(19)
(11) EP 0 952 260 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.10.1999  Patentblatt  1999/43

(21) Anmeldenummer: 99107851.0

(22) Anmeldetag:  21.04.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6E02D 29/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 22.04.1998 DE 19817879

(71) Anmelder: Scheiwiller, Rolf
CH-6052 Hergiswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Scheiwiller, Rolf
    CH-6052 Hergiswil (CH)

(74) Vertreter: Otten, Herbert 
Patentanwälte Eisele, Otten, Roth & Dobler Karlstrasse 8
88212 Ravensburg
88212 Ravensburg (DE)

   


(54) Beton-Formstein


(57) Es wird ein Beton-Formstein vorgeschlagen, der zur Landschafts- und Gartengestaltung dient. Hierfür wird ein trogförmiges Betonelement im Wesentlichen rechteckförmig mit bombierten oder polygonartigen Außenwandungen ausgebildet, wobei die Eckbereiche stark abgeschnitten sind. Der Innenbereich wird in starkem Maße konisch ausgebildet, um eine breite untere Auflagefläche bei übereinander angeordneten Trogelementen zu erzielen.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Beton-Formstein zur Landschafts- und Gartengestaltung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Der Beton-Formstein ist insbesondere als schwerer Hangstein konzipiert und eignet sich vorwiegend zur Errichtung von Stützmauern an Böschungen, als vertikale Mauer oder als Einzeltröge, die eine Bepflanzung erlauben. Dabei ist der Formstein für die Trockenbauweise vorgesehen, d. h. die Bauelemente werden ohne Mörtel aneinander gefügt bzw. aneinander gestellt.

[0002] Ein derartiges Bauelement ist beispielsweise aus der EP 0 187 615 A1 bekannt geworden. Die Bauelemente dieses bekannten Bausatzes weisen an ihren Stirnflächen Schwalbenschwanznuten oder in solche passende Schwalbenschwanzfedern auf, um diese Bauelemente direkt miteinander zu verbinden. Hierdurch ist eine gewisse Stabilität des Bauwerks auch beim Übereinanderstapeln durch eine formschlüssige Verbindung gegeben. Es ist auch nicht nötig, diese Bauelemente besonders groß und schwer auszuführen, da die formschlüssige Verankerungen der Formsteine einen gegenseitigen Halt bieten.

[0003] Eine ähnliche Lösung des Zusammenfügens von trogartigen Formsteinen sieht die EP 0 215 994 B1 vor, wobei zusätzliche Wandungselemente mit schwalbenschwanzförmigen Anschlußenden wiederum eine formschlüssige Verbindung von nicht aneinandergrenzenden Trögen erlauben. Auch hier wird die Stabilität des Systems bei Herstellung von Böschungsmauern oder Wänden mit übereinanderstehenden Trögen durch formschlüssige Verankerungselemente bewerkstelligt.

[0004] Soweit die bekannten trogförmigen Elemente einen nach unten hin offenen Boden zur Auffüllung mit Erdreich aufweisen, tritt bei diesen Anordnungen das Problem der sicheren Stapelbarkeit auf, was insbesondere in einer versetzten Anordnung der Formsteine zueinander Probleme bereitet. Nicht zuletzt aus diesem Grunde sind bei diesen bekannten Anordnungen zusätzliche formschlüssige Verankerungselemente vorgesehen, um eine Kippsicherheit der Tröge beim Übereinanderstapeln insbesondere auch in versetzter Anordnung zueinander zu gewährleisten. Dabei werden die Formsteine vornehmlich nur in Hangrichtung versetzt zueinander angeordnet, während ein seitlicher Versatz gegeneinander möglichst vermieden wird.

[0005] Ein weiteres Problem der formschlüssigen Verankerungen mittels Schwalbenschwanzverbindung oder dergleichen zwischen den einzelnen Bauelementen liegt auch darin, daß derartige schwere Tröge nur mit maschinellem Hebewerkzeug wie Kräne oder dergleichen zu bewegen sind. Will man diese Elemente formschlüssig ineinandergreifen lassen, so stellt dies insbesondere auch bei unebenem Gelände ein großes Problem dar, was nicht zuletzt häufig auch zu einer Beschädigung der Anschlußelemente führt.

