[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von verpreβten Wärmedämmformkörpern.
[0002] Da Wärmedämmformkörper auf der Basis von verpreßtem mikroporöse Dämmaterial eine
geringe Festigkeit aufweisen und sich bei mechanischen Beanspruchungen oder der gewöhnlich
einseitigen. Hitzeeinwirkung verbiegen und dabei auch leicht zerbröseln, werden sie
zumindest auf einer Seite mit einer Schutzschicht versehen. Besonders empfindlich
sind derartige Wärmedämmkörper an den Rändern.
[0003] Aus der EP-A-00 59 860 oder der DE-A- 195 06 411 ist es bekannt, derartige Wärmedämmkörper
aus mikroporösen bzw. hochdispersen Keramik-Wärmedämmstoffen ein- oder beidseitig
mit einer Umhüllung zu versehen. Bei derartigen Umhüllungen können die Hohlräume zwischen
der Umhüllung und dem Wärmedämmstoff im Sinne einer optimalen Wärmedämmung nicht minimiert
werden.
[0004] Bekannt ist aus der DE-C-43 31 590 ein Isolier-Verbundformteil aus pulverigem keramischen
Material, bei dem eine Mittelschicht aus einem ersten keramischen Material von zwei
Seiten mit einer Deckschicht von in seiner Struktur unterschiedlichem zweiten keramischen
Material verpreßt ist. Die Deckschichten sind durch die Mittelschicht durchdringenden
Stegen miteinander verbunden. Nach Art der Stege ist auch eine gleichzeitig vorsehbare
Einfassung beschaffen. Dabei wird, wie auch bei den inneren Stegen, zunächst eine
Schicht des zweiten Materials mit einer darüber ausgebreiteten Schicht des ersten
Materials unter Druckeinwirkung vorverdichtet, wobei vorspringende Steg- und Randstempel
die obere Schicht durchdringen und in der unteren eine Vertiefung erzeugen. Das aufgefüllte
zweite Material für die obere Schicht füllt auch die Löcher und Vertiefungen in der
verdichteten Platte aus. Allerdings besteht hierbei der Rand ebenso wie die Stege
aus beiden Materialkomponenten.
[0005] Der Einfassung der Umhüllung eine noch größere Homogenität und Festigkeit zu verleihen,
ist unter anderem die Aufgabe der Erfindung. Diese besteht weiterhin darin, einen
preiswerten Wärmedämmformkörper auf der Basis von feinteiligen, mikroporösem verpreßten
Wärmedämmstoff mit allseitiger Umhüllung zu schaffen, welche einen optimalen Schutz
und Wärmedämmung gewährleistet und ein Verfahren zu deren einfachen Herstellung ermöglicht.
[0006] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Wärmedämmformkörper besitzen
folgende vorteilhaften Eigenschaften, wobei:
- die gerüstbildende Umhüllung der hochdispersen Dämmschicht und der verhältnismäßig
breite und stabile wärmedämmende Rand den Wärmedämmformkörpern eine hohe mechanische
und die Handhabung erleichternde Festigkeit verleihen;
- durch die Körnigkeit der Hüllschichten beim Verdichten die Luft besser austreten kann,
was den bei Wärmedämmformkörpern oft zur Zerstörung führenden Partialdruck der Luftfüllung
senkt; und
- außerdem durch den isolierenden Rand der Hüllschichten eine beträchtliche Einsparung
an den teuren Kieselsäureprodukten der Mittelschicht erzielt wird.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren ist weiterhin mit geringstem maschinellen Aufwand
durchführbar und ermöglicht in einfacher Weise eine Anpassung der Vorrichtungen an
die jeweiligen Abmessungen der Wärmedämmformteile.
[0009] In der Zeichnung ist die Erfindung am Beispiel einer Wärmedämmplatte und einem Verfahrensschema
anhand einer Vorrichtung beschrieben. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine Wärmedämmplatte mit Ausbruch;
- Fig. 2
- eine Preßmatrize eines Unterwerkzeugs einer Preßvorrichtung und einen ersten Preßstempel;
- Fig. 3-6
- eine zweite Vorrichtung mit einem Förderband und Preßtisch und einem zweiten Preßstempel;
- Fig. 7
- die Preßmatrize gemäß Figur 2 mit dem zweiten Preßstempel;
- Fig. 8
- die Preßmatrize gemäß Figur 2 mit den drei zu verpreßenden Schichten mit dem ersten
Preßstempel; und
- Fig. 9
- die verpreßte Wärmedämmplatte vor dem Ausstoß.
