[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen eines Musters auf eine Oberfläche
eines Trägers, bei dem mit wenigstens zwei Ausgabekanälen zueinander parallele Musterreihen
aufgebracht werden.
[0002] Derartige Verfahren zum Aufbingen eines Musters werden unter anderem bei der Herstellung
von Druckschablonen eingesetzt. Dabei wird beispielsweise bei der Herstellung einer
zylindrischen Flexodruckform eine lichtundurchlässige Abdeckflüssigkeit auf die photoempfindliche
Elastomerschicht eines Rohlings mit Hilfe von Spritzdüsen aufgespritzt, die die Ausgabekanäle
bilden. Die Spritzdüsen werden dabei von einer zentralen Recheneinheit so angesteuert,
daß die Abdeckflüssigkeit entsprechend dem zu erzeugenden Muster ausgespritzt wird.
[0003] Um nach dem herkömmlichen Verfahren mit einem mehrere Spritzdüsen aufweisenden Spritzkopf
ein flächendeckendes Muster aufzubringen, wird ausgehend von einer ersten Position
mitjeder Spritzdüse eine Vielzahl von unmittelbar nebeneinander liegenden Musterreihen
erzeugt. Dabei wird der Spritzkopf jeweils während des Aufbringens einer Musterreihe
oder danach jeweils um einen Musterreihenabstand verschoben, bis die letzte von einer
bestimmten Spritzdüse aufgespritzte Musterreihe unmittelbar neben der ersten Musterreihe
der in Verschieberichtung nächsten Spritzdüse liegt. Auf diese Weise wird ein Musterabschnitt
erzeugt, dessen Breite in Verschieberichtung gleich dem Produkt aus Abstand der Spritzdüsen
voneinander und ihrer Anzahl ist. Dieser Musterabschnitt setzt sich aus einer Vielzahl
der Anzahl der Spritzdüsen entsprechenden Musterstreifen zusammen, von denen jeder
aus einer Vielzahl von Musterreihen gebildet ist, die alle von ein und derselben Spritzdüse
erzeugt wurden.
[0004] Nach dem Aufbringen eines Musterabschnitts wird der Spritzkopf um den Abstand zwischen
der ersten und der letzten Spritzdüse verschoben um den nächsten Musterabschnitt in
der beschriebenen Weise zu erzeugen.
[0005] Da jedoch bei Spritzköpfen die einzelnen Spritzdüsen nicht identisch sind, da also
beispielsweise innerhalb bestimmter Toleranzgrenzen die Größe und Geschwindigkeit
der abgespritzten Tropfen und/oder die Abspritzrichtung schwanken können, weist jede
von einer Spritzdüse erzeugte Musterreihe charakteristische Eigenschaften auf, die
von denen einer Musterreihe verschieden sind, die von einer anderen Spritzdüse erzeugt
wurde. Da alle Musterreihen eines Musterstreifens jedoch von ein und derselben Spritzdüse
erzeugt wurden, besitzen sie auch die entsprechende Charakteristik, die durch diese
Wiederholung verstärkt sichtbar ist.
[0006] Insbesondere machen sich Schwankungen der Größe der von den einzelnen Spritzdüsen
abgespritzten Tropfen als Schwankungen des Grauwertes z.B. bei gerasterten Halbtonmustern
störend bemerkbar.
[0007] Es ergibt sich insbesondere eine Streifung des Musters in Richtung der Musterreihen,
also bei einem in Umfangsrichtung auf einem Zylinder aufgetragenen Muster in dessen
Umfangsrichtung.
[0008] Besonders problematisch ist die Anschlußstelle zwischen den einzelnen Musterabschnitten,
da bei Spritzköpfen mit mehreren Spritzdüsen die Unterschiede der einzelnen Düsen
so sind, daß sie zwar von einer Abspritzdüse zur benachbarten nicht sehr stark sind,
sich aber vom einen Ende des Spritzkopfes zum anderen hin vergrößern. Somit ist also
typischerweise der Unterschied zwischen der ersten und der letzten Spritzdüse am größten.
Da nun im Anschlußbereich der Musterabschnitte der von der ersten Abspritzdüse erzeugte
Musterstreifen unmittelbar an einen von der letzten Abspritzdüse erzeugten Musterstreifen
anstößt, machen sich dort die Unterschiede besonders stark bemerkbar.