Aufgabe und Vorteile der Erfindung:



[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Beton-Formstein vorzuschlagen, der insbesondere als schwerer Hangstein für eine Böschungsbefestigung oder als Bauelement für eine vertikalen Wand verwendbar ist, wobei auf formschlüssige Verankerungselemente zwischen den Elementen in Form von in Hinterschneidungen eingreifenden Verankerungselementen verzichtet werden soll. Dabei soll insbesondere auch ein formschöner Formstein entworfen werden, der in sehr kurzer Montagezeit ohne Probleme auch bei unwegsamen Gelände aufgestellt werden kann. Insbesondere soll der Aufbau mittels üblichen Geräten, wie Kräne, Bagger, Stapler oder dergleichen erfolgen. Aufgabe der Erfindung ist es weiterhin, den Beton-Formstein geometrisch möglichst einfach auszubilden, damit eine einfache Produktion ermöglicht wird. Dabei soll mit geringster Anzahl von Bauteilen in Form eines Bausatzes eine optisch schöne und bepflanzbare Einheit insbesondere als Wand- oder Böschungseinheit geschaffen werden. Insbesondere sollen sich auch Nachbearbeitungen an den Bauteilen für Objekt bezogene Lösungen möglichst einfach und rationell gestalten. Dabei soll der Bausatz auf möglichst wenig Bauelemente beschränkt sein, wobei insbesondere auf formschlüssige Verankerungen gänzlich verzichtet werden soll.

[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. In den Unteransprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Beton-Formsteins angegeben.

[0008] Der Erfindung liegt der Kerngedanke zugrunde, daß der Verzicht auf jegliche formschlüssige Verankerungen im aufgebauten System, beispielsweise einer Böschungswand, es erforderlich macht, daß die Beton-Formsteine insbesondere im Versatz zueinander eine entsprechende gute Auflagefläche untereinander bilden. Damit der Beton-Formstein nicht globig wirkt, soll dabei die elegante Form des Körpers durch eine besondere Formgebung erzielt werden. Dies wird dadurch erreicht, in dem man einen Körper mit quadratischem oder rechteckförmigen Grundriß in den Eckbereichen deutlichen um 45° abschneidet, so daß der Formstein im Grundriß fast 8-eckig ausgebildet ist. Die Außenflächen des Körpers können bombiert oder auch polygonartig aber auch eben konzipiert sein. Dabei wird die Elementhöhe vorzugsweise so gewählt, daß das Verhältnis Elementenhöhe zu Elementenbreite etwa 1:2 beträgt, um ein gefälliges Aussehen zu vermitteln. Der Formkörper ist dabei im wesentlichen als Hohlkörper in Trogform konzipiert. Um eine sichere Standfestigkeit in Verbindung mit dem hohen Gewicht zu erzielen, wird eine starke Konisität der inneren Wandungen vorgenommen, um wenigstens im unteren Bereich der trogförmigen Trogsteine eine große, d. h. breite Auflagefläche zu erzielen. Hierdurch können die Elemente übereinander kippsicher gestapelt und in hohem Maße in allen Richtungen verschoben werden, wobei die Auflagefläche auf dem darunterliegenden Körper in hohem Maße erhalten bleibt.

[0009] Sofern beim Stand der Technik gemäß EP 0 187 615 im unteren Bereich der Tröge ebenfalls konische Innenwandungen vorgesehen sind, so dienen diese lediglich zur Auflage eines inneren Bodens, ohne daß die Auflagefläche des Troges selbst im unteren Bereich wesentlich vergrößert wird. Ziel der Erfindung ist es demgegenüber, die untere Auflagefläche eines nach unten hin offenen Troges durch eine starke Konizität derart zu gestalten, daß eine deutlich größere und ausreichende Auflagefläche zur Verbesserung der Standfestigkeit übereinander gestapelter Tröge erzielt wird.

