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EP 0 950 870 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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03.12.2003 Patentblatt 2003/49 |
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Anmeldetag: 13.04.1999 |
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Kombinationsgefechtskopf
Combination type warhead
Charge militaire à effet multiple
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB GR IT SE |
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Priorität: |
18.04.1998 DE 19817266
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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20.10.1999 Patentblatt 1999/42 |
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Patentinhaber: TDW Gesellschaft für verteidigungstechnische Wirksysteme mbH |
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86529 Schrobenhausen (DE) |
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Erfinder: |
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- Muthig, Helmut, Dr.
85276 Pfaffenhofen (DE)
- Arnold, Werner, Dr.
85051 Ingolstadt (DE)
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Vertreter: Hummel, Adam et al |
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EADS Deutschland GmbH,
LG-PM - Patente 81663 München 81663 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 553 315 FR-A- 1 074 991 FR-A- 2 341 124 GB-A- 191 128 030 US-A- 4 463 678
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DE-A- 3 912 123 FR-A- 2 310 547 FR-A- 2 406 798 US-A- 3 855 933
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Kombinationsgefechtskopf gemäß Anspruch 1.
[0002] In der Anwendung als Wirksysteme für Lenkflugkörper, Submunitions- oder sonstige
Gefechtsköpfe befinden sich heute in der Mehrzahl spezielle, auf den jeweiligen Anwendungsfall
optimierte Gefechtsköpfe. Dies sind zum Beispiel bei der Panzerabwehr, bei der eine
hohe Durchschlagsleistung gegenüber Panzerstahl (eventuell mit zusätzlicher reaktiver
Panzerung) erforderlich ist, die bekannten Hohlladungssysteme (kurz: HL-Systeme).
[0003] Für einen größeren Bekämpfungsabstand, d.h. bei einem Vorbeiflug des Gefechtskopfes
am Ziel, werden z. B. im Einsatz als Suchzündermunition eher projektilbildende Ladungen
(kurz: P-Ladungssysteme) mit geringeren Durchschlagsleistungen als bei Hohlladungen,
aber einer Wirkung aus größerem Abstand, verwendet. Auch Zwischenformen zwischen HL-Systemen
und P-Ladungssystemen sind bekannt (z.B. "Hemispheres").
[0004] Zusätzlich zu diesen axial gerichteten Ladungstypen kommen radial wirkende Splitterladungen
zum Einsatz. In der Flugzielbekämpfung sind dies in der Regel Druck/Splitter-Ladungen.
Zur Bekämpfung räumlich verteilter halbharter Ziele (z.B. Radarstellungen, LKW etc.)
werden neben der reinen Splitterladung auch Kombinationen mit den HL- oder P-Ladungs-Systemen
als sogenannte Mehrzweckgefechtsköpfe eingesetzt. Dabei wird die Bekämpfung der harten
Panzerungen von der Hohl- oder projektilbildenden Ladung gewährleistet und die gleichzeitige
Bekämpfung umliegender halbharter Ziele durch den zusätzlich aufgebrachten Splittermantel
vollzogen. Beide Wirkmechanismen werden bei dieser Art von Mehrzweck-Systemen gemeinsam
und gleichzeitig gezündet. Die Wirkung tritt gleichzeitig ein. Die Anwendung nur einer
der beiden Wirkungsarten (Splitter oder Hohlladung) ist nicht vorgesehen.
[0005] Für die Bekämpfung einer weiteren Zielklasse, den harten Betonzielen wie Bunker,
Flugzeugshelter, Startbahnen etc. sowie von anderen Zielen, bei denen die Hauptwirkung
der Sprengladung erst nach dem Durchdringen einer ersten harten Schicht erzielt werden
soll, wie z.B. bei Schiffen, Kampfhubschraubern oder bei der Bekämpfung aller oben
angegebenen Ziele "in Deckung", d.h. hinter Mauern oder innerhalb von Gebäuden eigenen
sich die Penetrator- Gefechtsköpfe. Dies sind mit Sprengstoff gefüllte und durch hohe
Durchdringungsleistung ausgezeichnete Metallkörper, die erst nach dem Ein- oder Durchdringen
der ersten harten Schicht gezündet werden und dann ihre Druck- oder Splitterwirkung
entfalten.