[0009] Diese Problematik wird besonders deutlich, wenn der Fall betrachtet wird, daß eine
Spritzdüse vollständig ausfällt und keinen Musterstreifen erzeugt. Bei einem typischen
Spritzdüsenabstand von ungefähr 1 mm weist das Muster dann in regelmäßigen Abständen
musterfreie Streifen auf, die mit 1 mm Breite deutlich auffallen.
[0010] Die beschriebene Problematik tritt nicht nur bei Spritzdüsen zum Aufbringen von Abdeckflüssigkeiten
oder dergleichen auf, sondern auch bei anderen Ausgabekanälen, die beispielsweise
mit Laserlicht arbeiten, um entweder eine photoempfindliche Schicht mustergemäß zu
belichten oder eine Lackschicht oder dergleichen mustergemäß durch Verdampfen oder
dergleichen zu entfernen.
[0011] Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein weiteres Verfahren
zum Aufbringen eines Musters auf eine Oberfläche eines Trägers bereitzustellen, mit
dem sich insbesondere Muster ohne sichtbare Fehler erzeugen lassen.
[0012] Diese Aufgabe wird durch das Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0013] Erfindungsgemäß ist also vorgesehen, daß die Ausgabekanäle und die Musterreihen in
deren Querrichtung relativ zueinander jeweils so verschoben werden, daß zumindest
mit einem Teil der Ausgabekanäle wahlweise Musterreihen aufgebracht werden können,
um ein vollständiges Muster zu erhalten, bei dem die einzelnen mit unterschiedlichen
Ausgabekanälen aufgebrachten Musterreihen wahlweise nebeneinanderliegend miteinander
vermischt sind.
[0014] Auf diese Weise läßt sich ein Muster reihenweise auf die Oberfläche eines Trägers
auftragen, ohne daß Musterreihen nebeneinander liegen, die alle mit demselben Ausgabekanal
erzeugt wurden. Somit lassen sich Musterstreifen verhindern, deren einzelne Musterreihen
die gleiche fehler- oder toleranzbedingte Abweichung gegenüber Musterreihen anderer
Ausgabekanäle aufweist. Selbst wenn beispielsweise ein Ausgabekanal infolge von fehler-
oder toleranzbedingten Abweichungen von seinen Solleigenschaften Musterreihen mit
verringertem Kontrast aufbringt, was beispielsweise bei Spritzdüsen durch ein Auftragen
einer Abdeckflüssigkeit mit verringerter Tropfengröße auftreten kann, so fällt dies
im Gesamtmuster praktisch nicht auf, da jeweils nur eine oder allenfalls wenige, also
z.B. zwei oder drei Musterreihen zwischen Musterreihen zu liegen kommen, die von anderen
Ausgabekanälen erzeugt wurden. Dabei werden für die rechts und links daneben liegenden
Musterreihen bevorzugt unterschiedliche Ausgabekanäle benutzt.
[0015] Auf diese Weise gehen eventuelle Abweichungen einzelner Musterreihen gegenüber ihren
Solleigenschaften oder gegenüber benachbarter Musterreihen völlig im Gesamtmuster
unter, da sie zumindest vom menschlichen Auge nicht mehr wahrgenommen werden können.
[0016] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren läßt sich also ein bei der Betrachtung fehlerfreies
Muster auf eine Oberfläche eines Trägers aufbringen, selbst wenn die einzelnen Ausgabekanäle
in ihren Eigenschaften fehler- oder toleranzbedingt voneinander abweichen. Selbst
wenn während des Aufbringens eines Musters ein Ausgabekanal vollständig ausfällt,
läßt sich immernoch ein brauchbares Muster erzeugen, da das Fehlen einzelner, typischerweise
etwa 0,1 - 0,03 mm breiter Musterreihen im vollständigen Muster praktisch nicht auffällt.