[0010] In Verbindung mit einem hohen Gewicht von z. B. 500 kg und mehr aufgrund der schweren Ausführung derartiger Tröge können Böschungsmauern oder vertikale Mauern errichtet werden, die ohne jegliche Verankerungen zwischen den Trögen oder Schubdübeln in vertikaler Richtung oder sonstigen Maßnahmen auskommen. Soweit zwischen den einzelnen Trogelementen zusätzliche Einschubwandungen vorgesehen sind, bilden diese beim vorliegenden System keine formschlüssigen Verankerungen, da diese lediglich nach Art einer Nut-Federverbindung in entsprechenden Ausnehmungen eingesetzt sind. Hierbei stützen sich die Formsteine über derartige Wandungselemente allenfalls seitlich gegeneinander ab.

[0011] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden anhand der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele unter Angabe weiterer Vorteile näher erläutert.

[0012] Es zeigen:
Fig. 1a
eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Formstein,
Fig. 1b
eine Seitenansicht aus Blickrichtung X in Fig. 1a,
Fig. 2a
einen Einsatzboden für den trogförmigen Formstein nach Fig. 1,
Fig. 2b
eine Seitenansicht von Fig. 2a,
Fig. 3a, 3b
eine vergleichsweise Darstellung der Auflageflächen bei der Erfindung (Fig. 3a) im Vergleich zum Stand der Technik (Fig. 3b) bei aufeinander gestellten Formsteinen,
Fig. 4a, 4b
eine weitere vergleichsweise Darstellung von übereinander gestellten Trögen in versetzter Anordnung bei der Erfindung (Fig. 4a) im Vergleich zum Stand der Technik (Fig. 4b),
Fig. 5a
die Verbindung von zwei Betonformsteinen mit einer Verbindungswand in Draufsicht,
Fig. 5b
die Verbindungswand nach Fig. 5a in Seitenansicht,
Fig. 6
eine Seitenansicht von übereinander angeordneten trogförmigen Formsteinen zur Bildung einer senkrecht freistehenden oder einer Böschungswand,
Fig. 7a
ein ergänzender Formstein in Massivausführung in Draufsicht,
Fig. 7b
der Ergänzungsstein nach Fig. 7a in Seitenansicht aus Blickrichtung X in Fig. 7a,
Fig. 8
eine Draufsicht auf eine Anordnung von Formsteinen und/oder Ergänzungssteinen,
Fig. 9
ein weiteres Ausführungsbeispiel für eine Anordnung von Formsteinen und/oder Ergänzungssteinen in Draufsicht,
Fig. 10
ein weiteres Ausführungsbeispiel für eine Anordnung von Formsteinen und/oder Ergänzungssteinen,
Fig. 11
ein alternatives Anwendungsbeispiel für einen Formstein,
Fig. 12a
eine Draufsicht auf einen Formstein nach Fig. 1a mit zusätzlichen Füßen,
Fig. 12b
die Seitenansicht nach Fig. 12a mit angesetzten Füßen,
Fig. 13a
die Ausbildung der Füße nach Fig. 12,
Fig. 13b
der in den Beton-Formkörper eingesetzte Fuß nach Fig. 13a und
Fig. 14
ein weiteres Ausführungsbeispiel für die Verwendung des erfindungsgemäßen Beton-Formsteins.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele:



[0013] Der in der Fig. 1a in Draufsicht sowie in der Fig. 1b in Seitenansicht dargestellte Beton-Formstein ist als schwerer Hangstein bzw. schweres Trogelement ausgebildet und weist ein Gewicht von ca. 500 kg auf. Der Formstein ist symmetrisch zur Längssymmetrieebene 2 sowie zur Quersymmetrieebene 3 aufgebaut. Der etwa quadratische Querschnitt durch die Eckpunkte 8 mit der Seitenlänge a ≅ 1000 mm weist abgeschrägte Ecken 4 auf, die eine Breite b = 220 mm oder einen Bogenwinkel von α ≅ 15 bis 30° und insbesondere α = 22° aufweisen. Die Höhe h1 des Trogelements beträgt h1 = 500 mm, d. h. das Verhältnis Breite a zur Höhe h1 beträgt etwa 2:1, was ein gefälliges Aussehen vermittelt.

[0014] Die Auswandungen 5 neben den Eckbereichen 4 sind gemäß der Draufsicht in Fig. 1a vorzugsweise bombiert oder auch polygonförmig ausgebildet. Auch dies gibt dem sehr großen und massiven Formstein ein gefälliges Aussehen. Sie können jedoch auch eben sein.

