ein Luftkältekreislauf. Er enthält eine
Verdichtung mit zwei Kompressorstufen in Serie zur Verdichtung eines Luftstromes in
der ersten Stufe auf einen mittleren Druck für eine arbeitsleistende Entspannung eines
Teilstromes dieser Luft auf einen unteren Druck und eine zweite Kompressorstufe zur
Verdichtung des restlichen Luftstromes auf einen höheren Druck für eine Drosselentspannung
auf den gleichen niedrigen Druck. Nach Zusammenführung der Teilströme und Abzweigen
einer gebildeten Flüssigphase wird die Gasphase zur Verdichtung rezykliert und die
Flüssigphase nach Aufteilung in zwei Drosselströme einer Rektifikation zugeführt.
Der Kältekreislauf kann bei einem solchen Verfahren nicht abgeschaltet werden und
ein Zurückfahren der Kälteleistung führt zu einem energetisch ungünstigen Betrieb.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art mit einer energetisch günstigen Erzeugung des gasförmigen Druckprodukts und des
Flüssigprodukts jeweils in variablen Mengen und bei hoher Verfügbarkeit der Erzeugung
des Druckprodukts.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst von einem Verfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 und von einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 8. Ausführungen
der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0006] Kennzeichnend an dem erfindungsgemäßen Verfahren ist, daß beim Gasbetrieb der Luftdurchsatz
im Kältekreislauf auf Null reduziert wird und zu einer Kompensation von Kälteverlusten,
die nicht mehr durch den Kältekreislauf gedeckt werden, tiefkalte gespeicherte Flüssigkeit
verwendet wird. Dies ermöglicht die Erzeugung von gasförmigem Druckprodukt auch bei
vollem Flüssigprodukttank, indem beispielsweise gespeichertes Flüssigprodukt in einem
Wärmeaustauscher im Gegenstrom zur eingesetzten Luft geführt wird, diese Luft dabei
abgekühlt, teilweise verflüssigt und der Rektifikation zugeführt wird oder indem gespeicherte
Flüssigkeit direkt der Rektifikation zugeführt wird.
[0007] Tiefkalte Flüssigkeit mindestens einer flüssigen Fraktion aus der Rektifikation,
beispielsweise Flüssigstickstoff (LIN), Flüssigsauerstoff (LOX) oder flüssige Luft,
zur Kompensation von Kälteverlusten im Gasbetrieb kann in einem Tank zwischengespeichert
werden, wobei als Tank zum Speichern dieser Fraktionen Pufferbehälter und/oder Produkttanks
verwendet werden. Meist ist die Nutzung von Produkttanks die günstigste Lösung, während
flüssige Luft eher einen Pufferbehälter erfordert, da flüssige Luft als Produkt meist
keine Rolle spielt.
[0008] Zeitweise kann unter Verwendung mindestens zweier Tanks eine Wechselspeicherung vorgenommen
werden, wobei einerseits bei erhöhtem Drucksauerstoff (DGOX)-Bedarf zusätzlich zum
LOX aus der Rektifikation aus dem einen Tank zwischengespeichertes LOX entnommen,
verdichtet, im Gegenstrom verdampft und angewärmt und dann als DGOX-Produkt abgeben
wird und hierbei im Gegenstrom Kälte zurückgewonnen und zur Erzeugung und Zwischenspeicherung
von LIN-Produkt verwendet wird, wobei andererseits bei niedrigem DGOX-Bedarf entsprechend
wenig LOX aus dem Rektifiziersystem als DGOX abgegeben und dafür mehr LOX zwischengespeichert
wird. Der Vorteil besteht darin, daß zeitweise mehr DGOX geliefert wird als nach Auslegung
der Luftzerlegung möglich wäre, indem gespeichertes LOX entnommen und dem Kälteinhalt
des LOX entsprechend LIN gespeichert wird.
[0009] Zur Rektifikation kann ein Zweisäulenverfahren eingesetzt werden, wobei eine Kopfkühlung
der Drucksäule mit einer Zwischenflüssigkeit aus einer Niederdrucksäule bewerkstelligt
und eine Sumpfheizung der Niederdrucksäule durch indirekten Wärmeaustausch mit Luft
vorgenommen wird. Das Zweisäulenverfahren ist aus DE 196 09 490 A1 bekannt und eignet
sich besonders, wenn nur eine geringe Sauerstoffreinheit erforderlich ist.
[0010] Als Rektifiziersystem kann alternativ auch ein Dreisäulenverfahren eingesetzt werden,
wobei eine Doppelsäule mit einem Hochdruckteil und einem Niederdruckteil und eine
Zusatzsäule unter Zwischendruck eingesetzt wird. Das Dreisäulenverfahren ist aus DE
195 37 913 A1 bekannt. Auch bei Sauerstoffreinheiten > 99,5 mol % sind mit diesem
Verfahren Energieeinsparungen möglich.