[0017] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Ausgabekanäle gemeinsam um einen Musterreihenabstand
oder ein Vielfaches davon verschoben werden, höchstens jedoch um den in Verschieberichtung
gemessenen Abstand zwischen dem ersten und dem letzten Ausgabekanal, wobei die Ausgabekanäle
jeweils gemeinsam um den gleichen Abstand verschoben werden. Hierbei lassen sich in
jeder Stellung der Ausgabekanäle relativ zum Träger jeweils beliebige Musterreihen
erzeugen. Es kann also aufgrund der gespeicherten Musterdaten, der Position eines
Ausgabekanals und der bereits erzeugten Musterreihen bestimmt werden, ob der betrachtete
Ausgabekanal in dieser Position eine Musterreihe erzeugen soll oder nicht. Auf das
Auftragen einer Musterreihe mit dem betrachteten Ausgabekanal wird verzichtet, wenn
die Musterreihe bereits in der gewünschten Form aufgebracht wurde oder wenn ein Steuerprogramm
für das Aufbringen der Muster entscheidet, daß die fragliche Musterreihe später von
einem anderen Ausgabekanal erzeugt wird.
[0018] Um eine möglichst einfache Steuerung der Ausgabekanäle zu erreichen und gleichzeitig
das Muster möglichst schnell aufzubringen, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der
Vorschub vorzugsweise gleich dem Produkt aus Musterreihenabstand und Anzahl der Ausgabekanäle
ist, wobei jeweils mit allen über der Musterfläche befindlichen Ausgabekanälen Musterreihen
aufgebracht werden.
[0019] Prinzipiell können die Musterreihen auf eine kreiszylindrische Oberfläche auch in
Zylinderlängsrichtung aufgebracht werden, während der zylindrische Träger feststeht
und jeweils nach dem Aufbringen eines Musterreihensatzes zur Erzeugung des Vorschubs
gedreht wird.
[0020] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß die
Musterreihen auf eine kreiszylindrische Oberfläche im wesentlichen in Umfangsrichtung
aufgebracht werden, wobei die in Zylinderlängsrichtung gegeneinander versetzt angeordneten
Ausgabekanäle gemeinsam in Zylinderlängsrichtung verschoben werden. Dabei ist es zweckmäßig,
wenn die Ausgabekanäle während des Aufbringens der Musterreihen festgehalten werden
und die Verschiebung der Ausgabekanäle jeweils nach dem Aufbringen einer oder einer
Gruppe von Musterreihen erfolgt, bevor die nächste oder die folgende Gruppe von Musterreihen
aufgebracht wird.
[0021] Auf diese Weise lassen sich die Musterreihen in Umfangsrichtung auf eine zylindrische
Oberfläche aufbringen. Da während des Aufbringens von Musterreihen die Ausgabekanäle
also festgehalten werden, während eine Musterausgabe beim Verschieben der Ausgabekanäle
quer zu den Musterreihen nicht erfolgt, läßt sich das Steuerprogramm bei dieser Ausgestaltung
der Erfindung besonders einfach gestalten.
[0022] Bei einer anderen Ausgestaltung der Erfindung werden die Ausgabekanäle während des
Aufbringens einer oder einer Gruppe von Musterreihen quer zu den Musterreihen kontinuierlich
um den vorgegebenen Abstand verschoben.
[0023] Hierdurch läßt sich das Muster schraubenlinienförmig auf die zylindrisch angeordnete
Oberfläche des Trägers aufbringen. Die zylindrische Oberfläche, auf die das Muster
aufzubringen ist, kann dabei beispielsweise wie im Falle von zylindrischen oder walzenförmigen
Druckformen sich vollständig um den Zylinder herum erstrecken, es ist aber auch denkbar,
daß ein ansich ebener aber flexibler Träger auf eine zylindrische Walze aufgespannt
wird, um ein Muster zu erzeugen.
[0024] Zweckmäßigerweise ist vorgesehen, daß das Muster durch Belichten einer photoempfindlichen
Schicht mittels Laserlicht aufgebracht wird. Es ist jedoch auch möglich, daß das Muster
durch punktuelles Entfernen einer auf dem Träger vorgesehenen Schicht mittels Laserlichts
aufgebracht wird.
[0025] Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich besonders zweckmäßig einsetzen, wenn das
Muster durch Aufspritzen einer Abdeckflüssigkeit mittels Spritzdüsen aufgebracht wird,
wobei eine lichtundurchlässige Abdeckflüssigkeit auf eine photoempfindliche Schicht
aufgespritzt wird.