[0015] Verbindet man die Tangenten 6 durch die abgeschrägten Ecken 4 so ergibt sich ein Quadrat mit der Kantenlänge c = 1131 mm. Die Eckpunkte 7 dieses Quadrates mit der Kantenlänge c stellen etwa die Mittelpunkte M für den Radius R der Bombierung der Außenwandungen 5 dar.

[0016] Die Eckpunkte des quadratischen Grundquerschnitts mit der Seitenlänge a sind mit Bezugszeichen 8 gekennzeichnet. Durch die stark abgeschnittenen Ecken ergibt sich ein nahezu 8-eckiger Grundquerschnitt.

[0017] Der erfindungsgemäße Betonformstein 1 weist außen im wesentlichen lotrechte oder vertikale Außenwandungen 5 bzw. Eckbereiche 4 auf. Die Bombierung bzw. Abrundung kann auch polygonförmig ausgebildet sein, wie dies in Fig. 1b mit den drei Flächenabschnitten 5', 5'' und 5''' dargestellt ist. Dabei sind die Breiten d1 des mittleren Flächenabschnitts 5' sowie Breiten d2 der seitlichen Flächenabschnitte 5'', 5''' in gleicher Größenordnung ausgebildet, wie etwa die Breite b des Eckbereichs 4. Die Außenwandungen 4, 5 können auch sich nach unten hin konisch verbreitend ausgebildet sein.

[0018] Der Formstein ist als Hohlkörper ausgebildet mit einer oberen Fläche 9, einer unteren Fläche 10, einem Innenhohlraum 11 sowie einer konischen Innenwandung 12. Die konische Innenwandung 12 kann im Querschnitt bzw. in Draufsicht prinzipiell dem Verlauf der Außenwandung 4, 5 des Formsteins folgen, jedoch mit einer sich nach unten hin kontinuierlich verbreiterten Wandung und ohne Bombierung bzw. polygonförmigen Verlauf. Die Wandstärke s hat demzufolge eine obere Wandstärke s1 und eine untere Wandstärke s2, wobei das Verhältnis der Wandstärken s1 : s2 ≅ 1:2 beträgt. Hierdurch wird am Boden bzw. an der unteren Fläche 10 des Formsteins eine sehr breite Auflagefläche mit der umlaufenden Wandstärke s2 gebildet. Der Konuswinkel beträgt β ≅ 80°. Die obere Öffnungsweite des Innenhohlraums 11 beträgt e ≅ 780 mm die untere Öffnungsweite des Innenhohlraums beträgt f ≅ 600 mm.

[0019] An der vorzugsweise bombierten oder polygonartigen Auswandung 5 sind wenigstens im Bereich der Längssymmetrieebene bzw. Quersymmetrieebene 2, 3 taschenförmige Ausnehmungen 13 angeordnet, die sich über eine Höhe h2 ≅ 200 mm von der oberen Fläche 9 aus erstrecken. Die Taschen 13 weisen eine Breite von g ≅ 80 mm und eine Tiefe von t ≅ 60 mm auf. Vorzugsweise verlaufen die taschenförmige Ausnehmungen 13 nach innen leicht konisch (g > g').

[0020] Wie aus Fig. 1a ersichtlich, können zwei gegenüberliegende bombierte oder polygonartige Auswandungen 5 auch noch weitere taschenförmige Ausnehmungen 13', 13'' aufweisen, die etwa in einem Abstand i ≅ 200 mm von der Längssymmetrieebene 2 entfernt angeordnet sind. Die Taschen 13, 13', 13'' dienen zum Einsetzen einer Verbindungswand 14, wie sie in Fig. 5a, 5b noch näher beschrieben wird.

[0021] Um den Boden bzw. die untere Fläche 10 des trogförmigen Formsteins zu schließen, ist eine Einsatzplatte 15 vorgesehen, wie sie in Fig. 2a in Draufsicht sowie in Fig. 2b in Seitenansicht dargestellt ist. Die Einsatzplatte 15 ist an die untere Kontur des Innenhohlraums 11 des Formsteins 1 angepaßt, d. h. sie folgt wiederum der konischen Wandung des Innenhohlraums und weist einen entsprechenden Außenkonuswinkel β auf.

