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EP 0 953 555 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.09.2005 Patentblatt 2005/38 |
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Anmeldetag: 23.03.1999 |
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Verfahren zur Herstellung von Partikeln schmelzfähiger Treib- und Explosivstoffe
Process for preparing particles of meltable propellants and explosives
Procédé de préparation de particules de propergols et explosifs fusibles
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE ES FR GB LI NL SE |
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Priorität: |
16.04.1998 DE 19816853
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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03.11.1999 Patentblatt 1999/44 |
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Patentinhaber: Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der
angewandten Forschung e.V. |
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80686 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Teipel, Ulrich Dipl.-Ing.
76327 Pfinztal (DE)
- Krause, Horst Dr.
76327 Pfinztal (DE)
- Leisinger, Karlfred
76149 Karlsruhe (DE)
- Heintz, Thomas
76327 Pfinztal (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 759 324 WO-A-97/47571 DE-A- 2 924 029 US-A- 3 468 986 US-A- 4 118 797
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WO-A-93/16415 DE-A- 1 467 203 US-A- 2 887 723 US-A- 3 522 334 US-A- 5 071 635
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von im wesentlichen sphärischen
Partikeln schmelzfähiger, feuchtigkeitsempfindlicher Treib- und Explosivstoffe sowie
Oxidatoren, insbesondere Ammoniumdinitramid (ADN), indem der Explosivstoff geschmolzen,
die Stoffschmelze in einer Matrixflüssigkeit, in welcher der Explosivstoff nicht oder
nur schwer löslich ist, emulgiert, die Emulsion unter den Schmelzpunkt des Explosivstoffs
unter Rekristallisation der dispersen Tropfen zu festen Partikeln abgekühlt wird und
die festen Partikel von der Matrixflüssigkeit abgetrennt werden.
[0002] Ammoniumdinitramid (ADN) ist als Oxidator für Treibstoffe und als Explosivstoff von
großer Bedeutung. In der Anwendung sind sowohl für die Herstellung als auch die Verarbeitung
kompaktierfähige Partikel erwünscht. Bei der Herstellung herkömmlicher kristalliner
Treib- und Explosivstoffe entstehen aber in der Regel sehr unregelmäßige Partikel.
Dies gilt insbesondere auch für ADN.
[0003] Die Korneigenschaften, insbesondere die Kornform, lassen sich vielfach durch Umkristallisation
der kristallinen Substanzen aus einer Lösung verbessern. Hierbei wird die kristalline
Substanz meist unter Erwärmen in einem oder mehreren geeigneten Lösungsmitteln gelöst
und durch definiertes Abkühlen die Substanz auskristallisiert. Dieser Vorgang kann
gegebenenfalls mehrfach durchgeführt werden. Infolge der Löslichkeitsunterschiede
zwischen Substanz und Verunreinigungen werden unerwünschte Begleitstoffe abgetrennt,
weil sie entweder von vornherein ungelöst bleiben, oder weil sie, wenn sie ebenfalls
in Lösung gehen, aufgrund ihrer geringen Konzentration in der Matrixflüssigkeit verbleiben,
wenn das Kristallisat bereits ausgefallen ist.
[0004] Ebenfalls bekannt ist das Impfen von übersättigten Lösungen oder unterkühlter Schmelzen,
bei dem Spuren von Festsubstanz in Form von Keimen, die die Bildung der festen Phase
auszulösen vermögen, zugegeben werden.
[0005] Die GB 2 187 726 A beschreibt ein Verfahren zur Herstellung einer festen Explosivstoffmischung,
sog. Emulsionssprengstoffe, wobei eine diskontinuierliche Phase in Form eines Oxidatorsalzes
erwärmt und geschmolzen und in einer als Brennstoff dienenden kontinuierlichen Phase,
z.B. Paraffinöl oder -wachs, emulgiert wird. Der Emulsion werden insbesondere Additive,
wie Emulgatoren oder Kristallisationskeime, zugesetzt, um eine feindisperse diskontinuierliche
Phase zu erhalten und ein Zusammenfließen der dispersen Tropfen zu verhindern. Die
Emulsion wird abgekühlt, wobei eine Explosivstoffmischung erhalten wird, in welcher
die Oxidatorsalze feindispers verteilt sind, um eine spontane Detonation, wie sie
bei grobdispersen Partikeln auftreten kann, zu verhindern.