[0026] Eine andere Ausgestaltung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß eine elektrisch
isolierende Abdeckflüssigkeit auf eine durchgehende leitende Oberfläche aufgespritzt
wird. Ferner ist es erfindungsgemäß möglich, daß der Träger ein Sieb ist, auf das
eine Abdeckflüssigkeit aufgespritzt wird, die nach dem Trocknen und/oder Aushärten
mechanisch und chemisch gegen Druckfarben widerstandsfähig ist.
[0027] Die Erfindung wird im folgenden beispielsweise anhand der Zeichnung näher erläutert.
In dieser zeigen:
Fig. 1 eine vereinfachte schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Auftragen eines
Muster auf eine zylindrische Oberfläche eines Trägers mit einem eine Vielzahl von
Ausgabekanälen aufweisenden Spritzkopf,
Fig. 2 eine vereinfachte schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Aufbringen eines
Musters auf die zylindrische Oberfläche eines Trägers mit einer mehrere Ausgabekanäle
aufweisenden Laser-Belichtungseinrichtung, und
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer zylindrischen Fläche eines Trägers mit darauf
angedeuteten Musterreihen und einem zugeordneten Ausgabekopf in verschiedenen Positionen
zum Auftragen der Musterreihen.
[0028] In den verschiedenen Figuren der Zeichnung sind einander entsprechende Bauteile mit
gleichen Bezugszeichen versehen.
[0029] Die in Figur 1 dargestellte Vorrichtung zum Aufbringen eines Musters auf die Oberfläche
eines als Träger vorgesehenen Zylinders 10 weist zwei Aufnahmekegel 11, 11' auf, zwischen
denen der Zylinder 10 eingespannt ist. Der in Figur 1 linke Aufnahmekegel 11 ist dabei
mit einem Hauptantrieb 12 verbunden, der in einem entsprechenden Gehäuse 13 angeordnet
ist, das in nicht näher dargestellter Weise Bedienungselemente für die Vorrichtung
an seiner Frontseite aufweist. Der andere Aufnahmekegel 11' ist auf einem Schlitten
14 angebracht, der in Zylinderlängsrichtung auf Schienen 15 feststellbar verschiebbar
ist, um unterschiedlich lange Zylinder 10 einspannen zu können.
[0030] Neben den Aufnahmekegeln 11, 11' ist parallel zu dem zwischen diesen angeordneten
Zylinder 10 eine Führungs- und Antriebsspindel 16, im folgenden kurz als Spindel bezeichnet,
für einen Tragschlitten 17 angeordnet, auf dem als Ausgabekopf ein Spritzkopf 18 mit
einer Vielzahl von als Ausgabekanäle D1, D2, ... Dn dienenden Spritzdüsen angeordnet
ist.
[0031] Um den Spritzkopf 18 in Zylinderlängsrichtung definiert mit hoher Genauigkeit verschieben
zu können, ist die Spindel 16 an ihrem einen Ende mit einem Spindelantrieb 19 verbunden,
während ihr anderes Ende über einen entsprechenden Lagerblock 20 an einem Maschinengestell
21 abgestützt ist.
[0032] Figur 2 zeigt eine andere Vorrichtung vom Aufbringen eines Musters auf eine Oberfläche
eines Zylinders 10, die sich von der nach Figur 1 im wesentlichen nur darin unterscheidet,
daß sie nicht mit einer Abdeckflüssigkeit sondern mit Laserlicht arbeitet. Dementsprechend
weist die Vorrichtung nach Figur 2 einen im Gehäuse 13 angeordneten Laser 22 auf,
der einen zur Längsrichtung der Spindel 16 parallelen Laserstrahl 23 zu einem Laser-Ausgabekopf
18' aussendet, der auf dem von der Spindel 16 getragenen Tragschlitten 17 angeordnet
ist. Der Laser-Ausgabekopf 18' weist in nicht näher dargestellter Weise eine Aufsplittoptik
zum Vervielfältigen des Laserstrahls 23 auf, der in mehrere voneinander unabhängige
Strahlen L1, ... Ln geschaltet werden kann. Die Aufsplittoptik umfaßt somit mehrere
parallele Ausgabekanäle, über die jeweils ein Laserstrahl L1, ... Ln zum Aufbringen
eines Musters auf die Oberfläche des Zylinders 10 auf diese gerichtet wird.