[0022] Die konische Innenwandung 12 des Innenhohlraums 11 ist zur einfacheren Herstellung nicht bombiert oder polygonartig, sondern als ebene Fläche ausgebildet, d. h. die Innenwandung 12 verläuft parallel zu dem quadratischen Außenquerschnitt durch die Eckpunkte 8 sowie parallel zu den abgeschrägten Ecken 4 mit entsprechender konischer Verjüngung.

[0023] In der vergleichsweisen Gegenüberstellung der Fig. 3a, 3b ist die große Auflagefläche der erfindungsgemäßen Formsteine dargestellt. Fig. 3b zeigt einen Formstein 100 der keine konische Innenkontur aufweist, d. h. die Wandung s3 ist über die gesamte Höhe des Trogsteins etwa konstant. Setzt man in einem solchen Fall auf einen unteren Trogstein 100 zwei entsprechende Trogsteine 100', 100'' mit ihren Seitenwandungen überlappend aufeinander, so ergibt sich eine kleine Auflagefläche oder Berührungsfläche 101, die etwa jeweils einen quadratischen Querschnitt mit der Seitenlänge s3 aufweist. Eine Vergrößerung der Auflagefläche beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 3b könnte deshalb nur durch ein unmittelbares Aufeinandersetzen der gesamten Seitenwandungen erfolgen, was jedoch gegebenenfalls unerwünscht ist.

[0024] Eine vergleichsweise Darstellung mit erfindungsgemäßen Formsteinen zeigt Fig. 3a. Auf den unteren Formstein 1 werden wiederum die beiden Formsteine 1' sowie 1'' aufgesetzt. Aufgrund der äußerst großen Wandstärke S2 im Bodenbereich der beiden Formstein 1', 1'' wird bei gleicher Anordnung wie in Fig. 3b dargestellt, eine große Auflagefläche bzw. Berührungsfläche 16 erzielt, da die breitere untere Fläche 17 der oberen Formsteine 1', 1'' auf der schmaleren oberen Fläche 18 des unteren Formsteins 1 aufliegen. Aus Fig. 3a ist die große schraffiert dargestellte Auflagefläche 16 gut erkennbar, die eine sichere Standfläche bietet.

[0025] Eine ähnliche Darstellung zeigen die Fig. 4a, 4b, jedoch mit räumlich versetzt angeordneten Formsteinen. Werden gemäß Fig. 4b Formsteine mit gleicher Wandungsstärke, d. h. ohne konische Verbreiterung der Wandung im Bodenbereich verwendet, so bilden die beiden auf den Trogstein 100 aufgesetzten Trogsteine 100', 100''lediglich eine geringe Auflagefläche oder Berührungsfläche 101, 101', die im Wesentlichen durch die Wandungsstärke S3 bestimmt wird.

[0026] Die gleiche Anordnung mit einem erfindungsgemäßen Formstein zeigt Fig. 4a. Auf einen unteren trogförmigen Formstein 1 sind die beiden gleichen Formsteine 1', 1'' in versetzter Anordnung aufgesetzt. Durch die große untere Auflagefläche 17 des konisch verbreiterten Bodens ergibt sich eine wesentlich größere Auflagefläche als dies in Fig. 4b gezeigt ist. Diese Auflagefläche ist mit Bezugszeichen 16 in Fig. 4a gekennzeichnet. Die Auflage bzw. Berührungsfläche 16 ergibt sich durch die untere Auflagefläche 17 der oberen Formstein 1', 1'' auf die obere Auflagefläche 18 des unteren Formsteins 1. Ein Vergleich der Auflageflächen 101 in Fig. 4b sowie 16 in Fig. 4a zeigt deutlich die starke Vergrößerung der Auflagefläche durch die breite untere Fläche 17, gebildet durch den Innenkonus der Innenwandung 12.