[0006] Aus der DE 38 00 975 A1 ist ein Panzergeschoß bekannt geworden, in dem eine Hohlladung
angeordnet ist. Nach dem Durchschlagen einer ersten harten Schicht leitet der Zünder
die Detonation der in Flugrichtung orientierten Hohlladung ein. Ein Hinweis auf weitere
Wirkungsmöglichkeiten ist nicht angegeben.
[0007] Bei neuen Flugkörperprogrammen wir zunehmend mehr als nur die Bekämpfung nur einer
der oben genannten Zielklassen gefordert. Die dementsprechenden Wirksysteme sollen
gegen eine Mischung verschiedenster Ziele gleichzeitig wirksam sein. Sie sollen ein
breites Spektrum der möglichen Anwendungsfälle abdecken. Dagegen soll die Typenvielfalt
aus logistischen und Kostengründen gering sein. Diese Forderung ist mit den bekannten
speziell optimierten Wirksystemen nicht zu erfüllen.
[0008] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, ein Wirksystem zu entwerfen, das die Nachteile
der bekannten Systeme vermeidet und das bezüglich der Wirkung und des Zündzeitpunktes
zielangepaßt einstellbar ist.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Die besonderen Vorteile der Erfindung liegen darin, daß das Kombinationswirksystem
universell für alle geforderten Betriebsarten gleichzeitig ausgelegt ist. Die Besonderheit
in der Anwendung wird durch den unterschiedlichen Einsatz der verschiedenen Zündsystemkomponenten
bewerkstelligt. Im ersten Fall erfolgt die Zündung durch einen Abstandszünder im optimalen
Abstand, im zweiten Fall durch ein intelligentes Penetrator-Zündsystem.
[0011] Anhand der Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt das Prinzip eines Kombinationsgefechtskopfs,
Fig.2 zeigt die passive Detonationswellenlenkung zur Optimierung der Hohlladungsleistung,
Fig.3 zeigt die Zündortanpassung zur Optimierung der Hohlladungsleistung,
Fig.4 zeigt die Aufteilung des Gesamtgefechtskopfes in verschiedene Kompartments mit
eigener Zündung,
Fig. 5 zeigt die Anpassung der Hohlladungsauskleidung zur Optimierung der Hohlladungsleistung,
Fig. 6 zeigt die Ausprägung der Auskleidung allgemein als Hohlladung, EFP-Ladung oder
Zwischenform davon,
Fig.7 zeigt die Anpassung der Penetratorspitze zur Optimierung der Hohlladungsleistung,
Fig. 8 zeigt die Vor-Hohlladung zum Öffnen der Penetratorspitze,
Fig.9 zeigt die absprengbare Penetratorspitze bei Verwendung als Hohlladung,
Fig. 10 zeigt den mit einem inkompressiblen Medium gefüllten Hohlraum zur Erhöhung
der Festigkeit des Penetrators,
Fig. 11 zeigt eine geprägte Penetratorhülle zur Optimierung der Splitterbildung,
Fig. 12 zeigt in Form und Größe optimierbare, innenliegende, vorgeformte Splitter
und
Fig. 13 zeigt einen additiven Splittermantel aus vorgeformten Splittern, der optional
absprengbar ist.
[0012] Der prinzipielle Aufbau des erfindungsgemäßen Kombinationsgefechtskopfs ist in Fig.
1 dargestellt. Ein herkömmlicher Penetrator 1 mit optimierter Spitze und optimiertem
Längenzu Durchmesserverhältnis (L/D) ist nicht komplett mit Sprengstoff 2 gefüllt,
sondern enthält an seiner Spitze einen zusätzlichen Hohlraum 3, der geeignet ist,
die Ausbildung eines Hohlladungsstachels zu gewährleisten. Dazu ist dieser Raum 3
gegen den dahinterliegenden Sprengstoff 2 mit einer Hohlladungsauskleidung 4 abgetrennt.
Die schockfeste Ausführung dieser Auskleidung sowie deren Abstützung an der Penetratorhülle
5 und die Sprengstoffverdämmung sind konstruktiv auf den Gefechtskopf abgestimmt.
[0013] Die Sicherungsvorrichtung 6 enthält die Zündstufe für die Sprengladung 2 sowie als
erste pyrotechnische Elemente der Zündkette den Detonator und ggf. Übertrager- oder
Verstärkerladungen.
[0014] Ausgelöst wird der Kombinationsgefechtskopf wie folgt :
[0015] In der Hohlladungsbetriebsart bei der Bekämpfung von gepanzerten Zielen wird im geeigneten
Abstand ("Stand off") durch den Abstandszünder der Gefechtskopf gezündet. Es bildet
sich ein Hohlladungsstachel aus, der erst noch die Penetratorspitze durchdringen muß.