[0033] Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit der in Figur 1 dargestellten
Vorrichtung wird unter Bezugnahme auf die Figur 3 im folgenden näher erläutert, Der
Einfachheit halber ist der Spritzkopf 18 in Figur 3 nur mit vier als Ausgabekanäle
dienenden Spritzdüsen D1, D2, D3, D4 dargestellt.
[0034] Um ein Muster auf die Oberfläche des Zylinders 10, der beispielsweise ein Rohling
für eine Flexodruckform oder ein metallischer Hohlzylinder zum galvanischen Abscheiden
eines Siebs für eine Druckform sein kann, aufzubringen, wird durch die Düsen D1 bis
D4 eine lichtundurchlässige bzw. elektrisch isolierende Abdeckflüssigkeit entsprechend
dem Muster auf den Zylinder 10 aufgespritzt. Dabei wird der Zylinder 10 vom Hauptantrieb
mit einer genau definierten Geschwindigkeit um seine Längsachse gedreht.
[0035] Nachdem der Spritzkopf 18 in die Stellung a gebracht wurde, wird mit der Düse D1
die erste Musterreihe M1 aufgebracht. Das Aufspritzen der Abdeckflüssigkeit erfolgt
dabei entsprechend den einzelnen Musterpunkten der Musterreihe. Während des Aufbringens
der ersten Musterreihe M1 mit Hilfe der Düse D1 sind die anderen Düsen D2 bis D4 abgeschaltet.
[0036] Sobald die erste Musterreihe M1 aufgebracht wurde, wird der Spritzkopf 18 um den
Vorschub V aus der Position a in die Position b verschoben, in der die ersten beiden
Düsen D1 und D2 über der mit dem Muster zu versehenden Fläche liegen. Der Vorschub
V, also der Abstand zwischen den Stellungen a und b, um den der Spritzkopf 18 verschoben
wird, ist dabei gleich dem Produkt aus dem Abstand a
R zwischen den einzelnen Musterreihen Mi und der Anzahl n
K der Ausgabekanäle, also der Anzahl der Spritzdüsen im vorliegenden Fall. Für den
Vorschub gilt also die folgende Gleichung:

.
[0037] Dabei ist der Abstand zwischen den einzelnen Spritzdüsen D1 bis D4 vorzugsweise um
ein ganzzahliges Vielfaches einschließlich 1 des Musterreihenabstands a
R kleiner als der Vorschub, Diese Bedingung ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn
eine große Anzahl von z.B. fünfzig, hundert oder mehr Ausgabekanälen an einem Ausgabekopf
vorgesehen ist.
[0038] Bei geringerer Kanalanzahl und konstruktionsbedingt relativ großem Kanalabstand ist
jedoch der Vorschub deutlich kleiner als der Kanalabstand. Z.B. ergibt sich bei drei
Ausgabekanälen (n
K = 3) mit einem Kanalabstand von a
K = 2 mm und einem Musterreihenabstand von a
R = 25 µm ein Vorschub von

.
[0039] Im dargestellten Beispiel ist der Abstand a
K der Düsen voneinander in Zylinderlängsrichtung um einen Musterreihenabstand a
R kleiner als der Vorschub V. Somit werden also in der Stellung b des Spritzkopfes
18 die beiden Musterreihen M2 und M5 aufgebracht. Anschließend wird der Spritzkopf
18 in die Stellung c verschoben, in der die Musterreihen M9, M6 und M3 von den Spritzdüsen
D1, D2 bzw. D3 erzeugt werden, während die Spritzdüse D4 noch abgeschaltet ist. In
der Position d werden dann die Musterreihen M13, M10, M7 bzw. M4 mittels der Düsen
D1, D2, D3 bzw. D4 aufgebracht.
[0040] Die in Figur 3 durchgezogenen Linien stellen also fertig aufgebrachte Musterreihen
dar und veranschaulichen die Situation nach dem Aufbringen der Musterreihen Mi in
der Stellung e des Spritzkopfes 18 und vor dem Verschieben in die nächste Stellung.
In der folgenden Stellung werden dann die Linien M12, M15, M18 und M21 erzeugt. Man
erkennt also, daß die einzelnen Musterreihen Mi jeweils zwischen zwei Musterreihen
M(i-1), M(i+1) liegen, die von anderen Spritzdüsen Di erzeugt wurden.