[0027] Die Darstellung nach Fig. 5a zeigt zwei nebeneinander angeordnete Formsteine 1, die über eine Verbindungswand 14 miteinander verbunden sind. Die Verbindungswand 14 ist in Fig. 5b näher dargestellt. Sie weist beispielsweise eine obere Breite k ≅ 700 mm, eine untere Breite l ≅ 600 mm und eine Wandstärke m ≅ 60 mm auf. Die Gesamthöhe h3 beträgt 490 mm, die Höhe h4 des Eingriffsabschnitts 19 beträgt h4 ≅ 195 mm, die restliche Höhe h5 ≅ 295 mm.

[0028] Die Eingriffsabschnitte 19 ragen in die jeweiligen konischen taschenförmigen Ausnehmungen 13 des Formsteins hinein. Nur über die Höhe h4 ist demnach die Verbindungswand 14 mit dem jeweilgen Formstein 1 verbunden. Die Symmetriemittellinie 20 der Verbindungswand 14 liegt im Punkt 7 des durch die Eckbereiche 4 angelegten Quadrats. Der Abstand n von der Längssymmetrieebene 2 zur Längssymmetrieebene 20 der Verbindungswand beträgt n ≅ 800 mm. Dies entspricht der halben Länge der Diagonalen durch die Eckpunkte 7. Die Diagonalen 21, 21' durch die Eckpunkte 7 bestimmen demnach das Rastersystem beim miteinander über Verbindungswände 14 verlegten Formsteinen. Diese Länge beträgt 2 x n = 1600 mm.

[0029] Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 zeigt mehrere Formsteine 1, die in drei Ebenen übereinandergelegt sind. Diese Formsteine bilden im Allgemeinen eine in die Blattebene hineinreichende Böschungswand zur Befestigung einer Böschung oder auch einer senkrechten Wand. Die Auflage/Berührungsflächen sind mit Bezugszeichen 16 bezeichnet. Die Formsteine 1 enthalten eingesetzte Bodenplatten oder Einsatzplatten 15. Die beiden oberen Formsteine können über eine Verbindungswand 14 miteinander verbunden sein. Dabei greifen lediglich die oberen Eingriffsabschnitte 19 in die taschenförmigen Ausnehmungen 13 ein. Gleiches gilt für die beiden unteren Formsteine bzw. die seitliche Verbindung zum mittleren Formstein.

[0030] Fig. 7a zeigt einen Ergänzungsstein 22 in Draufsicht, Fig. 7b den gleichen Stein in Seitenansicht aus Blickrichtung x in Fig. 7a. Hier handelt es sich um einen Massivstein, der beispielsweise ein Gewicht von etwa 1000 kg aufweist. Die Außenkontur des Ergänzungssteins 22 entspricht der Außenkontur des Formsteins 1 wie zu Fig. 1a, 1b beschrieben. Die Außenkontur ist deshalb ebenfalls mit den Bezugszeichen 5 für die bombierte oder polygonartige Außenwandung und mit Bezugszeichen 4 für die abgeschrägten Eckbereiche bezeichnet. Im Übrigen sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen. Der Ergänzungsstein 22 dient zur Einfügung in Böschungswänden oder senkrechten Wänden, bei welchen ein besonders schwerer Formstein gefordert wird oder ein hohler Formstein gemäß Fig. 1a, 1b unerwünscht ist.

[0031] Die Darstellung nach Fig. 8 zeigt vier untere Formsteine 1, wobei in der rechten Figurenhälfte zwei untere trogförmige Formsteine 1 und in der linken Figurenhälfte zwei massive Ergänzungssteine 22 aneinandergrenzend angeordnet sind. Aufgesetzt auf diese Anordnung von vier Formsteinen ist ein weiterer trogförmiger Formstein 1'. Diese Anordnung kann in einer besonderen Gestaltung dieser Formsteine gewählt werden. Die trogförmigen Formsteine sind mit Erdreich auffüllbar und anschließend bepflanzbar.