[0010] In den Figuren bedeuten:
- 1
- Preßmatrize, 1a Ausstoßöffnung
- 2
- Ausstoßplatte
- 3
- Erster Preßstempel
- 4
- Förderband
- 5
- Abstreifer
- 6
- Randblech (Schütte)
- 7
- Preßtisch
- 8
- Mantelmatrize, 8a zugeschärfter unterer Rand
- 9
- Zweiter Preßstempel
- 10
- Schlauchleitung
[0011] Die in der Zeichnung gezeigte Vorrichtung besteht aus zwei gesonderten, an sich jedoch
auch verkettbaren Teilen. Zum einen besteht sie aus einer Presse mit einem feststehenden,
durch eine Preßform bzw. -matrize 1 veranschaulichten Unterteil und einem beweglichen,
durch einen ersten Preßstempel 3 veranschaulichten Oberteil. Zum ändern besteht sie
aus einem Preßtisch 7 unterhalb des oberen Trums eines Förderbands 4 nebst einer Schütte
5, 6 und einer unten einen zugeschärften Rand 8a aufweisenden Mantelmatrize 8 und
einem in die Mantelmatrize 8 eingepaßten Preßstempel 9 mit einer zu einem nicht dargestellten
umschaltbaren Exhaustor führenden Schlauchleitung 10.
[0012] Für die Hüllschicht A, bestehend aus den Schichten A' und A'' gemäß Fig. 1 kommen
insbesondere bläh- und/oder schichtförmige Mineralien wie Glimmer, Perlit, Vermiculit
oder Vulkangestein oder ein Gemisch daraus zur Anwendung.
[0013] Für die Zwischen- oder Mittelschicht B gemäß Fig. 1 kommen Aerogele, insbesondere
Metalloxide wie pyrogen erzeugte Kieselsäuren einschließlich Lichtbogenkieselsäure,
alkaliarme Fällungskieselsäuren, analog hergestelltes Aluminiumoxid, Titanoxid und
Zirkondioxid oder eine Mischung von mindestens zwei dieser hochdispersen, mikroporösen
Materialien in Frage. Als Binder wird man bevorzugt Wasserglas verwenden, weil es
verhältnismäßig kurze Aushärtezeiten aufweist. Als Faserzusatz zur Hüllschicht A oder
auch zur Mittelschicht B kommen Steinwolle und Glasfasern in Betracht.
Beispiel 1:
[0014] Es wurde eine 15 mm dicke Platte gemäß Figur 1 mit einer Fläche von 250 x 300 mm
durch Verpressen folgender Gemische bei 1,0 MPa hergestellt:
Für die Hüllschichten A' und A" bestand ein erstes Gemisch aus:
70 Gew.-% Vermiculit
30 Gew.-% Wasserglas
und für die Mittelschicht B bestand ein zweites Gemisch aus:
63 Gew.-% hochdisperser Kieselsäure
34 Gew.-% Ilmenit
3 Gew.-% Perlit.
[0015] Dabei wurde:
- in eine Preßmatrize 1 des Pressenunterteils einer Preßvorrichtung eine entsprechend
der vorbestimmten Dicke der unteren Hüllschicht A' vorgegebene Menge des ersten Gemischs
gemäß Fig. 2 eingegeben und mit einem ersten Preßkolben 3 leicht (ca 60% der vorgesehenen
Dicke) vorgepreßt,
- das zweite Gemisch für die Mittelschicht B wurde auf einen Preßtisch 7 oder einem
darüber geführten Förderband 4 in einer vorgegebenen Dicke gemäß Fig. 3 aufgetragen,
- aus dem aufgetragenen Gemisch wurde mit der Mantelmatrize 8 gemäß Fig. 4 ein dem Umfang
der jeweiligen Mittelschicht B entsprechendes Gemischteil abgetrennt,
- das abgetrennte Gemischteil wurde in der Mantelmatrize 8 durch einen zweiten, flächenkleineren
Preßstempel 9 ebenfalls gemäß Fig.5 vorgepreßt,
- danach wurde der Preßstempel 9 gemäß Fig. 6 nach oben etwas zurückgesetzt und in dem
Preßraum mit dem Exhaustor über die Schlauchleitung 10 ein den Transport des Gemischs
für die Mittelschicht B ermöglichendes Vacuum erzeugt,
- die Mantelmatrize 8 mit dem zweiten Preßstempel 9 wurde sodann gemäß Fig. 7 mit der
vorgeformten Mittelschicht B zentrisch in die Preßmatrize 1 eingeführt und durch Einlaß
von Luft in den Raum unterhalb der Preßfläche des Preßstempels 9 das vorgeformte Gemischteil
B auf die untere Hüllschicht A' abgesetzt,
- nach Entfernen der Mantelmatrize 8 wurde sodann eine der vorgegebenen Dicke der oberen
Hüllschicht A'' entsprechende Gemischmenge des ersten Gemisches in die Preßform 1
eingefüllt und nun gemäß Fig. 8 alle drei Schichten A'-B-A'' miteinander auf eine
vorgegebene Dichte des Wärmedämmformkörpers bei einem Druck von 1,2 MPa verpresst,
wie in Fig. 9 zu sehen.