[0006] Aus US 3,522,334 ist ein Verfahren zur Herstellung von sphärischen Partikeln aus
einer Mischung aus nitronium perchlorat und Lithiumperchlorat mit einem Schmelzpunkt
kleiner 120°C bekannt, wobei die Mischung geschmolzen und in eine inerte, mit LiClO
4 und NO
2ClO
4 nicht mischbare Flüssigkeit, insbesondere Halogenkohlenwasserstoffe, eindispergiert
wird. Nach Abkühlen und Erstarren der Partikel werden diese von der Flüssigkeit abgetrennt.
[0007] Die WO 97/47571 beschreibt ein entsprechendes Verfahren zur Herstellung sphärischer
Partikel aus Explosivstoffen, insbesondere ADN.
[0008] Der DE 1 467 203 ist ein Verfahren zur Herstellung von sphärischem, nicht zusammenbackendem
Ammoniumnitrat (AN) entnehmbar, wobei das AN bei etwa 170°C bis 180°C geschmolzen
und in einem indifferenten Suspensionsmittel dispergiert wird. Nach Abkühlen der Suspension
auf etwa 130°C wird das Suspensionsmittel von dem kugeligen AN mittels einer Durchlaufzentrifuge
abgetrennt und rezirkuliert. Um einem Verklumpen des fertigen Produktes entgegenzuwirken,
werden der Suspension insbesondere nicht näher spezifizierte Antibackmittel zugesetzt,
die adsorptiv auf dem AN haften.
[0009] Die Verringerung der Koaleszenz von geschmolzenen Tröpfchen eines Kohlenwasserstoff-Polymers
in einem Suspensions mittel durch Zusatz von feinteiligen Partikeln ist aus US 3 468
986 bekannt
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
zur Herstellung gleichförmiger, insbesondere kugelförmiger Partikel schmelzfähiger,
feuchtigkeitsempfindlicher Treib- und Explosivstoffe oder Oxidatoren, insbesondere
Ammoniumdinitramid (ADN), dahingehend weiterzubilden, daß Partikel mit definierter
Partikelgröße erhalten werden, deren Durchmesser in einem weiten Bereich von wenigen
µm bis zu einigen mm variiert werden kann.
[0011] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, daß zum Emulzieren und zur Verringerung der Koaleszenz Siliciumdioxid
zur Veränderung der Obenflächenspannung zwischen Schmelze und Matrixflüssigkeit zugesetzt
wird.
[0012] Der Treib- oder Explosivstoff bzw. der Oxidator wird auf an sich bekannte Weise in
eine Schmelze überführt und mit einer Matrixflüssigkeit zusammengeführt, in der der
umzukristallisierende Stoff nicht oder nur schwer löslich ist. Die Matrixflüssigkeit
stellt sicher, daß die feuchtigkeitsempfindlichen Treib- und Explosivstoffe sowie
Oxidatoren, wie insbesondere das stark hygroskopische ADN, während der Rekristallisation
kein Wasser, z.B. Luftfeuchtigkeit, aufnehmen. Sie wird so ausgewählt, daß sich der
geschmolzene Stoff emulgieren läßt. Die spätere Trennung des Phasengemischs erfolgt
ausschließlich aufgrund der verschiedenen Schmelzpunkte von Ausgangsstoff und Matrixflüssigkeit
und nicht aufgrund von Konzentrationsänderungen einer Lösung.
[0013] Durch die Zugabe von verschiedenen Additiven, wie z.B. Emulgatoren und Stabilisatoren,
können die Grenzflächenspannung zwischen beiden Komponenten und die Viskosität der
äußeren Phase verändert, und somit die Herstellungsbedingungen und die Stabilität
der Emulsion beeinflußt werden. Wird beispielsweise einer Emulsion von hygroskopischen
ADN in hydrophober Matrixflüssigkeit der Zusatz eines ebenfalls hydrophoben Emulgators
in Form von Siliciumdioxid die Stabilität der Emulsion vergrößert und die Koaleszenz,
bei der die emulgierten Tröpfchen unter Bildung einer kontiunierlichen Phase zusammenfließen,
vermindert. Folglich kann durch Zusatz eines solchen Emulgators unter ansonsten gleichen
Randbedingungen eine Emulsion feinerer Tröpfchen erreicht werden. Bei Zusatz eines
Stabilisators unter ansonsten gleichen Randbedingungen erhält man hingegen größere
Tröpfchen der emulgierten Substanz.