[0011] Bei der Gewinnung von gasförmigem Druckprodukt durch Verdampfen und Anwärmen von
Flüssigkeit unter Druck, auch Innenverdichtung genannt, im Gegenstrom mit warmer Luft,
kann Luft auf dem oberen Druckniveau der Verdichtung im Kältekreislauf verwendet werden
oder solche, die von diesem Druckniveau ausgehend nachverdichtet wird.
[0012] Die arbeitsleistende Entspannung kann in mindestens einer Kälteturbine erfolgen,
wobei die Leistung an der Welle einer solchen Turbine zum Antrieb entweder eines stromerzeugenden
Generators oder eines Boosters verwendet wird, wobei der Booster beispielsweise zum
Nachverdichten der Luft im Kältekreislauf eingesetzt wird. In beiden Fällen wird die
Energie der Kälteturbine günstig genutzt.
[0013] Kennzeichnend an der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist, daß die Verdichterstation
mit mindestens zwei parallel angeordneten Verdichtem ausgeführt ist, die so ausgelegt
sind, daß im Gasbetrieb nur einer der Verdichter in Betrieb ist, wobei dieser Verdichter
Drosselluft liefert und der Kältekreislauf nicht mit Luft beaufschlagt ist, während
im Betrieb mit Erzeugung von Druckprodukt und Flüssigprodukt mindestens zwei parallel
angeordnete Verdichter in Betrieb sind und zusätzlich zum Liefem von Drosselluft auch
der Kältekreislauf mit Luft beaufschlagt ist. Eine solche Verdichterstation besitzt
mehrere Vorteile. Für den Gasbetrieb wird ein Verdichter an seinem energetisch günstigsten
Betriebspunkt, bei zusätzlicher Erzeugung von Flüssigprodukt werden mehrere, beispielsweise
zwei Verdichter nahe ihrem optimalen Betriebspunkt eingesetzt. Mit mehreren Verdichtem
wird außerdem gleichzeitig eine Maschinenredundanz geschaffen, die die Versorgungssicherheit
im Gasbetrieb entsprechend erhöht. Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin,
daß mit einem Verdichter, als Kreislaufverdichter betrieben, auch energetisch günstig
Flüssigprodukt erzeugt werden kann und daß dieser Flüssigbetrieb durch die Maschinenredundanz
ebenfalls mit hoher Versorgungssicherheit ermöglicht wird.
[0014] Die Kälteturbine im Leitungsstrang des Kältekreislaufs kann als Turbinen/Generator-Einheit
ausgebildet sein. Die in der Kälteturbine gewonnene Energie wird in das örtliche Stromnetz
eingespeist.
[0015] Die Kälteturbine im Leitungstrang des Kältekreislaufs kann als Turbinen/Booster-Einheit
ausgebildet sein, wobei der Booster im Leitungsstrang des Kältekreislaufs als Nachverdichter
von Luft aus der Verdichterstation geschaltet ist. Die in der Kälteturbine gewonnene
Energie wird, beispielsweise über eine gemeinsame Welle mit einem Booster zum Antrieb
dieses Boosters verwendet.
[0016] Im Leitungsstrang für die Drosselluft kann ein Nachverdichter für Luft aus der Verdichterstation
angeordnet sein.
[0017] Eine vorteilhafte Anwendung erfährt das Verfahren und die Vorrichtung gemäß Erfindung
in einer Luftzerlegungsanlage zur Belieferung eines Stahlwerks mit Stickstoff und
Sauerstoff.
[0018] Energetisch günstig kann mit hoher Versorgungssicherheit dem wechselnden Bedarf des
Stahlwerks an gasförmigem Druckprodukt Rechnung getragen werden. Die Erfindung sowie
weitere Ausgestaltungen der Erfindung werden im folgenden anhand von in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0019] Hierbei zeigen:
Figur 1 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit Dreisäulen-Rektifikation und Turbinen/Generator-Einheit,
Figur 2 eine Ausführung mit Dreisäulen-Rektifikation, Turbinen/Booster-Einheit und
Drosselluft-Nachverdichtung,
Figur 3 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit Zweisäulen-Rektifikation und Turbinen/Generator-Einheit
und
Figur 4 eine Ausführung mit Zweisäulen-Rektifikation, Turbinen/Booster-Einheit und
Drosselluft-Nachverdichtung.