[0016] Als alternative Verfahrensstufe ist vorgesehen, in den Ringraum zwischen dem Preßformmantel
und der Mantelmatrize 8 eine vorgegebene Menge des ersten Gemischs als zusätzliches
Randmaterial für die Hüllschicht A einzufüllen (vgl. Fig. 7).
Beispiel 2:
[0017] Weiterhin wurde eine 20 mm dicke Platte mit einer Fläche von 250 x 300 mm durch Verpressen
folgender Gemische bei 1,0 MPa verpreßt:
Für die Hüllschicht A' und A'' bestand ein erstes Gemisch aus:
60 Gew.-% Vermiculit, und
40 Gew.-% Kieselsol;
und für die Mittelschicht B bestand ein zweites Gemisch aus:
50 Gew.-% hochdisperser Kieselsäure,
25 Gew.-% Zirkonsilikat,
15 Gew.-% Vermiculit, und
10 Gew.-% Perlit.
[0018] Die Wärmeleitfähigkeit der hergestellten Wärmedämmplatten mit einer jeweils verhältnismäßig
dünnen Mittelschicht B, die allseitig von der Hüllschicht A mit einem relativ starken,
umlaufenden Rand (vgl. Fig. 1) eingefaßt ist, war bei 1000°C jeweils kleiner als 0,04
W/mK.
[0019] Infolge der homogenen Struktur der Hüllschichten A bzw. A'/A'' mit kompaktem Rand
zur Einbettung der Mittelschicht B zeichnen sich die hergestellten Wärmedämmplatten
durch eine besonders hohe Festigkeit aus.
1. Verfahren zur Herstellung eines verdichteten Wärmedämmformkörpers, insbesondere einer
Wärmedämmplatte, bestehend aus wenigstens drei Schichten mit einer Mittelschicht auf
der Basis von feinteiligem, mikroporösen keramischen Material und einer Hüllschicht
aus feinkörnigem bzw. grobporösem keramischen Material, wobei der Umfang der Mittelschicht
(B) kleiner als derjenige der Hüllschicht (A, A'/A'') ist, so daß die Mittelschicht
(B) in einen starken Rand eingebettet ist, und wobei das Verfahren,
gekennzeichnet ist durch folgende Schritte:
a) in eine Preßmatrize (1) wird eine entsprechend einer vorbestimmten Dicke einer
unteren Hüllschicht (A') vorgegebene Gemischmenge eingegeben und unter Druckanwendung
vorgepreßt,
b) ein Gemisch für eine Mittelschicht (B) wird auf einem gesonderten Preßtisch (7)
in einer vorgegebenen Dicke aufgetragen,
c) mit einer im Umfang der jeweiligen Mittelschicht (B) entsprechenden kleineren Mantelmatrize
(8) wird eine Form aus dem auf dem Preßtisch (7) ausgebreiteten Gemisch für die Mittelschicht
(B) ausgestochen und unter Druckanwendung mit einem Preßstempel (9) ebenfalls vorgepreßt,
d) danach wird der Preßstempel (9) etwas zurückgesetzt und in dem Preßraum ein den
Transport der Mittelschicht (B) ermöglichendes Vacuum erzeugt,
e) die Mantelmatrize (8) mit dem vorgepreßten Gemisch der Mittelschicht (B) wird zentrisch
in die Preßmatrize (1) auf die erste Hüllschicht (A') aufgesetzt,
f) dann wird die Mantelmatrize (8) entfernt, und
g) eine der Dicke der oberen Hüllschicht (A'') entsprechende Gemischmenge in die Preßmatrize
(1) eingefüllt, und sodann
h) alle Schichten (A'-B-A'') miteinander auf eine vorgegebene Dichte des Wärmedämmformkörpers
verpreßt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch den weiteren Schritt, daß vor dem Entfernen der Mantelmatrize (8) nach dem Teilschritt
e) zur Randverstärkung in den Ringraum zwischen der Preßmatrize (1) und der Mantelmatrize
(8) eine etwa der Dicke der Mittelschicht (B) entsprechende Gemischmenge des ersten
Gemisches (A) eingefüllt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
auf den verpreßten Wärmedämm Formkörper eine teilweise oder vollkommene Umhüllung
aus einer schrumpffähigen Kunststoff-Folie aufgeschrumpft wird.