[0014] Auf diese Weise werden mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kugelförmige Partikel
mit definierten Partikeleigenschaften, wie mittlerer Partikelgröße, Partikelgrößenverteilung,
spezifischer Oberfläche, erhalten. Die kugelförmigen Partikel führen nicht nur zu
einer optimalen Schütt- und Klopfdichte, sondern auch zu einer hohen Energiedichte
und einem günstigen Abbrandverhalten.
[0015] Die aus ADN-Tröpfchen als disperser Phase und einer Matrixflüssigkeit bestehende
und über den Schmelzpunkt von ADN temperierte Emulsion wird anschließend unter den
Schmelzpunkt von ADN abgekühlt, so daß die dispersen ADN-Tropfen zu festen Partikeln
auskristallisieren.
[0016] Um den Tropfen der Stoffschmelze ein möglichst großes Volumen zur Bildung einer möglichst
feindispersen Emulsion zur Verfügung zu stellen, beträgt die Konzentration der Stoffschmelze
in der Matrixflüssigkeit vorzugsweise weniger als 50 Mass.-% und insbesondere weniger
als 60 Mass.-%. Die Matrixflüssigkeit, die nach der Kristallisation abgetrennt wird,
kann wiederverwendet und beispielsweise in einem Kreislaufprozeß geführt werden.
[0017] Die Schmelze kann mit im Treib- oder Explosivstoff bzw. im Oxidator löslichen Additiven
versetzt werden, mit denen die spätere Produktqualität der ADN-Partikel hinsichtlich
Stabilität, Empfindlichkeit oder Fließfähigkeit verbessert werden kann. Als Matrixflüssigkeit
kommen vornehmlich Öle, z.B. Paraffinöl oder Siliconöl, in Frage, welche einen hydrophoben
Charakter aufweisen.
[0018] Die Herstellung der Emulsion erfolgt durch Einbringen von Energie in das fluide System.
Dies kann durch Schütteln, Rühren, durch Eintrag von Schwingungen in das System, z.B.
mittels Ultraschall, oder auch durch Einspritzen der Schmelze in die Matrixflüssigkeit
oder umgekehrt, erfolgen.
[0019] Der Kristallisationsvorgang kann, neben der Anwendung eines speziell für die Kristallisation
erforderlichen Temperaturgradienten, sowohl durch Eintragen mechanischer Energie,
als auch durch Zugabe von Kristallisationskeimen gesteuert werden.
[0020] Bei der Zugabe von Kristallisationskeimen, dem sogenannten Impfen, erreicht man eine
mehr oder weniger rasche Kristallisation. Als Keime können sowohl stoffeigene Partikel,
z.B. ADN-Kristalle, als auch Fremdkeime zugesetzt werden.
[0021] Der Eintrag mechanischer Energie bei der Kristallisation zur Erzeugung eines möglichst
feinkristallinen Produkts kann mittels Rührer oder Ultraschall erfolgen, die über
die Konzentration der dispersen Phase gesteuert werden können.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren kann sowohl kontinuierlich als auch chargenweise durchgeführt
werden. Bei einer diskontinuierlichen Prozeßvariante, bei der die Herstellung der
Emulsion und die Kristallisation der dispersen Tropfen in einem Reaktor durchgeführt
werden kann, eignen sich z.B. verschiedene Rührer, wie Blatt- oder Propellerrührer,
oder diskontinuierliche Zahnkranzdispergierer zum Herstellen der Emulsion. Unter Eintrag
von Rührenergie wird die Emulsion anschließend abgekühlt, so daß kugelförmige Partikel
auskristallisieren. Die beiden Prozeßschritte des Emulgierens und des Rekristallisierens
können aber auch zeitlich und örtlich getrennt durchgeführt werden, wobei die Emulsion
nach ihrer Herstellung in einen zweiten Reaktor gefördert wird, in dem die Rekristallisation,
z.B. durch einen geeigneten Temperaturgradienten, gezielt beeinflußt werden kann.
[0023] Bei einer kontinuierlichen Prozeßvariante wird die Emulsion zunächst mittels Kolloidmühlen,
statischen Mischern oder kontinuierlichen Zahnkranzdispergiermaschinen hergestellt
und anschließend in die Kristallisationszone, z.B. in einem Rohrreaktor oder Kaskadenkristallisator,
gefördert.