Dann kann er ungehindert auf das Ziel einwirken und seine hohe Durchschlagsleistung
in Panzerstahl abliefern.
[0016] In der Penetratorbetriebsart bei der Bekämpfung von harten Schichtzielen wird nicht
im Abstand gezündet, sondern erst die Penetration zumindest der ersten harten Schicht
abgewartet, bevor ein (ggf. intelligenter) Penetratorzünder (ebenfalls in der Sicherungsvorrichtung
untergebracht) den geeigneten Zündzeitpunkt berechnet und den Gefechtskopf auslöst.
Er kann als Nebeneffekt immer noch eine nach vorne gerichtete Hohlladungswirkung aufweisen,
die aufgrund möglicher schockbedingter Verformungen der Auskleidung gegenüber einem
nichtpenetrierenden, reinen Hohlladungs-Gefechtskopf eingeschränkt sein kann. Die
Hauptwirkung wird in diesem Fall aber durch Druck- und Splittereffekte der Penetratorhülle
erreicht.
[0017] Neben diesem in Fig. 1 gezeigtem Grundprinzip sind in Fig.2 bis Fig. 13 mögliche
Ausgestaltungen dieses Konzepts dargestellt, die eine Realisierung erleichtern bzw.
je nach Zielanforderung die Optimierung von Hohlladungs- oder Penetratorleistung ermöglichen.
Sie sind insofern als exemplarisch zu sehen, als auch andere Kombinationen der verschiedenen
konstruktiven Maßnahmen, als die gerade zeichnerisch dargestellten, eine sinnvolle
Gefechtskopfauslegung ergeben.
[0018] In Fig.2 ist die Möglichkeit einer passiven Detonationswellenlenkung 7 für die Ausbildung
eines optimalen Hohlladungsstachels dargestellt. Solche Maßnahmen können wichtig sein,
weil einerseits für den Penetrator 1 ein großes Länge/Durchmesserverhältnis (L/D)
von ca. 4...8 günstig ist, andererseits für die reine Hohlladung ein L/D von ca. 1
das Optimum darstellt. Die passive Detonationswellenlenkung 7 kann diese gegenläufigen
Forderungen in bestimmten Grenzen ausgleichen. Wenn diese passive Maßnahme nicht ausreicht,
kann durch die Wahl eines oder mehrerer näher an der Auskleidung liegenden Detonationsortes,
z.B. mit zusätzlichem Detonator 8, für die Betriebsart "Hohlladung" deren Leistung
im Sinne einer "aktiven Detonationswellenlenkung" erhöht werden; siehe Fig.3.
[0019] Fig.4 zeigt eine weitere Maßnahme zur Verbesserung der HL-Leistung. Der Gefechtskopf
ist in unterschiedliche Kompartments 9 und 10 aufgeteilt, die je nach Betriebsart
unterschiedlich gezündet werden.
[0020] In Fig.5 ist exemplarisch dargestellt, daß die Hohlladungsauskleidung 4 auf die spezielle
Anwendung im Kombinationsgefechtskopf gegenüber einer reinen, nicht penetrierenden
Hohlladung hinsichtlich Position, Material, Wandstärke, Öffnungswinkel etc. optimiert
ist. Sie berücksichtigt auch die besondere L/D-Situation im Kombinationsgefechtskopf
sowie die stärkere Verdämmung der Ladung durch die Penetratorhülle 5.
[0021] Grundsätzlich kann eine hohe Durchschlagsleistung gegen Panzerstahl nicht nur durch
eine Hohlladung, sondern in abgeschwächter Form auch durch EFP-Ladungen oder durch
Zwischenformen zwischen beiden Ladungstypen erreicht werden. In Fig.6 ist exemplarisch
die Auskleidung 11 einer EFP-Ladung aufgezeigt.
[0022] Ein Haupthindernis für die Ausbildung eines stabilen Hohlladungsstachels stellt die
Penetratorspitze selbst dar. Durch geeignete Maßnahmen ist einerseits die Durchdringung
durch den HL-Stachel zu erleichtern, andererseits muß die mechanische Stabilität der
Spitze zur Erzielung der Penetrationsleistung gewährleistet sein. Fig.7 zeigt eine
zur Lösung dieses Problems geeignete Ausbildung der Pentratorspitze, die eine innere
Aushöhlung 12 in der Spitze aufweist.