[0041] Bei dem beschriebenen Aufbringen der einzelnen Musterreihen Mi wurde davon ausgegangen,
daß der Spritzkopf 18 während des Aufbringens der Musterreihen in Axialrichtung des
Zylinders 10 festgehalten wird und daß während seiner Verschiebung in Axialrichtung
in die jeweils nächste Stellung kein Auftrag einer Abdeckflüssigkeit erfolgt. Die
Musterreihen Mi stellen dabei Umfangslinien des Zylinders 10 dar, die sich, wenn sich
die mit dem Muster zu versehende Fläche vollständig um den Zylinder 10 herum erstreckt,
ebenfalls in sich geschlossen sind.
[0042] Es ist aber auch möglich, während des Aufspritzens der Abdeckflüssigkeit den Spritzkopf
18 so zu verschieben, daß er jeweils bei einer Umdrehung des Zylinders 10 den erforderlichen
Vorschub

ausführt. In diesem Fall ergeben die Musterreihen Mi eine Vielzahl von nebeneinander
liegenden Schraubenlinien.
[0043] Diese Vorgehensweisen lassen sich nicht nur für das Aufbringen eines Musters auf
einen Zylinder sondern auch auf einen ebenen Träger benutzen.
[0044] Bei einem ebenen Träger, bei dem beispielsweise die Ausgabekanäle in x-Richtung nebeneinander
angeordnet sind, während die einzelnen Musterreihen in y-Richtung aufgebracht werden,
lassen sich die Ausgabekanäle in y-Richtung über den ebenen Träger verschieben, während
ihre Position in x-Richtung beibehalten wird. Sobald das in y-Richtung gesehene eine
Ende des Musters erreicht ist, werden die Ausgabekanäle dann in der vom Steuerprogramm
vorgegebenen Weise vorzugsweise in x-Richtung verschoben, um dann bei der Verschiebung
zurück zur Ausgangsseite die nächsten Musterreihen zu erzeugen. Hierdurch läßt sich
das Muster besonders schnell auftragen, da der Gesamtverschiebeweg für die Ausgabekanäle
kaum größer als die Gesamtlänge der von einem Ausgabekanal aufzubringenden Musterreihen
ist.
[0045] Die beschriebene Funktionsweise des erfindungsgemäßen Verfahrens ist beim Aufbringen
eines Musters auf einen Träger immer die gleiche unabhängig davon, ob mit einer Abdeckflüssigkeit,
mit Laserlicht zum Belichten oder Entfernen von Schichten oder mit anderen eine Oberfläche
in geeigneter Weise strukturierenden Mitteln gearbeitet wird.
[0046] Die anhand von Figur 3 erläuterten Beziehungen zwischen Vorschub V, Musterreihenabstand
a
R, Abstand a
K der Spritzdusen Di, also der Ausgabekanäle, und der Kanalanzahl n
K ist als bevorzugtes Beispiel dargestellt, jedoch nicht zwingend erforderlich.
[0047] Aufgrund der mit den zur Verfügung stehenden Ausgabekanälen erreichbaren Musterpunktgröße
wird für ein bestimmtes Muster unter Berücksichtigung der Qualität und der angestrebten
Ausgabeleistung eine sinnvolle Auflösung und ein sinnvoller Musterreihenabstand festgelegt.
Dabei ist jedoch zu beachten, daß zwischen der Anzahl n
K der Ausgabekanäle und dem Musterreihenabstand a
R ein bestimmtes Verhältnis eingehalten werden muß, um das erfindungsgemäße Verfahren
einsetzen zu können. Da bei einem bestimmten Ausgabekopf im allgemeinen der Abstand
a
K zwischen den einzelnen Ausgabekanälen quer zu den Musterreihen Mi eine unveränderbare
Größe ist, lassen sich nur der Musterreihenabstand a
R und die Anzahl n
K der genutzten Ausgabekanäle variieren. Die möglichen Musterreihenabstände a
R ergeben sich dabei als Quotienten aus Kanalabstand a
K und ganzer Zahl, es gilt also

, wobei n eine ganze Zahl ist. Vorzugsweise erfüllt n dabei die Bedingung

, wobei m ebenfalls eine ganze Zahl ist.