Figur 1
[0020] In Figur 1 wird zu zerlegende Luft bei 1 angesaugt und in einem Luftverdichter 30
auf einen ersten Druck im wesentlichen Mitteldrucksäulendruck (plus Leitungsverluste)
verdichtet, in einer Kühleinrichtung 31 in direktem Kontakt mit Wasser vorgekühlt
und in einer Reinigungseinrichtung (Molsiebanlage) 32 insbesondere von Wasser und
Kohlendioxid befreit.
[0021] Die gereinigte Luft wird in drei Teilströme aufgeteilt, von denen der erste ohne
weitere druckerhöhende Maßnahmen über Leitung 103, durch einen Hauptwärmetauscher
2 und über Leitung 104 in eine Mitteldrucksäule 6 eingeführt wird. Die Mitteldrucksäule
6 wird - entsprechend der jeweiligen Produktspezifikation und den Druckverlusten -
unter einem Druck von 2 bis 4 bar, vorzugsweise etwa 2,5 bis 3,5 bar betrieben.
[0022] Der zweite Teilstrom der gereinigten Luft wird in einem Nachverdichter 202 auf im
wesentlichen Drucksäulendruck (plus Leitungsverluste) verdichtet, im Hauptwärmetauscher
2 in indirektem Wärmeaustausch mit kalten Verfahrensströmen auf Taupunktstemperatur
abgekühlt und in den Sumpf einer Drucksäule 7 eingeführt (siehe Positionen 201,202,203,2,204
und 7). Die Drucksäule 7 wird bei einem Arbeitsdruck von 5 bis 10 bar, vorzugsweise
5,5 bis 6,5 bar betrieben und ist über einen Hauptkondensator 3 mit einer Niederdrucksäule
5 thermisch gekoppelt. Letztere arbeitet bei einem Druck von 1,1 bis 2,0 bar vorzugsweise
1,3 bis 1,7 bar. Der Luftnachverdichter 202 kann von derselben Motorwelle angetrieben
werden wie der Luftverdichter 30.
[0023] Der dritte Teilstrom wird über eine Leitung 301 einer Verdichterstation 305 für Turbinenluft
(306, 307, 308) in eine Turbine 309 und/oder für Rektifikationsluft (313, 314, 315)
zugeführt, wobei der Ansaugdruck 303 mit Hilfe einer Drosselvorrichtung 302 vermindert
werden kann insbesondere bei Unterlastbetrieb.
[0024] Die Luft des dritten Teilstroms wird in der Verdichterstation 305 von etwa Mitteldrucksäulendruck
auf einen Druck komprimiert, der einer Luft-Kondensationstemperatur entspricht, die
mindestens etwa gleich der Verdampfungstemperatur des flüssigen Drucksauerstoffs 17
ist. Alternativ kann der dritte Teilstrom der gereinigten Luft auch an der Druckseite
des Luftnachverdichters 202 abgezweigt werden, wenn gleichzeitig Luft (312) aus der
Entspannungsturbine 309 in die Drucksäule 7 eingespeist wird. Der Ansaugdruck der
Verdichterstation 305 entspricht dann dem Drucksäulendruck.
[0025] Ein erster Teil 307 der hochverdichteten Luft 306 wird bei einer Temperatur 308,
die zwischen den Temperaturen am warmen und am kalten Ende des Hauptwärmetauschers
2 liegt, der Entspannungsturbine 309 zugeleitet und dort auf etwa Mitteldrucksäulendruck
arbeitsleistend entspannt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wird die Turbinenleistung
durch einen Bremsgenerator an das Werksnetz übertragen.Der entspannte Turbinenaustrittsstrom
wird teils durch den Hauptwärmetauscher 2 über die Leitungen 310, 311 und 304 auf
die Saugseite der Verdichterstation 305 zurückgeführt, teils über Leitung 312 in den
Sumpf der Mitteldrucksäule 6 eingespeist.
[0026] Ein zweiter Teil 313 der hochverdichteten Luft 306 wird gegen den verdampfenden Drucksauerstoff
17 mindestens teilweise, vorzugsweise vollständig oder im wesentlichen vollständig
verflüssigt, zu einem Teil 314 oberhalb vom Sumpf in die Niederdrucksäule 5 und zu
einem anderen Teil 315 in den Sumpf der Drucksäule 7 entspannt.