[0024] In jedem Fall ist eine Separationseinheit zum Trennen der rekristallisierten Partikel
von der Matrixflüssigkeit vorgesehen, wobei die Trennung durch Sedimentieren, Filtrieren
oder Zentrifugieren erfolgen kann. Nach dem Abtrennen der Partikel werden diese mit
einem geeigneten Lösungsmittel gewaschen und getrocknet.
Beispiel 1
[0025] Herstellung von kugeligem ADN aus einer Emulsion mit einer Konzentration von 12 Mass.%.
Als Matrixflüssigkeit der Emulsion wird Paraffinöl eingesetzt. Als Zusatzstoff wird
Siliciumdioxid (hydrophob) zugegeben. Das System wird auf ϑ = 110°C temperiert, so
daß das ADN im geschmolzenen Zustand vorliegt. Bei dieser Temperatur werden die Komponenten
mittels Blattrührer mit einer Drehzahl von n = 500 min
-1 dispergiert, so daß eine Emulsion entsteht. Die Emulsion wird dann auf ϑ = 20°C abgekühlt.
Unter Eintrag mechanischer Energie durch einen Blattrührer kristallisieren kugelige
ADN-Partikel aus. Der erzeugte mittlere Korndurchmesser beträgt 420 µm. Das kugelige
ADN wird dann mit n-Heptan gespült und getrocknet.
Beispiel 2 (Vergleichsbeispiel)
[0026] Herstellung von kugeligem ADN aus einer Emulsion, deren Matrixflüssigkeit Silikonöl
ist. Nach der Temperierung des Systems auf ϑ = 110°C wird die Emulsion mittels Propellerrührer
hergestellt und auf ϑ = 20°C abgekühlt. Der erzeugte mittlere Korndurchmesser beträgt
80 µm. Das kugelige ADN wird dann mit n-Heptan gespült und getrocknet.
Beispiel 3 (Vergleichsbeispiel)
[0027] Kontinuierliche Herstellung von kugeligem ADN aus einer Emulsion, deren Matrixflüssigkeit
Paraffinöl ist. Nach der Temperierung der Komponenten im Vorlagebehälter wird die
Emulsion mittels einer kontinuierlichen Zahnkranzdispergiermaschine hergestellt. In
einem nachgeschalteten Kristallisator erfolgt die Rekristallisation der ADN- Partikel.
Die erzeugten Partikel weisen einen mittleren Korndurchmesser von 3 µm auf. Nach der
Separierung der ADN-Partikel und der Matrixflüssigkeit wird das kugelige ADN mit n-Heptan
gespült und getrocknet.
[0028] Fig. 1 zeigt kristallines Ammoniumdinitramid (ADN) aus der Synthese. Das Korn ist
zerklüftet und kantig. Korngröße und Kornform variieren stark. Fig. 2 und 3 zeigen
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren aus einer Paraffinöl-Emulsion hergestellte sphärische
Partikel von Ammoniumdinitramid (ADN) mit einem mittleren Korndurchmesser unterhalb
500 µm in zwei verschiedenen Vergrößerungsmaßstäben. Das Korn ist fast exakt kugelförmig;
das Kornspektrum ist relativ eng.
1. Verfahren zur Herstellung von im wesentlichen sphärischen Partikeln schmelzfähiger,
feuchtigkeitsempfindlicher Treib- und Explosivstoffe sowie Oxidatoren, insbesondere
Ammoniumdinitramid (ADN), indem der Explosivstoff geschmolzen, die Stoffschmelze in
einer Matrixflüssigkeit, in welcher der Explosivstoff nicht oder nur schwer löslich
ist, emulgiert, die Emulsion unter den Schmelzpunkt des Explosivstoffs unter Rekristallisation
der dispersen Tropfen zu festen Partikeln abgekühlt wird und die festen Partikel von
der Matrixflüssigkeit abgetrennt werden, dadurch gekennzeichnet, daß zum Emulzieren und zur Verringerung der Koaleszenz Siliciumdioxid zur Veränderung
der Obenflächenspannung zwischen Schmelze und Matrixflüssigkeit zugesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration der Stoffschmelze in der Matrixflüssigkeit weniger als 50 Mass.-%
beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration der Stoffschmelze in der Matrixflüssigkeit weniger als 40 Mass.-%
beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Matrixflüssigkeit Öle, insbesondere Paraffinöl und/oder Siliconöl verwendet werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schmelze in dieser lösliche Additive zur Verbesserung der Eigenschaften der rekristallisierten
Partikeln zugesetzt werden
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion aus der Schmelze und der Matrixflüssigkeit durch Eintragen mechanischer
Energie hergestellt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß als mechanische Energie Schallenergie, insbesondere Ultraschall, eingetragen wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion durch Einspritzen der Schmelze in die Matrixflüssigkeit hergestellt
wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß beim Abkühlen der Emulsion Kristallisationskeime zugesetzt werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß beim Abkühlen der Emulsion die Kristallisation durch Eintrag mechanischer Energie
beeinflußt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion beim Abkühlen Schallenergie, insbesondere Ultraschall, ausgesetzt wird.