[0023] Wenn die Maßnahme gem. Fig. 7 nicht ausreicht, um eine Beeinträchtigung des Hohlladungsstachels
durch die Penetratorspitze hinreichend gering zu halten, kann durch eine weitere Maßnahme,
wie z.B. das Zünden einer Vor-Hohlladung 13, kurz vor Zielerreichung eine Öffnung
in die Penetratorspitze gesprengt werden. Diese Ladung räumt auch andere vor dem Penetrator
angeordnete Komponenten des Lenkflugkörpers, wie z.B. die Suchkopfelektronik, aus
dem Weg und sichert die Ausbildung eines ungestörten HL-Stachels. In Fig.8 ist diese
Möglichkeit aufgezeigt.
[0024] In Fig. 9 ist eine Weiterbildung der Erfindung mit einer abtrennbaren Penetratorspitze
gezeigt, wobei die Abtrennmittel 14 prinzipiell vor der Zielannäherung wirksam werden,
um mit dem Gefechtskopf eine ungehinderte Hohlladungswirkung zu erzielen.
[0025] Fig. 10 stellt eine Möglichkeit dar, die Stabilität des Penetrators zu erhöhen, indem
der Hohlraum 3 vor der Hohlladungsauskleidung mit einem inkompressiblen Medium 15
ausgefüllt ist. Bei der Betriebsart "Penetrator" verleiht dieses Material dem Penetrator
erhöhte Festigkeit, in der Betriebsart "Hohlladung" kann es abgelassen werden oder
mit dem Abtrennen der Penetratorspitze entfernt werden. Dieses Medium kann bei geeigneter
Ausgestaltung u.U. auch noch eine Sekundärwirkung wie z.B. Brand o.ä. verursachen.
[0026] Zur Steigerung der Splitterwirkung kann eine vorbehandelte Penetratorhülle 16 verwendet
sein, die vorgeprägt oder anderweitig derart vorbehandelt ist, daß die natürlichen
Splitter der Hülle vordefinierte Geometrien aufweisen. Dies ist in Fig. 11 dargestellt.
Auch hier ist eine Anpassung des Optimums hinsichtlich Penetratorleistung (glatte
Hülle) oder Splitterleistung (geprägte Hülle) möglich.
[0027] Fig. 12 zeigt, daß in dem erfindungsgemäßen Gefechtskopf auch innenliegende, vorgeformte
Splitter 17 verwendet werden können, um die Splitterwirkung zu optimieren. Die bewußt
unterbrochen gezeichneten Splitterreihen sollen symbolisieren, daß auch "Muster" zwischen
vorgeformten und natürlichen Hüllen-Splittern zur Optimierung der Wirkung im Ziel
verwendet werden können.
[0028] In Fig. 13 ist ein außenliegender Splittermantel 18 dargestellt, der die Splitterwirkung
bei der Abstandszündung erhöht, aber auch vor der Detonation der Ladung durch ein
Abtrennmittel 19 abgetrennt werden kann, wenn dies zur Vermeidung von Kollateralschäden
notwendig sein sollte.
[0029] Es sei betont, daß auch alle anderen Kombinationen der voranstehend beschriebenen
Maßnahmen als die gezeichneten möglich sind (z.B. abtrennbare Penetratorspitze mit
außenliegendem Splittermantel o.ä.)
1. Kombinationsgefechtskopf, der als Penetrator (1) ausgebildet und mit Sprengstoff (2)
gefüllt ist und eine Sicherungsvorrichtung (6) mit Penetratorzünder aufweist und bei
dem in dem Penetrator (1) zusätzlich zum Sprengstoff (2) ein mit einer Hohlladungsauskleidung
(4) abgetrennter Hohlraum ausgebildet ist, wobei entweder im geeigneten Abstand zum
Ziel der Gefechtskopf durch einen Abstandszünder gezündet wird oder bei der Bekämpfung
von harten Schichtzielen nach der Durchdringung (Penetration) zumindest der ersten
harten Schicht ein Penetratorzünder den Gefechtskopf auslöst.
2. Kombinationsgefechtskopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Sprengstoff (2) eine passive Detonationswellenlenkung (7) integriert ist.
3. Kombinationsgefechtskopf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Sprengstoff (29), beabstandet zur Sicherungsvorrichtung (6) und näher als
diese zur Hohlladungsauskleidung (4) positioniert, ein zusätzlicher Detonator (8)
zur aktiven Detonationswellenlenkung integriert ist.
4. Kombinationsgefechtskopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sprengstoff (2) in zwei hintereinander angeordneten Kompartments (9 und 10),
die je eine separate Zündung aufweisen, gefüllt ist.
5. Kombinationsgefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlladungsauskleidung (4) hinsichtlich Position, Material, Wandstärke und Öffnungswinkel
an die besondere L/D- und Verdämmungssituation des Kombinationsgefechtskopfes angepaßt
ist.
6. Kombinationsgefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erreichung eines ausreichenden Durchschlages in Panzerstahl statt einer reinen
Hohlladung auch eine EFP-Ladung oder Zwischenformen zwischen beiden Ladungstypen Anwendung
finden.
7. Kombinationsgefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Penetratorspitze eine innere Aushöhlung (12) aufweist.
8. Kombinationsgefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Gefechtskopf eine Vorhohlladung (13) aufweist, wodurch eine Öffnung in die Penetratorspitze
gesprengt werden kann und weitere Komponenten vor dem Penetrator entfernt werden.
9. Kombinationsgefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Penetrator (1) Abtrennmittel (14) aufweist, mit denen die Penetratorspitze während
der Zielannäherung abtrennbar ist.
10. Kombinationsgefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlraum (3) mit einem inkompressiblen Medium (15) gefüllt ist, das bei einer
Verwendung des Gefechtskopfes als Hohlladung vor der Zielannäherung abgelassen oder
mit der Penetratorspitze entfernt wird.
11. Kombinationsgefechtskopf nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das freigesetzte inkompressible Medium Sekundärwirkungen wie z.B. Brand bewirkt.
12. Kombinationsgefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Penetratorhülle (5) zur Erzeugung einer definierten Splitterwirkung vorgeprägt
oder anderweitig vorbehandelt ist.
13. Kombinationsgefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Gefechtskopf innenliegende, vorgeformte Splitter (17) aufweist.
14. Kombinationsgefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Gefechtskopf einen außenliegenden Splittermantel (18) aufweist.
15. Kombinationsgefechtskopf nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der außenliegende Splittermantel (18) durch eine Abtrennmittel (19) vor Zielerreichung
entfernt werden kann.
1. A combination warhead which is in the form of a penetrator (1), is filled with explosive
(2) and has a safety device (6) with a penetrator igniter, and in which a cavity separated
by a shaped charge lining (4) is formed in the penetrator (1 ) additionally to the
explosive (2), either the warhead being ignited at a suitable distance from the target
by a proximity fuse or, when combating hard laminated targets, a penetrator igniter
triggering the warhead after penetration of the least the first hard layer.
2. A combination warhead according to Claim 1, characterised in that a passive detonation wave guidance element (7) is integrated in the explosive (2).
3. A combination warhead according to Claim 1 or 2, characterised in that an additional detonator (8), spaced away from the safety device (6) and closer than
the latter to the shaped charge lining (4), is integrated in the explosive (2) for
active detonation wave guidance.
4. A combination warhead according to Claim 1, characterised in that the explosive (2) is located in two compartments (9 and 10) arranged one behind the
other, each of which has separate ignition.
5. A combination warhead according to any one of claims 1 to 4, characterised in that the shaped charge lining (4) is adapted with regard to position, material, wall thickness
and aperture angle to the particular length/diameter ratio and the damming situation
of the combination warhead.
6. A combination warhead according to any one of claims 1 to 5, characterised in that to achieve adequate penetration of steel armour, instead of a pure shaped charge,
an EFP charge, or intermediate forms between these two charge types, is/are used.
7. A combination warhead according to any one of claims 1 to 6, characterised in that the penetrator tip has an internal hollow section (12).
8. A combination warhead according to any one of claims 1 to 7, characterised in that the warhead has a shaped pre-charge (13) whereby an opening can be blasted in the
penetrator tip and further components ahead of the penetrator can be removed.
9. A combination warhead according to any one of claims 1 to 8, characterised in that the penetrator (1) has separation means (14) whereby the penetrator tip can be separated
during the approach to the target.
10. A combination warhead according to any one of claims 1 to 9, characterised in that the cavity (3) is filled with an incompressible medium (15) which, when the warhead
is used as a shaped charge, is discarded before the approach to the target or is removed
with the penetrator tip.
11. A combination warhead according to Claim 10, characterised in that the released incompressible medium causes secondary effects, e.g. fire.