[0027] Sumpfflüssigkeit 70 und Waschstickstoff 74 vom Kopf der Drucksäule 7 werden in einem
Unterkühlungsgegenströmer 4 gegen einen Restgasstrom 50 der Niederdrucksäule 5 unterkühlt
und jeweils in die Niederdrucksäule 5 und / oder in die Mitteldrucksäule entspannt
(Leitungen 71,72,73,75,76 und 77). Sumpfflüssigkeit 60 und Waschstickstoff 61 aus
der Mitteldrucksäule werden ebenfalls im Unterkühlungsgegenströmer 4 gegen den Restgasstrom
50 unterkühlt (in Figur 1 nicht dargestellt) oder die Sumpfflüssigkeit 60 direkt in
den Kopfkondensator 10 der Mitteldrucksäule und der Waschstickstoff 61 auf den Kopf
der Niederdrucksäule 5 aufgegeben. Ein Restgasstrom 51 und Produkte aus dem Rektifikationsabschnitt,
im Beispiel GOX und DGOX werden im Hauptwärmetauscher 2 etwa auf Umgebungstemperatur
angewärmt (Leitungen 51, 52, 54, 55, 17 und 18). Der Restgasstrom 52 kann vollständig
oder teilweise als Strom 53 zur Regenerierung der Molekularsiebstation 32 eingesetzt
werden.
[0028] Flüssiger Sauerstoff 15 wird dem Sumpf der Niederdrucksäule entnommen, je nach Produktspezifikation
mit Hilfe einer Sauerstoffpumpe 16 auf den geforderten Abgabedruck komprimiert oder
vollständig oder teilweise in einen Wechselpeichertank 80 eingefüllt. Flüssiger Stickstoff
78 wird vom Kopf der Niederdrucksäule 5 abgezogen oder von einer der Waschstickstoffleitungen
75 bzw.61 abgezweigt und ebenfalls innenverdichtet (in Figur 1 nicht dargestellt)
oder in einen Wechselspeichertank 79 eingespeist.
[0029] Zur Erhöhung der Flexibilität der Fahrweise und der Verfügbarkeit der Druckprodukte,
im Beispiel des DGOX besteht die Verdichterstation 305 aus mindestens zwei parallel
geschalteten Verdichtern. Hierdurch wird es möglich, die Wechselspeicheranlage auch
als reinen Gaseapparat zu betreiben,d.h. ohne Flüssigproduktion weiterhin den innenverdichteten
Drucksauerstoff (DGOX) zu erzeugen. Im Fall von zwei Verdichtern wird einer der beiden
Verdichter der Verdichterstation 305 außer Betrieb genommen und der zweite Verdichter
übernimmt die Aufgabe, den innenverdichteten Drucksauerstoff 17 zu verdampfen. Somit
besteht die Verdichterstation 305 erfindungsgemäß aus zwei Verdichtem mit jeweils
unterschiedlicher Funktion, von denen der eine zur Erzeugung der Kälte für die Flüssigproduktion
und der andere zur Verdampfung des innenverdichteten Drucksauerstoffs herangezogen
wird.
[0030] Die Wechselspeichertanks 79 und 80 dienen im Beispiel einer zeitlich begrenzten Überproduktion
von DGOX, der Entnahme von LOX und LIN als Verkaufsprodukte, als Notversorgungstanks,als
Wechselspeicherung der LOX - und LIN -Kälteinhalte und als Kälteversorgung bei abgeschaltetem
Kältekreislauf. Die in Figur 1 angegebene Verdichterstation kann ein- oder mehr- stufige
Maschinen mit Zwischen- und / oder Nachkühlung enthalten.
Figur 2
[0031] In Abweichung zum Ausführungsbeispiel in Figur 1 wird die Arbeitsleistung der Entspannungsturbine
309 in der vorliegenden Ausführung an einen Booster übertragen. Außerdem wird der
Luftdrosselstrom 313 vor seiner Abkühlung im Hauptwärmetauscher 2 und anschließender
isenthalper Entspannung in die Doppelsäule 5,7 auf einen Druck komprimiert, der mindestens
so groß ist wie der Enddruck der Verdichterstation 305 des Ausführungsbeispiels in
Figur 1.
Figur 3
[0032] In Figur 3 wird zu zerlegende Luft bei 1 angesaugt und in einem Luftverdichter 30
auf einen ersten Druck im wesentlichen Mitteldrucksäulendruck (plus Leitungsverluste)
verdichtet, in einer Kühleinrichtung 31 in direktem Kontakt mit Wasser vorgekühlt
und in einer Reinigungseinrichtung (Molsiebanlage) 32 insbesondere von Wasser und
Kohlendioxid befreit.
[0033] Die gereinigte Luft wird in drei Teilströme aufgeteilt, von denen der erste ohne
weitere druckerhöhende Maßnahmen über Leitung 103, durch Hauptwärmetauscher 2 und
über Leitung 104 in eine Mitteldrucksäule 6 eingeführt werden kann. Die Mitteldrucksäule
6 wird - entsprechend der jeweiligen Produktspezifikation und den Druckverlusten -
unter einem Druck von 2 bis 4 bar, vorzugsweise etwa 2,5 bis 3,5 bar betrieben.