1. Method for producing substantially spherical particles of meltable, moisture-sensitive
propellants and explosives and also oxidants, in particular ammonium dinitramide (ADN),
in that the explosive is melted, the material melt is emulsified in a matrix liquid,
in which the explosive is not soluble or only with difficulty, the emulsion is cooled
below the melting point of the explosive with recrystallisation of the disperse drops
into solid particles and the solid particles are separated from the matrix liquid,
characterised in that, for emulsification and for reduction of the coalescence, silicon dioxide for changing
the surface tension between melt and matrix liquid is added.
2. Method according to claim 1, characterised in that the concentration of the material melt in the matrix liquid is less than 50% by mass.
3. Method according to claim 2, characterised in that the concentration of the material melt in the matrix liquid is less than 40% by mass.
4. Method according to one of the claims 1 to 3, characterised in that oils, in particular paraffin oil and/ or silicone oil, are used as matrix liquid.
5. Method according to one of the claims 1 to 4, characterised in that additives are added to the melt, which additives are soluble in the latter, in order
to improve the properties of the recrystallised particles.
6. Method according to one of the claims 1 to 5, characterised in that the emulsion of the melt and the matrix liquid is produced by introducing mechanical
energy.
7. Method according to claim 6, characterised in that sound energy, in particular ultrasound, is introduced as mechanical energy.
8. Method according to one of the claims 1 to 7, characterised in that the emulsion is produced by injecting the melt into the matrix liquid.
9. Method according to one of the claims 1 to 8, characterised in that, during cooling of the emulsion, crystal centres are added.
10. Method according to one of the claims 1 to 9, characterised in that, during cooling of the emulsion, the crystallisation is influenced by introducing
mechanical energy.
11. Method according to claim 10, characterised in that, during cooling, the emulsion is subjected to sound energy, in particular ultrasound.
1. Procédé de production de particules essentiellement sphériques de matériaux carburants
et explosifs, fusibles, sensibles à l'humidité, ainsi que d'oxydants, en particulier
de dinitramide d'ammonium (ADN), selon lequel on fait fondre le matériau explosif,
on émulsionne la masse fondue dans une matrice liquide dans laquelle le matériau explosif
n'est pas ou n'est que difficilement soluble, on refroidit l'émulsion en dessous du
point de fusion du matériau explosif avec recristallisation des gouttes dispersées
en particules solides, et on sépare les particules solides de la matrice liquide,
caractérisé en ce que
pour émulsionner et pour diminuer la coalescence on ajoute du dioxyde de silicium
pour modifier la tension superficielle entre la masse fondue et la matrice liquide.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la concentration de la masse fondue dans la matrice liquide est inférieure à 50 %
en masse.
3. Procédé selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
la concentration de la masse fondue dans la matrice liquide est inférieure à 40 %
en masse.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
comme matrice liquide on utilise des huiles, en particulier une huile de paraffine
et/ ou une huile de silicone.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce qu'
on ajoute à la masse fondue des additifs qui y sont solubles afin d'améliorer les
propriétés des particules recristallisées.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce qu'
on produit l'émulsion à partir de la masse fondue et de la matrice liquide par apport
d'énergie mécanique.
7. Procédé selon la revendication 6,
caractérisé en ce que
comme énergie mécanique on apporte une énergie sonore, en particulier des ultrasons.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce qu'
on produit l'émulsion par pulvérisation de la masse fondue dans la matrice liquide.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce que
lors du refroidissement de l'émulsion on ajoute des germes de cristallisation.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9,
caractérisé en ce que
lors du refroidissement de l'émulsion on influe sur la cristallisation par apport
d'énergie mécanique.
11. Procédé selon la revendication 10,
caractérisé en ce que
lors de son refroidissement, on soumet l'émulsion, à une énergie sonore, en particulier
à des ultrasons.