[0048] Unter Einhaltung der genannten Bedingungen kann also bei einem vorgegebenen Kanalabstand
a
K der Musterreihenabstand a
R, also die Auflösung 1/a
R des Musters in Richtung quer zu den Musterreihen, und die Anzahl der aktiven Ausgabekanäle
n
K variiert werden, um optimal an das gewünschte Muster angepaßt zu werden.
[0049] Läßt sich jedoch der Kanalabstand a
K variieren, so kann der Musterreihenabstand a
R den jeweiligen Erfordernissen entsprechend fest vorgegeben werden. Wobei der Kanalabstand
a
K dann ein ganzzahliges Vielfaches des Musterreihenabstands ist.
1. Verfahren zum Aufbringen eines Musters auf eine Oberfläche eines Trägers (10), bei
dem mit wenigstens zwei Ausgabekanälen (D1, D2, ...) zueinander parallele Musterreihen
(M1, M2, ...) aufgebracht werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgabekanäle (D1, D2, ...) und die Musterreihen (M1, M2, ...) in deren Querrichtung
relativ zueinander jeweils so verschoben werden, daß zumindest mit einem Teil der
Ausgabekanäle (D1, D2, ...) wahlweise Musterreihen (M1, M2, ...) aufgebracht werden
können, um ein vollständiges Muster zu erhalten, bei dem die einzelnen mit unterschiedlichen
Ausgabekanälen (D1, D2, ...) aufgebrachten Musterreihen (M1, M2, ...) wahlweise nebeneinanderliegend
miteinander vermischt sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgabekanäle (D1, D2, ...) gemeinsam um einen Musterreihenabstand (aR) oder ein Vielfaches davon verschoben werden, höchstens jedoch um den in Verschieberichtung
gemessenen Abstand zwischen dem ersten und dem letzten Ausgabekanal (D1 bzw. Dn).
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgabekanäle (D1, D2, ...) jeweils gemeinsam um den gleichen Abstand (Vorschub
V) verschoben werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorschub (V) vorzugsweise gleich dem Produkt aus Musterreihenabstand (aR) und Anzahl (nK) der Ausgabekanäle (D1, D2, ...) ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils mit allen über der Musterfläche befindlichen Ausgabekanälen (D1, D2,
...) Musterreihen (M1, M2, ...) aufgebracht werden.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Musterreihen (M1, M2, ...) auf eine kreiszylindrische Oberfläche im wesentlichen
in Umfangsrichtung aufgebracht werden, wobei die in Zylinderlängsrichtung gegeneinander
versetzt angeordneten Ausgabekanäle (D1, D2, ...) gemeinsam in Zylinderlängsrichtung
verschoben werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgabekanäle (D1, D2, ...) während des Aufbringens der Musterreihen (M1,
M2, ...) festgehalten werden und die Verschiebung der Ausgabekanäle (D1, D2, ...)
jeweils nach dem Aufbringen einer oder einer Gruppe von Musterreihen (M1, M2, ...)
erfolgt, bevor die nächste oder die folgende Gruppe von Musterreihen (M1, M2, ...)
aufgebracht wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgabekanäle (D1, D2, ...) während des Aufbringens einer oder einer Gruppe
von Musterreihen (M1, M2, ...) kontinuierlich um den vorgegebenen Abstand (Vorschub
V) verschoben werden.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Muster durch Belichten einer photoempfindlichen Schicht mittels Laserlicht
aufgebracht wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Muster durch punktuelles Entfernen einer auf dem Träger (10) vorgesehenen
Schicht mittels Laserlichts aufgebracht wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Muster durch Aufspritzen einer Abdeckflüssigkeit mittels Spritzdüsen (D1,
D2, ...) aufgebracht wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine lichtundurchlässige Abdeckflüssigkeit auf eine photoempfindliche Schicht
aufgespritzt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine elektrisch isolierende Abdeckflüssigkeit auf eine durchgehende leitende
Oberfläche aufgespritzt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (10) ein Sieb ist, auf das eine Abdeckflüssigkeit aufgespritzt wird,
die nach dem Trocknen und/oder Aushärten mechanisch und chemisch gegen Druckfarben
widerstandsfähig ist.