[0034] Der zweite Teilstrom der gereinigten Luft wird in einem Nachverdichter 202 auf einen
Druck verdichtet, der einer Luft-Kondensationstemperatur entspricht, die mindestens
etwa gleich der Verdampfungstemperatur eines flüssigen Niederdrucksauerstoffs 15 ist,
im Hauptwärmetauscher 2 in indirektem Wärmeaustausch mit kalten Verfahrensströmen
abgekühlt und in einen Sumpfkondensator 3 der Niederdrucksäule 5 eingeführt (siehe
Positionen 201, 202, 203, 2, 204 und 3).
[0035] Letztere arbeitet bei einem Druck von 1,1 bis 2,0 bar vorzugsweise 1,3 bis 1,7 bar.
Der Luftnachverdichter 202 kann von derselben Motorwelle angetrieben werden wie der
Luftverdichter 30.
[0036] Bei hohen Sauerstoffreinheiten (größer 99,5 % ) geht der gezeigte Zweisäulenapparat
im Grenzfall über in den normalen Doppelsäulenapparat (siehe z.B. Patentschrift DE
195 26 785 C1). Der zweite Teilstrom geht dann gegen Null und die Niederdrucksäulenanstiche
der Ströme 62 und 63 verschieben sich in Richtung Sumpf der Niederdrucksäule 5, so
daß der Kopfkondensator 10 zum Hauptkondensator der Doppelsäule wird und sich der
Druck der Mitteldrucksäule entsprechend der thermischen Kopplung erhöht.
[0037] Der dritte Teilstrom wird über eine Leitung 301 einer Verdichterstation 305 für Turbinenluft
(306, 307, 308) in eine Turbine 309 und/oder für Rektifikationsluft (313, 314, 315)
zugeführt, wobei deren Ansaugdruck 303 mit Hilfe einer Drosselvorrichtung 302 vermindert
werden kann insbesondere bei Unterlastbetrieb. Die Luft des dritten Teilstromes wird
in der Verdichterstation 305 von etwa Mitteldrucksäulendruck auf einen Druck komprimiert,
der einer Luft-Kondensationstemperatur entspricht, die mindestens etwa gleich der
Verdampfungstemperatur des flüssigen Drucksauerstoffs 17 ist.
[0038] Ein erster Teilstrom 307 der hochverdichteten Luft 306 wird über Leitung 308 bei
einer Temperatur, die zwischen den Temperaturen am warmen und am kalten Ende des Hauptwärmetauschers
2 liegt, der Entspannungsturbine 309 zugeleitet und dort auf etwa Mitteldrucksäulendruck
arbeitsleistend entspannt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wird die Turbinenleistung
durch einen Bremsgenerator an das Werksnetz übertragen.Der entspannte Turbinenaustrittsstrom
wird teils durch den Hauptwärmetauscher 2 über die Leitungen 310,311 und 304 auf die
Saugseite der Verdichterstation 305 zurückgeführt, teils über Leitung 312 in den Sumpf
der Mitteldrucksäule 6 eingespeist.
[0039] Ein zweiter Teilstrom 313 der hochverdichteten Luft 306 wird gegen den verdampfenden
Drucksauerstoff 17 mindestens teilweise, vorzugsweise vollständig oder im wesentlichen
vollständig verflüssigt, zu einem Teil 314 oberhalb vom Sumpf in die Niederdrucksäule
5 und zu einem anderen Teil 315 in den Sumpf der Mitteldrucksäule 6 entspannt.
[0040] Sumpfflüssigkeit 60 und Waschstickstoff 61 vom Kopfkondensator 10 der Mitteldrucksäule
6 werden in einem Unterkühlungsgegenströmer 4 gegen einen Restgasstrom 50 der Niederdrucksäule
5 unterkühlt und jeweils in diese entspannt (Leitungen 71,75 und 76). Ein Restgasstrom
51 und Produkte aus dem Rektifikationsabschnitt, im Beispiel DGOX werden im Hauptwärmetauscher
2 etwa auf Umgebungstemperatur angewärmt (Leitungen 51,52,17 und 18). Der Restgasstrom
52 kann vollständig oder teilweise zur Regenerierung 53 der Molekularsiebstation 32
eingesetzt werden.