12. A combination warhead according to any one of claims 1 to 11, characterised in that the penetrator casing (5) is pre-embossed or otherwise pre-treated to produce a defined
fragmentation effect.
13. A combination warhead according to any one of claims 1 to 12, characterised in that the warhead has internal, pre-formed fragments (17).
14. A combination warhead according to any one of claims 1 to 13, characterised in that the warhead has an external fragmentation jacket (18).
15. A combination warhead according to Claim 14, characterised in that the external fragmentation jacket (18) can be removed by separation means (19) before
the target is reached.
1. Tête de combat à effet multiple configurée comme un pénétrateur (1) et remplie d'explosif
(2) et présentant un dispositif de sécurité (6) avec détonateur du pénétrateur et
dans laquelle est formé, dans le pénétrateur (1) en plus de l'explosif (2), un espace
en creux séparé, avec revêtement de charge creuse (4), soit la détonation s'effectuant
à distance appropriée de la cible de la tête de combat par un détonateur à distance,
soit un détonateur du pénêtrateur déclenchant la tête de combat lors du combat contre
des cibles à couches dures après la perforation (pénétration) d'au moins la première
couche dure.
2. Tête de combat à effet multiple selon la revendication 1,
caractérisée en ce qu'
un pilotage passif des ondes de détonation (7) est intégré à l'explosif (2).
3. Tête de combat à effet multiple selon la revendication 1 ou 2,
caractérisée en ce qu'
un détonateur supplémentaire (8) de pilotage actif des ondes de détonation est intégré
à l'explosif (29), à distance du dispositif de sécurité (6) et positionné plus près
que celui-ci du revêtement de charge creuse (4).
4. Tête de combat à effet multiple selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
l'explosif (2) est placé dans deux compartiments (9 et 10) agencés l'un derrière l'autre,
qui présentent chacun une détonation séparée.
5. Tête de combat à effet multiple selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisée en ce que
le revêtement de charge creuse (4) est adapté, sur le plan de la position, du matériau,
de l'épaisseur de paroi et de l'angle d'ouverture, à la situation particulière du
rapport L/D et du barrage de la tête de combat à effet multiple.
6. Tête de combat à effet multiple selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisée en ce que
pour réaliser une perforation suffisante de l'acier du char, on utilise au lieu d'une
charge creuse pure, également une charge EFP ou des formes intermédiaires entre les
deux types de charge.
7. Tête de combat à effet multiple selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisée en ce que
la pointe du pénétrateur présente un creux (12) intérieur.
8. Tête de combat à effet multiple selon l'une quelconque des revendications 1 à 7,
caractérisée en ce que
la tête de combat présente une charge creuse préalable (13), par laquelle une ouverture
dans la pointe du pénétrateur peut être ouverte par explosion et d'autres composants
avant le pénétrateur sont éliminés.
9. Tête de combat à effet multiple selon l'une quelconque des revendications 1 à 8,
caractérisée en ce que
le pénétrateur (1) présente un moyen de séparation (14), avec lequel la pointe du
pénétrateur peut être séparée pendant l'approche de la cible.
10. Tête de combat à effet multiple selon l'une quelconque des revendications 1 à 9,
caractérisée en ce que
l'espace en creux (3) est rempli d'un milieu incompressible (15) qui peut être évacué
en cas d'utilisation de la tête de combat comme charge creuse avant l'approche de
la cible ou qui peut être éliminée avec la pointe du pénétrateur.
11. Tête de combat à effet multiple selon la revendication 10,
caractérisée en ce que
le milieu incompressible libéré provoque des effets secondaires, comme par exemple
un incendie.
12. Tête de combat à effet multiple selon l'une quelconque des revendications 1 à 11,
caractérisée en ce que
l'enveloppe du pénétrateur (5) est préalablement traitée, matricée ou autre, pour
la production d'un effet de fragmentation défini.
13. Tête de combat à effet multiple selon l'une quelconque des revendications 1 à 12,
caractérisée en ce que
la tête de combat présente des fragments (17) intérieurs préformés.
14. Tête de combat à effet multiple selon l'une quelconque des revendications 1 à 13,
caractérisée en ce que
la tête de combat présente un manchon à fragmentation (18) extérieur.
15. Tête de combat à effet multiple selon la revendication 14,
caractérisée en ce que
le manchon à fragmentation (18) extérieur peut être séparé par un moyen de séparation
(19) avant l'atteinte de la cible.