[0032] Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 9 zeigt eine Anordnung von Formsteinen 1, 22 für eine Böschungsbefestigung. Im unteren Bereich sind z. B. sechs massive Ergänzungssteine 22 in einem rechten Winkel angeordnet. Auf diese werden in einer ersten aufzusetzenden Reihe vier Formsteine 1 aufgesetzt. Eine weitere obere zweite Aufsetzreihe zeigt vier weitere Formsteine 1', die über Verbindungswände 14 im Abstand zueinander gehalten sind. Dabei sind die Verbindungswände mit ihren Eingriffsabschnitten 19 jeweils in den mittleren taschenförmigen Ausnehmungen 13 der jeweiligen Formsteine eingesetzt. Die Darstellung nach Fig. 9 zeigt eine im Wesentlichen rechteckförmige Anordnung der Formsteine.

[0033] Die weitere Darstellung nach Fig. 10 zeigt eine bogenförmige Anordnung der erfindungsgemäßen Formsteine, insbesondere zur Bildung einer Böschungswand. Hierzu ist eine untere Reihe Ergänzungssteine 22 dargestellt, auf welche eine erste Reihe Ergänzungssteine 22' aufgesetzt ist. Auf diese Reihe von Ergänzungssteinen 22' werden dann trogförmige Formsteine 1 aufgesetzt, die in einer bogenförmigen Anordnung verlegt werden. Dabei können die Verbindungswände 14 auch in den außermittig angeordneten taschenförmigen Ausnehmungen 13' bzw. 13'' eingesetzt sein, wie dies die Fig. 10 in Draufsicht zeigt. Hierdurch ist eine leichtere bogenförmige Verlegung der Formsteine möglich.

[0034] Fig. 11 zeigt eine alternative Ausführungsform bzw. Verwendung des Formsteins 1, wobei der in Fig. 1a, 1b dargestellte Formstein 1 perspektivisch dargestellt ist. Ergänzend zur Darstellung in Fig. 1a, 1b weist der Formstein untere Füße 23 auf, um eine horizontale Ausrichtung des Formsteins bei unebenem Untergrund zu ermöglichen. Ein solcher Formstein kann als bepflanzbarer Trog aufgestellt werden, wobei vorzugsweise die Einsatzplatte 15 als Bodenplatte eingesetzt ist. In die taschenförmigen Ausnehmungen 13 kann gemäß der Darstellung in Fig. 11 ein Werbeschild 24 oder eine sonstige Beschriftung für ein Hotel oder dergleichen eingesetzt werden. Hierzu dient die Beschriftungsfläche 25 zwischen einem U-förmigen Träger 26.

[0035] Die Darstellung in Fig. 12a, 12b zeigt einen trogförmigen Formstein 1 in Draufsicht sowie den gleichen Formstein in Seitenansicht in Fig. 12b. Um einen unebenen Untergrund 27 ausgleichen zu können, sind die Füße 23 unterschiedlich stark ausgefahren.

[0036] Die Anordnung und Ausbildung der Füße 23 ist in Fig. 13a, 13b dargestellt. Dabei zeigt Fig. 13a einen Fuß 23, der aus einem Einsteckrohr 28 und einem unteren Auflagefuß 29 besteht. Im oberen Bereich befindet sich eine Keilverbindung 30, die über eine Schraube 31 (s. Fig. 13b) verstellt wird. Gemäß des Einbaubeispiels nach Fig. 13b wird der Fuß in eine Bohrung 32 des Beton-Formsteils 1 oder des Ergänzungsstein 22 eingesetzt. Mittels einer bis zur oberen Fläche 9 führenden Bohrung 33 (s. Fig. 12a) kann die Schraube 31 von der Formstein-Oberfläche 9 erreicht werden. Ist der Fuß in seiner Lage fixiert, so wird die Schraube 31 angezogen, wodurch sich die Keilverbindung 30 seitlich auseinanderspreizt und sich in der Bohrung 32 verkeilt.

[0037] Eine derartige Anordnung kann in sämtlichen Formsteinen oder Ergänzungssteinen angebracht werden.

[0038] Fig. 14 zeigt ein weiteres Anwendungsbeispiel für die Formsteine 1. In die taschenförmigen Ausnehmungen 13', 13'' kann ein Metallgestell 34 eingesetzt werden, an welchem z. B. Bretter 35 befestigt sind, zur Bildung einer Sitzbank 36. Fig. 14 zeigt demzufolge eine doppelseitige Sitzbank in Draufsicht mit den Sitzflächen 35, 35', die von beiden Seiten benutzt werden kann. Die Rückenlehne für beide Bänke ist mit Bezugszeichen 37 nur schematisch dargestellt.