[0041] Flüssiger Sauerstoff 15 wird dem Sumpf der Niederdrucksäule entnommen, je nach Produktspezifikation
mit Hilfe einer Sauerstoffpumpe 16 auf den geforderten Abgabedruck komprimiert oder
vollständig oder teilweise in einen Wechselpeichertank 80 eingefüllt. Flüssiger Stickstoff
78 wird vom Kopf der Niederdrucksäule 5 abgezogen oder von der Waschstickstoffleitung
61 abgezweigt und ebenfalls innenverdichtet (in Figur 1 nicht dargestellt) oder in
den Wechselspeichertank 79 eingespeist.
[0042] Zur Erhöhung der Flexibilität der Fahrweise und der Verfügbarkeit der Druckprodukte,
im Beispiel des DGOX besteht die Verdichterstation 305 aus mindestens zwei parallel
geschalteten Verdichtem. Hierdurch wird es möglich, die Wechselspeicheranlage auch
als reinen Gaseapparat zu betreiben,d.h. ohne Flüssigproduktion weiterhin den innenverdichteten
Drucksauerstoff (DGOX) zu erzeugen. Im Fall von zwei Verdichtern wird einer der beiden
Verdichter der Verdichterstation 305 außer Betrieb genommen und der zweite Verdichter
übernimmt die Aufgabe, den innenverdichteten Drucksauerstoff 17 zu verdampfen. Somit
besteht die Verdichterstation 305 erfindungsgemäß aus zwei Verdichtem mit jeweils
unterschiedlicher Funktion, von denen der eine zur Erzeugung der Kälte für die Flüssigproduktion
und der andere zur Verdampfung des innenverdichteten Drucksauerstoffs herangezogen
wird.
[0043] Die Wechselspeichertanks 79 und 80 dienen im Beispiel einer zeitlich begrenzten Überproduktion
von DGOX, der Entnahme von LOX und LIN als Verkaufsprodukte, als Notversorgungstanks,als
Wechselspeicherung der LOX - und LIN -Kälteinhalte und als Kälteversorgung bei abgeschaltetem
Kältekreislauf. Die in Figur 3 angegebene Verdichterstation kann ein- oder mehr- stufige
Maschinen mit Zwischen- und / oder Nachkühlung enthalten.
Figur 4
[0044] In Abweichung zum Ausführungsbeispiel 3 wird die Arbeitsleistung der Entspannungsturbine
309 in der vorliegenden Ausführung an einen Booster übertragen. Außerdem wird der
Luftdrosselstrom 313 vor seiner Abkühlung im Hauptwärmetauscher 2 und anschließender
isenthalper Entspannung in die Säulen 5 und 6 auf einen Druck komprimiert, der mindestens
so groß ist wie der Enddruck der Verdichterstation 305 des Ausführungsbeispiel in
Figur 3.
Beispiel:
[0045] Für die Belieferung eines Stahlwerks werden stark schwankende Mengen DGOX und Druckstickstoff
(DRGAN) benötigt. Für die Belieferung des Gasmarktes sollen zusätzlich die Flüssigprodukte
LOX, LIN und Flüssigargon (LAR) produziert werden, um die Wirtschaftlichkeit der Produktionsanlage
zu erhöhen. Die Investitionsentscheidung wird zugunsten einer Anlage mit Turbinen/Booster-Einheit
und Doppelsäulenrektifikation gefällt, weil keine Energie ins örtliche Stromnetz eingespeist
werden darf und weil eine hohe Sauerstoffreinheit gefordert wird. Bis auf die nicht
dargestellte Argongewinnung entspricht dies einer Anlage, wie sie in Figur 4 dargestellt
ist. Die Tabelle zeigt für vier Hauptbetriebsarten A1, A2, A3 und A4 der Anlage die
Produktströme, die Wechselspeicherströme, für die (Kreislauf-und Drosselluft-) Verdichterstation
die Anzahl der im Betrieb befindlichen Kompressoren, die Luftströme und den Energiebedarf
der Anlage. Alle Gas- und Flüssigkeitsströme sind in m
3/h angegeben, wobei jeweils m
3/h im Normalzustand bei 1atm und 273 K gemeint sind. Die Betriebsfälle A1, A2 und
A3 zeichnen sich dadurch aus, daß beide Kompressoren der Verdichterstation in Betrieb
sind und einen Turbinenstrom und einen Drosselstrom liefern.
[0046] Im Betriebsfall A1 werden zusätzlich zur Flüssigproduktion 10.000 m
3/h DGOX erzeugt. Für eine Belieferung des Stahlwerks mit 13.000 m
3/h DGOX wie in Betriebsfall A2 werden zusätzlich 3000 m
3/h als LOX einem LOX-Tank flüssig entnommen und innenverdichtet als DGOX abgegeben.