1. Method for the production of a compressed heat-insulating moulded body, in particular
a heat-insulating panel comprised of at least three layers, namely a central layer
based on a microporous ceramic material consisting of fine particles, and a covering
layer consisting of fine-grain or macroporous ceramic material, wherein the circumference
of the central layer (B) is smaller than that of the covering layer (A, A'/A"), so
that the central layer (B) is embedded in a strong edge, and wherein the method is
characterized by the following steps:
a) a predetermined amount of mixture corresponding to a predetermined thickness of
a lower covering layer (A') is entered into a press matrix (1) and is pre-pressed
by application of pressure,
b) a mixture for a middle layer (B) is placed on a separate press table (7) in a predetermined
thickness,
c) a form is cut out of the mixture for the middle layer (b) spread on the press table
(7) with a smaller jacket matrix (8) corresponding to the circumference of the respective
middle layer (B) and is also pre-pressed under application of pressure with a pressure
ram (9),
d) then the pressure ram (9) is set back to some extent and a vacuum is generated
in the press space allowing the transport of the middle layer (B),
e) the jacket matrix (8) with the pre-pressed mixture of the middle layer (B) is placed
centredly into the press matrix (1) on the first covering layer (A'),
f) then the jacket matrix (8) is removed, and
g) a mixture amount corresponding to the thickness for the upper covering layer (A")
is filled into the press matrix (1), and then
h) all layers (A'-B-A") are pressed together to a preset thickness of the heat-insulating
moulded body.
2. Method according to claim 1, characterized by the further step that prior to the removal of the jacket matrix (8), after partial
step e), a mixture amount of the first mixture (A) corresponding approximately to
the thickness of the middle layer (B) is filled into the annular space between the
press matrix (1) and the jacket matrix (8) for edge reinforcement.
3. Method according to claim 1 or 2, characterized in that a partially or complete envelope of a shrinkable plastic foil is shrunk onto the
pressed heat-insulating moulded body.
1. Procédé pour fabriquer un corps moulé calorifuge compacté ou comprimé, en particulier
un panneau calorifuge, composé d'au moins trois couches, avec une couche intermédiaire
à base de matériau céramique microporeux fin et une couche d'enveloppe en matériau
céramique à grains fins ou à macropores, dans lequel
l'étendue de la couche intermédiaire (B) est inférieure à celle de la couche d'enveloppe
(A, A' / A"), si bien que la couche intermédiaire (B) est incorporée dans une bordure
épaisse, et dans lequel le procédé est
caractérisé par les étapes suivantes :
a) dans une matrice de compression (1), on introduit une quantité de mélange prédéfinie
qui correspond à une épaisseur prédéfinie d'une couche d'enveloppe inférieure (A'),
et on la pré-comprime en appliquant une pression,
b) on applique un mélange pour une couche intermédiaire (B) sur une table de compression
séparée (7), selon une épaisseur prédéfinie,
c) avec une matrice d'enveloppe plus petite (8), qui correspond à la circonférence
de la couche intermédiaire respective (B), on découpe à l'emporte-pièce une forme
du mélange déployé sur la table de compression (7) pour la couche intermédiaire (B),
et on la pré-comprime également en appliquant une pression avec un plateau de compression
(9),
d) ensuite, on retire un peu le plateau de compression ou piston de presse (9) et
on génère dans l'espace de compression un vide permettant le transport de la couche
intermédiaire (B),
e) on place la matrice d'enveloppe (8) avec le mélange pré-comprimé de la couche intermédiaire
(B) de façon centrée dans la matrice de compression (1), sur la première couche d'enveloppe
(A')
f) on retire ensuite la matrice d'enveloppe (8) et
g) on introduit dans la matrice de compression (1) une quantité de mélange qui correspond
à l'épaisseur de la couche d'enveloppe supérieure (A"), puis
h) on comprime ensemble toutes les couches (A'-B-A") sur une épaisseur prédéfinie
du corps moulé calorifuge.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par l'étape supplémentaire selon laquelle, avant d'enlever la matrice d'enveloppe (B)
après l'étape partielle e), pour renforcer les bordures, on introduit dans l'espace
annulaire entre la matrice de compression (1) et la matrice d'enveloppe (8) une quantité
de mélange du premier mélange (A) qui correspond environ à l'épaisseur de la couche
intermédiaire (B).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'on frette sur les corps moulés calorifuges comprimés une enveloppe partielle ou
totale composée d'une feuille en matière synthétique rétractable.