[0039] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen und dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Sie umfaßt auch vielmehr alle Weiterbildungen im Rahmen der Schutzrechtsansprüche. Beispielsweise können auch die Außenwandungen 5 der Formsteine nach unten sich konisch verbreitend ausgebildet sein, wie dies z. B. in Fig. 6 mit dem Konuswinkel δ ≅ 3 - 5° angedeutet ist. In diesem Fall kann auch der untere Wandungsabschnitt 38 mit der Höhe h5 der Einsatzwand 14 entsprechend konisch ausgebildet sein.


Ansprüche

1. Beton-Formstein zur Landschafts- und Gartengestaltung, der z. B. als trogförmiges Böschungselement oder als trogförmiges Standelement ausgebildet ist, wobei der Formstein einen Grundquerschnitt mit abgeschnittenen Eckbereichen aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenwandungen (5) des Formsteins (1) keine formschlüssigen, Längs-, und/oder Querkräfte aufnehmende Verbindungselemente wie Schwalbenschwanzverbindungen oder dergleichen aufweist und daß wenigstens im unteren Bereich des nach unten hin offenen Formsteins (1) die Formsteinwandung konisch verläuft und eine Verbreiterung der Standfläche (17) des Formsteins (1) aufweist.
 
2. Formstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein konischer Verlauf der Innenwandung (12) des Formsteins sich über die gesamte Höhe h1 des Formsteins erstreckt, wobei das Verhältnis der Wandstärke s1 im oberen Bereich (18) zur Wandstärke s2 im unteren Bereich (17) etwa s1 : s2 = 1:2 beträgt.
 
3. Formstein nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Formstein (1) einen etwa quadratischen Grundquerschnitt aufweist, wobei die Abschrägung der Eckbereiche (4) der Seitenflächen (5) einen Bogenwinkel von α ≅ 15 - 30° und insbesondere α ≅ 22° bildet.
 
4. Formstein nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenwandung (5) des Formsteins einen bombierten, polygonartigen oder ebenen Verlauf aufweisen, wobei die Außenwandungen (4, 5) lotrecht oder nach unten sich konisch verbreitend ausgebildet sind.
 
5. Formstein nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, daß die Außenwandung (5) wenigstens eine nach oben hin offene, sich über einen Teilbereich h2 der Höhe des Formsteins erstreckende Aufnahmetasche (13) oder Nut (13) zur Aufnahme einer Verbindungswand (14) oder dergleichen aufweist.
 
6. Formstein nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß alle vier Außenwandungen (5) im Bereich der sich kreuzenden Mittelsymmetrieebenen (2, 3) eine Aufnahmetasche (13) und vorzugsweise wenigstens zwei weitere gegenüberliegende Außenwandungen beidseitig hiervon weitere Aufnahmetaschen (13', 13'') aufweisen.
 
7. Formstein nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmetaschen (13) sich etwa über die halbe Höhe h2 des Formsteins mit der Höhe h1 erstrecken und daß die einzusetzende Verbindungswand (14) mit etwa gleicher Höhe wie der Formstein (1) im oberen Bereich einen erweiterten Querschnitt zur Bildung eines Eingriffsabschnitts (19) aufweist.
 
8. Formstein nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dieser im unteren Bereich einen einsetzbaren Boden bzw. eine Einsetzplatte (15) zum Verschließen des Bodens aufweist.
 
9. Formstein nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Formstein in seinen abgeschrägten Eckbereichen (4) Bohrungen (32, 33) zur Aufnahme von höhenverstellbaren Füßen (23) aufweist.
 
10. Formstein nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem trogförmigen Formstein (1) ein nicht trogförmiger massiver Blockstein (22) als Ergänzungsstein mit gleicher Außenkontur (4, 5) wie der Formstein (1) zugeordnet ist.
 
11. Formstein nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die taschenförmigen Ausnehmungen (13) zur Aufnahme von Beschilderungen oder Sitzbänken oder dergleichen dienen.
 




Zeichnung




















































Recherchenbericht