Der Kälteinhalt des LOX wird genutzt und reicht aus, um den LIN Tank mit 2.800 m
3/h zu füllen. Im Betriebsfall A3 werden nur 7.000 m
3/h DGOX an das Stahlwerk abgegeben. Der beispielsweise im Betriebsfall A2 entleerte
LOX-Tank wird mit 3000 m
3/h LOX wieder befüllt. Die hierzu benötigte Kälte wird mit LIN aus dem vom Betriebsfall
A2 her gefüllten LIN-Tank zugeführt.
[0047] Im Betriebsfall A4 ist in der Verdichterstation nur ein Kompressor in Betrieb. Er
liefert den Drosselstrom, Flüssigkeit wird nicht erzeugt. Selbst für die im Stahlwerk
maximal benötigte DGOX Menge von 13.000 m
3/h ist die hierfür benötige Kälteleistung um eine Größenanordnung kleiner als in den
Betriebsfällen A1, A2 und A3, der äquivalent benötigte Turbinenstrom müßte nur 4000
m
3/h betragen. Der Kältekreislauf der Anlage wird deshalb günstig durch Flüssigkeit
aus den Tanks gedeckt und der Turbinenstrom abgeschaltet. Andere Betriebsfälle sind
denkbar. Die genannten Betriebsfälle zeichnen sich dadurch besonders aus, daß alle
betrieblichen Anforderungen energetisch günstig erfüllt werden, weil die Maschinen
in ihrem Auslegungspunkt bei etwa 100 % Leistung betrieben werden. Der Stromverbrauch
der Anlage ist in der überwiegenden Zeit nahezu konstant. Deshalb kann bei den Elektroversorgungsuntenehmen
ein günstiger Stromtarif erzielt werden.
Tabelle
Betriebsfall |
|
A1 |
A2 |
A3 |
A4 |
Eintrittsluft |
m3/h |
65.000 |
65.000 |
65.000 |
65.000 |
Produkte |
|
|
|
|
|
DGOX |
m3/h |
10.000 |
13.000 |
7.000 |
13.000 |
LOX |
m3/h |
3.000 |
3.000 |
3.000 |
- |
LIN |
m3/h |
4.000 |
3.000 |
4.300 |
- |
DRGAN |
m3/h |
2.000 |
2.000 |
2.000 |
2.000 |
LAR |
m3/h |
430 |
430 |
430 |
430 |
Wechselpeicherströme |
|
|
|
|
|
LOX zum Tank |
m3/h |
- |
- |
3.000 |
- |
LIN zum Tank |
m3/h |
- |
2.800 |
- |
- |
LOX vom Tank |
m3/h |
- |
3.000 |
- |
- |
LIN vom Tank |
m3/h |
- |
- |
2.800 |
- |
Verdichterstation |
|
|
|
|
|
Anzahl der betriebenen Kompressoren |
m3/h |
2 |
2 |
2 |
1 |
Turbinenstrom |
m3/h |
51.000 |
43.500 |
57.000 |
4.000 |
Drosselstrom |
m3/h |
21.000 |
23.000 |
17.000 |
23.000 |
Stromverbrauch |
kW |
11.000 |
11.000 |
11.000 |
7.700 |
1. Verfahren zur Erzeugung von gasförmigem Druckprodukt durch Tieftemperaturzerlegung
von Luft, das zeitweise in einem Gasbetrieb und zeitweise in einem kombinierten Betrieb
betrieben wird,
wobei im Gasbetrieb und im kombinierten Betrieb
- gereinigte Einsatzluft unter Überdruck abgekühlt, teilweise verflüssigt und zur
Gewinnung gasförmiger und flüssiger Fraktionen einer Rektifikation unterzogen wird,
- tiefkalte Flüssigkeit mindestens einer der flüssigen Fraktionen aus der Rektifikation
unter erhöhtem Druck durch indirekten Wärmeaustausch mit Einsatzluft verdampft, angewärmt
und als gasförmiges Druckprodukt gewonnen wird,
wobei im kombinierten Betrieb
- die hierzu benötigte Kälte in einem Luft-Kältekreislauf erzeugt wird, indem Luft
in dem Kältekreislauf verdichtet und arbeitsleistend entspannt wird, der Luft hierbei
Wärme entzogen wird und die arbeitsleistend entspannte Luft mindestens zum Teil im
Gegenstrom mit der abzukühlenden Einsatzluft wieder angewärmt und dann rückverdichtet
wird,
- tiefkalte Flüssigkeit erzeugt und mindestens zum Teil gespeichert wird,
dadurch gekennzeichnet, daß beim Gasbetrieb der Luftdurchsatz im Kältekreislauf auf Null reduziert wird
und zu einer Kompensation von Kälteverlusten, die nicht mehr durch den Kältekreislauf
gedeckt werden, tiefkalte gespeicherte Flüssigkeit verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß tiefkalte Flüssigkeit mindestens
einer flüssigen Fraktion aus der Rektifikation, beispielsweise Flüssigstickstoff (LIN),
Flüssigsauerstoff (LOX) oder flüssige Luft, zur Kompensation von Kälteverlusten im
Gasbetrieb in einem Tank zwischengespeichert wird, wobei als Tank zum Speichern dieser
Fraktionen Pufferbehälter und/oder Produkttanks verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zeitweise unter Verwendung
mindestens zweier Tanks eine Wechselspeicherung vorgenommen wird, wobei einerseits
bei erhöhtem Drucksauerstoff (DGOX)-Bedarf zusätzlich zum LOX aus der Rektifikation
aus dem einen Tank zwischengespeichertes LOX entnommen, verdichtet, im Gegenstrom
verdampft und angewärmt und dann als DGOX-Produkt abgeben wird und hierbei im Gegenstrom
Kälte zurückgewonnen und zur Erzeugung und Zwischenspeicherung von LIN-Produkt verwendet
wird, wobei andererseits bei niedrigen DGOX Bedarf entsprechend wenig LOX aus dem
Rektifiziersystem als DGOX abgeben und dafür mehr LOX zwischengespeichert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zweisäulenverfahren
eingesetzt wird, wobei eine Kopfkühlung der Drucksäule mit einer Zwischenflüssigkeit
aus einer Niederdrucksäule bewerkstelligt und eine Sumpfheizung der Niederdrucksäule
durch indirekten Wärmeaustausch mit Luft vorgenommen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Rektifiziersystem
ein Dreisäulenverfahren eingesetzt wird, wobei eine Doppelsäule mit einem Hochdruckteil
und einem Niederdruckteil und eine Zusatzsäule unter Zwischendruck eingesetzt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 mit Gewinnung von gasförmigem Druckprodukt
durch Verdampfen und Anwärmen von Flüssigkeit unter Druck wie in Anspruch 1, was auch
Innenverdichtung genannt wird, im Gegenstrom mit warmer Luft, dadurch gekennzeichnet,
daß Luft auf dem oberen Druckniveau der Verdichtung im Kältekreislauf verwendet wird
oder solche, die von diesem Druckniveau ausgehend nachverdichtet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die arbeitsleistende
Entspannung in mindestens einer Kälteturbine erfolgt, wobei die Leistung an der Welle
einer solchen Turbine zum Antrieb entweder eines stromerzeugenden Generators oder
eines Boosters verwendet wird, wobei der Booster beispielsweise zum Nachverdichten
der Luft im Kältekreislauf eingesetzt wird.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7 mit
- einem Hauptverdichter für Einsatzluft, wobei der Austrittsdruck des Hauptluftverdichters
auch Arbeitsdruck einer folgenden Reinigungseinheit ist,
- einer Reinluftleitung aus der Reinigungseinheit zu einer Verdichterstation für die
Luft im Kältekreislauf und für die Luft zur Rektifikation
- und einer druckseitigen Leitung aus der Verdichterstation, die einerseits in einen
Leitungsstrang des Kältekreislaufs mit mindestens einer Kälteturbine mündet und andererseits
in eine Abzweigung für Drosselluft zu den Säulen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Verdichterstation mit mindestens zwei parallel angeordneten
Verdichtem ausgeführt ist, die so ausgelegt sind, daß im Gasbetrieb nur einer der
Verdichter im Betrieb ist, wobei dieser Verdichter Drosselluft liefert und der Kältekreislauf
nicht mit Luft beaufschlagt ist, während im Betrieb mit Erzeugung von Druckprodukt
und Flüssigprodukt mindestens zwei parallel angeordnete Verdichter in Betrieb sind
und zusätzlich zum Liefern von Drosselluft auch der Kältekreislauf mit Luft beaufschlagt
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Kälteturbine im Leitungsstrang
des Kältekreislaufs als Turbinen/Generator-Einheit ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Kälteturbine im Leitungsgang
des Kältekreislaufs als Turbinen/Booster-Einheit ausgebildet ist, wobei der Booster
im Leitungsstrang des Kältekreislaufs als Nachverdichter von Luft aus der Verdichterstation
geschaltet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß im Leitungsstrang
für die Drosselluft ein Nachverdichter für Luft aus der Verdichterstation angeordnet
ist.
12. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7 und der Vorrichtung nach
einem der Ansprüche 8 bis 11 in einer Luftzeriegungsanlage zur Belieferung eines Stahlwerks
mit Stickstoff und Sauerstoff.